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Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Bubikopf86

Datum: 12.01.19 11:07

Käfermicha schrieb:
Ich fahre mittlerweile fast täglich mit den Zügen und kann die negative Presse kaum verstehen. Die Züge sind Lichtjahre besser als der 425er Dreck der da vorher rumgegurkt ist, sie fahren meist pünktlich, und bisher hatte ich eigentlich immer funktionierende WCs, das hab ich beim RE1 nur noch ganz selten.

Daher könnte man den Text auch wie folgt zusammenfassen:
"Denn an und für sich scheinen die meisten Passagiere vom RRX bislang begeistert zu sein – so denn alles funktioniert."

Also vielleicht sollten manche von euch erst mal mitfahren. Bis auf das grottenschlechte Fahrgastinformationssystem (da ist die Kritik völlig berechtigt) ist das nämlich ein richtig gelungener Zug, und anders als im DB Interregio Bimz mit dem ich heute fahren durfte funktionierte bisher bei mir auch immer die Heizung.
Auch ich fahre morgens mit diesen Zügen. Die Laufruhe ist wunderbar, die Züge freundlich hell, bisher war in den genutzten Zügen alles sauber und intakt.
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 11:11

Was mich viel mehr stört, sind die Ambitionen einiger Aufgabenträger, die den eigentlich als "Ersatzkonzept" für den Metrorapid Dortmund - Düsseldorf konzipierten, hochwertigen NAHVERKEHRSZUG am liebsten bis Dresden, Mainz/Frankfurt, Bremen/Hamburg oder weit in die Niederlande verlängern würden (und Koblenz - Minden ist bspw. schon weit mehr, als der ursprünglich mal angedachte Laufweg, auch mehr als Dortmund - Köln oder Hamm - Köln) und damit irgendwie Ansprüche wecken in der Öffentlichkeit, als hätte man hier einen ICE_PLUS entwickelt.

Nein: es ist einfach ein sehr guter Nahverkehrszug. Die Sitzgemütlichkeit ist NICHT für 4-Stunden-Reisen ausgelegt und es gibt auch keine Gepäckabteile für 200 Fernreisende pro Zug. Das muss einem einfach auch immer mal wieder klar sein, wenn man über den RRX redet. Dieser Zug soll die Probleme im Nahverkehr zwischen Dortmund und Köln lösen, ohne auf die Außenäste nach Minden, Münster/Osnabrück, Koblenz oder Aachen verzichten zu müssen (wie dies beim Metrorapid zunächst der Fall gewesen wäre - ich bin ja weiter überzeugt, dass man auf dem Projekt anschließend ein neues Fernverkehrsnetz hätte aufbauen können, aber gut...).

Und ich glaube, diese wesentlichen Ziele wird der Zug erreichen.
Ich finde auch phänomenal, wie im Zeitalter von Handy-Flatrates über Verfügbarkeitsprozente beim mobilen WLAN diskutiert werden kann.

Wenn ich in Oberhausen mal wieder auf den verspäteten RE5 warte, ist das ALLERLETZTE Problem an das ich denke, wann ich endlich wieder kostenloses WLAN nutzen kann!

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Ruhrpottfahrer

Datum: 12.01.19 11:16

Bubikopf86 schrieb:
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.

RE3 und saubere Züge? Dann muss das ein anderes Bundesland sein. Denn Sauberkeit ist in den Eurobahnzügen auf RE3 und RE13 eher ein Fremdwort.
Und zwar innen wie aussen.

Aber mit neuen Zügen ist in der Regel es leicht altes Material zu übertrumpfen.
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?


Gruss

Eric

Da wo die Logik aufhört, fängt die Bahn an!
https://www.bahn-im-alltag.de/touren/br103_003.gif
JoergAtDSO schrieb:
Hallo,

class88 schrieb:
mehr Platz ,ausgereift, und schon betriebserprobt..auch in Deutschland (ODEG ?)...
der Auftrag beinhaltet ja nicht nur die Fahrzeugherstellung, sondern auch die Instandhaltung. Siemens, Bombardier und Hitachi haben damit jahrelange Erfahrung, insbesondere aus dem englischen Markt, wo es Standard ist, dass der Hersteller die Wartung übernimmt.

Aber Stadler ist eine Firma ohne Erfahrung in diesem Geschäft, ich glaube wir hätten viele Probleme erlebt, wenn Stadler seine ersten Erfahrungen in der Fahrzeugwartung gleich beim Großprojekt RRX hätte sammeln müssen.

Gruß Jörg
Oh, dann wird ja nächstes Jahr bei der S-Bahn-Rhein-Ruhr bestimmt die Welt untergehen ^^
Ich glaube schon, dass Stadler das auch hinbekommen wird. Die EVU´s (bei der S-Bahn dann das RRX-EVU Abellio) haben ja auch Erfahrung mit Werkstatt-Planung (Fristplanung, Ad-hoc-Instandhaltung), sodass das in Zusammenarbeit und gegenseitiger Abhängigkeit voneinander schon funktionieren sollte. Ich denke da eher an formale Streitigkeiten um Zuständigkeiten usw. die zu Problemen führen könnten. Um die Technik selbst mache ich mir bei allen Herstellern wenig sorgen - die gehen erst dann los, wenn irgendjemand aus der Kette nachlässig wird und anfängt zu sparen. Und da wird die Technik aufgrund drohender Strafen das letzte sein, wo sich das Sparen lohnt, hoffe ich.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 11:21

Ruhrpottfahrer schrieb:
Bubikopf86 schrieb:
Ich nutze den Zug allemal lieber als die dreckigen schlecht gereinigten und oft übel riechenden Dosto-Züge. Denn das Züge der Deutschen Bahn dreckiger und ungepflegter sind als die der Mitbewerber, ist Realität. Man schaue auf die Züge der Eurobahn des RE3 - schon 5 Jahre im Einsatz - und immer noch sauber. Dies ist bei Abellio auch so zu erwarten. Man möchte der bessere Anbieter sein, und dies zeigt man auch.
RE3 und saubere Züge? Dann muss das ein anderes Bundesland sein. Denn Sauberkeit ist in den Eurobahnzügen auf RE3 und RE13 eher ein Fremdwort.
Und zwar innen wie aussen.

Aber mit neuen Zügen ist in der Regel es leicht altes Material zu übertrumpfen.
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?


Gruss

Eric
Also mir sagt das nur, dass Siemens für die Wartung zuständig ist (das dürfte ja auch bekannt sein, oder?).
Die RE3/RE13-Züge sind vor allem von innen in hellgelb gefärbt, was einen ähnlich schlechten subjektiven Eindruck vermittelt, wie das damalige Orange/Braun/Beige in den S-Bahn-X-Wagen.
Trotzdem fahr ich 3x lieber mit einem RE3, als bspw. mit 425ern der DB, die aber zum Glück an Rhein/Ruhr bald bis auf 2 S-Bahn-Linien Geschichte sind. Auf der RB33 wird ja in 2 Jahren auch neues Material eingesetzt (Coradia-Continental-5-Teiler).

Man kann auch über die Eurobahn schimpfen wie man will, wenn die Fahrzeug- oder Personalprobleme (oder beides) haben. Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird. Mir ist dann auch das mäßige innere Erscheinungsbild völlig egal, wenn ich dafür meinen Anschluss Ri. Dinslaken bekomme - im Gegensatz zur S2, wo man bei leichten Verspätungen RI. Duisburg fröhlich weiter mit 80-100 km/h bummelt und Anschlüsse verpasst (wenn nicht der RE5 Ri. Wesel die höhere Verspätung hat), obwohl auch die 422er bei Halte-Abständen von 3-6km ruhig mal 140 km/h fahren könnten.

Aber gut, dass da nächstes Jahr dann auch Abellio fährt (die zwischen Wesel und Oberhausen mit 24 Min. Fahrzeit besser klarkommen, als die DB vorher mit 28 Min. und 425ern ;-) ).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 11:26.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Schranke 17

Datum: 12.01.19 11:25

Ruhrpottfahrer schrieb:

Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf.


Aber die neuen Triebwagen fahren doch, oder? Das ist doch wohl das Allerwichtigste!
Das, was du aufzählst ist sicher ärgerlich für die Kunden, aber letztendlich nur zweitrangig.

Oder steigst Du in einen Zug, nur um die Ansagen und Displays zu genießen und das WC zu benutzen?

Unverstänliche Grüße

Es grüßt Euch
Karl

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 12.01.19 13:03

Zitat
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.
DAS sagt doch alles oder?
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
Zitat
Aber Stadler ist eine Firma ohne Erfahrung in diesem Geschäft, ich glaube wir hätten viele Probleme erlebt, wenn Stadler seine ersten Erfahrungen in der Fahrzeugwartung gleich beim Großprojekt RRX hätte sammeln müssen.
Stadler hat schon Erfahrung mit Herstellerwartung nur nicht in Deutschland. In den Niederlanden wird die gesamte Bahnflotte von Arriva durch Stadler gewartet. Auch in Osteuropa gibt es Beispiele.

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 13:19

Signalschruber schrieb:
Zitat
Dennoch fallen die HC derzeit durch Ansagenausfall, Toilettendefekte und Displayausfälle auf. Kommentar eines Tf auf Nachfrage: Fragen Sie Siemens, wir fahren die Kisten nur und melden Störungen. Machen können wir nix.

DAS sagt doch alles oder?
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
Vor allem: als ob die DB-Lokführer alle wüssten, warum ihre Züge spinnen oder irgendwelche Defekte nicht repariert werden :-D

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: JoergAtDSO

Datum: 12.01.19 13:36

Hallo Signalschruber,

Signalschruber schrieb:
Was ist jetzt der Unterschied zu DB Regio? Da werden auch wochenlang Störungen notiert und nicht behoben.
der Unterschied ist, dass es sich hier um Kinderkrankheiten handelt, welche durch vmtl. durch konstruktive Änderungen des Herstellers behoben werden müssen. Im Gegensatz zu einem Defekt, kann man hier nicht erwarten, dass dies über Nacht behoben wird, denn eine überarbeitete Komponente muss ja auch erprobt werden, bevor sie zum Einsatz kommt.

Gruß Jörg

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: VT605

Datum: 12.01.19 15:49

Plutone schrieb:
Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird.

Das ist auch kein Kunststück weil die 90er La hinter Bergeborbeck nach vielen Jahren endlich Geschichte ist. Da sich die Fahrzeiten kaum geändert haben hat man dort jetzt etwas Puffer, ist bei vielen IC auch so.
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt. Wenn erst RE6 und RE1 umgestellt sind, sind wir hier schon einen riesigen Schritt weiter. Ich hatte bislang auch immer auf Infrastruktur und Takt getippt, aber die Fahrzeuge machen hier einen dermaßen großen Schritt in die richtige Richtung.
Moin!

Weststadt schrieb:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt.
Wo du den Fahrgastwechsel ansprichst: hier im Forum wurde vielfach (und für mich nicht nachvollziehbar) geunkt, dass die Treppen und überhaupt die Durchgänge viel zu schmal für einen flüssigen Fahrgastwechsel seien. Wie läuft das denn jetzt in der Realität bei einem vollen Zug?

Grüße,
Moritz

Re: Wundert mich wenig -der KISS wäre besser gewesen

geschrieben von: grenn

Datum: 12.01.19 20:50

Signalschruber schrieb:
Das hat den KISS der Westfalenbahn auch nicht geholfen. Die hatten nach dem Betriebsstart auch mit nicht funktionierenden Klimaanlagen zu kämpfen.
Das war ja ziemlich schnell behoben im Gegensatz zu den Fahrgastinformationsbildschirmen die bis heute oft genug nicht die Ankunftszeiten der nächsten Stationen anzeigen sondern nur "Schön das sie mit uns fahren"

Gruß,
Marco

Re: Die ersten RRX-Züge zicken schon rum (m.L.)

geschrieben von: Plutone

Datum: 12.01.19 21:25

VT605 schrieb:
Plutone schrieb:
Wenn der RE3 aber mit +5 in Dortmund losfährt, komme ich i.d.R. in Oberhausen pünktlich an, weil zwischen GE und OB dann einfach mal 160 gefahren wird.
Das ist auch kein Kunststück weil die 90er La hinter Bergeborbeck nach vielen Jahren endlich Geschichte ist. Da sich die Fahrzeiten kaum geändert haben hat man dort jetzt etwas Puffer, ist bei vielen IC auch so.
Na für die DB leider schon, da die es auf der S2 regelmäßig schafft, auf dem Abschnitt noch Verspätung aufzubauen...
DeMorpheus schrieb:
Moin!

Weststadt schrieb:
Ich pendele seit 14 Jahren auf dieser Strecke und was die Desiros hier auf dem RE11 leisten, würde ich als revolutionär bezeichnen. So einen Fahrgastwechsel hat hier noch niemand erlebt.
Wo du den Fahrgastwechsel ansprichst: hier im Forum wurde vielfach (und für mich nicht nachvollziehbar) geunkt, dass die Treppen und überhaupt die Durchgänge viel zu schmal für einen flüssigen Fahrgastwechsel seien. Wie läuft das denn jetzt in der Realität bei einem vollen Zug?

Grüße,
Moritz
Also zunächst mal wurden die Sitzplätze auf dem RE11 (der unwichtigsten der 3 durchgehenden Linien Dortmund - Düsseldorf) verdoppelt, sodass die absolute Feuertaufe erst mit Aufnahme des RE5 kommen wird.
Dennoch habe ich Fahrgastwechsel von mehr als 200 Ein- und Aussteigern in 40-50 Sekunden erlebt und das ist schon sehr sehr ordentlich.

Was die Treppen angeht: welche Treppen sind hier gemeint?
Der Eingangsbereich ist in allen Wagen stufenlos, in den Dostos geht man durch extrabreite Türen (Tore?) eine kleine Rampe herunter in den Niederflurbereich, wo sich die Fahrgäste direkt verteilen können (zur Wagenmitte in den Niederflurbereich, nach außen über das Zwischendeck ins Obergeschoss..
Anders als bei den DB-Dostos landet man eben nicht im engen (und oft von Koffern zugeparkten) "Zwischendeck" und wenn es an den durchaus schmaleren Treppen/Aufgängen der Desiro-Dostos mal zu einem Rückstau kommt, wird eben nicht der ganze Eingangsbereich blockiert, sondern das außen liegende Zwischendeck, welches wiederum wenige Stufen und einige Meter von den Türen entfernt ist.

Ich denke, dass die auf schnelle Fahrgastwechsel optimierten Züge im Zusammenspiel mit der enormen Beschleunigung durchaus nicht nur besser, sondern vielleicht sogar deutlich besser aussehen auf den NRW-Problem-Linien RE1, RE5 und RE6.
Anders als auf dem auch besser gewordenen RE7 belässt man es hier eben nicht schlicht bei sprintstärkeren Fahrzeugen.
Ich denke auch das die 76er Fußbodenhöhe zum 76er Bahnsteig das Schnellwechselgeheimnis ist. außerdem sind es nur 4 Dostos und 4 Solowaggons (Köpfe mit Fahrradabteil).
Angenehm ist auch dass die Schiebetritte relativ schnell aufgehen. Hinzu kommt dass die Wagenübergänge optisch kaum auffallen- anders als bei den bisherigen Dostos lädt die Tür dazu ein in beide Richtungen zu gehen und sich zu verteilen.

Also zusammengefasst: Ein Zug der von Anfang an überzeugt mit kleineren Kinderkrankheiten. Ein definitiv sehr ordentlicher Start.

Es ist auch sinnvoll mit dem RE11 zu beginnen. Der war bisher meine unbeliebteste Alternative. Immer voll und meist nur solo 425er. Tat nicht not.

Jetzt ist es schon fast meine bevorzugte Variante. Im Moment noch mit Sitzplatzgarantie.

Re: Wundert mich wenig

geschrieben von: Baleine rouge

Datum: 13.01.19 15:23

Plutone
Den Kompromiss finde ich persönlich sehr schön und innovativ (wenngleich der Grund eher die leichtere Wartung der Dachkomponenten sein dürfte).
Siemens verhilft dem Konzept zur Renaissance. Alstom und Bombardier liefern für Frankreich ein ähnliches Konzept. Alstom und Skoda hatten beim RRX als Konsortium geboten (vllt. mit einem ähnlichen Konzept), Bombardier kein Interesse.
Innovativ ist die Kombination aus Dosto und einstöckigen Tw nicht.

Zitat:
Und 76cm-Einstiege standen als Anforderung meine ich schon fest, als man noch vom "Metro-Express" gesprochen hat, von daher...
Stadler konnte die Anforderungen in jedem Fall erfüllen. Der Kiss war Grundlage für die RRX-Studie.
Dostos mit 76er Einstieg kann auch Bombardier liefern. Siemens musste für die Mw des Desiro eine Lösung finden.

Henra
Sicherlich aus der feste im Mainstream verankerten allgemeinen tiefen Fuzzy- Liebe für Stadler.
Du bist kein Stadler- Jünger? Dann bist Du kein Eisenbahnfreund...
Siemens ist Marktführer unter Fuzzys. Schon der Vectron führt zu regelmäßigen (ver)blendungen im Forum.

Re: KISS (445) vs. Desiro HC (462)

geschrieben von: Der Ungläubige Thomas

Datum: 13.01.19 21:50

Bitte um Verzeihung für die Einmischung, aber bei der Beharrlichkeit, mit der Stadler beim KISS maximal nur 1 Antriebsdrehgestell (TDG) bzw. 2 angetriebene Radsätze für 2 DoSto-s vorsieht, kann man verstehen, dass sich auf das Konzept kein Nahverkehrsanbieter mehr einlassen möchte, der auch bei schlechten Wetterbedingungen ausreichend Grip für eine fahrplankonforme Beschleunigung behalten möchte. Die Leistung ist solange zweitrangig, wie man sie nicht "auf die Schiene" bekommt, weil die Adhäsion fehlt. Und die fehlt eben bei Stadler.

Der ODEG-KISS weist als Vierteiler gerade mal 2 Antriebsdrehgestelle mit 4 Fahrmotoren auf. Der Westfalenbahn-KISS hat 6 Wagen pro Einheit, und damit - bingo, 3 Antriebsdrehgestelle. Aus meiner An- und Einsicht in die 6-Teiler stört die Ausrüstung für das mittlere TDG so wenig, dass man sich fragt, warum der direkt benachbarte Wagen nicht das 4.TDG der Garnitur bekommen hat. Bei schlechtem Wetter schleudert die Kiste - egal ob ODEG oder Westfalenbahn - bei Anfahrt und Beschleunigung, und gerät nullkommanix ins Gleiten, wenn ein Bahnsteig mal scharf angefahren werden soll. Das ist ein Schönwetter- oder Langstreckenzug, denn die Software sorgt alsbald für eine Rücknahme der Anfahrmomente; das Zügle kommt nicht in die Puschen. Vielleicht mit Mengenrabatt beim Sandverbrauch. Und "mildernden Umständen" für den relativ geringen Anteil zurückgespeisten Bremsstromes, weil alle LDG rein mittels Gleitreibung bremsen. Stimmt: Könnte Stadler besser: Mit 4 oder 6 TDG. Doch das kostet ...

Der RRX soll einen überlagernden, aber immer noch S-Bahn-ähnlichen Verkehr sicherstellen. Dazu braucht man Adhäsion, und nochmal Adhäsion; relativ kleine Fahrmotoren an möglichst vielen Radsätzen. Die Lösung: Alle 4 Wagen wiegen leer 62t (Dosto-Mw) oder 68t (End-Tw); die Mw besitzen systemrelevant die Magnetschienenbremsen, die Tw haben die sonstige Traktionsausrüstung wie der 460 auf dem Dach, so dass sich mit Verkleidung trotz der "Anderthalbstöcker" eine recht geschlossenes Bild ergibt, ansonsten: was wäre ein ET ohne ordentlichen "Dachgarten"?! Das Ganze ist im Prinzip eine Kombination bewährter no-frills-Fahrzeuge mit 4 TDG für 4 Wagen, also 50% Adhäsionsanteil (dass die Formulierung physikalisch nicht wasserdicht ist, ist mir schon klar; bessere und kürzere Vorschläge erbeten).
Die Probleme mit dem "Meridean"-Prototypen von DWA / Bombriderz sind noch in Erinnerung - zuviel in den DoSto- Endwagen gepropft, Fahrgäste wären zu kurz gekommen. Das gesamte Dilemma hat man mit dem Desiro HC einfach umgangen.
Mich wundern nur die wenigen Sandstreuer am Desiro HC: Gerade mal vor der ersten und nach der 16. Achse befindet sich erkennbar ein Sandstreuer. Gut, das verleitet nicht dazu, Sand für jede Normalbremsung zu streuen wie manche EVU, erscheint mir aber doch etwas wenig.
Man darf noch gern die 445/446 der Twindexx-DE-Triebwagen heranziehen, geplant als "angetriebene Steuerwagen", die allein jedoch keinen Hering vom Brot ziehen, sondern immmer einen zweiten Triebwagen benötigen bei maximal 3 Zwischenwagen - bei mehr geht die Beschleunigung abartig in die Knie, vor allem bei dem hierzulande zugrunde zu legenden Nasswetter.
An einem direkten Vergleich mit dem Desiro HC wäre ich auch interessiert. Der DB-Twindexx-DE ist sicher nicht für "überlagernden S-Bahn-ähnlichen Verkehr" gedacht (gewesen), aber hat man den dennoch schonmal dafür getestet in Tw+Mw+Mw+Tw-Konfiguration? Beschleunigung bei Regen und Laubfall, Steigvermögen, Beschleunigungsreserven nach La ...?

Der Unglaeubige Thomas

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