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In Rastatt bahnt sich die nächste Posse in Sachen Fehlplanung der Eisenbahninfrastruktur an: Die Rampen zum Rastatter Tunnel werden dereinst die steilsten auf dem ganzen Weg zwischen Rotterdam und Genua sein. Folge: Schwere Güterzüge können den Tunnel nicht nutzen und müssen weiterhin durch die Stadt fahren.

Details: Badische Nachrichten


Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
...behauptet Sven Andersen, "pensionierter Eisenbahningenieur und passionierter Bahnkritiker".

Schlauberger wie hier also. Es geht um 20 Meter Höhenunterschied, max. 12 Promille Steigung bedeutet also eine Strecke von ca, 1,5 km Länge.

War das nicht absehbar?

geschrieben von: Renntrabbi

Datum: 21.11.19 11:32

Wenn man sich den Anschluss des Tunnels anschaut, wird relativ deutlich, für welchen Verkehr er gebaut ist: Für den Schnellen Personenfernverkehr.

Auf der Südseite mündet er in die Schnellfahrstrecke Richtung Offenburg und auf der Nordseite in die Strecke nach Karlsruhe über Durmersheim ("links rum").
Die Zufahrt von der "Langsamen" Strecke aus Richtung Offenburg ist nur über Weichen möglich und die Fahrt aus dem Tunnel Richtung Ettlingen West (und andersrum) überhaupt nicht.

Klar, es fahren auch heute einige Güterzüge über die Schnellfahrstrecke und Durmersheim, aber die Hauptlast im Güterverkehr geht schon heute über "Langsam"-Ettlingen West. Warum sollte man das auch auf Krampf ändern? Eine Maßgabe "alle Gz durch den Tunnel" würde nur die Kapazität sinnlos einschränken.

Der größte Teil der Eisenbahn in Rastatt führt übrigens durch Gewerbegebiete und Wald, und in der Kernstadt wurde in den letzten Jahren einiges an Lärmschutzwänden aufgestellt.

Dass man da plötzlich eine Schlagzeile draus macht, hat seinen Hintergrund wohl doch in den Absatzzahlen...

"Zugausfälle wegen Personalmangels wird es nicht geben, weder im Personen- noch im Güterverkehr."

- Martin Seiler, DB-Vorstand Personal und Recht am 5. Juni 2018 im Interview mit der WirtschaftsWoche
M 262 schrieb:Zitat:
Es geht um 20 Meter Höhenunterschied, max. 12 Promille Steigung bedeutet also eine Strecke von ca, 1,5 km Länge.
Die NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar beispielsweise hat auch die Vorgabe von maximal 12,5 Promille Steigung. 12,3 Promille wäre somit durchaus zulässig.
In Bereichen, wo Güterzüge zum Halten kommen können und daher wieder anfahren müssen, ist natürlich eine geringere Steigung anzuwenden. Dann sinkt die Maximalsteigung bspw. auf 8 oder 10 Promille.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
M 262 schrieb:
...behauptet Sven Andersen, "pensionierter Eisenbahningenieur und passionierter Bahnkritiker".

Schlauberger wie hier also. Es geht um 20 Meter Höhenunterschied, max. 12 Promille Steigung bedeutet also eine Strecke von ca, 1,5 km Länge.
Andersen (pensionierter Eisenbahningenieur): „[…] ein Drittel der Züge zu schwer sind für die Fahrt durch den […] Rastatter Tunnel“
Breßmer (DB-Sprecher), „zwei Drittel aller Güterzüge können den Rastatter Tunnel nutzen.“

Re: War das nicht absehbar?

geschrieben von: bauigel

Datum: 21.11.19 11:49

Renntrabbi schrieb:
Die Zufahrt von der "Langsamen" Strecke aus Richtung Offenburg ist nur über Weichen möglich
Über welche Weichen?

Mein letzter Stand ist, dass es für diese Relation es im Endzustand keine Weichen geben wird, weil nach Ansicht des Verkehrsministeriums unwirtschaftlich (durch diverse bahnexterne Stellungnahmen / Gutachten - auch des hier oft hochgelobten BRH - untermauert).

Auch in Richtung Norden?

geschrieben von: TorbenHoffman

Datum: 21.11.19 11:50

Ich hätte jetzt gedacht, dass die Fahrt nach Norden durch die langgezogene Ausfahrt vielleicht sehr flach erfolgt, während man im Süden natürlich "schneller" hoch muss, um noch Richtung Altbaustrecke wechseln zu können. Also vielleicht betrifft das nur südwärtsfahrende Züge ;)

Insgesamt wird heute zumindest tagsüber die Strecke über Durmersheim eher für den FV verwendet. Nach Tunnelfertigstellung bedeutet Tunnel = Durmersheim. Also sprechen wir ohnehin nur vom nächtlichen Güterzugverkehr, oder?
aber ich versteh jetzt das größte Problem nicht an der Sache, nur wenn ein Zug stoppen würde wäre es ein Problem, man kennt ja solche Videos aus Österreich wo ein wieder anfahren in den Alpen nicht klappt, aber wenn man durchrollt ist es höchstens ein kleiner Geschwindigkeitseinbruch und für die paar Meter dürfte das doch kein Thema sein

Ist dies ein Problem?

geschrieben von: JumpUp

Datum: 21.11.19 12:05

In Rastatt gibt es ja heute oberirdisch keine Steigungen, die Strecke verläuft recht flach von Karlsruhe bis Basel.
Den Tunnel werden insbesondere die ICE-Züge nutzen, wodurch die freiwerdende Kapazität oberirdisch vom Nah- und Güterverkehr genutzt werden kann.
Rein aus der Streckenkapazität her wird es doch nie notwendig, oder gar möglich sein, sämtliche nicht in Rastatt anhaltenten Verkehre (FV / GV) durch den Tunnel zu schicken.

Man darf nicht vergessen, der Tunnel ist nur über die westliche Strecke (Durmersheim) in Richtung Norden angebunden.
Güterverkehr über Ettlingen muss sowieso oberirdisch durch Rastatt.
Hahahahahahahahahahahaha, sorry, aber das brach gerade aus mir heraus!
Mumpitz:

Wie man in der Streckendatenbank nachlesen kann, ist das bei den SBB auch in etwa in dieser Grössenordnung. Heute ohne Ceneri ist das noch bei über 20 Promillen
[www.google.com]
Wenn man dereinst also durchgehend mit einer Lok fahren will, kommen diese Steigungen auch sonst noch vor.
Gruss leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:11:21:12:24:17.
Black Eyed schrieb:
M 262 schrieb:Zitat:
Es geht um 20 Meter Höhenunterschied, max. 12 Promille Steigung bedeutet also eine Strecke von ca, 1,5 km Länge.
Die NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar beispielsweise hat auch die Vorgabe von maximal 12,5 Promille Steigung. 12,3 Promille wäre somit durchaus zulässig.
In Bereichen, wo Güterzüge zum Halten kommen können und daher wieder anfahren müssen, ist natürlich eine geringere Steigung anzuwenden. Dann sinkt die Maximalsteigung bspw. auf 8 oder 10 Promille.
Es geht doch nicht darum, was "zulässig" ist, sondern darum, dass auf der gesamten Reststrecke durch Europa diese Steigungen sonst nicht vorkommen und entsprechend schwere Güterzüge ohne Probleme dort fahren können - bis eben dort, wie die Bahn es ja im Artikel selbst bestätigt. Eine kurzzeitige Ersparnis bei der Rampenlänge sorgt also für eine Einschränkung auf Dauer.

Re: Ist dies ein Problem?

geschrieben von: DieMurgtalbahn

Datum: 21.11.19 12:25

JumpUp schrieb:
Rein aus der Streckenkapazität her wird es doch nie notwendig, oder gar möglich sein, sämtliche nicht in Rastatt anhaltenten Verkehre (FV / GV) durch den Tunnel zu schicken.
Hallo,

tagsüber stimmt das natürlich, dass nicht alle Fern- und Güterzüge durch den Tunnel fahren können. Aber gerade nachts, wenn kein Fernverkehr fährt, könnten problemlos alle Güterzüge durch den Tunnel fahren, das würde halt Rastatt und die anderen Orte an den beiden Strecken vom Lärm entlasten.

Wird der Abschnitt Karlsruhe Hbf - Abzw. Basheide eigentlich viergleisig ausgebaut?

Grüße
graetz schrieb:
Black Eyed schrieb:
M 262 schrieb:Zitat:
Es geht um 20 Meter Höhenunterschied, max. 12 Promille Steigung bedeutet also eine Strecke von ca, 1,5 km Länge.
Die NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar beispielsweise hat auch die Vorgabe von maximal 12,5 Promille Steigung. 12,3 Promille wäre somit durchaus zulässig.
In Bereichen, wo Güterzüge zum Halten kommen können und daher wieder anfahren müssen, ist natürlich eine geringere Steigung anzuwenden. Dann sinkt die Maximalsteigung bspw. auf 8 oder 10 Promille.
Es geht doch nicht darum, was "zulässig" ist, sondern darum, dass auf der gesamten Reststrecke durch Europa diese Steigungen sonst nicht vorkommen und entsprechend schwere Güterzüge ohne Probleme dort fahren können - bis eben dort, wie die Bahn es ja im Artikel selbst bestätigt. Eine kurzzeitige Ersparnis bei der Rampenlänge sorgt also für eine Einschränkung auf Dauer.
Was nicht stimmt. Wer aber diesem Käseblatt glaubt...

MfG

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Matthias Muschke schrieb:graetz schrieb:
graetz schrieb:
Black Eyed schrieb:
Die NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar beispielsweise hat auch die Vorgabe von maximal 12,5 Promille Steigung. 12,3 Promille wäre somit durchaus zulässig.
In Bereichen, wo Güterzüge zum Halten kommen können und daher wieder anfahren müssen, ist natürlich eine geringere Steigung anzuwenden. Dann sinkt die Maximalsteigung bspw. auf 8 oder 10 Promille.
Es geht doch nicht darum, was "zulässig" ist, sondern darum, dass auf der gesamten Reststrecke durch Europa diese Steigungen sonst nicht vorkommen und entsprechend schwere Güterzüge ohne Probleme dort fahren können - bis eben dort, wie die Bahn es ja im Artikel selbst bestätigt. Eine kurzzeitige Ersparnis bei der Rampenlänge sorgt also für eine Einschränkung auf Dauer.
Was nicht stimmt. Wer aber diesem Käseblatt glaubt...
Exakt! Genau deswegen habe ich ja geschrieben, dass dies tatsächlich im weiteren Streckenverlauf genauso gehandhabt wird. Übrigens auch zwischen Gelnhausen und Kalbach (ABS/NBS Hanau-Würzburg/Fulda)...

Manchmal muss man die Aussagen von Andersen mit Vorsicht genießen. Sie können durchaus destruktive Wirkungen auf den Bahnnetzausbau haben.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Was ist mit den 25 Promille auf der Betuweroute? Okay, Wiki schweigt dazu, aber reel sind diese doch vorhanden!?
Die schreiben hier, dass es im Rastatter Tunnel eine Steigung von 12 ‰ geben wird. Die massgebende Steigung zwischen Basel und Chiasso beträgt ebenfalls 12 ‰ und befindet sich am Bözberg. Daran wird sich auch nichts ändern. Auf der Nord-Süd-Achse sind Güterzüge also generell von der Bespannung her auf eine Steigung von 12 ‰ auszulegen. Und somit stellt der Rastatter Tunnel auch kein Problem dar. Was über die Gotthardachse fahren kann, kann auch durch den Rastatter Tunnel fahren.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Ist dies ein Problem?

geschrieben von: kmueller

Datum: 21.11.19 13:09

DieMurgtalbahn schrieb:
tagsüber stimmt das natürlich, dass nicht alle Fern- und Güterzüge durch den Tunnel fahren können. Aber gerade nachts, wenn kein Fernverkehr fährt, könnten problemlos alle Güterzüge durch den Tunnel fahren, das würde halt Rastatt und die anderen Orte an den beiden Strecken vom Lärm entlasten.
Die Anwohner wird es freuen, daß man selektiv die schwersten Güterzüge durch die Stadt schickt.

Re: Ist dies ein Problem?

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 21.11.19 13:19

kmueller schrieb:
DieMurgtalbahn schrieb:
tagsüber stimmt das natürlich, dass nicht alle Fern- und Güterzüge durch den Tunnel fahren können. Aber gerade nachts, wenn kein Fernverkehr fährt, könnten problemlos alle Güterzüge durch den Tunnel fahren, das würde halt Rastatt und die anderen Orte an den beiden Strecken vom Lärm entlasten.
Die Anwohner wird es freuen, daß man selektiv die schwersten Güterzüge durch die Stadt schickt.
Hilft zwar nicht wirklich, aber: Insgesamt wird es ja doch ruhiger, da eine Großzahl der Züge eben nicht "durch die Stadt" verkehrt. Und überhaupt: So viel "durch die Stadt" ist da nicht, da überirdisch ja kein anderer Fahrweg eingenommen wird.

(Hervorhebung von mir)

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"

Schaut doch mal vorbei:
[www.mec-loerrach.de]
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Re: Was ist mit den 25 Promille auf der Betuweroute?

geschrieben von: kmueller

Datum: 21.11.19 13:23

Stückgut-Schnellverkehr schrieb:
Was ist mit den 25 Promille auf der Betuweroute? Okay, Wiki schweigt dazu, aber reel sind diese doch vorhanden!?
Das ist eine reine Güterstrecke, so daß es höchst unwahrscheinlich ist, daß ein Zug auf einer solchen Rampe zum Stehen kommt. Die Signalisierung nimmt darauf Rücksicht. Schwungfahren über 20m Höhenunterschied ist kein Problem.

Es gibt im NS Netz eine Reihe kurzer Steigungen der Größenordnung 2%-2.5%, um auf eine Brücke zu gelangen. Ich wüßte allerdings keine mit einem Höhenunterschied von 20m. Bei 10m Höhenunterschied und 2.5% Steigung wäre die Rampe 400m lang, d.h. es gibt nur wenige schwere Güterzüge, die sich komplett auf der Rampe befinden können. Aus Sicherheitsgründen hatten allerdings längere Zeit solche Züge auf der Mischverkehr-Altstrecke von Rotterdam nach Venlo neben der Ellok zusätzlich Diesel-Buster als Reserve für solche kritische Abschnitte (bei Dordrecht gibt es auf dieser Route noch eine relativ hohe Brücke, damit sie für kleinere Küstenschiffe nicht geöffnet werden muß; vor der Eintunnelung der Stadtstrecke Rotterdam gab es dort eine weitere).
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