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Die Bahn hat heute Details zur geplanten Fertigstellung des Tunnels bekannt gegeben:
- Zunächst wird die restlich zu bohrende Weströhre mit Erde zusätzlich überdeckt, die Vereisungstechnik wird nicht mehr verwendet.
- In den nächsten Monaten wird die Weströhre zu Ende gebohrt, die TBM wird an Ort und Stelle dann zerlegt und nicht wie ursprünglich geplant zum Nordportal zurückgezogen
- Anschließend wird auf der Weströhre das Gleisbett für die Umfahrung hergestellt (direkt an der Turhalle vorbei).
- Der Fussgängersteg wird nach Süden versetzt.
- Die Brücke der HansThomastr muss nach Planänderungen neu ausgeschrieben werden, daher Baubeginn erst nächstes Jahr
- Nach Umlegen der Gleise wird mit bis zu 50m tiefen Schlitzwänden die Havarie-Röhre umschlossen
- Die TBM wird von oben ausgegraben und zerlegt, anschließend die 200m Oströhre in offener Bauweise entsprechend der Weströhre neu hergestellt.
- Die Sohle wird allerdings wohl durch abpumpen trocken gehalten und nicht unter Wasser betoniert.
- Nach Fertigstellung wird die RTB wieder auf die alte Trasse zurück verlegt.
Terminplan Tunnel Rastatt.png
Skizze Umfahrung Oströhre.png
Ungefährer Verlauf der Umfahrung



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.19 22:32.
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll! oder wollen die einen Hydraulischen Grundbruch wie in Köln riskieren?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.19 23:17.
Blacky007 schrieb:
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll!
Die Schlitzwände sollen bis in 50m Tiefe gehen, die Bodenplatte ca. 17m. Möglich dass die Schlitzwände in einen wasserundurlässigen Bereich reichen. Ansonsten kann man auch mit entsprechender Pumpleistung den Bereich trocken halten. Die Oströhre wird komplett abgetragen bevor die Bodenplatte erstellt wird - so verstehe ich zumindest die Grafik.
Blacky007 schrieb:
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll! oder wollen die einen Hydraulischen Grundbruch wie in Köln riskieren?
Wenn die TBM entfernt ist und Du eine freies Baufeld in die Tiefe hast, wird mittels Injektion eine sog. Düsenstrahlsohle in den Boden eingebracht. Anschießend Kleinbohrpfähle zur Rückverankerung der Düsenstrahlsohle und der Bodenplatte einbringen. Die Funktion der Düsenstrahlsohle liegt darin, die Spundwände am Fußpunkt auszusteifen, einen tragfähigen Untergrund für die eigentliche Bodenplatte zu bilden und die Baugrube nach unten abzudichten. Danach wird die Baugrube bis zur Düsenstrahlsohle ausgebaggert und dann wird die Bodenplatte auf die Düsenstrahlsohle betoniert.

Edit will anmerken. Das ist das Vorgehen für die Hochhausfundamente / Bodenplatte in FFM, wo die Baugruben ebenfalls sehr tief sind, der Bauuntergrund wenig stabil (Lößsand) und der Grundwasserspiegel auch recht hoch ist. Dort sind die Baugruben allesamt trocken und es erfolgt keine Betonage der Bodenplatte Unterwaser.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.19 23:52.
Blacky007 schrieb:
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll! oder wollen die einen Hydraulischen Grundbruch wie in Köln riskieren?
Ich verstehe die Frage nicht. Die Oströhre wird ja ausgegraben und dann kommt die Bodenplatte rein. Wo ist da das Problem? Und in Köln war ja das Problem, dass Kriminelle die Bewehrung geklaut haben, das hatte nichts mit der Bauweise zu tun.
MrEnglish schrieb:
Blacky007 schrieb:
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll! oder wollen die einen Hydraulischen Grundbruch wie in Köln riskieren?
Ich verstehe die Frage nicht. Die Oströhre wird ja ausgegraben und dann kommt die Bodenplatte rein. Wo ist da das Problem? Und in Köln war ja das Problem, dass Kriminelle die Bewehrung geklaut haben, das hatte nichts mit der Bauweise zu tun.
Die Frage zielt darauf ab dass die Röhre unter dem Grundwasserspiegel liegt. Bei der Weströhre hat man komplett im Wasser die Baugrube ausgebaggert und unter Wasser betoniert. Bei der Oströhre geht das nicht. darum die viel tiefer reichenden Schlitzwände um den Grundwasserpegel vor dem Ausbaggern absenken zu können.
Bronnbach Bhf schrieb:
Blacky007 schrieb:
mir ist bei der ganzen Sache nicht klar wie man eine in den Boden rückverankerte Bodenplatte UNTER der bestehenden Oströhre bauen will?
die Baugrube läuft doch zwangsweise mit Wasser voll! oder wollen die einen Hydraulischen Grundbruch wie in Köln riskieren?
Wenn die TBM entfernt ist und Du eine freies Baufeld in die Tiefe hast, wird mittels Injektion eine sog. Düsenstrahlsohle in den Boden eingebracht. Anschießend Kleinbohrpfähle zur Rückverankerung der Düsenstrahlsohle und der Bodenplatte einbringen. Die Funktion der Düsenstrahlsohle liegt darin, die Spundwände am Fußpunkt auszusteifen, einen tragfähigen Untergrund für die eigentliche Bodenplatte zu bilden und die Baugrube nach unten abzudichten. Danach wird die Baugrube bis zur Düsenstrahlsohle ausgebaggert und dann wird die Bodenplatte auf die Düsenstrahlsohle betoniert.

Edit will anmerken. Das ist das Vorgehen für die Hochhausfundamente / Bodenplatte in FFM, wo die Baugruben ebenfalls sehr tief sind, der Bauuntergrund wenig stabil (Lößsand) und der Grundwasserspiegel auch recht hoch ist. Dort sind die Baugruben allesamt trocken und es erfolgt keine Betonage der Bodenplatte Unterwaser.
Wenn man die Tunnelröhre komplett frei gegraben hat ist man ja schon auf dem Niveau der zukünftigen Bodenplatte - funktioniert das mit der Düsenstrahlsohle auch bei nur 1m Überdeckung?
Tunnel36 schrieb:
Wenn man die Tunnelröhre komplett frei gegraben hat ist man ja schon auf dem Niveau der zukünftigen Bodenplatte - funktioniert das mit der Düsenstrahlsohle auch bei nur 1m Überdeckung?
Ich denke das ist der springende Punkt hier, man wird nicht die TVM unter Wasser ausgraben wollen. Wenn der Wasserspiegel dann schon abgesenkt ist wird man ihn halt auch nicht mehr anheben bevor man die Bodenplatte betoniert.

Verschwenkung über Zielschacht

geschrieben von: wiembert

Datum: 08.08.19 08:35

Hallo,

eine Frage:
Die Strecke wird laut der Skizze über den Zielschacht der westlichen Röhre bzw. generell dem Trog der beiden Tunnelausgänge verschoben. Wie funktioniert das denn? Wird das überbrückt oder wird dort erst gearbeitet, wenn die Strecke zurück an ihrem alten Platz ist?

Grüße!

Re: Verschwenkung über Zielschacht

geschrieben von: Xelsbrot

Datum: 08.08.19 08:44

wiembert schrieb:
Hallo,

eine Frage:
Die Strecke wird laut der Skizze über den Zielschacht der westlichen Röhre bzw. generell dem Trog der beiden Tunnelausgänge verschoben. Wie funktioniert das denn? Wird das überbrückt oder wird dort erst gearbeitet, wenn die Strecke zurück an ihrem alten Platz ist?

Grüße!
Moin,
meinst du Seite 20?
Falls ja, das ist (dann) bereits fertig, siehe Seite 7
Ich verstehe nicht, warum man die Weströhre nicht schon früher nutzt. Diese wird doch wesentlich früher fertig sein. Somit würde man den größen Flaschenhals, die nur zweigleisige Rheintalstrecke südlich Rastatt, immerhin um ein Gleis erweitern. Falls es möglich wäre sämtlichen Fernverkehr durch den Tunnel zu leiten, würde das höhengleiche kreuzen zwischen Neubaustrecke und Rheintalstrecke wegfallen und man würde etliche Trassen gewinnen.
Mir ist bewusst, dass man die Oströhre zur Entfluchtung braucht. Ist das nicht möglich, sobald die Querschläge fertig sind? Und könnte man dann nicht ein "temporäres Treppenhäuschen" an der geöffneten Oströhre bauen, also vor der einbetonierten Tunnelbohrmaschine? Bei Stuttgart 21 hat man auch nichts anderes geplant ....



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.19 20:59.
Rheingold_72 schrieb:
..... dass man die Oströhre zur Entfluchtung braucht.....
Und dann flüchten?
1: Bauarbeiter vor Züge
2: Passagiere vor Baumaschinen
.... nicht gut!

Außerdem brauchst du (heute) alle 500m einen Fluchtweg, Rauchgasdicht, ist das gewährleistet während nebenan noch gebaut wird?
Auf der TVM steht ein Feuerfester Rettungsraum (Container) zur Verfügung, allerdings nicht für die Passagiere eines Personenzugs.....
Rheingold_72 schrieb:
Ich verstehe nicht, warum man die Weströhre nicht schon früher nutzt. Diese wird doch wesentlich früher fertig sein. Somit würde man den größen Flaschenhals, die nur zweigleisige Rheintalstrecke südlich Rastatt, immerhin um ein Gleis erweitern. Falls es möglich wäre sämtlichen Fernverkehr durch den Tunnel zu leiten, würde das höhengleiche kreuzen zwischen Neubaustrecke und Rheintalstrecke wegfallen und man würde etliche Trassen gewinnen.
Mir ist bewusst, dass man die Oströhre zur Entfluchtung braucht. Ist das nicht möglich, sobald die Querschläge fertig sind? Und könnte man dann nicht ein "temporäres Treppenhäuschen" an der geöffneten Oströhre bauen, also vor der einbetonierten Tunnelbohrmaschine? Bei Stuttgart 21 hat man auch nichts anderes geplant ....
Wenn Du im ersten Post in den Zeitplan schaust kann man mit der Weströhre alleine in etwa das Jahr 2024 aussparen. Lass es zwei Jahre sein die die Weströhre früher in Betrieb gehen könnte. Technisch mag das gehen - nach meinem Verständnis scheitert es aber an der heutigen Rechtslage. Und ob der Mehraufwand für die Teilinbetriebnahme gegenüber dem Nutzen dann noch sinnvoll investiert ist? Zur Überbrückung einer monatelanger Sperrpause ja, aber so?
Rheingold_72 schrieb:
Ich verstehe nicht, warum man die Weströhre nicht schon früher nutzt. Diese wird doch wesentlich früher fertig sein. Somit würde man den größen Flaschenhals, die nur zweigleisige Rheintalstrecke südlich Rastatt, immerhin um ein Gleis erweitern. Falls es möglich wäre sämtlichen Fernverkehr durch den Tunnel zu leiten, würde das höhengleiche kreuzen zwischen Neubaustrecke und Rheintalstrecke wegfallen und man würde etliche Trassen gewinnen.
Mir ist bewusst, dass man die Oströhre zur Entfluchtung braucht. Ist das nicht möglich, sobald die Querschläge fertig sind? Und könnte man dann nicht ein "temporäres Treppenhäuschen" an der geöffneten Oströhre bauen, also vor der einbetonierten Tunnelbohrmaschine? Bei Stuttgart 21 hat man auch nichts anderes geplant ....
Die Röhre wird nicht nur zur Entfluchtung, sondern auch als Zugangsmöglichkeit für Rettungskräfte genutzt. Das derzeitige Konzept geht von zwei Zugangsmöglichkeiten vom Rettungsplatz Nord und vom Rettungsplatz Süd (also durch den von der TBM blockierten Bereich) aus. Eine einseitige Anbindung nur aus Richtung Nord kann zur Verlängerung von Zufahrts- und Anmarschwegen führen und ist daher m. E. nicht zustimmungsfähig. Die Verlängerung der Wege betrifft z. B. die nächstgelegene Berufsfeuerwehr (Stadt Baden-Baden) die für den Rettungsplatz Süd (ca. 500m hinter der Gemarkungsgrenze der Stadt) fast noch zuständig ist und zum Rettungsplatz Nord einen zusätzlichen Anfahrtsweg von ca. 15 km hat.
Wo und wie für das "temporäre Treppenhäuschen" als Aufstellfläche ein Rettungsplatz gemäß Tunnelsicherheitsrichtlinie (d. h. z. B. mindestens 1500 m²) eingerichtet werden kann, ist eine spannende Frage. Einen Fußmarsch über ca. einen Kilometer vom Rettungsplatz Süd zum "temporären Treppenhäuschen" fände ich genau so spannend.
Und ob der zuständige Kreisbrandmeister schaut (oder auch nicht), ob es in Stuttgart eine von den Voraussetzungen und Maßnahmen vergleichbare Situation gibt, ist alleine seine Sache. Wenn es hart auf hart kommt, muß ausschließlich er die Verantwortung für seine Unterschrift übernehmen - das kann er auf keinen Kollegen aus Stuttgart abwälzen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.19 10:26.