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Handelsblatt: Interview mit Schenker Chef Jochen Thewes

geschrieben von: Rollo

Datum: 08.01.19 09:55

Im Handelsblatt vom 8.1.2019 gibt es auf den Seiten 18/19 ein Interview mit Schenker Chef Jochen Thewes zu lesen.

* Der Kunde sucht oftmals Geschwindigkeit und Flexibilität
* LKW insbesondere bei Kurz- und Mittelstrecke häufig günstiger als Bahn
* Platooning von LKW wird geprüft, um Straßenkapazität zu steigern
* Daten basierte Optimierung von Routen und Auslastung verspricht Verbesserungen im LKW Verkehr
* Die zeitliche Planbarkeit des LKW Transportes ist trotz Staus auf der Straße immer noch hoch genug, um Zeiträume im Tagesverlauf dem Kunden als Lieferzeitpunkt zuzusichern
* Der Kauf der US-Frachtbörse Uship soll die Digitalisierung bei Schenker vorantreiben
* Die neue Plattform "Connect" wird zentrale Buchungsplattform für die Kunden
* Schenker sieht es als wichtig an, dass sich kein anderes Unternehmen zwischen Schenker & den Kunden stellt. Deshalb will Schenker die Kundenschnittstelle beherrschen. Denn nur so meint Schenker sicher stellen zu können, was verkauft wird.
* Schenker betreibt eigene Plattform, weil sie überzeugt sind, dem Kunden so einen schnelleren Prozess von Angebotseinholung bis Buchung ermöglichen zu können und außerdem hinsichtlich der eigentlichen Transportleistung mit den schnellsten Laufzeiten außerhalb des Expressbereichs sowie dem größten und engsten Netz jene Attraktivität bieten zu können, die die Kunden von den freien Plattformen zu ihrer Plattform zieht.
* Die Kunden suchen nach Transportmöglichkeiten mit optimiertem ökologischen Fußabdruck
* Ein Drittel sind Leerfahrten, mit der digitalen Lösung "Linus" sollen Frachtvolumen in den Depots besser zur Nutzung dieser Leerfahrten gesteuert werden können.
* Um diese Datensysteme betreiben zu können, werden zunehmend Mathematiker, Statistiker und Datenanalysten eingestellt
* Von den ca. 25.000 LKW, die Schenker befrachtet, gehören nur rund 10% der LKW Schenker. Wie bei Flixbus besteht die Hauptaufgabe darin, Dienstleistungen an den Kunden zu verkaufen. Ein wesentlicher Teil der Flotte stammt aus Übernahmen, wie der von Joyau in Frankreich.
* Schenker hat Schwächen bei der Rentabilität. Thewes sieht Aufräumbedarf im Bereich der Aufbauorganisation, der Prozesse und der IT. Mit der Softwareharmonisierung sei man voran gekommen.
* Jochen Thewes fühlt sich durch den DB-Konzern sehr gut unterstützt.

Mein Kommentar dazu:
Viele Infos, die all jene, die hier zu Cargo Aussagen machen, zur Kenntnis nehmen sollten.

Re: Chef : Hauptsache billig...

geschrieben von: TN-Fahrer

Datum: 08.01.19 11:03

...die Regierung sollte mal lieber die Kabotagegesetze in D ändern. Dann würde Schenker nicht mehr lange exestieren & ein Großteil der osteuropäischen LKW verschwinden. Das wiederum würde hier im Land Arbeitsplätze sichern & ordentliche, deutsche Speditionen schützen.
Aber wir haben ja hier eine korrupte, von der Lobby gekaufte Regierung, wo alles billig sein muss & ausschließlich nach der Nase der Industrie laufen darf.. Also bleibt alles so, wie es die Industrie strikt vorgibt.

Gruß Carsten



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.19 11:06.

Der war gut! *kicher*

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 08.01.19 12:57

Du musst nur fleißig AfD wählen, deren "Politiker" sind ja bekanntlich nicht korrupt und die wollen auch seit kurzem den "Dexit". Den bräuchtest du nämlich, wenn du die deutsche Kabotage-Gesetzgebung ändern willst, ansonsten gelten die europäischen Regeln. Und bestimmt hast du auch eine Lösung, wie man den Personalmangel im gesamten deutschen Transportgewerbe beheben kann.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Der war gut! *kicher*

geschrieben von: TN-Fahrer

Datum: 08.01.19 13:55

Moin Nietenreko,

Nein, ganz sicher wähle ich die AFD nicht, genauso sicher aber die CDU / SPD / FDP & die Grünen auch nicht. Eine deutsche Partei, die ich wählen würde, muss erst noch erfunden werden. Zumindest wäre diese ganz sicher anti Großindustrie & würde auch ebenso sicher nicht aus Lobbyisten für die Industrie bestehen. Ein Dexit - zumindestens in kleinen Teilen - wäre schon gut. Nicht alles muss immer zwingen " schön europäisch " sein. Es ist schon überaus naiv zu denken, das immer mehr, immer größer, immer schneller, immer billiger, der dauerhaft richtige Weg ist. Ich garantiere dir, das, wenn wir so weitermachen wie derzeit, die weltlichen Probleme nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.

Gruß Carsten



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.19 13:57.

Beispiel für die korrupte Politik gefällig?

geschrieben von: jsbach

Datum: 09.01.19 11:41

Ein gewisser Elmar Brok (CDU) - bekannt aus öffentlich rechtlichen Talkshows -

- ist seit 40 Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament
und gleichzeitig
- Chef der Europäischen Vertretung (= Interessenvertretung = Lobby) des Bertelsmann Medienkonzerns.

Dieser Typ ist aber nur die Spitze des Eisbergs.

Re: Beispiel für die korrupte Politik gefällig?

geschrieben von: Rollo

Datum: 09.01.19 12:47

Was sollen eigentlich diese Politikthemen hier im Themenbaum?

@ Elmar Brok (CDU)
Laut Wikipedia [de.wikipedia.org] ist der Interessenkonflikt bekannt. Somit konnte der Wähler dies berücksichtigen. Und damit ist es letztlich der Wähler, der dieses Treiben trägt. Grundsätzlich sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass Politiker irgendwelche wünschenswerten Eigenschaften hätten. Politiker sind in erster Linie das Produkt einer politischen Selektion, bei der der Wähler eine zentrale Rolle spielt. In diesem Sinne spiegeln die Politiker zunächst mal die Widersprüchlichkeit der Wählerschaft wider.

@ Protektionismus & Nationalismus
Man hat sich vor Jahrzehnten dafür entschieden, die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung zu heben. Sie ermöglichte uns Produkte in einer Komplexität, die die einzelnen Nationen alleine in ihrer Gesamtheit nicht schaffen könnten. Unser Wohlstand fußt folglich darauf. Darüber hinaus hat man über die Jahrzehnte hinweg gewaltige gesellschaftliche Schulden und Verpflichtungen aufgehäuft. Schulden und Verpflichtungen sind nichts groß anderes als Wetten auf die zukünftige Leistungsfähigkeit des Schuldners. Daher zwingen uns eben diese Verpflichtungen dazu, dem Weg des Wachstums weiter zu folgen. Daher ist es keine Option, auf Protektionismus oder Nationalismus zu setzen, wenn wir keinen Systemkollaps provozieren wollen. Wir werden nicht die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung einstreichen können, ohne uns mit deren unangenehmen Kehrseiten herum zu schlagen. Hätten wir das alles nicht gewollt, hätte man Jahrzehnte zuvor einen anderen Weg einschlagen müssen. Dann hätten wir jetzt die Chance mit bescheidenerem Wohlstand ein isoliertes Leben zu fristen.
Aber hätten wir das gewollt? Hätten wir es vor allem noch gewollt, wenn uns andere Staaten ein Leben im Luxus vorgelebt hätten? Man schaue nur mal in die Geschichte von BRD und DDR. War die Wiedervereinigung nicht vor allem eine Wahl mit den Füßen zugunsten des Luxus und der Freiheit?

Re: Chef : Hauptsache billig...

geschrieben von: Skyeurope

Datum: 09.01.19 20:17

TN-Fahrer schrieb:
...die Regierung sollte mal lieber die Kabotagegesetze in D ändern. Dann würde Schenker nicht mehr lange exestieren & ein Großteil der osteuropäischen LKW verschwinden. Das wiederum würde hier im Land Arbeitsplätze sichern & ordentliche, deutsche Speditionen schützen.
Aber wir haben ja hier eine korrupte, von der Lobby gekaufte Regierung, wo alles billig sein muss & ausschließlich nach der Nase der Industrie laufen darf.. Also bleibt alles so, wie es die Industrie strikt vorgibt.

Gruß Carsten
Tja, leider wollen die Kunden es aber nicht anders! Da wird um den letzten Cent gefeilscht, ist ja nicht so, dass im produzierenden Gewerbe die Marge häufig sowieso durch die Decke geht. Wenn man mit einem deutschen Unternehmer kalkuliert, der seine Fahrer anständig bezahlt, kalkuliert wird man kaum noch Auträge bekommen.
Die "ordentlichen, deutschen Speditionen" machen das im Übrigen auch nicht anders. Hier werden ebenso viele Aufträge an osteuropäische Unternehmer untervergeben.

Im Übrigen erwirtschaftet die Schenker AG ihren Umsatz auch größtenteils durch Luft- und Seefracht. Da werden im Vor-/Nachlauf im Normalfall keine ausländischen Unternehmer eingesetzt.

Re: Chef : Hauptsache billig...

geschrieben von: Skyeurope

Datum: 09.01.19 20:17

Skyeurope schrieb:
TN-Fahrer schrieb:
...die Regierung sollte mal lieber die Kabotagegesetze in D ändern. Dann würde Schenker nicht mehr lange exestieren & ein Großteil der osteuropäischen LKW verschwinden. Das wiederum würde hier im Land Arbeitsplätze sichern & ordentliche, deutsche Speditionen schützen.
Aber wir haben ja hier eine korrupte, von der Lobby gekaufte Regierung, wo alles billig sein muss & ausschließlich nach der Nase der Industrie laufen darf.. Also bleibt alles so, wie es die Industrie strikt vorgibt.

Gruß Carsten
Tja, leider wollen die Kunden es aber nicht anders! Da wird um den letzten Cent gefeilscht, ist ja nicht so, dass im produzierenden Gewerbe die Marge häufig sowieso durch die Decke geht. Wenn man mit einem deutschen Unternehmer kalkuliert, der seine Fahrer anständig bezahlt, wird man kaum noch Auträge bekommen.
Die "ordentlichen, deutschen Speditionen" machen das im Übrigen auch nicht anders. Hier werden ebenso viele Aufträge an osteuropäische Unternehmer untervergeben.

Im Übrigen erwirtschaftet die Schenker AG ihren Umsatz auch größtenteils durch Luft- und Seefracht. Da werden im Vor-/Nachlauf im Normalfall keine ausländischen Unternehmer eingesetzt.

Re: Chef : Hauptsache billig...

geschrieben von: Skyeurope

Datum: 09.01.19 20:18

Skyeurope schrieb:
Skyeurope schrieb:
TN-Fahrer schrieb:
...die Regierung sollte mal lieber die Kabotagegesetze in D ändern. Dann würde Schenker nicht mehr lange exestieren & ein Großteil der osteuropäischen LKW verschwinden. Das wiederum würde hier im Land Arbeitsplätze sichern & ordentliche, deutsche Speditionen schützen.
Aber wir haben ja hier eine korrupte, von der Lobby gekaufte Regierung, wo alles billig sein muss & ausschließlich nach der Nase der Industrie laufen darf.. Also bleibt alles so, wie es die Industrie strikt vorgibt.

Gruß Carsten
Tja, leider wollen die Kunden es aber nicht anders! Da wird um den letzten Cent gefeilscht, ist ja nicht so, dass im produzierenden Gewerbe die Marge häufig sowieso durch die Decke geht. Wenn man mit einem deutschen Unternehmer kalkuliert, der seine Fahrer anständig bezahlt, wird man kaum noch Auträge bekommen.
Die "ordentlichen, deutschen Speditionen" machen das übrigens auch nicht anders. Hier werden ebenso viele Aufträge an osteuropäische Unternehmer untervergeben.

Im Übrigen erwirtschaftet die Schenker AG ihren Umsatz auch größtenteils durch Luft- und Seefracht. Da werden im Vor-/Nachlauf im Normalfall keine ausländischen Unternehmer eingesetzt.
jsbach:
Ein gewisser Elmar Brok (CDU) - bekannt aus öffentlich rechtlichen Talkshows -

- ist seit 40 Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament
Möglicherweise nicht mehr lange. [www.faz.net]

Re: Hauptsache billig...

geschrieben von: Rollo

Datum: 10.01.19 08:15

Skyeurope schrieb:
Tja, leider wollen die Kunden es aber nicht anders! Da wird um den letzten Cent gefeilscht, ist ja nicht so, dass im produzierenden Gewerbe die Marge häufig sowieso durch die Decke geht. Wenn man mit einem deutschen Unternehmer kalkuliert, der seine Fahrer anständig bezahlt, kalkuliert wird man kaum noch Auträge bekommen.
Die "ordentlichen, deutschen Speditionen" machen das im Übrigen auch nicht anders. Hier werden ebenso viele Aufträge an osteuropäische Unternehmer untervergeben.

Im Übrigen erwirtschaftet die Schenker AG ihren Umsatz auch größtenteils durch Luft- und Seefracht. Da werden im Vor-/Nachlauf im Normalfall keine ausländischen Unternehmer eingesetzt.

Welcher professionelle Kunde hat schon was zu verschenken? Jeder muss schauen, dass die eigenen Zahlen stimmen. Keiner hat was zu verschenken. In Folge dessen ist es üblich, dass man als gewerblicher Kunde die Preise durchsetzt, die am Markt durchzusetzen sind.

Letztlich steht am Ende der Kette auch immer ein Endkunde, der auch nur eine bestimmte Zahlungsbereitschaft bzw. -fähigkeit hat. Der Endkunde schenkt den Gewerben daher auch nichts, auch wenn es teils verwunderlich ist, für was er bereit ist, mehr zu bezahlen ;-)

Das ist Marktwirtschaft und das sorgt dafür, dass wir uns für unser erworbenes Geld soviel leisten können.