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Ersatz-Flotte im Nahverkehr für Baden-Württemberg

geschrieben von: Packwagen

Datum: 14.05.19 17:09

Hallo,

Lob für das Land Baden-Württemberg und DB Regio. Zusammen baut man laut dem Vorsitzenden der DB in BW eine Ersatzflotte auf. Dazu will man gebrauchte Züge einsetzen oder kaufen. Siehe hier: [www.schwaebische.de]

Gerade bei systemischen Großstörungen (kommt heute bei einzelnen Baureihen gerne mal vor) ist das wichtig. In den Ausschreibungen sind zwar immer die Reserven vorgemerkt. Aber bei kleinen Netzen ist das dann eben ein einziger Triebzug, der seinerseits von einem Baureihen-Stopp betroffen sein könnte.

Diese Lösung macht das ganze System widerstandsfähiger. Ein guter Tag für die Eisenbahn und ihre Kunden im Ländle. So bekommt man die Kostenvorteile der Ausschreibungen und hat eine gewisse Redundanz. Ich denke, das wird Schule machen und wohl erst der Anfang einer weitergehenden, sinnvollen Entwicklung sein.

Edit: Link

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.05.19 17:14.
Packwagen schrieb:
Hallo,

Lob für das Land Baden-Württemberg und DB Regio. Zusammen baut man laut dem Vorsitzenden der DB in BW eine Ersatzflotte auf. Dazu will man gebrauchte Züge einsetzen oder kaufen. Siehe hier: [www.schwaebische.de]
Das soll auch einen Pool von 10 Tf enthalten. Klingt nach einem tollen Job: bezahlt Däumchen drehen, gelegentlich einspringen. Wie man das bei der aktuellen generellen Personalnot gebacken bekommen will steht allerdings nicht dabei.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Personale

geschrieben von: Packwagen

Datum: 14.05.19 17:41

Traumflug schrieb:

Das soll auch einen Pool von 10 Tf enthalten. Klingt nach einem tollen Job: bezahlt Däumchen drehen, gelegentlich einspringen. Wie man das bei der aktuellen generellen Personalnot gebacken bekommen will steht allerdings nicht dabei.
Hallo,

naja, das kann eine Win-Win-Situation sein. Die DB AG kann auf diese Weise, trotz Verlustes der Stuttgarter Netze, Personale bei sich halten. Das wird sicher rollierend gemacht, also alle paar Wochen bekommt ein Lokführer so einen Bereitschaftstag. Das erhöht vielleicht die Attraktivität des Jobs. Und die DB AG ist sicher froh, wenn sie - bezahlt vom Land - Perspektiven für ihr Personal bieten kann.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.05.19 17:42.

Bereitschaften

geschrieben von: BR146106

Datum: 14.05.19 17:42

Moin,

tja, wenn du meinst, die machen nichts, dann träume weiter. Unterm Strich bedeutet das nur, das gerade die neuen Betreiber, diese Dinge nicht mal eingerechnet haben, so das hier das Land wiedereinmal Gelder ausgeben muss, die man gerade eingespart hat. Somit werden die Angebote von Abellio und Go Ahead noch unglaubwürdiger, auch weil das Land hier am falschen Ende gespart hat. Ebenso die Sonderverkehre die doch bekannt sind.

Der Aufbau eines Reservepool mit "unpassenden" Fahrzeugen, einfach Klasse, aber ob die 6 Einheiten reichen, wenn man mal so eben eine Fahrzeugflotte aus den Verkehr nimmt, die beispielsweise 30 Einheiten umfasst? Einfach fantastisch was das Ländle hier mal wieder produziert.

Mal sehen, wie man das mit den 10 Bereitschaften erfüllen will, wenn man für die Stuttgarter Netze 5 oder 6 unterschiedliche Fahrzeugflotten hat und wer die Ausbildungskosten dafür trägt.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: Bereitschaften

geschrieben von: Packwagen

Datum: 14.05.19 17:47

Hallo,

ich lese das so, dass die Ersatz-Flotte für ganz Baden-Württemberg zur Verfügung steht, kommt ja auch erst im Januar 2020 und nicht zum Start der Stuttgarter Netze. In den Ausschreibungen sind die Reserven ja genau beschrieben.

Und damals hatte man wohl noch mehr Hoffnung in die Liefer- und Leistungsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie. Talent2 kaufen? Kein Problem, ist "von der Stange", hat Zulassungen, usw. Von wegen. Heutzutage muss man wohl wegen jeder neuen Software die Fahrzeuge komplett neu zulassen. Und wenn sie zugelassen sind, kann ein Software-Fehler das ganze Netz außer Betrieb setzen.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Ersatz-Flotte im Nahverkehr für Baden-Württemberg

geschrieben von: bollisee

Datum: 14.05.19 17:48

Traumflug schrieb:
Packwagen schrieb:
Hallo,

Lob für das Land Baden-Württemberg und DB Regio. Zusammen baut man laut dem Vorsitzenden der DB in BW eine Ersatzflotte auf. Dazu will man gebrauchte Züge einsetzen oder kaufen. Siehe hier: [www.schwaebische.de]
Das soll auch einen Pool von 10 Tf enthalten. Klingt nach einem tollen Job: bezahlt Däumchen drehen, gelegentlich einspringen. Wie man das bei der aktuellen generellen Personalnot gebacken bekommen will steht allerdings nicht dabei.
Endlich reagiert mal der Erste auf die anhaltende Misere der geplanten Mangelwirtschaft. Gottseidank und vielen Dank. Ob und was es hilft, werden wir dann künftig sehen.

Zu den Tfs. Wer keine sucht, hat schon verloren, wer sucht, der kann zumindest gewinnen. Pessimismus hilft halt von vornherein nirgendwohin...

Re: Bereitschaften

geschrieben von: BR146106

Datum: 14.05.19 18:08

Moin,

diese Reserven sollte doch die SEWG bekommen, können die es jetzt doch nicht stemmen? Wie dem aus ist, 6 Einheiten für gesamte Land, wie schnell sollen die denn verfahren werden?

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: Ersatz-Flotte im Nahverkehr für Baden-Württemberg

geschrieben von: BR146106

Datum: 14.05.19 18:14

Moin,

nein es ist eine Offenbarung des Aufgabenträgers, das man Jahrelang gewisse Verkehre nie bedacht hat und nun wach wird. Ebenso das leidige Thema Tf-Reserve, auch diese gehören in eine Regelplanung, weil es eben immer zu solchen Dingen kommen, kann das sich jemand plötzlich Krankmelden muss.

Und nun schafft man sich eine SEG, die als Retter in Not dienen soll, mal sehen ob das so Aufgeht, wie man sich das Vorstellt.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
Guten Abend,

Sollte nicht sogar schon zum Juni 2019 bei der Übernahme der Strecken rund um Aalen eine Bereitschaft bzw. sogar Zugleistungen von DB Regio gefahren werden, da doch die Privaten noch nicht so viel Personal haben ? Oder ist das schon wieder nicht mehr aktuell ?

Würde doch den Dienststellen Aalen, RAB Ulm und Stuttgart gut tun, wenn diese einiges an Arbeit verlieren aufgrund des Betreiberwechsels.


Gruß
diesel-fan

Leihleistungen im Auftrag von DB Regio

geschrieben von: BR146106

Datum: 14.05.19 19:06

Moin,

mir sind aktuell nur die für Go Ahead bekannt, wo einen entsprechenden Vertrag gibt.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Da scheint jemand Muffensausen zu haben

geschrieben von: ChrisM

Datum: 14.05.19 19:28

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da schmeisst der Verkehrsminister Hermann Geld zum Fenster raus, um etwaige Fehlleistungen der von ihm beauftragten Unternehmen auszugleichen. Nur in den Fällen, in denen die Fahrzeuge oder die Reserve-Mitarbeiter unterwegs sind, bezahlt das Unternehmen, dessen Mängel ausgeglichen wird. In der ganz übrigen Zeit bezahlt das die Allgemeinheit. Klingt sehr danach, als habe der Minister nur bedingt Vertrauen in das Ergebnis der von ihm verantworteten Ausschreibung.
ChrisM schrieb:
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da schmeisst der Verkehrsminister Hermann Geld zum Fenster raus, um etwaige Fehlleistungen der von ihm beauftragten Unternehmen auszugleichen. Nur in den Fällen, in denen die Fahrzeuge oder die Reserve-Mitarbeiter unterwegs sind, bezahlt das Unternehmen, dessen Mängel ausgeglichen wird. In der ganz übrigen Zeit bezahlt das die Allgemeinheit. Klingt sehr danach, als habe der Minister nur bedingt Vertrauen in das Ergebnis der von ihm verantworteten Ausschreibung.
Hallo "ChrisM",

mal abgesehen von der schwachsinnigen deutschen Bürokratie, wo sich das EBA bei jedem neuen Fahrzeug bis zur Unendlichkeit verausgabt, ob irgendwo ein Kleiderhaken einen mm zu weit links hängt, scheint für mich der Minister eher aus den Engpässen der Vergangenheit gelernt zu haben. Versagen gepaart mit einer "Sch...egal" - Mentalität war bzw. ist ja bei DB Regio Württemberg und der RAB bis heute gängiges Geschäftsmodell - auch dort, wo man vom "bösen grünen Minister" die Ausschreibung gewonnen hat.

Ich finde die Idee, die Zuverlässigkeit des Systems "SPNV" mit allen denkbaren Ansätzen zu stärken, lobenswert und richtig. Eine unzuverlässige Eisenbahn schadet doch mehr als sie nützt und schafft letztendlich selbst ihre Bedeutungslosigkeit. Der Wermutstropfen dabei ist wieder die Rede vom "Gebrauchtmaterial" - irgendwann muss es mal final gut damit sein, dass in Baden-Württemberg aufgebraucht wird, was anderswo vergessen wurde zu verschrotten.

Bwegten Gruß
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !

Re: Nein, da hat jemand aus der Vergangenheit gelernt!

geschrieben von: BR146106

Datum: 14.05.19 19:51

Moin,

wer hat denn bisher bestellt? Man wollte doch eine Geiz ist Geil Bestellung haben, denn Reserven von Personal und auch Fahrzeugen waren schon immer Bestandteil von Vergaben, man hätte eben einfach nur sagen müssen, wie weit diese Reserven ausgebaut wird. Also statt 1-2 Fahrzeuge fürs das Netz, eben 3-4. und das entsprechende Personal kommt gleich dazu. Alles kein Problem, wenn man es richtig anstellt.

Jetzt nehmen wir doch mal die 6 Einheiten, in welchen Zeitrahmen stellt sich Herr Minister es denn vor, das man aus Stuttgart einen dieser Züge nach Basel fährt, damit man dort einen defekten Zug ersetzt? 10 Minuten oder doch eher 3-4 h? Das ganze ist extrem unausgegoren, und zeugt von vergessenen Dingen.

Also wo ist die SEWG denn nun? Die genau all das bekommen und machen sollte, so wie es hier immer geschrieben stand? Ist das Landeseigenen Unternehmen nicht in der Lage, diesen Auftrag zu übernehmen?

gruß carsten

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Re: Nein, da hat jemand aus der Vergangenheit gelernt!

geschrieben von: Rennpappe

Datum: 14.05.19 20:35

Hallo Carsten,

vergessen wurden zum Beispiel Sonderverkehre. Man ist zum Teil mit zehn Dosto von RK nach TS gefahren um die Massen in Richtung Cannstatt zu bewegen. mit den Flirt von Go Away wird das nix. Zumal ja nur diese im SPNV RK und TS verbinden. Labello endet von TS kommend in TPH. Umsteigen in AVG angesagt. Mir scheint auch beim Stromrichter herrscht irgendwie Unterspannung im Saugkreis.

Gruß Mario

Re: Bereitschaften

geschrieben von: Fahrkartenautomat

Datum: 14.05.19 22:01

BR146106 schrieb:
tja, wenn du meinst, die machen nichts, dann träume weiter. Unterm Strich bedeutet das nur, das gerade die neuen Betreiber, diese Dinge nicht mal eingerechnet haben, so das hier das Land wiedereinmal Gelder ausgeben muss, die man gerade eingespart hat. Somit werden die Angebote von Abellio und Go Ahead noch unglaubwürdiger, auch weil das Land hier am falschen Ende gespart hat. Ebenso die Sonderverkehre die doch bekannt sind.
In die Angebote eingerechnet und aufgenommen wird natürlich nur das, was das Land als Ausschreiber verlangt. Auf jedem Netz eine Reserve von 10 Fahrzeugen mit Tf vorzuhalten würde wohl die Kosten massiv hochtreiben und scheint auch ziemlich sinnlos. Daher wird wenn, dann nur eine kleine Reserve je Ausschreibung verlangt (oder möglicherweise ergibt sich diese automatisch aus Strafzahlungen bei Schlechtleistung, weil eine kleine Reserve günstiger ist als Strafen bei jedem kleinen Problem).

Ich halte diese Variante mit dem "globalen" Reservepool für alle Netze, und dafür geringen oder keinen Reserven bei den einzelnen Netzausschreibungen, um dort günstige Preise zu erzielen, für einen interessanten Ansatz. Das könnte gut funktionieren und das System insgesamt günstiger/zuverlässiger machen als andere Varianten.

Zitat
in welchen Zeitrahmen stellt sich Herr Minister es denn vor, das man aus Stuttgart einen dieser Züge nach Basel fährt, damit man dort einen defekten Zug ersetzt? 10 Minuten oder doch eher 3-4 h?
Natürlich würde die Rückleistung dann ausfallen, zumindest auf den ersten 75%, falls nicht durch eine Kurzwende oder sonstige "Notmaßnahmen" zeitnah Ersatz in Basel aufgetrieben werden kann. Aber immerhin dürfte die daran anschließende Folgeleistung dann zuverlässig mit dem Ersatzmaterial durchgeführt werden können. Ohne die Reserve würde die möglicherweise gleich mit ausfallen.

Als Verfeinerung der Idee wäre es aber vielleicht auch denkbar, die 10 Ersatz-Fahrzeuge und Tfs ein wenig im Land zu verteilen. Aalen, Ulm, Stuttgart, Freiburg, Radolfzell, Karlsruhe, Mannheim? Ein paar Plätzchen wird man doch finden können. Das steigert natürlich den logistischen Aufwand bei Sonderverkehren, weil die Fahrzeuge erstmal an den gemeinsamen Einsatzort müssen.

Diese Ersatzflotte sollte bei Ausschreibungen auch vertraglich berücksichtigt werden. Quasi "das EVU ist verpflichtet, drohende Ausfälle so zeitnah wie möglich zu melden, damit ggf. Ersatzverkehre gestartet werden können, andernfalls droht eine Erhöhung der Vertragsstrafe für den Ausfall". Wobei die derzeitige Regelung vielleicht schon auf das gleiche hinausläuft, falls die freiwillige Beauftragung der Ersatzflotte durch das EVU deutlich günstiger ist als die Vertragsstrafe für einen Ausfall.

Ersatzmaßnahmen in Baden-Württemberg

geschrieben von: Honigbiene

Datum: 14.05.19 22:42

Guten Tag zusammen,

die bisherigen Beiträge zeigen, dass sich einige in ihrer Kritik am baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann bestätigt fühlen, auch wenn diese Kritik oftmals sehr unspezifisch formuliert wird. Auch die Oppositionsfraktionen im baden-württembergischen Landtag werden versuchen, die getroffene Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und DB Regio zur Vorhaltung von Reservekapazitäten politisch zu nutzen. Allerdings ist es richtig und konsequent, alle notwendigen Maßnahmen, die einem zuverlässigen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) dienen, im Sinne des Fahrgastes auch zu ergreifen. So hat das Land Baden-Württemberg aufgrund von veränderten Rahmenbedingungen insgesamt 19 zusätzliche Triebzüge für die Stuttgarter Netze (Netz 1) bestellt.

Die Entscheidung des Landes, die Bereitstellung von Reservekapazitäten zu finanzieren, wurde auch unter dem Eindruck von bisher gemachten Erfahrungen getroffen. Im Netz 16b (Bodenseegürtelbahn) kommt es aufgrund von Fahrzeugausfällen zu anhaltenden Problemen. Hier schafft das Land Baden-Württemberg eine nachhaltige Abhilfe, indem es fünf Neufahrzeuge (Dieseltriebzüge des Typs Alstom Coradia Lint 54) bestellt hat.
Im Netz 5 (Donau-Ostalb) kam es über einen längeren Zeitraum zu einer aus Sicht des Landes unbefriedigenden Betriebsqualität, weil die modernisierten Neigetechnik-Dieseltriebzüge der Baureihe 612 hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit nach wie vor nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Aus diesem Grund stimmte das Land dem Einsatz von Ersatzfahrzeugen, die nicht die Anforderungen des Landes erfüllen, trotzdem zu. Das Land verpflichtet die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) im Verkehrsvertrag, eine Fahrzeugreserve in einem verbindlichen Umfang vorzuhalten. Der Umfang der Fahrzeugreserve nimmt auch Rücksicht auf netzspezifische Besonderheiten und wird auch verhältnismäßig großzügig dimensioniert: Im Netz 3b (Gäu-Murr) konnte ein monatelanger Ausfall eines Fahrzeuges (durch einen Unfallschaden im August 2018) ohne nennenswerte Einschränkungen kompensiert werden.

Hinzu kommt, dass die erfolgreiche Inbetriebnahme neuer Netze durch Gründe gefährdet werden, die das Land Baden-Württemberg nicht zu verantworten hat. Speziell im Netz 1 verzögerte sich der Zuschlag an die erfolgreichen Bieter, weil ein unterlegener Bieter die Möglichkeit, die ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel in Anspruch zu nehmen, vollständig ausschöpfte. Die rechtskräftige Zuschlagserteilung konnte erst mit einer nicht unerheblichen Verzögerung von fünf Monaten erfolgen.

Diese Verzögerung hat auch Auswirkungen auf die Fahrzeugbeschaffung und auf den Zulassungsprozess. Man muss zusätzlich beachten, dass sich die Fahrzeuge, die für die Stuttgarter Netze vorgesehen sind (Triebzüge des Typs Bombardier Talent 3 und Stadler Flirt 3), deutlich von den bisher ausgelieferten Modellvarianten unterscheiden: Das erschwert den Zulassungsprozess zusätzlich. Allerdings halte ich die Kritik am Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zu großen Teil für unberechtigt. Hier sind vor allem die Schienenfahrzeughersteller in der Verantwortung, die erforderlichen Unterlagen termingerecht und auch vollständig einzureichen, was leider nicht immer zutrifft. Bereits im Jahr 2013 einigten sich das EBA, das damalige Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die Deutsche Bahn und weitere Verbände auf eine Vereinbarung zur Neugestaltung des Zulassungsverfahren, das stärker auf die Belange der Schienenfahrzeugindustrie Rücksicht nimmt. Möglicherweise spielt die gegenwärtig gute Auftragslage der Schienenfahrzeughersteller eine nicht unerhebliche Rolle. Die Inbetriebnahme des Netzes 4 wurde sogar aus diesem Grund um ein halbes Jahr von ursprünglich Dezember 2019 auf Juni 2020 verschoben. Außerdem ändern sich die von den Schienenfahrzeugherstellern anvisierten und kommunizierten Zulassungstermine ständig; dies stellt auch die EVU vor eine große Herausforderung, da durch die Planung von Ersatzkonzepten, die durch unzuverlässige Prognosen der Schienenfahrzeughersteller regelmäßig überarbeitet werden müssen, erhebliche Kapazitäten gebunden werden. Auch deshalb ist es nicht möglich, Fahrgäste frühzeitig zu informieren. Das Aufbauen einer dauerhaften Fahrzeugreserve durch DB Regio schafft in Zukunft für mehr Planungssicherheit, da auch der Markt für etwaige Ersatzfahrzeuge sehr übersichtlich ist.

Grüße
die Honigbiene

Re: Ersatzmaßnahmen in Baden-Württemberg

geschrieben von: Reval 13

Datum: 15.05.19 00:37

Ich möchte am Ende des Jahres 2020 mal wissen, was dieser ganze Spaß den Steuerzahler gekostet hat. Hoffentlich gibt es im Landtag mal eine parlamentarische Anfrage bezüglich aller Kosten.
Das klingt weltbewegender als es eigentlich sein sollte.

Ersatzzug. Also es sollte an gewissen Orten ein Ersatzzug stationiert sein, der dann bei Störungen, Ausfällen, Verspätungen kurzfristig losgeschickt werden kann. Das praktiziert die SBB doch schon seit Jahr&Tag erfolgreich. Meinetwegen muss dieser Zug nicht einfach herumstehen, er kann auch in der Werkstatt sein, und das Werkstattpersonal kann da durchaus auch Unterhaltsarbeiten oder -reparaturen dran ausführen. Er muss einfach bei Bedarf schnell ausrücken können.

Ebenso ist es gut Bereitschaftspersonal zu haben. Dies muss auch keinesfalls dumm herumsitzen und Däumchen drehen. Es kann auch für Administrative Aufgaben, Technische und organisatorische Sachen verwendet werden, was halt so gerade notwendig ist. Es muss einfach auch bei Bedarf schnell einsetzbar sein. Früher bei der MOB war das auch so. Da war im Depot das Depotpersonal zu Gange. Wenn das plötzlich mal ein Zug oder ein TF einspringen musste, dann nahm man schnell einen TF aus dem Depot heraus, setzte ich auf die Lok/den Triebzug und er fuhr, was eben gerade zu fahren war. Notfalls übernahm er sogar eine Schicht. Als bis vor Kurzem die Depotchefs auch selber noch fuhren. Da kam es nicht selten vor, dass dann der jeweilige diensthabende Depotchef selber aus dem Büro herauskam und dann eine Runde/Tour fuhr. Aber heute ist das ja alles schön getrennt. Da geht das leider nicht mehr.

Herzliche Grüsse
Martin

Ermunterung zur Frage!

geschrieben von: Der nachdenkliche Stromrichter

Datum: 15.05.19 07:23

Reval 13 schrieb:
Ich möchte am Ende des Jahres 2020 mal wissen, was dieser ganze Spaß den Steuerzahler gekostet hat. Hoffentlich gibt es im Landtag mal eine parlamentarische Anfrage bezüglich aller Kosten.
Guten Morgen,

es ist in einer parlamentarischen Demokratie natürlich völlig legitim, die Richtigkeit, die Kosten und die Auswirkungen des Regierungshandelns zu hinterfragen. Ich hoffe, diese Fragen hast Du aber auch schon gestellt als Hinterzimmer-Mappusconi seinerzeit die Nahverkehrsleistungen bei niedrigsten Qualitätsanforderungen "alternativlos" zu deutlich über dem Marktdurchschnitt liegenden Preisen an DB Regio verkungelt hat. Oder war das okay, weil es die heile Welt von gestern nicht gestört hat...?

Grüße von unterwegs
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !

Re: Bereitschaften

geschrieben von: agw

Datum: 15.05.19 08:54

BR146106 schrieb:
tja, wenn du meinst, die machen nichts, dann träume weiter. Unterm Strich bedeutet das nur, das gerade die neuen Betreiber, diese Dinge nicht mal eingerechnet haben, so das hier das Land wiedereinmal Gelder ausgeben muss, die man gerade eingespart hat. Somit werden die Angebote von Abellio und Go Ahead noch unglaubwürdiger, auch weil das Land hier am falschen Ende gespart hat. Ebenso die Sonderverkehre die doch bekannt sind.
Verstehe ich dich richtig. Die neuen Betreiber haben sporadische Fahrzeugausfälle, aus welchen Gründen auch immer, nicht eingerechnet und deswegen muss der Besteller zusätzliches Geld für Fahrzeuge ausgeben. Das soll die Angebote von Abellio und Go Ahead noch unglaubwürdiger machen?

Warum gab es dann bei DB Großverträgen auch immer wieder massiven Fahrzeugmangel? Waren die Angebote der DB der Großverträge und die DB hier auch unglaubwürdig? Die Länder haben damals am falschen Ende gespart? Oder wie hab ich das zu verstehen?

Kläre mich gerne auf.


Zu den Sonderverkehren: Die sollte man eh getrennt ausschreiben. Wenn das jetzt passiert: sehr gut.

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