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EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: Georgi

Datum: 02.12.19 14:07

Bahnreisenden in Europa steht eine Entschädigung zu, wenn sich ihr Zug wegen schlechten Wetters stark verspätet oder ausfällt. Die EU-Verkehrsminister wollen das ändern.

Die EU-Verkehrsminister verständigten sich darauf, Bahnunternehmen in Fällen höherer Gewalt - etwa bei extremen Wetterbedingungen - von der Entschädigungspflicht zu befreien.

[www.spiegel.de]
Die Minister dürfen fordern, was sie wollen.
Das EU Parlament muss einer Änderung der Fahrgastrechte zustimmen. In Zeiten von Klimawandel und co. ist die Einschränkung der Fahrgastrechte nicht zu verkaufen.
Moin,

man muss aber auch sehen, dass die Verkehrsunternehmen hier gegenüber den anderen Verkehrsträgern stark benachteiligt werden. Im Flugverkehr sind zB. die Airlines von der Entschädigung befreit, wenn die Verspätung über drei Stunden bzw. die Anullierung durch ein Ereignis höhrerer Gewalt verursacht wurde.

Gruß
gastronomie1916 schrieb:
Moin,

man muss aber auch sehen, dass die Verkehrsunternehmen hier gegenüber den anderen Verkehrsträgern stark benachteiligt werden. Im Flugverkehr sind zB. die Airlines von der Entschädigung befreit, wenn die Verspätung über drei Stunden bzw. die Anullierung durch ein Ereignis höhrerer Gewalt verursacht wurde.

Gruß

Höhere Gewalt

Zitat
Ausführliche Definition
1. Gefährdungshaftung: Ein von außen kommendes, unvorhersehbares und unbeherrschbares außergewöhnliches Ereignis, das auch durch äußerste Sorgfalt nicht verhütet werden kann (z.B. Blitzschlag). Der Schuldner haftet regelmäßig nicht für höhere Gewalt.

2. Bei Fristversäumnis ist höhere Gewalt als Entschuldigungsgrund ein Ereignis, das durch größte Sorgfalt und Vorsicht nicht abzuwenden ist.
(Quelle)

Also beim Flugverkehr würde ich sagen, bei "Sturm" kann die Fluggesellschaft nichts dafür. Es gibt ja keine Flugzeuge, die man vollig unabhängig vom Wetter fliegen lassen könnte.

Bei der Bahn stellt es sich in vielen Fällen eher so dar:
- Baum auf Oberleitung: man könnte diese vorher identifizieren und entsprechend freischneiden.
- Vereiste Weiche: Weichenheizungen existieren, dann müssen eben mehr eingebaut werden bzw. Personal bereitgehalten werden, die schnellstmöglich wieder frei zu kriegen.
- Klimaanlagen versagen: ausreichende Dimensionierung!
- Rutschige Schienen durch Laub: ist vorhersehbar jeden Herbst so, man könnte z.B. den Fahrplan in schwierigen Gegenden (viel Wald) anpassen.

Einzig das "Sturmtief", bei dem so viel "rumfliegt", dass der Betrieb einfach nicht sicher ist, schwerer Eisregen etc. würde ich bei der Bahn als "höhere Gewalt" zählen lassen. Eben genau die, die nicht vorhersehbar sind, nicht beherrschbar und nicht verhütet werden können.

Fairerweise müssten Experten (!) eine Liste erstellen, die die Bahn zu bewältigen hat (siehe oben...). Alles, was dort nicht draufsteht, wäre erstmal "unvorhersehbar". Dann könnte es noch eine Liste geben, die der Bahn einen "Freischein" erteilt, z.B. bei Windgeschwindigkeiten > xxx km/h.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.19 14:44.
Die Frage ist, was in Deutschland dann witterungsbedingt als höhere Gewalt definiert wird: Wenn zwischen Stuttgart und Singen nur rote Züge fahren, weil das weisse EVU wegen einem Sturm in Norddeutschland bundesweit den Betrieb einstellt? Wenn in Südbayern der Verkehr auf der Schiene wochenlang eingestellt wird, weil der Schneepflug in Hof zum Einsatz kommt? 10 Zentimeter Schnee in Leipzig?

An diesen Fragen dürfen dann Anwälte auf Kosten der Fahrgäste ihr gutes Geld verdienen.

Re: EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: Pio

Datum: 02.12.19 14:53

Da wüßte ich noch einige Gründe


-Behördliche Anordnung
-Notarzteinsatz im Gleis
-Notarzteinsatz am Gleis
-Notarzteinsatz im Zug
-Bäume für nicht die Bahn die Verkehrssicherungspflicht hat.
-Bäume die nicht gefällt werden dürfen oder wo der Antrag auf Fällgenehmigung nicht oder erst nach Monaten erteilt wird, der Baum aber trotzdem ohne Genehmigung einfach umfällt.
-Personen am/im Gleis.
- uva. Gründe die das befördernde Unternehmen nicht beeinflussen kann.

Eine gewisse Ironie konnte ich mir nicht verkneifen.

Es währe sinnvoll die Entschädigung an den Verursache weiterzuleiten.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.19 14:55.
Georgi schrieb:
Die EU-Verkehrsminister verständigten sich darauf, Bahnunternehmen in Fällen höherer Gewalt - etwa bei extremen Wetterbedingungen - von der Entschädigungspflicht zu befreien.
Fördern oder verhindern Fahrgastrechte mehr Bahnverkehr? Einerseits ist es natürlich schön und kundenfreundlich, wenn man bei einer Verspätung zumindest etwas Geld zurück erhält. Andererseits muss das Bahnunternehmen diese Entschädigungen plus den Verwaltungsaufwand auf die Preise daraufschlagen, was auf den Kunden eher abschreckend wirkt. Einige sind ja sogar der Meinung, dass der Fernbus deshalb durch die weit geringeren Fahrgastrechte einen Wettbewerbsvorteil hätte...

Re: EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: D 2027

Datum: 02.12.19 16:03

Patrick Rudin schrieb:

Die Frage ist, was in Deutschland dann witterungsbedingt als höhere Gewalt definiert wird: Wenn zwischen Stuttgart und Singen nur rote Züge fahren, weil das weisse EVU wegen einem Sturm in Norddeutschland bundesweit den Betrieb einstellt?
Hallo Patrick,

zwar fahren zwischen Singen und Stuttgart keine roten - die sind jetzt alle weiss bzw. werden von weiss bei einer seriösen Bahnverwaltung gestellt - Züge mehr, aber das genau ist auch meine Befürchtung. So ähnlich dürfte es auch laufen, wenn ein Personenunfall in Bremen stattfindet, aber trotzdem kein IC mehr entlang des Rheins fährt, weil es ja selbstverständlich auch höhere Gewalt ist, keine Dispozüge in Köln vorzuhalten.

Bei der DB funktioniert ja so gut wie gar nichts mehr, aber die Rechtsabteilung ist glaub ich ganz gut aufgestellt und wird sich sehr bemühen nach veränderter Rechtslage soviele Ansprüche wie möglich abzuwimmeln.

Hoffen wir auf das Europaparlament.

Erik

P.S. Wobei ich einer Angleichung der Fahrgast- zu den Fluggastrechten gar nicht so ablehnend gegenüber stehe. Wenn man für einen Billigsparpreis von 19 Euro bei Ausfall oder Verspätung ab einer Stunge mit einem verhältnismässig höheren Pauschalpreis entschädigt wird, kann man durchaus über den Ausschluss bei höherer Gewalt reden. Die Beförderungspflicht bleibt ja bestehen.

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.19 16:45.
sonicus83 schrieb:
(Quelle)

Also beim Flugverkehr würde ich sagen, bei "Sturm" kann die Fluggesellschaft nichts dafür. Es gibt ja keine Flugzeuge, die man vollig unabhängig vom Wetter fliegen lassen könnte.

Bei der Bahn stellt es sich in vielen Fällen eher so dar:
- Baum auf Oberleitung: man könnte diese vorher identifizieren und entsprechend freischneiden.
- Vereiste Weiche: Weichenheizungen existieren, dann müssen eben mehr eingebaut werden bzw. Personal bereitgehalten werden, die schnellstmöglich wieder frei zu kriegen.
- Klimaanlagen versagen: ausreichende Dimensionierung!
- Rutschige Schienen durch Laub: ist vorhersehbar jeden Herbst so, man könnte z.B. den Fahrplan in schwierigen Gegenden (viel Wald) anpassen.

Einzig das "Sturmtief", bei dem so viel "rumfliegt", dass der Betrieb einfach nicht sicher ist, schwerer Eisregen etc. würde ich bei der Bahn als "höhere Gewalt" zählen lassen. Eben genau die, die nicht vorhersehbar sind, nicht beherrschbar und nicht verhütet werden können.

Fairerweise müssten Experten (!) eine Liste erstellen, die die Bahn zu bewältigen hat (siehe oben...). Alles, was dort nicht draufsteht, wäre erstmal "unvorhersehbar". Dann könnte es noch eine Liste geben, die der Bahn einen "Freischein" erteilt, z.B. bei Windgeschwindigkeiten > xxx km/h.
Das sind aber Gründe die das EIU zu verantworten hat, nicht die EVU. Das lässt sich auch auf den Flugverkrhr übertragen. Frankfurt stellt auch den Betrieb bei Bedingungen ein die in Stockholm oder Oslo fast Normalzustand sind. Im Flugverkehr kann sogar recht harmloses Wetter schon zur Betriebseinstellung führen wenn der Flughafen kein oder ein unzureichende ILS hat. Das wäre so als müsste die Bahn den Betrieb bei Nebel einstellen wenn sie keine Führerraumsignalisierung hat.
Zitat
-Behördliche Anordnung
-Notarzteinsatz im Gleis
-Notarzteinsatz am Gleis
-Notarzteinsatz im Zug
Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit einem Bundespolizisten genau zu diesem Thema. Mir wurde gesagt, dass i.d.R. die Leitzentrale der Bahn (vermutlich DB Netz) die Initiative trägt, eine Strecke zu sperren. Es geschieht nur selten, dass eine Behörde (hier die Bundespolizei) die Sperrung einer Strecke initiiert.

Insoweit wird jetzt die Frage sein, ob die Sperrung seitens eines EIU eine sog. "Höhere Gewalt" darstellt.
Weiterhin könnte sich ein EVU bei jeglicher Streckensperrung (z.B. wg. mangelnder Wartung) auf "Höhere Gewalt" berufen, weil es durch ein anderen Unternehmen (EIU) verursacht wurde.
Zitat
Bahnreisenden in Europa steht eine Entschädigung zu, wenn sich ihr Zug wegen schlechten Wetters stark verspätet oder ausfällt. Die EU-Verkehrsminister wollen das ändern.
Das stimmt so nicht.
Der Bahnreisende hat keinen Entschädigungsanspruch, sondern einen Erstattungsanspruch.
Da unterscheidet sich die EU Fluggastverordnung (pauschale Entschädigungssätze) und die EU Fahrgastrechteverordnung (gestaffelte prozentuale Erstattungssätze).

Was soll das eigentlich mit den Ausnahmen?

geschrieben von: Rollo

Datum: 02.12.19 16:10

Tja, das ist wohl ein guter Ansatzpunkt für mein Kommentar dazu:

Was sollen eigentlich die Ausnahmen?

Für den Fahrgast ist es in jedem Fall sehr unangenehm, wenn die Beförderung ausfällt. Das bedeutet, er hat einen Schaden, egal, warum die Beförderung nicht bzw. verspätet statt findet. Von daher wäre eine pauschale Entschädigung in allen Fällen für den Fahrgast hilfreich.

Auf der anderen Seite kann der Fahrgast auch gar nicht ohne weiteres prüfen, ob ein behauptetes Ereignis höherer Gewalt überhaupt vorhanden war, ob es wirklich seine Beförderung betroffen hat und ob es tatsächlich einer jener Gründe war, die von der Regelung ausgenommen war. Es ist also eine Zumutung für den Fahrgast, einer so unklaren Rechtslage gegenüber zu stehen.

Dann gibt es dann noch die Stichwörter 'Schaden' und 'Versicherung'. Für ein Unternehmen sollte es nun wirklich zumutbar zu sein, Schäden durch höhere Gewalt durch Versicherungen decken zu lassen. Die Kosten können sie dem Fahrgast überwälzen. Argumentiert man aber, dass dieser Aufpreis den Fahrgast in seiner Wahlfreiheit beschränkt, so stellt sich die Frage, warum man dann nicht die Versicherung gegen alle Verspätungen bzw. Ausfälle dem Kunden überlässt. Denn schon die verschuldete Verspätung der Beförderung muss das Verkehrsunternehmen in seine Preise kalkulieren. Und wenn man den Kunden schon ins Risiko stellt, kann man dies auch komplett tun. Das wäre dann zumindest übersichtlicher für ihn.

Wenn es denn nun um Anreize des Unternehmens geht, pünktlich zu sein, so wäre dies auch bei einer Versicherungslösung kein Problem, die der Kunde selbst kauft. Man müsste nur akzeptieren, dass die Versicherungen unternehmensbezogene Versicherungsentgelte erheben, wie man das beispielsweise von der Kaskoversicherung bei den Autos kennt.

Ich halte folglich wenig davon, Verspätungsenschädigungen von der Ursache der Verspätung abhängig zu machen.

Bestärkt hat mich darin jüngst eine Airline, die anscheinend jeden Kunden mit einer Absage wegen höherer Gewalt abserviert und er dann ernsthaft (und schnell) den Fall bearbeitet, wenn man den Fall weiter zur Schlichtungsstelle gereicht hat... Die planmäßige Eskalation lässt sicherlich manchen Kunden von der Durchsetzung seiner Ansprüche absehen.

PS.: Wie vielleicht ersichtlich wurde, zielt die Argumentation auf alle Linienverkehre (egal ob Flugzeug, Eisenbahn oder Bus). Man möge mir daher die begriffliche Ungenauigkeit verzeihen (vgl. Anmerkung von Nutzer warakorn [www.drehscheibe-online.de] )





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.19 16:17.

Re: EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: kkdz

Datum: 02.12.19 16:20

warakorn schrieb:
Die Minister dürfen fordern, was sie wollen.
Das EU Parlament muss einer Änderung der Fahrgastrechte zustimmen. In Zeiten von Klimawandel und co. ist die Einschränkung der Fahrgastrechte nicht zu verkaufen.
Und da die Politik bekanntlich nie etwas beschließen würde, was keinem logisch denkenden Menschen zu verkaufen wäre ..... :-)
Beim Schreiner bestelle ich einen Wohnzimmerschrank. Der ist fertig, aber bevor er mir geliefert wird, schlägt der Blitz in die Werkstatt, die brennt ab, der Schrank ist nur noch ein Häufchen Asche. Kann sich der Schreiner auf höhere Gewalt berufen, er kann ja nichts dafür, der Schrank muss gefälligst bezahlt werden. Ist das so?

Oder, der Schrank wird geliefert, aber nicht wie bestellt. Die Türen gehen in die falsche Richtung auf, Schubladen klemmen. Im normalen Geschäftsleben kann in so einem Fall der Kaufpreis mindestens gemindert werden. Das ist ganz normal, denke ich. Warum sollte das bei Bahnens anders sein?

Re: OT Flughafenvergleich FRA ./. OSL bzw. ARN

geschrieben von: HPNuller

Datum: 02.12.19 16:48

MrEnglish schrieb:
Das lässt sich auch auf den Flugverkrhr übertragen. Frankfurt stellt auch den Betrieb bei Bedingungen ein die in Stockholm oder Oslo fast Normalzustand sind.
Hallo,

da vergleichst Du Äpfel mit Birnen! Schau Dir mal auf einer Landkarte die Lage und Größe von ARN oder OSL an, da sollte so einiges auffallen!
Beide Flughäfen haben nur eine Bahn - Frankfurt derer vier!
Beide Flughäfen liegen "in der Pampa", dort gibt es viel unbebautes Land um die Flughäfen herum - FRA liegt mitten in der Stadt bzw. ist eine eigener Stadtteil von Frankfurt,
mit Autobahnen und Bahnstrecken umgeben und chemische Industrie gibt es dort zu hauf!
Also hat FRA ein ganz anderes Kaliber als OSL oder ARN, auch von den Sicherheitsvorkehrungen (auch wegen der 'Überfüllung' des Luftraums) im Flugverkehr!
Frankfurt ist ein internationales Drehkreuz für Fracht und Passagiere, von Frankfurt kannst Du direkt nach Oslo, aber auch nach Bangkok, Sydney oder nach Johannesburg fliegen - geht das von Oslo oder Stockholm auch?
Nach Fluggastzahlen (2018) liegt FRA in Europa auf Platz 4 65,5 KPax/a), OSL auf Platz 18 (28,5 KPax/a) und ARN auf Platz 23 (26,8 Kpax/a) (/[de.wikipedia.org].
Aktuelle Frachtzahlen habe ich nur für die Top 10 gefunden: FRA erwartungsgemäß auf Platz 1 (weltweit Platz 2), OSL und ARN tauchen dort erwartungsgemäß nicht auf!

Du führst hier Vergleiche wie zwischen Tabellenspitze 1. Liga und Abstiegszone 2. Liga!
Also bitte nichts durcheinanderbringen!

Viele Grüße von der Lahn

HPNuller

"Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen.
Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."

PS: Setzt bitte einen passende Themabeschreibung über euren Text!
Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.19 17:17.

Re: EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: Rollo

Datum: 02.12.19 16:55

Kohlefilter schrieb:
Beim Schreiner bestelle ich einen Wohnzimmerschrank. Der ist fertig, aber bevor er mir geliefert wird, schlägt der Blitz in die Werkstatt, die brennt ab, der Schrank ist nur noch ein Häufchen Asche. Kann sich der Schreiner auf höhere Gewalt berufen, er kann ja nichts dafür, der Schrank muss gefälligst bezahlt werden. Ist das so?

Oder, der Schrank wird geliefert, aber nicht wie bestellt. Die Türen gehen in die falsche Richtung auf, Schubladen klemmen. Im normalen Geschäftsleben kann in so einem Fall der Kaufpreis mindestens gemindert werden. Das ist ganz normal, denke ich. Warum sollte das bei Bahnens anders sein?
Ich glaube, dass das kein guter Vergleich ist.

Dein Schreiner kann beispielsweise auch einen Tag später liefern, ohne dass der Schrank für den Abnehmer wertlos wird. Bei der Beförderungsleistung mag sie bei Erfüllung am nächsten Tag wertlos sein.
Schon das gibt den Schreiner natürlich größere Freiheiten, auch das zu liefern, was er verkauft hat. Hinzu kommt dann noch, dass es bei Kaufverträgen für Sachen eine recht große Gestaltungsfreiheit gibt, was den Zeitpunkt des Zustandekommen des Kaufvertrages betrifft, den es zu erfüllen gilt.
Stell Dir mal vor, das Eisenbahnunternehmen würde Deine Ticketbestellung und -Bezahlung bis zur Einfahrt des Zuges als Angebot betrachten, was es erst durch Einlass in den eingefahrenen Zug als angenommen betrachten würde.

Re: EU-Staaten wollen Bahnreisende weniger entschädigen

geschrieben von: HFy

Datum: 02.12.19 17:07

Wir werden uns noch wundern, was die Bahn AG alles zu "höherer Gewalt" erklären wird.

Herbert

Alternativer Denkansatz ...

geschrieben von: 750 003-6

Datum: 02.12.19 17:46

Moinsen,

Thomas_Lammpe schrieb:
Fördern oder verhindern Fahrgastrechte mehr Bahnverkehr? Einerseits ist es natürlich schön und kundenfreundlich, wenn man bei einer Verspätung zumindest etwas Geld zurück erhält. Andererseits muss das Bahnunternehmen diese Entschädigungen plus den Verwaltungsaufwand auf die Preise daraufschlagen ...
Wieso muss das EVU die Entschädigungen auf die Preise draufschlagen?
Anderer - zugegeben total verrückter - Ansatz: Man könnte ja auch versuchen, durch einen stabileren und zuverlässigeren Betrieb die Entschädigungszahlungen zu minimieren. Gut, das Vorhalten von Betriebsreserven kostet Geld, das seinerseits wiederum auf die Preise draufgeschlagen würde - aber der Kunde hätte als echten Mehrwert einen stabileren Betrieb.

Thomas_Lammpe schrieb:
Zitat:
... was auf den Kunden eher abschreckend wirkt.
Auf "den" Kunden? Von welchem Kunden redest Du?
Das würde natürlich den Leuten nicht gefallen, die nur nach möglichst günstigen Tickets schreien, aber es soll Leute geben, denen ein stabilerer Betrieb mit wirklich planbaren Reiseketten durchaus einen Mehrpreis wert ist. Mich würde das eher zum Bahnfahren verleiten als irgendwelche Billigtickets, wo man als Gimmick noch den Nervenkitzel einer stochastischen Reiseplanung hinzubekommt.

Viele Grüße von 750 003-6

Re: OT Flughafenvergleich FRA ./. OSL bzw. ARN

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 02.12.19 18:29

HPNuller schrieb:
Zitat:
da vergleichst Du Äpfel mit Birnen! Schau Dir mal auf einer Landkarte die Lage und Größe von ARN oder OSL an, da sollte so einiges auffallen!
Beide Flughäfen haben nur eine Bahn - Frankfurt derer vier!
Beide Flughäfen liegen "in der Pampa", dort gibt es viel unbebautes Land um die Flughäfen herum - FRA liegt mitten in der Stadt bzw. ist eine eigener Stadtteil von Frankfurt,
mit Autobahnen und Bahnstrecken umgeben und chemische Industrie gibt es dort zu hauf!
Also hat FRA ein ganz anderes Kaliber als OSL oder ARN, auch von den Sicherheitsvorkehrungen (auch wegen der 'Überfüllung' des Luftraums) im Flugverkehr!
Frankfurt ist ein internationales Drehkreuz für Fracht und Passagiere, von Frankfurt kannst Du direkt nach Oslo, aber auch nach Bangkok, Sydney oder nach Johannesburg fliegen - geht das von Oslo oder Stockholm auch?
Nach Fluggastzahlen (2018) liegt FRA in Europa auf Platz 4 65,5 KPax/a), OSL auf Platz 18 (28,5 KPax/a) und ARN auf Platz 23 (26,8 Kpax/a) (/[de.wikipedia.org].
Aktuelle Frachtzahlen habe ich nur für die Top 10 gefunden: FRA erwartungsgemäß auf Platz 1 (weltweit Platz 2), OSL und ARN tauchen dort erwartungsgemäß nicht auf!

Und was hat das alles damit zu tun, dass Frankfurt bei den ersten Schneeflocken den Betrieb einstellt und in Schweden und Norwegen bei wesentlich härteren Wintern noch geflogen wird? Es ist einzig eine wirtschaftliche Entscheidung, dass Frankfurt keinen Winterdienst auf dem Niveau von Stockholm und Oslo vorhält. Sind jetzt Wintereinbrüche die den Flugverkehr lahmlegen höhere Gewallt obwohl andere Flughäfen bei vergleichbaren Verhältnissen keine Probleme bekommen?

Ich will dir ein anderes Beispiel nennen. London besitzt bekanntermaßen den Verkehrsreichsten Passagierflughafen Europas mit nur zwei Pisten und wird regelmäßig vom typischen englischen Wetter heimgesucht. Die notwendige enge Anflugstaffelung die benötigt wird um die hohe Kapazität zu erreichen kann nur mit gekurvten Anflügen erfolgen, weil die Flugzeuge erst relativ kurz vor dem Aufsetzen hintereinander gereiht werden dürfen, da sonst die notwendigen Mindestabstände zu groß sind. Das geht aber mit dem klassischen ILS nicht, das kann nur gerade Anflüge führen. Geflogen wird also nach Sichtflugregeln, da geht das. Wenn jetzt das typisch englische Wetter zuschlägt, dann ist nichts mehr mit Sichtanflug und schon rauscht die Kapazität in den Keller und es können nicht mehr alle Slots zur Verfügung gestellt werden. Eindeutig höhere Gewallt könnte man jetzt natürlich sagen. Doch es gibt eine Lösung, Heathrow verfügt über ein MLS (Microwave Landing System), das auch gekurvte Anflüge führen kann und damit die Kapazität unabhängig von den Sichtverhältnissen erhält. Das Blöde ist nur, dass das nicht nur für den Flughafen sehr teuer ist, sondern auch für die Airlines. Deswegen hat eigentlich nur noch BA die Ausrüstung an Bord. Wenn jetzt eine andere Airline ihren Slot nicht bekommt, weil sie kein MLS haben, ist das dann noch höhere Gewallt?

Das Beispiel lässt sich leider nicht direkt auf die Bahn übertragen, weil dort die Kapazitätseinschränkung bei fehlender Ausrüstung mit LZB oder ETCS schon bei der Zuweisung der Kapazitäten besteht und nicht erst durch Wettereinflüsse entsteht.

Re: Alternativer Denkansatz ...

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 02.12.19 18:33

750 003-6 schrieb:
Thomas_Lammpe schrieb:
Fördern oder verhindern Fahrgastrechte mehr Bahnverkehr? Einerseits ist es natürlich schön und kundenfreundlich, wenn man bei einer Verspätung zumindest etwas Geld zurück erhält. Andererseits muss das Bahnunternehmen diese Entschädigungen plus den Verwaltungsaufwand auf die Preise daraufschlagen ...
Wieso muss das EVU die Entschädigungen auf die Preise draufschlagen?
Anderer - zugegeben total verrückter - Ansatz: Man könnte ja auch versuchen, durch einen stabileren und zuverlässigeren Betrieb die Entschädigungszahlungen zu minimieren. Gut, das Vorhalten von Betriebsreserven kostet Geld, das seinerseits wiederum auf die Preise draufgeschlagen würde - aber der Kunde hätte als echten Mehrwert einen stabileren Betrieb.
Ich fürchte - belegen kann ich es nicht - dass es sich hier um unterschiedliche Größenordnungen handelt. Natürlich kann man Entschädigungszahlungen minimieren, in dem man für pünktliche Züge sorgt. Aber rechnet sich das wirklich, oder ist nicht doch das Zahlen einer Entschädigung betriebswirtschaftlich günstiger? Natürlich wird die Bahn attraktiver, je pünktlicher sie ist und das dürfte immer das Hauptmotiv für mehr Pünktlichkeit sein und weniger das (lästige) Zahlen von Entschädigungen, auch wenn das natürlich Investitionen in Pünktlichkeit ein wenig unterstützen würde. Nur wären dann nicht staatliche Förderprogramme oder Auflagen effektiver, statt mit Entschädigungen auch noch Geld in der Verwaltung zu verlieren, was als Investition in Pünktlichkeit auch sinnvoller eingesetzt werden könnte?

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