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Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: KHM

Datum: 09.08.19 09:42

Alter Schwede... Ich hatte doch "nur" geschrieben "Stichwort: Altwagensenke." Damit ist doch nun erkennbar nicht gemeint, dass es in ganz BW nur Altwagen gab!?! Aber der Begriff, den auch ich nicht erfunden habe, machte die Runde, auch hier bei DSO. Und die Insider sollten doch dazu eine passende (!) Assoziation wie "Einsatz AUCH alter DBuza" entwickeln können, ohne gleich zu hyperventilieren "aber wir haben doch AUCH neue Wagen gehabt!" ???

OK, dann am Wochenende

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 13:11

elvislebt schrieb:
Auf der Remsbahn fuhren am Wochenende die neuen Dosto-Garnituren, die unter der Woche zwischen Stuttgart und Tübingen unterwegs waren. Ich weiß aber nicht, ob das auch schon vor Dezember 2009 der Fall war - damals habe ich noch nicht in der Gegend gewohnt.

Gut, in der Regel kam ich dort auch nur am Wochenende vorbei. Die kamen auch erst gegen Ende des Jahrzehnts, soweit richtig.
Bevor mir jemand ne Retourkutsche vorbeischickt:
Wollte ich mein Beispiel nun weiter unterstreichen, dann unterstellte ich statt des Umstiegs in Donauwörth eine Weiterfahrt nach Ulm. Wie erwähnt, kam dort die Neueinführung von Doppelstöckern noch früher als an der Remsbahn.

Aber bleiben wir bei der Remsbahn.
Auch wenn die Dostos erst gegen Ende des Jahrzehnts sich festsetzten, es zeigt das es über die erste Dekade des Jahrhundert eine positive Entwicklung und stete Modernisierung gab.
Diesen Trend auf das aktuelle Jahrzehnt weiter gedacht, würde uns den ganzen Budenzauber mit mannigfaltigen EVUs, Baureihen und Ersatzfahrzeugen ersparen.

Und zum erwähnten 'Heckeneilzug' am Wochenende: Warum hat man den eigentlich abgeschafft?
Rhetorische Frage! Denn wir kennen leider die Antwort und die passt ganz gut in die Allgemeinkritik über die Organisation des SPNV heutzutage.

Und nur zur Klarstellung: Es geht nicht um die Verteidigung der DB, sondern um die Frage ob man SPNV großflächig organisieren kann. Ich behaupte: Ja!
Aber gut, derzeit kriegen die Aufgabenträger ihn mit ihren heutigen Wundermitteln ja oftmals nicht mal mehr kleinflächig organisiert.

Grüßle,
Dirk

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 09.08.19 13:42

Alibizugpaar schrieb:
Ich unterstelle mal, daß ein Hersteller erst in Serie geht, wenn die Zulassung für ein, zwei Vorserienfahrzeuge vorliegt. Und wenn sich diese Zulassung verzögert startet auch nicht die Serienproduktion. Ich denke in diesen Nachwehen steckt man jetzt.
Wo ist in den Ausschreibungsbedingungen Platz für "Vorserien" ? Das ist der sicherste Weg die vorgegebenen Termine zu schmeissen. Anscheinend machen es die anderen Anbieter eben nicht so und damit besser...!?

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: bollisee

Datum: 09.08.19 15:28

Traumflug schrieb:
Vielleicht fällt das nicht so auf, weil Zeitungen lieber und mehr über Schieflagen berichten und Bauprojekte ziemlich lange dauern, doch die Gestaltung ist definitiv im Gange.
Wenn man ehrlich ist, hat man bislang eigentlich schon viele Vorteile von der Umgestaltung. Sich aufregen, weil Züge nicht rechtzeitig geliefert werden und man mit Altmaterial fahren muss, das halte ich völlig am Ziel vorbeigeschossen. Da geht es nur um die Lust zu Schießen. Wenn Züge gar nicht oder als Sardinenbüchsen unterwegs sind, da darf man sich aufregen. Und auch darüber, dass man bis heute ums Verrecken nicht einsieht, dass man nicht über Nacht von einem Betreiber an einen anderen Umstellen sollte, sondern eine Übergangszeit einplant. Insbesondere, wenn Fahrzeuge immer bis zum Stichtag warten müssen, damit einer ein Bändchen durchschneiden kann. Hier müsste man noch deutlich fehlertoleranter planen.

Auf jeden Fall aber kann man an der Gestaltungsfront schon einiges erkennen. Nicht nur was Bauprojekte oder Fahrzeuge angeht. Auch Fahrpläne und andere Nicklichkeiten wurden deutlich verbessert. Aber, wenn man in NRW oder sonstwo fernab lebt, lässt sich vortrefflich motzen und irgendwelche Phantomdiskussionen anzetteln. Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 18:45

bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.

Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben.

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: J-C

Datum: 09.08.19 18:54

Die selbe Leier erzählen sie in Österreich, womöglich auch in der Schweiz. Also ich glaube, dass Bombardier das mit dem Deadline-Einhalten in letzter Zeit einfach generell nicht schafft. Die Konditionen sind ja im Vorhinein hinlänglich bekannt. Da glaube ich eher, dass man sich regelmäßig mit den Zielsetzungen übernimmt - oder eben halt extrem optimistisch solche Dinge angeht.

Re: Hallo? Sein erster Tag im Verkehrsministerium?

geschrieben von: J-C

Datum: 09.08.19 19:01

Zitat:
Bei den ODEG-KISS war es ja noch ein "knapp daneben ist auch vorbei", immerhin durfte ich mal kurzzeitig mit ÖBB-Schlieren, samt Ski-Abteil durch Berlin reisen.

Erst dachte ich "Haaalt, waaaaaas?!" - nach kurzer Suche fand ich ein Video davon:

Quelle: YouTube
Da ich seit 3 Jahren in Wien wohne, kenne ich natürlich die Wagen recht gut. Die Sitze sind verstellbar, Fußstützen hat's auch. Also zumindest komfortmäßig nicht so schlimm, von der fehlenden Klimaanlage abgesehen. Erfreulich, dass die ODEG diese Wagen holen konnte. Zumal die auch auf 160 ausgelegt sind. Die Wagen waren ja am Anfang noch mehr oder weniger Fernverkehrswagen, deswegen die für den Regionalverkehr eher ungünstige Türanordnung.

Was man da so alles erfährt, wenn man mal sich solche Themen durchliest ^^

Zitat:
Lange Rede - kurzer Sinn:
Herr Herrmann sollte von seinen Beratern das Geld zurück verlangen und sich dann endlich mal persönlich informieren.


Vielleicht ging Herr Herrmann einfach davon aus, dass Verträge auch eingehalten werden. Es wäre nicht so gut, wenn der Hersteller merkt, dass man eh nicht davon ausgeht, dass der Hersteller pünktlich liefert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 19:03.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: bollisee

Datum: 09.08.19 19:12

Dirk Mattner schrieb:
bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.
Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben
Das nennt man auch Aufgabe des Verkehrsministers, nicht jede Frechheit durchgehen zu lassen, angemessen zu regulieren und im Auftrag des Souveräns zu arbeiten. Wenn dabei Motzen nötig ist, dann kommt das nicht aus einer Laune des Verkehrsministers heraus. In dem Fall dürfte wohl jede Menge Grund dazu sein. Einzig hätte man eben deutlich höhere Vertragsstrafen für Vertragsbrüchige einsetzen sollen, einzig das dürfte er sich wohl ans eigene Revers heften...

Wobei um ehrlich zu sein, BT sich wahrscheinlich nicht mehr viel dieser Faux Pas wird leisten können. Wann dort der Genickbruch kommt, fraglich, aber nach fast einer Dekade Lieferschwierigkeiten sollte man sich langsam auf Schlimmeres gefasst machen.

Re: Das wird auch immer so bleiben

geschrieben von: Sonderkorrespondent

Datum: 09.08.19 19:42

bauigel:
im Streitfall müsste man das im Planfeststellungverfahren fordern und bei Ablehnung durch das EBA auch mal erklagen. Schließlich muss jede Änderung von Bahnsteiglage, -länge und -höhe vom EBA genehmigt werden - und Schwarz(rück)bauten gibt's bei sowas heute nicht mehr. Aber wenn man schon 3 Jahre vorher freiwillig und schriftlich drauf verzichtet, bekommt man es auf keinen Fall.
Bin gespannt, ob dazu hier noch eine Entgegnung aus der Bestellerszene kommt.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Null2

Datum: 09.08.19 20:25

Dirk Mattner schrieb:
bollisee schrieb:
Ich wette, die Hälfte der Motzbeutel über jeden kleinen Furz des BW-Verkehrsministers haben in den letzten zwei Jahren noch keinen Fuß in die Gegend gesetzt, wissen aber ganz genau, wie es hier läuft.
Moment, wer motzt hier als Amtsträger in der Öffentlichkeit herum und rauft sich dabei seine nicht vorhandenen Haare?
Eben.
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 09.08.19 21:06

Null2 schrieb:
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?

Sooo gefällt mir das, alle am motzen - dann darf ich auch! :-)

Meine Motze geht insofern gegen die Motze des VM, weil der wohl glaubt in SPNV-Deutschland könnte man wie im Restaurant seine Wünsche äußern und dann würde man schon bedient.

Aber genau das ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten doch erfahrungsgemäß nicht der Fall!

Was hat er denn eigentlich erwartet? Das, weil er so ein netter Onkel ist, BT sagt "Also, DEN Jogi müssen wir jetzt aber mal pünktlich beliefern, weil er das ja erwartet".

1.) So naiv kann der VM nicht sein!

2.) Sollte Punkt 1.) zutreffen, dann hätte er sich nicht schlafen legen dürfen um dann überrascht geweckt zu werden.

Irgendwie ist da eine parallele zu dem Fall SBS vs. VVO erkennbar.
Die Auftraggeber glauben wohl sie würden ihre Verantwortung an der Garderobe ihrer Dienstleister abgeben können.

Deshalb im Klartext an den VM: "Sie sind nicht im Maxim's!" Und: "Egal was Sie hier bestellen, es wird Ihnen eine 'Bomb Surprise' serviert."
Ist ja schon im Namen versteckt...

So verständlich? ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 21:08.

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 09.08.19 21:33

Zitat
Die S-Bahn Rhein-Neckar war ein neues Produkt, so dass logischerweise neue Fahrzeuge gebraucht wurden.
Die S-Bahn Rhein-Neckar war auch nicht Teil des großen Verkehrsvertrages, sondern wurde mit Betriebsstart im Dezember 2003 ausgeschrieben.

Noch nicht ganz

geschrieben von: Der nachdenkliche Stromrichter

Datum: 09.08.19 21:41

Guten Abend Dirk,

da würde mich dann nur noch interessieren, was denn bitte genau das Landesverkehrsministerium oder gar der Minischder selbst bei Bombardier denn so bestellt haben? Das gilt vielleicht noch mittelbar für die Talent III der SWEG, weil dieses EVU im Landeseigentum steht, aber bei Abellio Rail Baden-Württemberg mal sicher nicht.

Und andersherum konstruiert: Ich zweifle an, dass eine Ausschreibungsklausel, wonach Fahrzeuge vom Auftragnehmer nicht bei Bombardier bestellt werden dürfen - auch wenn deren miese Performance weithin bekannt ist - rechtssicher möglich wäre. Also kann das Ministerium die EVU vielleicht noch bitten, so einen Blödsinn doch lieber sein zu lassen, aber das war es dann auch.

Schönen Gruß
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !

Re: 'Altwagensenke'

geschrieben von: Null2

Datum: 09.08.19 21:55

Dirk Mattner schrieb:
Null2 schrieb:
Ja, dann doch lieber Fresse halten und BT weiter wurschteln lassen, was?
Sooo gefällt mir das, alle am motzen - dann darf ich auch! :-)

Meine Motze geht insofern gegen die Motze des VM, weil der wohl glaubt in SPNV-Deutschland könnte man wie im Restaurant seine Wünsche äußern und dann würde man schon bedient.

Aber genau das ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten doch erfahrungsgemäß nicht der Fall!

Was hat er denn eigentlich erwartet? Das, weil er so ein netter Onkel ist, BT sagt "Also, DEN Jogi müssen wir jetzt aber mal pünktlich beliefern, weil er das ja erwartet".

1.) So naiv kann der VM nicht sein!

2.) Sollte Punkt 1.) zutreffen, dann hätte er sich nicht schlafen legen dürfen um dann überrascht geweckt zu werden.

Irgendwie ist da eine parallele zu dem Fall SBS vs. VVO erkennbar.
Die Auftraggeber glauben wohl sie würden ihre Verantwortung an der Garderobe ihrer Dienstleister abgeben können.

Deshalb im Klartext an den VM: "Sie sind nicht im Maxim's!" Und: "Egal was Sie hier bestellen, es wird Ihnen eine 'Bomb Surprise' serviert."
Ist ja schon im Namen versteckt...

So verständlich? ;-)
Nö.
Was hat den der VM für Fahrzeuge bei BT bestellt im Auftrag von Abellio? Meinst du der macht für die den Laufburschen?
Selten so ein Blech von dir gelesen...

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: mobaz

Datum: 09.08.19 22:49

Dann komm doch mal her und versuche auf einer DBAG-Strecke zuverlässigen Nahverkehr zu finden. schlimmer als hier geht es schon nicht mehr.

Schönen Guß
Maik

Re: (BW) VM Hermann rauft sich die Haare

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.08.19 00:21

Der Minister hat ziemlich deutlich gesagt, dass Bombardier in allen Bereichen weltweit Probleme hat. Das sei wohl ein generelles Strukturproblem in dem Konzern. Eigentlich ein vernichtendes Urteil, das leider zutrifft. In keinem Geschäftsbereich weltweit hat Bombardier es im Griff, was Termine und Zuverlässigkeit betrifft. Übrigens auch ein Grund, warum die Luftfahrtgesellschaften den CS100 erst bestellt haben, als der bei Airbus war. Seitdem rollen die Bestellungen an.

Vergesst mal nicht die Gäu-Murr Talent2

geschrieben von: 146 227

Datum: 10.08.19 16:14

Die Talent2 3442 für das Netz 3b Gäu-Murr wurden ja auch pünktlich ausgeliefert.

Vollwertige Wandfensterplätze - im ICE4 - auch in der 1. Klasse!

Re: Vergesst mal nicht die Gäu-Murr Talent2

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.08.19 19:36

146 227 schrieb:
Die Talent2 3442 für das Netz 3b Gäu-Murr wurden ja auch pünktlich ausgeliefert.
Damals wurde ja auch die Vergabe vorgezogen, weil Bombardier ein Lücke in der Fertigung hatte und der Typ war schon zugelassen, siehe die der SWEG.

OK, noch'n Versuch

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 12.08.19 03:01

Servus Tobias!

Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Guten Abend Dirk,

da würde mich dann nur noch interessieren, was denn bitte genau das Landesverkehrsministerium oder gar der Minischder selbst bei Bombardier denn so bestellt haben?

Genau das ist doch die Krux: Natürlich hat der VM die Fahrzeuge nicht bestellt (bei wem auch immer - und in diesem Falle halt BT), sondern - im Gegenteil - er nimmt sich vollständig aus dem Thema raus.

Und genau hier liegt des Pudels Kern: "Sich raus nehmen" bedeutet eigentlich nichts anderes als "keine Verantwortung tragen (wollen)".

OK, dann also ins Detail.
Denn vielleicht wird mein Standpunkt etwas deutlicher, wenn folgende These tragen sollte:

Die Organisation und Gestaltung des SPNV ist keine gewöhnliche Beauftragung einer Dienstleistung.
Das mögen manche (und vielleicht auch der VM) anders sehen, doch wir (diese unsere Gesellschaft) sind uns doch weitgehend einig, das wir es hier bekanntlich mit besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen zu tun haben:

Es geht um eine Dienstleistung zur Daseinsvorsorge, womit höhere Ansprüche zur Garantie der Erbringung derselben erwartet werden sollten, nein, sogar erwartet werden müssen.

Es gibt nämlich erhebliche Unterschiede ob ich als Privatperson, als Manager eines Unternehmens, oder als Politiker im entsprechend zuständigen Ressort eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte. Das Zauberwort heißt einmal mehr: Verantwortung!

Die ist umso größer, je weitreichender die Folgen bei der Inanspruchnahme derselbigen sind.


Beispiel Privatperson:

Es mag Pech für den Kunden sein, wenn der Smartphonehersteller XY Lieferprobleme hat und das Spielzeug ein halbes Jahr später ihn erreicht. Es ist auch Pech, wenn dann das Gerät ständig Macken hat. Der Kunde hat zwar den Ärger, er hat aber auch Optionen (Angebotsvielfalt und Verfügbarkeit). Außerdem hat er Ansprüche auf Ersatz die ihm auch (mit Zeitverzug) i.d.R. gewährt werden.
Die Verantwortung liegt zum größten Teil beim Hersteller (direkt: Dienstleister).
Die Folgen des fehlerhaften Produkts (oder Dienstleistung) sind aus Gesamtsicht marginal, für den Einzelfall persönlich ärgerlich.
"PP"! Persönliches Pech.



Beispiel Unternehmen:

Hersteller von komplexen Produkten sind darauf angewiesen, das die Zulieferer wichtiger Komponenten diese termingerecht, in gewünschter Qualität und zum vereinbarten Preis liefern.
Um mit dem eigenen Produkt (oder der Dienstleistung) am Markt zu bestehen, sowie die eigenen Kunden zufriedenstellen zu können, ist eine ständige Kontrolle notwendig. Sie entscheidet über Wohl und Wehe des eigenen Unternehmens. Der Verweis auf die Verantwortlichkeit des Zulieferers (Auftragnehmers) hilft da wenig, bis gar nichts.

Sollte dummerweise alles schief gehen und am Ende das Kontrollsysten und die Verantwortlichkeit versagen, dann geht halt das Unternehmen pleite.
Pech! Doch kein Beinbruch: Der Markt findet zumeist Ersatz und im gesellschaftlichen Kontext ist es halt um die Arbeitsplätze und den Standort schade. Dafür wird es woanders andere Arbeitsplätze und Standorte geben. Und denen geht es dann auch besser, da sie endlich auch die Kunden dieses früheren Schlechtleisters gewinnen können. Das haben sie sich dann im Grunde durch ihr verantwortungsvolles Verhalten auch verdient. So ist der Markt.



Beispiel öffentliche Daseinsvorsorge:

Das sollte nun aus dem Kontext schon selbsterklärend sein, aber ich mache das jetzt der Vollständigkeit halber Rund...

Das Produkt oder die Dienstleistung ist gleichermaßen universal wie einmalig (wie z.B. der Wasseranschluss im Haus - jeder braucht ihn aber jeder brauch auch nur einen).

Diese Dienstleistung MUSS geleistet werden. Nicht irgendwann. Nicht von irgendwem. Nicht irgendwie.

Sie ist als Leistung im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft systemisch zwingend notwendig!

Wer da den ÖPNV (oder auch nur den SPNV) nicht dazu mitzählen möchte, der suche sich elementare Bereiche wie Wasser, Entsorgung oder Energie heraus.
Da sind sogar Leistungen dabei, mit denen ganz oder teilweise private Unternehmen von der öffentlichen Hand beauftragt werden. Dennoch läuft das Geschäft nicht wie im vorherigen Beispiels des freien Marktes.
Und die Politik gibt dazu nicht nur den Gestaltungsrahmen vor, sie ist verpflichtet die Wirkung von diesem zu kontrollieren und bei Fehlentwicklungen zu korrigieren. Sie ist mehr als nur "Kunde" oder "Eigentümer" - sie ist Treuhänder unseres Gemeinwohls. Das muss an erste Stelle stehen und das Handeln bestimmen.

Es gilt zu beachten das sich Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge elementar von der Gesetzmäßigkeit des Marktes und des Konsums unterscheiden (sollten/müssen).
Die Verantwortung bleibt IMMER in der Hand des Staates / der öffentlichen Hand.
Diese Aufgabe zum Gemeinwohl bedingt eine Verantwortung die unteilbar (und im Grunde auch nicht "nach aussen" deligierbar) ist.
Diese Verantwortung verlangt wiederum dauerhafte Kontrolle und Gestaltung. Sie verlangt darüber hinaus die Fähigkeit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und auch durchsetzen zu können um die Erfüllung der Aufgaben zu gewährleisten.


Sooo...
Jetzt sind wir schon meilenweit weg vom Telefonkunden und sein Montagsgerät. Denn wir sind bei Herrn Herrmann gelandet, der um ein vielfaches mehr Verantwortung trägt. Nicht ob der Akku seines Smartphones sich entladen hat, sondern ob für die Bürger in diesem Lande in Zukunft noch mit Eisenbahnverkehr zu rechnen ist.

Was möglicherweise noch zu Ungunsten von Herrn Hermann in diesem Vergleich ausgehen könnte: Der erwähnte Kunde mit seinem Montagsgerät, hatte sich vielleicht vor dem Kauf sogar noch informiert. Er hatte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten über Preise und Produkte kundig gemacht. Er ärgert sich nun auch wenig über sich selbst, da er möglicherweise doch die falsche Wahl getroffen hat. Und dabei geht es nur um ein popliges Telefon.

Anders der VM: Trotz einer ungleich höheren Verantwortung, fällt diesem nichts besseres ein (weil er möglicherweise nichts besseres weiss) Öffentlich zu meckern und dabei ganz nebenbei aufblitzen zu lassen, das er sich um diese Themen zuvor nicht kümmern konnte oder wollte. Und seine "Kunden" stehen am Bahnsteig und erleben statt einer Zugleistung diesen Budenzauber. Dabei steht er (für mich) eindeutig mit in der Verantwortung!

So leicht kann er es sich eben nicht machen, der Herr VM.



Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Also kann das Ministerium die EVU vielleicht noch bitten, so einen Blödsinn doch lieber sein zu lassen, aber das war es dann auch.

Sollte nach diesem doch etwas längeren Exkurs mein Standpunkt und meine Erwartung nun etwas deutlicher herausgerabeitet worden sein, dann wird man leicht nachvollziehen können, das ich die Kategorie "bitten" in diesem Zusammenhang keinesfalls zu einer der denkbaren Maßnahmen zählen kann! :-)


Viele Grüße
Dirk



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.08.19 10:15.

Re: OK, noch'n Versuch

geschrieben von: kmueller

Datum: 12.08.19 11:33

Dirk Mattner schrieb:
Die Organisation und Gestaltung des SPNV ist keine gewöhnliche Beauftragung einer Dienstleistung.

Es geht um eine Dienstleistung zur Daseinsvorsorge, womit höhere Ansprüche zur Garantie der Erbringung derselben erwartet werden sollten, nein, sogar erwartet werden müssen.

Das Produkt oder die Dienstleistung ist gleichermaßen universal wie einmalig (wie z.B. der Wasseranschluss im Haus - jeder braucht ihn aber jeder brauch auch nur einen).

Diese Dienstleistung MUSS geleistet werden. Nicht irgendwann. Nicht von irgendwem. Nicht irgendwie.

Sie ist als Leistung im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft systemisch zwingend notwendig!

die Politik gibt dazu nicht nur den Gestaltungsrahmen vor, sie ist verpflichtet die Wirkung von diesem zu kontrollieren und bei Fehlentwicklungen zu korrigieren. Sie ist mehr als nur "Kunde" oder "Eigentümer" - sie ist Treuhänder unseres Gemeinwohls. Das muss an erste Stelle stehen und das Handeln bestimmen.

Es gilt zu beachten das sich Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge elementar von der Gesetzmäßigkeit des Marktes und des Konsums unterscheiden (sollten/müssen).
Die Verantwortung bleibt IMMER in der Hand des Staates / der öffentlichen Hand.
Wen man der Meinung ist, daß die Politik an dieser Stelle eine hohe Verantwortung hat, die sie an allen 'Marktgesetzen' vorbei wahrnehmen muß, dann muß man ihr auch die Möglichkeit dazu geben. Konkret heißt das, das gesamte Bahnsystem zu verstaatlichen und zwar vollstündig mit direktem Zugriff der Regierung auf alle Ressourcen, sowohl Eigentum als auch Betrieb.

Wenn man die Landesregierung(en) für verantwortlich hält, heißt das, alles zu 'verländern', so wie der großstädtische Stadtverkehr (immer noch) kommunalisiert ist.

Im gegenwärtigen System kann eine Landesregierung ihrer Verantwortung nur dadurch nachkommen, daß sie immer mehr Geld in 'private Betreiber' genannte schwarze Löcher schüttet. Das meiste müßte kriegen, wer am unfähigsten ist. Der Standard dafür wurde leider schon vor Jahren bei der Berliner S-Bahn gesetzt. Beim Verfolgen der Beiträge zu diesem gewannich den Eindruck, daß dort noch nie die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Diesen Standard beutet natürlich auch jeder andere aus, sobald er einmal an die Fleischtöpfe gelangt.

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