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Nach der Vergabe des Teilnetz Ring + Südost steht in Berlin bekanntlich die Ausschreibung und Vergabe der beiden Teilnetze Stadtbahn (Ost-West) und Nord-Süd als nächstes auf dem Plan.

Nachdem die Rahmenbedingungen beim Teilnetz Ring + Südost ja letztlich so in die Hose gegangen sind, dass es zum Schluss keinen Wettbewerb gab und man mit der DB einen sehr hohen Kilometerpreis abgeschlossen hat, waren die Rahmenbedingungen für die beiden kommenden Vergaben ein langer Streit in der rot-rot-grünen Berliner Koalition.

Peter Neumann von der Berliner Zeitung berichtet heute, dass sich der Koalitionsausschuss geeinigt habe, so dass kommenden Dienstag der Senat den Start der Ausschreibung beschließen könnte:
[www.berliner-zeitung.de]

Er schreibt u.a.:
Zitat
Neu ist, dass sich Firmen nur für die Bereitstellung oder nur für den Betrieb der Züge bewerben können – oder wie bisher üblich für beides. Sie können nur für die Stadtbahn oder nur für Nord-Süd ein Angebot abgeben – oder für beide Teillose. Neun Kombinationen wären möglich. Das Konzept ermögliche einen fairen Wettbewerb um die S-Bahn - ein Novum, hieß es in der Senatsverwaltung, wo man stolz auf den erzielten Kompromiss ist.

Bei dem Kombinationsmodell wird es bleiben, sagte Sven Heinemann. Allerdings ist die zeitweise diskutierte Loslimitierung nun endgültig vom Tisch.

[...]

Bekräftigt wurde auch, dass das Land Berlin einen landeseigenen Fahrzeugpool gründet. Das bedeutet, dass alle neuen S-Bahnen der übernächsten Generation ins Eigentum des Landes übergehen werden.

[...]

Zwar sind Ideen, die Traktionsspannung auf 1200 oder 1500 Volt zu erhöhen, wieder vom Tisch. Zuletzt wurde aber debattiert, ob nicht breitere Einstiegstüren vorgesehen werden sollten, um die barrierefreie Nutzung der neuen S-Bahnen zu erleichtern. Die Rede war von 1,40 Meter. Zum Vergleich: Bei der Baureihe 481/482, die heute das Gros der Berliner S-Bahn-Flotte bildet, sind die Einstiegstüren 1,35 Meter breit.

Bei der neuen Baureihe 483/484, die derzeit von Siemens und Stadler gebaut wird und die ab Anfang 2021 in Berlin unterwegs sein soll, sind es 1,30 Meter. Nun heißt es, dass die Anforderungen so gestaltet werden, dass sie auch von diesem S-Bahn-Typ erfüllt werden können - genauer gesagt von der Baureihe 484, die nun Ausgangsbasis für eine Weiterentwicklung der S-Bahn-Flotte werden soll.

[...]

Die Koalition einigte sich auch auf Vorgaben, wie mit den jetzigen Beschäftigten des DB-Unternehmens S-Bahn Berlin GmbH verfahren wird. „In den Vergabeunterlagen werden zahlreiche Punkte zur Absicherung der Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verankert“, so Heinemann. Klar sei, dass neue Werkstatt- und Zugbetreiber Personal übernehmen müssen – zum Beispiel Triebfahrzeugführer und Techniker, die für den S-Bahn-Betrieb unabdingbar sind. [...]

Noch zu diskutieren sei aber, auf welche weiteren Berufsgruppen diese Pflicht ausgedehnt wird.

[...]

Doch wo sollen die neuen Berliner S-Bahnen gewartet und instand gehalten werden? Klar ist, dass auf einem landeseigenen Grundstück nahe der Schönerlinder Straße im Norden des Bezirks Pankow ein Werk entstehen soll – nicht nur für die leichte, sondern auch für die schwere Instandhaltung. Doch ein zweiter Werkstattstandort sei auch am Donnerstagmorgen im Koalitionsausschuss nicht verbindlich festgeschrieben worden, bemängelte Sven Heinemann.

[...]

Das geplante S-Bahn-Vergabeverfahren soll in diesem Jahr beginnen. Derzeit rechnen die Planer für das vierte Quartal 2021 mit einer Entscheidung.

Ich persönlich bedaure es, dass es keine Loslimitierung gibt, weil meiner Meinung nach diese im Bereich des VBB-Regionalverkehrs aus einem schwierigen Monopol eine funktionierende Wettbewerbslandschaft hervorgebracht hat und ich mir diese auch für den S-Bahn-Verkehr wünsche.

Ich teile nicht die EVG-Ansicht, dass die S-Bahn nur funktionieren kann, wenn alles aus einer Hand kommt.
(die große S-Bahn-Krise hat in meinen Augen ja bewiesen, wie problematisch Monopole sind - als ein Monopolist meinte, er könne versuchen, den letzten Cent aus dem Betrieb zu quetschen, weil ihn ja niemand kontrolliert... selbst das EBA wurde in relevanten Fragen falsch oder gar nicht informiert!)
Hallo zusammen,

da kann man Berlin diesmal nur die Daumen drücken, dass die Ausschreibung diesmal auch bis zum Ende den Namen verdient.

Im Übrigen sollte sich die DB mit der verhinderten Loslimitierung nicht zu früh freuen, denn damit ist auch das Szenario möglich, dass man am Ende ganz mit leeren Händen dasteht!? Mit Limitierung würde immerhin eine sehr sehr große Chance bestehen, zumindest 1 Los weiterhin zu betreiben. Falls es wirklich zu einem Betreiberwechsel käme, läge zudem das Risiko der Betriebsaufnahme bei einem einzigen Anbieter. Beim VRR dürfte man aktuell ganz glücklich drüber sein, dass die Eurobahn nicht beide Lose gewonnen hat ;)

Grüße
stellwerk_wf
Moin,

ja, das Modell VRR ist bestens, in allen Lagen, 2 Fahrzeugbaureihen, die nicht kompatibel zu einander sind, geniale Idee, besonders wenn es mal Probleme gibt und es scheint ja gleich zu Betriebsbeginn, welche zu geben. Und egal ob eurobahn oder die Staatsbahnen der Niederlande, beide kommen ohne den Altbetreiber nicht aus! Sonst käme es gleich zu beginn zu Zugausfällen.
gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
Moin,

klingt ja alles schön und gut, aber wenn die Personale nicht übernommen werden, das ganze durchs Land abzufangen wird lustig werden und garantiert ein Bumerang werden für den Senat. Auch für den Rest sehe ich noch viel Rede bedarf und reichlich Papierkrieg, wenn es zwischen Betrieb und Wartung zu verschiedenen Anbieter kommen wird und wo das enden kann, sieht man auf der Marschbahn.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
Es war beim VRR doch gar nicht erlaubt beide Lose zu gewinnen. Mit den beiden Ausschreibungen für die S-Bahn Rhein Ruhr war somit die DB von Anfang an zu 50% aus dem Rennen gewesen. Hatte der VRR doch als Anti Bahn Fan geschickt eingefädelt.
weil meiner Meinung nach diese im Bereich des VBB-Regionalverkehrs aus einem schwierigen Monopol eine funktionierende Wettbewerbslandschaft hervorgebracht hat und ich mir diese auch für den S-Bahn-Verkehr wünsche

Bloß nicht, das ist ein Modell von gestern oder vorgestern. Je mehr Verkehrswenden-ÖPNV-Nutzer wir auf die Schiene holen wollen, um so weniger können wir uns noch NWB/Eurobahn/Städtebahn/Abellio/DB Regio-Negativeffekte leisten, die aus einer sich gegenseitig unterbietenden Billigrechnerei resultieren. Mit diesen Effekten meine ich die unzähligen unschönen Meldungen über Minder- und Schlechtleistungen oder reihenweise Ausfälle bis hin zur Betriebseinstellung.

Ich fordere Landesbahnen, die das Geld bekommen, das sie solide wert sind!

Gruß, Olaf

(,“)
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.11.19 02:00.
Hallo,

Von welcher Wettbewerbslandschaft im Regionalverkehr des VBB schreibst Du in Deinem Beitrag ? Im normalen Alltagsverkehr hat sich das Thema Wettbewerb doch erledigt, wenn die Verkehrsdienstleister die vertraglich vereinbarten Verkehrsdiensleistungen erbringen. Ausserdem haben doch der Fahrgast oder Reisende keinen Einfluss auf die Ausschreibung und Vergabe. Letztendlich wirken sich die Ausschreibung und Vergabe teilweise sogar negativ auf die landesübergreifenden Verkehre aus.

Seitdem man die DB AG dem Mehdorn und Co. überlassen hat, wird Alles in Netz und Betrieb kaputt gespart bis zum geht-nicht-mehr. Daher muß ein Land Berlin die Bahn quasi neu erfinden und dem bisherigen DB-Gebahren gegenüberstellen. Was quasi den Wiederaufbau der S-Bahn-Sparte der BVG von 1984 bis 199X bedeutet. Das kostet eine Menge Zeit und Geld und ist nicht jedeM EntscheidungsträgerIn so zu vermitteln.


Grüße vom ex-Wuppertaler

TW 239
Die Geschichte des tollen Senats und der BVG und der Wiederaufbau der S - Bahn in Berlin West nervt.
Bei den Deutschlandverträgen anfang der 1970'ee Jahre wehrte sich der Senat mit Händen und Füssen zu einer Regelung der S Bahn.
Die Schatztruhe Bonn hat die S -Bahn wiederaufgebaut, dabei auch noch Gelder abgezweigt für die U Bahn und die BVG war heilfroh , das Sie die S Bahn ab 1990 schrittweise wieder abgab.
Und die jetzige Ausschreibung ist mal wieder ein toller Witz, aber das liegt an den Witzbolden der Grünen Partei.
Nach der Katastrophe von 2009 hat sich vieles zum positiven Verändert.
Und zum damaligen kaputt Wirtschaften nutzte man eine Senatsstudie.
Der Berliner Eisenbahn-Nahverkehr ist ein über 150 Jahre gewachsenes homogenes System, das von weitsichtigen Entscheidungsträgern gestaltet wurde und durch all die Jahrzehnte trotz Krieg und Bomben, Streiks und Teilungen ganz hervorragend funktioniert hat. Der Niedergang setzte erst ein, als von völlig Ahnungslosen die Forderung aufkam, daß auch die S-Bahn bitteschön Gewinn zu erwirtschaften habe. Offenbar hat man aber überhaupt nichts aus dem daraus folgenden Desaster vor zehn Jahren gelernt, denn anders ist nicht zu erklären, daß man heute der Meinung ist, wenn man dieses System endgültig zerschlägt, wird es besser.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

stellwerk_wf schrieb:
Hallo zusammen,

da kann man Berlin diesmal nur die Daumen drücken, dass die Ausschreibung diesmal auch bis zum Ende den Namen verdient.

Im Übrigen sollte sich die DB mit der verhinderten Loslimitierung nicht zu früh freuen, denn damit ist auch das Szenario möglich, dass man am Ende ganz mit leeren Händen dasteht!? Mit Limitierung würde immerhin eine sehr sehr große Chance bestehen, zumindest 1 Los weiterhin zu betreiben. Falls es wirklich zu einem Betreiberwechsel käme, läge zudem das Risiko der Betriebsaufnahme bei einem einzigen Anbieter. Beim VRR dürfte man aktuell ganz glücklich drüber sein, dass die Eurobahn nicht beide Lose gewonnen hat ;)

Grüße
stellwerk_wf
Hallo zusammen,

ich hoffe, dass die Linien bei der S-Bahn Berlin GmbH bleiben, denn die gehört zu Berlin wie der Senf zum Würstchen.

Viele Grüße
Moritz
Pesa Link schrieb:Zitat:
Hallo zusammen,

ich hoffe, dass die Linien bei der S-Bahn Berlin GmbH bleiben, denn die gehört zu Berlin wie der Senf zum Würstchen.
... wie gut, dass ich Würstchen grundsätzlich ohne Senf esse ...

Aber zum Thema zurück: Ich denke die Ausgangslage wird für die S-Bahn Berlin bessere Startchancen haben, das heißt aber eben nicht, dass nicht ein anderes Verkehrsunternehmen vergleichbare Leistungen erbringen kann.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Nabend,

passend hierzu ein Link von einer anderen Seite:

Petition

Nur wenn noch jemand aktiv dagegen wirken möchte...

Gruß