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Angemeldet: -

So langsam merkt man wohl auch in den betroffenden Landkreisen der Stuttgarter Netze, das Talent 2, Go Ahead und co. keine wirklich großen Verbesserungen bringen wird:

- Sitzplatzreduzierung nach Nürnberg
- vorzeitiges wenden einzelner Züge vor dem Stuttgarter Hbf

[www.swp.de]
Liegt das wirklich am Talent 2 und Go Ahead oder nicht doch eher an der Ausschreibung?

I'm not old - I'm a recycled teenager :-)
Conrail-Bahner schrieb:
Liegt das wirklich am Talent 2 und Go Ahead oder nicht doch eher an der Ausschreibung?
Eher an S21 und an dem maroden und zusammengestutzten Gleisnetz.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Spurkranzschmierung schrieb:
So langsam merkt man wohl auch in den betroffenden Landkreisen der Stuttgarter Netze, das Talent 2, Go Ahead und co. keine wirklich großen Verbesserungen bringen wird:

- Sitzplatzreduzierung nach Nürnberg
- vorzeitiges wenden einzelner Züge vor dem Stuttgarter Hbf

[www.swp.de]
Bitte den Artikel genau lesen. Die SWP wirft schon einiges durcheinander und du schüttelst auch nochmal gewaltig durch.

Die Sitzplatzreduzierung fand mitdem Netz 3b statt und die nicht bis Stuttgart Hbf fahrenden Züge kommen aus dem Filstal.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Murrtalbahner schrieb:
Conrail-Bahner schrieb:
Liegt das wirklich am Talent 2 und Go Ahead oder nicht doch eher an der Ausschreibung?
Eher an S21 und an dem maroden und zusammengestutzten Gleisnetz.
Bitte um Erläuterung...
Spurkranzschmierung schrieb:
Das ist auch so ein Ding, bei dem man mal wieder den Glauben an die Ingenieurskunst verliert:

Zitat
Die neuen Züge können zwar schneller beschleunigen, dieser Zeitgewinn geht aber beim Ein- und Ausfahren der Spaltüberbrückungen und Schiebetritte an den Einstiegen wieder verloren.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

RE Stuttgart - Nürnberg

geschrieben von: 146 227

Datum: 13.03.19 18:42

Conrail-Bahner schrieb:
Liegt das wirklich am Talent 2 und Go Ahead oder nicht doch eher an der Ausschreibung?
Hallo,
in der Ausschreibung wurden die Sitzplatzvorgaben klar festgelegt (210 normal, 420 HVZ bieten ja die FLIRT was mehr ist als gefordert.) gelten als vernünftig ausreichend dimensioniert. Evtl. sind diese Zahlen durch den Fahrgastzuwachs (durch das neue Netz 3b mit Talent2!) auf der Murrbahn aber recht knapp inzwischen.
Das es eng zu geht ist eben zum Zuwachs an Fahrgästen geschuldet und das ein Fahrzeug ausfällt und das obwohl die Verteilung der Fahrgastzahlen sich verbessert hat.

Die Aussagen das die Sitzplätze reduziert werden halte ich für nicht ganz richtig. Einerseits fährt die Dosto-Einheit ihren Umlauf ständig mit 4 Wagen und wird nicht gestärkt/geschwächt. Außerdem wird ja auch das Angebot ausgebaut (2-3 Züge mehr). Ich frage mich ob die 500 Sitzplätze wirklich vorhanden sind? Was für Doppelstockwagen werden denn eingesetzt?
Steuerwagen DBpbzfa 761.2 --> 101 Sitzplätze
1./2. Kl-Wagen & 2 weitere Mittelwagen müssten dann ja 399 (-25?) Sitzplätze bringen?

Gruß

Vollwertige Wandfensterplätze - im ICE4 - auch in der 1. Klasse!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.19 18:47.

Re: RE Stuttgart - Nürnberg

geschrieben von: 420 115/615

Datum: 13.03.19 19:04

Also wenn die Mittelwagen aus der selben Generation stammen und Hocheinstiegler sind komme ich aus dem Kopf auf 139 Plätze in den DBza und 120 Plätze im DABza.
Mach mit dem Steuerwagen also 499 Plätze, kommt also gut hin, vielleicht hat der 756er ja auch 121 Plätze, sicher bin ich mir da nicht, ich bin mir nur beim 755er mit 123 sicher und dass der 756er ein paar weniger hat.

Grüße
Sebastian

Eingesetzte Doppelstockwagen

geschrieben von: Benne

Datum: 13.03.19 19:04

Dort fahren meines Wissens die DoStos aus der 94er- bis 97er-Serie. Die Mittelwagen (DBpza 751.0*) haben 139 x 2. Klasse, der 1.-Klasse-Wagen (DABpza 756.9*) hat 96 x 2. Klasse und 25 x 1. Klasse, der Steuerwagen (DBbzf(a) 761.0/2*) hat 101 x 2. Klasse. Somit hat eine vierteilige Garnitur genau 500 Plätze.

* = Bei den Bezeichnungen bin ich mir nicht sicher, Wagengattungen sind nicht mein Spezialgebiet, die habe ich von hier: [de.wikipedia.org]

Re: RE Stuttgart - Nürnberg

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 13.03.19 19:13

Nur als Veranschaulichung, wie das laut Ausschreibung aussehen soll..

Stuttgart Hbf ab

6:55 Uhr Nach Nürnberg (Go Ahead Flirt) tgl.
7:25 Uhr Nach Gaildorf West (DB Talent)
7:55 Uhr Nach Schwä. Hall-Hessental(DB Talent) tgl.
8:25 Uhr Nach Gaildorf West (DB Talent)
8:55 Uhr Nach Nürnberg (Go Ahead Flirt) tgl.

usw.

Also mehr fährt da nicht, wenn man ins Kursbuch schaut.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.19 19:21.
Guten Tag zusammen,

leider vermischt der Artikel „Südwest Presse“ (SWP) verschiedene Sachverhalte und behandelt diese leider nicht mit der notwendigen Tiefe.

Übergangsverträge
Die SWP nimmt Bezug auf diese Broschüre, die das Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger und DB Regio als Betreiber aller 17 Lose der Übergangsverträge gemeinsam vorgestellt haben. Die Leistungen der RE-Linie Stuttgart – Nürnberg werden im Rahmen des Loses 8 erbracht. Die Züge werden dabei grundsätzlich aus vier Doppelstockwagen gebildet, die lediglich teilweise über eine Ausstattung mit einer Klimaanlage verfügen, einzelne Züge werden leider mit einstöckigen Reisezugwagen („Flachwagen“) gebildet, die nicht den Anforderungen eines modernen Nahverkehrs entsprechen.

Netz 3b Gäu-Murr
Seit Dezember 2017 betreibt DB Regio das Netz 3b, wofür 16 vierteilige Triebzüge des Typs Bombardier Talent 2 beschafft wurden, wovon ein Triebzug aufgrund eines Unfalls außer Betrieb ist. Aufgrund der Bahnsteiglängen (der Bahnhof Fichtenberg hat 140 m lange Bahnsteige) können maximal zwei Triebzüge gekuppelt werden, so dass 430 Sitzplätze und maximal 60 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Zwischen Stuttgart und Gaildorf West wurden ein durchgehender Halbstundentakt eingeführt, so dass zumindest die Gesamtkapazität durch das deutlich verbesserte Fahrplanangebot steigt.

Netz 3a Murrbahn
Go-Ahead wird ab dem 15. Dezember 2019 mit insgesamt elf dreiteiligen Triebzügen des Typs Stadler Flirt 3 XL die Vekehrsleistungen zwischen Stuttgart und Nürnberg (RE-Linie 90) erbringen. Pro Triebzug stehen 210 Sitzplätze (davon acht Sitzplätze in der 1. Klasse) zur Verfügung, gemäß der Anforderungen des Landes Baden-Württemberg werden bis zu 420 Sitzplätze angeboten. Go-Ahead bietet damit teilweise deutlich mehr Kapazitäten als vom Land gefordert, das für einzelne Züge in der Nebenverkehrszeit lediglich 155 Sitzplätze gefordert hat. Fahrgastzählungen haben ergeben, dass selbst die am stärksten nachgefragten Züge mit maximal 350 Fahrgästen ausgelastet sind, so dass das Land die bestellten Kapazitäten für ausreichend erachtet. Der Leistungsumfang wird nur geringfügig gegenüber dem Übergangsvertrag ausgeweitet.

Netz 1 Los 2 Rems-Fils
Go-Ahead wird ab dem 15. Dezember 2019 mit drei- und fünfteiligen Triebzügen des Typs Stadler Flirt 3 die Regionalbahnen zwischen Stuttgart und Ulm (RB-Linie 16) übernehmen. Um ohne das zusätzliche Abstellgleis in Geislingen an der Steige ein halbstündliches Angebot auf der stark ausgelasteten Filstalbahn realisieren zu können, wurde ein neues Fahrplankonzept entwickelt, das den Tausch von Taktlagen vorsieht. Aufgrund von Trassenkonflikten im Bereich Stuttgart-Bad Cannstatt werden Züge leider weiterhin in Plochingen enden müssen. Grundsätzliche Verbesserungen können erst mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Wendlingen – Ulm und mit Stuttgart 21 umgesetzt werden, wenn die Züge des Fernverkehrs über den Flughafenbahnhof und über die Schnellfahrstrecke verkehren.

Aufgrund der verhältnismäßig großzügig bemessenen Fahrzeugreserven ist es grundsätzlich möglich, diese im beschränkten Umfang zu nutzen, um die Kapazitäten einzelner Züge zu erhöhen; diese Möglichkeit räumt sich das Land in den Verkehrsverträgen auch ein.

Ich hoffe, dass ich für etwas Klarheit sorgen konnte.

Grüße
die Honigbiene
M 262 schrieb:
Murrtalbahner schrieb:
Conrail-Bahner schrieb:
Liegt das wirklich am Talent 2 und Go Ahead oder nicht doch eher an der Ausschreibung?
Eher an S21 und an dem maroden und zusammengestutzten Gleisnetz.
Bitte um Erläuterung...
Nö, weil du genau weißt, was ich meine und du die Kritik ohnehin nicht akzeptieren wirst.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.19 19:46.
Salut zusammen!

Vielen Dank, liebe Honigbiene, für die ausführliche Richtigstellung!

Honigbiene schrieb:
Netz 3b Gäu-Murr
Seit Dezember 2017 betreibt DB Regio das Netz 3b, wofür 16 vierteilige Triebzüge des Typs Bombardier Talent 2 beschafft wurden, wovon ein Triebzug aufgrund eines Unfalls außer Betrieb ist. Aufgrund der Bahnsteiglängen (der Bahnhof Fichtenberg hat 140 m lange Bahnsteige) können maximal zwei Triebzüge gekuppelt werden, so dass 430 Sitzplätze und maximal 60 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Zwischen Stuttgart und Gaildorf West wurden ein durchgehender Halbstundentakt eingeführt, so dass zumindest die Gesamtkapazität durch das deutlich verbesserte Fahrplanangebot steigt.
Die Bahnsteiglängen sind bzw. werden auf manchen Strecken zum Hindernis für längere Züge welche für ein attraktiveres Angebot mit ausreichend Sitzplätzen benötigt werden. In der Schweiz sind die Bahnsteige oft sehr lang und in der HVZ werden auch entsprechend sehr lange Züge gefahren, um genügend Sitzplätze anbieten zu können.
Weißt du, ob es vom Land Pläne gibt, Bahnsteige zu verlängern? Vielleicht sogar ein Bahnsteigverlängerungsprogramm?

Viele Grüße,
mumml
mumml schrieb:
(...) Weißt du, ob es vom Land Pläne gibt, Bahnsteige zu verlängern? Vielleicht sogar ein Bahnsteigverlängerungsprogramm?
Hierzulande lösen das die studierten Verkehrsplaner lieber durch Taktverdichtungen, wobei das Problem, wer die ganzen Züge fahren soll immer schön den hippen Start-Up-EVU überlassen wird. Fahrpläne zeichnen macht schließlich mehr Spaß als Personal rekrutieren, ausbilden und binden...

Bahnsteiglängen in Baden-Württemberg

geschrieben von: Honigbiene

Datum: 14.03.19 00:33

Guten Tag mumml,

mumml schrieb:
Die Bahnsteiglängen sind bzw. werden auf manchen Strecken zum Hindernis für längere Züge welche für ein attraktiveres Angebot mit ausreichend Sitzplätzen benötigt werden.
Tatsächlich stellen kurze Bahnsteige aus verschiedenen Gründen einen unbefriedigenden Zustand dar. Sind Bahnsteige beispielsweise lediglich geringfügig länger als die dort haltenden Züge, so erfordert das von den Triebfahrzeugführern eine besonders umsichtige Fahrweise, insbesondere bei schlüpfrigen Schienen (zum Beispiel durch einsetzenden Niederschlag nach einer längeren Trockenperiode). Leider bemisst sich die maximale Zuglänge auf einer Strecke stets am kürzesten Bahnsteig, an welchem der Zug hält. Gerade entlang von stark ausgelasteten Strecken sind großzügig dimensionierte Bahnsteiglängen wünschenswert, da eine Erhöhung der Kapazitäten oftmals nicht durch eine Ausweitung des Fahrplanangebots erfolgen kann, obwohl die positive Nachfrageeffekte durch einen dichteren Takt größer sind.

Im Hinblick auf den vermehrten Einsatz von einstöckigen Eisenbahnfahrzeugen im baden-württembergischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) gewinnen die Bahnsteiglängen wieder an Bedeutung.

mumml schrieb:
Weißt du, ob es vom Land Pläne gibt, Bahnsteige zu verlängern? Vielleicht sogar ein Bahnsteigverlängerungsprogramm?
Das Land Baden-Württemberg hat zwar ein Bahnhofsmodernisierungsprogramm (BMP BW) aufgelegt, allerdings sieht dieses Maßnahmen zur Verlängerung von Bahnsteigen nicht explizit vor. Eine Verlängerung von Bahnsteigen ist aber grundsätzlich nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) förderwürdig.
Bahnsteige werden in Baden-Württemberg verlängert, sofern es die verkehrliche Nachfrage erfordert. Es ist bedauerlich, dass in der Vergangenheit eine nicht unerhebliche Zahl von Bahnsteigen verkürzt wurde. Diese Entwicklung hält bedauerlicherweise weiter an, so sehen die Planungen von DB Station&Service im Rahmen der Modernisierung des Bahnhofs Rastatt eine Verkürzung der Bahnsteige vor. Darüber hinaus konterkarierte die Deutsche Bahn die Bemühungen des Landes, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten, indem sie beabsichtigt, Bahnsteige stets auf 76 cm zu erhöhen, selbst wenn ausschließlich Züge mit einer Einstiegshöhe von etwa 60 cm diese Bahnsteige nutzen würden.

Zwischen Bruchsal und Heidelberg werden die Bahnsteige im Rahmen der zweiten Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar von 140 m auf 210 m verlängert, damit die Züge der S-Bahn Rhein-Neckar in Zukunft dort der Fahrgastnachfrage entsprechend in Dreifachtraktion (630 Sitzplätze) verkehren können. Nach den Wünschen des Landes soll der Neubau des Haltepunkts Aalen-West mit 270 m langen Bahnsteigen erfolgen, um zukünftigen Nachfragesteigerungen Rechnung zu tragen. Um weiteres Beispiel zu benennen, das Land sieht an der Hochrheinbahn im Zuge des Ausbaus und der Elektrifizierung die Verlängerung der Bahnsteige vor.

Ich hätte mir von der Südwest Presse mehr Sorgfalt bei der Erstellung des Artikels gewünscht, gerade bei einer wenig bahn-affinen Leserschaft können Missverständnisse entstehen, wie der Ursprungsbeitrag zeigt.

Grüße
die Honigbiene
Und genau daran merkt man das die Ausschreibung "Stuttgarter Netze" in Baden Württemberg größter Mist war. Nicht das die DB rausgeflogen ist, sondern weil man mit IST Kapazitäten gerechnet hat.


Vor kurzer Zeit fuhr auf dem RE Nürnberg - Stuttgart eine Ersatzgarnitur von DB Regio Bayern als 6-teiler Twindexx. Diese konnte 700 Fahrgästen Platz bieten, bei 160m Zuglänge. Die Bahnsteige werden auf langer Sicht definitiv nicht verlängert, eher das Gegenteil ist der Fall wie in Heilbronn Hbf, wo derzeit auch die Bahnsteige verkürzt werden/sind.

Für eine Metropolregion so kurze und kleine Züge zu bestellen wird sicher noch für viel Unmut sorgen. Denn das Problem mit den Zügen wird jetzt dann 25 Jahre bestehen bleiben. Solange geht die Finanzierung der ganzen Triebzüge.

Fugger-Express, Talent 2 im VBB, RE9 Rhein-Sieg, Saxonia-Express, alles Beispiele wo man von doppelstöckig auf einstöckig umgestellt hat und es ein "riesen Erfolg" wurde...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.19 00:48.
Guten Tag Spurkranzschmierung,

Spurkranzschmierung schrieb:
Und genau daran merkt man das die Ausschreibung "Stuttgarter Netze" in Baden Württemberg größter Mist war. Nicht das die DB rausgeflogen ist, sondern weil man mit IST Kapazitäten gerechnet hat.
Das Fahrzeuglastenheft für das Vergabeverfahren um die „Stuttgarter Netze“ (Netz 1) schloss den Einsatz von doppelstöckigen Fahrzeugen nicht aus. Die Bieter konnten also doppelstöckige Fahrzeuge in ihren Angeboten zugrunde legen. Weil die derzeit auf dem Markt verfügbaren doppelstöckigen Fahrzeuge die Vorgaben des Fahrzeuglastenheft nicht erfüllen können (zum Beispiel hinsichtlich der Gangbreite oder des Verhältnisses Sitzplätze/Tür), hat das Land Baden-Württemberg Ausnahmen für doppelstöckige Fahrzeuge festgelegt.

Leider kann ich deine Aussage, dass mit den „Ist-Kapazitäten“ gerechnet wurde, nicht nachvollziehen. Die Kapazitäten werden auf Grundlage von Fahrgastzählungen und Prognosen bemessen. Ich benenne hierzu drei Beispiele:
Derzeit verkehren die Züge der IRE-Linie Karlsruhe – Stuttgart mit maximal fünf Doppelstockwagen, die eine Kapazität von 542 Sitzplätzen aufweisen. In Zukunft verkehren die Züge der IRE-Linie 1 Karlsruhe – Aalen mit bis zu 656 Sitzplätzen.
Derzeit verkehren die Züge der RE-Linie Stuttgart – Aalen mit vier Doppelstockwagen und einer Kapazität von 509 Sitzplätzen. In Zukunft verkehren die Züge der RB-Linie 13 Stuttgart – Crailsheim mit bis zu 708 Sitzplätzen.
Das Land Baden-Württemberg bestellte für das Los 1 (Neckartal) zwei dreiteilige und sieben fünfteilige Triebzüge des Typs Bombardier Talent 2.5 nach, für das Los 2 (Rems-Fils) drei fünfteilige Triebzüge des Typs Stadler Flirt 3 und für das Los 3 (Franken-Enz) vier sechsteilige Triebzüge des Typs Stadler Flirt 3 nach, um mehr Kapazitäten in den Zügen zu schaffen.

Es ist in der Angebots- und Betriebsplanung allgemeiner Konsens, dass eine Erhöhung der Kapazitäten nicht nur durch den Einsatz von doppelstöckigen Fahrzeugen erfolgen kann, sondern auch durch die Ausweitung des Fahrplanangebots, wenngleich dieser Weg personalintensiver ist, wie bereits an anderer Stelle angemerkt wurde. So besteht auf der RE-Linie 8 Stuttgart – Würzburg in Zukunft ein durchgängiger Stundentakt, während die RB-Linie 13 zwischen Stuttgart und Aalen ab Juni ein durchgängiger Halbstundentakt angeboten wird.
Wenn der Aufgabenträger eine Kapazität von 500 Sitzplätzen fordert, ist es grundsätzlich unerheblich, ob diese 500 Sitzplätze durch einstöckige oder doppelstöckige Fahrzeuge geboten werden, wenn die Bahnsteiglängen dies zulassen.

Hinzukommt, dass alle Fahrzeuge für das Netz 1 mit einem automatischen Fahrgastzählsystem (AFZS) ausgestattet sind, die in der Lage sein muss, die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste türscharf zu bestimmen. Das so gewonnene Datenmaterial ermöglicht in Zukunft eine sehr nachfrageorientierte Angebotsplanung.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Beitrag mehr Klarheit schaffen konnte.

Grüße
die Honigbiene



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.19 01:59.

Re: Doppelstöckig wäre das Lösungswort gewesen

geschrieben von: cs

Datum: 14.03.19 02:20

Spurkranzschmierung schrieb:
Vor kurzer Zeit fuhr auf dem RE Nürnberg - Stuttgart eine Ersatzgarnitur von DB Regio Bayern als 6-teiler Twindexx. Diese konnte 700 Fahrgästen Platz bieten, bei 160m Zuglänge. Die Bahnsteige werden auf langer Sicht definitiv nicht verlängert, eher das Gegenteil ist der Fall wie in Heilbronn Hbf, wo derzeit auch die Bahnsteige verkürzt werden/sind.

Für eine Metropolregion so kurze und kleine Züge zu bestellen wird sicher noch für viel Unmut sorgen.
Vielleicht war das auch ein Trick, um längere Bahnsteige zu bekommen: einerseits wird so verhindert, dass lange Bahnsteige bei einer Modernisierung verkürzt werden und andererseits kann man im Hinblick auf erforderliche Kapazitätsausweitungen bei der Bahn Druck machen, (zu) kurze Bahnsteige zu verlängern.
Wenn dann in 15-25 Jahren alle Bahnsteige modernisiert und auf mindestens 270 m Länge gebracht sind, kann man zur weiteren Kapazitätssteigerung wieder auf Doppelstockzüge umsteigen, da ist dann nicht mehr mit einer teuren Verkürzung der modernisierten Bahnsteige zu rechnen.

Re: Doppelstöckig wäre das Lösungswort gewesen

geschrieben von: Strizie

Datum: 14.03.19 03:31

Du hast noch den RE 7 vergessen in NRW. Hier haben sich die Besteller ja Wunder erhofft von der Umstellung von 111/112 und 4 Dostos (140 km/h) auf Talent II. Ursprünglich wollte man dem RE 7 noch Zusatzhalte in Wuppertal-Vohwinkel (hier hätte ich das noch verstehen können) und Köln-Mülheim verpassen. Davon hat man allerdings dann abgesehen. Dank der stündlichen Verlängerung nach Rheine hat man zudem an beiden Linienenden Kurzwenden eingeführt. Wohin das führt sieht man Täglich. Hauptverbindungen wie Neuss-Krefeld werden dann halt mal nur alle 2 Stunden angeboten.

Auf der RB 48 meinte man ja auch gleiches Sitzplatzangebot reicht die nächsten 30 Jahre. Jetzt fährt dort eine Dostogarnitur (4 Dostos mit 111er) mit. Dumm nur, dass die dichte Streckenbelegung und der anspruchsvolle Fahrplan für solche antriebsschwachen Züge mit geringerer Vmax. nicht ausgelegt sind.

Persönlich habe ich gar nichts gegen einstöckige Triebwagen. Diese können sogar besser sein, da sich so die Fahrgastmasse (z.B. in Bonn Hbf) am ganzen Bahnsteig verteilen kann. Das Problem sind aber die zu kurzen Bahnsteige an kleineren Haltepunkten bzw. Bahnhöfen. Der Triebwagen muss sich nun mahl an dem Bahnhof mit der kürzesten Bahnsteiglänge orientieren und hier wollen die Besteller nur das nötigste realisieren (siehe RRX).

Das wird nix...

geschrieben von: 1.Bauserie

Datum: 14.03.19 06:18

Hallole!

mumml schrieb:
> Weißt du, ob es vom Land Pläne gibt, Bahnsteige zu verlängern? Vielleicht sogar ein Bahnsteigverlängerungsprogramm?

Warum soll eigentlich das Land die Bahnsteige verlängern? Diese gehören der DB Netze und die kassieren ordentlich dafür...

Aber das bringt alles nix, die Gäu-Murr-Talente sind nur für Doppeltraktion zugelassen, mehr geht nicht und mit den 16 Fahrzeugen ist man sowieso schon knapp dran, weitere Fahrzeuge wären nötig, sind aber nicht mehr zulassungsfähig...

Gruß
1.Bauserie


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