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Im Handelsblatt vom 9.Mai 2019 findet sich auf Seite 14f. ein Beitrag von DB Chef Lutz zur Serie Europa, die im Zusammenhang mit dem Buch "Europa kann es besser" von Sven Afhüppe und
Thomas Sigmund steht.

Inhaltlich versucht Lutz die DB als Beispiel für europäische Integration und Zusammenarbeit darzustellen. Genaueres entnehmt bitte dem originalen Artikel. Eine Variante scheint dieser Beitrag zu sein: [www.handelsblatt.com]

Mein Kommentar dazu:
Wenn Lutz von seiner DB schreibt, sie stünde für ein Europa ohne Grenzen, für Vielfalt, für Toleranz, für internationale Arbeitsteilung und für grenzüberschreitenden Verkehr, so fasse ich mir nur an den Kopf.
Seine DB, liest man u.a. immer wieder auf DSO, würde lauter Marktzugangsschranken gezielt hoch halten, sei es nun die KRM, auf die kein normaler HGV Zug darf, sei es das lange Festhalten an der alten Sicherungstechnik anstatt der Umrüstung auf ETCS, sei es das Verhalten der DB Netz, was das Vorhalten von Kapazitäten geht, die Dritte für ihre Angebote brauchen könnten. Die Aufzählung ließe sich sicherlich beliebig weiter führen.
Ebenso erschütternd ist, wenn er auf seine Feststellung, dass die Schiene "in einer paradoxen Situation" stecken würde, in welcher die Kosten bei sinkenden Preisen und Margen im Eisenbahnverkehr steigen würden und dass "die Straße insgesamt günstiger abschneidet", nicht mehr zu bieten hat, als abstrakt schnelles Handeln und "faire Wettbewerbsbedingungen" einzufordern. Auf die Idee, sich an die eigene Nase zu fassen und durch eigene Weiterentwicklung die Lücke zum Straßenverkehr zu schließen, kommt er nicht.
Man ist ja so manches an Schönfärberei gewohnt, ebenso, dass es Menschen an Kritikfähigkeit fehlt, aber das, was Lutz hier zum besten gibt, halte ich für unfassbar. Er demonstriert ein Selbstverständnis, was völlig entrückt von dem tatsächlichen Verhalten der DB zu stehen scheint und schafft es trotz der Erkenntnis, dass die Eisenbahn in einer miesen Wettbewerbsposition steht, nicht zu der kritischen Selbstreflektion zu gelangen, dass es an ihm als Chef der DB und an seinem Unternehmen liegt, Wege zu finden, die sein Unternehmen zurück in die Wettbewerbsfähigkeit führen.
Passend dazu kommen in seinem Beitrag auch ein paar Worte über die DB als Arbeitgeber vor, die so gar nicht dazu passen wollen, dass sich die DB am Arbeitsmarkt immer noch so aufführt, als ob sie immer noch nicht verstanden hätte, was es bedeutet, im Wettbewerb zu stehen.

Ich musste echt laut lachen als ich den Satz "Eisenbahnen sind ein gutes Vorbild für die Idee der EU" gelesen habe. Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene. Dazu passt auch die Meldung, das die DB bald keine durchgehenden Tickets mehr nach London verkaufen wird. Idee der EU wäre, wenn man einfach ein Ticket kaufen und Bahn fahren könnte und es egal wäre ob über eine Grenze oder nicht. Davon sind wir heute teilweise weiter entfernt als vor zwanzig Jahren.
@Rollo Leider kann man hier nicht Like klicken, also muss ich es schreiben

Chuck Norris hat die Gleise der Strecke Hamburg-München in drei Stunden mit einer Handsäge durchtrennt. Der Länge nach.

Wer dazu einen Kontrastpunkt erleben möchte, lese bitte

geschrieben von: Rollo

Datum: 09.05.19 11:30

Im gleichen Handelsblatt findet sich auf Seite 20 der Artikel: "Toyota rüstet sich für die neue Autowelt" ( siehe auch: [www.handelsblatt.com] )

Zentrale Aussagen:
Toyota hat gerade eine sehr starke Jahresbilanz vorgelegt, ist einer der erfolgreichsten und gesündesten Automobilhersteller und in verschiedener Hinsicht ein Vorbild für anderen Unternehmen. Dennoch beschwört der Chef von Toyota eine Untergangsstimmung herauf und kündigt epochale Veränderungen an, auf die er durch aktives Suchen neuer Wege reagieren will. Er macht klar, dass sich Toyota weiter entwickeln muss, ohne dass heute klar ist, wohin dies sein wird.

Mein Kommentar dazu:
Das ist geradezu das Gegenteil dessen, was wir im Eisenbahnwesen erleben. Im Eisenbahnwesen steht man mit dem Rücken an der Wand und versucht noch nicht mal, den Weg des Entdeckungsprozesses für eine bessere Zukunft anzutreten.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.19 11:34.
Anbeku schrieb:
Ich musste echt laut lachen als ich den Satz "Eisenbahnen sind ein gutes Vorbild für die Idee der EU" gelesen habe. Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene. Dazu passt auch die Meldung, das die DB bald keine durchgehenden Tickets mehr nach London verkaufen wird. Idee der EU wäre, wenn man einfach ein Ticket kaufen und Bahn fahren könnte und es egal wäre ob über eine Grenze oder nicht. Davon sind wir heute teilweise weiter entfernt als vor zwanzig Jahren.
Wenn wir mit der Geschwindigkeit der Bahnen Europa gebaut hätten, würden wir wahrscheinlich gerade die Umwandlung der Montanunion in den EWR diskutieren. Großbritannien würde gerade den Eintritt statt Austritt verhandeln, aber nur wenn sie weiter in Zoll, Fuß und Meilen messen dürfen. Wer über den Kanal fährt muss den Tacho mit Meilenanzeige überkleben. Getankt wird dann in Galonen. Aber nur dann unterschreibt Großbritannien und die Montanunion, fortan EWT den Vertrag über eine künftige Absichtserklärung...
Anbeku schrieb:
Ich musste echt laut lachen als ich den Satz "Eisenbahnen sind ein gutes Vorbild für die Idee der EU" gelesen habe. Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene.
Es gibt aber in den beiden Bereichen auch Entwicklungen, die ähnlich gut zueinander passen wie die Faust aufs Auge. Der Brexit beispielsweise liegt derzeit irgendwo zwischen Verspätung und Zugausfall, kombiniert mit Fehlen eines Ersatzverkehrs.
bollisee schrieb:
Anbeku schrieb:
Ich musste echt laut lachen als ich den Satz "Eisenbahnen sind ein gutes Vorbild für die Idee der EU" gelesen habe. Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene. Dazu passt auch die Meldung, das die DB bald keine durchgehenden Tickets mehr nach London verkaufen wird. Idee der EU wäre, wenn man einfach ein Ticket kaufen und Bahn fahren könnte und es egal wäre ob über eine Grenze oder nicht. Davon sind wir heute teilweise weiter entfernt als vor zwanzig Jahren.
Wenn wir mit der Geschwindigkeit der Bahnen Europa gebaut hätten, würden wir wahrscheinlich gerade die Umwandlung der Montanunion in den EWR diskutieren. Großbritannien würde gerade den Eintritt statt Austritt verhandeln, aber nur wenn sie weiter in Zoll, Fuß und Meilen messen dürfen. Wer über den Kanal fährt muss den Tacho mit Meilenanzeige überkleben. Getankt wird dann in Galonen. Aber nur dann unterschreibt Großbritannien und die Montanunion, fortan EWT den Vertrag über eine künftige Absichtserklärung...
Nicht zu vergessen den roten Kontraststreifen, der auf allen Fahrzeugen aufgeklebt werden muss.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Dieser Herr Lutz und ein gewisser Hr. Scheuer aus dem Bundesverkehrsministerium könnten sich aber auch ein Beispiel an der Indian Railways nehmen.
Diese zeigt ihnen was weder die " Private DB AG " noch der Bundesminister für Verkehr auf die Reihe bekommt nach dem das gesammte Schienennetz zerflettert wurde. [www.youtube.com]

Mit freundlichen Grüßen, Achszähler
Anbeku schrieb:
Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene. Dazu passt auch die Meldung, das die DB bald keine durchgehenden Tickets mehr nach London verkaufen wird. Idee der EU wäre, wenn man einfach ein Ticket kaufen und Bahn fahren könnte und es egal wäre ob über eine Grenze oder nicht. Davon sind wir heute teilweise weiter entfernt als vor zwanzig Jahren.
Hat an sich nicht so viel mit EU zu tun-schon sehr viel frueher, rund 1900, wurde in damals ziemlich vernuenftiges durchgehende Fahrpreissystem gestaltet als CIV, das mal bis Iran und Nord-Afrika reichte, mit alle Faehren noetig auch dabei. Funktionierte ganz gut viele Jahre bevor alles im Rechner/Computer versteckt werden musste. Gibt es eigentlich nicht mehr. Und die arbeiter&bauerstaaten konnten es sogar noch einfacher gestalten.
Vielerseits wird gerade diese EU als Ursache der Niedergang der INTernationaler Zugreiseverkehr genannt, weil die ja verordnet haben sollten, das diese nicht verlusttreibend sein sollte. Was an sich nicht ganz so stimmt, aber sehr gerne als entfernter boeser Ding benannt wird.
Dennoch hat gerade EU bewirkt, das diese von viel DSO-ler als zo ganz boese gesehene Fernbusse und eben mehr die Billig-airlines sich rasant entfalten konnten. Die traege und ueberbuerokratische staatsbahnen koennen damit nie mitmachen.
Anbeku
Ich musste echt laut lachen als ich den Satz "Eisenbahnen sind ein gutes Vorbild für die Idee der EU" gelesen habe. Nirgendo ist die Idee der EU so fern und so viel Kleinstaaterei im Spiel wie auf der Schiene. Dazu passt auch die Meldung, das die DB bald keine durchgehenden Tickets mehr nach London verkaufen wird. Idee der EU wäre, wenn man einfach ein Ticket kaufen und Bahn fahren könnte und es egal wäre ob über eine Grenze oder nicht. Davon sind wir heute teilweise weiter entfernt als vor zwanzig Jahren.
Das ist völlig richtig, und diese Nationalen Hürden sind das wahre Problem, warum die Bahn so hohe Kosten tragen muss und im Preis nicht konkurrenzfähig ist. Die ganze Debatte um die vermeintlichen Steuervorteile der Luftfahrt lenk am Ende nur davon ab, diese strukturellen Probleme als größten Kostentreiber bei der Schiene abzubauen. Da helfen auch alle Kerosinsteuern der Welt nicht, solange diese strukturelle Probleme nicht adressiert werden.
Und was sollte der Schwachsinn?

So befördert man Güter effizient (auch die Inder): [www.youtube.com]

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif