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(BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: stadtbahnfan

Datum: 08.08.19 09:00

Der BW-Verkehrsminister rauft sich über die Liefertreue von Bombardier die Haare.

Statt 16 wurden bislang nur 4 Triebzüge für Abellio geliefert. Abellio muss somit mit alten Fahrzeugen u.a. auch der DB aushelfen.
Bombardier dagegen meint, dass das anspruchsvolle Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen geführt hat.

Mal sehen wie es weitergeht,

Auf "Wunsch" der Moderation habe ich die Signatur geändert. Meine persönliche Ansicht zur Vorgängerversion bzgl. einer Umweltorganisation ändert sich dadurch nicht !

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: patsche

Datum: 08.08.19 09:40

Zum Haare raufen ist der unsägliche Ausschreibungs- und Globalisierungsquatsch . Die DB fährt alles Mögliche an Leistungen in aller Herren Länder, während in BW nicht zuletzt durch den genannten Verkehrsminister DB Regio Württemberg nicht mehr zum Zug kam. Es sollte Aufgabe der Politik sein, Leistungen die den allgemeinen Bedürfnissen der Gesellschaft nachkommen sicherzustellen. Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB oder von mir aus auch Landesbahnen wie die SWEG reichen. Wenn private zusätzlich das Angebot bereichern, gerne. Das ist genau der Europa- und Politikwahnsinn, welchen die Bürger so satt haben. Europaweite Ausschreibungen der Netze, die dann irgendwelche Ableger von zwangsprivatisierten Staatsbahnen oder sonstigen Gesellschaften gewonnen werden, die auf dem Papier so gut und günstig sind. Und wer sind die Leidtragenden dieses Chaos ? Fahrgäste, schlecht bezahlte Angestelle in unsicheren Arbeitsverhältnissen und dergleichen mehr. Das ist für mich das eigentliche Problem. Das dadurch auch Fahrzeugbestellungen mehr oder weniger in die Hose gehen, ist eher die Folge.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: KHM

Datum: 08.08.19 09:46

patsche schrieb:
Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB […] reichen.
Und damit ist das Problem eigentlich schon fertig beschrieben. Gerade der Große Verkehrsvertrag in Baden-Württemberg (Stichwort "Altwagensenke") sollte doch nun selbst den Verbohrtesten vor Augen geführt haben, dass man mit einem EVU, was allein auf weiter Flur ist, kein ordentliches Angebot auf die Gleise bekommt.

Ach ja, und nicht zum Zug kam DB Regio vor allem durch eigene Unfähigkeit. Im Konzern ist das Wissen, dass man Vorgaben der Vergabeunterlagen auf keinen Fall ändern darf, gesichert vorhanden. Man muss dieses Wissen aber auch anwenden, statt "Wir sind eh die größten und wissen alles am besten" zu denken. Und es ist auch weder hilfreich für die Angebote noch im Interesse der Allgemeinheit und der Bahnfahrer, wenn auch DB Regio Verwaltungsballast wie einen Herrn Pofalla (und viele andere) über Konzernumlagen mit durchfüttern muss, die zur konkreten Angebotsqualität vor Ort auch über Umwege nichts beitragen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 09:53.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 08.08.19 10:00

patsche schrieb:
Zum Haare raufen ist der unsägliche Ausschreibungs- und Globalisierungsquatsch . Die DB fährt alles Mögliche an Leistungen in aller Herren Länder, während in BW nicht zuletzt durch den genannten Verkehrsminister DB Regio Württemberg nicht mehr zum Zug kam. Es sollte Aufgabe der Politik sein, Leistungen die den allgemeinen Bedürfnissen der Gesellschaft nachkommen sicherzustellen. Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB oder von mir aus auch Landesbahnen wie die SWEG reichen. Wenn private zusätzlich das Angebot bereichern, gerne. Das ist genau der Europa- und Politikwahnsinn, welchen die Bürger so satt haben. Europaweite Ausschreibungen der Netze, die dann irgendwelche Ableger von zwangsprivatisierten Staatsbahnen oder sonstigen Gesellschaften gewonnen werden, die auf dem Papier so gut und günstig sind. Und wer sind die Leidtragenden dieses Chaos ? Fahrgäste, schlecht bezahlte Angestelle in unsicheren Arbeitsverhältnissen und dergleichen mehr. Das ist für mich das eigentliche Problem. Das dadurch auch Fahrzeugbestellungen mehr oder weniger in die Hose gehen, ist eher die Folge.
Mir war jetzt nicht bewusst, dass der BW-Verkehrsminister die Bewerbungsunterlagen für die Stuttgarter Netze für die DB ausgefüllt und abgegeben hat, die letztlich zum Ausschluss von DB Regio Württemberg geführt haben. Aber man lernt ja nie aus...

Ebenso möchte ich darauf hinweisen, dass das Lieferproblem bei Bombardier und anderen Herstellern kein Phänomen der Privaten Bahnen oder der ÖPNV-Ausschreibung ist. Nichtzuletzt kämpfen die SBB mit den Twindexx, wenn nach 12,1 Tagen der Panto sich von selbst senkt...

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 08.08.19 10:03

stadtbahnfan schrieb:
Der BW-Verkehrsminister rauft sich über die Liefertreue von Bombardier die Haare.

Statt 16 wurden bislang nur 4 Triebzüge für Abellio geliefert. Abellio muss somit mit alten Fahrzeugen u.a. auch der DB aushelfen.
Bombardier dagegen meint, dass das anspruchsvolle Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen geführt hat.

Mal sehen wie es weitergeht,
Hallo Stadtbahnfan,

gibt es dafür auch eine Quelle/einen Anlass, weshalb du das jetzt in den News postest?

Zu Bombarder: Hat sich beim Zulassungsverfahren irgendwas zum Schlimmeren verbessert in den letzten Jahren? Oder wurde nicht erst das Verfahren erleichtert? Zudem: Wie kann es sein, dass ein Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen führt? Ist ja nicht so, dass die Fahrzeuge fix und fertig auf dem Hof stehen und nicht los dürfen.

Grüße

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: KHM

Datum: 08.08.19 10:06

Murrtalbahner schrieb:
Ebenso möchte ich darauf hinweisen, dass das Lieferproblem bei Bombardier und anderen Herstellern kein Phänomen der Privaten Bahnen oder der ÖPNV-Ausschreibung ist. Nichtzuletzt kämpfen die SBB mit den Twindexx, wenn nach 12,1 Tagen der Panto sich von selbst senkt...
Auch DB Fernverkehr soll - ganz ohne "Ausschreibungswahnsinn der Länder" - diverse Probleme mit Fahrzeugherstellern haben. Aber bestimmt erklärt mir bald einer, dass auch daran VM Herrmann schuld ist...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 10:07.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: VT605

Datum: 08.08.19 10:09

stadtbahnfan schrieb:
Der BW-Verkehrsminister rauft sich über die Liefertreue von Bombardier die Haare.

Statt 16 wurden bislang nur 4 Triebzüge für Abellio geliefert. Abellio muss somit mit alten Fahrzeugen u.a. auch der DB aushelfen.
Bombardier dagegen meint, dass das anspruchsvolle Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen geführt hat.

Mal sehen wie es weitergeht,

Wenn doch 4 Fahrzeuge bereits fahren muß es doch eine Zulassung geben, oder bekommen die alle eine Einzelzulassung?

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Q-Boy

Datum: 08.08.19 10:21

Murrtalbahner schrieb:Zitat:
Zu Bombarder: Hat sich beim Zulassungsverfahren irgendwas zum Schlimmeren verbessert in den letzten Jahren? Oder wurde nicht erst das Verfahren erleichtert? Zudem: Wie kann es sein, dass ein Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen führt? Ist ja nicht so, dass die Fahrzeuge fix und fertig auf dem Hof stehen und nicht los dürfen.

Grüße
Da der Wettbewerb in Form von Alstom und Stadler seine Fahrzeuge ohne allzu große Verzögerungen zugelassen und ausgeliefert bekommt, sehe ich die Ursache eher bei dem Hersteller als beim Umfeld.

Ich frage mich, warum noch kein im Stich gelassener Kunde von BT selbigen als unzuverlässigen Lieferant gebrandmarkt hat.

Grüße
Winni

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: patsche

Datum: 08.08.19 10:38

KHM schrieb:
Auch DB Fernverkehr soll - ganz ohne "Ausschreibungswahnsinn der Länder" - diverse Probleme mit Fahrzeugherstellern haben. Aber bestimmt erklärt mir bald einer, dass auch daran VM Herrmann schuld ist..
Zur Klarstellung. Der Ausschreibungswahnsinn kommt hauptsächlich von der aktuellen EU-Gesetzgebung, nicht von den Ländern. Ich habe klar definiert, dass es meiner Ansicht nach generell besser wäre bzw. nach wie vor Aufgabe des Staates sein sollte, bei wichtigen gemeinnützigen Leistungen wie unter anderem der Eisenbahn leitungsfähige öffentliche Aufgabenträger einzusetzen und somit dem Bürger, den Beschäftigten eine sichere Transport- und Arbeitsplatform zu bieten. Auf Herrn Herrmann habe ich nur verwiesen, weil er DB Regio BW im Vorfeld der Ausschreibung schon öffentlich an den Pranger gestellt hat und gleichzeitig versprochen hat, dass mit den jetzigen Betreibern alles besser wird. Früher gab es BZA's die zusammen mit den Herstellern Fahrzeuge zur Serienreife- und Zulassung geführt haben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 10:40.

Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 08.08.19 10:56

...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.

Gruß, Olaf

(,“)
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_/\_

Neue Bahnfahrzeuge? System Bananenreife: Ware reift beim Kunden!

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 08.08.19 11:04

patsche schrieb:
Zur Klarstellung. Der Ausschreibungswahnsinn kommt hauptsächlich von der aktuellen EU-Gesetzgebung, nicht von den Ländern. Ich habe klar definiert, dass es meiner Ansicht nach generell besser wäre bzw. nach wie vor Aufgabe des Staates sein sollte, bei wichtigen gemeinnützigen Leistungen wie unter anderem der Eisenbahn leitungsfähige öffentliche Aufgabenträger einzusetzen und somit dem Bürger, den Beschäftigten eine sichere Transport- und Arbeitsplatform zu bieten.
Ich bin sicher keiner, der solche EU-Verordnungen ausnahmslos gutheißt, aber die haben schon ihre Richtigkeit. So kann verhindert werden, dass Steuergeld durch zu hohe Angebote verprasst wird oder gar der Unternehmerkumpel von der verantwortlichen Person direkt den Auftrag zum "Freundschaftspreis" bekommt. Dass das System auch Nachteile hat steht außer Frage und es gibt genug Vergabestellen, die mit den Angeboten nicht richtig umgehen können. Da wird dann tatsächlich das billigste genommen und nicht das wirtschaftlichste.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 08.08.19 11:22

"Und damit ist das Problem eigentlich schon fertig beschrieben."

Noch nicht ganz fertig: Die Bahn AG müsste nicht so arbeiten wie sie es tut, wenn sie vom Eigentümer Bund einen anderen politischen Auftrag bekäme. Die Bahn muß nicht zwangsläufig so ausgerichtet sein wie sie es heute ist.

Gruß, Olaf

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Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 08.08.19 11:26

Ich unterstelle mal, daß ein Hersteller erst in Serie geht, wenn die Zulassung für ein, zwei Vorserienfahrzeuge vorliegt. Und wenn sich diese Zulassung verzögert startet auch nicht die Serienproduktion. Ich denke in diesen Nachwehen steckt man jetzt.

Gruß, Olaf

(,“)
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Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: M 262

Datum: 08.08.19 11:44

Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: Val

Datum: 08.08.19 11:48

M 262 schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...
Eher daher, dass die DB (anderer Unternehmensteil) die Infrastruktur auf ein Minimum zusammenstreicht und jeder AT dann sehen muss, wie er Fahrzeuge bekommt, die die örtlichen Minimal-Bahnsteiglängen etc. maximal ausschöpfen und dabei die gewünschten Kapazitäten liefern können.

Gruß,

Val

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: KHM

Datum: 08.08.19 12:16

Val schrieb:
Eher daher, dass die DB (anderer Unternehmensteil) die Infrastruktur auf ein Minimum zusammenstreicht und jeder AT dann sehen muss, wie er Fahrzeuge bekommt, die die örtlichen Minimal-Bahnsteiglängen etc. maximal ausschöpfen und dabei die gewünschten Kapazitäten liefern können.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt!!!

Hallo? Sein erster Tag im Verkehrsministerium?

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.08.19 12:22

Äääh... was macht der sonst so beruflich?

Die pünktliche Auslieferung von Schienenfahrzeuge, insbesondere bei größeren Ausschreibungen, sind die Ausnahme der Regel. Die Frage ist auch nicht: "Kommen die neuen Züge zu spät?", sondern: "Wie spät werden die Züge kommen?"

Bei den ODEG-KISS war es ja noch ein "knapp daneben ist auch vorbei", immerhin durfte ich mal kurzzeitig mit ÖBB-Schlieren, samt Ski-Abteil durch Berlin reisen.
Beim Mülinex.. sorry, MüNüEx verharrt Zatopek auf unbestimmte Zeit in den Startlöchern. Hab schon vergessen seit wann der unterwegs gewesen sein soll hätte dürfen tun...

Rühmliche Ausnahme beim Lieferkarrussel sind im Grunde die LINT-Diesler. Die gibt es Doppelt und Dreifach zum halben Preis das Kilo. Mir fallen jetzt spontan nur die vareo-LINTe ein, die sich der allgemeinen Erwartung entsprechend verhielten und erst später und dann auch nur allmählich in Gang kamen.

Die vlexx-LINTe kamen dagegen recht pünktlich, aber man würde bei der Organisation des SPNV nicht ganzheitlich denken, wenn man nicht den Betriebsstart dann aus anderen Gründen versemmeln täte. ;-)

Lange Rede - kurzer Sinn:
Herr Herrmann sollte von seinen Beratern das Geld zurück verlangen und sich dann endlich mal persönlich informieren.

Grüßle,
Dirk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 12:25.

geht nicht mangels Masse

geschrieben von: Schmalspurbahnfreund

Datum: 08.08.19 12:34

Beim sich-die Haare-raufen wird Herrmann aber ein Problem haben.... viel zu raufen ist da nicht mehr..
siehe: [winnehermann.de]

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: nozomi07

Datum: 08.08.19 13:43

patsche schrieb:
Zum Haare raufen ist der unsägliche Ausschreibungs- und Globalisierungsquatsch . Die DB fährt alles Mögliche an Leistungen in aller Herren Länder, während in BW nicht zuletzt durch den genannten Verkehrsminister DB Regio Württemberg nicht mehr zum Zug kam. Es sollte Aufgabe der Politik sein, Leistungen die den allgemeinen Bedürfnissen der Gesellschaft nachkommen sicherzustellen. Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB oder von mir aus auch Landesbahnen wie die SWEG reichen.
Welchen Unterscheid macht es, ob die SWEG wegen zu spät gelieferter Fahrzeuge nicht fahren kann, oder Abellio? Aber Hauptsache, man kann seine Ideologie mal wieder dranheften.
Dirk Mattner schrieb:

Die vlexx-LINTe kamen dagegen recht pünktlich, aber man würde bei der Organisation des SPNV nicht ganzheitlich denken, wenn man nicht den Betriebsstart dann aus anderen Gründen versemmeln täte. ;-)

täte? Täterä, brrrr -> also "versemmelt hätte" - oder so ähnlich....

Die LINTe waren da, dafür taugte ursprünglich das Fahrpersonal aus verschiedenen Gründen nichts und es kam deshalb zu längeren Betriebsstörungen. Die RB-Linie fuhr etliche Wochen nicht ab Ffm Hbf. Und der RE teilweise gestreckt im Takt.
So gesehen war der vlexx-Start auch ein totales Problem gewesen. Jetzt läufts, offensichtlich ist auch ausreichend gutes Personal da, nach meinen Beobachtungen von vlexx in Ffm. Wenn man mal vom RE17 Koblenz absieht.

Tausend Grüße vom Tausendfüßler

Infolge Sparmaßnahmen wurde auf weiteren Text verzichtet.

'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.08.19 14:01

Hi

KHM schrieb:
patsche schrieb:
Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB […] reichen.
Und damit ist das Problem eigentlich schon fertig beschrieben. Gerade der Große Verkehrsvertrag in Baden-Württemberg (Stichwort "Altwagensenke") sollte doch nun selbst den Verbohrtesten vor Augen geführt haben, dass man mit einem EVU, was allein auf weiter Flur ist, kein ordentliches Angebot auf die Gleise bekommt.

Sorry, wegen meiner Verbohrtheit, aber ich kann mich für die 2000er Jahre in BaWü an folgendes erinnern:
- 423er für Stuttgart (andere Feldpostnummer, aber dennoch in BaWü)
- 425er für die S-Bahn Rhein-Neckar
- 425er für Regio, Großraum Stuttgart
- 426er für Regio Großraum Stuttgart
- 146er und noch vielmehr neue DoStos für Regio Stuttgart (u.a. IRE 160)
- 146er und neue Dostos für Baden (Rheintal, Schwarzwaldbahn)
- 641er für die Hochrheinbahn
- Neue Dostos für die RAB
- 650er für die RAB
- Damals noch neuwertige 611er für die RAB (Kinderkrankheiten fast vollständig auskuriert)

Und von wegen "Platzhirsch DB" in BaWü! Damals schon dabei:
- AVG
- WEG
- SWEG
- SBB

Alle übrigens auch schon damals überwiegend mit modernen Zugmaterial (RS1, Stadtbahnen).


Was auch immer mit 'Altwagensenke' gemeint sein soll, in der Zeit des großen Vertrags in den 2000er Jahren sahen die meisten anderen Bundesländer im Vergleich zu BaWü im wahrsten Sinne des Wortes "alt" aus.

Wenn man damals vom "Bahnland Bayern" anreiste, konnte es gut sein, das man bis zum Grenzübertritt nichts neuwertiges antraf. So konnte man z.B. mit legendären n-Wagen von Passau (mit umsteigen in Donauwörth) nach Aalen fahren. Erst ab dort ging es mit nigelnagelneuen Dostos weiter nach Stuttgart.
Das Gleiche in Allgäu-Schwaben: Bayerische 218er und 628er standen frischen RegioShuttles und 611er aus Badenwichtelberg gegenüber.
Und ja: Natürlich war auch noch ne Menge Altmaterial unterwegs, aber das auch aus guten Grund. Schließlich ist es in jeder Hinsicht vernünftig den Generationswechsel fließend zu gestalten.

Deshalb: Bitte keine Legendenbildung!


Meinetwegen kann man differenzieren, was nach und vor 2010 im Ländle geschehen ist. Aber das sollte man schon inhaltlich trennen können.
In den 2000er war der SPNV in BaWü jedenfalls moderner als in vielen anderen Regionen. Zum Leidwesen von uns Fuzzies übrigens.

Also bitte nicht alles in den Thermomix werfen und dann argumentativ auf höchste Stufe stellen.

Dankeschön.

Viele Grüße,
Dirk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 14:04.

Was täte der vlexx nur ohne Lokführer? ;-)

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.08.19 14:15

Richtig: Nicht fahren!

Wiederholungstäter - dieses Frühjahr: [www.swr.de]


Aktuell stehen die vlexxer aber nicht im Fokus oder? (Frage in die Region)



Grüßle,
Dikr

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare Quelle

geschrieben von: stadtbahnfan

Datum: 08.08.19 14:30

Gerne :
SWR Aktuell um 7:28 Meine Region Stuttgart

Auf "Wunsch" der Moderation habe ich die Signatur geändert. Meine persönliche Ansicht zur Vorgängerversion bzgl. einer Umweltorganisation ändert sich dadurch nicht !

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: ingo st.

Datum: 08.08.19 14:33

stadtbahnfan schrieb:
Statt 16 wurden bislang nur 4 Triebzüge für Abellio geliefert. Abellio muss somit mit alten Fahrzeugen u.a. auch der DB aushelfen.
Bombardier dagegen meint, dass das anspruchsvolle Zulassungsverfahren zu Lieferengpässen geführt hat.
Ich lese daraus einen Fertigungsrückstau und damit spätere Einzelabnahmen durch den Käufer durch einen Verzug beim generellen Zulassungsverfahren.

Das Zulassungsverfahren ist vielleicht anspruchsvoller geworden, auf jeden Fall war Bombardier unprofessionell darauf vorbereitet.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: pm

Datum: 08.08.19 14:37

Die S-Bahn Stuttgart + die Schwarzwaldbahn gehörten schon nicht mehr zum Großen Verkehrsvertrag. Bei soetwas muß man schon genauer sein.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 08.08.19 14:59

Dirk Mattner schrieb:
Sorry, wegen meiner Verbohrtheit, aber ich kann mich für die 2000er Jahre in BaWü an folgendes erinnern:
- 423er für Stuttgart (andere Feldpostnummer, aber dennoch in BaWü)
- 425er für die S-Bahn Rhein-Neckar
- 425er für Regio, Großraum Stuttgart
- 426er für Regio Großraum Stuttgart
- 146er und noch vielmehr neue DoStos für Regio Stuttgart (u.a. IRE 160)
- 146er und neue Dostos für Baden (Rheintal, Schwarzwaldbahn)
- 641er für die Hochrheinbahn
- Neue Dostos für die RAB
- 650er für die RAB
- Damals noch neuwertige 611er für die RAB (Kinderkrankheiten fast vollständig auskuriert)

Und von wegen "Platzhirsch DB" in BaWü! Damals schon dabei:
- AVG
- WEG
- SWEG
- SBB
Da muss man aber bitte differenzieren.
Schwarzwaldbahn und S-Bahn Stuttgart wurde erwähnt.
Die S-Bahn Rhein-Neckar war ein neues Produkt, so dass logischerweise neue Fahrzeuge gebraucht wurden. Zuvor fuhren aber im Rahmen des großen Verkehrsvertrages n-Wagen.
Die 650er der RAB waren meines Wissens auch nicht Teil des großen Verkehrsvertrages. Pforzheim-Horb auf jeden Fall nicht, auch nicht die Ammer- und Ermstalbahn.
Neuwertig waren die 611er, ja, aber auch die 612er waren bereits in Auslieferung. Die 611er haben zeitlebens immer Probleme gemacht.
Die neuen Dosto für die RAB, vornemlich Stuttgart-Tübingen kamen erst weit nach 2003. Keine Ahnung aus welchem Deal.
Die 146er und Dosto für IRE160 waren nötig um diesen überhaupt fahren zu können.

Ja, es war nicht alles schlecht und es gab vereinzelt auch neuere Fahrzeuge, keine Frage. Dennoch gab es wohl in keiner anderen Region so viel Altmaterial wie rund um Stuttgart. Bis heute kutschieren hier unklimatisierte Dosto und n-Wagen durch die Gegend. Die Ex-DR-Dosto sind wir Gott sei Dank wieder los. Dazu auf dem Land noch 628.0 oder 627 sogar noch, 628er bis heute.
Altwagensenke ist deshalb keine Legendenbildung, sondern schon real.

Das alles ist keine Aussage/Bewertung zum Fahrkomfort, sondern rein eine Betrachtung des Alters.

Zur Konkurrenzsituation: Hier war das Problem, dass kein anderes Unternehmen sich in der Lage sah, weite Teile von BW von jetzt auf nachher zu übernehmen. Dadurch konnte die DB die Kosten diktieren (auch als Zuckerle für S21), was zu Abbestellungen auf dem Land geführt hat.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: bauigel

Datum: 08.08.19 15:43

Val schrieb:
M 262 schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...
Eher daher, dass die DB (anderer Unternehmensteil) die Infrastruktur auf ein Minimum zusammenstreicht und jeder AT dann sehen muss, wie er Fahrzeuge bekommt, die die örtlichen Minimal-Bahnsteiglängen etc. maximal ausschöpfen und dabei die gewünschten Kapazitäten liefern können.
Es ist noch kein Meter Bahnsteig zurückgebaut worden, ohne dass der zuständige Aufgabenträger für den Nahverkehr vorher gefragt wurde.

Oder um mal von einem - voraussichtlich noch umzubauenden - Bahnhof zu erzählen: Arbeitsgespräch zur Vorbereitung der Genehmigungsplanung. Der Plan wird mit dem Beamer an die Wand geworfen, der Vertreter des Aufgabenträgers springt regelrecht auf: 'Rückbau auf 180 Meter - was soll der Scheiß?! Das war doch nicht schon immer vorgesehen und mit uns ist das nicht abgesprochen!' Antwort des Planers: 'Also, in der Entwurfsplanung war sogar noch ein Rückbau auf 150 Meter vorgesehen. Und das war auch mit Ihrem Haus... (er blättert gleichzeitig in einem Ordner) ist das im Sichtvermerk auf dem Unterschriftenblatt im Entwurfsheft nicht Ihre Unterschrift?'
Wenn man's nicht selbst erlebt hätte, würde man es für schlecht erfunden halten...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 15:44.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: agw

Datum: 08.08.19 15:43

patsche schrieb:
Zum Haare raufen ist der unsägliche Ausschreibungs- und Globalisierungsquatsch . Die DB fährt alles Mögliche an Leistungen in aller Herren Länder, während in BW nicht zuletzt durch den genannten Verkehrsminister DB Regio Württemberg nicht mehr zum Zug kam. Es sollte Aufgabe der Politik sein, Leistungen die den allgemeinen Bedürfnissen der Gesellschaft nachkommen sicherzustellen. Dafür würde meines Erachtens eine gut geführte DB oder von mir aus auch Landesbahnen wie die SWEG reichen. Wenn private zusätzlich das Angebot bereichern, gerne. Das ist genau der Europa- und Politikwahnsinn, welchen die Bürger so satt haben. Europaweite Ausschreibungen der Netze, die dann irgendwelche Ableger von zwangsprivatisierten Staatsbahnen oder sonstigen Gesellschaften gewonnen werden, die auf dem Papier so gut und günstig sind. Und wer sind die Leidtragenden dieses Chaos ? Fahrgäste, schlecht bezahlte Angestelle in unsicheren Arbeitsverhältnissen und dergleichen mehr. Das ist für mich das eigentliche Problem. Das dadurch auch Fahrzeugbestellungen mehr oder weniger in die Hose gehen, ist eher die Folge.
Bei der DB dauert es von der Ausschreibung bis zur Auslieferung aller Züge 15 Jahre oder mehr (ICE4 etc).
Sieht man doch am FV, wie der Regioverkehr heute aussehen würde. Es würde vermutlich bald auch nur die Hälfte von dem fahren, was fahren soll. Vielleicht etwas anders verteilt (wer mehr zahlt, kriegt mehr).

Abgesehen davon ist Abellio gar nicht privat. Oder meinst du da den Fahrzeughersteller?

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: agw

Datum: 08.08.19 15:48

patsche schrieb:
KHM schrieb:
Auch DB Fernverkehr soll - ganz ohne "Ausschreibungswahnsinn der Länder" - diverse Probleme mit Fahrzeugherstellern haben. Aber bestimmt erklärt mir bald einer, dass auch daran VM Herrmann schuld ist..
Zur Klarstellung. Der Ausschreibungswahnsinn kommt hauptsächlich von der aktuellen EU-Gesetzgebung, nicht von den Ländern. Ich habe klar definiert, dass es meiner Ansicht nach generell besser wäre bzw. nach wie vor Aufgabe des Staates sein sollte, bei wichtigen gemeinnützigen Leistungen wie unter anderem der Eisenbahn leitungsfähige öffentliche Aufgabenträger einzusetzen und somit dem Bürger, den Beschäftigten eine sichere Transport- und Arbeitsplatform zu bieten. Auf Herrn Herrmann habe ich nur verwiesen, weil er DB Regio BW im Vorfeld der Ausschreibung schon öffentlich an den Pranger gestellt hat und gleichzeitig versprochen hat, dass mit den jetzigen Betreibern alles besser wird. Früher gab es BZA's die zusammen mit den Herstellern Fahrzeuge zur Serienreife- und Zulassung geführt haben.
Hachja, "Damals(TM)".
Wie sowas heute aussehen würde, sieht man ja auch noch in anderen Bereichen (Bundeswehr). Kostet alles x-mal so viel und am Ende hat mein kein einziges funktionierendes U-Boot, keinen Helicopter, keine Transportmaschine, aber viel Geld für Berater ausgegeben, die die Beschaffung begleitet haben. So sähe es heute bei der Bundesbahn auch aus, wenn es sie noch geben würde.

Auch müsste man dann vermutlich immer mit dem Leben, was man vor 20 Jahren so toll entwickelt hat. Vermutlich würden gerade wieder neuer 420er für die S-Bahn Rhein-Ruhr ausgeliefert werden...

Re: Hallo? Sein erster Tag im Verkehrsministerium?

geschrieben von: agw

Datum: 08.08.19 15:50

Dirk Mattner schrieb:
Rühmliche Ausnahme beim Lieferkarrussel sind im Grunde die LINT-Diesler. Die gibt es Doppelt und Dreifach zum halben Preis das Kilo. Mir fallen jetzt spontan nur die vareo-LINTe ein, die sich der allgemeinen Erwartung entsprechend verhielten und erst später und dann auch nur allmählich in Gang kamen.

Der Desiro HC war auch pünktlich, zumindest für den Fahrgast. Und der war neu.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: agw

Datum: 08.08.19 15:54

bauigel schrieb:
Val schrieb:
M 262 schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...
Eher daher, dass die DB (anderer Unternehmensteil) die Infrastruktur auf ein Minimum zusammenstreicht und jeder AT dann sehen muss, wie er Fahrzeuge bekommt, die die örtlichen Minimal-Bahnsteiglängen etc. maximal ausschöpfen und dabei die gewünschten Kapazitäten liefern können.
Es ist noch kein Meter Bahnsteig zurückgebaut worden, ohne dass der zuständige Aufgabenträger für den Nahverkehr vorher gefragt wurde.

Oder um mal von einem - voraussichtlich noch umzubauenden - Bahnhof zu erzählen: Arbeitsgespräch zur Vorbereitung der Genehmigungsplanung. Der Plan wird mit dem Beamer an die Wand geworfen, der Vertreter des Aufgabenträgers springt regelrecht auf: 'Rückbau auf 180 Meter - was soll der Scheiß?! Das war doch nicht schon immer vorgesehen und mit uns ist das nicht abgesprochen!' Antwort des Planers: 'Also, in der Entwurfsplanung war sogar noch ein Rückbau auf 150 Meter vorgesehen. Und das war auch mit Ihrem Haus... (er blättert gleichzeitig in einem Ordner) ist das im Sichtvermerk auf dem Unterschriftenblatt im Entwurfsheft nicht Ihre Unterschrift?'
Wenn man's nicht selbst erlebt hätte, würde man es für schlecht erfunden halten...
Was wäre denn, wenn der Aufgabenträger sich 400m-Bahnsteige wünschen würde? Würden die dann einfach gebaut bzw. so gelassen, auf Kosten von S&S?
Oder gibt es einen Grund, warum man sich auf viel zu kurze Bahnsteige einlässt? Na?

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 08.08.19 16:21

Dirk Mattner schrieb:Zitat:
Meinetwegen kann man differenzieren, was nach und vor 2010 im Ländle geschehen ist. Aber das sollte man schon inhaltlich trennen können.
In den 2000er war der SPNV in BaWü jedenfalls moderner als in vielen anderen Regionen. Zum Leidwesen von uns Fuzzies übrigens.
Da kann ich dir leider nicht zustimmen. Du hast klar die Modernisierungen - maßgeblich außerhalb des großen Verkehrsvertrags - beschrieben, nicht aber die Entwicklung seitdem. In den frühen 2000er Jahren empfand ich den Betrieb - in den von dir beschriebenen Teilen - klar als modern und der Rest vergleichbar mit anderen Bundesländern. Die Kluft aber zwischen den Bundesländern begann sich schon damals auseinander zu entwickeln. So blieben für mich die n-Wagen in Baden-Württemberg sehr prägnant, obgleich sie nicht in allen Regionen unterwegs wärend, während andernorts viel stärker auf Dostos und Triebwagen umgestellt wurden und auch 628er ersetzt wurden. Diese - v.a. durch neue Verkehrsverträge - getriebene Modernisierung fiel in Baden-Württemberg nur dort auf, wo beispielsweise die AVG ihr Betriebsnetz erweiterte und damals immer öfter ältere Züge durch neue Stadtbahnen ersetzte. Klar gab es ähnliches auch bei anderen Bahnen (bspw. Flottenmodernisierung bei BOB oder Umstellung auf Flirt bei der SBB). Zudem muss man sagen: Mit der Zeit wurden die neuen Fahrzeuge auch älter. war früher ein 425er ein modern wirkendes Fahrzeug, ist er dies heute fast erst mit entsprechendem Redesign als solches zu erkennen.

Mittlerweile sieht man - durch 146er und 147er eine gewisse Modernisierung, wobei es dann anachronistisch wirkt, wenn hinter einer modern(er)en Lok n-Wagen hängen oder auch mal "Honeckers Rache" (DBuza)... Genauso wirken übrigens auch unklimatisierte Dostos (auch) in anderen Bundesländern nicht mehr "up-to-date".

Das Bayern lange in einigen Regionen hinterherhinkte, will ich aber auch nicht bestreiten.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: De David

Datum: 08.08.19 16:42

Dazu wäre eigentlich der VDV mal gefragt, daß der in Abstimung mit den EVU mal gewisse Standarts ausarbeitet. Die dann der Industrie vorgelegt werden können, mit der Ansage was davon abweichendes kaufen wir in Zukunft nicht mehr.
Denn das wäre grundlegend, um "Fahrzeuge von der Stange" machen zu können. Wo das EVU auch mal nach 10 Jahren noch irgendwelche als Ergänzung der Bestandsflotte bestellen könnten, und die dann auch wirklich funktionieren.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 08.08.19 16:48

De David schrieb:
Dazu wäre eigentlich der VDV mal gefragt, daß der in Abstimung mit den EVU mal gewisse Standarts ausarbeitet. Die dann der Industrie vorgelegt werden können, mit der Ansage was davon abweichendes kaufen wir in Zukunft nicht mehr.
Denn das wäre grundlegend, um "Fahrzeuge von der Stange" machen zu können. Wo das EVU auch mal nach 10 Jahren noch irgendwelche als Ergänzung der Bestandsflotte bestellen könnten, und die dann auch wirklich funktionieren.
Das wäre wirklich mal ein Fortschritt in Zeiten, wo nicht mal eine 146 mit einer 146 getauscht werden kann.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: ec paganini

Datum: 08.08.19 17:07

patsche schrieb:
Zum Haare raufen ist der unsägliche Ausschreibungs- und Globalisierungsquatsch . Die DB fährt alles Mögliche an Leistungen in aller Herren Länder, während in BW nicht zuletzt durch den genannten Verkehrsminister DB Regio Württemberg nicht mehr zum Zug kam.
Soso, da habe ich also doch schlecht geträumt,
dass DB Regio ein ungültiges Angebot eingereicht
hatte und deswegen ausgeschlossen werden sollte?

Oder war das doch die Realität, die von Lügnern gerne
unter den Tisch gekehrt wird?
Und wenn die DB in BaWü "durch den VM nicht zum
Zug(e) kam", warum sehe ich dann so komische gelb/weiße Fahrzeuge mit einem DB Logo drauf?

Bilde ich mir das auch ein? Und warum werden
neue Triebwagen für DB Regio Südwest bestellt,
wo die doch "nicht zum Zuge kommt"?

Also ehrlich! Lügen werden nicht Wahrheit, nur
wenn man sie andauernd wiederholt.
Sie BLEIBEN Lügen.

Abgesehen davon wäre die DB sicher wenig großzügig
gewesen und hätte den Rechtsweg eingeleitet, wenn
Abellio oder GoAhead das falsche Angebot eingereicht
hätten. DIE konnten das komischerweise, die eigentlichen
"Profis" nicht.
Da die Schuld beim Herrmann zu sehen, ist ein rein
ideologisches Feigenblatt, um die eigene Traumwelt
nicht verlassen zu müssen.

Nicht zuletzt möchte ich daran erinnern, dass diese bösen Ausschreibungen aufgrund des allzu laxen
Umgangs mit Regionalisierungsmitteln durch Mappus
und DB Regio im "Großen Verkehrsvertrag" nur folge-
richtig sein konnten.

Mehr Verkehr ist nur unter angemessenen Preisen
möglich. Wenn der Herrmann überall 2h-Takt eingeführt hätte mit einem teuren EVU, wäre euch das auch nicht recht gewesen.
Und dem Herrmann jetzt anzulasten, dass der günstigste Bieter (DB Regio!) mit seinem ungültigen Angebot ausscheiden musste, verkennt abermals
die Realität. Für die Unfähigkeit ist der Herrmann nicht
verantwortlich!


LG Torsten



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 17:15.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: VT605

Datum: 08.08.19 17:26

agw schrieb:
]Hachja, "Damals(TM)".
Wie sowas heute aussehen würde, sieht man ja auch noch in anderen Bereichen (Bundeswehr). Kostet alles x-mal so viel und am Ende hat mein kein einziges funktionierendes U-Boot, keinen Helicopter, keine Transportmaschine, aber viel Geld für Berater ausgegeben, die die Beschaffung begleitet haben. So sähe es heute bei der Bundesbahn auch aus, wenn es sie noch geben würde.

Auch müsste man dann vermutlich immer mit dem Leben, was man vor 20 Jahren so toll entwickelt hat. Vermutlich würden gerade wieder neuer 420er für die S-Bahn Rhein-Ruhr ausgeliefert werden...

"Berater" braucht man nur wenn man lauter Fachfremde in den Chefetagen hat, so wie heute bei der BW, das war aber bei den Staatsbahnen früher eher nicht der Fall. Und die Bundesbahn hat die 103 Mitte/Ende der 80er Jahre auch nicht nochmal neu bauen lassen sondern was zeitgemäßes zusammen mit der Industrie mit der BR 120 und dem ICE entwickelt. Dein letzter Satz ist also auch Unfug, genauso wie der erste.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 17:27.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: 232905

Datum: 08.08.19 17:29

Murrtalbahner schrieb:
De David schrieb:
Dazu wäre eigentlich der VDV mal gefragt, daß der in Abstimung mit den EVU mal gewisse Standarts ausarbeitet. Die dann der Industrie vorgelegt werden können, mit der Ansage was davon abweichendes kaufen wir in Zukunft nicht mehr.
Denn das wäre grundlegend, um "Fahrzeuge von der Stange" machen zu können. Wo das EVU auch mal nach 10 Jahren noch irgendwelche als Ergänzung der Bestandsflotte bestellen könnten, und die dann auch wirklich funktionieren.
Das wäre wirklich mal ein Fortschritt in Zeiten, wo nicht mal eine 146 mit einer 146 getauscht werden kann.
Hallo,
hier wird ja teilweise so getan, als ob die Fahrzeughersteller nichts lieber täten als ständig ihre Fahrzeuge zu verändern. Das ist aber absolut nicht der Fall. Jede Änderung kostet von Konstruktion bis Validierung schließlich einen Haufen Geld. Da würde man natürlich lieber die bestehende Lösung weiter nutzen.
Dies geht aber häufig schlicht nicht! Das kann an unterschiedlichen Kundenwünschen liegen (LZB, anderes (F/P)IS, unterschiedliche Betriebsarten,...), an geänderten Normen (bspw. aktuell die neue Brandschutznorm) oder auch einfach daran das elektrische Komponenten vom bisherigen Hersteller nicht mehr weiter vertrieben werden.
Ein Vergleich der Fahrzeuge (bspw. Flirt, Talent oder Continental) ist zudem aufgrund teils sehr unterschiedlicher technischer Ansätze vorallem im Bereich der Leittechnik sehr schwierig.

Das man unter Umständen eine 146 nicht mit einer 146 Kuppeln (sei es weil unterschiedliche Software oder Bauserie) darf liegt ja zumeist daran, dass lediglich die jeweilige Validierung dieser Kombination nicht vollzogen wurde bzw. ggf. nicht erfolgreich war. Auch muss hier gefragt werden, ob der Kunde bspw. eine Mischtraktion aus zwei verschiedenen Bauserien von 146ern überhaupt bestellt hat.

Gruß
232 905

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: VT605

Datum: 08.08.19 17:32

232905 schrieb:

Das man unter Umständen eine 146 nicht mit einer 146 Kuppeln (sei es weil unterschiedliche Software oder Bauserie) darf liegt ja zumeist daran, dass lediglich die jeweilige Validierung dieser Kombination nicht vollzogen wurde bzw. ggf. nicht erfolgreich war. Auch muss hier gefragt werden, ob der Kunde bspw. eine Mischtraktion aus zwei verschiedenen Bauserien von 146ern überhaupt bestellt hat.


Der Fv hatte den Mischbetrieb 407/403/406 bestellt für den Bau der 407er, ebenso die Belgienzulassung, beides konnte der Hersteller bis heute nicht liefern.

Re: Was täte der vlexx nur ohne Lokführer? ;-)

geschrieben von: Endbahnhof

Datum: 08.08.19 17:41

Nö, aktuell hat die Mittelrheinbahn den schwarzen Peter. Und ab und zu auch mal die VIAS auf dem rechten Rhein, wenn mal wieder zwei drei Züge am Stück ausfallen. Dann arbeitet der Aufgabenträger wieder nach der Hubschraubermethode. Ranfliegen, Staub aufwirbeln, wegfliegen.

Achso, bei der Mittelrheinbahn muss auch die böse, böse DB mal wieder aushelfen. Zum Glück hat man das alte Ersatzprogramm noch nicht geschreddert. Es empfiehlt sich immer etwas vorbereitet im Schubkasten zu haben.

Und auch einige der Damen und Herren im Planungsbüro von Abellio Baden-Württemberg sind kampferprobt. Haben sie doch so manches Ersatzprogramm bei der DB schon auf die Beine gestellt.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Traumflug

Datum: 08.08.19 18:02

Dirk Mattner schrieb:
Was auch immer mit 'Altwagensenke' gemeint sein soll
Das hat der Bahn-Report freundlicherweise zusammengestellt:

[www.nahverkehrsberatung.de]

2016 belegte Baden-Württemberg mit der höchsten Altwagenquote (18%) den letzten Platz. 2015 nicht ganz, Meck-Pomm und Sachen-Anhalt waren noch dahinter. Nachdem die DR-DoStos in diesen neuen Bundesländern ausrangiert wurden, kamen sie übrigens in BaWü erneut zum Einsatz.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: VT605

Datum: 08.08.19 18:08

Traumflug schrieb:
Dirk Mattner schrieb:
Was auch immer mit 'Altwagensenke' gemeint sein soll
Das hat der Bahn-Report freundlicherweise zusammengestellt:

[www.nahverkehrsberatung.de]

2016 belegte Baden-Württemberg mit der höchsten Altwagenquote (18%) den letzten Platz. 2015 nicht ganz, Meck-Pomm und Sachen-Anhalt waren noch dahinter. Nachdem die DR-DoStos in diesen neuen Bundesländern ausrangiert wurden, kamen sie übrigens in BaWü erneut zum Einsatz.

Was ja auch verständlich ist. Da stand ja seit längerem fest das die DB in BW aussortiert wird, warum sollte sie da noch in neue Fahrzeuge für BW investieren? Die kommen doch wohl eher da zum Einsatz wo man auch künftig fährt.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: De David

Datum: 08.08.19 18:28

232905 schrieb:
Auch muss hier gefragt werden, ob der Kunde bspw. eine Mischtraktion aus zwei verschiedenen Bauserien von 146ern überhaupt bestellt hat.

Finde ich nicht, das sollte ganz selbstverständlich sein, und nicht nur Baureihenintern, sondern bunt durcheinander gewürfelt gemischt. So wie man Nohab und 40 Jahre später gebaute Class 66 zusammen hängen kann, Steuerkabel einstecken, und es funktioniert.
Daß einfach ein einheitlicher vom VDV vorgebener Standard da ist, der nicht alle 2 Jahre hinterfragt wird weil jemand das Rad neu erfinden will und von dem entsprechend auch nie abgewichen wird.

So kann ein echter Markt mit Standardfahrzeugen entstehen, weil jedes EVU weiß, egal was es kauft, ob gebraucht oder neu, es wird mit seiner bisherigen Bestandsflotte harmonieren.

Und auch die Länderspezischen Anforderungen sehe ich nicht als Problem an. Da das Land ja nicht vorschreibt "der Wagenkasten darf nur 17,84m lang sein" und alle längeren oder kürzeren Fahrzeuge sind auf gar keinen Fall zugelassen. Sondern sich das ganze nurauf die Innenausstattung bezieht und eventuell das Außendesign. Wenn man also z.B. einen Sächsischen Talent 2 gebraucht kauft, wäre das doch kein Ding der Unmöglichkeit wenn es uuuuunbedingt verlangt wird, die ganzen Sitze und Bodenbeläge und Wandverkleidungen usw raus zu reißen und welche nach NVBW-Vorgabe rein zu bauen, und die Kiste mal in die Lackierhalle zu stellen und Weiß/Grau/Gelbe Farbe drauf zu tun.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: geht nicht mangels Masse

geschrieben von: bollisee

Datum: 08.08.19 18:29

Schmalspurbahnfreund schrieb:
Beim sich-die Haare-raufen wird Herrmann aber ein Problem haben.... viel zu raufen ist da nicht mehr..
siehe: [winnehermann.de]
Deswegen ist er als Verkehrsminister geeignet. Kann nur gewinnen und hat nichts zu verlieren... :-D

Duck und weg...

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: glx

Datum: 08.08.19 18:41

VT605 schrieb:
Was ja auch verständlich ist. Da stand ja seit längerem fest das die DB in BW aussortiert wird,
Die DB hat eine Hand voll Netze verloren. Sie dürfte noch immer über 50% der Gesamtleistung im Nahverkehr fahren.
Von aussortiert kann also keine Rede sein.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: bollisee

Datum: 08.08.19 18:48

Alibizugpaar schrieb:
Ich unterstelle mal, daß ein Hersteller erst in Serie geht, wenn die Zulassung für ein, zwei Vorserienfahrzeuge vorliegt. Und wenn sich diese Zulassung verzögert startet auch nicht die Serienproduktion. Ich denke in diesen Nachwehen steckt man jetzt.
Ich würde mal eher vermuten, dass Bombardier bei den Lieferungen in die Schweiz noch mehr zu verlieren hat, deswegen dürften wohl Kapazitäten, die man vom Talent zum Twindexx verschieben kann, zur Schadensbegrenzung auch verschoben werden...

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: agw

Datum: 08.08.19 19:09

VT605 schrieb:
agw schrieb:
]Hachja, "Damals(TM)".
Wie sowas heute aussehen würde, sieht man ja auch noch in anderen Bereichen (Bundeswehr). Kostet alles x-mal so viel und am Ende hat mein kein einziges funktionierendes U-Boot, keinen Helicopter, keine Transportmaschine, aber viel Geld für Berater ausgegeben, die die Beschaffung begleitet haben. So sähe es heute bei der Bundesbahn auch aus, wenn es sie noch geben würde.

Auch müsste man dann vermutlich immer mit dem Leben, was man vor 20 Jahren so toll entwickelt hat. Vermutlich würden gerade wieder neuer 420er für die S-Bahn Rhein-Ruhr ausgeliefert werden...
"Berater" braucht man nur wenn man lauter Fachfremde in den Chefetagen hat, so wie heute bei der BW, das war aber bei den Staatsbahnen früher eher nicht der Fall. Und die Bundesbahn hat die 103 Mitte/Ende der 80er Jahre auch nicht nochmal neu bauen lassen sondern was zeitgemäßes zusammen mit der Industrie mit der BR 120 und dem ICE entwickelt. Dein letzter Satz ist also auch Unfug, genauso wie der erste.
Und deine Träumereien sind leider deswegen Unfug, weil es deine tolle 80er Bundesbahn im Jahr 2019 eben auch nicht mehr so geben würde.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: ThomasR

Datum: 08.08.19 19:27

M 262 schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...
Das heißt mabe rnoch lange nicht, dass die Talent der verschiedenen Betrieber nicht untereinander kuppel- und steuerbar sind. Warum müssen z.B. die Talent aus Gäu-Murr inkompatibel zu den Talent der SWEG und denen von Abellio sind? Dafür gibt es keinen technischen Grund.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: De David

Datum: 08.08.19 19:53

Natürlich gibt es den, daß es praktisch wäre bei Bedarf Fahrzeuge hin und her zu leihen. Bzw nach Vertragsende in 15 Jahren, wenn sich die Situtation im Nahverkehr garantiert geändert hat, alle in einen Pool zu schmeißen und neu auf Netze verteilen zu können.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: 232905

Datum: 08.08.19 19:58

ThomasR schrieb:
M 262 schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
...mit den Lieferschwierigkeiten, wenn jedes Jahr ein neuer Triebzug erfunden wird. Die Zugflotte in Deutschland ist alles mögliche, nur nicht homogen. Wo sind denn die Fahrzeuge von der Kleiderstange mit dem angenehmen Effekt, daß man bei Bedarf nur zugreifen braucht? War vor 25 eine große Zukunftsvision, redet heute kaum noch jemand von.
Kommt halt daher, dass jeder Aufgabenträger seine eigenen Brötchen(Neufahrzeuge/Lastenhefte) backt...
Das heißt mabe rnoch lange nicht, dass die Talent der verschiedenen Betrieber nicht untereinander kuppel- und steuerbar sind. Warum müssen z.B. die Talent aus Gäu-Murr inkompatibel zu den Talent der SWEG und denen von Abellio sind? Dafür gibt es keinen technischen Grund.
Ist dem denn so? Talent ist schließlich nicht unbedingt Talent. Es können zum Beispiel ja unterschiedliche MPUs, RIOMs, etc. verbaut sein. Auch ist die Software eine andere. Für eine zugelassene Mehrfachtraktion aus zwei Fahrzeugen muss folglich die Hardware als auch die Software in Mehrfachtraktion validiert worden sein. Und das wird ein Schienenfahrzeughersteller aus Kostengründen nur dann machen, wenn der Kunde das bestellt und bezahlt hat.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: 232905

Datum: 08.08.19 20:04

De David schrieb:
232905 schrieb:
Auch muss hier gefragt werden, ob der Kunde bspw. eine Mischtraktion aus zwei verschiedenen Bauserien von 146ern überhaupt bestellt hat.

Finde ich nicht, das sollte ganz selbstverständlich sein, und nicht nur Baureihenintern, sondern bunt durcheinander gewürfelt gemischt. So wie man Nohab und 40 Jahre später gebaute Class 66 zusammen hängen kann, Steuerkabel einstecken, und es funktioniert.
Daß einfach ein einheitlicher vom VDV vorgebener Standard da ist, der nicht alle 2 Jahre hinterfragt wird weil jemand das Rad neu erfinden will und von dem entsprechend auch nie abgewichen wird.
Hallo,
das Protokoll bzw. der Bus ist normiert. Was dann allerdings ein Fahrzeug mit den Informationen die da auf dem Bus ankommen macht nicht. Das muss für jedes Fahrzeug selbst festgelegt werden und vorallem dann auch in jeder gewünschten Konfiguration zugelassen werden.
Das ganze ist nämlich ein wenig komplexer, was bspw. auch im 2017er-Unfall am Brenner (https://www.bmvit.gv.at/verkehr/sub/schiene/berichte/2017/171222_gries_jodok_795391.pdf) deutlich wird.

Gruß
232 905



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 20:05.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: Tausendfüßler

Datum: 08.08.19 22:19

agw schrieb:
VT605 schrieb:
agw schrieb:
]Hachja, "Damals(TM)".
Wie sowas heute aussehen würde, sieht man ja auch noch in anderen Bereichen (Bundeswehr). Kostet alles x-mal so viel und am Ende hat mein kein einziges funktionierendes U-Boot, keinen Helicopter, keine Transportmaschine, aber viel Geld für Berater ausgegeben, die die Beschaffung begleitet haben. So sähe es heute bei der Bundesbahn auch aus, wenn es sie noch geben würde.

Auch müsste man dann vermutlich immer mit dem Leben, was man vor 20 Jahren so toll entwickelt hat. Vermutlich würden gerade wieder neuer 420er für die S-Bahn Rhein-Ruhr ausgeliefert werden...
"Berater" braucht man nur wenn man lauter Fachfremde in den Chefetagen hat, so wie heute bei der BW, das war aber bei den Staatsbahnen früher eher nicht der Fall. Und die Bundesbahn hat die 103 Mitte/Ende der 80er Jahre auch nicht nochmal neu bauen lassen sondern was zeitgemäßes zusammen mit der Industrie mit der BR 120 und dem ICE entwickelt. Dein letzter Satz ist also auch Unfug, genauso wie der erste.
Und deine Träumereien sind leider deswegen Unfug, weil es deine tolle 80er Bundesbahn im Jahr 2019 eben auch nicht mehr so geben würde.
was war 1989? Genau, deshalb würde die Bundesbahn wie 80 anders sein.

Tausend Grüße vom Tausendfüßler

Infolge Sparmaßnahmen wurde auf weiteren Text verzichtet.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.08.19 23:25

pm schrieb:
Die S-Bahn Stuttgart + die Schwarzwaldbahn gehörten schon nicht mehr zum Großen Verkehrsvertrag. Bei soetwas muß man schon genauer sein.

Bei der S-Bahn hatte ich dazu einen versteckten Hinweis gegeben.
Doch es geht ohnehin weniger um den großen Verkehrsvertrag, als um die Theorie, das die große, rote Bahn keinen flächendeckenden Nahverkehr hinbekäme und nur mit Altmaterial gearbeitet hätte.

Die Entwicklung im zweiten Jahrzehnt und der Umstand, das die Mappus-Regierung dazu den Anstoß zum Abstieg - bei hoher Vergütung - gegeben hatte, ist dagegen kaum zu verteidigen.
Das ganze dann in Tateinheit mit einem fragwürdigen DB-Management.

Es ist schon traurig:
Die RAB war einstmals ein Vorzeigeprojekt der Deutschen Bahn. Sauber, pünktlich bei kontinuierlicher Modernisierung.
Wie es um den Betrieb heute bestellt ist, kann man sich ja im Netz zusammensuchen.

Es ist in den vergangenen 10 Jahren in BaWü und der DB auf vielen Ebenen und in vielen Bereichen mächtig was schiefgelaufen.
In wie weit ich Herrn Herrmann und seine Handlungen dazu einpreise, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend bewerten.
Anders als von mir erhofft, zeigt der Trend für seine Unternehmungen nicht unbedingt nach oben. Derzeit sieht man eine Menge Energie in die Schadensbegrenzung fließen (begleitet von Vorwürfen gegenüber anderen ohne dabei die eigene Verantwortung zu erkennen), statt sie in die Gestaltung des SPNV der Zukunft investieren zu können.

Zugegeben: Bei VMs anderer Bundesländer hätte ich kaum so große Erwartungen gehabt.


Grüßle,
Dirk

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Traumflug

Datum: 09.08.19 00:01

Dirk Mattner schrieb:
Derzeit sieht man eine Menge Energie in die Schadensbegrenzung fließen (begleitet von Vorwürfen gegenüber anderen ohne dabei die eigene Verantwortung zu erkennen), statt sie in die Gestaltung des SPNV der Zukunft investieren zu können.
Immerhin bemüht man sich um Schadensbegrenzung. In Sachsen guckt man gerade dumm aus der Wäsche, weil "plötzlich" ein EVU den Betrieb komplett eingestellt hat.

Gleichzeitig wird auch eine Menge gestaltet. Es wurde ein LGVFG aufgelegt, die kostenlose Fahrradmitnahme wird forciert, ein Landestarif wurde eingeführt, Reaktivierungsstrecken werden systematisch gesucht, Hochrheinbahn wird elektrifiziert, Südbahn wird elektrifiziert, dito Bodenseegürtelbahn, Hermann-Hesse-Bahn wird reaktiviert, Schönbuchbahn ausgebaut, sogar beim Stuttgarter Projekt hat man es geschafft, nochmal über dessen Leistungsfähigkeit nachzudenken, und so weiter.

Vielleicht fällt das nicht so auf, weil Zeitungen lieber und mehr über Schieflagen berichten und Bauprojekte ziemlich lange dauern, doch die Gestaltung ist definitiv im Gange.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: bauigel

Datum: 09.08.19 00:19

agw schrieb:
selbst erlebt hätte, würde man es für schlecht erfunden halten...
Was wäre denn, wenn der Aufgabenträger sich 400m-Bahnsteige wünschen würde? Würden die dann einfach gebaut bzw. so gelassen, auf Kosten von S&S?
Oder gibt es einen Grund, warum man sich auf viel zu kurze Bahnsteige einlässt? Na?
Einfach sicherlich nicht - im Streitfall müsste man das im Planfeststellungverfahren fordern und bei Ablehnung durch das EBA auch mal erklagen. Schließlich muss jede Änderung von Bahnsteiglage, -länge und -höhe vom EBA genehmigt werden - und Schwarz(rück)bauten gibt's bei sowas heute nicht mehr. Aber wenn man schon 3 Jahre vorher freiwillig und schriftlich drauf verzichtet, bekommt man es auf keinen Fall.

Im konkreten Fall wäre für alles über 186 Meter Baulänge sind die Verschiebung von Weichen und Eingriff in fremde Grundstücke erforderlich - und ab ca. 210 Metern wäre der Abriss von Wohnhäusern unvermeidbar (und um der Frage vorzubeugen: in der Längsentwicklung des Bahnhofs hat die Bahn noch niemals Grundstücke verkauft). Ohne eine belastbare Begründung - die vom den Verkehr bestellenden Aufgabenträger kommen muss - wird der 'Eingriff in verfassungsrechtlich geschütztes Eigentumsrecht' im Planfeststellungsverfahren vom EBA abgelehnt - ein schriftliches "es wäre schon schön und wahrscheinlich auch zukunftssicher" vom Aufgabenträger reicht da nicht.
Da wird dann durchaus auch mal der Neubau eines Haltepunkts nur mit 210 statt geplanten 230 Metern genehmigt - mit dem Ergebnis, dass an 6 der benachtbarten 8 anderen Bahnhöfe und Haltepunkten bis zu den nächsten Knotenbahnhöfen alle möglichen Dinge eine höhere Gewichtung haben, als 'verkehrlich nicht sinnvoll nutzbare' 230 Meter Bahnsteiglänge - wie z. B. die nächtliche Nichtausleuchtung benachbarter Grundstücke (Lichtverschmutzung für Fledermäuse bzw. schlecht schlafende Menschen) durch Bahnsteigbeleuchtung oder die Vermeidung der Anpassung von zusätzlichen Behinderungen des Straßenverkehrs durch Anpassung der Einschaltpunkte von Bahnübergängen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 00:24.

Re: Was täte der vlexx nur ohne Lokführer? ;-)

geschrieben von: D 895

Datum: 09.08.19 00:41

"Aktuell stehen die vlexxer aber nicht im Fokus oder? (Frage in die Region)"

Vorletzten Sonntag (28.7.) fielen gleich beide Vlexx-RE nach Wissembourg (Elsass- und Weinstraßenexpress von Mainz und Koblenz) wegen Personalmangel in beiden Richtungen ersatzlos aus.
Da somit auch die Hin- und Rückfahrten zur/aus der Abstellung in Neustadt/W entfielen, gab es vormittags und nachmittags zwischen Winden und Wissembourg eine dreistündige Zugpause, natürlich ohne SEV.
Für allgemeine "Belustigung" sorgte auch ein Vlexx-Zub am Sonntag davor, der meinte sämtliche Fahrgäste mit KVV-Fahrkarte zwischen Winden und Wissembourg "aufschreiben" zu müssen und sich von niemandem belehren ließ, dass dieser Verbund dort schon seit 20 Jahren gilt, auch nicht von mir auf planmäßiger Gastfahrt, er drohte sogar mich auch aufzuschreiben, wenn ich mich nicht raushalten würde ;-).

Letzten Sonntag lief es aber einigermaßen mit den Vlexx-Ausflugszügen.

Gruß D 895



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 00:57.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: junglok13

Datum: 09.08.19 01:24

VT605 schrieb:
Die kommen doch wohl eher da zum Einsatz wo man auch künftig fährt.
Leider nicht, denn gerade da wo die DB in BW die Netze gewonnen hat, wurden, werden Altfahrzeuge weiterhin eingesetzt, weil die Verfügbarkeit der Neufahrzeuge die man angeschafft hat, nicht in dem Maße vorhanden war, wie man sich das vorgestellt hat, man hat mit einer Verfügbarbeit von wohl ca. 80-90 % gerechnet. Die Realität ist leider durch die mangelhafte Wartung von DB selbst bei ca. 60 % und diese mangelhafte Wartung besteht nun eben schon seit ca. 15 Jahren, ohne Hoffnung auf Besserung, bzw. die einzige Hoffnung ist dass DB weitere Strecken verliert, damit die Auftragsbücher bei der eigenen DB Wartung geringer werden und damit wieder eine Verfügbarkeit der Fahrzeuge von 80-90 % erzielt werden kann.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: De David

Datum: 09.08.19 02:01

Ist mir bekannt. Dann muss eben dort die Normung ansetzen, zwischen Bus und Fahrzeugsteuerung.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Fahrkartenautomat

Datum: 09.08.19 08:39

Dirk Mattner schrieb:
Wenn man damals vom "Bahnland Bayern" anreiste, konnte es gut sein, das man bis zum Grenzübertritt nichts neuwertiges antraf. So konnte man z.B. mit legendären n-Wagen von Passau (mit umsteigen in Donauwörth) nach Aalen fahren. Erst ab dort ging es mit nigelnagelneuen Dostos weiter nach Stuttgart. [..]
Deshalb: Bitte keine Legendenbildung!
Da habe ich die 2000er allerdings anders in Erinnerung. In der frühen zweiten Hälfte der 2000er war ich relativ häufig im Nahverkehr auf der Remsbahn und im S-Bahn-Bereich der Murrbahn unterwegs (und auf dem württembergischen Teil der Riesbahn, aber das ist wohl eher auf Bayerns Mist gewachsen). An nigelnagelneue Dostos zwischen Aalen und Stuttgart kann ich mich nicht erinnern. Gab es da vielleicht täglich maximal ein Zugpaar, zu Zeiten, zu denen ich noch in der Schule saß? Eigentlich alle Fahrten zwischen Aalen und Stuttgart, an die ich mich erinnere, waren mit Silberlingen. Immerhin der Steuerwagen und manchmal 1-2 weitere Wagen waren modernisiert (DBM-Design), daher waren die Silberlinge der Remsbahn deutlich angenehmer als die auf der Riesbahn, denn die waren wirklich extrem versifft und es hat einem den Atem verschlagen, wenn man dort eingestiegen ist.

Tatsächlich die einzige Dosto-Fahrt auf der Remsbahn, an die ich mich erinnern kann, war der Heckeneilzug, der am Wochenende früh morgens von Stuttgart nach München über Aalen und Nördlingen gefahren ist. Das schienen mir aber auch keine sonderlich neuen Dostos gewesen zu sein.

Kurz darauf bin ich ins Ruhrgebiet gezogen und da habe ich gleich erkannt, was für eine Altwagensenke die vorherige Heimat wirklich war. Auf der Murrbahn waren glaube ich auch (fast?) nur Silberlinge unterwegs (und die S-Bahn).

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: 3209

Datum: 09.08.19 09:30

Also die "Altwagensenke" kann man so auch nicht stehen lassen. Immerhin wurden zu Zeiten des großen Verkehrsvertrages auch neue Doppelstockwagen für Stuttgart - Tübingen, Stuttgart - Karlsruhe und Stuttgart - Lindau angeschafft. Und die klotzgebremsten Wagen durch solche mit Scheibenbremsen ersetzt. Man hat halt, typisch schwäbisch, sparsam modernisiert.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: elvislebt

Datum: 09.08.19 09:30

Auf der Remsbahn fuhren am Wochenende die neuen Dosto-Garnituren, die unter der Woche zwischen Stuttgart und Tübingen unterwegs waren. Ich weiß aber nicht, ob das auch schon vor Dezember 2009 der Fall war - damals habe ich noch nicht in der Gegend gewohnt.

...fahre Memphis!

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: KHM

Datum: 09.08.19 09:42

Alter Schwede... Ich hatte doch "nur" geschrieben "Stichwort: Altwagensenke." Damit ist doch nun erkennbar nicht gemeint, dass es in ganz BW nur Altwagen gab!?! Aber der Begriff, den auch ich nicht erfunden habe, machte die Runde, auch hier bei DSO. Und die Insider sollten doch dazu eine passende (!) Assoziation wie "Einsatz AUCH alter DBuza" entwickeln können, ohne gleich zu hyperventilieren "aber wir haben doch AUCH neue Wagen gehabt!" ???

OK, dann am Wochenende

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 13:11

elvislebt schrieb:
Auf der Remsbahn fuhren am Wochenende die neuen Dosto-Garnituren, die unter der Woche zwischen Stuttgart und Tübingen unterwegs waren. Ich weiß aber nicht, ob das auch schon vor Dezember 2009 der Fall war - damals habe ich noch nicht in der Gegend gewohnt.

Gut, in der Regel kam ich dort auch nur am Wochenende vorbei. Die kamen auch erst gegen Ende des Jahrzehnts, soweit richtig.
Bevor mir jemand ne Retourkutsche vorbeischickt:
Wollte ich mein Beispiel nun weiter unterstreichen, dann unterstellte ich statt des Umstiegs in Donauwörth eine Weiterfahrt nach Ulm. Wie erwähnt, kam dort die Neueinführung von Doppelstöckern noch früher als an der Remsbahn.

Aber bleiben wir bei der Remsbahn.
Auch wenn die Dostos erst gegen Ende des Jahrzehnts sich festsetzten, es zeigt das es über die erste Dekade des Jahrhundert eine positive Entwicklung und stete Modernisierung gab.
Diesen Trend auf das aktuelle Jahrzehnt weiter gedacht, würde uns den ganzen Budenzauber mit mannigfaltigen EVUs, Baureihen und Ersatzfahrzeugen ersparen.

Und zum erwähnten 'Heckeneilzug' am Wochenende: Warum hat man den eigentlich abgeschafft?
Rhetorische Frage! Denn wir kennen leider die Antwort und die passt ganz gut in die Allgemeinkritik über die Organisation des SPNV heutzutage.

Und nur zur Klarstellung: Es geht nicht um die Verteidigung der DB, sondern um die Frage ob man SPNV großflächig organisieren kann. Ich behaupte: Ja!
Aber gut, derzeit kriegen die Aufgabenträger ihn mit ihren heutigen Wundermitteln ja oftmals nicht mal mehr kleinflächig organisiert.

Grüßle,
Dirk

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 09.08.19 13:42

Alibizugpaar schrieb:
Ich unterstelle mal, daß ein Hersteller erst in Serie geht, wenn die Zulassung für ein, zwei Vorserienfahrzeuge vorliegt. Und wenn sich diese Zulassung verzögert startet auch nicht die Serienproduktion. Ich denke in diesen Nachwehen steckt man jetzt.
Wo ist in den Ausschreibungsbedingungen Platz für "Vorserien" ? Das ist der sicherste Weg die vorgegebenen Termine zu schmeissen. Anscheinend machen es die anderen Anbieter eben nicht so und damit besser...!?

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: bollisee

Datum: 09.08.19 15:28

Traumflug schrieb:
Vielleicht fällt das nicht so auf, weil Zeitungen lieber und mehr über Schieflagen berichten und Bauprojekte ziemlich lange dauern, doch die Gestaltung ist definitiv im Gange.
Wenn man ehrlich ist, hat man bislang eigentlich schon viele Vorteile von der Umgestaltung. Sich aufregen, weil Züge nicht rechtzeitig geliefert werden und man mit Altmaterial fahren muss, das halte ich völlig am Ziel vorbeigeschossen. Da geht es nur um die Lust zu Schießen. Wenn Züge gar nicht oder als Sardinenbüchsen unterwegs sind, da darf man sich aufregen. Und auch darüber, dass man bis heute ums Verrecken nicht einsieht, dass man nicht über Nacht von einem Betreiber an einen anderen Umstellen sollte, sondern eine Übergangszeit einplant. Insbesondere, wenn Fahrzeuge immer bis zum Stichtag warten müssen, damit einer ein Bändchen durchschneiden kann. Hier müsste man noch deutlich fehlertoleranter planen.

Auf jeden Fall aber kann man an der Gestaltungsfront schon einiges erkennen. Nicht nur was Bauprojekte oder Fahrzeuge angeht. Auch Fahrpläne und andere Nicklichkeiten wurden deutlich verbessert. Aber, wenn man in NRW oder sonstwo fernab lebt, lässt sich vortrefflich motzen und irgendwelche Phantomdiskussionen anzetteln. Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 18:45

bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.

Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: J-C

Datum: 09.08.19 18:54

Die selbe Leier erzählen sie in Österreich, womöglich auch in der Schweiz. Also ich glaube, dass Bombardier das mit dem Deadline-Einhalten in letzter Zeit einfach generell nicht schafft. Die Konditionen sind ja im Vorhinein hinlänglich bekannt. Da glaube ich eher, dass man sich regelmäßig mit den Zielsetzungen übernimmt - oder eben halt extrem optimistisch solche Dinge angeht.

Re: Hallo? Sein erster Tag im Verkehrsministerium?

geschrieben von: J-C

Datum: 09.08.19 19:01

Zitat:
Bei den ODEG-KISS war es ja noch ein "knapp daneben ist auch vorbei", immerhin durfte ich mal kurzzeitig mit ÖBB-Schlieren, samt Ski-Abteil durch Berlin reisen.

Erst dachte ich "Haaalt, waaaaaas?!" - nach kurzer Suche fand ich ein Video davon:

Quelle: YouTube
Da ich seit 3 Jahren in Wien wohne, kenne ich natürlich die Wagen recht gut. Die Sitze sind verstellbar, Fußstützen hat's auch. Also zumindest komfortmäßig nicht so schlimm, von der fehlenden Klimaanlage abgesehen. Erfreulich, dass die ODEG diese Wagen holen konnte. Zumal die auch auf 160 ausgelegt sind. Die Wagen waren ja am Anfang noch mehr oder weniger Fernverkehrswagen, deswegen die für den Regionalverkehr eher ungünstige Türanordnung.

Was man da so alles erfährt, wenn man mal sich solche Themen durchliest ^^

Zitat:
Lange Rede - kurzer Sinn:
Herr Herrmann sollte von seinen Beratern das Geld zurück verlangen und sich dann endlich mal persönlich informieren.


Vielleicht ging Herr Herrmann einfach davon aus, dass Verträge auch eingehalten werden. Es wäre nicht so gut, wenn der Hersteller merkt, dass man eh nicht davon ausgeht, dass der Hersteller pünktlich liefert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 19:03.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: bollisee

Datum: 09.08.19 19:12

Dirk Mattner schrieb:
bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.
Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben
Das nennt man auch Aufgabe des Verkehrsministers, nicht jede Frechheit durchgehen zu lassen, angemessen zu regulieren und im Auftrag des Souveräns zu arbeiten. Wenn dabei Motzen nötig ist, dann kommt das nicht aus einer Laune des Verkehrsministers heraus. In dem Fall dürfte wohl jede Menge Grund dazu sein. Einzig hätte man eben deutlich höhere Vertragsstrafen für Vertragsbrüchige einsetzen sollen, einzig das dürfte er sich wohl ans eigene Revers heften...

Wobei um ehrlich zu sein, BT sich wahrscheinlich nicht mehr viel dieser Faux Pas wird leisten können. Wann dort der Genickbruch kommt, fraglich, aber nach fast einer Dekade Lieferschwierigkeiten sollte man sich langsam auf Schlimmeres gefasst machen.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: Sonderkorrespondent

Datum: 09.08.19 19:42

bauigel:
im Streitfall müsste man das im Planfeststellungverfahren fordern und bei Ablehnung durch das EBA auch mal erklagen. Schließlich muss jede Änderung von Bahnsteiglage, -länge und -höhe vom EBA genehmigt werden - und Schwarz(rück)bauten gibt's bei sowas heute nicht mehr. Aber wenn man schon 3 Jahre vorher freiwillig und schriftlich drauf verzichtet, bekommt man es auf keinen Fall.
Bin gespannt, ob dazu hier noch eine Entgegnung aus der Bestellerszene kommt.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Null2

Datum: 09.08.19 20:25

Dirk Mattner schrieb:
bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.
Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben.
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 21:06

Null2 schrieb:
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?

Sooo gefällt mir das, alle am motzen - dann darf ich auch! :-)

Meine Motze geht insofern gegen die Motze des VM, weil der wohl glaubt in SPNV-Deutschland könnte man wie im Restaurant seine Wünsche äußern und dann würde man schon bedient.

Aber genau das ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten doch erfahrungsgemäß nicht der Fall!

Was hat er denn eigentlich erwartet? Das, weil er so ein netter Onkel ist, BT sagt "Also, DEN Jogi müssen wir jetzt aber mal pünktlich beliefern, weil er das ja erwartet".

1.) So naiv kann der VM nicht sein!

2.) Sollte Punkt 1.) zutreffen, dann hätte er sich nicht schlafen legen dürfen um dann überrascht geweckt zu werden.

Irgendwie ist da eine parallele zu dem Fall SBS vs. VVO erkennbar.
Die Auftraggeber glauben wohl sie würden ihre Verantwortung an der Garderobe ihrer Dienstleister abgeben können.

Deshalb im Klartext an den VM: "Sie sind nicht im Maxim's!" Und: "Egal was Sie hier bestellen, es wird Ihnen eine 'Bomb Surprise' serviert."
Ist ja schon im Namen versteckt...

So verständlich? ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 21:08.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 09.08.19 21:33

Zitat
Die S-Bahn Rhein-Neckar war ein neues Produkt, so dass logischerweise neue Fahrzeuge gebraucht wurden.
Die S-Bahn Rhein-Neckar war auch nicht Teil des großen Verkehrsvertrages, sondern wurde mit Betriebsstart im Dezember 2003 ausgeschrieben.

Noch nicht ganz

geschrieben von: Der nachdenkliche Stromrichter

Datum: 09.08.19 21:41

Guten Abend Dirk,

da würde mich dann nur noch interessieren, was denn bitte genau das Landesverkehrsministerium oder gar der Minischder selbst bei Bombardier denn so bestellt haben? Das gilt vielleicht noch mittelbar für die Talent III der SWEG, weil dieses EVU im Landeseigentum steht, aber bei Abellio Rail Baden-Württemberg mal sicher nicht.

Und andersherum konstruiert: Ich zweifle an, dass eine Ausschreibungsklausel, wonach Fahrzeuge vom Auftragnehmer nicht bei Bombardier bestellt werden dürfen - auch wenn deren miese Performance weithin bekannt ist - rechtssicher möglich wäre. Also kann das Ministerium die EVU vielleicht noch bitten, so einen Blödsinn doch lieber sein zu lassen, aber das war es dann auch.

Schönen Gruß
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Null2

Datum: 09.08.19 21:55

Dirk Mattner schrieb:
Null2 schrieb:
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?
Sooo gefällt mir das, alle am motzen - dann darf ich auch! :-)

Meine Motze geht insofern gegen die Motze des VM, weil der wohl glaubt in SPNV-Deutschland könnte man wie im Restaurant seine Wünsche äußern und dann würde man schon bedient.

Aber genau das ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten doch erfahrungsgemäß nicht der Fall!

Was hat er denn eigentlich erwartet? Das, weil er so ein netter Onkel ist, BT sagt "Also, DEN Jogi müssen wir jetzt aber mal pünktlich beliefern, weil er das ja erwartet".

1.) So naiv kann der VM nicht sein!

2.) Sollte Punkt 1.) zutreffen, dann hätte er sich nicht schlafen legen dürfen um dann überrascht geweckt zu werden.

Irgendwie ist da eine parallele zu dem Fall SBS vs. VVO erkennbar.
Die Auftraggeber glauben wohl sie würden ihre Verantwortung an der Garderobe ihrer Dienstleister abgeben können.

Deshalb im Klartext an den VM: "Sie sind nicht im Maxim's!" Und: "Egal was Sie hier bestellen, es wird Ihnen eine 'Bomb Surprise' serviert."
Ist ja schon im Namen versteckt...

So verständlich? ;-)
Nö.
Was hat den der VM für Fahrzeuge bei BT bestellt im Auftrag von Abellio? Meinst du der macht für die den Laufburschen?
Selten so ein Blech von dir gelesen...

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: mobaz

Datum: 09.08.19 22:49

Dann komm doch mal her und versuche auf einer DBAG-Strecke zuverlässigen Nahverkehr zu finden. schlimmer als hier geht es schon nicht mehr.

Schönen Guß
Maik

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.08.19 00:21

Der Minister hat ziemlich deutlich gesagt, dass Bombardier in allen Bereichen weltweit Probleme hat. Das sei wohl ein generelles Strukturproblem in dem Konzern. Eigentlich ein vernichtendes Urteil, das leider zutrifft. In keinem Geschäftsbereich weltweit hat Bombardier es im Griff, was Termine und Zuverlässigkeit betrifft. Übrigens auch ein Grund, warum die Luftfahrtgesellschaften den CS100 erst bestellt haben, als der bei Airbus war. Seitdem rollen die Bestellungen an.

Vergesst mal nicht die Gäu-Murr Talent2

geschrieben von: 146 227

Datum: 10.08.19 16:14

Die Talent2 3442 für das Netz 3b Gäu-Murr wurden ja auch pünktlich ausgeliefert.

Vollwertige Wandfensterplätze - im ICE4 - auch in der 1. Klasse!

Re: Vergesst mal nicht die Gäu-Murr Talent2

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.08.19 19:36

146 227 schrieb:
Die Talent2 3442 für das Netz 3b Gäu-Murr wurden ja auch pünktlich ausgeliefert.
Damals wurde ja auch die Vergabe vorgezogen, weil Bombardier ein Lücke in der Fertigung hatte und der Typ war schon zugelassen, siehe die der SWEG.

OK, noch'n Versuch

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 12.08.19 03:01

Servus Tobias!

Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Guten Abend Dirk,

da würde mich dann nur noch interessieren, was denn bitte genau das Landesverkehrsministerium oder gar der Minischder selbst bei Bombardier denn so bestellt haben?

Genau das ist doch die Krux: Natürlich hat der VM die Fahrzeuge nicht bestellt (bei wem auch immer - und in diesem Falle halt BT), sondern - im Gegenteil - er nimmt sich vollständig aus dem Thema raus.

Und genau hier liegt des Pudels Kern: "Sich raus nehmen" bedeutet eigentlich nichts anderes als "keine Verantwortung tragen (wollen)".

OK, dann also ins Detail.
Denn vielleicht wird mein Standpunkt etwas deutlicher, wenn folgende These tragen sollte:

Die Organisation und Gestaltung des SPNV ist keine gewöhnliche Beauftragung einer Dienstleistung.
Das mögen manche (und vielleicht auch der VM) anders sehen, doch wir (diese unsere Gesellschaft) sind uns doch weitgehend einig, das wir es hier bekanntlich mit besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen zu tun haben:

Es geht um eine Dienstleistung zur Daseinsvorsorge, womit höhere Ansprüche zur Garantie der Erbringung derselben erwartet werden sollten, nein, sogar erwartet werden müssen.

Es gibt nämlich erhebliche Unterschiede ob ich als Privatperson, als Manager eines Unternehmens, oder als Politiker im entsprechend zuständigen Ressort eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte. Das Zauberwort heißt einmal mehr: Verantwortung!

Die ist umso größer, je weitreichender die Folgen bei der Inanspruchnahme derselbigen sind.


Beispiel Privatperson:

Es mag Pech für den Kunden sein, wenn der Smartphonehersteller XY Lieferprobleme hat und das Spielzeug ein halbes Jahr später ihn erreicht. Es ist auch Pech, wenn dann das Gerät ständig Macken hat. Der Kunde hat zwar den Ärger, er hat aber auch Optionen (Angebotsvielfalt und Verfügbarkeit). Außerdem hat er Ansprüche auf Ersatz die ihm auch (mit Zeitverzug) i.d.R. gewährt werden.
Die Verantwortung liegt zum größten Teil beim Hersteller (direkt: Dienstleister).
Die Folgen des fehlerhaften Produkts (oder Dienstleistung) sind aus Gesamtsicht marginal, für den Einzelfall persönlich ärgerlich.
"PP"! Persönliches Pech.



Beispiel Unternehmen:

Hersteller von komplexen Produkten sind darauf angewiesen, das die Zulieferer wichtiger Komponenten diese termingerecht, in gewünschter Qualität und zum vereinbarten Preis liefern.
Um mit dem eigenen Produkt (oder der Dienstleistung) am Markt zu bestehen, sowie die eigenen Kunden zufriedenstellen zu können, ist eine ständige Kontrolle notwendig. Sie entscheidet über Wohl und Wehe des eigenen Unternehmens. Der Verweis auf die Verantwortlichkeit des Zulieferers (Auftragnehmers) hilft da wenig, bis gar nichts.

Sollte dummerweise alles schief gehen und am Ende das Kontrollsysten und die Verantwortlichkeit versagen, dann geht halt das Unternehmen pleite.
Pech! Doch kein Beinbruch: Der Markt findet zumeist Ersatz und im gesellschaftlichen Kontext ist es halt um die Arbeitsplätze und den Standort schade. Dafür wird es woanders andere Arbeitsplätze und Standorte geben. Und denen geht es dann auch besser, da sie endlich auch die Kunden dieses früheren Schlechtleisters gewinnen können. Das haben sie sich dann im Grunde durch ihr verantwortungsvolles Verhalten auch verdient. So ist der Markt.



Beispiel öffentliche Daseinsvorsorge:

Das sollte nun aus dem Kontext schon selbsterklärend sein, aber ich mache das jetzt der Vollständigkeit halber Rund...

Das Produkt oder die Dienstleistung ist gleichermaßen universal wie einmalig (wie z.B. der Wasseranschluss im Haus - jeder braucht ihn aber jeder brauch auch nur einen).

Diese Dienstleistung MUSS geleistet werden. Nicht irgendwann. Nicht von irgendwem. Nicht irgendwie.

Sie ist als Leistung im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft systemisch zwingend notwendig!

Wer da den ÖPNV (oder auch nur den SPNV) nicht dazu mitzählen möchte, der suche sich elementare Bereiche wie Wasser, Entsorgung oder Energie heraus.
Da sind sogar Leistungen dabei, mit denen ganz oder teilweise private Unternehmen von der öffentlichen Hand beauftragt werden. Dennoch läuft das Geschäft nicht wie im vorherigen Beispiels des freien Marktes.
Und die Politik gibt dazu nicht nur den Gestaltungsrahmen vor, sie ist verpflichtet die Wirkung von diesem zu kontrollieren und bei Fehlentwicklungen zu korrigieren. Sie ist mehr als nur "Kunde" oder "Eigentümer" - sie ist Treuhänder unseres Gemeinwohls. Das muss an erste Stelle stehen und das Handeln bestimmen.

Es gilt zu beachten das sich Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge elementar von der Gesetzmäßigkeit des Marktes und des Konsums unterscheiden (sollten/müssen).
Die Verantwortung bleibt IMMER in der Hand des Staates / der öffentlichen Hand.
Diese Aufgabe zum Gemeinwohl bedingt eine Verantwortung die unteilbar (und im Grunde auch nicht "nach aussen" deligierbar) ist.
Diese Verantwortung verlangt wiederum dauerhafte Kontrolle und Gestaltung. Sie verlangt darüber hinaus die Fähigkeit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und auch durchsetzen zu können um die Erfüllung der Aufgaben zu gewährleisten.


Sooo...
Jetzt sind wir schon meilenweit weg vom Telefonkunden und sein Montagsgerät. Denn wir sind bei Herrn Herrmann gelandet, der um ein vielfaches mehr Verantwortung trägt. Nicht ob der Akku seines Smartphones sich entladen hat, sondern ob für die Bürger in diesem Lande in Zukunft noch mit Eisenbahnverkehr zu rechnen ist.

Was möglicherweise noch zu Ungunsten von Herrn Hermann in diesem Vergleich ausgehen könnte: Der erwähnte Kunde mit seinem Montagsgerät, hatte sich vielleicht vor dem Kauf sogar noch informiert. Er hatte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten über Preise und Produkte kundig gemacht. Er ärgert sich nun auch wenig über sich selbst, da er möglicherweise doch die falsche Wahl getroffen hat. Und dabei geht es nur um ein popliges Telefon.

Anders der VM: Trotz einer ungleich höheren Verantwortung, fällt diesem nichts besseres ein (weil er möglicherweise nichts besseres weiss) Öffentlich zu meckern und dabei ganz nebenbei aufblitzen zu lassen, das er sich um diese Themen zuvor nicht kümmern konnte oder wollte. Und seine "Kunden" stehen am Bahnsteig und erleben statt einer Zugleistung diesen Budenzauber. Dabei steht er (für mich) eindeutig mit in der Verantwortung!

So leicht kann er es sich eben nicht machen, der Herr VM.



Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Also kann das Ministerium die EVU vielleicht noch bitten, so einen Blödsinn doch lieber sein zu lassen, aber das war es dann auch.

Sollte nach diesem doch etwas längeren Exkurs mein Standpunkt und meine Erwartung nun etwas deutlicher herausgerabeitet worden sein, dann wird man leicht nachvollziehen können, das ich die Kategorie "bitten" in diesem Zusammenhang keinesfalls zu einer der denkbaren Maßnahmen zählen kann! :-)


Viele Grüße
Dirk



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.08.19 10:15.

Re: OK, noch'n Versuch

geschrieben von: kmueller

Datum: 12.08.19 11:33

Dirk Mattner schrieb:
Die Organisation und Gestaltung des SPNV ist keine gewöhnliche Beauftragung einer Dienstleistung.

Es geht um eine Dienstleistung zur Daseinsvorsorge, womit höhere Ansprüche zur Garantie der Erbringung derselben erwartet werden sollten, nein, sogar erwartet werden müssen.

Das Produkt oder die Dienstleistung ist gleichermaßen universal wie einmalig (wie z.B. der Wasseranschluss im Haus - jeder braucht ihn aber jeder brauch auch nur einen).

Diese Dienstleistung MUSS geleistet werden. Nicht irgendwann. Nicht von irgendwem. Nicht irgendwie.

Sie ist als Leistung im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft systemisch zwingend notwendig!

die Politik gibt dazu nicht nur den Gestaltungsrahmen vor, sie ist verpflichtet die Wirkung von diesem zu kontrollieren und bei Fehlentwicklungen zu korrigieren. Sie ist mehr als nur "Kunde" oder "Eigentümer" - sie ist Treuhänder unseres Gemeinwohls. Das muss an erste Stelle stehen und das Handeln bestimmen.

Es gilt zu beachten das sich Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge elementar von der Gesetzmäßigkeit des Marktes und des Konsums unterscheiden (sollten/müssen).
Die Verantwortung bleibt IMMER in der Hand des Staates / der öffentlichen Hand.
Wen man der Meinung ist, daß die Politik an dieser Stelle eine hohe Verantwortung hat, die sie an allen 'Marktgesetzen' vorbei wahrnehmen muß, dann muß man ihr auch die Möglichkeit dazu geben. Konkret heißt das, das gesamte Bahnsystem zu verstaatlichen und zwar vollstündig mit direktem Zugriff der Regierung auf alle Ressourcen, sowohl Eigentum als auch Betrieb.

Wenn man die Landesregierung(en) für verantwortlich hält, heißt das, alles zu 'verländern', so wie der großstädtische Stadtverkehr (immer noch) kommunalisiert ist.

Im gegenwärtigen System kann eine Landesregierung ihrer Verantwortung nur dadurch nachkommen, daß sie immer mehr Geld in 'private Betreiber' genannte schwarze Löcher schüttet. Das meiste müßte kriegen, wer am unfähigsten ist. Der Standard dafür wurde leider schon vor Jahren bei der Berliner S-Bahn gesetzt. Beim Verfolgen der Beiträge zu diesem gewannich den Eindruck, daß dort noch nie die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Diesen Standard beutet natürlich auch jeder andere aus, sobald er einmal an die Fleischtöpfe gelangt.

Richtlinien und Verantwortung der Politik

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 12.08.19 15:21

Servus.

kmueller schrieb:
Wen man der Meinung ist, daß die Politik an dieser Stelle eine hohe Verantwortung hat, die sie an allen 'Marktgesetzen' vorbei wahrnehmen muß, dann muß man ihr auch die Möglichkeit dazu geben. Konkret heißt das, das gesamte Bahnsystem zu verstaatlichen und zwar vollstündig mit direktem Zugriff der Regierung auf alle Ressourcen, sowohl Eigentum als auch Betrieb.

So einfach möchte ich es mir gar nicht machen. Bislang habe ich nur auf die aktuellen Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht und mit bunten Worten meine Besorgnis darüber geäußert, das ausgerechnet der VM (in den ich begründete Hoffnungen gesetzt hatte), nicht den Eindruck vermittelt daran was ändern zu wollen.

Was die Lösungsansätze betrifft, kann eine teilweise Rückverstaatlichung manchen Stellen sinnvoll sein, aber nur an solchen die die Grundlagen der Daseinsvorsorge darstellen. Klassisches Beispiel: Netze (Strom, Straßen, Eisenbahnstrecken).

Es geht aber in erster Linie nicht darum alle Gewerke wieder in die Hand eines einzigen Dienstherren zu geben, nämlich dem Staat, sondern die Grundlage für ein funktionierendes System zu schaffen.

Beispiel Wasserwerk:
Die Wasserwirtschaft sollte alleinige und hoheitliche Aufgabe des Staates sein und bleiben.
Die Wasserwerke können von Unternehmen der öffentlichen Hand betrieben werden (zumeist im Besitz der Kommunen), die durchaus nach betriebswirtschaflichen Regeln arbeiten. Die unternehmerischen Freiheiten enden bei Güterabwegungen zugunsten der Daseinsvorsorge. Dadurch können natürlich Zusatzkosten entstehen, die den Ertrag schmälern. Außerdem sind den unternehmerischen Bestrebungen enge Grenzen gesetzt, was Expansion und Verdrängung betrifft.
Zuletzt: Die Hersteller von Wasserpumpen und Filteranlagen sollen weder verstaatlicht, noch den Kräften des Marktes entzogen werden.

Der Staat hat jedoch die Pflicht in diesem Bereich dafür zu sorgen, das diese wichtigen Komponenten unbedingt ihre Aufgaben erfüllen. Pumpen und Filteranlagen sind elementar um ein Wasserwerk zu betreiben. Also hat der Staat die Rahmenbedingungen zu setzen, das die öffentliche Hand in der Lage ist, diesen Bereich fachlich so tief zu durchdringen, damit sie jederzeit Herr der Lage bleibt. Das verursacht natürlich auch wiederbKosten und bedeutet erheblichen Aufwand. Aber so ist das nunmal mit der Verantwortung.
Wenn man auf "Billigen Otto" (oder wahlweise "Billigen Wilfried") machen möchte, kommt das raus was wir jetzt haben. Das ganze frei jeder Verantwortung, dafür aber mit starken Worten.

Sollte dereinst im sensiblen Bereich der Wasserwirtschaft so gehandelt (oder eben nicht gehandelt) werden, wie es hier der VM macht, dann wäre mir um das Trinkwasser bange!



Zitat:
Wenn man die Landesregierung(en) für verantwortlich hält, heißt das, alles zu 'verländern', so wie der großstädtische Stadtverkehr (immer noch) kommunalisiert ist.

Nein, die Verantwortlcheiten müssen nur definiert werden. Dazu sind noch zusätzliche Kontrollinstanzen sinnvoll. Als solche "Aufsichtsbehörden" werte ich derzeit durchaus auch die Verkehrsministerien und ihre Minister, sowie die ihnen unterstellten Organisationen (Verkehrsverbünde, LNV, etc.). Dabei darf es nicht zum abschieben von Verantwortung nach unten kommen. Alle Ebenen sind den anderen verpflichtet. Auch und gerade die oberste Ebene.


Zitat:
Im gegenwärtigen System kann eine Landesregierung ihrer Verantwortung nur dadurch nachkommen, daß sie immer mehr Geld in 'private Betreiber' genannte schwarze Löcher schüttet. Das meiste müßte kriegen, wer am unfähigsten ist. Der Standard dafür wurde leider schon vor Jahren bei der Berliner S-Bahn gesetzt. Beim Verfolgen der Beiträge zu diesem gewannich den Eindruck, daß dort noch nie die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Diesen Standard beutet natürlich auch jeder andere aus, sobald er einmal an die Fleischtöpfe gelangt.

Ist man derzeit auf Landesebene nicht willens oder fachlich in der Lage die Dinge zu gestalten, zu kontollieren und rechtzeitig regelnd einzugreifen, dann sollte man das Konstrukt dringend neu organisieren!

Ich glaube es wäre längst an der Zeit.

Grüßle,
Dirk

Re: Vergesst mal nicht die Gäu-Murr Talent2

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 12.08.19 19:04

ThomasR schrieb:
146 227 schrieb:
Die Talent2 3442 für das Netz 3b Gäu-Murr wurden ja auch pünktlich ausgeliefert.
Damals wurde ja auch die Vergabe vorgezogen, weil Bombardier ein Lücke in der Fertigung hatte und der Typ war schon zugelassen, siehe die der SWEG.
Der aktuelle Typ ist ebenfalls zugelassen nur Bombardier kommt mit der Produktion nicht nach.
Woran das wohl liegt?

Re: Richtlinien und Verantwortung der Politik

geschrieben von: bollisee

Datum: 15.08.19 21:26

Der Titel zu Deinem Beitrag sagt alles. Der VM BW hat die Richtlinien zu befolgen, als da auch gleichwertige Chancen sind. Sonst wird ja auch der Korruption Tür und Tor geöffnet. Mindestens ein lieferndes Unternehmen kennt sich da bekanntermaßen sehr gut aus, beim säumigen Lieferanten ist es zumindest explizit nicht bekannt.

Folglich, wie willst Du Regeln aufstellen um Schlechtleister frühzeitig zu erkennen? Tust Du das, wirst Du erst recht angreifbar. Insofern ist das öffentliche Motzen durchaus für künftige Ausschreibungen als eine Warnung an das Unternehmen zu verstehen. Zugeben würde das niemand, denn daraus würde ein gerichtsfester Strick gedreht.