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ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: RenateMD

Datum: 08.10.19 11:00

Hallo zusammen,

zufällig bin ich über das Stammforum der OHE und Eisebahn in Nordost-Niedersachsen generell auf einen Zeitungsartikel der AZ gestoßen: Klick
Zitat:
Derzeit wird die Option diskutiert, das Gesamtnetz der OHE zu kaufen“, heißt es auf IK-Anfrage aus dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr (MW). Es gehe dabei um das „Ob“ und um das „Wie“, die Frage der Eigentümerform sei „nachrangig“. Weitere Gespräche des MW mit der OHE seien in Vorbereitung.
Das sind interessante Neuigkeiten. Konkret geht es um Strecken wie Celle-Wittingen, Lüneburg-Hützel und weitere, die von der Netinera-Tochter OHE seit Jahren betrieben werden und dem Verfall ausgesetzt sind - ob es an der Unwirtschaftlichkeit der Strecken oder dem Unwille der italienischen Mutter liegt sei mal dahingestellt. Nebenbei: Netinera gehört auch die Metronom-Gesellschaft zum Teil.
Sollten die Strecken wirklich verstaatlicht werden, würde dies mit erheblichen Investitionen einhergehen und wäre sicherlich ein rares Beispiel für Eisenbahnpolitik auf Länder-Ebene. Kennt ihr weitere Projekte (ausgeschlossen die Landesnahverkehrgesellschaften)?

Was sind eure Gedanken dazu / Kann jemand mehr dazu beitragen?

Liebe Grüße
Renate



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.19 11:00.

Re: ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: Martinmuetzel

Datum: 08.10.19 11:12

Tja, die Privatisierung 2007 war wohl ein Fehler.
Grüße
Martin

Re: ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: 120003-9

Datum: 08.10.19 11:23

Das Thema stand 2006 im Zusammenhang mit den Haushaltsverhandlungen des Landes Niedersachsen auf der Tagesordnung. Obwohl es viele warnende Stimmen gegen eine Privatisierung der landeseigenen Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) AG - damals i.Ü. als größten Gesellschafter des metronom - gab, setzten die regierungstragenden Fraktionen (CDU und FDP) ihre Position durch. Im April 2007 übernahm schließlich die Arriva-Bachstein GmbH die Mehrheit der OHE vom Land Niedersachsen. Neben dem Verlust des Einflusses bei der OHE machten sich Landtagsopposition, Verbände und Gewerkschaften ernste Sorgen um die Zukunft der 320 Kilometer OHE-Streckeninfrastruktur. Keinem privaten Investor traute man zu, sich langfristig für den Erhalt des umfangreichen Schienennetzes zu engagieren. Bei der Entscheidung zum Verkauf der OHE spielten letztlich verkehrspolitische Erwägungen keine tragende Rolle.

aus "Niedersachsens große und kleine Strecken" (2015): [www.lautundgleise.de]
[forum.kdtroeger.de]
Letzter Artikel im Baum sagt schon einiges dazu aus.
Gruß aus Lehrte

Re: ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: ETLA

Datum: 08.10.19 11:35

Moin,
die Privatisierung war ein Riesenfehler (auch die der KVG). Es war doch jedem damaligen Entscheider (CDU und FDP) klar, dass damit einige Strecken nach 10 Jahren(Sicherung durch Vertrag) "abgerissen" werden; dann sind sind sie(die Entscheider) dafür nicht mehr verantwortlich.
Wäre es nicht sinnvoll, wenn alle zur Zeit nicht genutzten Bahntrassen grundsätzlich in öffentlicher Hand bleiben und damit auch nicht entwidmet werden?
Warum müssen wir unser "Eigentum" verkaufen und dieses in der Zukunft evt. für teures Geld wieder zurück holen?
Herbstgrüße

Doch!

geschrieben von: Doppeler

Datum: 08.10.19 18:39

Der Verkauf der OHE - Strecken, für den der damalige niedersächsische F.D.P.-Wirtschaftsminister treibende Kraft war, hatte sehr wohl verkehrspolitische Gründe.

In den Augen der neoliberalen Partei der Besserverdienenden ist eben Schienenverkehr zumindest in der Fläche Teufelszeug, steht er doch in Konkurrenz zum hochgejubelten Straßenverkehr.

Jetzt sieht man, was diese Partei mit ihrer hervorragenden Politik geschafft hat, und jetzt ist der Schaden da und das Gejammer groß.

Re: ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: Brettho

Datum: 08.10.19 18:48

[quote=RenateMD schrieb:]

[/quote] Das sind interessante Neuigkeiten. Konkret geht es um Strecken wie Celle-Wittingen, Lüneburg-Hützel und weitere, die von der Netinera-Tochter OHE seit Jahren betrieben werden und dem Verfall ausgesetzt sind - ob es an der Unwirtschaftlichkeit der Strecken oder dem Unwille der italienischen Mutter liegt sei mal dahingestellt. Nebenbei: Netinera gehört auch die Metronom-Gesellschaft zum Teil.

[/quote]


Hallo zusammen,

das die OHE ihre Strecken seit Jahren dem Verfall preisgeben, kann ich so nicht bestätigen. Zumindest von Celle über Soltau und Winsen nach Niedermarschacht sowie von Hützel nach Lüneburg ist dieses Jahr der Unkrautspritzzug gefahren. (wie gewöhnlich jedes Jahr...)

Lange Zeit galt der Abschnitt Hützel - Lüneburg als Sorgenkind, doch seitdem der EVB-Containerzug nach Harber dort fährt, wurde auch wieder etwas an der Strecke gemacht.

https://abload.de/img/dsc_0579wejpf.jpg

Am 17. Juli 2018 waren die HVLE-Loks V160.6 und V160.3 mit einem Schotterzug von Soltau Süd nach Lüneburg Süd unterwegs (Foto im Bahnhof Hambostel). Es wurde Schotter ausgebracht - die entsprechenden Abschnitte wurden kurz darauf gestopft. Defekte Schwellen wurden auch getauscht.

Derzeit ist der Abschnitt Groß Oesingen - Wittingen Hafen ohne planmäßigen Verkehr (vom Abstellerverkehr mal abgesehen). Das sieht man diesem Abschnitt auch an....

Ansonsten muss man lobend erwähnen, das man bei der OHE regelmäßig Grünschnitt entlang der Strecken durchführt. Das ist gerade in den Bereichen der technisch nicht gesicherten Bahnübergänge auch dringend erforderlich (Sichtdreiecke). Daher kann so manche DB-Strecke vor Neid erblassen, wie frei es neben den Gleisen der OHE teilweise ist....

Das der Verkauf der OHE an Arriva damals ein Riesenfehler der Landespolitik war, ist ja bekannt. OHE-Cargo wurde durch Netinera abgewickelt und was aus OHE-Netz wird, muss man sehen....

Gruß aus Celle,
Thorsten Bretschneider

Re: ZM: OHE - Verstaatlichung durch Niedersachsen?

geschrieben von: Kevin17

Datum: 08.10.19 19:50

Hallo,

Verstattlichen ist groß in Mode, wir in Berlin, haben "Kleckerbeträge" bei der Privatisierung von Wohnungen erlöst und geben jetzt Mrd. Eur für den Rückkauf aus.

Für die Verkehrswende unter R 2 G (Kommunisten,Sozis, Die Grünen) Kein Geld da, Kein Projekt in Aussicht.

Als wir noch CDU Regierende Bürgermeister von Berlin hatten, kam die U-Bahn U 7 Berlin-Spandau, die Wannseebahn (S-Bahn), die S-Bahn nach B-Frohnau etc. wurde am 9.1.1984 die Berliner S-Bahn durch die BVG von der DR übernommen und es wurden 480 bestellt und 1986 geliefert, dann kam die Serienproduktion...
Heute nichts, nicht Mal ca. 500 m Straßenbahn M 21 zum B-Ostkreuz oder die "paar Meter" für eine Straßenbahn in die Turmstraße.

Das der GV nicht wirtschaftlich ist schon 1958 von der DB (Behördenbahn) festgestellt worden, wurde vom PV und durch die Mineralölsteuer subventioniert.

Bei der Verstaatlichtlichung wird´s nicht besser, siehe auch Goerzbahn in Berlin.
Solange der Lkw Kutscher mit ca. 3,00 € die Stunde seinen 500 Stunden im Monat seinen Job macht, bleibt für die Bahn nichts zu fahren!

Gruß
Kevin 17

Na na na! Sachlich bleiben!

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 08.10.19 21:04

Daß die S-Bahn immerhin schon vier Jahre nach dem Reichsbahner-Streik von der BVG übernommen wurde, ist nun wirklich und wahrhaftig nicht das Verdienst der CDU! Ohne den massiven Druck der Straße würde heute in Berlin keine S-Bahn mehr fahren, wenn es nach Diepgen und seinen Mannen gegangen wäre. Und auch die ganzen "Privatisierungen" staatlicher oder kommunaler Unternehmen deutschlandweit in den neunziger und nuller Jahren, die alle den gleichen Nährboden hatten ("Der Kapitalismus hat gesiegt"), fand meistens unter der Ägide irgendwelcher CDU-Regenten unter lebhaftestem Beifall der FDP statt. Später allerdings zugegebenermaßen auch unter Schröder, einem Mann, von dem ich bis heute nicht weiß, was der in der SPD zu suchen hatte.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Die Idee einer Infrastrukturgesellschaft ist nicht neu..

geschrieben von: 9015

Datum: 09.10.19 01:33

RenateMD schrieb:
Hallo zusammen,

zufällig bin ich über das Stammforum der OHE und Eisebahn in Nordost-Niedersachsen generell auf einen Zeitungsartikel der AZ gestoßen: Klick
Zitat:
Derzeit wird die Option diskutiert, das Gesamtnetz der OHE zu kaufen“, heißt es auf IK-Anfrage aus dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr (MW). Es gehe dabei um das „Ob“ und um das „Wie“, die Frage der Eigentümerform sei „nachrangig“. Weitere Gespräche des MW mit der OHE seien in Vorbereitung.
Das sind interessante Neuigkeiten...
Wirklich neu kann man das Ganze nicht nennen. Das Gründen einer Infrastrukturgesellschaft stand schon länger im Raum. Seit mindestens 2016 sei das Land Niedersachsen mit der OHE im Gespräch, siehe Drucksache 17/6066 (Link wird nachgereicht). Bisher ist kein Ergebnis zu vermelden gewesen.
Dennoch ist zu erwähnen, dass momentan wenig OHE-Strecken stilllegungsgefährdet sind. Die Anzahl der gefährdeten Strecken ist von fünf auf zwei geschrumpft, siehe der von mir verfassten Übersicht, auf die User "block blauer see" in diesem Thread verwiesen hat.
Der Grund für diese Entwicklung sind eindeutig die neuen Verkehre auf den Strecken. Einerseits ist die Bedienung des Anschlusses Harber in Soltau zu nennen, andererseits sind die Baustofftransporte von/nach Winsen (Luhe) nicht zu vernachlässigen.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 01:37.