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Angemeldet: -

kmueller schrieb:
FTB schrieb:
> Ist das so abwegig, wenn man weiß, dass die DB
jährlich Milliarden Unterstützung seitens des Staates
erhält?

Warum soll für die DB per se schlecht sein, was für alle anderen Konzerne eine Selbstverständlichkeit ist? Irgendwie kann ich dahinter keine Logik erkennen....
Logisch wäre nach deinen Ausführungen, wenn auch Flix ein paar Milliarden bekäme.
Die kriegen schon die Kapitalgeber.

Die SBB verkauft keine Fahrkarten der Konkurrenz!

geschrieben von: D 2027

Datum: 11.08.19 13:00

Falk12 schrieb:
in der Schweiz muss die SBB auch sämtliche Fahrkarten der Konkurrenz und umgekehrt verkaufen, was ist das Problem???
Du weisst aber schon, was der direkte Verkehr und der VöV sind. Kleiner Tip: es ist etwas komplett anderes als die DB vs. F...train und deshalb sind SBB und die ganzen KTU auch keine Konkurrenz sondern Partner; kann man z.B. hier nachlesen: [www.voev.ch]

Gruss
Erik

"Der Bierzeltfrosch hört gern Ernst Mosch und sagt zu seiner Fröschin: Wenn Du Durst hast, lösch ihn!"

Wiglaf Droste (1961 - 2019)

war da nicht mal ein Kartellverfahren gegen DB Vertrieb?

geschrieben von: ThomasR

Datum: 11.08.19 13:22

da war doch mal was wegen asymmetrischer Provisionen und so. Gab es da nicht ein Verfahren und eine Untersagung?
Thomas_Lammpe schrieb:
Die Grünen wollen den Wettbewerb von Fernzügen stärken, indem die DB verpflichtet wird, Fahrkarten der Konkurrenz - wie Flixtrain - zu verkaufen, Wettbewerber eine Art "Erstzugriffsrecht" auf Trassen bekommen und die Trassengebühren halbiert werden.

Quelle:
[www.handelsblatt.com]
Da Andre Schwämmlein selbst Mitglied der Grünen ist, überrascht so eine Forderung zunächst einmal nicht. Die Idee an sich ist gar nicht mal so schlecht und würde richtig rund, wenn FlixBus andererseits die Tickets seiner Wettbewerber verkaufen würde. Ob diese Idee bei den Grünen wohl in ähnlicher Form verfangen kann?
162 005 schrieb:
VT605 schrieb:
Thomas_Lammpe schrieb:
Die Grünen wollen den Wettbewerb von Fernzügen stärken, indem die DB verpflichtet wird, Fahrkarten der Konkurrenz - wie Flixtrain - zu verkaufen, Wettbewerber eine Art "Erstzugriffsrecht" auf Trassen bekommen und die Trassengebühren halbiert werden.

Quelle:
[www.handelsblatt.com]
Genau, Flixtrain fährt dann in den Sprintertrassen mit ihren 140-160 km/h-Schrottwagen, das ist es bestimmt was die Mehrheit der Reisenden will. Da laufen wirklich nur noch Ahnungslose in der Politik rum.
Abgesehen davon, dass Flixtrain keine Wagen besitzt, sowie keine Loks, aber die EVU, BTE und Locomore, haben keine Wagen die nur 140 fahren und Flix fahren, BTE hat zwar auch 160er Wagen, aber vorzugsweise haben die mehr 200er Wagen.
Interessant daran wäre, dass BTE und LeoExpress die Angebote/Leistungen dann auch selbst vermarkten könnten. Warum noch als Auftragnehmer für einen Dritten tätig sein? Man hat die Fahrzeuge und das Personal und einen reichweiten starken Vertriebskanal via DB Fernverkehr.

Wer ist Oliver Krischer?

geschrieben von: RailServ

Datum: 11.08.19 16:29

Winterkind schrieb:
Liest man den verlinkten Artikel, handelt es sich um eine Äußerung eines Abgeordneten gegenüber dem Spiegel. Also nicht mal ein Parteitagsbeschluss, wobei selbst diese mitunter kurios zu Stande kommen und bald revidiert werden.

Also ist es ehrlicher zu sagen, der Abgeordnete Krischer hat gesagt, als die Grünen wollen...

Also wenn es euch beruhigt, mindestens ein Grüner will das nicht. ;)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Oliver_Krischer

Ich hänge den Link zu Oliver Krischer jetzt einfach mal unter Deine Antwort.

Keine Ahnung warum in der Politik immer wieder Menschen besonders auffallen, bei denen ich mir denke, was habt ihr eigentlich das Leben über geleistet? So geht es mir bei Kevin Kühnert und zuvor bereits bei Andrea Nahles und Katrin Göring-Eckhardt.

Mal schauen ob die Verkehrsexperten innerhalb der Grünen dies genau so sehen wie o. g. Bundestagsabgeordneter.
Falk12 schrieb:
ifra schrieb:
... und wird im Gegenzug Flixtrain dann die Fahrkarten für die DB Fernverkehr verkaufen?
Hallo,

in der Schweiz muss die SBB auch sämtliche Fahrkarten der Konkurrenz und umgekehrt verkaufen, was ist das Problem???
Ich sehe da gar kein Problem. Fragt sich eben nur ob das beide Seiten überhaupt wollen. Für den Kunden würden die angebotenen Leistungen/Auswahlmöglichkeiten zwischen A und B auf jeden Fall transparenter.

Richtig interessant wird es aber erst, wenn auch die Teilstrecken die im Nahverkehr befahren werden anzubieten sind. Mit dem Regionalzug von Burghausen nach München, mit dem Fernbus weiter nach Karlsruhe, mit dem ICE nach Offenburg und dem Regionalzug nach Hausach. Bekommt das FlixBus hin?

Die „FDP mit Fahrrad“

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 11.08.19 18:10

...macht einen auf super-neoliberal und schadet damit dem Schienenverkehr mehr als sie ihm nutzt. Aber die befürworten ja mittlerweile auch jeden Kriegseinsatz „out-of-area“ den die USA ihnen befiehlt. Wenns dabei ein Pöstchen rausspringt, werden sie auch dem Einsatz von Glyphosat etc. zustimmen. Und neue Atomkraftwerke zum „Klimaschutz“ würden sie wohl auch hinnehmen, wenn sie dafür nach der nächsten Wahl den Kanzler stellen dürfen. Aber back to topic, woher nehmen die eigentlich den naiven, und schon vielfach in der Praxis widerlegten, Glauben, dass alles besser wird, wenn man nur ordentlich öffentliche Gelder in private Taschen schaufelt?

Wettbewerb ist für den

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 11.08.19 18:18

...Allerwertesten, wenn es um staatlich subventionierte Dienstleistungen geht. Das führt nur zu einem Negativwettbewerb bei Löhnen, Arbeitsbedingungen und der Qualität der Dienstleistungen. Natürlich „spart“ der Staat dabei, aber diese „Ersparnisse“ führen dann sofort zu Forderungen des Kapitals nach Senkung der Unternehmenssteuern.

Re: Wer ist Oliver Krischer?

geschrieben von: M 262

Datum: 11.08.19 18:21

RailServ schrieb:
Winterkind schrieb:
Liest man den verlinkten Artikel, handelt es sich um eine Äußerung eines Abgeordneten gegenüber dem Spiegel. Also nicht mal ein Parteitagsbeschluss, wobei selbst diese mitunter kurios zu Stande kommen und bald revidiert werden.

Also ist es ehrlicher zu sagen, der Abgeordnete Krischer hat gesagt, als die Grünen wollen...

Also wenn es euch beruhigt, mindestens ein Grüner will das nicht. ;)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Oliver_Krischer

Ich hänge den Link zu Oliver Krischer jetzt einfach mal unter Deine Antwort. (...)
Was ist das denn fürn Opfer?

Re: Wer ist Oliver Krischer?

geschrieben von: PatrickBln

Datum: 11.08.19 19:25

M 262 schrieb:
Was ist das denn fürn Opfer?
Was ist das denn fürn Opfer?

Du bedienst dich ja wirklich eine exquisiter Wortwahl und bist offenbar voller Wertschätzung gegenüber deiner Mitmenschen.

Großes Kompliment.

https://farm1.staticflickr.com/869/27921841298_515929d3d5_c.jpg
Strizie schrieb:
Die ICE-Linie 10 fährt nur zwischen Wolfsburg und Berlin-Spandau mit 250 km/h und das nicht mal durchgängig.
Von Düsseldorf/Köln bis Wolfsburg fährt man nicht schneller als 200 km/h.
Der effektive Fahrzeitgewinn gegenüber herkömmlichen 200 km/h-Zügen beträgt hier sagenhafte 5-10 Minuten und dafür setzt man extra HGV-Züge ein welche kaum aus dem Quark kommen. Mit spurstarken 200 km/h-Zügen wäre man hier nahezu gleichschnell.

Das Flixtrain da mit 160-200 km/h-Zügen sehr gut mithalten kann zeigt eigentlich nur, dass bei DB Fernverkehr gewaltig etwas schief läuft. Man hat nur die Umstellung der klassischen IC-Linien auf ICE im Kopf und das HGV-Züge in Anschaffung und Wartung teurer sind als klassische 200 km/h-Züge braucht man kaum zu erwähnen. Ein Unternehmen welches Gewinne erwirtschaften muss setzt keine 250 km/h schnellen Züge ein auf Routen wo der effektive Fahrzeitvorteil über die Gesamtroute bei 10-30 Minuten liegt.
Dann erklär mir mal bitte Folgendes (Fahrzeiten entnommen vom 30.5.2019, willkürlich aus dem RIS, vor der Sperrung der SFS Göttingen-Hannover, für die L13 als perfekter Vergleich zum Flixtrain nach Berlin)
Frankfurt (M) Süd:
ICE1590, ICE-T, Vmax 230km/h, 2-stdl. ICE Taktlinie 13 (keine Sprinterlinie, fährt via Fulda-Kassel-Göttingen-Hildesheim-Braunschweig):
ab Ffm Süd 8:20; Berlin Hbf an 12:26, Fahrzeit 4:06

FLX32622, Vmax 200km/h, via Fulda - Kassel - Göttingen - Hannover Laatzen - Güterumfahrung - Wofsburg (das ist der schnellere Weg ggü. Hildesheim-Braunschweig!)
ab Ffm Süd 8:28; Berlin Hbf an 13:04, Fahrzeit 4:36

Selbst der antriebslahme ICE-T mit einer Vmax von "nur" 230 km/h nimmt dem 200km/h schnellen Flixtrain mal eben 30 Minuten ab. Und wo macht er das? Genau, auf den SFS... Wir reden von einem ICE-T.. 30 Minuten schneller.
Und das nennst Du "gut mithalten"? Die L12 (ICE4) ist übrigens noch schneller, hat dafür zusätzlichen Halt in Spandau, damit die L12 und L13 zwischen Fulda und Berlin Hbf einen exakten Stundentakt (Taktsymetrie) ergeben.


Strizie schrieb:
Zitat:
Der effektive Fahrzeitgewinn gegenüber herkömmlichen 200 km/h-Zügen beträgt hier sagenhafte 5-10 Minuten und dafür setzt man extra HGV-Züge ein welche kaum aus dem Quark kommen. Mit spurstarken 200 km/h-Zügen wäre man hier nahezu gleichschnell.

Bei den ICE-Linien 12, 20 und 22 ist es auch so. Von Stuttgart nach Mannheim schaffen es 200 km/h-Züge Nonstop in 42 Minuten der ICE ist nicht wesentlich schneller. Bei Basel-Mannheim spielt es gar keine Rolle ob heute oder später, wenn die Rheintalbahn mal fertig sein sollte. Von Fulda bis Hildesheim ist der Fahrzeitgewinn auch marginal.
Als wegen dem ICE1 Mangel 2015/2016 mal mehrere Züge der L22 zwischen Stuttgart und Hamburg auf ICmod Garnituren (mit 101 an beiden Zugenden) umgestellt wurden, gab es ein einziges Streichkonzert. Zwischen Stuttgart und Ffm wurde der Halt am Flughafen gestrichen, zwischen Frankfurt und Hannover der Halt in Göttingen. Und trotzdem waren die Züge zwischen Ffm und Hannover mindestens 10 Minuten verspätet. Sprich, eine Wagengarnitur mit Vmax 200km/h ist ggü. dem ICE1/ICE4 zwischen Fulda und Hannover mindestens 15 Minuten langsamer...trotz 2 x BR 101 im Sandwichbetrieb. Und das auch nur bei "grüner Welle". Passt sehr gut zum Vergleich ICE1590 vs FLX32622.

Du kannst Dir deine Fantasiewelt schön reden. Sie hält keinem Faktencheck stand. Und ein Blick in den Deutschlandtakt genügt um zu sehen, dass die ITF Kantenfahrzeit von 75 Minuten zwischen Mannheim und Ulm eine 200km/h schnelle IC Garnitur dies schlicht nicht schafft. Du zerschiesst damit schlicht einen ITF Knoten, entweder in Mannheim, oder in Ulm.

Und genau deswegen werden 200km/h schnelle Wagengarituren im Deutschlandtakt nur noch auf "FR" Linien verkehren...

Re: Genau die richtige Frage

geschrieben von: Adenosin

Datum: 11.08.19 21:15

kmueller schrieb:
Endbahnhof schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
Dann soll Flix auch DB-Tarife verkaufen, und zwar nicht nur Hamburg - Köln, sondern auch Süderbrarup - Euskirchen.
Castrop-Rauxel - Norderney oder Gammertingen - Wangerooge wird auch gern genommen. Am besten nach Norderney noch mit Kofferversand bei Hermes und Autoverlad auf das Schiff.
Der Flix-Computer macht das im Handumdrehen, Abziehen der Provision eingeschlossen. Warum wohl will die DB nicht, daß man auf diese Weise ihren teuren Verkaufsapparat entlastet?
Ähm... nein! Das macht der Flix-Computer ganz bestimmt nicht im Handumdrehen. Den DB-Tarif mit all seinen Feinheiten, Kniffen und Stolpersteinen korrekt zu verkaufen., das tut sich doch keiner freiwillig an!
Außer natürlich die Transdev Vertrieb... und die holt sich (dem Vernehmen nach) 'ne ziemlich blutige Nase damit.

Und nein: ich will hier keine Diskussion darüber lostreten, dass die BB DB entschlackt werden sollten (dem stimme ich natürlich zu), sondern will nur darauf hinweisen, dass es keine Freude ist, diesen Tarif zu verkaufen.
agw schrieb:VT605 schrieb:
VT605 schrieb:
gastronomie1916 schrieb:
VT605 schrieb:
Zitat:
Genau, Flixtrain fährt dann in den Sprintertrassen mit ihren 140-160 km/h-Schrottwagen,
Auf den SFS-Strecken wird sogar mit 200 km/h Wagen gefahren... Stell dir das mal vor!
Und da sie mit den paar Kisten nicht weit kommen hat die DB ihnen am besten noch kostenlos einige Wagen, oder besser gleich ICE, zur Verfügung zu stellen. Das ganze nennt sich dann "Wettbewerb oder freie Marktwirtschaft", lachhaft.
Die private DB AG hat ihre ICE1 ja auch nicht selber bestellt. Die kamen einfach so mit.
Besser wäre es gewesen, damals den GB Traktion auszugliedern. Dann hätte die private DB FV die Wagen vom Staat mieten können, oder eben wer anders.
Das ist doch Folklore.
Richtig ist: Man hat mit der Bahnreform der neugegründeten Deutschen Bahn AG einen Rucksack gepackt, mit einigen Goldstücken, aber auch mit einer ganzen Menge Lasten. Heute einseitig das Paket aufzuschnüren und dabei nur die Goldstücke betrachten, aber nicht die Lasten, ist einfach nicht sachgerecht.


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin
ThomasR schrieb:
da war doch mal was wegen asymmetrischer Provisionen und so. Gab es da nicht ein Verfahren und eine Untersagung?
Ja, das ist aber schon ein paar Jahre her. Kurz zusammengefasst (und hoffentlich richtig in Erinnerung) ging es zum einen darum, dass die NE-Bahnen auch Fahrkarten für den Fernverkehr verkaufen wollten. Dies wird ihnen mittlerweile ermöglicht.

Und zum anderen gab es tatsächlich unterschiedliche Provisionen: Hat eine NE-Bahn Fahrkarten für die DB verkauft, musste die DB weniger Provision bezahlen, als im umgekehrten Fall (also hat die DB Vertrieb für die NE-Bahn verkauft, musste die NE-Bahn einen höheren Provisionssatz bezahlen).

In diesem Kartellamtsverfahren ging es allerdings um den DB-Tarif, den ja alle NE-Bahnen anerkennen (vom Prinzip her wie ein Verkehrsverbund).

Das ist aber mit Flixtrain nicht vergleichbar, da Flixtrain seinen eigenen Haustarif besitzt und DB und Flixtrain gegenseitig nicht ihre Tarife anerkennen.
... ist sicherlich ein wichtiger Aspekt, um die Eisenbahn als Verkehrsmittel ohne große Hürden nutzbar zu machen ("niederschwelliger Zugang").

Ich habe mir lange überlegt, an welchen Beitrag ich das anhängen soll, habe mich dann am Schluss entschieden einen weiteren Ast an diesen (Beitrags-)Baum "anzuschrauben".

Ich kann nun aus dem im Ausgangsbeitrag von Thomas Lammpe verlinkten Handelsblatt-Artikel nicht erkennen, dass die Verbesserung der Bahn-Nutzbarkeit auch nur ansatzweise das Ziel von Oliver Krischer ist; es ist nur von einer Stärkung des Wettbewerbs die Rede.

Notabene: Oliver Krischer ist nicht irgendwer, nicht irgendein Hinterbänkler (derer es in allen Parteien genügend gibt, die unbedingt während der Sommerpause ihren Namen in der Zeitung lesen müssen, weil sie ihn sonst nach der Sommerpause nicht mehr wisse). Die Ausrede der Grünen-Anhäger in diesem Beitragsbaum (die argumentativ nichts mehr zur Rechtfertigung dieses Schwachsinns beitragen konnten oder wollten), dass es sich um eine Einzelmeinung handelt, kann und will ich nicht folgen. Richtig ist: Der Bundestagsabgeorndete Oliver Krischer ist stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion und hat in seiner Partei etwas zu sagen. Seine Aussagen müssen also leider ernst genommen werden.

Es offenbart sich hier eine bei vielen Grünen-Politikern (wie zum Beispiel auch dem früheren Bundestags-Verkehrsausschuss-Vorsitzenden und heutigen baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann) beobachtbare unheilvolle Triologie aus
- mangelndem Sachverstand,
- der durch übertriebenes Selbstbewusstsein übertüncht wird
- in Verbindung mit einem grenzenlosen Hass gegen den DB-Konzern (und die hier beschäftigten Eisenbahnerinnen und Eisenbahner).

Doch worin liegt überhaupt das Problem?
Aus dem Zeitalter vor der Bahnreform sind wir es gewohnt, für beliebige Strecken innerhalb des Eisenbahnnetzes durchgängige Fahrkarten erwerben zu können.
Das bedeutet zum einen für viele Reisewünsche, an einer Stelle, bei einem Verkaufsvorgang, alle für diese Reise benötigten Fahrkarten erwerben zu können.
Und das bedeutet zum anderen, dass die Preisberechnung in den meisten Fällen über die Gesamtreisestrecke erfolgt, unabhängig davon wer die Betreiber der einzelnen Etappen sind. Lediglich im Anstoßverkehr zwischen der Deutschen Bundesbahn und den Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (sowie den in den Tarif einbezogenen Schiffs- und Fluglinien zu den norddeutschen Inseln) wurden die Einzelpreise addiert. (Die Besonderheiten im Wechselverkehr zwischen der BRD und der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung möchte ich an dieser Stelle ausklammern, weil es sonst einfach zu kompliziert würde - und weil dies heute auch nicht mehr relevant ist.)
Die Deutsche Bahn AG hat die Durchgängigkeit für das historisch gewachsene Angebot von DB-Fernverkehr und dem SPNV (welcher nach der Regionalisierung und infolge des Wettbewerbs auf immer mehr Strecken von aderen Eisenbahnen übernommen wurde) nicht nur an die Erfordernisse nach der Bahnreform angepasst, sondern auch auf den Nicht-Eisenbahn-ÖPNV in mittleren und größerern Städten erweitert ("City-Ticket") (die Stadtbahnen und Stadtbusse haben in den Reisenketten eine wesentliche größere Bedeutung als so manche Zweigstrecke). Daneben betreibt die DB AG (aus rein unternehmerischen Antrieb!) einen "DB Navigator". mit dem sich viele Fahrkarten-Kaufs-Wünsche äußerst bequem erledigen lassen.

Nun fehlen in diesem System insbesondere die neu hinzugekommenen Personenbeförderungs-Anbieter "Flix-Bus" und "Flix-Train".

Doch wenn möchte man dafür verantwortlich machen?
Wer - wie der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Oliver Krischer - hier den Ball im Spielfeld der DB AG sucht, hat nicht nur die Bahnreform nicht verstanden, sondern unser gesamtes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem nicht.
Zwei Bestimmungen im Grundgesetz sollten für die Klarheit genügen: Das Eigentumsrecht in Artikel 14 des Grundgesetzes und die Norm in Artikel 87e Absatz 3, dass die Eisenbahnen des Bundes als Wirtschaftsnternehmen in privatrechtlicher Form geführt werden.
Natürlich kann, darf, soll - ja sogar: muss! - der Staat eingreifen, wenn diese liberale Wirtschaftsordnung zu gesellschaftlich unerwünschten Wirkungen führt.
Aber dann bitte gegenüber allen beteiligten Akteuren, und nicht nur gegen einzelne Institutionen, gegenüber denen man seinen persönlichen Hass kultiviert.
Für viel bedeutsamer halte ich es jedenfalls, dass
- die "alternativen" Fernverkehrsanbieter wie Flixtrain und Flixbus, vielleicht auch die Fluggesellschaften,
- die Aufgabenträger des SPNV,
- die nicht zum DB-Konzern gehörenden Eisenbahnen
zur Kooperation gezwungen werden.

Und als zweites gibt es als Instrument des Staates zur Beeinflussung der Wirtschaft - neben Geboten und Verboten - auch noch die Möglichkeit von fiskalischen Be- und Entlastungen. Immer wieder lese ich in letzter Zeit von der Forderung nach Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes (7 statt 19 Prozent) im Schienenpersonenfernverkehr. Wie wäre es damit, den ermäßigten Satz künftig dort anzuwenden, wo die durchgängige Tarifierung ermöglicht wird? Das heißt im Umkehrschluss dann auch, dass Verbünde die sich dem weigern, den vollen Satz entrichten müssten...

Diesen Gedanken müssen wir unbedingt weiterspinnen: Europäisch! Das liegt noch viel mehr im Argen!


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin
TGV4402 schrieb:Zitat:
Unpopuläre aber effektive Maßnahmen wie Tempolimit auf Autobahnen und Autobahngeführ sind natürlich bei den Grünen kein Thema. Sie befassen sich lieber mit Homoehe und Legalisierung von Puffs, wie die Regierungszeiten gezeigt haben.
Wie ich dieses "Argument", demzufolge die Linken/ Grünen/ Linksgrünen/ Gutmenschen sich ja lieber mit Menschenrechten als mit richtigen Problemen befassten, hass. Soll ich Dir was sagen? Die meisten Menschen sind intellektuell dazu in der Lage, sich mit mehr als einem Thema gleichzeitig zu beschäftigen. Man kann sich auch um die Rechte Homosexueller und um die Situation Arbeitsloser, eine bessere Verkehrspolitik oder was auch immer kümmern.

Dass dieses Sich-mit-mehr-als-einem-Thema-Beschäftigen einen Teil des politischen Spektrums überfordert, der dann pauschal Ausländer/ Homosexuelle/ Frauen [beliebige benachteiligte gesellschaftliche Gruppe einsetzen] für alles verantwortlich macht, ist ja nichts Neues. Dreist ist aber, die eigene Unfähigkeit auch auf andere zu profizieren...

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Es gibt keine absolut perfekte Lösung, aber aus meiner Sicht sind viele europäische Länder in der Verkehrspolitik weiter als wir. Es wäre also schön, wenn nicht jede Idee und jeder Vorschlag immer sofort zerrissen und schlecht geredet wird. Gar nichts tun ist einfach keine Option mehr.

Die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte der CDU/CSU ist ein Desaster und peinlich für Deutschland!

Ich kann nur sehr hoffen, dass die Grünen als einzig wählbare Alternative , die Verkehrspolitik radikal ändern. Wenn ein Bahnkonzern Güter auf der Straße transportiert als auf der eigenen Schiene, läuft eindeutig was falsch.

Ich gehe sogar noch weiter und fordere, dass das Netz zurück zum Bund gehört und die Ausgaben sind zwischen Straße und Schiene besser zu verteilen.

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