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[M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Der_Streckenläufer

Datum: 11.01.19 07:46

Die SZ berichtet heute: Auch die S-Bahn in München wurde kaputt gespart.

"Die Lage bei der Münchner S-Bahn ist fürchterlich - und das ist noch der gute Teil der Nachricht. Der schlechte: Das wird noch lange so bleiben. Denn es gibt viele Gründe für die miserablen Werte der S-Bahn in der Pünktlichkeitsstatistik, die diesen Namen wirklich nicht verdient. Und für viele kann die Bahn nichts, nicht für Verrückte, die auf Gleisen herumspazieren, weshalb diese gesperrt werden müssen, nicht für Herzinfarkt-Fälle in einem Zug, der am Marienplatz steht, weshalb die Stammstrecke für eine halbe Stunde blockiert wird. Aber ein Gutteil der Probleme resultiert aus der Infrastruktur des Schienennetzes im Großraum. Und dafür kann die Bahn etwas, und nicht zuletzt die Politik." [www.sueddeutsche.de]

---

Jetzt mal ne blöde Frage: War die S-Bahn München nicht als ein Qualitätsprodukt in Sachen Nahverkehr? Ich kann mich erinnern, dass die S-Bahn mal ein sehr zuverlässiges und pünktliches Verkehrsmittel in München war. Dies dürfte aber schon gute 10 Jahre und länger zurückliegen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 11.01.19 08:04

Die gleichen die sich jetzt aufregen lehnen auch die 2. Stammstrecke ab. Der Tunnel ist halt mega überlastet.

Andererseits wundert man sich schon dass es so etwas wie zum Beispiel den Schrankenposten Fasanerie noch gibt.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: cinéma

Datum: 11.01.19 08:34

Der_Streckenläufer schrieb:
Die SZ berichtet heute: Auch die S-Bahn in München wurde kaputt gespart.

"Die Lage bei der Münchner S-Bahn ist fürchterlich - und das ist noch der gute Teil der Nachricht. Der schlechte: Das wird noch lange so bleiben. Denn es gibt viele Gründe für die miserablen Werte der S-Bahn in der Pünktlichkeitsstatistik, die diesen Namen wirklich nicht verdient. Und für viele kann die Bahn nichts, nicht für Verrückte, die auf Gleisen herumspazieren, weshalb diese gesperrt werden müssen, nicht für Herzinfarkt-Fälle in einem Zug, der am Marienplatz steht, weshalb die Stammstrecke für eine halbe Stunde blockiert wird. Aber ein Gutteil der Probleme resultiert aus der Infrastruktur des Schienennetzes im Großraum. Und dafür kann die Bahn etwas, und nicht zuletzt die Politik." [www.sueddeutsche.de]

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Jetzt mal ne blöde Frage: War die S-Bahn München nicht als ein Qualitätsprodukt in Sachen Nahverkehr? Ich kann mich erinnern, dass die S-Bahn mal ein sehr zuverlässiges und pünktliches Verkehrsmittel in München war. Dies dürfte aber schon gute 10 Jahre und länger zurückliegen.
Die U-Bahn in Berlin war auch mal ein zuverlässiges Verkehrsmittel, lang, lang ist es her…

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: setra68

Datum: 11.01.19 09:59

Hallo,

das Land wird kaputt gespart.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 11.01.19 10:07

Man kann Geld halt nur einmal ausgeben. Dafür haben wir heute mehrere große Fernseher auch in der kleinsten Wohnung, spätestens alle 2 Jahre ein neues Smartphone im Realwert von > 500 EUR, die dicksten Autos vor der Tür (und natürlich für jedes volljährige Familienmitglied ein eigenes) und immer mehr Geld auf dem Konto: [www.welt.de]

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Jochen-1958

Datum: 11.01.19 10:42

Hallo Radiowaves...

Was hat das jetzt mit der S-Bahn München zu tun? Und schön, wenn Du immer mehr Geld auf dem Konto hast... Das gilt aber nicht für den größten Teil der Bevölkerung...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 10:44.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Orient-Express

Datum: 11.01.19 10:50

Radiowaves schrieb:
Man kann Geld halt nur einmal ausgeben. Dafür haben wir heute mehrere große Fernseher auch in der kleinsten Wohnung, spätestens alle 2 Jahre ein neues Smartphone im Realwert von > 500 EUR, die dicksten Autos vor der Tür (und natürlich für jedes volljährige Familienmitglied ein eigenes) und immer mehr Geld auf dem Konto
Auch wenn sich mittlerweile viele Mittelschichtler einen HD-Fernseher, ein iPhone und einen SUV leisten können (was an sich erst einmal etwas über den insgesamt gestiegenen Lebensstandard aussagt), ist das Problem, dass bei einer Handvoll Superreichen trotz Luxusvilla und Lamborghini derart viel Geld "nutzlos irgendwo herum liegt", das anderswo eigentlich dringend gebraucht wird.
Insbesondere im Internet führt der Netzwerkeffekt zu einem "the winner takes it all" Markt: Google, Facebook, Amazon oder Booking.com sind in ihrem jeweiligen Marktsegment mittlerweile fast konkurrenzlos. Musikinstrumente werden in Europa mittlerweile überwiegend über [www.musicstore.de] und [www.thomann.de] vertrieben, neben denen nur wenige hochspezialisierte Anbieter wie [www.kalango.de] existieren können.
Ebenfalls extrem anfällig für eine derartige Wirtschaftsstruktur ist der Kunst- und Kultursektor. Das Geld landet fast ausschließlich bei großen Stars wie Udo Lindenberg, Helene Fischer oder den Toten Hosen, und ist dann nicht mehr da, um einer talentierten Newcomer-Band einen Proberaum oder Plattenvertrag zu finanzieren. Also ist das Geld für einen neuen S-Bahn-Tunnel dann oft auch nicht da.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 10:51.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Chris_EDO

Datum: 11.01.19 11:39

Was nützt mir aber der 2. Stammstreckentunnel, wenn ich an einem Wintertag auf den Außenästen an jedem Kreuzungsbahnhof auf den eingleisigen Strecken stehe und den verspäteten Gegenzug abwarten muss und am Ende 30 Min. Verspätung habe. Diese Probleme werden mit dem schwachsinnigen 2. Tunnel nicht behoben und führen somit nicht wirklich zu einer pünktlicheren S-Bahn in München. Die Milliaraden für den 2. Tunnel hätte man besser in den Ausbau der Außenäste gesteckt. Dann wären die Kreuzungsbahnhöfe weg und man muss nicht mehr auf die Gegenzüge warten. Das würde für mehr Pünktlichkeit und Betriebsstabilität sorgen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Djensi

Datum: 11.01.19 12:11

Chris_EDO schrieb:
Was nützt mir aber der 2. Stammstreckentunnel, wenn ich an einem Wintertag auf den Außenästen an jedem Kreuzungsbahnhof auf den eingleisigen Strecken stehe und den verspäteten Gegenzug abwarten muss und am Ende 30 Min. Verspätung habe. Diese Probleme werden mit dem schwachsinnigen 2. Tunnel nicht behoben und führen somit nicht wirklich zu einer pünktlicheren S-Bahn in München. Die Milliaraden für den 2. Tunnel hätte man besser in den Ausbau der Außenäste gesteckt. Dann wären die Kreuzungsbahnhöfe weg und man muss nicht mehr auf die Gegenzüge warten. Das würde für mehr Pünktlichkeit und Betriebsstabilität sorgen.
Moin, ich kenne nun die Fahrbeziehungen bei der Münchener S-Bahn nicht, aber das Resultat eines Ausbaus der Außenäste bedeutet dort mehr Verkehr, der ja aber irgendwo her oder irgendwo hin muss. Und wenn das dann letztendlich auch der Tunnel oder die Trasse der Stammstrecke ist (ähnlich wie in HH, wo alles über den völlig überlasteten Hauptbahnhof führt), dann hat man eigentlich nichts gewonnen. Oder?

Probleme lösen! Nicht gegeneinander ausspielen.

geschrieben von: nozomi07

Datum: 11.01.19 13:49

Chris_EDO schrieb:
Was nützt mir aber der 2. Stammstreckentunnel, wenn ich an einem Wintertag auf den Außenästen an jedem Kreuzungsbahnhof auf den eingleisigen Strecken stehe und den verspäteten Gegenzug abwarten muss und am Ende 30 Min. Verspätung habe. Diese Probleme werden mit dem schwachsinnigen 2. Tunnel nicht behoben und führen somit nicht wirklich zu einer pünktlicheren S-Bahn in München. Die Milliaraden für den 2. Tunnel hätte man besser in den Ausbau der Außenäste gesteckt. Dann wären die Kreuzungsbahnhöfe weg und man muss nicht mehr auf die Gegenzüge warten. Das würde für mehr Pünktlichkeit und Betriebsstabilität sorgen.
Warum spielst du die Probleme gegeneinander aus? Nach dem Motto "Herr Ober, das Essen dauert ja ewig" - " Was nützt Ihnen das Essen, wenn ich Ihnen die Getränke viel zu spät bringe?"

Alles drei ist richtig:
- Die S-Bahn braucht Qualität; also kurzfristige Investitionen und Reserven
- Die Außenstrecken gehören ausgebaut (Der Bahnübergang Fasanerie steht ja symbolisch für die Misere)
- Wir brauchen die zweite Stammstrecke, weil die erste völlig überlastet ist

Wer Ausbau der Außenäste fordert, aber die Stammstrecke verteufelt, handelt nach dem Motto: "Ich hacke mir lieber das linke Bein ab, statt das rechte, dann hinkt es sich besser".

Käme der ADAC auf die Idee, zu fordern "Stoppt den Autobahnbau, damit wir Geld zum Ausbau der Landstraßen haben"? So absurd - und selbstzerstörend - argumentieren nur wir Eisenbahnfans...

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 11.01.19 13:50

Djensi schrieb:
Moin, ich kenne nun die Fahrbeziehungen bei der Münchener S-Bahn nicht, aber das Resultat eines Ausbaus der Außenäste bedeutet dort mehr Verkehr, der ja aber irgendwo her oder irgendwo hin muss. Und wenn das dann letztendlich auch der Tunnel oder die Trasse der Stammstrecke ist (ähnlich wie in HH, wo alles über den völlig überlasteten Hauptbahnhof führt), dann hat man eigentlich nichts gewonnen. Oder?
Danke. Da hat ein Nicht-Münchner sehr viel mehr begriffen als viele Münchner.

Re: Probleme lösen! Nicht gegeneinander ausspielen.

geschrieben von: Jochen-1958

Datum: 11.01.19 14:07

nozomi07 schrieb:
Chris_EDO schrieb:
Was nützt mir aber der 2. Stammstreckentunnel, wenn ich an einem Wintertag auf den Außenästen an jedem Kreuzungsbahnhof auf den eingleisigen Strecken stehe und den verspäteten Gegenzug abwarten muss und am Ende 30 Min. Verspätung habe. Diese Probleme werden mit dem schwachsinnigen 2. Tunnel nicht behoben und führen somit nicht wirklich zu einer pünktlicheren S-Bahn in München. Die Milliaraden für den 2. Tunnel hätte man besser in den Ausbau der Außenäste gesteckt. Dann wären die Kreuzungsbahnhöfe weg und man muss nicht mehr auf die Gegenzüge warten. Das würde für mehr Pünktlichkeit und Betriebsstabilität sorgen.
Warum spielst du die Probleme gegeneinander aus? Nach dem Motto "Herr Ober, das Essen dauert ja ewig" - " Was nützt Ihnen das Essen, wenn ich Ihnen die Getränke viel zu spät bringe?"

Alles drei ist richtig:
- Die S-Bahn braucht Qualität; also kurzfristige Investitionen und Reserven
- Die Außenstrecken gehören ausgebaut (Der Bahnübergang Fasanerie steht ja symbolisch für die Misere)
- Wir brauchen die zweite Stammstrecke, weil die erste völlig überlastet ist

Wer Ausbau der Außenäste fordert, aber die Stammstrecke verteufelt, handelt nach dem Motto: "Ich hacke mir lieber das linke Bein ab, statt das rechte, dann hinkt es sich besser".

Käme der ADAC auf die Idee, zu fordern "Stoppt den Autobahnbau, damit wir Geld zum Ausbau der Landstraßen haben"? So absurd - und selbstzerstörend - argumentieren nur wir Eisenbahnfans...
Absolut richtig deine Argumentation... Ein bisschen Schauen über den Tellerrand können manche Eisenbahnfans leider nicht... Störungen der zweigleisigen Stammstrecke übertragen sich fatal auf die eingleisigen Außenstrecken... Also beides mittelfristig ausbauen...
nozomi07 schrieb:
Chris_EDO schrieb:
Was nützt mir aber der 2. Stammstreckentunnel, wenn ich an einem Wintertag auf den Außenästen an jedem Kreuzungsbahnhof auf den eingleisigen Strecken stehe und den verspäteten Gegenzug abwarten muss und am Ende 30 Min. Verspätung habe. Diese Probleme werden mit dem schwachsinnigen 2. Tunnel nicht behoben und führen somit nicht wirklich zu einer pünktlicheren S-Bahn in München. Die Milliaraden für den 2. Tunnel hätte man besser in den Ausbau der Außenäste gesteckt. Dann wären die Kreuzungsbahnhöfe weg und man muss nicht mehr auf die Gegenzüge warten. Das würde für mehr Pünktlichkeit und Betriebsstabilität sorgen.
Warum spielst du die Probleme gegeneinander aus? Nach dem Motto "Herr Ober, das Essen dauert ja ewig" - " Was nützt Ihnen das Essen, wenn ich Ihnen die Getränke viel zu spät bringe?"

Alles drei ist richtig:
- Die S-Bahn braucht Qualität; also kurzfristige Investitionen und Reserven
- Die Außenstrecken gehören ausgebaut (Der Bahnübergang Fasanerie steht ja symbolisch für die Misere)
- Wir brauchen die zweite Stammstrecke, weil die erste völlig überlastet ist

Wer Ausbau der Außenäste fordert, aber die Stammstrecke verteufelt, handelt nach dem Motto: "Ich hacke mir lieber das linke Bein ab, statt das rechte, dann hinkt es sich besser".

Käme der ADAC auf die Idee, zu fordern "Stoppt den Autobahnbau, damit wir Geld zum Ausbau der Landstraßen haben"? So absurd - und selbstzerstörend - argumentieren nur wir Eisenbahnfans...
Selbiges in Stuttgart, die Probleme liegen nicht allein im neune Tunnelbahnhof, sondern vor allem an den limitierten Außenästen. Aber nur die Außenäste ausbauen bringt auch nichts.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 11.01.19 15:00

Hallo,

es gibt aber durchaus Bereiche, für die offenbar unbegrenzt Geld zur Verfügung steht. Manches ist halt alternativlos...

Gruß

Martin

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: MrBlack

Datum: 11.01.19 15:06

Es fehlt nicht nur an der Infrastruktur (2te Stammstrecke, Ausbau der Außenäste, veraltetes Stellwerk M-Ost), sondern auch an der Disziplin der Fahrgäste. Ich frage mich jedes Mal wieder, wie viele Leute, die sich noch durch die schon schließenden Türen quetschen, diese Bahn wirklich brauchen, weil es ihre Linie ist oder ob sie nur 2 Stationen vom Marienplatz zum HBF wollen und keine 2 Minuten auf die nächste Bahn warten können? Aber auch das durchgehen in die Mitte des Wagens und Benutzen aller Türen gehört dazu. Das sind Kleinigkeiten, die sich aber rasch summieren und zur Verspätung führen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 15:07.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: TomyN

Datum: 11.01.19 15:14

Ich denke, man müsste sich von dem Stammstreckenkonzept verabschieden. Ringlinien um die Stadt, mit verschiedenen Umsteigemöglichkeiten zu den 'Durchmesserlinien', evtl. auch als U-Bahn, und einige Züge, die die Strammstrecke (evtl. sogar nur als Pendel Ostbahnhof <-> Laim/Passing) bedienen. Der Versuch alles durch die (oder zwei ) Stammstrecken zu quetschen führt zu einer extremen Abhängigkeit von dieser.

Tomy

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: spock5407

Datum: 11.01.19 15:53

Das alleine hilft auch nix, da viele Ziele nicht im Bereich der oberirdischen Bahnstrecken sind, die als Ring in Frage kämen.
Die U-Bahnstrecken als Anschluss an die dortig möglichen Bahnhöfe sind heute im Stoßverkehr auch schon vielfach überlastet.
Genauso die meisten der existierenden Straßenbahnstrecken.

Es fehlt an allen Ecken und Enden an Kapazität und Infrastruktur; egal ob Bahn oder städischer.

Re: Probleme lösen! Nicht gegeneinander ausspielen.

geschrieben von: spock5407

Datum: 11.01.19 15:59

Das ist in den Ballungszentren fast überall das gleiche: es fehlt dem ÖPNV vielfach an Infrastruktur, an Fahrzeugen, an Personal.

Es darf alles nix kosten, kein Parkplatz entfallen, ja den verwöhnten Autofahrer keine 100m gehen lassen, Umläufe sollen noch mehr rationalisiert und gespart werden.

ÖPNV in D ist vielfach die reinste Mangelwirtschaft und in genug Augen nix Wert.
Hauptsache, der von allen möglichen Seiten geheiligte PKW (und LKW) prosperiert. So lange, bis alles zusammenbricht.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: truestepper

Datum: 11.01.19 19:26

MrBlack schrieb:
Es fehlt nicht nur an der Infrastruktur (2te Stammstrecke, Ausbau der Außenäste, veraltetes Stellwerk M-Ost), sondern auch an der Disziplin der Fahrgäste. Ich frage mich jedes Mal wieder, wie viele Leute, die sich noch durch die schon schließenden Türen quetschen, diese Bahn wirklich brauchen, weil es ihre Linie ist oder ob sie nur 2 Stationen vom Marienplatz zum HBF wollen und keine 2 Minuten auf die nächste Bahn warten können? Aber auch das durchgehen in die Mitte des Wagens und Benutzen aller Türen gehört dazu. Das sind Kleinigkeiten, die sich aber rasch summieren und zur Verspätung führen.
Endlich spricht das mal jemand aus. Fahrgasterziehung ist ein sehr unterschätztes Thema, bei welchem sich so einige Sekunden pro Halt herausholen lassen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: userCman

Datum: 11.01.19 20:07

Radiowaves schrieb:
Man kann Geld halt nur einmal ausgeben. Dafür haben wir heute mehrere große Fernseher auch in der kleinsten Wohnung, spätestens alle 2 Jahre ein neues Smartphone im Realwert von > 500 EUR, die dicksten Autos vor der Tür (und natürlich für jedes volljährige Familienmitglied ein eigenes) und immer mehr Geld auf dem Konto: [www.welt.de]
Was haben den Fernseher und Smartphones im privaten Haushalt mit der S-Bahn zu tun?? Wie kommt man auf so einen Zusammenhang? Es gibt übrigens auch immer mehr Spülmaschinen, Waschmaschinen, Trockner, Mikrowellen, etc... in privaten Haushalten über die Jahre! Ach ja und PKW auch.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 11.01.19 20:43

TomyN schrieb:
Ich denke, man müsste sich von dem Stammstreckenkonzept verabschieden. Ringlinien um die Stadt, mit verschiedenen Umsteigemöglichkeiten zu den 'Durchmesserlinien', evtl. auch als U-Bahn, und einige Züge, die die Strammstrecke (evtl. sogar nur als Pendel Ostbahnhof <-> Laim/Passing) bedienen. Der Versuch alles durch die (oder zwei ) Stammstrecken zu quetschen führt zu einer extremen Abhängigkeit von dieser.
Wenn es zwei Stammstrecken sind, ist die Unabhängigkeit doch gegeben.

Ringlinien haben den Nachteil, dass sie Umsteigezwänge schaffen - und das drückt die Nachfrage. Zudem gibt es in München keine vernünftige Trasse dazu. Die "Freien Wähler" wollten das mit einem Tunnel vom Heimeranplatz zum Olympia-Bahnhof lösen. Und wenn man nicht durchgehend eigene S-Bahn-Gleise legt, schafft man genau die Abhängigkeit die du vermeiden willst. Da ist man also schnell bei Kosten, die die zweite Stammstrecke als Schnäppchen erscheinen lassen.

Ich denke, München braucht beides: Neue Stammstrecken (2. S-Bahn undd 4. U-Bahn (U9) Stammstrecken). Und dazu(!) Querverbindungen, etwa mit S-Bahnen auf dem Nordring und neuen Trambahn-Tangenten. So entsteht ein wirklich leistungsfähiges, sinnvolles Netz.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: arbor

Datum: 11.01.19 21:05

Einerseits gibt es Infrastrukturprobleme. Der Schrankenposten Fasanerie ist nicht der einzige an der S1. (auch Lerchenauerstraße, Lerchenstraße in Feldmoching & die beiden in Oberschleißheim werden händisch geschalten) Andererseits die mangelnde Fahrgastdisziplin.
Zum dritten fehlt ein Event wie die Olympiade 1972, die quasi der "Urknall" für den ÖPNV in München war. Leider hat man es in Jahren danach bis heute versäumt, diesen großem Wurf damals an die heutigen Bedürfnisse weiterzuentwickeln. Es wurden lieber "ideologische Grabenkämpfe" geführt, als daß man über den Tellerrand rausschaut. In der Zukunft kann es nur ein Miteinander von S/U/Tram & Bus geben, mit 2. Stammstrecke, Nord- & Südring.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 11.01.19 21:16

Käfermicha schrieb:
Die gleichen die sich jetzt aufregen lehnen auch die 2. Stammstrecke ab. Der Tunnel ist halt mega überlastet.
Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil, das ist konsequent. Denn andere Ausbauten wie Nordring oder Südring würden für eine flächigere Verteilung des Verkehrs und somit für mehr Zuverlässigkeit sorgen.

Wenn die Toilette überlastet ist, weil der Nachbar keine eigene Toilette hat, montiert man ja auch nicht ein 2. Urinal im eigenen Badezimmer, sondern ein Urinal beim Nachbarn.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 12.01.19 14:24

Traumflug schrieb:
Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil, das ist konsequent. Denn andere Ausbauten wie Nordring oder Südring würden für eine flächigere Verteilung des Verkehrs und somit für mehr Zuverlässigkeit sorgen.
Ein Südring, im Mischverkehr mit Fern-, Regional- und Güterzügen, soll für Zuverlässigkeit sorgen. Meinst du das ironisch?

Traumflug schrieb:
Wenn die Toilette überlastet ist, weil der Nachbar keine eigene Toilette hat, montiert man ja auch nicht ein 2. Urinal im eigenen Badezimmer, sondern ein Urinal beim Nachbarn.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Wenn Infrastruktur knapp ist, dann baut man sie dort aus, wo sie gebraucht wird. Und nicht irgendwo anders.

Der Nordring ist eine feine Sache, um die Leute direkt, umsteigefrei, zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen. Gehört gebaut! Der Südring hat so einen Nutzen nicht, dort sind keine wesentlichen Zielgebiete - bringt also nicht viel. Und die 2. Stammstrecke wird sowieso gebraucht, weil die Kapazität aus allen Näten platzt. Und wollen wir nun Autoverkehr auf die Schiene bringen, oder wollen wir das nicht?

Ich habe manchmal den Eindruck, die Gegner der 2. Stammstrecke sind erst um 10 Uhr unterwegs ("Ich mache irgendwas mit Medien"); und wissen deshalb nicht wie es dort zur Stoßzeit zugeht.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 12.01.19 16:38

nozomi07 schrieb:
Wenn Infrastruktur knapp ist, dann baut man sie dort aus, wo sie gebraucht wird. Und nicht irgendwo anders.

Der Nordring ist eine feine Sache, um die Leute direkt, umsteigefrei, zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen. Gehört gebaut!
Völlig richtig. Es wird aber weder ein Süd- noch ein Nordring gebaut, sondern eine 2. Stammstrecke. Also Infrastruktur nicht dort, wo sie gebraucht wird, sondern wo die Leute entlang fahren müssen, weil es die benötigte Infrastruktur nicht gibt.

In anderen Städten ist man schon weiter und verteilt die Infrastruktur. München muss das erst noch lernen.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: spock5407

Datum: 12.01.19 17:18

Olympia als Urknall ist eine vielfach gebrachte Legende. Das stimmt so nicht ganz, die U-Bahn war deutlich vorher beschlossen worden und ebenso die S-Bahn. Das ganze hat nur etwas Druck aufgebaut, schneller zu Potte zu kommen.

Der eigentliche Trigger war die Blechlawinen-Katastrophe zur Zeit des Wirtschaftswunders.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 12.01.19 21:20

Traumflug schrieb:
nozomi07 schrieb:
Wenn Infrastruktur knapp ist, dann baut man sie dort aus, wo sie gebraucht wird. Und nicht irgendwo anders.

Der Nordring ist eine feine Sache, um die Leute direkt, umsteigefrei, zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen. Gehört gebaut!
Völlig richtig. Es wird aber weder ein Süd- noch ein Nordring gebaut, sondern eine 2. Stammstrecke. Also Infrastruktur nicht dort, wo sie gebraucht wird, sondern wo die Leute entlang fahren müssen, weil es die benötigte Infrastruktur nicht gibt.
Letztens kam die Meldung, dass es am Nordring losgehen soll. Wenn auch erst mal mit einem Vorlaufbetrieb. Aber ich bin sicher, der Nordring als voll ausgebaute S-Bahn wird kommen.

Die Behauptung, im Stadtzentrum würde die Infrastruktur nicht gebraucht, verbuche ich mal als gut gemeinte Ironie. Oder da war jemand tatsächlich noch nie in München.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 12.01.19 23:12

nozomi07 schrieb:
Die Behauptung, im Stadtzentrum würde die Infrastruktur nicht gebraucht, verbuche ich mal als gut gemeinte Ironie. Oder da war jemand tatsächlich noch nie in München.
Volle Züge sind kein Beweis dafür, dass es mehr Züge auf der gleichen Strecke braucht. Mangels Ringverkehr muss man von Westen oder Osten in die Stadtmitte fahren, nur um in einen Nord-Süd-Zug umsteigen zu können. Gibt man all diesen Leuten einen Ringverkehr, werden auch die Züge in der Mitte leerer.

Dieses Problem haben alle Städte, die nur einen sternförmig angelegten Verkehr haben.

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Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Node

Datum: 13.01.19 00:10

Traumflug schrieb:
nozomi07 schrieb:
Die Behauptung, im Stadtzentrum würde die Infrastruktur nicht gebraucht, verbuche ich mal als gut gemeinte Ironie. Oder da war jemand tatsächlich noch nie in München.
Volle Züge sind kein Beweis dafür, dass es mehr Züge auf der gleichen Strecke braucht. Mangels Ringverkehr muss man von Westen oder Osten in die Stadtmitte fahren, nur um in einen Nord-Süd-Zug umsteigen zu können. Gibt man all diesen Leuten einen Ringverkehr, werden auch die Züge in der Mitte leerer.

Dieses Problem haben alle Städte, die nur einen sternförmig angelegten Verkehr haben.
Das Expresskonzept mit der deutlichen Beschleunigung der Verbindungen von den Außenästen in die Stadt geht aber nur mit Stamm 2. Und dafür werden z.B. auch die aktuell eingleisigen Abschnitte an der S8 ausgebaut.

Der Nordring ergänzt sich gut dazu. Dazu fände ich ein Analogon zu Pasing an der Strecke nach Ingolstadt gut, um den Verkehr z.B. gen Garching und zum Flughafen gar nicht erst über die Innenstadt führen zu müssen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 13.01.19 01:40

Node schrieb:
Das Expresskonzept mit der deutlichen Beschleunigung der Verbindungen von den Außenästen in die Stadt geht aber nur mit Stamm 2.
Man braucht also am Marienplatz 4 Gleise, um auch in Freimann ein Gleis betreiben zu können. Ich finde solche Auffassungen lustig. Vermutlich sind sie aber einfach nur unflexibel, weil man eben Politikerzeug nachplappert.

Dann baut diese 2. Stammstrecke mal schön. Nach BER und S 21 braucht es wohl noch eine weitere Erfahrung.

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Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: arbor

Datum: 13.01.19 09:54

Stimmt es gab Pläne in den 60er Jahren das Verkehrchaos anzugehen. Eine "richtige" U-Bahn sollte München erst Anfang der 90er Jahre erhalten. Davor sollte die Tram als "Unterpflasterstraßenbahn" teilweise unter der Erde verschwinden. Deshalb auch die Entwicklung der P-Wagen der Tram in München. Meines Wissen war die S-Bahn schon in den 30er geplant worden & auch angefangen zu bauen. Der 2. Weltkrieg machte diesen Plänen ein Ende. Erst durch dien Zuschlag des IOC 1966, dass München Olympia 72 ausrichtet, mußten die Herren (waren damals meist nur Herren an der Macht) in Bund, Land & Stadt "sehr" aktiv werden. So wurde statt der "Unterpflasterstraßenbahn" gleich ein "richtige" U-Bahn gebaut, ebenso die 1.Stammstrecke.
Jedoch haben Sie das ganze System wieder Sternförmig auf die Mitte, sprich Innenstadt konzipiert. Bei der Erweiterung des ganzen Netzes in der Stadt nur auf die U-Bahn gesetzt, mit dem Ziel gleichzeitig die Tram zu vernichten. Man hat & hatte nur eine "Hauptschlagader" die Stammstrecke. Bypässe gab & gibt es nicht. So wie es im Körper des Menschen ein feines Netz aus Adern gibt, muß auch die Weiterentwicklung des ÖPNV in München angegangen werden, ohne ideologische Grabenkämpfe, mit einem feinen Netz aus S/U-/Tram/Bus. Weg vom sternförmigen Netz hin zum ringförmigen. Sonst gibt es einen dauerhaften "Infarkt"

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Gernot

Datum: 13.01.19 10:22

arbor schrieb:
Stimmt es gab Pläne in den 60er Jahren das Verkehrchaos anzugehen. Eine "richtige" U-Bahn sollte München erst Anfang der 90er Jahre erhalten. Davor sollte die Tram als "Unterpflasterstraßenbahn" teilweise unter der Erde verschwinden. Deshalb auch die Entwicklung der P-Wagen der Tram in München. Meines Wissen war die S-Bahn schon in den 30er geplant worden & auch angefangen zu bauen. Der 2. Weltkrieg machte diesen Plänen ein Ende. Erst durch dien Zuschlag des IOC 1966, dass München Olympia 72 ausrichtet, mußten die Herren (waren damals meist nur Herren an der Macht) in Bund, Land & Stadt "sehr" aktiv werden. So wurde statt der "Unterpflasterstraßenbahn" gleich ein "richtige" U-Bahn gebaut, ebenso die 1.Stammstrecke.
Jedoch haben Sie das ganze System wieder Sternförmig auf die Mitte, sprich Innenstadt konzipiert. Bei der Erweiterung des ganzen Netzes in der Stadt nur auf die U-Bahn gesetzt, mit dem Ziel gleichzeitig die Tram zu vernichten. Man hat & hatte nur eine "Hauptschlagader" die Stammstrecke. Bypässe gab & gibt es nicht. So wie es im Körper des Menschen ein feines Netz aus Adern gibt, muß auch die Weiterentwicklung des ÖPNV in München angegangen werden, ohne ideologische Grabenkämpfe, mit einem feinen Netz aus S/U-/Tram/Bus. Weg vom sternförmigen Netz hin zum ringförmigen. Sonst gibt es einen dauerhaften "Infarkt"
Die zu den Olympischen Spielen fertiggestellten U-Bahnstrecken umfassten knapp 15% des heutigen Netzes. Alles andere kam deutlich später. Von der kompletten Einstellung der Tram zugunsten der U-Bahn wurde auch relativ bald wieder Abstand genommen. Und das Münchener S-Bahn-System war seinerzeit auch für die absehbare Zukunft gut aufgestellt. Andere Städte wären auch heute froh, wenn sie dieses S-Bahnnetz hätten. Dass die Pendlerzahlen gut vier Jahrzehnte später derart in die Höhe schnellen wie es heute in nahezu allen Großstädten der Fall ist, war um 1970 nicht vorhersehbar.
Mich ärgert die bei DSO in SPNV-Themen vorherrschende Beschimpfung der Vergangenheit mit dem Tenor: "Man hätte das alles viel, viel besser machen müssen/können/sollen!" Ja, das hätte man. Aber nicht mit dem Wissen und der Ausgangslage der 1960er Jahre, als die meisten heutigen SPNV-Netze konzipiert wurden. Dass man 50 Jahre später manches anders gemacht hätte, hilft da nicht wirklich weiter. Das ist eher Klugscheißerei zu Lasten voriger Generationen. Und was auch nur selten bedacht wird ist, dass in ganz Deutschland von Anfang der 1990er Jahre an über gut 20 Jahre fast keine neuen großen SPNV-Projekte verwirklicht wurden. Ein paar schon baureif geplante Projekte wurden noch fertiggestellt, aber dann war für über zwei Jahrzehnte weitestgehend Schluss. Da liegt das Hauptproblem, nicht in den meist recht zukunftsweisenden Konzepten der 1960er. Hätte man in und um Deutschlands Großstädte mit dem Tempo der 1970er und 1980er Jahre weitergebaut, würde heute fast niemand über das lückenhafte Nahverkehrsnetz klagen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: ropix

Datum: 13.01.19 11:31

truestepper schrieb:
MrBlack schrieb:
Es fehlt nicht nur an der Infrastruktur (2te Stammstrecke, Ausbau der Außenäste, veraltetes Stellwerk M-Ost), sondern auch an der Disziplin der Fahrgäste. Ich frage mich jedes Mal wieder, wie viele Leute, die sich noch durch die schon schließenden Türen quetschen, diese Bahn wirklich brauchen, weil es ihre Linie ist oder ob sie nur 2 Stationen vom Marienplatz zum HBF wollen und keine 2 Minuten auf die nächste Bahn warten können? Aber auch das durchgehen in die Mitte des Wagens und Benutzen aller Türen gehört dazu. Das sind Kleinigkeiten, die sich aber rasch summieren und zur Verspätung führen.
Endlich spricht das mal jemand aus. Fahrgasterziehung ist ein sehr unterschätztes Thema, bei welchem sich so einige Sekunden pro Halt herausholen lassen.
Ja dafür gibt's die Work & Travel Bahncard. Fahrgäste spielen den Oberlehrer und erklären anderen Fahrgästen was sie gerade falsch gemacht haben. Dafür haben sie auch viel Zeit, denn Ostbahnhof Gleis 4/5 ist garantiert noch belegt.

Alternativvorschlag: Aufsichten so wie vertraglich vereinbart einsetzen, Züge konsequent abfertigen. Das würde deutlich mehr helfen. Die Anzahl derer Leute die sich am Marienplatz noch in die schließende Tür quetschen um dann am Hauptbahnhof ins Kaufhaus zu gehen ist sehr gering. Deutlich viel mehr Fahrgäste die das tun kamen am Marienplatz schon verspätet aus der U-Bahn und bangen um ihren Anschluss am Hauptbahnhof. Aber Lokführer vergessen die Variante "Umsteiger" sehr gerne mal, das ist ja durchaus bekannt.

Das nächste Problem ist dass man immer sagt der Ausbau der Außenäste muss automatisch mehr Verkehr bringen. Nein muss er nicht. Es reicht schon wenn dadurch der bestehende Verkehr stabil und ggf. durchgängig bis zum Endpunkt gefahren werden kann. Bestes Beispiel: HVZ, die S4, z.B. um 7 Uhr ab Aubing nach Pasing. Fährt um 7.02, 7.17, 7.22, 7.28, 7.42, 7.46 und 8 Uhr 2, also ein 15, 5, 6, 14, 4, 16 Minutentakt. Hätte man diesen Linienast wie im Osten der Stadt ausgebaut, könnte man ohne auch nur eine Fahrt mehr durchzuführen einen schönen 10 Minutentakt fahren. Im weiteren Verlauf draußen dann irgendwo die Takt-10 Züge drehen und einen reinen Takt 20 bis Geltendorf fahren ohne die Verspätung aus dem Allgäu oder noch viel schlimmer der so super pünktlichen Schweiz in die Stammstrecke zu übertragen. Dafür wäre keinerlei Erweiterung der Stammstrecke nötig gewesen, offensichtlich geht's ja eh schon :)

Auch die Strecke nach Markt-Schwaben hat einen Takt ~10 zur HVZ, der Ausbau würde hier einzig und allein dafür sorgen dass die Züge auch nur den Hauch einer pünktlichen Fahrt hätten und nicht die Verspätung aus bis zu Österreich mitnehmen (wobei man bei der Südostbayernbahn nur symbolisch meckern kann, die ist erstaunlich häufig pünktlich für ihre desaströse Infrastruktur)

Nur beim Ausbau der S1 könnte man tatsächlich auch von mehr Zugfahrten ausgehen.

Das Problem daran ist halt: ein 15/5-Takt befördert, obwohl gleich viel Kapazität, Zugfahrten und Triebfahrzeuge, deutlich weniger Personen als ein Takt 10/10, denn der gemeine Fahrgast von oben der es nicht durch die Türen schafft, schafft das erst recht nicht wenn er mit der magischen zweistelligen Wartezeit rechnen muss.

Ach ja zur S4. Die wird nach Ausbau und Umstellung auf Takt 15 dann erstmal mit einem total verlockenden Takt 15/15/30 auf weiter Strecke unterwegs sein. Die parallel laufende Autobahn wird derzeit übrigens auf 6 bis 8 Spuren erweitert, man weiß wieso.

Die Diskussion um die zweite Stammstrecke ist irgendwie auch müßig. Eigentlich müsste die seit spätestens 2010 in Betrieb sein, so dass man jetzt in aller Ruhe die dritte planen kann um diese dann 2030 in Betrieb zu nehmen. Schon im Jahre 1990 hätte nach ursprünglicher Planung ja die U5 von Pasing zum Ostbahnhof für Entlastung sorgen sollen. Man hätte also im Schnitt alle 20 Jahre eine neue Strecke zwischen West und Ost in Betrieb genommen. Dazu parallel einen Außenast nach dem anderen ausbauen. Das mit den Außenästen wurde abrupt abgebrochen, die West-Ost-Verbindungen, alle 3 sollen nach aktuellem Stand dann 2026 in Betrieb gehen. Damals hat auch nie jemand behauptet, der Ausbau der Außenäste hinge von innen ab, es war eh abzusehen dass in etwa gleichzeitig eröffnet wird. Erst mit dem aufkommenden Widerstand gegen die 2 Stammstrecke war auf einmal alles von ihr abhängig (obwohl die Praxis ja bereits das Gegenteil beweist).

Man hätte das alles auch locker finanzieren können, wenn man nur weiß dass es einen direkten Zusammenhang zwischen ÖPNV und MIV gibt. In und um München wird ob der jahrzehnte Verspätung der Bahn in Punkto Ausbau derzeit alles was geteert ist um ein paar Spuren erweitert, weil wie in den Sonntagsreden immer so schön gesagt wurde, München ansonsten im totalen Verkehrschaos versinkt. Hätte man, hätte man auch nur einmal an die Bahn gedacht, auch ganz anders haben können.

Und jetzt ist er dann doch wieder Schuld, der gemeine Fahrgast. Er hat zu lange das Kreuzchen bei der CSU gemacht. Der Partei die immer erklärte warum man die Bahn nun grade nicht ausbauen kann und warum man die Autobahn ausbauen muss.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 13.01.19 20:51

Traumflug schrieb:
Volle Züge sind kein Beweis dafür, dass es mehr Züge auf der gleichen Strecke braucht. Mangels Ringverkehr muss man von Westen oder Osten in die Stadtmitte fahren, nur um in einen Nord-Süd-Zug umsteigen zu können. Gibt man all diesen Leuten einen Ringverkehr, werden auch die Züge in der Mitte leerer.
Nichts wird durch einen Ring leerer. Denn ein Ring bedeutet zusätzliche Umsteigezwänge. Wenn ich mein Ziel mit einmal Umsteigen am Marienplatz erreiche, warum soll ich erst auf einen Ring (mit lausigem Takt), und dann erst auf die andere Radialstrecke umsteigen?

München hat nun mal ein sternförmiges Netz. Das kann man nicht einfach ignorieren, nach dem Motto "Sternförmigee Netze find ich doof, also plane ich als wäre es anders". Zusätzliche Querverbindungen zur Entlastung (z.B. Tram-Tangenten, S-Bahn Nord) sind eine feine Sache. An der dringenden Notwendigkeit neuer Durchmesser-Stammstrecken ändert das nichts.

Und, wie ein Mitforist schon erklärt hat: Ein Express-S-Bahn-Netz wäre mit einem Ring überhaupt nicht möglich. Das geht nur mit Stammstrecke 2! Gut, dass sie endlich gebaut wird.
ropix schrieb:
Zitat:
Und jetzt ist er dann doch wieder Schuld, der gemeine Fahrgast. Er hat zu lange das Kreuzchen bei der CSU gemacht. Der Partei die immer erklärte warum man die Bahn nun grade nicht ausbauen kann und warum man die Autobahn ausbauen muss.
Allgemein hast du Recht. Aber bei der Münchner S-Bahn waren es plötzlich die Grünen (aber auch VCD, Pro Bahn) die erklärten warum man die Bahn nun gerade nicht ausbauen kann.

Du hast recht, Ausbau der Außenstrecken muss nicht unbeding Mehrverkehr heißen. Aber! Schau dir die Autobahnen an: Welch gewaltiger Stau wälzt sich da jeden Morgen in die Stadt! Wollen wir diesen Verkehr nicht auf die Schiene bringen? Dann aber MUSS die S-Bahn gewaltig Mehrverkehr aufnehmen. Das ist der Aspekt, den die Stammstrecken-Gegner ignorieren. Die Frage lautet nicht: Außenstrecken, 2. Stammstrecke oder Nordring? Sondern: Alles drei, und bald!

Klar, wenn wir die Autofahrer Autofahrer sein lassen, mag Optimierung und etwas Ausbau reichen. Dass aber gerade die Grünen diese Position vertreten, ist die große Ironie der Geschichte.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: arbor

Datum: 13.01.19 21:57

Zitat
Von der kompletten Einstellung der Tram zugunsten der U-Bahn wurde auch relativ bald wieder Abstand genommen

Das war bis Mitte der 90er immer noch ein Thema. Auch heute 2019 will man lieber eine U26 als eine Verlängerung der 23er Tram bis Am Hart bzw. Kieferngarten.

& da wäre für mich die Chance für eine Stadtbahn; sprich Verknüpfung S & Tram als Stadtbahn

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Fastrider

Datum: 13.01.19 22:58

nozomi07 schrieb:
Nichts wird durch einen Ring leerer. Denn ein Ring bedeutet zusätzliche Umsteigezwänge. Wenn ich mein Ziel mit einmal Umsteigen am Marienplatz erreiche, warum soll ich erst auf einen Ring (mit lausigem Takt), und dann erst auf die andere Radialstrecke umsteigen?


Stimmt. Selbst in Berlin habe ich ungern den Ring genutzt. Konkretes Beispiel: Amtsgerichstplatz - Amrumer Strasse, eine Verbindung, die ich durchaus öfters gefahren bin. Meist bin ich mit M49/X34 zum Zoo und dann die U9, obwohl es theoretisch auch über den Ring gegangen wäre. Das wäre aber gerade mal die gleiche Fahrzeit gewesen und zudem war der Ring chronisch unzuverlässig.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 13.01.19 23:02

- - -

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.19 01:13.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: def

Datum: 14.01.19 08:29

Fastrider schrieb:nozomi07 schrieb:
nozomi07 schrieb:
Nichts wird durch einen Ring leerer. Denn ein Ring bedeutet zusätzliche Umsteigezwänge. Wenn ich mein Ziel mit einmal Umsteigen am Marienplatz erreiche, warum soll ich erst auf einen Ring (mit lausigem Takt), und dann erst auf die andere Radialstrecke umsteigen?


Stimmt. Selbst in Berlin habe ich ungern den Ring genutzt. Konkretes Beispiel: Amtsgerichstplatz - Amrumer Strasse, eine Verbindung, die ich durchaus öfters gefahren bin. Meist bin ich mit M49/X34 zum Zoo und dann die U9, obwohl es theoretisch auch über den Ring gegangen wäre. Das wäre aber gerade mal die gleiche Fahrzeit gewesen und zudem war der Ring chronisch unzuverlässig.

Gruss, Fastrider
Der Vergleich hinkt aber auch ein wenig, weil der Amtsgerichtsplatz innerhalb der Ringbahn liegt, die Fahrt mit der Ringbahn also ein geographischer Umweg wäre. Ihre Stärken spielt sie vor allem bei Wegen aus, bei denen Start und Ziel außerhalb des S-Bahn-Rings liegen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

zur S4 in München

geschrieben von: Stammstrecke

Datum: 14.01.19 17:26

Hallo!


Bei den von dir erwähnten Verstärkerzügen auf der S4 würde zumindest mit den aktuellen Linienwegen ein reiner 10min Takt von z.B. Buchenau nach Pasing auch mit 3 oder 4-gleisigem Ausbau schwierig. Die Verstärkerzüge fahren ja nicht auf die Stammstrecke, sondern nach Höllriegelskreuth und oben zum Hbf. Da brauchst du dann auf diesen Strecken noch eine passende freie Trasse. Für die Abfahrt um 07:17 in Aubing musst du dir ja sogar sowohl auf der Sendlinger Spange als auch auf der Strecke zum Hbf einen freien Slot suchen, da die S-Bahn in Pasing geflügelt wird.

Okay bei einem richtigen Ausbau dürfte sich das Problem wahrscheinlich sowieso nicht stellen, weil zumindest mit den aktuellen Fahrgastzahlen würde dann wahrscheinlich eher ein anderer Westast seinen 10min Takt über die Stammstrecke verlieren. Interessant: Bei den Westästen hat nur die S1 höhere Fahrgastzahlen als die S4 (beide im 20min Takt), wohingegen S2,S3 und S8 alle deutlich weniger Fahrgäste aber dafür den 10min Takt haben. (Fahrgastzahlen 2012)

Grüße von der Stammstrecke

Fahrgastwünsche in München

geschrieben von: Stammstrecke

Datum: 14.01.19 18:13

Hallo!

Die Realität aber zeigt, dass die Infrastruktur im Zentrum gebraucht und auch von den Fahrgästen dort gewollt wird. Und nicht da, wo du den Bedarf vermutest.
Aus eigener Anschauung kann ich dir von einem Zug der S4 berichten. Weiter unten schon erwähnt, findest du ihn mit der Abfahrt z.B. 07:17 in Aubing nach Pasing. In Pasing wird der Zug geteilt, ein Zugteil fährt OHNE Halt bis zum Hbf und kommt dort zum Umsteigen nicht ganz so attraktiv im Starnberger Flügelbahnhof an. Der andere Zugteil fährt über die Sendlinger Spange auf die Strecke der S7. Hier bestehen dann auch Umsteigemöglichkeiten zu den U-Bahnlinien 3, 4 und 5. Und ich kann berichten, dass der Zugteil zum Hbf immer deutlich voller als der andere ist, OBWOHL der einzige folgende Halt der Hbf ist. Allein an diesem Beispiel sieht man, dass der Großteil der Menschen Richtung Zentrum tendiert. Jetzt könnte man argumentieren, dass der Großteil der Arbeitsplätze wieder wo anders liegt. Naheliegend ist da dann natürlich der Norden. Hier kann ich leider aus der HVZ keine eigenen Erfahrungen einbringen, aber zumindest in der NVZ weiß ich von der S1 aus Freising/Flughafen, dass, obwohl in Feldmoching und in Moosach bereits in die U-Bahnen gerade durch den Norden umgestiegen werden kann, der Großteil der Fahrgäste trotzdem mit der S-Bahn in die Stammstrecke fährt, also auch hier lieber ins Zentrum will! Bei den beiden Besipielen will also der Großteil der Fahrgäste trotz guter Alternative ins Zentrum. Macht die Bahn also mit der 2. Stammstrecke einen Fehler oder liegt sie hier vielleicht doch richtig?

Du schreibst von umsteigefrei direkt auf den Nordring: Das ist doch genau das Problem, dass Ringe eben nicht umsteigefrei sind! Du wirst in der Realität Züge höchstens von 2-3 Außenästen aus dem Westen auf den Nordring schicken, wodurch du von den anderen Ästen wieder einen zusätzlichen Umstieg produzierst, da die Arbeitsplätze eben nicht direkt an den Bahnhöfen des Nordrings liegen!

Und jetzt kann ich den Standardtrick der Stammstreckengegner auch mal selbst auspacken, indem ich die verschiedenen Infrastrukturmaßnahmen gegeneinander ausspiele und nur ein entweder oder zulasse: Unter der Annahme, dass wir auf jedem Außenast einen 10min Takt fahren, was ist attraktiver: Ein sicherer 10min Takt auch aus dem Norden mit der U-Bahn ins Stadtzentrum und dann alle 10min mit der S-Bahn auf den Außenast, oder alle 20min abwechselnd die Fahrtmöglichkeiten U-Bahn-Nordring-S-Bahn-Außenast und U-Bahn-Zentrum-S-Bahn-Außenast? Da wird man mit den gleichen Zugzahlen mit der ersten Variante deutlich mehr Fahrgäste erreichen! Und genau deshalb ist die 2. Stammstrecke sinnvoll!

Ich will nochmal klarstellen, dass obwohl Tangenten und vor allem Ringen gewisse Nachteile mit sich bringen, sie trotzdem zur Netzergänzung sehr sinnvoll sind! Das bedeutet aber eben nicht, dass man dadurch auf ausreichende Kapazität im Zentrum verzichten kann! Deswegen baut die 2. Stammstrecke und danach gleich den Nordring!

Grüße von der Stammstrecke



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.19 18:14.

OT Toilettenbeispiel

geschrieben von: Stammstrecke

Datum: 14.01.19 18:29

Hallo!

Mal meine Meinung zum Toilettenbeispiel: Da hast du dir das Beispiel aber schön konstruiert, dass es in dem Besipiel beim Nachbarn mehr Sinn macht. Aber wenn wir das Beispiel auf die Bahn beziehen, könnte die neue Bahnhofstoilette ganz schnell doch bei der bisherigen landen. Zumindest ich würde bei einem vorhandenen überlasteten WC-Center die zusätzlichen Toiletten auch gleich da mit rein bauen, da man dann z.B. Personal nur einmal braucht oder auch eine optimale Auslastung der WCs erreichen kann, weil eben alle Klogänger zu einem Ort kommen können und den nächsten freien Platz nehmen. Oder auch neue Schließfächer würde ich zu bereits vorhandenen bauen, weil die Nutzer da eben sowieso suchen und sonst dann bei vollständiger Belegung wieder zu einem anderen Ort müssten.

Deswegen macht es in vielen Fällen durchaus Sinn, vorhandene Infrastruktur am gleichen Ort redundant zu verstärken und nicht einen ganz neuen Standort aufzumachen. Der große Vorteil ist dann, dass du dann ganz schnell bei einer Störung oder Überlastung auf die andere Alternative ausweichen kannst (Freies Klo daneben oder andere Stammstrecke) und eben nicht zum Nachbarn laufen oder zum Nordring fahren musst.

Edit zur Zuverlässigkeit: Auch wenn eine Stammstrecke störungsanfällig ist, ist ein Ringverkehr meist nicht zuverlässiger! (Siehe Berlin)

Grüße von der Stammstrecke



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.19 18:31.

S1 - chronisch überbelegt

geschrieben von: SvenT

Datum: 14.01.19 19:08

Servus,

die S1 ist mehr oder weniger das Problemkind. Mittlerweile kann morgens durch die Streckenbelastung nicht mal ein reiner 20'-Minutentakt angeboten werden. Auf der Strecke ist der Teufel los. Eine querliegende Schneeflocke und es geht nicht mehr viel...

Die Verlagerung des übergeordneten Verkehrs an die A92 (Transrapidtrasse) ist zwingend erforderlich.

Die größte Belastung hat die S1 zwischen Feldmoching und Oberschleissheim. Die U2 fährt mittlerweile alle 5 Minuten. Wenn morgens die S-Bahn die Fahrgäste ablädt, dann haben schon die Zusteiger in Hasenbergl kaum noch Sitzplätze.

Eine U26 ist mal wieder dem Bullshit der CSU entsprungen. Bloß keine Fahrspuren opfern. Wenn man es richtig macht, dann braucht man das auch nicht. Die pathologische Angst der CSU vor Schienen auf der Straße kann nicht mal Sigmund Freund erklären.

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: 1.Klasse

Datum: 14.01.19 19:36

Die CSU ist gegen die Straßenbahn in München, jedoch schon immer eher aufgeschlossen gegenüber S- und U-Bahn. Das bringt Prestige und zB bei lokalen Arbeitgebern (BMW) Punkte. Das Problem liegt eher bei den Bürgern selbst, wenn man die Debatten der letzten Jahrzehnten richtig mitverfolgt hat. Angenommen, man würde jetzt den (seit 30 Jahren überfälligen) Ausbau der S1 nach Freising mit eigenen S-Bahn-Gleisen laut fordern. Ich mache die Wette, dass es nicht die CSU sein wird, die als erstes mit Gegenargumenten kommt. Vielmehr werden neben grün angehauchten Nimby (Not In My Back Yard)-Bürgern, die einen Tunnel von Laim bis Freising fordern werden, auch Naturschützer auf den Plan treten, die gepaart mit dem Argument "braucht keiner" irgendwelche Brutphasen von Hamstern und Eidechsen anführen werden. Das sind diejenigen, die früher die Kröten über die Straße getragen haben - heute jedoch höchstens noch auf ihr Konto, um mit dem SUV zu Allnatura zu fahren. Das wird eben diese realitätsferne Koalition sein, die auch gegen den zweiten Tunnel jahrelang argumentiert hat, ohne zu realisieren, dass sie selbst das Problem sind. Irgendwann nach 15 Jahren werden die Gegner den Planern vorhalten, dass die geplanten Baukosten böserweise weit überschritten werden (zB weil die behördlichen Auflagen wieder mal um den Faktor 1000 komplizierter geworden sind). Realisierungshorizont durch alle gerichtlichen Instanzen 30 Jahre, eine echte ABM für Rechtsanwälte. Nach Inbetriebnahme hält man dann der CSU vor, die Verkehrspolitik zu blockieren. Die Mechanismen wiederholen sich.

Re: S1 - chronisch überbelegt

geschrieben von: Stammstrecke

Datum: 14.01.19 19:55

Hallo!

Die S1 hat auch noch das Problem, dass an ihrem Anfangspunkt (Freising) Regionalzüge enden und nicht bis München Hbf weiterfahren. Da kommt natürlich auch noch einiges an Umsteigern zusammen. Ich habe gerade nochmal im Kursbuch nachgeschaut: Von Landshut kann man morgens um 05:57, 06:08, 06:12, 06:28, 06:33, 06:44, 06:49, 06:57 ... nach Freising fahren. Von diesen 8! Zügen fahren aber nur 4! zum Münchner Hbf weiter und 2 biegen zum Flughafen ab. Da können alleine die Umsteiger aus den Regionalzügen die 3 S-Bahnzüge in der Stunde alleine füllen!

Grüße von der Stammstrecke

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: nozomi07

Datum: 14.01.19 20:18

def schrieb:
Der Vergleich hinkt aber auch ein wenig, weil der Amtsgerichtsplatz innerhalb der Ringbahn liegt, die Fahrt mit der Ringbahn also ein geographischer Umweg wäre. Ihre Stärken spielt sie vor allem bei Wegen aus, bei denen Start und Ziel außerhalb des S-Bahn-Rings liegen.
Nein. Wenn Start und Ziel außerhalb des Rings ist, komme ich mit einmal Umsteigen im Zentrum hin. Nehme ich den Ring, müsste ich zweimal umsteigen. Ein Ring bringt nur Vorteile, wenn mein Ziel am Ring selber liegt! Aber selbst dann erspart er kein Umsteigen.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Traumflug

Datum: 14.01.19 21:20

def schrieb:
Der Vergleich hinkt aber auch ein wenig, weil der Amtsgerichtsplatz innerhalb der Ringbahn liegt, die Fahrt mit der Ringbahn also ein geographischer Umweg wäre. Ihre Stärken spielt sie vor allem bei Wegen aus, bei denen Start und Ziel außerhalb des S-Bahn-Rings liegen.
Vergiss es. Die Jungs und Mädels hier sind so vernarrt, dass sie sogar einen Epos über das aufstellen von Kloschüsseln schreiben, nur um ihren tiefen Tunnel zu verteidigen.

Macht nichts. Fehler müssen eben gemacht werden und wenn deswegen der Ausbau des Bahnverkehrs 20 Jahre verzögert wird, dann ist das eben so. Die träumen ja immer noch vom Goldesel im Keller des BMVI, mit dem man einfach alle Wunschprojekte durchziehen kann, anstatt sich irgendwie auf die Realität des Verkehrsetats besinnen zu müssen.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
arbor schrieb:
Jedoch haben Sie das ganze System wieder Sternförmig auf die Mitte, sprich Innenstadt konzipiert. Bei der Erweiterung des ganzen Netzes in der Stadt nur auf die U-Bahn gesetzt, mit dem Ziel gleichzeitig die Tram zu vernichten.

Das sollte übrigens nur die erste Stufe darstellen, in einer zweiten Stufe war noch Anfang der 1970er-Jahre für die späteren Jahre für die S-Bahn ein Nord- und Südring mit durchaus beachtlicher Taktung überlegt. Im Netz findet sich dazu sogar ein interessantes Dokument, Bestandteil der Bausteine für das verkehrspolitische Konzept Münchens von 1973. Unter Punkt X hinter diesem Link zu finden. Spätestens ab 1978 wurden derartige Pläne nicht mehr weiterverfolgt – ob das mit dem Wechsel im Rathaus zusammenhing? Heutzutage wird weiter fleißig die Legende der Versäumnisse der 60er und 70er gebildet.

Die Aussagen zur U26 sind natürlich richtig, nicht nur mit Blick auf Taktverdichtung der U2 bis zum Umsteigeknoten in Feldmoching, sondern auch auf ein mögliches Neubaugebiet westlich von Feldmoching. Eine U26 würde hier sämtliche noch vorhandene Potentiale zerstören.

Böse Stammstrecke - alles Geld für Autobahnen?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 14.01.19 23:46

Traumflug schrieb:
Zitat:
Macht nichts. Fehler müssen eben gemacht werden und wenn deswegen der Ausbau des Bahnverkehrs 20 Jahre verzögert wird, dann ist das eben so. Die träumen ja immer noch vom Goldesel im Keller des BMVI, mit dem man einfach alle Wunschprojekte durchziehen kann, anstatt sich irgendwie auf die Realität des Verkehrsetats besinnen zu müssen.
Da werden Milliarden in den Ausbau des Straßennetzes gesteckt (schau mal in den Bundesverkehrswegeplan, wie massiv die Autobahnen rund um München ausgebaut werden sollen!). Aber die Bahn, die soll sich bitte "auf die Realität besinnen", und sich mit etwas Gebastel hier und Geflicke dort zufriedengeben?

Wer sich wirklich auf die Realität besinnt, investiert ordentlich in den S-Bahn-Ausbau! Und da ist die 2. Stammstrecke ein Klacks.

Re: [M] Auch die S-Bahn wurde kaputt-gespart

geschrieben von: Fastrider

Datum: 15.01.19 02:19

nozomi07 schrieb:
Nein. Wenn Start und Ziel außerhalb des Rings ist, komme ich mit einmal Umsteigen im Zentrum hin. Nehme ich den Ring, müsste ich zweimal umsteigen. Ein Ring bringt nur Vorteile, wenn mein Ziel am Ring selber liegt! Aber selbst dann erspart er kein Umsteigen.
Also eigetlich hatte der Ring nur zwei Vorteile. Entweder wenn man sowieso mehrfach Umsteigen musste (z.B. Amtsgerichtslatz - Rehberge) oder wenn man einen spitzen Winkel hatte (z.B. Alt-Mariendorf - Britz). Andererseits war der Ring extrem unzuverlässig, auch weil der Fahrplan sehr knapp gestrickt war und es keinen Puffer gab. Die einzige Möglichkeit war, den Zug mal eine Runde aussetzen zu lassen. Vom Amtsgerichtsplatz zum Kurt-Schumacher-Platz habe ich deshalb die Kombination X34/M49 - U7 - X/M21 bevorzugt. Zum Flughafen Tegel konnte man direkt in den 109 umsteigen.


Gruss, Fastrider

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