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Re: Attraktivität Bezahlung Tf

geschrieben von: Hamster1975

Datum: 29.11.19 21:17

Hallo,

ja die Privatisierung, ein alter Hut...

Man hat mit den Ausschreibungen angefangen mit der Vision das Monopol DB zu brechen, den ÖPNV moderner, preiswerter und attraktiver zu machen, was zu nächst auch gelang.
Strecken die vor dem Aus standen hatten plötzlich neue Perspektiven, statt ner Ludmilla + 2 Wagen fuhren plötzlich moderne Triebwagen. Durch die Kosten die Eingespart wurden konnten mehr
Verkehrsleistungen bestellt werden und somit auch mehr Fahrgäste in die Züge geholt werden.
Die Realität war auch das man z. B. bewährte Dosto durch Triebwagen ersetzte und nur rechnerisch auf die Kapazität kam.
Am Anfang war auch die Anzahl der EVU auch noch recht übersichtlich, was sich aber bald änderte. D. h. der Preisdruck nahm auch zu und es musste bei den Ausschreibungen auf
"Teufel komm raus" gespart werden. Die einen sparten bei der Fahrzeugbeschaffung die anderen am Personal, mache vielleicht an beiden.
Die privaten EVU haben oft von Tf profitiert, die zurück in ihre alt Heimat gegangen sind bzw.
die keine Perspektive hatten bei ihrem alten EVU noch Heimatnah eingesetzt zu werden. Somit nahmen viele Kollegen lieber in Kauf zu schlechteren Bedingen beschäftigt zu werden,
als eine Doppelte Haushaltsführung und mehrere hundert Km zu pendeln.

Das die Tf überaltert sind, war branchenweit bekannt, doch warum sollte jemand übermäßig Ausbilden? Damit beim Verlust der Ausschreibung die Tfs das nächste EVU B kostenlos erhält,
für welche das EVU A die Ausbildung bezahlt hat... Noch dazu wo das Berufsbild des Lokführers eh einen schlechtes Image hat und in der Wirtschaft auch gerade Leute gesucht werden...

Wohl im Leben nicht...

So kam es wie kommen musste, kaum eine Ausschreibung mit Neufahrzeugen ist sauber angelaufen. Betreiberwechsel von größeren Netzen werden zum Fiasko und Enden im Chaos.
Teure Ersatzverkehre werden auf die Beine gestellt.

Das was wir heute und hier im Nahverkehr sehen, wie sich EVUs im Wettbewerb "zerfleischen", egal wie, Hauptsache die Ausschreibung gewonnen, ob wir das überhaupt leisten und Fahren können
ist erst einmal egal, wird schon werden, ist somit die Bankrotterklärung von diesem Ausschreibungssystem. Am deutlichsten gerade in BW sichtbar.
Wir gründen Tf und Fahrzeugpool für versaute Ausschreibungen.
Die Frage ist ob dies alles billiger ist, als die weiter oben beschriebenen schwarzen Löcher von damals zu stopfen, oder ob man heute das Geld in Fässer ohne Boden statt in diese schwarzen Löcher investiert.

Was sieht der Mitarbeiter des EVUs an der Basis wenn eine Ausschreibung in die Binsen geht?! Er sieht in den meisten Fällen, das die gleiche Arbeit noch vorhanden ist, diese aber zu schlechteren Bedingungen
erledigt werden muß.

D.h. nicht unbedingt das der Lohn geringer ist, es sind vielleicht soziale Aspekte, was passiert z. B. wenn ich morgen keine Tauglichkeit mehr habe. ect. ect.
So geben viele Mosaiksteine das Bild und jeder muß für sich selbst entscheiden was er macht.

An den Kommentaren kann hier schon deutlich erkennen wer damit was zu tun hat, oder nur glaubt er hat Ahnung...

Zitat: Otto von Bismarck

>> "Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel
der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." <<

Re: Attraktivität Bezahlung Tf

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 29.11.19 21:50

TatraT4D-M2131 schrieb:
Also zumindest im Güterbereich kann ich keinen Lokführermangel erkennen. Hocken doch in jedem ICE ein Dutzend oder mehr Tf auf Gastfahrt.
Ist halt doof wenn der Hamburger nach Köln und der Dresdner nach Nürnberg zum Dienstbeginn muss. Oder erst mal 100km LZ Fahrt anfallen, weil dort wo der Zug steht alle Loks eine falsche Farbe haben.

Aber bevor dieses volkswirtschaftlich irrationale Kleinklein behoben wird, wird wahrscheinlich sprichwörtlich die Welt untergehen.
Mit dem ach so tollen Wettbewerb und den 400 Plus x EVUs hat man dieses Kleinklein dich erst zementiert?! Hat nur von den Verantwortlichen keiner verstanden...

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Bitte mal die Schallplatte wechseln

geschrieben von: Schaffner77

Datum: 30.11.19 01:22

[quote=Ben.Skye schrieb:
Ein regelmäßiger Arbeitsplatzwechsel trägt zur größeren persönlichen und privaten Zufriedenheit bei. Deswegen rät man privaten und öffentlichen Arbeitgebern auch, Mitarbeiterwechsel zu anderen Arbeitgebern zu erleichtern und regelmäßige Arbeitsplatzwechsel = wesentliche Änderung der Tätigkeitsbeschreibung (ca. alle 5-10 Jahre) innerhalb von Unternehmen zu fördern. In Ländern mit progressiven Gewerkschaften (Skandinavien z.B.) sehen auch diese das so.


Was ist denn das für ein Käse ,was du hier von dir gibst.Ich kenne Leute ,die haben 45 Jahre in einer Firma gearbeitet.Nicht immer auf dem selben Arbeitsplatz,aber immer in der selben Firma.Wenn man alle fünf Jahre den Arbeitsplatz (möglichst noch einhergehend mit Ortswechsel) wechseln soll,dass bringt extreme Unruhe ins Familienleben.Und kostet meist viel Geld durch den Umzug von Ort zu Ort. Was passiert denn zum Beispiel,wenn mit den Eltern und Schwiegereltern mal was passiert und man wohnt seit dem letzten Arbeitsplatzwechsel 600km entfernt?? Ne ne zur grösseren persönlichen Zufriedenheit trägt sowas garantiert nicht!!! bei.Sowas streßt nur extrem die Familie. Das ist gequirlter Müll was du hier schreibst. Ich weiß wovon ich rede... Ausserdem sind wir Arbeitnehmer keine Mänätscher,die man nach zwei Jahren zum Teufel jagen kann,da sie eh nur verbrannte Erde hinterlassen wenn sie gehen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.19 01:48.

Volle Zustimmung Herr Schaffner! (o.w.T)

geschrieben von: D 895

Datum: 30.11.19 04:37

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Bitte mal die Schallplatte wechseln - downgrade Familie

geschrieben von: PeGe

Datum: 30.11.19 11:19

[quote=Schaffner77 schrieb:]
[quote=Ben.Skye schrieb:
Ein regelmäßiger Arbeitsplatzwechsel trägt zur größeren persönlichen und privaten Zufriedenheit bei. Deswegen rät man privaten und öffentlichen Arbeitgebern auch, Mitarbeiterwechsel zu anderen Arbeitgebern zu erleichtern und regelmäßige Arbeitsplatzwechsel = wesentliche Änderung der Tätigkeitsbeschreibung (ca. alle 5-10 Jahre) innerhalb von Unternehmen zu fördern. In Ländern mit progressiven Gewerkschaften (Skandinavien z.B.) sehen auch diese das so.


..... ". Was passiert denn zum Beispiel,wenn mit den Eltern und Schwiegereltern mal was passiert und man wohnt seit dem letzten Arbeitsplatzwechsel 600km entfernt?? Ne ne zur grösseren persönlichen Zufriedenheit trägt sowas garantiert nicht!!! bei."...
[/quote]
Hallo Schaffner77,
Da kann ich nur zustimmen. Als Ergänzung noch folgender interessanter Punkt.
Vor ein-zwei Monaten war ein dazu passender Artikel in dar Braunschweiger Zeitung. Es ging um das Zusammenleben in der Familie in der heutigen Zeit und mit dem Fazit, das die Familie immer mehr zur WG verkommt.
Passt aber zu den von Dir angemahnten Zeilen.

Nachdenkliche Grüße
PG

Re: Attraktivität Bezahlung Tf

geschrieben von: junglok13

Datum: 30.11.19 12:12

meister-röhrich schrieb:
Ich hatte selber vor weit über zehn Jahren mich bei einer NE (vertrauenswürdig) beworben und was man damals mir zahlen wollte schreckte mich eher ab als dass ich es als angemessene Bezahlung ansah. Da ich einige Tf kenne nenne ich das Gehalt der meisten Lokführer Almosen! Es ist bemerkenswert, dass zu diesen Tarifen überhaupt noch Leute diesen verantwortungsvollen Beruf ausführen.
Da gibt es weit aus verantwortungsvollere Berufe die noch wesentlich schlechter bezahlt werden. Was mich ehrlich total geschockt hat war, dass jemand in der Rettungsleiststelle, also da wo es wirklich um Leben und Tod geht, 20 % weniger verdient als eine Supermarktkassiererin, dazu noch schlechtere Zuschlagsregelungen.
Klar haben die Menschen auch viel Freizeit, denn es klinget nicht jede Minute wie im Fernsehen das Telefon, aber dennoch, als ich den Preis von einer Freundin gehört habe, die sich dort bewarb, dachte ich nur: Oh mein Gott, was sind wir für schreckliche Menschen, dass uns solch eine eigentlich selbstverständliche Dienstleitung so wenig Wert ist. Man muss die Menschen die dort arbeiten eigentlich nur bewundern, den Job machen sie sicherlich nicht wegen des Geldes, sondern aus Pflichtbewusstsein und wohl etwas verkorkstem Helfersyndrom, anders kann man es nicht glauben. Jedenfalls bin ich aus allen Wolken gefallen, dass die Männer und Frauen in der Rettungsleiststelle nur etwas mehr als eine Bäckereiverkäuferin bekommen.

Re: Bitte mal die Schallplatte wechseln -

geschrieben von: Pio

Datum: 30.11.19 13:32

Die erläuterten ständigen Jobwechsel haben wir doch in bestimmten Kreisen schom.
Kariergeilheit, jede noch nur so kleine Chance auf einen Aufstieg nutzen. Koste es was es wolle.
Da sind Lebenspartner, Freunde, Familie und vieles andere vollkommen egal.
Und in jeder neuen Funktion gibt es keine Bindung auf längere Zeit. Kurfristig "Erfolge" feiern welche die weitere Kariere befördern.
Das bringt dann auch keine strategischen Gedanken welche auf Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und Perspektive ausgelegt sind.
Wenn der Laden auf Grund der Kurzfristigkeitssanierungsstrategien am zusammenbrechen ist, ist man schon wieder woanders im nächsten Job.
Der Nachfolger kann den Laden noch evtl. irgendwie retten oder auch nicht. Auf der Strecke bleiben die "kleinen" Mitarbeiter.
Und bei den ständigen wechsel der Führungseliten mit ihren ständigen Umstrukturierungsmaßnahmen hält die Mitarbeiter auch immer schön in Unruhe.
Und bei Angst um den weiteren Bestand des Arbeitsplatz und den damit oft auch anstehenden Auslesemaßnahmen, kann man diese Mitarbeiter auch
immer schön gefügig halten.
Nun hat sich das Rad der Geschichte aber in den letzten 30 Jahren von Angst um den Arbeitsplatz, auf Angst vor nicht zu besetzenden Stellen weitergedreht.
Und da möchte der ach so geneigte Arbeitgeber bitte Personal, welches noch gewisse Ängste in sich trägt. Erfahrung mit längerer Arbeitslosigkeit und dem erneuten Eintreten dieser. Diesen Leuten kann man mit Probezeit 1 und Verlängerung 2 oder 3 wegen nichtiger Dinge immer auf Arbeitgeberhörigkeit trimmen.
Selbstbewuste Bewerber auf diesen Knochenjob erscheinen da schon fast suspekt.
Außerdem ist ja die Ausbildung auf Kosten des Steuerzahler auch in der Betriebswirtschaft viel besser darzustellen.
Und wenn mir etwas nichts gekostet hat, kann man es auch schnell entsorgen. Vom Bildungskostenträger kann man sich ja Nachschub hohlen.
Am besten nicht nur mit Bildungsgutschein, sondern auch noch mit entsprechender Förderung der Entlohnung wegen Langzeitarbeitslosigkeit über einen bestimmten Zeitraum.
Und da kann man sich anschließend oder vorher um öffentliche Aufträge bewerben.
Die Chancen sind groß, da man ja sehr Preiswert anbieten kann.
Aber wer spart ??? Erst einmal der Aufgabenträger der Ausschreibung.
Aber wer zahlt ??? Die öffentliche Hand aus einer anderen Kasse.
Wer verliert ??? Die öffentliche Hand, welch ja oh staune, auch der Aufgabenträger der Ausschreibung ist. Die Mitarbeiter welche in diesen Maßnahmen sind. Die Kunden, welche die Auswirkungen dieses Systems immer öfter zu spüren bekommen. Und was das Thema Sicherheit des Betriebs angeht möchte ich mich lieber nicht weiter einlassen.
Wer gewinnt ??? Kein Privates Unternehmen führt einen Auftrag ohne Gewinnabsichten durch. Also bewirbt sich dieses auch nicht, wenn nicht gewisse Gewinnerwartungen
erfüllt werden oder zu erwarten sind. Wie und unter welchen Bedingungen diese Gewinnerwartungen erfüllt werden können ist recht unterschiedlich.
Da kann man ja auch schon mal ein " externer" Bildungsträger vorgeschaltet werden. Und es gibt auch schon Unternehmen welche uns wegen nicht erfüllter Gewinnerwartungen wieder verlassen haben. Ja und wer sonst noch so alles gewinnt, wird bewußt auch im dunklen bleiben.

Welches Unternehmen muß keine Gewinne machen, sondern sollte "nur" Kostendeckend arbeiten ???
Bleibt eigentlich nur die Frage wer verhindert das wie und warum ???

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.19 17:26.

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