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Re: Es gab auch noch nie soviele Lokführer

geschrieben von: Strizie

Datum: 05.11.19 10:39

Zitat
- Es werden mehr Lokführer benötigt, da vor allem im Personenverkehr vielfach häufiger und mit kürzeren Zügen gefahren wird.
Dem könnte man entgegen steuern. Bestes Beispiel S-Bahn Köln wo mit Vollzügen (Doppeltraktion) im 20/10 Minuten-Takt gefahren wird. Man könnte auch die gleichen Kapazitäten mit Langzügen (Dreifachtraktion) im 30/15 Minuten-Takt anbieten. Voraussetzung dafür wäre aber das gesamte S-Bahnnetz in Köln mit 210m statt 140-150m Bahnsteiglänge zu versehen.

Was hat man von einem 10 Minuten-Takt wenn permanent S-Bahnen ausfallen. Das ist bei der KVB schon beschissen, wenn Stadtbahntakte wegen Personalmangel ausfallen.

Zitat
- Es werden aber weniger Lokführer benötigt, da die Züge vielfach schneller fahren. (Kürzere Fahrtzeit bedeutet mehr Kilometer in einer Dienstschicht!)
Dafür müssten aber Regionalstrecken massiv ausgebaut werden. Die Strecke Köln-Gummersbach-Lüdenscheid lässt in weiten Teilen nicht mehr als 80 km/h zu. Um dort schneller zu sein müsste man die Strecke für 140 km/h NEU trassieren zweigleisig. Wenn man sich mal anschaut was im bergischen so für Straßenbau ausgegeben wird und wie diese trassiert sind könnte man sicherlich argumentieren warum nicht auch für die Schienenstrecke mal viel Geld in die Hand nehmen anstatt immer nur bescheidener Ausbau.

Die Bördebahn und Voreifelbahn sind auch weitgehend gut trassiert. Ein Ausbau auf 140-160 km/h wäre hier kein Problem in weiten Teilen. Würde natürlich auch Fahrzeuge und Personal einsparen.

Der politische Wille dazu ist aber meist einfach nicht vorhanden. Wichtiger sind da schnelle Zubringer zur Autobahn oder eine Umgehungsstraße in Schnellstraßenversion.

Re: Durchhalteparole

geschrieben von: pm

Datum: 05.11.19 11:15

Dies ist schon ziemlicher Unsinn denn Du hier ständig predigst. Warum meinst Du geben die EVUs mittlerweile mehrere Zehntausend Euro pro Ausbildung eines Lokführers aus - wenn es nichts zählt ? Oder mehrere Tausende Euro für dessen Abwerbung ? Und dummerweise fallen gerade in Karlsruhe bei der AVG besonders viele Leistungen wegen Personalmangel aus (wie übrigens auch bei anderen städtischen Betrieben)- Ideologie hin oder her.
Achsstellkeil schrieb:
Und ? Was hat der Lokführer davon , wenn es alles fahren kann ?

Ähm... Abwechslung?

Aber das ja nur ein Aspekt unter vielen. Es geht um parallele Strukturen die immer feingliedriger werden und sich gegenseitig voneinander isolieren.
Aufwändig, ineffizient und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit unterm Strich nicht günstiger.

Grüßle
ICE-TD-Fan schrieb:
Im Kampf gegen den Fachkräftemangel erzielt die Eisenbahnbranche laut einer Mitteilung der Allianz pro Schiene zunehmend Erfolge. Bundesweit hätten die Unternehmen die Zahl der Lokführer im vergangenen Jahr um 3.100 auf knapp 47.000 erhöht.

Link zum Artikel: [bahnblogstelle.net]

---
Verschwiegen wird allerdings, inwiefern die Verkehrsleistung gestiegen ist, daher hat diese Statistik nur eine bedingte Aussagekraft...
Ich fand 3.100 deutschlandweit gerade auch aus dem Bauch heraus etwas dünn.
Ich dachte aber auch, wir hätten deutlich mehr als 47.000 Lokführer im Land. Es sind immerhin 7% ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.11.19 13:15.

Stress vs. Abwechselung

geschrieben von: Plutone

Datum: 05.11.19 13:26

Dirk Mattner schrieb:
Achsstellkeil schrieb:
Und ? Was hat der Lokführer davon , wenn es alles fahren kann ?
Ähm... Abwechslung?

Aber das ja nur ein Aspekt unter vielen. Es geht um parallele Strukturen die immer feingliedriger werden und sich gegenseitig voneinander isolieren.
Aufwändig, ineffizient und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit unterm Strich nicht günstiger.

Grüßle
Was ist denn richtig ?
Ich habe als Betriebsplaner gearbeitet.
Bei der Dienstplanung wurde auf Rat des Betriebsarztes und des Betriebsrates in den Raum geworfen, im Dienstplan immer 3-4 gleiche Schichten am Stück laufen zu lassen, damit die eingeübten Betriebsabläufe sich nicht jeden Tag ändern (Stichwort Stress). Und dann kam genau als Gegenargument die Abwechslung ins Spiel. Das gleiche bei der Frage, ob Dienststellen nur eine oder möglichst mehrere Strecken befahren sollen.
Auch da: Betrieb und Unternehmen waren für einen möglichst umfassenden Einsatz, damit Personal bei Bedarf auch mal verschoben werden kann. Dann waren da wieder einige Tf, die lieber nur auf ihrer Lieblingsstrecke fahren wollten (was wieder dem Thema Abwechselung widerspricht).

Einen gemeinsamen Nenner gibt es da ergo überhaupt nicht, weil man bei 5 befragten Tf zu dem Thema auf gefühlt 10 Meinungen kommt (je nachdem, welche Schicht der befragte gerade absolvieren musste).

Es gibt aber trotz Wettbewerb auch im Nahverkehr immer noch große und kleine Netze, d.h. Abwechselung sollte immer drin sein, reine 1-Strecken-Pendeldienste gibt es aber auch weiterhin.
DAS halte ich daher nicht für besonders ursächlich für den allgemeinen Lokführermangel.
Wichtiger ist doch die Tatsache, dass der Nachwuchs fehlt, private EVU sich jahrelang auf dem DB-Konzernmarkt bedienen konnten statt auszubilden und gleichzeitig durch die ausgerufene und ja erst zum Teil überhaupt finanzierte Verkehrswende jetzt schon etliche Mehrleistungen an den Start gebracht werden. Das sind zwei große Effekte, die sich zuwider laufen. Das dürfte unterm Strich mehr ausmachen, als Details der Schicht- und Dienstplangestaltung.

Re: Stress vs. Abwechselung

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 05.11.19 14:37

Tach

Plutone schrieb:
Auch da: Betrieb und Unternehmen waren für einen möglichst umfassenden Einsatz, damit Personal bei Bedarf auch mal verschoben werden kann. Dann waren da wieder einige Tf, die lieber nur auf ihrer Lieblingsstrecke fahren wollten (was wieder dem Thema Abwechselung widerspricht).

Einen gemeinsamen Nenner gibt es da ergo überhaupt nicht, weil man bei 5 befragten Tf zu dem Thema auf gefühlt 10 Meinungen kommt (je nachdem, welche Schicht der befragte gerade absolvieren musste).

Natürlich gibt es verschiedene Prioritäten bei verschiedenen Mitarbeitern. Für die die ohnehin immer nur eine Linie fahren wollen (und die gibt es zweifellos) ist ja auch alles OK. Doch tatsächlich gibt es doch keine Wahl mehr, oder sie ist sehr eingeschränkt.

Es wurde hier mal vor langer Zeit das Prinzip der unterschiedlichen Dienstpläne bei der Hamburger S-Bahn vorgestellt. Keine Ahnung ob die mittlerweile einer Optimierungssoftware zum Opfer gefallen ist, jedenfalls gab es damals
für das Personal eine Auswahl an Varianten, die den jeweiligen Vorzügen entgegen kamen. Bildlich ist mir noch der Begriff "Hausfrauenschicht" hängengeblieben, die wohl auf die Teilzeitschichten zur HVZ zugeschnitten waren.

Das klingt für mich nach einem Optimum. Wenn ich aber nun Einsatzgebiete und Dienststellen verkleinere, enge ich doch unweigerlich den Spielraum für solche Modelle ein, wenn ich sie nicht sogar verunmögliche.






Zitat:
DAS halte ich daher nicht für besonders ursächlich für den allgemeinen Lokführermangel.
Wichtiger ist doch die Tatsache, dass der Nachwuchs fehlt, private EVU sich jahrelang auf dem DB-Konzernmarkt bedienen konnten statt auszubilden und gleichzeitig durch die ausgerufene und ja erst zum Teil überhaupt finanzierte Verkehrswende jetzt schon etliche Mehrleistungen an den Start gebracht werden. Das sind zwei große Effekte, die sich zuwider laufen. Das dürfte unterm Strich mehr ausmachen, als Details der Schicht- und Dienstplangestaltung.

Das klingt zwar plausibel, erklärt jedoch nur unzureichend die hier dargelegte Diskrepanz der steigenden Zahl an Tf und dem unbestreitbaren Mangel im Betriebsalltag.

Weitere Erklärungsversuche können bei den heutigen (gerechtfertigten) Urlaubsansprüchen, Ausgleichszeiten durch Mehrbelastung und vielleicht auch kürzeren (?) Arbeitszeiten zu suchen sein. Hinzu kommt wohl noch die hier irgendwo erwähnte Fluktuationen bei vielen EVUs. Auch solch ein Drehtüreffekt könnte insgesamt die Verfügbarkeit reduzieren.
Und, ja, nicht zuletzt die Angebotsausweitungen auf vielen Strecken spielt mit rein.
Aber das sollte sich doch hochrechnen lassen? Wer hätte da belastbare Zahlen?

Wie gesagt, es wird sich aus vielen Faktoren zusammensetzen. Den von mir ins Spiel gebrachten Aspekt würde ich dabei nicht kleinreden wollen.


Grüßle,
Dirk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.11.19 17:12.
Heizer Jupp schrieb:
Im verlinkten Artikel steht, daß sich die Zahl der Lokführer durch 3100 neue Kollegen allein im letzten Jahr um 7% auf knapp 47000 erhöht habe. In den drei letzten Jahren seien insgesamt 5200 neue Lokführer gewonnen worden, was eine Steigerung von sogar 12% ausmache. Kommt grob gerundet sogar hin und klingt damit auf den ersten Blick plausibel.

Aber nur, wenn es keine Anbgänge gegeben hat! Und die hat es mit Sicherheit gegeben und wird es in Zukunft verstärkt geben! Dann können aber die Prozentzahlen nicht stimmen, denn um die Zahl trotz der abgehenden Lokführer zu erhöhen, bräuchte es wesentlich mehr neue Lokführer, als die genannten Prozentzahlen suggerieren.
Also stimmt die Rechnerei hinten und vorne nicht! So relativieren sich diese toll klingenden News ganz schnell zur Augenwischerei und zum Öffentlichkeitsbetrug.

Wenn man mit dem Zuwachs an Lokführern so weitermacht, wird man außerdem die altersbedingten Abgänge nicht annähernd kompensieren.
Hallo Heizer,

Weißt du zufällig, wie viel Lokführer 55+ im Osten allein arbeiten und in 10 Jahren in Rente gehen? Das müsste doch in etwa 60% sein? In Zwickau z. B. Sind die jüngsten Lokführer 58.....

Gruß, 219 003-1

Re: Stress vs. Abwechselung

geschrieben von: De David

Datum: 05.11.19 16:29

Plutone schrieb:
Was ist denn richtig ?
Ich habe als Betriebsplaner gearbeitet.
Bei der Dienstplanung wurde auf Rat des Betriebsarztes und des Betriebsrates in den Raum geworfen, im Dienstplan immer 3-4 gleiche Schichten am Stück laufen zu lassen, damit die eingeübten Betriebsabläufe sich nicht jeden Tag ändern (Stichwort Stress). Und dann kam genau als Gegenargument die Abwechslung ins Spiel.
Genau das halte ich allerdings für falsch. Die Vorschriften und deren Anwendung müssen generell sitzen.
Und nicht nur einen eingeübten Ablauf ab zu spulen, wie wenn man im Zirkus irgend ein Kunststück aufführt (ok manche evu fahren so herum...).
Ist zwar auch mal schön 4 mal hintereinander die selbe Schicht zu haben, aber sollte nicht der Regelfall werden.
Denn Unterforderung führt eher zu Fehlern wie Streß. Wie im Handwerk, da sägen sich idr. auch nicht die unerfahrenen Azubi die Finger ab, sondern die die schon 30 Jahre arbeiten und meinen aufgrund ihrer Erfahrung alles im Griff zu haben.
Und so ist es auch bei der Eisenbahn, über Halt wird eher gefahren wenn der eingeübten Ablauf sagte daß dieses Signal eigentlich kommenmüsste, was es auch 99 mal tat, nur beim 100. male eben nicht.

Dazu:
Quelle: YouTube

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.11.19 16:38.

Re: Es gab auch noch nie soviele Lokführer

geschrieben von: ulrich

Datum: 05.11.19 21:44

Ich hätte da noch

Es werden mehr Lokführer benötigt weil sich die Betriebszeiten vor allem an Wochenenden und Nachts weiter ausgedehnt haben. Wer heute die 3-Uhr-Nacht S-Bahn fahren muss lag früher schon in der Koje. Sonntags der gleiche Takt wie wochentags, Verkehre wie normal an Weihnachten und Sylvester/Neujahr. Auch in ländlichen Gegenden ist dieser Trend in abgeschwächter Form zu sehen.

Ulrich

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