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RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 16.05.19 08:57

[youtu.be]

Die Ruhrquerung des RS1 und damit das erste Stück im Radschnellwegstandard wurde eröffnet. Es ist sehr schön geworden und wird sofort rege genutzt.

Ob die Bahnstrecke nicht auch Potenzial als Stadtbahn gehabt hätte darf man gerne kontrovers diskutieren. Für den Radverkehr und die Aufenthaltsqualität in Mülheim ist es trotzdem ein Quantensprung. Mit dem Rad von der FH bis Mülheim HBf sind es nur noch 7 Minuten.

Anbei ein Video der Trasse.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Fluorineer

Datum: 16.05.19 09:18

Ich finde gut, dass man überhaupt was draus macht, und das Ergebnis ist definitiv besser als die Jahrzehntelange Brache, die uns dennoch erwartet hätte, selbst wenn man sich langfristig eine Nutzung der Rheinischen Bahn als S-Bahnstrecke vorbehalten hätte.

Andererseits verrät es auch viel darüber, in welche Richtung es bei der deutschen Verkehrspolitik gehen soll, wenn man lieber die bereits - gemessen an den Einwohnerzahlen - spärliche Bahninfrastruktur im Ruhrgebiet opfert, anstatt den erforderlichen Platz für Radfahrer beim Autoverkehr zu suchen. Bei all den Problemen die das Ruhrgebiet bei der Organisation seiner zusammengewachsenen Struktur haben mag (>Beschwerde über Kirchturmdenken hier einsetzen<), dass in einem Ballungsraum mit 5 Millionen Einwohnern in den meisten Gebieten ein Auto kaum verzichtbar ist, sollte jeden Verkehrspolitiker dazu veranlassen, vor Scham im Erdboden zu versinken.

Als zusätzliche Infrastruktur wäre der RS1 eine spektakuläre Weiterentwicklung des Ruhrgebiets geworden, ein richtiger Fingerzeig in die Zukunft. So wie er jetzt ist, wird jegliches Lob leider stark entkräftet dadurch, dass man hier eigentlich nur das nächste Infrastrukturdesaster in letzter Sekunde noch retten konnte.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Plutone

Datum: 16.05.19 10:10

Fluorineer schrieb:
Als zusätzliche Infrastruktur wäre der RS1 eine spektakuläre Weiterentwicklung des Ruhrgebiets geworden, ein richtiger Fingerzeig in die Zukunft.
Er ist doch zusätzliche Infrastruktur. Die "Rheinische Strecke" ist seit 17 Jahren stillgelegt und seit 50-60 Jahren ohne Personenverkehr.

Als man eine S-Bahn hätte einrichten können, hatte man kann Geld dazu, dann wollte man den Metrorapid darüber führen, was in der Nachbetrachtung eine Riesen-Chance auch für den Fernverkehr gewesen wäre (man hätte ja die heutigen Strecken immernoch für den SPNV) und dafür hat man die Strecke stillgelegt (auch in einer Zeit, wo die DB nicht erkannt hat, dass der Güterverkehr auf der Schiene nochmal mehr werden könnte => das allerdings kann man der DB vorwerfen: An der Uni wurde zur selben Zeit gelehrt, dass deutliche Anstiege zu erwarten sind - ist bloß nicht in der DB-Führung angekommen).

Schade ist eigentlich, dass in Deutschland Jahrzehnte lang die Schiene kaputt gespart wurde und auch heute auf Bundesebene immer nur irgendwelche Fachfremde aus Bayern Verkehrsminister werden, womit es weder inhaltlich vorangeht, noch NRW etwas (zumindest finanziell) abbekommt.

Ich finde allerdings, dass Herr Wüst hier als ebenso fachfremder Verkehrsminister einen hervorragenden Job macht, indem er sich wenig fachlich einmischt, jedoch mit Hochdruck auf allen Ebenen Projekte vorantreibt.
Dass dies auch wieder mit größerem Fokus auf die Straße erfolgt, ist von den Verkehrsanteilen sogar gerechtfertigt (um die nötigsten Probleme zu lösen, wie diverse Rheinbrücken zu sanieren/neu zu bauen usw.), liegt aber auch daran, dass man auf der Straße stets auf Vorrat geplant hat, im Schienenverkehr aber immer nur reagiert. Das ist mittlerweile ein bisschen anders, Rückstand besteht hier sicherlich dennoch.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Fluorineer

Datum: 16.05.19 10:23

Plutone schrieb:
Als man eine S-Bahn hätte einrichten können, hatte man kann Geld dazu, dann wollte man den Metrorapid darüber führen, was in der Nachbetrachtung eine Riesen-Chance auch für den Fernverkehr gewesen wäre
Ohne jetzt dieses tausendfach durchgekaute Thema wieder hochkochen zu wollen, aber ein überkomplexes für den Fernverkehr konzipiertes Verkehrsmittel für den Nahverkehr einsetzen zu wollen, damit man es überhaupt irgendwo einsetzen kann... ne, ich seh die Riesen-Chance da einfach nicht. Selbst wenn man die technische Seite mal auslässt (viele Grüße an das "Herstellerkonsortium"), wenn man sich anschaut was da plötzlich für Gelder verfügbar sein sollen sobald die Technik nur sexy genug ist, löst bei mir höchstens befremden darüber aus, wieso dieses Geld bei sinnvollen Investionen dann wieder so oft fehlt. Das lässt dann auch den Satz

Zitat
Als man eine S-Bahn hätte einrichten können, hatte man kann Geld dazu
in einem ganz anderen Licht erscheinen. Geld hat man immer. Und wenn man keins hat, dann hat man auch ganz andere Probleme.

Zitat
liegt aber auch daran, dass man auf der Straße stets auf Vorrat geplant hat, im Schienenverkehr aber immer nur reagiert.
Nun, ist das wirklich so? Wenn ich mir anschaue, was da so an Verkehr über die Rheinbrücken Leverkusen und Neuenkamp rauscht, und das vergleiche mit den Fahrzeugzahlen, für die diese Brücken ausgelegt waren, dann seh ich da nicht so wirklich viel Vorrat. Ich würde es sogar umgekehrt sehen. Der achtstreifige Ausbau der A3 von Kreuz Oberhausen bis Königsforst, das ist Ausbau auf Vorrat, denn wirklich brauchen tut man den nicht. Über sechs Streifen bekommt man enorm viel Verkehr durchgeschleust, allerdings würden die Maßnahmen, die dafür erforderlich wären, kaum noch zum "Land der freien Fahrt" passen (denn z.B. haben Autobahnen ihre höchste Kapazität bei Tempo 80). Der vierte Streifen pro Seite ist also ein schönes nice to have, ein echtes Geschenk an den Autoverkehr.

Für den Bahnverkehr kann man das aber auch irgendwie sagen. Wenn man hingeht und den RE 1 auf Sandwich mit 10 Dostos umstellt, dann dauert das höchstens 3 Monate und es werden wieder täglich alle Sitzplätze belegt sein. Wenn man dann hingeht und Expressnahverkehr Köln-Düsseldorf nonstop bestellt, dann ist der auch sofort voll besetzt. Die dadurch freigewordenen Plätze im 10-Dosto-RE1 sind dann auch nach drei Monaten wieder voll. In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.

Die Mischung macht es, und irgendwie ist die Mischung in Deutschland zur Zeit völlig daneben.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Plutone

Datum: 16.05.19 10:40

Fluorineer schrieb:
Plutone schrieb:
Als man eine S-Bahn hätte einrichten können, hatte man kann Geld dazu, dann wollte man den Metrorapid darüber führen, was in der Nachbetrachtung eine Riesen-Chance auch für den Fernverkehr gewesen wäre
Ohne jetzt dieses tausendfach durchgekaute Thema wieder hochkochen zu wollen, aber ein überkomplexes für den Fernverkehr konzipiertes Verkehrsmittel für den Nahverkehr einsetzen zu wollen, damit man es überhaupt irgendwo einsetzen kann... ne, ich seh die Riesen-Chance da einfach nicht. Selbst wenn man die technische Seite mal auslässt (viele Grüße an das "Herstellerkonsortium"), wenn man sich anschaut was da plötzlich für Gelder verfügbar sein sollen sobald die Technik nur sexy genug ist, löst bei mir höchstens befremden darüber aus, wieso dieses Geld bei sinnvollen Investionen dann wieder so oft fehlt. Das lässt dann auch den Satz

Zitat
Als man eine S-Bahn hätte einrichten können, hatte man kann Geld dazu
in einem ganz anderen Licht erscheinen. Geld hat man immer. Und wenn man keins hat, dann hat man auch ganz andere Probleme.

Zitat
liegt aber auch daran, dass man auf der Straße stets auf Vorrat geplant hat, im Schienenverkehr aber immer nur reagiert.
Nun, ist das wirklich so? Wenn ich mir anschaue, was da so an Verkehr über die Rheinbrücken Leverkusen und Neuenkamp rauscht, und das vergleiche mit den Fahrzeugzahlen, für die diese Brücken ausgelegt waren, dann seh ich da nicht so wirklich viel Vorrat. Ich würde es sogar umgekehrt sehen. Der achtstreifige Ausbau der A3 von Kreuz Oberhausen bis Königsforst, das ist Ausbau auf Vorrat, denn wirklich brauchen tut man den nicht. Über sechs Streifen bekommt man enorm viel Verkehr durchgeschleust, allerdings würden die Maßnahmen, die dafür erforderlich wären, kaum noch zum "Land der freien Fahrt" passen (denn z.B. haben Autobahnen ihre höchste Kapazität bei Tempo 80). Der vierte Streifen pro Seite ist also ein schönes nice to have, ein echtes Geschenk an den Autoverkehr.

Für den Bahnverkehr kann man das aber auch irgendwie sagen. Wenn man hingeht und den RE 1 auf Sandwich mit 10 Dostos umstellt, dann dauert das höchstens 3 Monate und es werden wieder täglich alle Sitzplätze belegt sein. Wenn man dann hingeht und Expressnahverkehr Köln-Düsseldorf nonstop bestellt, dann ist der auch sofort voll besetzt. Die dadurch freigewordenen Plätze im 10-Dosto-RE1 sind dann auch nach drei Monaten wieder voll. In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.

Die Mischung macht es, und irgendwie ist die Mischung in Deutschland zur Zeit völlig daneben.
Das mit dem "auf Vorrat planen" hast du falsch verstanden. Mir ging es darum, dass man bei Straßen NRW relativ schnell Planungen zu allem Möglichen vorrätig hat, während man bei den Aufgabenträgern immer erst den politischen Auftrag zu Planungen abwarten muss - und der lautete bisher meiner Wahrnehmung nach nie "macht euch mal Ganken über ein sinnvolles, auf Verkehrswende ausgelegtes Zielnetz", sondern sinngemäß wurden da immer nur Löcher gestopft und auf Trends reagiert. Der RRX wurde bspw. ab ca. 2006 geplant (mit damaliger Problemstellung). Jetzt kommen die Züge auf die Schiene und man macht sich intensiv über die Bypass-Routen Gedanken, weil die Prognosezahlen für die Zeit NACH Einführung (aus 2006 !) heute - auch durch Einführung anderer Maßnahmen im Liniennetz - bereits überschritten sind und noch nicht in Sicht ist, dass der Anstieg der Fahrgastzahlen bald enden könnte.

Wenn man sich mit Planungen erst beschäftigt, wenn die Not unerträglich zu werden droht (z.B. durch Dieselfahrverbote), dann ist das einfach zu spät.


Beim Metrorapid hätte man ein deutlich leistungsfähigeres Fernverkehrsprodukt zwischen ICE und Kurzstreckenflugzeug aufbauen können.
Dafür hätte man sich ggf. die eine oder andere Neubaustrecke gespart oder sie noch besser anders gestaltet und sich auf der Schiene auf einen Deutschlandtakt konzentrieren zu können, statt mit teuren Möchtegern-Rennstrecken auf ausgewählten Strecken zwanghaft die 4-Stunden-Marke unterbieten zu wollen. Mit dem Metrorapid wäre das kein Probleme gewesen und irgendwo hätte man einfach anfangen müssen.

Der Metrorapid wäre außerdem als Start geeignet gewesen, damit man anschließend nach Holland (Randstad mit ca. 5 Mio. Einwohnern), Paris und natürlich auch Richtung Hannover/Berlin und Süddeutschland (z.B. statt KRM) weitergebaut hätte. Die Niederlande waren damals interessiert an einer Verlängerung. Das hätte das Schienennetz außerdem entlastet, wo man dann heute keinen störenden "ich-muss-hier-jetzt-unbedingt-durch"-Sprinterverkehr mehr hätte, für den der komplette Nahverkehr dann den Atem anhalten muss.

Außerdem hätte der Metrorapid den RRX-Korridor im 10-Min-Takt und von Köln bis Dortmund eine Viertelstunde schneller als heutige Züge bedient.
Der Verkehrswert ist doch wohl nicht zu verachten.

Aber gut, man wollte es nicht und jetzt geht es nicht mehr.
Pech gehabt - jetzt haben wir den Verkehrsinfarkt und dürfen uns erfreuen, dass man bald selbst mit neuen Autos nicht mehr in besonders belastete Städte fahren darf. Alles richtig gemacht hat man in der Vergangenheit somit wohl mal nicht.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Winterkind

Datum: 16.05.19 13:01

Fluorineer schrieb:
In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.
Nicht nur in den Niederlanden. Das ist dann nur leider für einen kleinen Teil der Beschäftigten möglich. Handwerker, Altenpfleger oder Polizisten (bspw.) müssen ihre Arbeit größtenteils an einem bestimmten Ort machen.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Fluorineer

Datum: 16.05.19 13:32

Winterkind schrieb:
Fluorineer schrieb:
In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.
Nicht nur in den Niederlanden. Das ist dann nur leider für einen kleinen Teil der Beschäftigten möglich. Handwerker, Altenpfleger oder Polizisten (bspw.) müssen ihre Arbeit größtenteils an einem bestimmten Ort machen.
Gerade dann finde ich es aber wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr Kapazitäten schafft für genau die Menschen, die eben nicht ohne weiteres auf die Anreise zum Arbeitsplatz verzichten können. Denn zur Zeit ist es genau so wie es nicht sein sollte. Wenn ich morgens aufwache und direkt von einer Großstörung oder Schneefall lese, dann mach ich einfach Home-Office, während Handwerker, Altenpfleger etc. sich trotzdem mit dem unzuverlässigen Nahverkehr herumquälen müssen.

Optimal wäre, die Bahn für diejenigen zuverlässiger zu machen die sie brauchen, und auch unnötige Pendelei zu verzichten trägt auch einen Teil dazu bei.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Plutone

Datum: 16.05.19 13:32

Winterkind schrieb:
Fluorineer schrieb:
In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.
Nicht nur in den Niederlanden. Das ist dann nur leider für einen kleinen Teil der Beschäftigten möglich. Handwerker, Altenpfleger oder Polizisten (bspw.) müssen ihre Arbeit größtenteils an einem bestimmten Ort machen.
Ja, aber es gibt nunmal nicht die eine Idee, die alle Probleme löst.
Leider überbieten sich die Politiker damit, aufzuzeigen, welche Probleme mit der Lösung EINES Problems alle ungelöst blieben - statt wenigstens überhaupt mal mit Lösungen anzufangen.

Pflicht-Homeoffice an 2 Tagen pro Woche hätte sicherlich schonmal einen spürbaren Effekt.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 16.05.19 13:44

Also ich arbeite bei der Tochter eines sympathischen Essener Stromversorgers und wir nutzen Homeoffice tatsächlich sehr extensiv, allerdings haben wir tatsächlich auch Standorte in Dortmund, Essen und Mülheim, und es ist einfach nicht möglich alles per HO zu machen.

Verkehrsvermeidung ist daher eher theoretischer Natur.

Übrigens ist Bahn und Rad definitiv kein Widerspruch. Ich nehme mein Rad 2-3mal in der Woche von Hamm mit und der RE1 RE6 und RE11 sind voll mit Rädern.

Aktuell laufen übrigens auch schon Bauarbeiten in Gelsenkirchen an der Grenze zu Wattenscheid auf Höhe des Stadions von Wattenscheid 09, die Brücke Leithestraße wurde kürzlich abgerissen und wird erneuert.

Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Anbeku

Datum: 16.05.19 14:30

Fluorineer schrieb:
In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.
Die letzte Mobilitätserhebung in Deutschland hat gezeigt, dass Nutzer von Homeoffice im Durchschnitt etwa genau so viele Kilometer pendeln wie Menschen die das nicht nutzen. Es scheint so zu sein, dass Homeoffice in erster Linie die als akzeptabel empfundene Entfernung zum Arbeitsplatz erhöht. Da die meisten Homeoffice-Nutzer trotzdem regelmäßig zum Büro fahren, kompensiert sich das weitgehend.

Ich finde es gut Homeoffice anzubieten aber ein Zwang fände ich auch nicht ok. Ich trenne gerne Arbeit und privates, zumal ich gar keine Ruhe zum arbeiten zu hause hätte, da der Rest meiner Familie das nicht akzeptieren würde, das ich ihnen zu Hause nicht zur Verfügung stehe. Ich habe Wohnsitz und Arbeit aber auch bewusst so gewählt, dass ich da jeden Tag mit den Rad hinfahren kann. Da mieten auch immer höher werden und Menschen daher tendenziell auf immer weniger qm wohnen hielte ich es auch für einen großen Eingriff in die private Lebensführung, wenn jeder zu Hause Raum zum arbeiten vorhalten müsste.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 14:32.

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 16.05.19 15:18

Wer allen ernstes einen Zwang von Homeoffice fordert der hat den Schuss nicht gehört.

Gerade bei klassischen Akademikerbürojobs sieht die Realität oft so aus:

Montag: Office in Essen.
Dienstag: Homeoffice in Hamm
Mittwoch: Vormittags Office in Essen, Nachmittags Meeting in Mülheim
Donnerstag: Crossfunktionales Meeting in Dortmund
Freitag: Essen.

Ungefähr so sieht meine Woche aus, und das ist bei uns so üblich. Dank Bahncard 100 auch alles kein Problem. Wann ich wo bin wird flexibel anhand der Bedarfe des Business geplant, so habe ich viele interne Kunden in Dortmund, die ich dann alle auf den Donnerstag lege.

Ein Homeofficezwang geht gar nicht, wohl aber sind von meinen Kollegen aus der Abteilung alle mindestens 1 bis 2 Tage die Woche im Homeoffice. Das führt aber nicht zu einem Rückgang der Reisetätigkeiten, da wir an verschiedenen Standorten arbeiten (siehe oben).

Ihr könnt natürlich vorschlagen, dass man die Dortmunder Standorte ersatzlos schließt. Viel Spaß mit der Dortmunder Politik.

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 16.05.19 15:51

Käfermicha schrieb:
Ihr könnt natürlich vorschlagen, dass man die Dortmunder Standorte ersatzlos schließt. Viel Spaß mit der Dortmunder Politik.
Naja, sowieso mal abwarten, was der der Hin- und Herschieberei so rumkommt und übrig bleibt. Aber das ist hier OT. (Nicht persönlich betroffen, aber im nahen Kreis der Familie.)

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 16.05.19 15:53

Wohl wahr... Und was die Marianne aus Brüssel noch so sagt...

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Dorander

Datum: 16.05.19 16:34

Käfermicha schrieb:
Zitat:
Ihr könnt natürlich vorschlagen, dass man die Dortmunder Standorte ersatzlos schließt.

Das nicht gerade, aber es muss ja auch nicht jeder Bürojob mitten in einer Großstadt platziert werden!
Was haben Versicherungsverwaltungen oder Bankzentralverwaltungen ohne Pubkikumsverkehr mitten in Großstädten verloren? Dass es auch anders geht, zeigte Vodafone. Nach der Übernahme von Mannesmann residierte die NRW-Zentrale von Vodafone am Rhein in Düsseldorf, mitten in der Landesstaustadt. Die Mitarbeiter mussten sich jeden Tag durch die schlimmsten Staus Westdeutschlands quälen. Die Pünktlichkeiten gingen rapide zurück und die Arbeitsmoral litt. Vodafone reagierte und verlegte seinen Sitz nach Draußen auf die linke Rheinseite, direkt ans Ausbauende der A52. Alles wurde sofort wieder besser und die Mitabeiter (ja, auch die Akademiker) kamen wieder gerne ins Büro.

Wenn es gelingt, einen Teil der Pendlerarbeitsplätze an Orte zu plazieren, die man schnell und bequem (am besten mit dem ÖPNV) erreichen kann - z.B. Bahnhöfe, dann gewinnen alle, Firmeninhaber und Mitarbeiter.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 16:35.

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 16.05.19 16:34

Käfermicha schrieb:
Wohl wahr... Und was die Marianne aus Brüssel noch so sagt...
Besser nicht an der Altendorfer Straße diesen Namen erwähnen...

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
Hallo,

damals war ich nicht gerade für dieses Projekt, obwohl der Transrapid enormes Potential hat.

Aber jetzt frage ich mich, ob man damals das Ding nicht doch hätte anpacken sollen. Dieses Projekt hätte einen enormen Sogeffekt für den öffentlichen Verkehr gehabt.

Aber es war sicher wichtiger, mit den Steuermitteln die Banken zu retten.

Viele Grüße!

Asa

----------------------------------
Meine Windmühlenflügel sind:

Humorlosigkeit in Internetforen.

Ich weiß, es ist fast aussichts-
los, aber wer aufgibt, hat schon
verloren.

-----------------------------------
Metrorapid und Überbauung Dortmund HBf (3do) wurde auch "Luftschloss trifft Wolkenkuckucksheim" in der Verwaltung genannt.

Der Skandal ist das RRX als Trassenausbau auch eher eine Sparvariante mit elendem Umsetzungstempo ist, obwohl ALLE Bauabschnitte parallel gebaut hätten werden können.

Der RS 1 hat an der Uni Dortmund bis Bochum noch nicht mal eine finale Trasse vom Theater Große Heimstraße gar nicht zu reden, Striche ziehen reicht eben nicht.
Die Stricheplanung ist nicht belastbar und alle (typisch Deutsch) jammern über die langwierige Umsetzung einer fixen Idee, damit Rentner noch mehr E-Bike Unfälle machen können.

Re: RS1 Ruhrquerung auf rheinischer Bahn eröffnet

geschrieben von: Andre Joost

Datum: 16.05.19 20:23

Winterkind schrieb:
Fluorineer schrieb:
In den Niederlanden fängt man mittlerweile an, gezielt Home-Office zu fördern, um die Leute davon abzuhalten, täglich viele Kilometer durch die Gegend zu fahren, nur um sich dann irgendwo an einen Computer zu setzen.
Nicht nur in den Niederlanden. Das ist dann nur leider für einen kleinen Teil der Beschäftigten möglich. Handwerker, Altenpfleger oder Polizisten (bspw.) müssen ihre Arbeit größtenteils an einem bestimmten Ort machen.

... und Feuerwehrleute wollen auf gar keinen Fall Home Office machen :-)

Gruß,
Andre Joost



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 20:23.

Lösungen der Zukunft

geschrieben von: Heckeneilzugfan

Datum: 16.05.19 23:37

Das Problem:
Home Office bieten die meisten Arbeitgeber aber nur dann gerne an, wenn eine unbegrenzte Leistungskontrolle durch den Vorgesetzten damit verbunden ist. Außerdem stellen sich noch rechtliche Fragen …

Viele meinen:
In ein paar Jahren sind wir so weit, dass man in eine Smartphone-Maske seinen Start- und seinen Zielpunkt eingibt, worauf binnen weniger Minuten ein autonomes Fahrzeug vorfährt und einen dorthin bringt. Der eigene Pkw und öffentliche Verkehrsmittel sollen dann überflüssig werden. (Besonders gespannt bin ich dabei auf die autonomen Kinder-Dreiräder, Roller, Fahrräder, Motorräder und Inline-Skater!)

Re: Nutzen vom Home-Office

geschrieben von: kmueller

Datum: 17.05.19 11:58

Dorander schrieb:
Käfermicha schrieb:
Ihr könnt natürlich vorschlagen, dass man die Dortmunder Standorte ersatzlos schließt.

Das nicht gerade, aber es muss ja auch nicht jeder Bürojob mitten in einer Großstadt platziert werden!

Vodafone reagierte und verlegte seinen Sitz nach Draußen auf die linke Rheinseite, direkt ans Ausbauende der A52. Alles wurde sofort wieder besser und die Mitabeiter (ja, auch die Akademiker) kamen wieder gerne ins Büro.
Die Büroviertel am Seestern und südlich der Hansaallee haben mittlerweile ein Ausmaß, daß dieser Vorteil wieder verloren geht. Er besteht bzw. bestand ohnehin nur für Beschäftigte aus dem Linksrheinischen.

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