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Re: Sachsen: LNVG kommt

geschrieben von: Hannes Kuhnert

Datum: 02.12.19 16:02

MD 612 schrieb:
- Da elektrifiziert man unter finanzieller Beteiligung des Freistaates Sachsen die Strecke Reichenbach - Hof mit der Begründung auf diese Weise eine durchgehende SPNV-Verbindung vom Vogtland nach Leipzig mit Einbindung in das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz und den Citytunnel Leipzig zu ermöglichen und der Vogtländer Kurfürst bestellt weiterhin einen Dieseltriebwagen auf der frisch elektrifizierten Strecke mit Umsteigezwang in Werdau auf die S-Bahn.
Du stellst es so dar, als würde der ZVV aus bloßem Desinteresse keine durchgängigen Züge zwischen Leipzig und Plauen bestellen – oder weil man generell kleine Dieseltriebwagen größeren elektrischen Triebwagen vorziehen würde.

Tatsache ist doch, dass die von der Landesregierung an die – speziell diesen – SPNV-Aufgabenträger ausgereichten Mittel alles andere als reichlich sind. Angesichts der Frage, ob lieber Teile des Vogtlands ihre Bahnerschließung überhaupt verlieren sollen oder ob man auf die Direktverbindung von Plauen und Reichenbach nach Leipzig verzichtet, ist der aktuelle Ansatz nicht der dümmste.

Die Landesregierung muss sich indessen daran messen lassen, wie zügig es gelingt, vom heutigen Interimszustand zu einer echten Lösung zu kommen, natürlich mit durchgehenden Zügen (mindestens) Plauen–Leipzig.

Re: Sachsen: LNVG kommt

geschrieben von: Hannes Kuhnert

Datum: 02.12.19 16:12

burovier zitierte aus dem neuen sächsischen Koalitionsvertrag:
Wir gründen eine Landesverkehrsgesellschaft, die Sächsische Mobilitätsgesellschaft, in der der Freistaat, die Landkreise sowie die kreisfreien Städte als Gesellschafter vertreten sind. Die Anteile an der Gesellschaft halten der Freistaat Sachsen und die kommunale Ebene zu jeweils 50 Prozent.
Bis hierhin dachte ich, diese neue 50:50-Institution würde neuer SPNV-Aufgabenträger werden.

Zitat:
Die kommunalen Vertreter stellen über eine Rückkopplung mit den kommunalen Aufgabenträgern die Umsetzung sicher.
Ist die Landesverkehrsgesellschaft hinsichtlich des SPNV mehr als eine Institutionalisierung der Gespräche zwischen den Zweckverbänden?

Eine wichtige Rolle könnte spielen, dass die Kreise nicht über ihre Zweckverbände, sondern direkt an der Landesverkehrsgesellschaft beteiligt sind. Nicht ganz dumm gemacht!

Re: Sachsen: LNVG kommt

geschrieben von: MD 612

Datum: 02.12.19 16:26

Hannes Kuhnert schrieb:
Du stellst es so dar, als würde der ZVV aus bloßem Desinteresse keine durchgängigen Züge zwischen Leipzig und Plauen bestellen – oder weil man generell kleine Dieseltriebwagen größeren elektrischen Triebwagen vorziehen würde.
Man kann es auch anders formulieren: Ein Vogtlandflügel der S5X scheitert an der Kleingeistigkeit eines Aufgabenträgers, der die ihm gebotene Chance nicht nutzt (nicht nutzen kann). Ich behaupte mal, mit einer Landesverkehrsgesellschaft hätte dieser Vogtlandflügel eine gute Chance, ohne dabei andere Zugleistungen im Vogtland abbestellen zu müssen. Ganz einfach weil die zur Verfügung stehenden Mittel im gesamten Freistaat effektiver eingesetzt werden könnten anstatt in überteuerten Einzelleuchttürmen zu versinken.

Gruß Peter

Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es eh keinen Sinn hat, sich aufzuregen.
Helmut Qualtinger (1928–1986), österreichischer Kabarettist und Schauspieler

Re: Sachsen: LNVG kommt

geschrieben von: Befuerworter

Datum: 02.12.19 17:54

Eine extrem negative Überraschung ist, dass die Strecke Döbeln - Meißen überhaupt nicht erwähnt wird. Dort warten alle nur auf den Startschuss, auch seitens der Politik wurde vor der Wahl der Eindruck erweckt, dass die Reaktivierung kommen wird. Wenn der Koalitionsvertrag dazu keinerlei Aussage macht, könnte man das fast als Absage verstehen, da alle anderen in der Diskussion befindlichen Maßnahmen explizit genannt werden. Höchstens die paar wolkigen Worte zu Reaktivierungen auf Seite 50 lassen vielleicht noch ein Hintertürchen.

Frage: Worin lag bisher der größte Mangel?

geschrieben von: Pilot22

Datum: 03.12.19 10:49

Stellt die Fragen doch einmal andersherum: Der SPNV hat seine Stärken und Schwächen in Sachsen. Erfolgreich ist er dort, wo Kreis- oder Zuständigkeitsgrenzen unsichtbar werden und für die Fahrgäste nicht spürbar. Der RE50 nach Dresden, der RE6 nach Chemnitz und weitere eher längere Züge haben oder verdienen eine hohe Nachfrage. Denn Menschen und deren Bedürfnisse interessieren sich nicht für Kreisgrenzen. Der SPNV läuft im Großen und Ganzen, Reaktivierungen und einzelne Züge (Ausnahmen) gibt es immer.

Was jedoch steifmütterlich auffällt ist das Busnetz. Ob PlusBus oder BlödBus - solange diese nur von einem größeren Ort ins nahe Umland fahren und dann im Nirvana an unsichtbaren (ex)Kreisgrenzen zu verenden, wird die Diskussion über nötige "alternative Bedienformen) oder leere Busse anhalten. Hier muss eine LNVG agieren und den Linien dichte Takte (halbstündlich) und Laufwege verordnen, welche mehrere größere Orte ansteuern und/oder in selbigen beginnen/enden. Beispielhaft: Torgau - Oschatz - Döbeln - Freiberg. Diese Aufgabe wäre die Herausforderunge, Provinzfürsteninteressen und nutzbare ÖPNV-Angebote unter einen Hut zu bekommen. Traumhaft ein Anschluss zur Eisenbahn. Offenbar braucht es in diesem Segment eine Dachorganisation der Aufgabenträger, um deren enge Grenzen überwinden zu helfen.

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