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Nachtfahrverbote für Güterzüge wären natürlich Gift für das Projekt.
Eine Verlegung der Strecke mit der Umfahrung von Bad Schwartau und Lübeck wäre technisch machbar.
Bemerkenswert ist die Einigkeit der Kommunalpolitiker in der Stadt. Da sieht nichts nach Einknicken aus.
Auszüge aus dem langen Artikel:

"Bad Schwartau lässt nicht locker: Im Kampf für einen übergesetzlichen Lärmschutz bei der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung sollen neue Gutachten eingeholt werden. Die Stadt verspricht sich viel davon.
Bad Schwartau Seit Jahren gibt es in Bad Schwartau eigentlich keine Sitzung des Bauausschusses bei der nicht die künftige Schienen-Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) Fehmarnbelttunnel thematisiert wird. Der Kampf für einen übergesetzlichen Lärmschutz ist ermüdend, aber Bad Schwartau lässt nicht locker und will mit weiteren Gutachten Argumente für die eigene Position sammeln. So sollen im Haushalt 2020 weitere 140 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Neben rechtlicher Unterstützung sollen von dem Geld auch eine umwelt-medizinische Stellungnahme sowie eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Trogs in kombinierter Bauweise erstellt werden. Rund eine halbe Million Euro hat die Stadt Bad Schwartau nunmehr in Gutachten, Studien und Stellungnahmen investiert....
Die von Bad Schwartau geforderte 95 Million Euro teure Troglösung in der Ortsdurchfahrt wird von der Kieler Landesregierung abgelehnt, weil dies eine Betriebsunterbrechung der Bahnstrecke von rund 22 Monaten zur Folge hätte. Den Bau unter rollendem Rad lehnt hingegen die Bahn ab, denn die Kosten dafür werden auf rund 270 Millionen Euro geschätzt.....
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
[www.ln-online.de]
Oberdeichgraf schrieb:
die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
Autobahn A 1 nördlich der Anschlusstelle Lübeck-Zentrum sofort stillegen, sofort!
Ich glaube, dass es hier wirklich mal an der Zeit wäre ein Exempel zu statuieren und den Leuten gar nichts außer einer 2gleisigen Güterzugstrecke durchs Dorf zu geben. Deutschland darf sich als Wirtschaftsnation nicht von irgendwelchen Partikular-Interessen an der Nase herum führen lassen. Bad Schwartau hatte die Chance auf einen fairen Kompromiss, den sie aber abgelehnt haben. Dann sollten sie jetzt auch die Konsequenzen tragen und mit gesetzlichem Lärmschutz leben müssen.
Sinnvoll wäre es zum Beispiel, dem Bahnhofsgebäude wieder eine Gastronomie oder zumindest einen Kiosk zu verschaffen, ggf. ließe sich so auch der Vandalismus ein wenig eindämmen.

Oberdeichgraf schrieb:
Nachtfahrverbote für Güterzüge wären natürlich Gift für das Projekt.
Eine Verlegung der Strecke mit der Umfahrung von Bad Schwartau und Lübeck wäre technisch machbar.
Technisch machbar ist vieles, wenn man die ganze Umgebung umgraben, Schneisen in Wälder roden, und viele Kunstbauten errichten will. Und etliche zusätzliche Kilometer Neubaustrecke. Aber realistisch ist es nicht.

Bezüglich des umwelt-medizinischen Gutachtens mache ich mir tatsächlich keine Sorgen. Dann müsste man, wie schon geschrieben, auch die A1 dicht machen. Abgesehen davon hatte die Bahn mit dem flacheren Trog doch schon übergesetzlichen Lärmschutz angeboten. Diesen hatten die Provinzpolitiker ausgeschlagen.

Gruß Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.11.19 19:12.
103612 schrieb:
Ich glaube, dass es hier wirklich mal an der Zeit wäre ein Exempel zu statuieren und den Leuten gar nichts außer einer 2gleisigen Güterzugstrecke durchs Dorf zu geben.
Nee, viel schlimmer würde es sie treffen, wenn der gesamt Fernverkehr zwischen Hamburg und Dänemark nirgends hält. Schließlich will jedes Kuhdorf doch seinen ICE-Bahnhof haben.
Oberdeichgraf schrieb:
Nachtfahrverbote für Güterzüge wären natürlich Gift für das Projekt.
Eine Verlegung der Strecke mit der Umfahrung von Bad Schwartau und Lübeck wäre technisch machbar.
Bemerkenswert ist die Einigkeit der Kommunalpolitiker in der Stadt. Da sieht nichts nach Einknicken aus.
Auszüge aus dem langen Artikel:

"Bad Schwartau lässt nicht locker: Im Kampf für einen übergesetzlichen Lärmschutz bei der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung sollen neue Gutachten eingeholt werden. Die Stadt verspricht sich viel davon.
Bad Schwartau Seit Jahren gibt es in Bad Schwartau eigentlich keine Sitzung des Bauausschusses bei der nicht die künftige Schienen-Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) Fehmarnbelttunnel thematisiert wird. Der Kampf für einen übergesetzlichen Lärmschutz ist ermüdend, aber Bad Schwartau lässt nicht locker und will mit weiteren Gutachten Argumente für die eigene Position sammeln. So sollen im Haushalt 2020 weitere 140 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Neben rechtlicher Unterstützung sollen von dem Geld auch eine umwelt-medizinische Stellungnahme sowie eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Trogs in kombinierter Bauweise erstellt werden. Rund eine halbe Million Euro hat die Stadt Bad Schwartau nunmehr in Gutachten, Studien und Stellungnahmen investiert....
Die von Bad Schwartau geforderte 95 Million Euro teure Troglösung in der Ortsdurchfahrt wird von der Kieler Landesregierung abgelehnt, weil dies eine Betriebsunterbrechung der Bahnstrecke von rund 22 Monaten zur Folge hätte. Den Bau unter rollendem Rad lehnt hingegen die Bahn ab, denn die Kosten dafür werden auf rund 270 Millionen Euro geschätzt.....
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
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Kann man um das Dorf nicht drumrum fahren? Die brauchen keine Eisenbahn dort.
Hätte mich gewundet, wenn jemand anderes soetwas verbreitet hätte. Ich bin gegen alles !
Den Fortschritt in seinem Lauf,
hält auch der Deichgraf und Bad Schwartau nicht auf !

Dieser Beitrag wurde aus digitalen recycelten und wieder verwertbaren Buchstaben geschrieben.

Oberdeichgraf schrieb:
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
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Das erinnert mich stark an Berlin-Lichtenrade. Auch dort hat man mit Maximalforderungen (Bohrtunnel) bis hin zu Fundamentalopposition jeglichen Kredit verspielt. In Bad Schwartau sehe ich dieselbe Entwicklung. Da können diese Träumer ja noch so sehr von übergesetzlichem Lärmschutz träumen. Die Folge wird keine Umfahrung oder ein Nachtfahrverbot sein - sondern eine sang- und klanglose Niederlage vorm Bundesverwaltungsgericht, welche für Bad Schwartau die Verschwendung von Steuermillion bedeuten würde. Dann gibt's eben anstelle des geschenkten Trogs in Ebene -0,5 haushohe Lärmschutzwände für die ebenerdige Durchfahrung, welche die Schallschutzgrenzwerte - wie an der Dresdner Bahn in Berlin, auf der auch Güterzüge fahren - locker einhalten wird.

Wäre ich Bürger Bad Schwartaus, würde ich die Stadtspitze ob dieser offensichtlichen Steuerverschwendung achtkant aus dem Stadtrat wählen.

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan
Abteil schrieb:

Das erinnert mich stark an Berlin-Lichtenrade. Auch dort hat man mit Maximalforderungen (Bohrtunnel) bis hin zu Fundamentalopposition jeglichen Kredit verspielt. In Bad Schwartau sehe ich dieselbe Entwicklung. Da können diese Träumer ja noch so sehr von übergesetzlichem Lärmschutz träumen. Die Folge wird keine Umfahrung oder ein Nachtfahrverbot sein - sondern eine sang- und klanglose Niederlage vorm Bundesverwaltungsgericht, welche für Bad Schwartau die Verschwendung von Steuermillion bedeuten würde. Dann gibt's eben anstelle des geschenkten Trogs in Ebene -0,5 haushohe Lärmschutzwände für die ebenerdige Durchfahrung, welche die Schallschutzgrenzwerte - wie an der Dresdner Bahn in Berlin, auf der auch Güterzüge fahren - locker einhalten wird.

Wäre ich Bürger Bad Schwartaus, würde ich die Stadtspitze ob dieser offensichtlichen Steuerverschwendung achtkant aus dem Stadtrat wählen.
Hallo,
starke Worte, aber mit wenig Inhalt.
Einen "Stadtrat" gibt es dort nicht, sondern eine Stadtverordnetenversammlung.
Auch dort hat jeder Wähler nur eine Stimme.
"Rauswählen" geht nicht, nur reinwählen.
Entsprechend haben die CDU 11, die SPD 8, Bündnis 90/Die Grünen 5, FDP 2 und BfBS 1 Stadtverordneten.
Politische Zustände wie teilweise im Osten Deutschlands gibt es hier nicht.
Ansonsten solltest Du Dich als Wahrsager empfehlen, mehr wert sind die Prognosen bezüglich von Urteilen bei Gerichten nicht.
Meine Einschätzung ist eher, dass es Kompromisse geben wird.
Klagen kosten viel Zeit und Geld und machen nur die Anwälte reich.
Das ganze Projekt ist schon lange im Verzug und irgendwann sind die Kosten völlig davongelaufen.
Bei einem negativen Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte es ein Problem geben.
Entschieden wird in Berlin, nicht in Kopenhagen.
Ob die Dänen nun mit dem Tunnel anfangen, ist völlig egal.
Oberdeichgraf schrieb:
Hallo,
starke Worte, aber mit wenig Inhalt.
Einen "Stadtrat" gibt es dort nicht, sondern eine Stadtverordnetenversammlung.
Auch dort hat jeder Wähler nur eine Stimme.
"Rauswählen" geht nicht, nur reinwählen.
Entsprechend haben die CDU 11, die SPD 8, Bündnis 90/Die Grünen 5, FDP 2 und BfBS 1 Stadtverordneten.
Politische Zustände wie teilweise im Osten Deutschlands gibt es hier nicht.
Ansonsten solltest Du Dich als Wahrsager empfehlen, mehr wert sind die Prognosen bezüglich von Urteilen bei Gerichten nicht.
Meine Einschätzung ist eher, dass es Kompromisse geben wird.
Klagen kosten viel Zeit und Geld und machen nur die Anwälte reich.
Das ganze Projekt ist schon lange im Verzug und irgendwann sind die Kosten völlig davongelaufen.
Bei einem negativen Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte es ein Problem geben.
Entschieden wird in Berlin, nicht in Kopenhagen.
Ob die Dänen nun mit dem Tunnel anfangen, ist völlig egal.
Wie das Stadtparlament heißt, ist doch vollkommen egal. Und natürlich geht abwählen, indem ein Vertreter einer anderen Partei reingewählt wird, muss ein anderer weichen. Eine Wähler hat nur eine Stimme, viele Wähler viele Stimmen. Und spätestens nach der sich abzeichnenden Niederlage vor Gericht - nachdem Bad Schwartau bereits hunderttausende Steuermillion für dieses Projekt vernichtet hat - werden die Bürger wissen, wie untreu ihre politischen Vertreter mit ihrem Steuergeld umgegangen sind. Auch in Lichtenrade kenne ich Leute, welche Politikern und BI-Vertretern nun vorwerfen, um ihr Geld betrogen worden zu sein, weil man ihnen falsche Hoffnungen oder gar Versprechen machte.

Man muss übrigens kein Wahrsager sein, um zu begreifen, dass übergesetzlicher Lärmschutz schlichtweg nicht einklagbar ist. Auf welcher Rechtsgrundlage auch, heißt es ja nicht umsonst ÜBERGESETZLICHER Lärmschutz, weil er eben keine Rechtsgrundlage besitzt. Werden, wie in Lichtenrade, gesetzlicher Schallschutzgrenzwerte mit den vorgesehenen Schallschutzwänden eingehalten, wogegen auch in Bad Schwartau nichts spricht, darf kein Deutsches Gericht einer entsprechenden Klage zustimmen. In Lichtenrade wurde in einem vergleichbar einfachen, klaren Fall die Klagen erst- und letztinstanzlich abgewiesen und sofortiges Baurecht vollzogen. Mal zur Erinnerung der Klartext des Gerichts, an den sich die Schwartauer schon mal gewöhnen können:

Klagen gegen den Ausbau der Dresdner Bahn in Berlin-Lichtenrade erfolglos

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute in erster und letzter Instanz entschieden, dass der Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes vom 13. November 2015 für den Abschnitt 2 des Vorhabens „Ausbau Knoten Berlin, Berlin Südkreuz - Blankenfelde“ Bestand hat.

Ein anerkannter Umweltverband und drei Eigentümer von trassennahen Wohnhäusern haben die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses beantragt, hilfsweise die ergänzende Festsetzung von Schutzmaßnahmen insbesondere gegen Lärm und Erschütterungen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Klagen abgewiesen.

Die Verlegung der Strecke in einen Tunnel habe das Eisenbahn-Bundesamt abwägungsfehlerfrei verworfen; sie dränge sich nicht als vorzugswürdige Lösung auf. Da die Probleme der oberirdischen Streckenführung den gesetzlichen Vorgaben entsprechend gelöst würden, insbesondere der Anwohnerschutz gewährleistet sei, dürften die deutlich höheren Kosten einer Trog- oder Tunnellösung trotz ihrer geringeren Auswirkungen auf die Umwelt und das Orts- und Landschaftsbild den Ausschlag zugunsten der planfestgestellten oberirdischen Variante geben.
BVerwG 3 A 1.16 - Urteil vom 29. Juni 2017

[www.bverwg.de]

Um mal an Deine Wortklauberei mit der Stadtverordnetenversammlung anzuknüpfen: es heißt nicht Kosten-Nutzen-, sondern Nutzen-Kosten-Verhältnis, weil es aus dem Quotient von Nutzen im Zähler und Kosten im Nenner gebildet wird, nicht umgekehrt. Und das Kriterium ist nicht, ob es negativ oder nicht ist, sondern ob es größer gleich 1,0 ist oder nicht.
Diesbezüglich ist kein Problem zu erwarten, sofern man sich NICHT auf die Maximalforderungen Bad Schwartaus einlässt. Diese sind unwirtschaftlich. Sollen sie doch klagen. Wird anderswo auch gemacht. Dass das Bundesverwaltungsgericht so einen klaren Fall zügig abweist, hat man nicht zuletzt in Lichtenrade gesehen. Insofern mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dass die Antragsvariante trotz Klagewelle Bad Schwartaus bis zur Eröffnung der Sund- und Beltquerung steht.

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Lärm ist nur der Vorwand

geschrieben von: der pasinger

Datum: 05.11.19 23:00

Im Grunde genommen geht es bei jedem Widerstand gegen Schienenausbauprojekte um ein kollektives "ICH WILL DAS NICHT !"
Und das Thema Lärm scheint am erfolgversprechendsten, um DAS zu verhindern.

Man will keine Veränderung im Umfeld, keine Bauarbeiten, keine Bauarbeiter, keine neuen Geräusche.

Da soll sich was ändern, oh Gott, oh Gott, das muss verhindert werden, mit allen Mitteln, wir haben es doch so schön hier, warum wollen DIE das jetzt ändern?
Und es gibt doch da so Horrorgeschichten von Monsterzügen und so
Und schon ist das Thema Lärm das Mittel zum Zweck und die mit keinem Argument der Welt zu besiegene Angst.

Wahrscheinlich geht es um Dinge, die jeder Einzelne für sich bewahren will, weil sie gewohnt und lieb gewonnen sind über viele Jahre, und sei es nur die Aussicht aus dem Küchenfenster mit der Hecke hinter der Spitzengardine.

Daß damit eine bessere Zukunft für die Generation der eigenen Enkel und deren Kinder verhindert oder verzögert wird, dürfte weder bewusst sein, noch bewusst zu machen sein.
Die Aussicht aus dem Küchenfenster ist da irgendwie greifbarer und realer und die Angst ...

mfg
Nils
Oberdeichgraf schrieb:
Meine Einschätzung ist eher, dass es Kompromisse geben wird.

Gibt es doch längst. Es sind die Schwartauer, die sie nicht akzeptiert haben - im Gegensatz zu allen anderen an der Strecke. Was ist dort so besonders?
Ohne ein wirklich zwingendes Spezifikum vor Ort sehe ich zum einen die Chancen der Klage bei Null, zum anderen aber auch keine Lust der DB, den Klägern weiter entgegenzukommen. Sie wissen genau, dass das tausend Nachahmer in ganz Deutschland wecken und alle Bauprojekte völlig unmöglich machen würde.
Selten dämliches Machtspiel, das Millionen von Steuergeldern kosten könnte. Wenn die einen Trog wollen, sollen die ihn doch selbst bezahlen. Irgendwo muss mal Schluss mit der Idiotie sein.

Abteil schrieb:
Oberdeichgraf schrieb:
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
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Das erinnert mich stark an Berlin-Lichtenrade. Auch dort hat man mit Maximalforderungen (Bohrtunnel) bis hin zu Fundamentalopposition jeglichen Kredit verspielt. In Bad Schwartau sehe ich dieselbe Entwicklung. Da können diese Träumer ja noch so sehr von übergesetzlichem Lärmschutz träumen. Die Folge wird keine Umfahrung oder ein Nachtfahrverbot sein - sondern eine sang- und klanglose Niederlage vorm Bundesverwaltungsgericht, welche für Bad Schwartau die Verschwendung von Steuermillion bedeuten würde. Dann gibt's eben anstelle des geschenkten Trogs in Ebene -0,5 haushohe Lärmschutzwände für die ebenerdige Durchfahrung, welche die Schallschutzgrenzwerte - wie an der Dresdner Bahn in Berlin, auf der auch Güterzüge fahren - locker einhalten wird.

Wäre ich Bürger Bad Schwartaus, würde ich die Stadtspitze ob dieser offensichtlichen Steuerverschwendung achtkant aus dem Stadtrat wählen.
Womöglich ist es ja eher umgekehrt: Die Leute, die sich vor Ort um für alle tragbare Lösungen bemühen, kommen unter die Räder, während die "Steuerverschwender" eine vermutlich nicht geringe Rückendeckung in der Einwohnerschaft der Stadt haben.

In Lichtenrade sowie in "meinem" Bezirk Tempelhof-Schöneberg hätten die Leute Probleme bekommen, die es gewagt hätten, den überparteilichen bezirklichen Konsens für die "Tunnellösung" zu verlassen.

Die geringe Sensibilität, mit denen Ihr zu einem "guten" Teil mit örtlichen kritischen Stimmen umgeht, ist für mich übrigens nicht sonderlich beeindruckend: Wenn man von der Richtigkeit einer Position wirklich überzeugt ist (hier also meinetwegen eine Troglösung in Ebene -0,5), dann muß man für diese Position hartnäckig werben - und zwar ohne verbales Säbelrasseln,

meint Marienfelde.
Oberdeichgraf schrieb:
Abteil schrieb:
Das erinnert mich stark an Berlin-Lichtenrade. Auch dort hat man mit Maximalforderungen (Bohrtunnel) bis hin zu Fundamentalopposition jeglichen Kredit verspielt. In Bad Schwartau sehe ich dieselbe Entwicklung. Da können diese Träumer ja noch so sehr von übergesetzlichem Lärmschutz träumen. Die Folge wird keine Umfahrung oder ein Nachtfahrverbot sein - sondern eine sang- und klanglose Niederlage vorm Bundesverwaltungsgericht, welche für Bad Schwartau die Verschwendung von Steuermillion bedeuten würde. Dann gibt's eben anstelle des geschenkten Trogs in Ebene -0,5 haushohe Lärmschutzwände für die ebenerdige Durchfahrung, welche die Schallschutzgrenzwerte - wie an der Dresdner Bahn in Berlin, auf der auch Güterzüge fahren - locker einhalten wird.

Wäre ich Bürger Bad Schwartaus, würde ich die Stadtspitze ob dieser offensichtlichen Steuerverschwendung achtkant aus dem Stadtrat wählen.
Hallo,
starke Worte, aber mit wenig Inhalt.
Einen "Stadtrat" gibt es dort nicht, sondern eine Stadtverordnetenversammlung.
Auch dort hat jeder Wähler nur eine Stimme.
"Rauswählen" geht nicht, nur reinwählen.
Entsprechend haben die CDU 11, die SPD 8, Bündnis 90/Die Grünen 5, FDP 2 und BfBS 1 Stadtverordneten.
Politische Zustände wie teilweise im Osten Deutschlands gibt es hier nicht.
Ansonsten solltest Du Dich als Wahrsager empfehlen, mehr wert sind die Prognosen bezüglich von Urteilen bei Gerichten nicht.
Meine Einschätzung ist eher, dass es Kompromisse geben wird.
Wie schon geschrieben, gab es den Kompromissvorschlag schon längst. Die Stadt wollte ihn nicht, deshalb hoffe ich, dass jetzt einfach die paar Anwohner, die wirklich an der Bahn wohnen, eine Lärmschutzwand vor die Nase bekommen und anschließend den gewählten Vertretern durch geändertes Wahlverhalten zeigen, was sie von deren Kurs halten.
Das ist zwar schade um zwei bis drei Fotomöglichkeiten in Bad Schwartau, aber damit muss man dann leben.

Gruß Sebastian
Oberdeichgraf schrieb:
"[...]
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
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Und wenn die Erfolg haben, klagen als nächste Pinneberg, Tornesch, Elmshorn und machen die Strecke auch dicht? Und dann fährt kein Zug mehr nach Dänemark?
sonicus83 schrieb:
Oberdeichgraf schrieb:
"[...]
Vielversprechend aus Sicht Schmidts könnte auch die Einholung einer umwelt-medizinischen Stellungnahme über die Folgen von sekundärem Luftschall und ein Langzeitgutachten über Lärmbelastung sein. „Wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, haben wir eine Klagemöglichkeit, denn es gibt eine Schutzpflicht des Staates – egal, was es kostet“, erklärte Schmidt. Die Folgen könnten dann ein Nachtfahrverbot für Züge oder eine Verlegung der Strecke sein."
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Und wenn die Erfolg haben, klagen als nächste Pinneberg, Tornesch, Elmshorn und machen die Strecke auch dicht? Und dann fährt kein Zug mehr nach Dänemark?
Hallo,
da wären zuerst eher die Anlieger rund um die Rendsburger Hochbrücke dran.
Wenn ich da in letzter Zeit dort mal was zu tun hatte und ein Güterzug überquerte die Brücke, erinnerte mich das Geräusch eher an einen Kampfjet im Tiefflug.
Ich schaute mich sogar instinktiv nach dem Flieger um.
Die gibt es da ja durchaus vom Fliegerhorst Jagel. Bloß die fliegen in der Nacht nur in Ausnahmefällen.
Aber es war immer nur der Zug und am Tag wirkt das Geräusch ja weniger laut, als in der Nacht.
Bremst der Zug, wird es noch lauter.
Permanenter Krach macht krank, besonders wenn man davon aufwacht.
Ich habe deshalb vollstes Verständnis für die Befürchtungen der Bürger an dieser Bahntrasse in Bad Schwartau.
Es gibt keinen guten oder schlechten Krach, je nach der Ursache.
Die ganzen Versprechungen der Politik mit den Flüsterbremsen bei Güterzügen etc. sind für mich nur Nebelkerzen.
Das normale Fahrgeräusch wird dadurch nicht leiser.
Wenn es Nachtflugverbote für Flieger gibt, sollte man auch über Nachtfahrverbote für LKW und Güterzüge nachdenken.
Das wäre wenigstens etwas.
Ansonsten wird es durch den Lärmschutz eben sehr teuer, da diese Transittrasse unbedingt bauen zu wollen.
Lübeck ist da noch nicht richtig aufgewacht: da sind ja zehntausende Anlieger vom Lärm betroffen.
Aber das kommt noch, denke ich.
Oberdeichgraf schrieb:
Zitat:
Wenn ich da in letzter Zeit dort mal was zu tun hatte und ein Güterzug überquerte die Brücke, erinnerte mich das Geräusch eher an einen Kampfjet im Tiefflug.
Ich schaute mich sogar instinktiv nach dem Flieger um.
Die gibt es da ja durchaus vom Fliegerhorst Jagel. Bloß die fliegen in der Nacht nur in Ausnahmefällen.
Aber es war immer nur der Zug und am Tag wirkt das Geräusch ja weniger laut, als in der Nacht.
Bremst der Zug, wird es noch lauter.
Permanenter Krach macht krank, besonders wenn man davon aufwacht.
Ich habe deshalb vollstes Verständnis für die Befürchtungen der Bürger an dieser Bahntrasse in Bad Schwartau.
Du vergleichst gerade ernsthaft die Schallausbreitung von einer 40 m hohen, kilometerlangen Stahlbrücke mit Güterzug drauf mit der einer nach aktuellen Schutzgesetzen mit Wänden (oder Trögen) eingebauten ebenerdigen bzw. zum Großteil des Ortes niedriger gelegenen Ausbaustrecke?

Und übrigens: Eine der besten Schutzwirkungen in Bezug auf den nächtlichen Güterverkehr in Rendsburg hätte - richtig, der schnellstmögliche Bau der FBQ und ihrer Hinterlandanbindung.

Für Bad Schwartau wird es nicht so laut wie in Rendsburg (oder in allen anderen Orten längs dieser nur teilweise lärmsanierten alten Transitstrecke), für Rendsburg und alles davor und dahinter auf jeden Fall nachts erheblicher leiser. Es werden also mehr Menschen Vor- als Nachteile haben und die Nachteile für den kleineren Teil werden im gesetzlich zulässigen Rahmen gehalten - im Gegensatz zur Istsituation, wo man den Anwohnern der Bestandsstrecke ja immer nur sagt "die Bahn war halt vorher da".

Die richtige Arschkarte und eigentlichen Grund zur Beschwerde hätte man übrigens im Bereich zwischen Bad Oldesloe und der Südeinfahrt Lübeck Hbf, in der "Projektlücke" zwischen S4-Ausbau und Hinterlandanbindung: Erstmal fast identische Güterzugzahlen (bis die ABS zum Ostkorridor in Betrieb ist), aber keine weitere Veränderung der bereits elektrifizierten und zweigleisigen und nur bedingt lärmsanierten Strecke. Erstaunlicherweise jaulen die weit weniger hochtourig als die Wohlstandsbürger dieser Kurstadt, die sogar das Angebot eines über 3 m tiefen Trogbauwerks verschmähen, weil das ja nicht ihrer Maximalforderung entspricht und man "immer noch Lärmschutzwände sehen" würde. Okay, man möchte lieber in den Schlund eines 8 m tiefen Grabens schauen, okayokay... - die Forderung nach einem Deckel für diesen Graben, mindestens teilweise, käme sicherlich als zweiter Teil.
Marienfelde schrieb:
Die geringe Sensibilität, mit denen Ihr zu einem "guten" Teil mit örtlichen kritischen Stimmen umgeht, ist für mich übrigens nicht sonderlich beeindruckend: Wenn man von der Richtigkeit einer Position wirklich überzeugt ist (hier also meinetwegen eine Troglösung in Ebene -0,5), dann muß man für diese Position hartnäckig werben - und zwar ohne verbales Säbelrasseln
Einerseits richtig.

Andererseits aber geht es im Kern ja um eben diese irrationalen Veränderungsabwehrwunsch. Genau wie vom pasinger beschrieben:

der pasinger schrieb:
Zitat:
Im Grunde genommen geht es bei jedem Widerstand gegen Schienenausbauprojekte um ein kollektives "ICH WILL DAS NICHT !"
Und das Thema Lärm scheint am erfolgversprechendsten, um DAS zu verhindern.

Man will keine Veränderung im Umfeld, keine Bauarbeiten, keine Bauarbeiter, keine neuen Geräusche.

Da soll sich was ändern, oh Gott, oh Gott, das muss verhindert werden, mit allen Mitteln, wir haben es doch so schön hier, warum wollen DIE das jetzt ändern?
Und es gibt doch da so Horrorgeschichten von Monsterzügen und so
Und schon ist das Thema Lärm das Mittel zum Zweck und die mit keinem Argument der Welt zu besiegene Angst.

Wahrscheinlich geht es um Dinge, die jeder Einzelne für sich bewahren will, weil sie gewohnt und lieb gewonnen sind über viele Jahre, und sei es nur die Aussicht aus dem Küchenfenster mit der Hecke hinter der Spitzengardine.

Daß damit eine bessere Zukunft für die Generation der eigenen Enkel und deren Kinder verhindert oder verzögert wird, dürfte weder bewusst sein, noch bewusst zu machen sein.
Die Aussicht aus dem Küchenfenster ist da irgendwie greifbarer und realer und die Angst ...
Exakt so verhält es sich in Bad Schwartau. Und gegen den Sog dieses daraus entstehenden Gefühls "wir Schwartauer wehren uns", "die da mit ihrer Beltquerung", "Berlin", "die Bahn", ja, auch gegen die Lust, dass hier in der tiefsten Provinz endlich mal was los ist, wogegen man sich so richtig wehren und profilieren kann, womit man VOR ORT Einheit und Zustimmung und Geschlossenheit wiederherstellt (!) und die öde Normalverwaltungskommunalpolitik mit ihren kleinen Grabenkämpfen und ihrem unbeachteten Sitzungsdasein mal für ein paar Jahre ein wenig vergessen und durchbrechen kann - dagegen mit "Werben" und "rationalen Argumenten" anzukommen - kaum möglich.

Bad Schwartau gefällt sich derzeit sehr in der Rolle des gallisch-holsteinischen Dorfs und größten Lärmopfers aller Zeiten und vor Ort hat offensichtlich KEINER der Kommunalpolitiker irgendein Interesse, daran mitzuwirken, dass Bürgern übersteigerte Ängste genommen werden. Nein, ganz im Gegenteil: Man stellt sich an die Spitze der Bürgerängste und füttert diese noch, um sich seine Unterstüzung für diese Position zu erhalten, was natürlich auch gelingt. Weil eben dieses kollektive "das will ich nicht" sofort da war und ist. Bis auf einige Berufspendler (zu denen auch der Bürgermeister himself gehört, der wohnt immer noch im Raum Hamburg ;-)), braucht hier ja kaum einer die Bahn als Alltagsverkehrsmittel, sie ist für die Mehrheit eine reine Last (man wartet vor der Schranke und es macht Krach) und Bedrohung (und das wird alles noch viel schlimmer, 3 km lange Güterzüge nachts im Minutentakt - so war das sinngemäß schon zu lesen) und daher hat auch keine Mehrheit ein Gefühl für den Sinn und die Vorteile des Projekts für die Allgemeinheit und auch für den Ort - die Regionalzuganbindung würde ja ebenfalls erheblich verbessert. Stattdessen: Neinneinnein. WIR wollen das nicht, DIE sollen uns damit wegbleiben. Keine Brücken, keine Baustellen, keine Schallschutzwände, keine Güterzüge, keine schnellen Züge. NICHTS, was nicht dem Ort unmittelbar nützt.

Mit der fast parallelen Autobahn lebt man halt (und zwar ziemlich gut), allerdings: Würde die in heutiger Zeit so trassiert neu geplant - unmöglich. Die würde man ohne Tunnel hier auch gar nicht mehr durch den Ort bekommen. Insofern sind solche Mechanismen nicht auf Schienenausbauprojekte beschränkt, aber durch die "Fremdheit" des Verkehrssystems Bahn bei solchen Projekten sicher stärker und heftiger in der sofort entstehenden breiten Ablehnungsfront.

Es ist also m.E. vor allem eine Mischung aus kollektiver besitzstandswahrender Veränderungsangst und dem Rausch und Sog des dörflichen Wir-Gefühls "gegen die da oben". Kombiniert mit der dieses aufgreifenden und auf dieser Welle reitenden örtlichen Kommunalpolitik.
Marienfelde schrieb:
Womöglich ist es ja eher umgekehrt: Die Leute, die sich vor Ort um für alle tragbare Lösungen bemühen, kommen unter die Räder, während die "Steuerverschwender" eine vermutlich nicht geringe Rückendeckung in der Einwohnerschaft der Stadt haben.

In Lichtenrade sowie in "meinem" Bezirk Tempelhof-Schöneberg hätten die Leute Probleme bekommen, die es gewagt hätten, den überparteilichen bezirklichen Konsens für die "Tunnellösung" zu verlassen.

Die geringe Sensibilität, mit denen Ihr zu einem "guten" Teil mit örtlichen kritischen Stimmen umgeht, ist für mich übrigens nicht sonderlich beeindruckend: Wenn man von der Richtigkeit einer Position wirklich überzeugt ist (hier also meinetwegen eine Troglösung in Ebene -0,5), dann muß man für diese Position hartnäckig werben - und zwar ohne verbales Säbelrasseln,

meint Marienfelde.
Die Frage ist, wie lange die Steuergeldverschwender diese Rückendeckung noch haben. Meine Prognose: Ab Veröffentlichung der Niederlage vor Gericht wohl kaum noch. Erst Recht, wenn auch sie erkennen müssen, dass die Niederlage mehr als absehbar war.

Vergleichsfälle kennen wir ja nicht nur aus Lichtenrade: In Müllheim (Baden) wurde auch vehement der Trog gefordert - seit der Niederlage ist der oberirdische Ausbau längst in Bau. Beim Knoten Hügelheim steht der ebenerdige Ausbau kurz bevor - genauso wie in Angermund oder Bamberg. Beispiele gibt es deutschlandweit, aber so weit müssen wir gar nicht schauen. Ein Blick nach Hamburg reicht doch. Auch das Gutachten für Vieregg-Rössler ist Geldverschwendung - wurde doch gerade erst die Finanzierung für den oberirdischen Bestandsstreckenausbau für die S4 statt Umfahrung entlang der A1 gesichert.

Der Vorwurf mangelnder Sensibilität passt in Bad Schwartau absolut gar nicht. Man ist von der Richtigkeit der Antragstrasse überzeugt und vertritt diese auch entsprechend. Über Jahre hat man das getan und ist der Stadt enorm weit mit einem sehr großzügigen Kompromiss entgegengekommen. Dieser wurde lang und breit beworben. Mehr kann man nicht tun. Wenn eigentlich ein Holztablett vorgesehen war, man ihnen schließlich sogar ein Silbertablett serviert, sie aber selbst dann noch das Goldtablett fordern, frage ich mich, wem man hier mangelnde Sensibilität vorwerfen sollte. Den Schwartauern natürlich - wobei es Überheblichkeit und Ignoranz eigentlich besser trifft.

Diese dürfen sie dann bald sehr teuer vor Gericht bezahlen.

Achja: Und wie sensibel ist es eigentlich von den Bad Schwartauern, dass sie mit dem Tieftrog auch Ihre Nachbarstädte über Jahre vom Schienenverkehr abhängen wollen?

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