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Re: Gegenbeispiel+ argumentativ völliger Blödsinn

geschrieben von: Traumflug

Datum: 13.05.19 14:28

Falk12 schrieb:
Erschwerend kommt aber dazu, das der Landkreis, in dem Löbau und Görlitz liegen, sowie Zittau, einfach kein Geld haben.
So fürchterlich knapp kann das Geld nicht sein, wenn man Geld hat, exclusive Radwege zu bauen. Ein Gesetz, dass die ständige Nutzung einer Bahntrasse vorschreibt, wäre mir nicht bekannt. Man kann die auch einfach so lassen, wie sie ist.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: streu

Datum: 13.05.19 15:48

Der Zeuge Desiros schrieb:
Zuerst muss die Eisenbahnstrecke gewollt sein. Politisch, gesellschaftlich, verkehrlich.
Wenn ich allerdings auf die Karte schaue, frage ich mich schon, ob eine Strecke Oberoderwitz-Herrnhut-Niedercunnersdorf verkehrlich sinnvoll und notwendig ist, wo es doch auch Oberoderwitz-Ebersbach-Niedercunnersdorf gibt.
Und wenn wir dann über Personenverkehr reden, reicht die Nachfrage offenbar nicht, um Ebersbach-Niedercunnersdorf mit Personenzügen zu bestücken - reicht sie dann für zwei Strecken?

Bei aller Liebe: heiße Luft durch die Gegend fahren bringt auch nix.
Herrnhut-Oberoderwitz sind 6 Kilometer. Diese Entfernung fährt der Großstädter im Bus oder in der Straßenbahn zum Hauptbahnhof.


--Stefan

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: falk

Datum: 13.05.19 16:29

Einen plausiblen Grund für die Nutzung einer Eisenbahnstrecke als Radweg gibt es tatsächlich, die Trassensicherung bzw -freihaltung. Zumindest wenn die Gemeinden und Kreise auf Zack sind, lässt sich damit die Überbauwut recht effektiv drosseln. Es ist durchaus erstaunlich, bei wie vielen Strecken eine Reaktivierung nur an einer draufgebauten Hütte scheitert. In der Regel passiert das Überbauen völlig ohne Not.

Erschreckend ist die Netzausdünnung in Ostsachsen trotzdem. Im Wesentlichen bestehen noch die beiden Strecken nach Görlitz und Zittau. Hätte man gewisse Lobbyisten und inzwischen geschasste Landespolitiker gewähren lassen, dann wäre zumindest die Strecke von Schiebock nach Zittau wohl auch dicht.

Falk

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: pm

Datum: 13.05.19 17:36

Ach deswegen hat unser Bahnradweg 100.000 Nutzer pro Jahr- weil er so unattraktiv ist und wir die Böschung rauf- oder unterklettern ! Geil- dies ist Comedy.

Re: Oberoderwitz-Niedercunnersdorf wird Radweg

geschrieben von: pm

Datum: 13.05.19 17:49

Sorry- dann sollte man vielleicht nicht mitdiskutieren. Die Grünen haben die Mehrheit im Kreistag von dieser Studie überzeugen können. Und ich wiederhohle mich- wer so argumentiert verletzt die Grundpfeiler unserer Demokratie !

Warum stören sich einige so am Radweg?

geschrieben von: Conrail-Bahner

Datum: 13.05.19 18:00

Die Bahn dort hat nunmal keinerlei Nachfrage und zum Selbstzweck fahren ist irrational, umweltfeindlich und absoluter Blödsinn. Die Strecke hat viele Brücken die für die Bahn teuer überarbeitet werden müssten. Klar kann man die ollen Schwellen und Schienen auch liegen lassen, nur zu welchem Zweck? Auch in 20 Jahren würde da nur der Abräumbagger fahren.
Mit Radweg kann die Bahntrasse erhalten werden und wenn in ferner Zukunft das Automobil eventuell vom Zug abgelöst werden sollte, können die Radler auf der Bundesstraße fahren und auf der freigehaltenen Trasse wieder Gleise verlegt werden.

I'm not old - I'm a recycled teenager :-)

"Märklin ist gut - Es gibt besseres"

BILD-keiner liest sie aber auf jedem Dienstposten der Bahn in Ost und West liegt sie

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: falk

Datum: 13.05.19 18:02

Zitat
Denn so super bestechend sind diese Radwege gar nicht: sie sind zwar flach, gerade und durchgehend aber meist auch nur sporadisch mit dem restlichen Strassen- und Feldwegnetz verbunden, so dass man im Alltag weder drauf noch wieder runter kommt. Der tollste Radweg nutzt nichts, wenn man erst mal eine Böschung hoch klettern muss, um ihn zu erreichen.
Im kleinräumigen Sachsen gibt es das Problem kaum. Wir haben eher zu viele Wegübergänge und seit Jahrzehnten wird versucht, ihre Menge zu reduzieren.

Außerdem, und ich bin mir im Klaren, dass jetzt wieder einige in die Tastatur beißen, »Straße« schrieb man auch vor 1901 nicht mit -ss-. Das hat damit zu tun, dass der Vokal -a- in diesen Fall lang gesprochen wird (und das ist Unterstufenstoff). Ist das wirklich so schwer?

Falk

Re: Löbau - Oberoderwitz

geschrieben von: burovier

Datum: 13.05.19 18:15

streu schrieb:
Wenn ich allerdings auf die Karte schaue, frage ich mich schon, ob eine Strecke Oberoderwitz-Herrnhut-Niedercunnersdorf verkehrlich sinnvoll und notwendig ist, wo es doch auch Oberoderwitz-Ebersbach-Niedercunnersdorf gibt.
Und wenn wir dann über Personenverkehr reden, reicht die Nachfrage offenbar nicht, um Ebersbach-Niedercunnersdorf mit Personenzügen zu bestücken - reicht sie dann für zwei Strecken?
Um von Oberoderwitz über Ebersbach nach Niedercunnersdorf zu kommen, müsste man noch mal Kopf machen. Aber darum geht es ja sowieso nicht. Und zwischen Zittau und Löbau waren es für die Alternativverbindungen über Ebersbach seinerzeit nicht nur die 6 km Umweg über Oberoderwitz - Ebersbach sondern 17 km über Varnsdorf - Ebersbach, Fahrzeit damals knapp 2 Stunden und ohne Halt durch den größten Ort unterwegs - zuletzt dann baubedingt nur noch Ebersbach - Löbau.

Strecken wie (Zittau -) Oberoderwitz - Löbau müssen doch vor allem als Zubringer zum überregionalen Verkehr gesehen werden, hier vor allem Richtung Dresden. Dafür ist die Löbau - Zittauer Eisenbahn mal gebaut worden. Und zu Ostzeiten war man für Fahrten zwischen Dresden und Zittau oft darauf angewiesen. Es gab damals nur 5 Eilzugpaare zwischen Dresden und Zittau über Wilthen, die Fahrzeiten der Personenzüge waren meist jenseits von gut und böse. Da war es gut, wenn es auch Umsteigeverbindungen über Löbau gab. Entsprechend war auch der Umweg über Löbau - Herrnhut dem direkten Weg über Wilthen tariflich gleichgestellt.

Heute fahren RE und RB viel öfter, aber eben doch nur jeweils im 2-Stunden-Takt. Für ein Gesamtkonzept zur Erschließung der östlichen Oberlausitz (bis hin in die Nachbarregionen) mit kurzen Anschlüssen oder Flügelungen (wie z.B. in Nordostbayern) könnte die Strecke Löbau - Oberoderwitz (und genauso auch Eibau - Varnsdorf) durchaus einen Sinn geben. Abgesehen davon würde Herrnhut ein Bahnanschluss gut tun, es hat ja in gewisser Hinsicht über die Region hinausgehende Bedeutung. Der örtliche Verkehr allein kann die Strecke natürlich nicht rechtfertigen.

der Lausitzer schrieb:
Zitat:
Zudem wird parallel die B178n in wenigen Jahren komplett fertiggestellt sein und so die Straßenverbindung zwischen Zittau und Löbau massiv verbessern. Da kann kein Zug mithalten. Das Verkehrsbedürfnis ist schlichtweg nicht vorhanden. Selbst die stündlich verkehrenden Busse auf dieser Relation sind nur mäßig ausgelastet, obwohl diese zentraler und öfter in den Ortschaften halten und gerade auf diese Weise der alternden Bevölkerung eher zusagen.

Wenn ich den bisherigen Baufortschritt der B178n sehe, habe ich an den wenigen Jahren gewisse Zweifel. Gibt es denn für die beiden Lücken schon endgültige Trassenfestlegungen? Aber selbst wenn die Trasse fertig ist: Wenn der Zug nicht mithalten kann, dann der Bus erst recht nicht. Wer von Pendlern zwischen Löbau und Zittau möchte denn ständig durch die Ortslagen Großhennersdorf und Oberseifersdorf kutschiert werden?

der Lausitzer schrieb:
Zitat:
Ich gehe soweit und behaupte, daß die meisten derer, die die Pedition zum Erhalt der Strecke unterschrieben haben, nicht oder nur seltenst regelmäßig diese Zugverbindung genutzt hätten.
Das ist wohl leider meistens so.

100.000 Radler im Jahr? Wo denn?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 13.05.19 18:21

pm schrieb:
Ach deswegen hat unser Bahnradweg 100.000 Nutzer pro Jahr- weil er so unattraktiv ist und wir die Böschung rauf- oder unterklettern ! Geil- dies ist Comedy.

Hallo pm,

sagst du uns, wo dieser Radweg verläuft? Durchschnittlich knapp 300 Radler am Tag - also auch an einem schneereichen Mittwoch im Februar - sind ja schonmal eine Hausnummer. Das klingt ja nach Elbtal oder Donautal. Oder nach der Zufahrt zu einer Unität.

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-BC100.jpg

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: Traumflug

Datum: 13.05.19 18:57

falk schrieb:
Außerdem, und ich bin mir im Klaren, dass jetzt wieder einige in die Tastatur beißen, »Straße« schrieb man auch vor 1901 nicht mit -ss-. Das hat damit zu tun, dass der Vokal -a- in diesen Fall lang gesprochen wird (und das ist Unterstufenstoff). Ist das wirklich so schwer?
Täusch' Dich da mal nicht, das hier ist von 1880:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9d/Andr%C3%A9es_Weltatlas1880Legende.png

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: 100.000 Radler im Jahr? Wo denn?

geschrieben von: pm

Datum: 13.05.19 19:43

Dies ist die Balkantrasse, wird deswegen auch auf 4 Meter verbreitert. Mir ist es am Wochenende zu voll. Dies sind aber alles Peanuts gegenüber der Nordbahntrasse- da werden 6 Meter zu eng- dort soll es in den Millionenbereich gehen. Hälfte Fußgänger/Hälfte Radfahrer.

Re: Dafür!

geschrieben von: knoedel

Datum: 13.05.19 19:44

Conrail-Bahner schrieb:
Die Bahn dort hat nunmal keinerlei Nachfrage und zum Selbstzweck fahren ist irrational, umweltfeindlich und absoluter Blödsinn.
Der erste sinnvolle Beitrag. Selbst von Bischofswerda nach Zittau ist der Andrang im Zug überschaubar und auf diesen Querverbindungen würde nicht viel mehr als heiße Luft befördert werden. Wenn die Trasse jetzt so erhalten wird ist das gut.

Mit freundlichen Grüßen vom km63.8 der Mittenwaldbahn!

Andere Seite der Medaille bitte auch beachten

geschrieben von: SvenT

Datum: 13.05.19 20:33

Hallo Heiko,

solche Ideen muss aber jemand bezahlen.

Wir reden hier von einer Gegend, die man in den alten Bundesländern als Zonenrandgebiet bezeichnet hätte. Auch nach der Wiedervereinigung ist das dort eine verlassene Ecke. Die paar Touristen werden die Strecke nicht erhalten können. Im täglichen Alltag ist die Strecke seit Jahren aus den Köpfen verschwunden.

Apropos Köpfe, die Bevölkerung stirbt dort auch weg. Für den Landkreis hab ich es noch nicht gefunden, aber Görlitz rechnet mit 10 Prozent Schwund die nächsten 10 Jahre. Auf dem Land dürfte es noch schlimmer sein.

Jetzt vergleiche das bitte mit Baden-Württemberg.

Der Radweg ist unter den gegebenen Umständen die beste Lösung für den Erhalt des Verkehrsweges. Dieser Verkehrsträgerwechsel ist das kleinere Übel.

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: falk

Datum: 13.05.19 21:31

Zitat
Täusch' Dich da mal nicht, das hier ist von 1880:
Jetzt weißt Du, wie das Zeichen ß entstanden ist – als Ligatur aus Spitz-s und (rundem) z. Die Regeln der adelungschen und heyseschen s-Schreibung sind noch hundert Jahre älter (und vor 1941 waren Antiquaschriften im deutschen Sprachraum zumindest ungebräuchlich).

Falk

Re: Damit habt ihr es auf den Punkt gebracht

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.05.19 21:41

Der Zeuge Desiros schrieb:
Wenn es vor Ort aber keine "Lobby" pro Bahn gibt, dann haben die Fahrradfreunde natürlich leichtes Spiel. Und tatsächlich ist es aus deren Sicht natürlich bestechend, die Bahntrasse zu verradwegen: ein durchgehend vorhandener Verkehrsweg, nur geringe Steigungen, unabhängig von Hauptstraßen.
Die Fahrradfreunde hatten sich im konkreten Fall gegen einen Umbau zum Radweg ausgesprochen: [www.saechsische.de]

Und im Übrigen macht es nicht nur eine Lobby alleine, es braucht auch eine Stange Geld dazu. Das fließt aber nur (und ist dann auch sinnvoll eingesetzt), wenn mit einem nenneswerten Potenzial an Bahnmitfahrern zu rechnen ist. In dieser Hinsicht kann man eben nicht ein gut bevölkertes Tal in BaWü mit der relativ dünn besiedelten Oberlausitz vergleichen. Die hier fragliche Strecke wurde vor 20 Jahren stillgelegt, ich gehe davon aus, dass Du selbst am Besten weißt, warum dem so war. Seit 20 Jahren liegt die Trasse brach und gammelt vor sich hin. Ich hatte Dich schon hier gefragt, was Dir lieber wäre: Weiter gammeln lassen, die Filetstücke verhökern und Häuser, Gewerbehallen oder Supermärkte drauf bauen, oder doch lieber eine Komplettübernahme durch Kommunen und Landkreis und Umbau zum Radweg?? Ich bin für letzteres. Denn wenn sich irgendwann doch mal rausstellen sollte, dass da eine Bahnlinie reaktivierungswürdig wäre, dann wäre nicht nur das Komplettgrundstück in öffentlicher Hand und die Filetstücke müssten nicht mühselig wieder zusammengekauft werden, der Radweg ließe sich auch schneller wieder beseitigen wie ein Sack voll Häuser, Gewerbehallen oder Supermärkte. Und ein paar zusätzliche Bahnfahrgäste auf den nebenanliegenden Strecken, die zum Radweg an- und abreisen, und die auch noch für ein bisschen Umsatz in der gebeutelten Region sorgen, gibt es obendrauf.

Der Zeuge Desiros schrieb:
Während in der einen Region zweigleisige Hauptbahnen inmitten von Großstädten dem Radweg zum Opfer fielen
Es geht nicht um Radweg oder Bahntrasse, es ist auch kein Kampf Radweg gegen Bahntrasse. Denn letztere hat schon vor Jahren verloren, als ein Radweg noch gar nicht zur Debatte stand. Es geht um die ökologisch sinnvollste Nachnutzung von Grundstücken, die vor vielen Jahren mal als Bahntrasse gedient haben, als solche schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurden und aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den nächsten vielen Jahren nicht mehr genutzt werden.

Gruß Peter

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Indianische Weisheit

Eine herrliche Diskussion - danke!

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 13.05.19 21:55

Hallo,

die Aussage im Betreff meine ich völlig ernst! Aus einer eigentlich lokalen Meldung (welcher normale Mensch kennt Niedercunnersdorf?) hat sich eine Diskussion entwickelt, wie ich sie mir wünsche. Nahezu alle Beiträge sachlich oder pointiert formuliert (außer ein paar zu dieser "was-macht-ein-Gutachten?"-Frage). Abweichende Meinungen wurden nicht niedergemacht, sondern akzeptiert oder mit Gegenargumenten gekontert. Es gab differenzierte Betrachtungen statt Gut und Böse. Das ganze in angemessenem Tonfall. Und am Ende landete die Thematik auf einer Ebene, die deutlich über die Hügellandschaft der Lausitz hinausging.

Klasse, so macht der Austausch Spaß. Dafür einfach mal ein Dankeschön!

Viele Grüße

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-BC100.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.19 22:00.

Re: Eine herrliche Diskussion - danke!

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 13.05.19 22:25

Am Ende zahlt der Steuerzahler.
Und nun die allgemeine Frage.
Wer kennt nach 20 Jahren Einstellung des ÖPNV die tatsächlichen Ist Zahlen der heutigen Bahn Nutzer.
Woher stammen Zahlen von möglichen Nutzer des geplanten Radweges?
Das sind doch Zahlen nur aus der Luft gegriffen.
Regional und touristisch ist die komplette Gegend am Ende der Welt,dass Highlight ist vielleicht noch Zittau.
Beim letzten Besuch war spätestens 19.00 h der Ort leer gefegt.
Und wenn die Bahn auf bestimmten Abschnitten mit unter 40 km/h daher schleichen und traumhafte Reisezeiten dabei zustande kommen, wem möchte man da hinter dem Ofen locken.

Re: Löbau - Oberoderwitz

geschrieben von: falk

Datum: 13.05.19 22:31

Zitat
Wenn ich den bisherigen Baufortschritt der B178n sehe, habe ich an den wenigen Jahren gewisse Zweifel.
Ich auch und davon abgesehen, ohne eigenes Kraftfahrzeug nutzt einem die teuerste Autobahn nichts. Für einen öffentlichen Linienverkehr sind Schnellstraßen, weil sie nicht die Orts- und Stadtzentren verbinden, denkbar ungeeignet. Sie werden für Punkt-zu-Punkt-Verkehre gebaut. Was den Individualverkehr beschleunigt, bremst öffentlichen Linienverkehr durch die erforderliche Verbindungsfahrten in Stadt- und Gemeindezentren so aus. dass es die beste Werbung für den Pkw-Absatz ist. Der Grund für die Stilllegung fast des gesamtem sächsischen Nebenbahnnetzes war nicht, dass es nicht mehr sinnvoll zu nutzen war, sondern die politisch gewollte massive Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs. Während der Eisenbahnbetrieb in den Neunzigern gerade in Nebennetz nicht besser, doch dafür massiv teuerer wurde, wurde der Kraftverkehr schon fast in Trommelfeuerqualität gefördert und seinerzeit auch sehr vebilligt.
Das Eisenbahnnetz ist genau dafür gebaut worden, Knotenpunkte zu verbinden. Mit 50-km/h-Nebenbahnbetrieb, langen Kreuzungshalten und nicht aufeinander abgestimmten Anschlüssen muss man gegen die ausgebaute Kraftfahrinfrastruktur gar nicht antreten. Der sächsische Souverän hat es durch sein Wahlverhalten über vier Legislaturperioden aber letztlich auch genau so gewollt. Dass es auch anders geht, sieht man (mal wieder) in der Schweiz. Die 85km/h auf 750 Millimetern hätte sich vor 1990 in Sachsen kaum jemand vorstellen können. Hinterher leider auch nicht – und das haben wir nun davon.

Falk

Re: auf den Punkt gebracht

geschrieben von: bahamas

Datum: 13.05.19 22:42

> MD 612 schrieb:
> Seit 20 Jahren liegt die Trasse brach und gammelt vor sich hin. Ich hatte Dich schon hier gefragt, was Dir lieber wäre: Weiter gammeln lassen,
> die Filetstücke verhökern und Häuser, Gewerbehallen oder Supermärkte drauf bauen, oder doch lieber eine Komplettübernahme durch Kommunen und
> Landkreis und Umbau zum Radweg??

Brachen sind aber in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll. Gegen "Gammel" hilft Pflege, und diese Möglichkeit des Erhaltens hast du leider nicht erwähnt. Im Übrigen wird auch bei Radwegefolgenutzungen häufig ein Meter hier, ein Meter da herausgeschnitten und verkauft, weil man meint der Radler könne bspw. stattdessen einen vorhandenen Feldweg benutzen, die sanierungsbedürftige Brücke umfahren usw. Wer meint, ein Radweg könne später mal leicht wieder zur Bahnstrecke werden, liegt völlig daneben! Von daher: Radwegbau nur bei beibehaltener Widmung als Bahntrasse!

Re: auf den Punkt gebracht

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.05.19 22:56

bahamas schrieb:
Brachen sind aber in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll. Gegen "Gammel" hilft Pflege, und diese Möglichkeit des Erhaltens hast du leider nicht erwähnt.
Pflege für nichts?? Könnte ja sein, dass nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch die Bürger vor Ort davon die Nase voll haben.

bahamas schrieb:
Im Übrigen wird auch bei Radwegefolgenutzungen häufig ein Meter hier, ein Meter da herausgeschnitten und verkauft, weil man meint der Radler könne bspw. stattdessen einen vorhandenen Feldweg benutzen, die sanierungsbedürftige Brücke umfahren usw.
Unbestritten. Aber das ließe sich ja verhindern, wenn man gemeinsam vertraglich die Sicherung der kompletten Trasse festschreibt. Dann könnte man zwar trotzdem ein paar Meter rausschnippeln, die nicht zum Radweg werden, aber sie würden in kommunalen Eigentum und damit als Trasse erhalten bleiben.

bahamas schrieb:
Von daher: Radwegbau nur bei beibehaltener Widmung als Bahntrasse!
Da wäre ich dafür.

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Indianische Weisheit

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