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Schleppender Gäubahn-Ausbau: eine Deutsch-Schweizerische Bahnallianz macht Druck in Berlin

Offensichtlich verlieren mittlerweile viele die Geduld mit der DB und Verkehrsministerium und deren nicht vorhandenen Interesse an der Gäubahn. Wenn man in der Geschwindigkeit weitermacht, dürfte der zweigleisige Ausbau wohl im 22. Jahrhundert fertiggestellt sein und daher fordert eine Allianz von IHK und Schweizer Wirtschaftsverband, endlich Fortschritte zu machen. Horb-Neckarhausen ist ja kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und dabei haben auch die Verbände noch nicht mal bemerkt, dass es sich bei der Gäubahn mittlerweile um eine Teilzeiteisenbahn handelt. Jedes Jahr ein paar Monate vollständig benutzbar und bald gar nicht mehr... Eigentlich könnte man den Betrieb auf Flixbus umstellen, wenn man ehrlich ist...
Hallo,

der Begriff "Teilzeiteisenbahn" trifft die Sache nicht ganz: Derzeit sind keine Bauarbeiten, aber heute früh verkehrt RE 17622 Rottweil - Stuttgart mit knapp 10 Minuten Verspätung. Der Folgezug IC 2286 fällt ersatzlos aus. Der nächste IC 1186 verkehrt wegen "Verzögerungen im Betriebsablauf" mit ca. 50 Minuten Verspätung...
So allmählich funktioniert die Verkehrswende - hin zum PKW.

die Gäubahn stört die Kungelkreise in Berlin

geschrieben von: ThomasR

Datum: 09.10.19 07:05

Wenn ich es so hart sage, aber das Trauerspiel gab es ja schon vor vielen Jahren. Da durfte der IC nicht in Böblingen halten, angeblich wegen der Wendezeiten, aber tatsächlich, weil die Anbindung des Großraums Stuttgart und vor allem Böblingen/Sindelfingen an Zürich Flughafen nicht zu attraktiv sein durfte. Kaum war die Swissair pleite und bei Lufthansa, ging das auf einmal. Die Swissair hatte damals Verträge mit vielen Firmen, wie Eisenmann (gerade insolvent), HP, um nur zwei zu nennen. Die flogen nämlich ab Zürich ihre Ziele in Afrika, Asien und Amerika an, was von Stuttgart aus nicht richtig ging. So flog die Swissair mehrmals täglich ,mit kleinen Jets Stuttgart-Zürich, weil die DB unwillig war, die drei Stunden aus Lugano zu erreichen. Drei Stunden ist ja auch schon lahm, mit dem Auto sind es kaum zwei und ab Böblingen/Sindelfingen noch etwas weniger.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 07:06.

Re: die Gäubahn stört die Kungelkreise in Berlin

geschrieben von: M 262

Datum: 09.10.19 07:10

ThomasR schrieb:
Wenn ich es so hart sage, aber das Trauerspiel gab es ja schon vor vielen Jahren. Da durfte der IC nicht in Böblingen halten, angeblich wegen der Wendezeiten, aber tatsächlich, weil die Anbindung des Großraums Stuttgart und vor allem Böblingen/Sindelfingen an Zürich Flughafen nicht zu attraktiv sein durfte. Kaum war die Swissair pleite und bei Lufthansa, ging das auf einmal. (...)
Sonst gehts dir gut?

Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: D-Takter

Datum: 09.10.19 09:07

Liebe Leute,

die Gäubahn ist eine der weingen Bahnlinien, entlang der sich schon lange eine Initiative der Städte aktiv einsetzt und abarbeitet.
Der Erfolgt ist allerdings bescheiden. Ursache ist die absolut kontraprodukive Politik der Bundesregierungen seit Jahrzehnten, der Bahnvorstände, die alle Kraft in den Stutgarter Tiefbahnhof versenkt haben, die Landesregierungen, die das bestens gefördert haben, und alle haben geglaubt, die Gäubahn werde davon schon ganz von selbst zweigleisig.
Nun, es ist tatsächlich nicht so sehr viel zu verdienen an den Menschen südlich des Stutgarter Speckgürtels, und schließlich fahren dort auch nur Leute mit der Bahn, die in Sindelfingen Autos bauen, und für die muss man die Bahn nicht ertüchtigen - so die Lesart der in Berlin erfolgreichen Lobby.
Und weil nicht genug zu verdienen ist, muss der ICE natürlich (!) in Böbingen durchfahren, damit er nach Kurzwendie gleich wieder zurüchfahren kann. Das ist die Logik der privatisierten Bahn.
Und jetzt droht auch noch ein mehrjärhiges Ende der Züge in Stuttgart-Vaihingen.
Geht doch: Absatzförderung für den größten Arbeitgeber an der Strecke.
Und auch das mit der Teilzeit-Bahn stimmt eben doch.
Erst am vergangenen Wochenende gab es SEV von Rottweil bis Singen. Was besonders auffällt: Betreiber des SEV ist laut Fahrplan nicht etwa DB Fernverkehr, sondern "Südbadenbus". Und natrülich reichen die Busse nicht, um die Fahrgäste wegzubrngen, wie ich aus Fahrgastbeschwerden weiß.
Aber das spielt sich ja alles in einer Region ab, die am weistesten von Berlin weg und von Stuttgat aus hinter den sieben Bergen ist.
Wann kommt hier endlich eine gute Fee vorbei?
Der D-Takter

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: Huppmann

Datum: 09.10.19 09:45

Hallo zusammen,
meinem Vorschreiber kann ich nur beipflichten, da ein paar Jahre in Rottweil tätig.
Wozu braucht es eine leistungsfähige Gäubahn zur parallelen Autobahn?
Die Bahn wurde auch erst zeitgleich zum Bau der Autobahn elektrifiziert. Ein Schelm wer...
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken. Eine neue Trasse ist dagegen viel schwieriger zu verwirklichen.
Es grüßt das Autoland BW
meint
O. Huppmann
Tag!

"Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken. Eine neue Trasse ist dagegen viel schwieriger zu verwirklichen."
Na, da werden sich noch einige Zeitgenossen wundern, wenn nach dem immer geforderten Zweispurausbau auf einmal die Fahrzeiten länger werden. Stichwort Ideallinie auf dem Planum.

Aber gegen die Fahrzeitverlängerung durch die Gäubahnkappung mit Umstiegen & Co. sind das nur Peanuts.

Viele Grüße

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-gruener-Streifen.jpg

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: cs

Datum: 09.10.19 17:33

Huppmann schrieb:
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken.
Die Tunnel bitte nicht vergessen!
Die sind weder für die heute vorgeschriebenen Gleisabstände und Rettungswegbreiten noch für zwei Gleise mit Oberleitung gebaut und müssen für eine Zweigleisigkeit aufgeweitet oder zumindest die Tunnelsohle abgesenkt werden.

Auch auf den freien Strecken ist eine Wiederherstellung der Zweigleisigkeit nicht so einfach, da (im Rahmen der Elektrifizierung?) die Kurvenradien teilweise vergrößert wurden, indem man das Gleis auf dem zweigleisigen Planum hin- und hergeschoben hat (die Kurve schneiden würde man das im Straßenverkehr nennen), d. h. das Gleis liegt mal links, mal rechts und mal in der Mitte des Planums und müsste entweder vor Erstellung des zweiten Gleises wieder in die alte Lage zurückverschoben werden oder die Trasse müsste entsprechend verbreitert und dazu Land aufgekauft werden.

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 09.10.19 18:32

cs schrieb:
Huppmann schrieb:
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken.
Die Tunnel bitte nicht vergessen!
[...]
Welche Tunnel?

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: linie7484

Datum: 09.10.19 18:56

Hadufuns schrieb:
cs schrieb:
Huppmann schrieb:
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken.
Die Tunnel bitte nicht vergessen!
[...]
Welche Tunnel?
zwischen Sulz und Grünholz:
Sulzer-Tunnel

zwischen Talhausen und Rottweil:
Hohenstein-Tunnel
Tierstein-Tunnel
Bernburg-Tunnel
Au-Tunnel

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 09.10.19 19:33

linie7484 schrieb:
Hadufuns schrieb:
cs schrieb:
Huppmann schrieb:
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken.
Die Tunnel bitte nicht vergessen!
[...]
Welche Tunnel?
zwischen Sulz und Grünholz:
Sulzer-Tunnel

zwischen Talhausen und Rottweil:
Hohenstein-Tunnel
Tierstein-Tunnel
Bernburg-Tunnel
Au-Tunnel
Die sind gerade dort wo nicht zweigleisig ausgebaut werden soll. Der Grund für den Ausbau (SPFV) dürfte sich ab 2025 darüberhinaus aber ohnehin erledigt haben. Mich würde interessieren wie der "Experte" Ulrich Grosse - der ja ein glühender Verfechter von Stuttgart-21 ist - das ganze sieht. Ich kann mich noch gut an seinen Beitrag auf facebook und anderswo erinnern, in dem ich lernen sollte dass die Gäubahn dank der neuen Streckenführung über den Flughafen großen Zeiten entgegen gehe. Die Unterbrechung sei ja nur temporär und der Fernverkehr sei dank den Verträgen mit dem Land gesichert. Diese Aussagen (auf facebook) sind gerade ein halbes Jahr alt (Stuttgarter Wahlkampf).

Die Tatsachen sehen anders aus: ab 2025 läuft die Kooperation zwischen dem Land und DB Fernverkehr aus, die Züge der Gäubahn werden (bestenfalls) noch eine Bahnsteigkante im Bereich der U-Bahn-Haltestelle Löwentorbrücke erreichen, und DB Fernverkehr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Sinn in einer Fernverkehrsanbindung Zürich - Stuttgart Löwentorbrücke sehen.

edit: Formatierung.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 19:35.

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: linie7484

Datum: 09.10.19 20:00

Hadufuns schrieb:
Die sind gerade dort wo nicht zweigleisig ausgebaut werden soll. Der Grund für den Ausbau (SPFV) dürfte sich ab 2025 darüberhinaus aber ohnehin erledigt haben. Mich würde interessieren wie der "Experte" Ulrich Grosse - der ja ein glühender Verfechter von Stuttgart-21 ist - das ganze sieht. Ich kann mich noch gut an seinen Beitrag auf facebook und anderswo erinnern, in dem ich lernen sollte dass die Gäubahn dank der neuen Streckenführung über den Flughafen großen Zeiten entgegen gehe. Die Unterbrechung sei ja nur temporär und der Fernverkehr sei dank den Verträgen mit dem Land gesichert. Diese Aussagen (auf facebook) sind gerade ein halbes Jahr alt (Stuttgarter Wahlkampf).

Die Tatsachen sehen anders aus: ab 2025 läuft die Kooperation zwischen dem Land und DB Fernverkehr aus, die Züge der Gäubahn werden (bestenfalls) noch eine Bahnsteigkante im Bereich der U-Bahn-Haltestelle Löwentorbrücke erreichen, und DB Fernverkehr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Sinn in einer Fernverkehrsanbindung Zürich - Stuttgart Löwentorbrücke sehen.

edit: Formatierung.
Unter technisch einfach zu verwirklichender zweigleisigkeit, wie weiter oben geschrieben, verstehe ich keinen abschittweisen zweigleisigen Ausbau (wie er ferzeit geplant ist), sondern einen Vollausbau. Was letztendlich tatsächlich ausgebaut wird ist ein andere Sache, bei welcher die hier beschriebenen Probleme eine nicht unerheblche Rolle spielen.

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: Pallaswiese

Datum: 09.10.19 20:28

cs schrieb:
Huppmann schrieb:
Technisch ist die Zweigleisigkeit einfach zu verwirklichen, ist die Trasse dafür noch vorhanden. Fehlen halt vor allem Brücken.
Die Tunnel bitte nicht vergessen!
Die sind weder für die heute vorgeschriebenen Gleisabstände und Rettungswegbreiten noch für zwei Gleise mit Oberleitung gebaut und müssen für eine Zweigleisigkeit aufgeweitet oder zumindest die Tunnelsohle abgesenkt werden.

Auch auf den freien Strecken ist eine Wiederherstellung der Zweigleisigkeit nicht so einfach, da (im Rahmen der Elektrifizierung?) die Kurvenradien teilweise vergrößert wurden, indem man das Gleis auf dem zweigleisigen Planum hin- und hergeschoben hat (die Kurve schneiden würde man das im Straßenverkehr nennen), d. h. das Gleis liegt mal links, mal rechts und mal in der Mitte des Planums und müsste entweder vor Erstellung des zweiten Gleises wieder in die alte Lage zurückverschoben werden oder die Trasse müsste entsprechend verbreitert und dazu Land aufgekauft werden.
Nun ja, dann wird halt gekauft.
Als vor Ewigkeiten die Parallelautobahn B 27 ausgebaut wurde, da wurde gebrückt und getunnelt und auf neuer Trasse verlegt, dass es eine wahre Autofahrerfreude war.
Wenn man will, geht das also.

Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf http://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
Neueste Seite: Goddelau-Erfelden, Nordseite (überarbeitet).
Mein DSO-Inhaltsverzeichnis.
N'Abend.

Schon kurios, da eine Fernstrecke auf den letzten Metern vor der Stadt enden lassen zu wollen. Doch es gäbe ja die Möglichkeit den Fernverkehr ab Horb über Tübingen und Plochingen umzuleiten. Fehlt halt nur so eine Kleinigkeit wie die Strippe und der Bau zusätzlicher Begegnungsstellen. Eigentlich keine Raketenwissenschaft und doch scheinen das zu große Herausforderungen für die Eisenbahn von heute zu sein.

Eine grüne Regierung in BaWü, ja das wäre mal was. ;-)

Grüßle,
Dirk

[Tante Edit: Huch, mein Telefon kennt Horb nicht. Naja, geht Verkehrspolitikern ähnlich...]



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 20:55.

Re: Doch ein Trauerspiel

geschrieben von: VT

Datum: 09.10.19 21:08

Zwischen Sulz und Rottweil haben die Gemeinden geschickter weise die (land-)wirtschaftlich eher uninteressanten Flächen im Tal zu FFH bzw. Natura 2000 Gebieten gemacht.
Kaufen kannst da, aber bauen nur unter Auflagen. Ich denke das Anlegen von Baustraße usw. kannst du dann vergessen. Ebenso bauen zur Brutzeit.
Ich glaube die Finanzierung der Elektrifizierung dieser Strecke dürfte gesichert sein, habe aber gerade keine Quelle zur Hand. Beim Thema Gäubahn sind die Stuttgarter Grünen aber auch die einzigen Grünen die man bashen sollte, die haben es - auf die freiwerdenden Flächen des Hauptbahnhofs geifernd - letztendlich verbockt.

Re: die Gäubahn stört die Kungelkreise in Berlin

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 09.10.19 22:47

ThomasR schrieb:
Wenn ich es so hart sage, aber das Trauerspiel gab es ja schon vor vielen Jahren. Da durfte der IC nicht in Böblingen halten, angeblich wegen der Wendezeiten, aber tatsächlich, weil die Anbindung des Großraums Stuttgart und vor allem Böblingen/Sindelfingen an Zürich Flughafen nicht zu attraktiv sein durfte. Kaum war die Swissair pleite und bei Lufthansa, ging das auf einmal. Die Swissair hatte damals Verträge mit vielen Firmen, wie Eisenmann (gerade insolvent), HP, um nur zwei zu nennen. Die flogen nämlich ab Zürich ihre Ziele in Afrika, Asien und Amerika an, was von Stuttgart aus nicht richtig ging. So flog die Swissair mehrmals täglich ,mit kleinen Jets Stuttgart-Zürich, weil die DB unwillig war, die drei Stunden aus Lugano zu erreichen. Drei Stunden ist ja auch schon lahm, mit dem Auto sind es kaum zwei und ab Böblingen/Sindelfingen noch etwas weniger.
Kuriose Verschwörungstheorie...
Das "Problem" hiess einfach DB, die wollte ihre teuren ICE-T nicht auf der nachfrageschwachen Gäubahn vergammeln lassen, sondern auf lukrativen Strecken einsetzen. Daher sollten einige ICE-Verbindungen nach dem Willen der DB ersatzlos gestrichen werden. Auf Druck des Landes und der SBB wurde dann doch eine andere Lösung gefunden, mit Einführung von Kurzwenden und einer Taktabweichung konnten doch (erstmal) alle Züge erhalten werden, die DB konnte aber trotzdem einen ICE-T einsparen und auf andere Strecken versetzen. Die Wendezeit in Stuttgart auf den Gegenzug hätte aber bei unverändertem Fahrplan nur 3 min betragen, durch Streichen des Haltes in Böblingen konnte sie auf 8 min verlängert werden.
Mit den Achsproblemen der ICE-T musste die Kurzwende aufgegeben werden und als dann absehbar war, dass das eine längere Sache wird hielten die Züge auch wieder in Böblingen.

Ein Problem war schon, dass viele Politiker wegen der Schönrederei von S 21 den Kampf für Gäubahnausbau vernachlässigen mussten. Da hiess es dann, wenn S 21 kommt, wird automatisch die Gäubahn ausgebaut, ohne S 21 wird es keinen Ausbau geben. Mit S 21 kehren die Neigezüge zurück, ohne S 21 nicht. Ohne S 21 werden die Fernzüge nicht in Böblingen halten können.
Mit dieser Argumentation hat man sich gigantische Fahrzeitverkürzung "durch" S 21 zusammenphantasiert. Da war man dann durch S 21 fast eine Stunde schneller am Flughafen und ca. 15 min schneller in Stuttgart. Diese Argumentation haben sich viele S 21-Befürworter zueigen gemacht (auch solche hier im Forum, die es besser wissen müssten). Nur wenn das angeblich alles mit S 21 in trockenen Tüchern ist, kann man ja nicht gleichzeitig den wichtigen langjährigen Druck auf Berlin ausüben, der eigentlich nötig ist, um den Verkehrsminister Geld für Eisenbahnprojekte abseits der Magistralen abzuringen.

S 21 wird jetzt gebaut. Aber die Gäubahn erst Mal nicht ausgebaut. Neigezüge kommen wegen S 21 doch nicht zurück. Und überraschenderweise halten Fernzüge heute schon wieder in Böblingen. Dafür werden wegen S 21 jahrelang keine Fernzüge Zürich-Stuttgart fahren können und wegen Umstieg und Fahrzeitverlängerung (+ggf. Anschlussbruch) einige Fahrgäste kosten.
Fahrzeitverkürzung nach Stuttgart wegen S 21 gibt es "überraschend" doch nicht. Zum Flughafen ist man "überraschend" doch nur ca. 15 min schneller statt 55 min.

Beim zweigleisigen Ausbau muss man aber neben den Kurven entlang der Strecke auch die doch recht zahlreichen Kreuzungsbahnhöfe betrachten. Dort gibt es heute relativ viele Bogenweichen, die Neigezüge ausbremsen. Beim zweigleisigen Ausbau würden die verschwinden/verschoben und würden in den (heutigen) Bahnhöfen eine höhere Vmax erlauben und zudem manches Bremse/Beschleunigen eliminieren.
Zudem nützt das verschieben der Gleismitte vor allem etwas bei kurzen Kurven, bei längeren Kurven/grösseren Winkeländerungen ist der Geschwindigkeitsgewinn eher gering

Viele Grüsse

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 22:49.
Nabend,

ich kann die Idee, die IC über Tübingen nach Stuttgart umzuleiten, als Kreis-Tübinger nur gutheißen, zumal auf dem weiteren Weg ja auch noch gewisse und gar nicht so ganz kleine Städte wie Reutlingen, Metzingen und Nürtingen liegen, die doch auch für 1,2 Fahrgäste sorgen könnten...

Aber worüber ich bislang noch nie was gehört oder gelesen habe ist eine denkbare temporäre Umleitung der Gäubahn-IC ab Böblingen über Renningen und Zuffenhausen nach Stuttgart, so, wie während der Sommerferien baustellenbrdingt praktiziert...

Was spricht da denn realistisch dagegen?

Gruß
Heimatbahnhof
Heimatbahnhof schrieb:
[...]
Aber worüber ich bislang noch nie was gehört oder gelesen habe ist eine denkbare temporäre Umleitung der Gäubahn-IC ab Böblingen über Renningen und Zuffenhausen nach Stuttgart, so, wie während der Sommerferien baustellenbrdingt praktiziert...

Was spricht da denn realistisch dagegen?
[...]
Der Spurplan des Bahnhof Zuffenhausen und die Abbindung der Strecke 4801 vom (zukünftigen) Hauptbahnhof. Letztere Maßnahme wurde übrigens als Vorteil verkauft, die Abwicklung der S-Bahn würde durch die Unmöglichkeit weiterhin Mischverkehr auf der Strecke 4801 durchzuführen stabiler werden.

Hat aber auch sein Gutes, über einen Metropolexpress Calw - Stuttgart muss man sich somit auch nicht mehr den Kopf zerbrechen.

Doppelspurinsel senkt Streckenkapazität

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 10.10.19 00:21

Hallo,

Der Sparausbau führt auch dazu dass, je nach betrachtetem Betriebsprogramm, die Streckenkapazität sinkt. Der Bahnhof Neckarhausen wird zur Überleitstelle, und zwischen Horb und Neckarhausen wird es keine Blocksignale geben. GWB soll es auch nicht geben, und die Erneuerung des Stellwerksmuseums Horb sowieso gleich dreimal nicht.

Hadufuns



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 00:23.

Seiten: 1 2 All

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