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Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: ingo st.

Datum: 11.01.19 16:18

Hallo,
hier Erfahrungen von Störungen im Siemens Desiro HC auf dem RE11: Klimaanlage, Monitore, autom. Ansagen etc. - aber sie fahren!
Gruß
Ingo
Die ersten RRX-Züge zicken schon rum – wie kann das sein?

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Packwagen1980

Datum: 11.01.19 16:54

Man könnte meinen , hier hat ein DSO Redakteur oder ein DSO User die Finger über die Tastatur kreisen lassen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 16:55.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Oberdeichgraf

Datum: 11.01.19 17:05

"Geschmückt" fahren sie auch schon rum, wobei der letzte Satz in dem Artikel die Klientel nicht abschreckt: [www.dortmund24.de]

Wundert mich wenig

geschrieben von: Acobono

Datum: 11.01.19 17:13

Ein Kinderkrankheitsloser Zug scheint (zumindest von den großen drei) ja mittlerweile als achtes Weltwunder durchzugehen. Allerdings ist vorallem die Geschichte mit den Bildschirmen zu heutiger Zeit nur noch peinlich. Ein simpler Slave-Bildschirm zum Masterrechner auf dem eh nur eine Website im Vollbildmodus läuft ist mitnichten "hochkomplizierte moderne Technik" und sollte im Informationszeitalter in einem Hunderttausende Euro teuren Zug so nicht fehlerhaft vorkommen.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: class88

Datum: 11.01.19 18:03

Vielleicht hätte man Züge von HITACHI kaufen sollen...??

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: martin schmid

Datum: 11.01.19 18:50

„Ein simpler Slave-Bildschirm zum Masterrechner auf dem eh nur eine Website im Vollbildmodus läuft ist mitnichten "hochkomplizierte moderne Technik" und sollte...“

Sag das nicht. Wenn da aus Kostengründen ein schlecht geschirmtes oder für die Länge untaugliches Kabel eingesetzt wird...

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Frank St.

Datum: 11.01.19 19:08

Moin,

solche Züge hat es nie gegeben. Das sollte man bei aller Reichsbahn- und Bundesbahnverklärung nicht vergessen. Nur hat man damals als Bahnverwaltung selbst die Verantwortung gehabt und zumeist erst einmal Prototypen erprobt. Das geht bei dem heutigen Bestellerprinzip eben nicht mehr. Als EVU würde ich mich nie auf das Abenteuer einer ganz neuen Baureihe einlassen. Die sollen bessere andere serienreif machen.

Hier ist es kein EVU, das die Züge ausgewählt hat, da hatte Siemens wohl leichtes Spiel. Waren sie überhaupt nötig? Ich habe nicht verstanden, warum man nicht einfach den KISS genommen hat. Wo ist da der wesentliche Unterschied?

Die Züge fahren immerhin, Displays und WLAN sind für mich erst einmal ein Luxusproblem, Klima bzw. Beheizung natürlich nicht.

Dass man sich bei dem großkotzigen Versprechen der 99%igen Verfügbarkeit schnell Häme einfängt, ist auch klar und m.E. fahrlässig und nicht haltbar. Stellt sich auch die Frage, wann die Verfügbarkeit als eingeschränkt gilt: solange alle Umläufe bedient werden oder alle Umläufe mit absolut fehlerfreien Zügen? Wie gesagt: Vollständige fahrende Züge sind erst einmal das Wichtigste fürs Publikum.

Grüße Frank

Zu meinen Beiträgen:
- Eisenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]
- Historisches Forum [www.drehscheibe-foren.de]
- Straßenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: truestepper

Datum: 11.01.19 20:29

Frank St. schrieb:
Hier ist es kein EVU, das die Züge ausgewählt hat, da hatte Siemens wohl leichtes Spiel. Waren sie überhaupt nötig? Ich habe nicht verstanden, warum man nicht einfach den KISS genommen hat. Wo ist da der wesentliche Unterschied?

Stadler hat entweder nicht angeboten, war zu teuer war oder konnte die geforderten technischen Randbedingungen (z.B. theoretisch erreichbare Fahrzeit) nicht einhalten.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Ruhrpottfahrer

Datum: 11.01.19 20:40

truestepper schrieb:
Frank St. schrieb:
Hier ist es kein EVU, das die Züge ausgewählt hat, da hatte Siemens wohl leichtes Spiel. Waren sie überhaupt nötig? Ich habe nicht verstanden, warum man nicht einfach den KISS genommen hat. Wo ist da der wesentliche Unterschied?

Stadler hat entweder nicht angeboten, war zu teuer war oder konnte die geforderten technischen Randbedingungen (z.B. theoretisch erreichbare Fahrzeit) nicht einhalten.

Oder Stadler war clever genug und hat ehrlich und korrekt geboten und das war dem VRR zu teuer.
Außerdem sichert Siemens mit dem Bau ja auch Arbeitsplätze im VRR-Gebiet. Leider sind die Vergabeverfahren
für Außenstehende wenig einsehbar.
Vielleicht war Stadler auch so schlau und hat gemerkt, daß die Rahmenbedingungen zu den vorgegebenen Werten kaum
erreichbar gewesen wären?
Der KISS hätte sicherlich eine bessere Figur gemacht als die HC.

Gruß

Eric

Da wo die Logik aufhört, fängt die Bahn an!
https://www.bahn-im-alltag.de/touren/br103_003.gif




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 20:40.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: ulrich

Datum: 11.01.19 21:31

Nicht nur im RRX. Auch in einem Pesa Link hatte ich diese Woche zweimal keine funktionierende Heizung und in 20% der Fahrten funktionieren die Ansagen nicht, meistens wenn ein zweiter Teil angekuppelt wurde. Andererseits ist es auch ganz erholsam wenn dieses Gesülze mal nicht abgespielt wird.

Ulrich
... aber es erstaunt doch sehr, wie beharrlich ein Gremium an Rhein und Ruhr mit geschenktem Geld ein Publikum mit modernem Regionalverkehr (zwangs-)beglücken will, daß seit Jahrzehnten seine Zustimmung mit ungewollten Verzierungen an Fahrzeugen und Infrastruktur Ausdruck zu verleihen versucht.

Angemessen wäre es m.E. in solchen Fällen von ungewollter "Verschönerung", die Züge konsequent ausfallen zu lassen, bis sich Kunden und "Designern" darauf geeinigt haben, wie mit Eigentum, das im öffentlich Auftrag unterwegs ist, umgegangen werden soll/darf/muss.

neue Formulierung für die Kundenkommunikation : "aufgrund unerwünschter Designmodifikationen ..."

mfg
Nils

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: DerAltenbekener

Datum: 11.01.19 22:14

Die Ansagen stammen halt aus der Text to Speech Kiste von irgendeinem Softwarehersteller. Aber gut, wenn man jede Uhrzeit ausgesprochen haben möchte, muss es halt wohl doch ein tts sein.

Dieses "verkehrsrote Geraffel" ist ja schlimm!
"Seit wann ist die bauliche Kürzung von Bahnsteigen ein Beitrag zur Verkehrswende?" (fentapi 19.2.2019)


mfg DerAltenbekener

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 12.01.19 00:09

Zitat
Stadler hat entweder nicht angeboten, war zu teuer war oder konnte die geforderten technischen Randbedingungen (z.B. theoretisch erreichbare Fahrzeit) nicht einhalten.
Stadler hat mitgeboten. Stadler war aber teurer als Siemens und hat die technischen Wertungsparameter nicht so gut erfüllt.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 12.01.19 00:09

Ich fahre mittlerweile fast täglich mit den Zügen und kann die negative Presse kaum verstehen. Die Züge sind Lichtjahre besser als der 425er Dreck der da vorher rumgegurkt ist, sie fahren meist pünktlich, und bisher hatte ich eigentlich immer funktionierende WCs, das hab ich beim RE1 nur noch ganz selten.

Daher könnte man den Text auch wie folgt zusammenfassen:
"Denn an und für sich scheinen die meisten Passagiere vom RRX bislang begeistert zu sein – so denn alles funktioniert."

Also vielleicht sollten manche von euch erst mal mitfahren. Bis auf das grottenschlechte Fahrgastinformationssystem (da ist die Kritik völlig berechtigt) ist das nämlich ein richtig gelungener Zug, und anders als im DB Interregio Bimz mit dem ich heute fahren durfte funktionierte bisher bei mir auch immer die Heizung.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 00:11

Ruhrpottfahrer schrieb:
Der KISS hätte sicherlich eine bessere Figur gemacht als die HC.

Gruß

Eric
Das schließt du jetzt genau woraus ???

Re: Wundert mich wenig -der KISS wäre besser gewesen

geschrieben von: class88

Datum: 12.01.19 09:40

mehr Platz ,ausgereift, und schon betriebserprobt..auch in Deutschland (ODEG ?)...
Zitat
mehr Platz
Das willst du woher wissen? Die ODEG-Version ist zu schwach für den RRX. Um den geforderten Fahrplan halten zu können hätten weitere Sitzplätze für Antriebskomponenten wegfallen müssen. Siemens hat ebenso eine vollständig doppelstöckige Version angedacht und beim Vergleich herrausgefunden, dass die nur 4 zusätzliche Sitzplätze gegenüber dem Desiro HC bietet. Dafür aber teuerer und komplexer ist, sodass sich Siemens entschlossen hat, mit dem Desiro HC in die Ausschreibung zu gehen. Die Anforderungen vierteilig und mindestens 400 Sitzplätze waren vom VRR vorgegeben und wurden ebenso erfüllt.

Zitat
ausgereift, und schon betriebserprobt..auch in Deutschland (ODEG ?)...
Das hat den KISS der Westfalenbahn auch nicht geholfen. Die hatten nach dem Betriebsstart auch mit nicht funktionierenden Klimaanlagen zu kämpfen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 10:26.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Henra

Datum: 12.01.19 10:45

Plutone schrieb:
Das schließt du jetzt genau woraus ???

Sicherlich aus der feste im Mainstream verankerten allgemeinen tiefen Fuzzy- Liebe für Stadler.
Du bist kein Stadler- Jünger? Dann bist Du kein Eisenbahnfreund...
Hallo,

class88 schrieb:
mehr Platz ,ausgereift, und schon betriebserprobt..auch in Deutschland (ODEG ?)...
der Auftrag beinhaltet ja nicht nur die Fahrzeugherstellung, sondern auch die Instandhaltung. Siemens, Bombardier und Hitachi haben damit jahrelange Erfahrung, insbesondere aus dem englischen Markt, wo es Standard ist, dass der Hersteller die Wartung übernimmt.

Aber Stadler ist eine Firma ohne Erfahrung in diesem Geschäft, ich glaube wir hätten viele Probleme erlebt, wenn Stadler seine ersten Erfahrungen in der Fahrzeugwartung gleich beim Großprojekt RRX hätte sammeln müssen.

Gruß Jörg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 10:57.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 11:03

Henra schrieb:
Plutone schrieb:
Das schließt du jetzt genau woraus ???

Sicherlich aus der feste im Mainstream verankerten allgemeinen tiefen Fuzzy- Liebe für Stadler.
Du bist kein Stadler- Jünger? Dann bist Du kein Eisenbahnfreund...
Das witzige ist ja: Ich finde der FLIRT ist bswp. derzeit das beste 1-stöckige Nahverkehrsfahrzeug. Trotzdem muss man sich in den Desiro nur mal reinsetzen und wird feststellen, dass er genauso schnell beschleunigt (bei deutlich höherem Gewicht), nochmal was leiser ist (im Dosto fühlt es sich an wie im ICE, von dem ja auch einige Komponenten verbaut sein sollen) und die Fahrgastwechselzeiten an den Großstadtbahnhöfen von meist unter 1 Min. sind phänomenal für den Nahverkehr.

Natürlich hängen Türzahlen, Motorisierung usw. immer auch von der Bestellung ab, aber das sind nunmal jetzt die Fahrzeuge, die eingesetzt werden und die sind in meinen Augen das Beste, was der Nahverkehr in einer Größenordnung von 800 Plätzen zu bieten hat.
Das einzige was in ähnlich großen Dosto-Zügen bei DB und Metronom z.B. besser ist, sind vllt. noch die Sitze (da gehen die Vorlieben aber auch auseinander).

Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie einige hier drüber herziehen, dass Sachen wie Fg-Info-Tafeln nicht funktionieren, die in anderen Fahrzeugen überhaupt nicht vorhanden sind.
Natürlich hängen da einige Schnittstellen drin, die mit dem Fahrzeug nichts zu tun haben. Das beginnt mit einer konsistenten Datenhaltung von der Fplo der DB, die bei DB-Hafas und der Echtzeitdaten-Drehscheibe exakt der Eingabe im Planungsprogramm von Abellio entsprechen muss. Beides gilt dann in Echtzeit für Änderungen bei der BZ und der Leitstelle von Abellio mit entsprechendem Betriebsleitsystem und endet dann über die Schnittstelle des Fahrzeuges beim dort verarbeitenden System bis hin zur Anzeige.

Dazu wäre sicherlich die ursprünglich geplante Probephase hilfreich gewesen - aber dafür, dass es garkeine Probephase gab, freue ich mich, wie wenig man über die Züge hört.

Die Fahrgäste scheinen jedenfalls nicht so enttäuscht zu sein.

Was den KISS angeht: Hier war im Dosto meinem Eindruck nach die Kopffreiheit schlechter und die Verarbeitung wirkte auf mich zumindest bei Westfalenbahn und ODEG etwas sagen wir günstiger (nicht schlecht, eher sagen wir mal eine gute "3").
Dort hätte man aber eben auch keine höhengleichen Fußböden liefern können, da deren Endwagen auch Dostos sind. Den Kompromiss finde ich persönlich sehr schön und innovativ (wenngleich der Grund eher die leichtere Wartung der Dachkomponenten sein dürfte).
Und 76cm-Einstiege standen als Anforderung meine ich schon fest, als man noch vom "Metro-Express" gesprochen hat, von daher...

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Bubikopf86

Datum: 12.01.19 11:07

Käfermicha schrieb:
Ich fahre mittlerweile fast täglich mit den Zügen und kann die negative Presse kaum verstehen. Die Züge sind Lichtjahre besser als der 425er Dreck der da vorher rumgegurkt ist, sie fahren meist pünktlich, und bisher hatte ich eigentlich immer funktionierende WCs, das hab ich beim RE1 nur noch ganz selten.

Daher könnte man den Text auch wie folgt zusammenfassen:
"Denn an und für sich scheinen die meisten Passagiere vom RRX bislang begeistert zu sein – so denn alles funktioniert."

Also vielleicht sollten manche von euch erst mal mitfahren. Bis auf das grottenschlechte Fahrgastinformationssystem (da ist die Kritik völlig berechtigt) ist das nämlich ein richtig gelungener Zug, und anders als im DB Interregio Bimz mit dem ich heute fahren durfte funktionierte bisher bei mir auch immer die Heizung.
Auch ich fahre morgens mit diesen Zügen. Die Laufruhe ist wunderbar, die Züge freundlich hell, bisher war in den genutzten Zügen alles sauber und intakt.
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 11:11

Was mich viel mehr stört, sind die Ambitionen einiger Aufgabenträger, die den eigentlich als "Ersatzkonzept" für den Metrorapid Dortmund - Düsseldorf konzipierten, hochwertigen NAHVERKEHRSZUG am liebsten bis Dresden, Mainz/Frankfurt, Bremen/Hamburg oder weit in die Niederlande verlängern würden (und Koblenz - Minden ist bspw. schon weit mehr, als der ursprünglich mal angedachte Laufweg, auch mehr als Dortmund - Köln oder Hamm - Köln) und damit irgendwie Ansprüche wecken in der Öffentlichkeit, als hätte man hier einen ICE_PLUS entwickelt.

Nein: es ist einfach ein sehr guter Nahverkehrszug. Die Sitzgemütlichkeit ist NICHT für 4-Stunden-Reisen ausgelegt und es gibt auch keine Gepäckabteile für 200 Fernreisende pro Zug. Das muss einem einfach auch immer mal wieder klar sein, wenn man über den RRX redet. Dieser Zug soll die Probleme im Nahverkehr zwischen Dortmund und Köln lösen, ohne auf die Außenäste nach Minden, Münster/Osnabrück, Koblenz oder Aachen verzichten zu müssen (wie dies beim Metrorapid zunächst der Fall gewesen wäre - ich bin ja weiter überzeugt, dass man auf dem Projekt anschließend ein neues Fernverkehrsnetz hätte aufbauen können, aber gut...).

Und ich glaube, diese wesentlichen Ziele wird der Zug erreichen.
Ich finde auch phänomenal, wie im Zeitalter von Handy-Flatrates über Verfügbarkeitsprozente beim mobilen WLAN diskutiert werden kann.

Wenn ich in Oberhausen mal wieder auf den verspäteten RE5 warte, ist das ALLERLETZTE Problem an das ich denke, wann ich endlich wieder kostenloses WLAN nutzen kann!

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Ruhrpottfahrer

Datum: 12.01.19 11:16

Bubikopf86 schrieb:
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.

RE3 und saubere Züge? Dann muss das ein anderes Bundesland sein. Denn Sauberkeit ist in den Eurobahnzügen auf RE3 und RE13 eher ein Fremdwort.
Und zwar innen wie aussen.

Aber mit neuen Zügen ist in der Regel es leicht altes Material zu übertrumpfen.
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?


Gruss

Eric

Da wo die Logik aufhört, fängt die Bahn an!
https://www.bahn-im-alltag.de/touren/br103_003.gif
JoergAtDSO schrieb:
Hallo,

class88 schrieb:
mehr Platz ,ausgereift, und schon betriebserprobt..auch in Deutschland (ODEG ?)...
der Auftrag beinhaltet ja nicht nur die Fahrzeugherstellung, sondern auch die Instandhaltung. Siemens, Bombardier und Hitachi haben damit jahrelange Erfahrung, insbesondere aus dem englischen Markt, wo es Standard ist, dass der Hersteller die Wartung übernimmt.

Aber Stadler ist eine Firma ohne Erfahrung in diesem Geschäft, ich glaube wir hätten viele Probleme erlebt, wenn Stadler seine ersten Erfahrungen in der Fahrzeugwartung gleich beim Großprojekt RRX hätte sammeln müssen.

Gruß Jörg
Oh, dann wird ja nächstes Jahr bei der S-Bahn-Rhein-Ruhr bestimmt die Welt untergehen ^^
Ich glaube schon, dass Stadler das auch hinbekommen wird. Die EVU´s (bei der S-Bahn dann das RRX-EVU Abellio) haben ja auch Erfahrung mit Werkstatt-Planung (Fristplanung, Ad-hoc-Instandhaltung), sodass das in Zusammenarbeit und gegenseitiger Abhängigkeit voneinander schon funktionieren sollte. Ich denke da eher an formale Streitigkeiten um Zuständigkeiten usw. die zu Problemen führen könnten. Um die Technik selbst mache ich mir bei allen Herstellern wenig sorgen - die gehen erst dann los, wenn irgendjemand aus der Kette nachlässig wird und anfängt zu sparen. Und da wird die Technik aufgrund drohender Strafen das letzte sein, wo sich das Sparen lohnt, hoffe ich.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 11:21

Ruhrpottfahrer schrieb:
Bubikopf86 schrieb:
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.
RE3 und saubere Züge? Dann muss das ein anderes Bundesland sein. Denn Sauberkeit ist in den Eurobahnzügen auf RE3 und RE13 eher ein Fremdwort.
Und zwar innen wie aussen.

Aber mit neuen Zügen ist in der Regel es leicht altes Material zu übertrumpfen.
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?


Gruss

Eric
Also mir sagt das nur, dass Siemens für die Wartung zuständig ist (das dürfte ja auch bekannt sein, oder?).
Die RE3/RE13-Züge sind vor allem von innen in hellgelb gefärbt, was einen ähnlich schlechten subjektiven Eindruck vermittelt, wie das damalige Orange/Braun/Beige in den S-Bahn-X-Wagen.
Trotzdem fahr ich 3x lieber mit einem RE3, als bspw. mit 425ern der DB, die aber zum Glück an Rhein/Ruhr bald bis auf 2 S-Bahn-Linien Geschichte sind. Auf der RB33 wird ja in 2 Jahren auch neues Material eingesetzt (Coradia-Continental-5-Teiler).

Man kann auch über die Eurobahn schimpfen wie man will, wenn die Fahrzeug- oder Personalprobleme (oder beides) haben. Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird. Mir ist dann auch das mäßige innere Erscheinungsbild völlig egal, wenn ich dafür meinen Anschluss Ri. Dinslaken bekomme - im Gegensatz zur S2, wo man bei leichten Verspätungen RI. Duisburg fröhlich weiter mit 80-100 km/h bummelt und Anschlüsse verpasst (wenn nicht der RE5 Ri. Wesel die höhere Verspätung hat), obwohl auch die 422er bei Halte-Abständen von 3-6km ruhig mal 140 km/h fahren könnten.

Aber gut, dass da nächstes Jahr dann auch Abellio fährt (die zwischen Wesel und Oberhausen mit 24 Min. Fahrzeit besser klarkommen, als die DB vorher mit 28 Min. und 425ern ;-) ).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 11:26.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Schranke 17

Datum: 12.01.19 11:25

Ruhrpottfahrer schrieb:

Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf.


Aber die neuen Triebwagen fahren doch, oder? Das ist doch wohl das Allerwichtigste!
Das, was du aufzählst ist sicher ärgerlich für die Kunden, aber letztendlich nur zweitrangig.

Oder steigst Du in einen Zug, nur um die Ansagen und Displays zu genießen und das WC zu benutzen?

Unverstänliche Grüße

Es grüßt Euch
Karl

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 12.01.19 13:03

Zitat
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.
DAS sagt doch alles oder?
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
Zitat
Aber Stadler ist eine Firma ohne Erfahrung in diesem Geschäft, ich glaube wir hätten viele Probleme erlebt, wenn Stadler seine ersten Erfahrungen in der Fahrzeugwartung gleich beim Großprojekt RRX hätte sammeln müssen.
Stadler hat schon Erfahrung mit Herstellerwartung nur nicht in Deutschland. In den Niederlanden wird die gesamte Bahnflotte von Arriva durch Stadler gewartet. Auch in Osteuropa gibt es Beispiele.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 13:19

Signalschruber schrieb:
Zitat
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
Vor allem: als ob die DB-Lokführer alle wüssten, warum ihre Züge spinnen oder irgendwelche Defekte nicht repariert werden :-D

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: JoergAtDSO

Datum: 12.01.19 13:36

Hallo Signalschruber,

Signalschruber schrieb:
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
der Unterschied ist, dass es sich hier um Kinderkrankheiten handelt, welche durch vmtl. durch konstruktive Änderungen des Herstellers behoben werden müssen. Im Gegensatz zu einem Defekt, kann man hier nicht erwarten, dass dies über Nacht behoben wird, denn eine überarbeitete Komponente muss ja auch erprobt werden, bevor sie zum Einsatz kommt.

Gruß Jörg

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: VT605

Datum: 12.01.19 15:49

Plutone schrieb:
Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird.

Das ist auch kein Kunststück weil die 90er La hinter Bergeborbeck nach vielen Jahren endlich Geschichte ist. Da sich die Fahrzeiten kaum geändert haben hat man dort jetzt etwas Puffer, ist bei vielen IC auch so.
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt. Wenn erst RE6 und RE1 umgestellt sind, sind wir hier schon einen riesigen Schritt weiter. Ich hatte bislang auch immer auf Infrastruktur und Takt getippt, aber die Fahrzeuge machen hier einen dermaßen großen Schritt in die richtige Richtung.
Moin!

Weststadt schrieb:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt.
Wo du den Fahrgastwechsel ansprichst: hier im Forum wurde vielfach (und für mich nicht nachvollziehbar) geunkt, dass die Treppen und überhaupt die Durchgänge viel zu schmal für einen flüssigen Fahrgastwechsel seien. Wie läuft das denn jetzt in der Realität bei einem vollen Zug?

Grüße,
Moritz

Re: Wundert mich wenig -der KISS wäre besser gewesen

geschrieben von: grenn

Datum: 12.01.19 20:50

Signalschruber schrieb:
Das hat den KISS der Westfalenbahn auch nicht geholfen. Die hatten nach dem Betriebsstart auch mit nicht funktionierenden Klimaanlagen zu kämpfen.
Das war ja ziemlich schnell behoben im Gegensatz zu den Fahrgastinformationsbildschirmen die bis heute oft genug nicht die Ankunftszeiten der nächsten Stationen anzeigen sondern nur "Schön das sie mit uns fahren"

Gruß,
Marco

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 21:25

VT605 schrieb:
Plutone schrieb:
Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird.
Das ist auch kein Kunststück weil die 90er La hinter Bergeborbeck nach vielen Jahren endlich Geschichte ist. Da sich die Fahrzeiten kaum geändert haben hat man dort jetzt etwas Puffer, ist bei vielen IC auch so.
Na für die DB leider schon, da die es auf der S2 regelmäßig schafft, auf dem Abschnitt noch Verspätung aufzubauen...
DeMorpheus schrieb:
Moin!

Weststadt schrieb:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt.
Wo du den Fahrgastwechsel ansprichst: hier im Forum wurde vielfach (und für mich nicht nachvollziehbar) geunkt, dass die Treppen und überhaupt die Durchgänge viel zu schmal für einen flüssigen Fahrgastwechsel seien. Wie läuft das denn jetzt in der Realität bei einem vollen Zug?

Grüße,
Moritz
Also zunächst mal wurden die Sitzplätze auf dem RE11 (der unwichtigsten der 3 durchgehenden Linien Dortmund - Düsseldorf) verdoppelt, sodass die absolute Feuertaufe erst mit Aufnahme des RE5 kommen wird.
Dennoch habe ich Fahrgastwechsel von mehr als 200 Ein- und Aussteigern in 40-50 Sekunden erlebt und das ist schon sehr sehr ordentlich.

Was die Treppen angeht: welche Treppen sind hier gemeint?
Der Eingangsbereich ist in allen Wagen stufenlos, in den Dostos geht man durch extrabreite Türen (Tore?) eine kleine Rampe herunter in den Niederflurbereich, wo sich die Fahrgäste direkt verteilen können (zur Wagenmitte in den Niederflurbereich, nach außen über das Zwischendeck ins Obergeschoss..
Anders als bei den DB-Dostos landet man eben nicht im engen (und oft von Koffern zugeparkten) "Zwischendeck" und wenn es an den durchaus schmaleren Treppen/Aufgängen der Desiro-Dostos mal zu einem Rückstau kommt, wird eben nicht der ganze Eingangsbereich blockiert, sondern das außen liegende Zwischendeck, welches wiederum wenige Stufen und einige Meter von den Türen entfernt ist.

Ich denke, dass die auf schnelle Fahrgastwechsel optimierten Züge im Zusammenspiel mit der enormen Beschleunigung durchaus nicht nur besser, sondern vielleicht sogar deutlich besser aussehen auf den NRW-Problem-Linien RE1, RE5 und RE6.
Anders als auf dem auch besser gewordenen RE7 belässt man es hier eben nicht schlicht bei sprintstärkeren Fahrzeugen.
Ich denke auch das die 76er Fußbodenhöhe zum 76er Bahnsteig das Schnellwechselgeheimnis ist. außerdem sind es nur 4 Dostos und 4 Solowaggons (Köpfe mit Fahrradabteil).
Angenehm ist auch dass die Schiebetritte relativ schnell aufgehen. Hinzu kommt dass die Wagenübergänge optisch kaum auffallen- anders als bei den bisherigen Dostos lädt die Tür dazu ein in beide Richtungen zu gehen und sich zu verteilen.

Also zusammengefasst: Ein Zug der von Anfang an überzeugt mit kleineren Kinderkrankheiten. Ein definitiv sehr ordentlicher Start.

Es ist auch sinnvoll mit dem RE11 zu beginnen. Der war bisher meine unbeliebteste Alternative. Immer voll und meist nur solo 425er. Tat nicht not.

Jetzt ist es schon fast meine bevorzugte Variante. Im Moment noch mit Sitzplatzgarantie.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Baleine rouge

Datum: 13.01.19 15:23

Plutone
Den Kompromiss finde ich persönlich sehr schön und innovativ (wenngleich der Grund eher die leichtere Wartung der Dachkomponenten sein dürfte).
Siemens verhilft dem Konzept zur Renaissance. Alstom und Bombardier liefern für Frankreich ein ähnliches Konzept. Alstom und Skoda hatten beim RRX als Konsortium geboten (vllt. mit einem ähnlichen Konzept), Bombardier kein Interesse.
Innovativ ist die Kombination aus Dosto und einstöckigen Tw nicht.

Zitat:
Und 76cm-Einstiege standen als Anforderung meine ich schon fest, als man noch vom "Metro-Express" gesprochen hat, von daher...
Stadler konnte die Anforderungen in jedem Fall erfüllen. Der Kiss war Grundlage für die RRX-Studie.
Dostos mit 76er Einstieg kann auch Bombardier liefern. Siemens musste für die Mw des Desiro eine Lösung finden.

Henra
Sicherlich aus der feste im Mainstream verankerten allgemeinen tiefen Fuzzy- Liebe für Stadler.
Du bist kein Stadler- Jünger? Dann bist Du kein Eisenbahnfreund...
Siemens ist Marktführer unter Fuzzys. Schon der Vectron führt zu regelmäßigen (ver)blendungen im Forum.

Re: KISS (445) vs. Desiro HC (462)

geschrieben von: Der Ungläubige Thomas

Datum: 13.01.19 21:50

Bitte um Verzeihung für die Einmischung, aber bei der Beharrlichkeit, mit der Stadler beim KISS maximal nur 1 Antriebsdrehgestell (TDG) bzw. 2 angetriebene Radsätze für 2 DoSto-s vorsieht, kann man verstehen, dass sich auf das Konzept kein Nahverkehrsanbieter mehr einlassen möchte, der auch bei schlechten Wetterbedingungen ausreichend Grip für eine fahrplankonforme Beschleunigung behalten möchte. Die Leistung ist solange zweitrangig, wie man sie nicht "auf die Schiene" bekommt, weil die Adhäsion fehlt. Und die fehlt eben bei Stadler.

Der ODEG-KISS weist als Vierteiler gerade mal 2 Antriebsdrehgestelle mit 4 Fahrmotoren auf. Der Westfalenbahn-KISS hat 6 Wagen pro Einheit, und damit - bingo, 3 Antriebsdrehgestelle. Aus meiner An- und Einsicht in die 6-Teiler stört die Ausrüstung für das mittlere TDG so wenig, dass man sich fragt, warum der direkt benachbarte Wagen nicht das 4.TDG der Garnitur bekommen hat. Bei schlechtem Wetter schleudert die Kiste - egal ob ODEG oder Westfalenbahn - bei Anfahrt und Beschleunigung, und gerät nullkommanix ins Gleiten, wenn ein Bahnsteig mal scharf angefahren werden soll. Das ist ein Schönwetter- oder Langstreckenzug, denn die Software sorgt alsbald für eine Rücknahme der Anfahrmomente; das Zügle kommt nicht in die Puschen. Vielleicht mit Mengenrabatt beim Sandverbrauch. Und "mildernden Umständen" für den relativ geringen Anteil zurückgespeisten Bremsstromes, weil alle LDG rein mittels Gleitreibung bremsen. Stimmt: Könnte Stadler besser: Mit 4 oder 6 TDG. Doch das kostet ...

Der RRX soll einen überlagernden, aber immer noch S-Bahn-ähnlichen Verkehr sicherstellen. Dazu braucht man Adhäsion, und nochmal Adhäsion; relativ kleine Fahrmotoren an möglichst vielen Radsätzen. Die Lösung: Alle 4 Wagen wiegen leer 62t (Dosto-Mw) oder 68t (End-Tw); die Mw besitzen systemrelevant die Magnetschienenbremsen, die Tw haben die sonstige Traktionsausrüstung wie der 460 auf dem Dach, so dass sich mit Verkleidung trotz der "Anderthalbstöcker" eine recht geschlossenes Bild ergibt, ansonsten: was wäre ein ET ohne ordentlichen "Dachgarten"?! Das Ganze ist im Prinzip eine Kombination bewährter no-frills-Fahrzeuge mit 4 TDG für 4 Wagen, also 50% Adhäsionsanteil (dass die Formulierung physikalisch nicht wasserdicht ist, ist mir schon klar; bessere und kürzere Vorschläge erbeten).
Die Probleme mit dem "Meridean"-Prototypen von DWA / Bombriderz sind noch in Erinnerung - zuviel in den DoSto- Endwagen gepropft, Fahrgäste wären zu kurz gekommen. Das gesamte Dilemma hat man mit dem Desiro HC einfach umgangen.
Mich wundern nur die wenigen Sandstreuer am Desiro HC: Gerade mal vor der ersten und nach der 16. Achse befindet sich erkennbar ein Sandstreuer. Gut, das verleitet nicht dazu, Sand für jede Normalbremsung zu streuen wie manche EVU, erscheint mir aber doch etwas wenig.
Man darf noch gern die 445/446 der Twindexx-DE-Triebwagen heranziehen, geplant als "angetriebene Steuerwagen", die allein jedoch keinen Hering vom Brot ziehen, sondern immmer einen zweiten Triebwagen benötigen bei maximal 3 Zwischenwagen - bei mehr geht die Beschleunigung abartig in die Knie, vor allem bei dem hierzulande zugrunde zu legenden Nasswetter.
An einem direkten Vergleich mit dem Desiro HC wäre ich auch interessiert. Der DB-Twindexx-DE ist sicher nicht für "überlagernden S-Bahn-ähnlichen Verkehr" gedacht (gewesen), aber hat man den dennoch schonmal dafür getestet in Tw+Mw+Mw+Tw-Konfiguration? Beschleunigung bei Regen und Laubfall, Steigvermögen, Beschleunigungsreserven nach La ...?

Der Unglaeubige Thomas

Re: KISS (445) vs. Desiro HC (462)

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 13.01.19 22:30

Der Ungläubige Thomas schrieb:
Bitte um Verzeihung für die Einmischung, aber bei der Beharrlichkeit, mit der Stadler beim KISS maximal nur 1 Antriebsdrehgestell (TDG) bzw. 2 angetriebene Radsätze für 2 DoSto-s vorsieht, kann man verstehen, dass sich auf das Konzept kein Nahverkehrsanbieter mehr einlassen möchte, der auch bei schlechten Wetterbedingungen ausreichend Grip für eine fahrplankonforme Beschleunigung behalten möchte. Die Leistung ist solange zweitrangig, wie man sie nicht "auf die Schiene" bekommt, weil die Adhäsion fehlt. Und die fehlt eben bei Stadler.
An den wenigen angetrieben Drehgestellen in Deutschland ist aber nicht unbedingt Stadler Schuld, denn schliesslich baut Stadler auch bessere motorisierte KISS mit 2 Antriebsdrehgestellen in einem Wagen.

Bei anderen KISS war umgekehrt schon die Kritik, dass sie übermotorisiert wären, weil vier Wagen mit 6000 kW (beide Endwagen je beide Drehgestelle angetrieben).

In Deutschland hat Stadler bisher aber wirklich nur "abgespeckte" Versionen des KISS gebaut, leistungsfähigere würden entsprechend Mehraufwand (Zulassung, ggf. Umkonstruktion).

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 22:31.

Re: KISS (445) vs. Desiro HC (462)

geschrieben von: Strizie

Datum: 14.01.19 00:10

Schau Dir bei Stadler mal die Datenblätter der einzelnen KISS-Versionen genau an.

Der BLS KISS dürfte der stärkste sein was die Anfahrbeschleunigung mit 1,3 m/s² angeht.

Du kennst die Fahrzeuge aber gut...

geschrieben von: 1.Bauserie

Datum: 14.01.19 06:39

Hallole!

Der Ungläubige Thomas schrieb:
> Bitte um Verzeihung für die Einmischung, aber bei der Beharrlichkeit, mit der Stadler beim KISS maximal nur 1 Antriebsdrehgestell (TDG) bzw. 2 angetriebene Radsätze für 2 DoSto-s vorsieht...

Wenn du mal einen Blick über den Tellerrand wagen würdest, würdest du sehen, dass in der Schweiz besser motorisierte KISS fahren. Aber die kosten eben mehr und so lange man mit dem Sparantrieb der deutschen KISS die Fahrzeiten halten kann, wird kein EVU mehr Geld in die Hand nehmen, irgendwoher muss ja der Kostenvorteil bei einer Ausschreibung kommen.

> Man darf noch gern die 445/446 der Twindexx-DE-Triebwagen heranziehen, geplant als "angetriebene Steuerwagen", die allein jedoch keinen Hering vom Brot ziehen, sondern immmer einen zweiten Triebwagen benötigen bei maximal 3 Zwischenwagen - bei mehr geht die Beschleunigung abartig in die Knie, vor allem bei dem hierzulande zugrunde zu legenden Nasswetter.

Du solltest mal die Leistungsdaten anschauen, bevor du hier schreibst. Der aStw hat 2300 kW, bisher wird in allen Konfigurationen mit zwei aStw gefahren, also 4600 kW, unabhängig ob mit einem oder vier Mittelwagen (woher kommen deine maximal 3?), somit ist der Drei- und Vierteiler sogar besser motorisiert also der Desiro HC, der nur 4000 kW hat...

> Der DB-Twindexx-DE ist sicher nicht für "überlagernden S-Bahn-ähnlichen Verkehr" gedacht (gewesen), aber hat man den dennoch schonmal dafür getestet in Tw+Mw+Mw+Tw-Konfiguration? Beschleunigung bei Regen und Laubfall, Steigvermögen, Beschleunigungsreserven nach La ...?

Was heißt getestet? Diese Konfiguration fährt jeden Tag durchs Land. Allerdings wäre hier der direkt Vergleich mit dem Desiro HC wirklich mal interessant, der TWINDEXX ist ja der leistungsstärkere...

Gruß
1.Bauserie


Fahr lieber mit der BUNDESBAHN
1.Bauserie schrieb:
Allerdings wäre hier der direkt Vergleich mit dem Desiro HC wirklich mal interessant, der TWINDEXX ist ja der leistungsstärkere...
Liebe 1. Bauserie,

der Desiro HC hat eine Leermasse von 200 t bei einer Kurzzeitleistung von 4.000 kW.
der vierteilige Twindexx hat eine Leermasse von 232 t bei einer Kurzzeitleistung von 4.600 kW.

Leistungskennziffer
Desiro HC: 20 kW/t
Twindexx: 19,8 kW/t

Darüber hinaus macht es sich auf der Stromrechnung durchaus bemerkbar, dass der Twindexx 32 t mehr durch die Gegend fährt. Es hat seine Gründe, wieso der motorisierte Twindexx Vario seit 2014 nicht mehr bestellt wurde.
Und noch ergänzt um einen vierteiligen CH-KISS (BLS) mit 216 t und 6000 kW Kurzzeitleistung

Schwäbische Seele schrieb:
der Desiro HC hat eine Leermasse von 200 t bei einer Kurzzeitleistung von 4.000 kW.
der vierteilige Twindexx hat eine Leermasse von 232 t bei einer Kurzzeitleistung von 4.600 kW.

Leistungskennziffer
Desiro HC: 20 kW/t
Twindexx: 19,8 kW/t
KISS: 27,8 kW/t

Dass die ODEG da eher abgespeckt gekauft hat, ist verständlich, nur gleich die Hälfte des Antriebs wegzulassen ist dann aber doch eher zuviel weggespart.

Gruss

Florian
Um ehrlich zu sein, sind mir die Macken noch gar nicht aufgefallen. Nur das W-Lan funktionierte teilweise nicht.
Was man aber sagen muss: das Personal ist immer präsent und arschfreudlich. Letztens erkundigte sich eine Frau vor mir nach dem nicht funktionierenden W-Lan. Antwort: Ja das wird in 2 Monaten etwa überall richtig funktionieren. Aber vielen Dank für ihre Nachfrage. (Ausrede oder nicht - keine Ahnung)

Toiletten - keine Ahnung. Hatte letztens nur das rote "WC" in einem Monitor gesehen. Wußte nur nicht, ob das jetzt besetzt oder ausgefallen heißt.
Ausgefallene oder zitternde Monitore hatte ich bisher auch nicht.

Nur das mit der Klimatisierung merkte ich letztens. Wobei es eher die Heizung war. In einem anderen Abteil war es wirklich arschkalt.

Auch barrierefrei sind sie aufgrund der Bahnsteige nicht wirklich. In Duisburg steht das ausfahrbare Brett teilweise 5cm oder mehr über dem Bahnsteig.

Weststadt schrieb:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt. Wenn erst RE6 und RE1 umgestellt sind, sind wir hier schon einen riesigen Schritt weiter. Ich hatte bislang auch immer auf Infrastruktur und Takt getippt, aber die Fahrzeuge machen hier einen dermaßen großen Schritt in die richtige Richtung.
Ich finde sie insgesamt auch echt top. Wobei ich noch nicht meine optimale Sitzposition gefunden hab. :D Und ich find die Sitze immer noch recht steil.
Aber immer wieder lustig, Leute dabei zu beobachten, die das erste Mal mit dem RRX fahren und erst mal alles erforschen.


DeMorpheus schrieb:
Zitat:
Moin!

Weststadt schrieb:
Zitat:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt.
Wo du den Fahrgastwechsel ansprichst: hier im Forum wurde vielfach (und für mich nicht nachvollziehbar) geunkt, dass die Treppen und überhaupt die Durchgänge viel zu schmal für einen flüssigen Fahrgastwechsel seien. Wie läuft das denn jetzt in der Realität bei einem vollen Zug?

Grüße,
Moritz
Ich finde die Anordnung optimal. Das Problem bei den Dostos ist ja oft, dass nebeneinander eingestiegen wird und im Drängelraum wird sich dann getrennt in hoch oder runter. Oft aber gehen die Einsteigenden dabei durcheinander oder manche können sich nicht entscheiden. Das entfällt beim Desiro. Hier steht erst mal nur links oder rechts zur Wahl. Danach trennt es sich dann noch mal in hoch oder nicht hoch. Beim Aussteigen das gleiche - wie Reißverschluß. Geht meiner Meinung nach deutlich besser besser, als in den Dostos. Zumal die Türen auch optimaler auf der Zuglänge verteilt sind.
Ich fahre auch ungern Dosto, wegen den langen Wegen zur Tür und dem schlechten Raumgefühl. Das ist beim Desiro auch anders/besser.
Schwäbische Seele
Darüber hinaus macht es sich auf der Stromrechnung durchaus bemerkbar, dass der Twindexx 32 t mehr durch die Gegend fährt.
Als Vierteiler bietet er auch 425 Sitzplätze und ein zusätzliches WC.

Zitat:
Es hat seine Gründe, wieso der motorisierte Twindexx Vario seit 2014 nicht mehr bestellt wurde.
Bombardier hatte sich wie o.g. nicht auf den RRX beworben.