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Ähnliches kennt man ja schon von Winfried Wolf, doch diesmal schreibt nicht Wolf in der TAZ, sondern die FAZ berichtet aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes.

Verheerendes Urteil über die Deutsche Bahn (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Zitat
„Die Infrastruktur wurde jahrelang auf Verschleiß gefahren. Sie ist in einem beklagenswerten Zustand, und entgegen den Zusagen der Deutschen Bahn wächst der Investitionsstau“, sagte der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, am Donnerstag in Berlin. „Ein ,Weiter so‘ ist deshalb nicht akzeptabel. Aber das Verkehrsministerium ist ambitionslos.“
Zitat
Die sogenannten „Qualitätskennzahlen“ der Bahn brächten aber keine echten Erkenntnisse über den Zustand des Netzes. So gelte dieser Zustand etwa weiter als „gut“, wenn die Bahn ihre Züge planmäßig langsamer über ein sanierungsbedürftige Strecke fahren lasse.
Zitat
Unzureichend seien auch die Sanktionsmöglichkeiten des Bundes. Der Bahn drohe eine Strafzahlung von 15 Millionen Euro – egal, ob das Ziel knapp oder weit verfehlt werde. „Das ist zu handzahm.“
Zitat
Scheller bezeichnete es überdies als „Konstruktionsfehler“ in der Finanzierung, dass zwischen Instandhaltungsinvestitionen, die die Deutsche Bahn aus Eigenmitteln finanzieren müsse, und den Ersatzinvestitionen unterschieden werde, die der Bund bezahle. „Das setzt für die Bahn den Fehlanreiz, Schienen oder Brücken so lange verfallen zu lassen, bis sie ersetzt werden müssen – wie etwa bei der Fehmarnbelt-Brücke“

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Auch die Süddeutsche hat einen Artikel:

Die Bahn ist außer Kontrolle geraten (Süddeutsche Zeitung)

Zitat
Die Antworten der Kontrolleure lesen sich wie ein dringender Appell, die Notbremse zu ziehen.
Zitat
Denn während die Bahn für den Erhalt des Netzes verantwortlich ist, zahlt der Bund für sogenannte Ersatzinvestitionen zusätzlich.

Damit fahre die Bahn finanziell gut, wenn sie die Pflege des Netzes vernachlässige, urteilt der Rechnungshof. Sanktionen könnten die Bahn davon nicht abhalten. Denn erfülle die Bahn ihre Pflichten nicht, drohten Strafen, die den Namen eigentlich nicht verdient hätten.
Zitat
Nicht einmal das verantwortliche Bundesverkehrsministerium wisse, wie der Staatskonzern und seine Töchter Milliardenzuschüsse für den Erhalt der Bahninfrastruktur einsetzten
Zitat
"Es besteht die Gefahr, dass sich der Zustand der Bahn-Infrastruktur weiter verschlechtert - und das trotz steigender Bundesmittel", warnt Scheller. Jedenfalls, dann, wenn sich das System nicht ändere.
Zitat
Denn wenn die immer auf fünf Jahre geschlossene Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn im nächsten Jahr ausläuft, könnte der Bund mehr Kontrollen einführen. Doch der wolle gar nicht, klagt der Rechnungshof.
Zitat
Das Verkehrsministerium plane, den Parlamentariern den fertig ausgehandelten Vertrag erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 vorzulegen.
Letzteres bedeutet, dass das Parlament den Plan wegen des bis dahin entstandenen Zeitdrucks nur noch abnicken kann. Der BRH will das verhindern und plädiert darauf, dass der Plan früher vorgelegt wird.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Noch eine Beschreibung bei den Finanznachrichten:

Rechnungshof wirft Scheuer Ahnungslosigkeit bei Bahn-Schlamassel vor (FinanzNachrichten.de)

Zitat
Er [Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller] warf Scheuer vor, "ambitionslos und riskant" mit der Bahn zu verhandeln. "Es besteht die Gefahr, dass sich der Zustand der Bahninfrastruktur weiter verschlechtert, obwohl die Zuweisungen des Bundes steigen"
Zitat
Nach Einschätzung der Beamten gehen die internen Kennzahlen der Bahn völlig an der Realität vorbei. So zeige beispielsweise ein Indikator an, dass das Schienennetz zu 97 Prozent mängelfrei sei. Das liege auch daran, dass bestimmte Probleme erst nach 100 Tagen als Mangel klassifiziert würden.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Servus.

Die Missstände sind seit langem bekannt und werden hier und auf anderen Eisenbahn-Plattformen, von Gewerkschaften, Fahrgastverbänden und Vereinigungen der Transportunternehmen außerhalb des DB-Konzern bereits seit geraumer Zeit diskutiert und angeprangert. Passiert ist seitdem jedoch nichts.

Es bleibt die spannende Frage, ob sich nun etwas ändert. Meine persönliche Tendenz: Die Opposition wird kurz aufschreien, die Regierung sich wegducken - und es geht weiter wie bisher. Hauptsache Infrastruktur für den kleinen Mann wird in Form von Asphalt gebaut, damit die Abgeordneten weiter Werbung für sich machen können. Die wenigsten Deutschen haben ein Schienenfahrzeug in der Garage stehen...

In einigen Jahren werden wir es vielleicht erleben, dass das Ruder herumgerissen wird - was ich bei der seit mittlerweile über fünf Jahren andauernden Hörigkeit der Politik gegenüber Autolobby und -konzernen im Zusammenhang mit Diesel-Gate & Co allerdings stark bezweifele. In diesem einen Fall würde ich mich jedoch ausdrücklich freuen, wenn ich mich irren sollte...

MfG

EDIT: Was würdet ihr von folgendem Vorgehen halten: Im Hobby-, Bekannten- und Familienkreis auf die Probleme hinweisen und einen vorformulierten Brief an die jeweils lokal zuständigen Spitzenleute der Parteien versenden, ausgefüllt mit allen Angaben (Name, Anschrift, Wohnort) und unterschrieben. Alternativ eine Online-Petition, aber die erreicht vermutlich längst nicht die Wirkung...

Nutze heute jede freie Minute für Fotos - In wenigen Jahren sind es wunderbare Erinnerungen an das Damals.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 22:32.
Traumflug schrieb:
(XXX)

Verheerendes Urteil über die Deutsche Bahn (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Guten Abend,

warum ist unsere (damit auch meine) Gesellschaft trotz unschätzbarer Erkenntnisbasis nach wie vor mehrheitlich unfähig, zwischen dem

+ dinglichen Verkehrssystem "Rad-Schiene" auf Basis der Spurführung und
+ den administrativ-abstrakten Geldflüssen der "öffentlichen Hand" für die von ihr schwerpunktmäßig nur formal "geführten", inhaltlich jedoch mittels kontraproduktiver Sachentscheidungen der Polit-Ebenen faktisch "enteignete" "D E U T S C H E??? Bahn", haarklein zu unterscheiden? Wie beim Mehrwertsteuersatz. Hat unsere ums längerfristige Überleben tapfer kämpfende Gesellschaft sich nicht um Wichtigeres zu kümmern?

Diedeutsche Bahn wie auch die NichtbundenEigenen Bahnen
leiden unter einem seit längerer Zeit unmoderierten Mehrfrontenkrieg. Nur einige Stichworte:

* Infrastrukturerhalt chronisch unterfinanziert, aber im Gegensatz zu den Straßenbau-"Tätern" (jeder Misthaufen bekommt eine Misthaufen-Umfahrung, koste es, was es wolle) ist das Verkehrssystem "Schiene ein Multi-Opfer. Ironischer Weise auch ein Opfer der verschärften Umweltgesetzgebung,
### die früher gemacht wurde, um dem ausufernden Straßenneubauwahn Grenzen zu setzen,
### die sicht heute ausgerechnte gegen den Ausbau des spurgeführten und meist elektromobilen ÖV faktisch wirkt.

DIE DRECKSCHLEUDERN HABEN IHRE RASERPISTEN SEIT JAHRZEHNTEN.
DER SCHIENE WIRD JEDE MINIMALVERÄNDERUNG ALS "EINGRIFF" VERWEHRT. "BÖSE"...

* Nicht die DB trägt die Schuld an Unterfinanzierungen bei zugleich verschäften "öffentlichen" = kostentreibenden Auflagen , ebenso wenig wie eine NE, ein EVU, ein EIU, ein tages(!)politisch ja nach Zufallsmehrheiten konstruiertes Ei, ei, ei.

* NULL Planungsreserve! Selbst bei seit aus Kundensicht schon seit Ewigkeiten angemahnten Investitionen tat sich in der bis heute andauernden Mehltau-Phase nichts.

Mein Fazit:
Schlechte Randbedingungen für einen Netz wie auch den vorgelagerteb ITF-"Ausbau" . Im Ergenis in vielen Fällen dies auch zu ermöglichen.

Grüße
Fentapi
Fotojäger schrieb:
Es bleibt die spannende Frage, ob sich nun etwas ändert.
Für dieses Forum hat sich schon was geändert: nicht selten wird hier bezweifelt, dass die Finanzierung der DB Fehlanreize setzt, insbesondere dass die DB ganz scharf auf Abriss und Neubau ist, anstatt pflegebedürftige, aber funktionierende Infrastruktur (auch Denkmäler) durch geeignete Wartungsarbeiten zu erhalten. Dem kann man jetzt ein gutes Argument von höchster Stelle entgegen setzen.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Das ist eine Finanzierungsvereinbarung, die Mehdorn mit Rückendeckung Schröder dem Verkehrsministerium diktiert hat.
Fotojäger schrieb:
Servus.

Die Missstände sind seit langem bekannt und werden hier und auf anderen Eisenbahn-Plattformen, von Gewerkschaften, Fahrgastverbänden und Vereinigungen der Transportunternehmen außerhalb des DB-Konzern bereits seit geraumer Zeit diskutiert und angeprangert. Passiert ist seitdem jedoch nichts.

Es bleibt die spannende Frage, ob sich nun etwas ändert. Meine persönliche Tendenz: Die Opposition wird kurz aufschreien, die Regierung sich wegducken - und es geht weiter wie bisher. Hauptsache Infrastruktur für den kleinen Mann wird in Form von Asphalt gebaut, damit die Abgeordneten weiter Werbung für sich machen können. Die wenigsten Deutschen haben ein Schienenfahrzeug in der Garage stehen...

In einigen Jahren werden wir es vielleicht erleben, dass das Ruder herumgerissen wird - was ich bei der seit mittlerweile über fünf Jahren andauernden Hörigkeit der Politik gegenüber Autolobby und -konzernen im Zusammenhang mit Diesel-Gate & Co allerdings stark bezweifele. In diesem einen Fall würde ich mich jedoch ausdrücklich freuen, wenn ich mich irren sollte...

MfG

EDIT: Was würdet ihr von folgendem Vorgehen halten: Im Hobby-, Bekannten- und Familienkreis auf die Probleme hinweisen und einen vorformulierten Brief an die jeweils lokal zuständigen Spitzenleute der Parteien versenden, ausgefüllt mit allen Angaben (Name, Anschrift, Wohnort) und unterschrieben. Alternativ eine Online-Petition, aber die erreicht vermutlich längst nicht die Wirkung...
Zum Engagement: Ich kann nur jeden dazu ermuntern. Als mündiger Bürger in einer Gesellschaft mit Meinungs- und Pressefreiheit kann man mehr bewirken, als viele glauben. Ich weise auch bei jeder Gelegenheit im Gespräch mit Bahnern, Verkehrsexperten, Politikern und Journalisten auf die strukturellen Probleme des DB-Konzerns sowie des sich nur mangelhaft seiner bahnpolitischen Verantwortung gerecht werdenden Bundesverkehrsministeriums hin. Je mehr das Thema an Präsenz in der Öffentlichkeit gewinnt, je mehr die Menschen für den dringenden Handlungsbedarf im System Schiene sensibilisiert werden, desto größer wird der Handlungsdruck. Es ist doch unübersehbar, wie die Problematik in den letzten Jahren und Monaten in einer breiten Öffentlichkeit erheblich an Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile auch in bahnfremden Kreisen thematisiert wird. Man sieht: der Einsatz wirkt. Die Einsicht ist, bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

Freilich steht eine der zweite Schritt auf den sich breit machenden Unmut noch aus. Wir nähern uns dem aber deutlich an - immerhin! Also: bitte weiter konstruktiv-kritisch für die Eisenbahn in Deutschland einsetzen - von nix kommt nix!

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 23:38.

Beispiel: Brückenbau an der Strecke Diepholz - Sulingen

geschrieben von: Georg h

Datum: 06.12.18 23:45

Und ersetzt die DB Netz schon mal verschlissene Infrastruktur, dann muß man sich fragen, ob das im Einzelfall wirklich nötig ist.

Im Oktober und November 2018 wurden auf der nur von einem wöchentlichen Güterzugpaar befahrenen Strecke Diepholz - Sulingen, die zur Versorgung eines Tanklagers von ExxonMobil in Barenburg bei Sulingen dient, alle sieben Brücken, die noch aus der Erbauungszeit der Strecke vor über 100 Jahren stammten, durch Neubauten ersetzt. Dafür wurden 6 Millionen Euro verbaut. Die Strecke ist so "wichtig", dass eine längere Sperrung nicht möglich war. So hat man für jede Brücke die Strecke für 4 1/2 Tage über ein Wochenende gesperrt hat, um dann mit Nachtschichten und Sonntagsarbeit die Brücke einzusetzen und das Gleis wiederzustellen, damit die Strecke am nächsten Montagmorgen für den nächsten Güterzug wieder befahrbar ist.

Das Ganze hat insofern ein Geschmäckle, als das eigentlich jedem in der Gegend bekannt ist , was ein Zuschauer dem Zeitungsreporter erzählte: „Ein Bekannter, der beim Beladen der Schwefelzüge in Barenburg arbeitet, hat mir gesagt, dass damit wahrscheinlich in zwei Jahren Schluss ist...“

Da fragt man sich, wenn man die alten Brücken gepflegt hätte, hätten sie die paar Jahre nicht noch gehalten?
Na, ja, eine Museumsbahn bräuchte sich auf dieser Strecke für die nächsten 100 Jahre keine Sorgen um die Brücken machen.

[www.kreiszeitung.de]
[www.kreiszeitung.de]
Abteil schrieb:
Fotojäger schrieb:
Was würdet ihr von folgendem Vorgehen halten: Im Hobby-, Bekannten- und Familienkreis auf die Probleme hinweisen und einen vorformulierten Brief an die jeweils lokal zuständigen Spitzenleute der Parteien versenden, ausgefüllt mit allen Angaben (Name, Anschrift, Wohnort) und unterschrieben. Alternativ eine Online-Petition, aber die erreicht vermutlich längst nicht die Wirkung...
Zum Engagement: Ich kann nur jeden dazu ermuntern. Als mündiger Bürger in einer Gesellschaft mit Meinungs- und Pressefreiheit kann man mehr bewirken, als viele glauben. Ich weise auch bei jeder Gelegenheit im Gespräch mit Bahnern, Verkehrsexperten, Politikern und Journalisten auf die strukturellen Probleme des DB-Konzerns sowie des sich nur mangelhaft seiner bahnpolitischen Verantwortung gerecht werdenden Bundesverkehrsministeriums hin. Je mehr das Thema an Präsenz in der Öffentlichkeit gewinnt, je mehr die Menschen für den dringenden Handlungsbedarf im System Schiene sensibilisiert werden, desto größer wird der Handlungsdruck. Es ist doch unübersehbar, wie die Problematik in den letzten Jahren und Monaten in einer breiten Öffentlichkeit erheblich an Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile auch in bahnfremden Kreisen thematisiert wird. Man sieht: der Einsatz wirkt. Die Einsicht ist, bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.
Ja und Nein. Es gibt ja durchaus Bürgeriniativen, die bundesweit bekannt sind. Die S-21-Kritiker fahren zum Beispiel seit 8 Jahren so eine Art Dauerkampagne. Trotz der aktiven Beteiligung tausender Menschen haben sie in der Politik im Wesentlichen nur geschafft, dass dieses Projekt zu den strengstens verbotenen Themen gehört. In der Bevölkerung ist es schon besser, da wurde das Projekt zum peinlichsten Vorhaben unserer Republik. Nicht einmal für zukünftige Projekte hat die Politik gelernt, wie man am Kai-aus-der-Kiste-Projekt Fernbahntunnel Frankfurt sehen kann.

Bewegen tut sich dennoch nur etwas, wenn man vor Gericht zieht. Was Eisenbahnfreunde von Klagen gegen Projekte halten kann man hier beinahe jeden Tag erleben. Bei Einigen sind die ja geradezu zum Sündenbock der ganzen Misere geworden, obwohl sie sich gerade für die Behebung der Misere engagieren. Da wird das Planungsbeschleunigungsgesetz bejubelt, nur weil man damit den engagierten Menschen eins auszuwischen glaubt. Derlei Dinge.

Es gibt auch nicht projektbezogene Initiativen wie z.B. den VCD oder Bahn für Alle. Da rührt sich auch nicht viel, trotz hochkarätiger Besetzung und sehr guter Arbeit.

Was funktioniert: was die Gelbwesten machen. Da kommen die Politiker richtig ins schwitzen und müssen klein beigeben. Nur eben nicht hier bei uns.

Dann noch das Problem, das kaum zwei Leute das Gleiche wollen. Die Einen verstehen unter guter Eisenbahn milliardenschwere HGV-Projekte, kümmern sich aber um die Fläche nicht die Bohne. Andere wollen einfach mal die (Elektrifizierungs-)Lücken geschlossen sehen. Dritte wollen Strecken reaktivieren. Das sind mehr oder weniger ein Widersprüche, mit zahlreichen Facetten dazwischen.

Ich weiss, das alles klingt düster. Die effektivste Massnahme wäre wohl immer noch die Einführung von Volksabstimmungen. Wo es die schon gibt: auch welche durchführen. Bundesweit müssen sie erst noch eingeführt werden. Schon die gelegentliche Verwendung dieses Instruments lässt Politiker deutlich umsichtiger agieren. Doch auch hier gibt es nicht wenige Leute, die die Berufsplauderer in Berlin für Götter und sich selbst für zu dumm zum Stimmzettel ausfüllen sehen.

Auch eine mögliches Engagement: softwaretechnische Aufrüstung. Open Source, natürlich. OpenRailwayMaps gibt's ja schon. Was es nicht gibt: unabhängige Pünktlichkeitserfassung, Planungswerkzeuge (damit man die DB auch überprüfen kann), Fahrplantools zur Detektierung von Mängeln und Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen. Wikipedia, auch eine Software, hat bekanntlich Einiges verändert.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Alle guten Dinge sind vier:

Rechnungshof rügt Geldverschwendung bei der Bahn (Stuttgarter Nachrichten)

Dort gibt es ein weiteres Detail:

Zitat
Auch die mögliche Herausnahme der Infrastruktur aus dem Konzern, die Experten und Oppositionsparteien fordern, wird aktuell vom Rechnungshof unter die Lupe genommen. Scheller kündigte auf Nachfrage unserer Redaktion einen Bericht dazu für Anfang 2019 an.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Wer glaubt, daß sich etwas ändert?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 07.12.18 08:30

Nicht nur die bereits in den von Dir gebrachten Zitaten aufgezeigten Mißstände sind seit Jahren bekannt und werden hier bei DSO und an vielen anderen Stellen immer wieder angeprangert - nein, es gibt noch einen viel größeren Mißstand: Die Ignoranz! Das nonchalante Hinweggehen des Managements über alle Argumente von Fachleuten, Bahnkunden, Gewerkschaften und ja, auch von Bahnfreunden!

Was wurde z.B. vor der jüngsten Strukturreform bei Cargo gewarnt und das Nichtfunktionieren mit Beispielen hinlänglich belegt. Das wurde von den verantwortlichen "Erfindern" dieses Chaos alles lapidar vom Tisch gewischt und wurde und wird weiterhin ignoriert.

Was wurde seit Jahren gewarnt vor der Ressourcenvernichtung an Infrastruktur und an Fahrzeugen! Hunderte bewährte Fahrzeuge wurden verschrottet, während allerorten stets und ständig Loks fehlten und fehlen! Was wurde vor "RZ 2000" gewarnt! Heute fehlen Überholungs-/Kreuzungsgleise, wo immer man hinsieht!

Es wird einfach nicht nach Bedarf und Leistungsanforderung beschafft und gebaut, sondern man schraubt stattdessen lieber die Leistungen und drängt den Bedarf zurück, nur damit man durch ganz tolle Einsparungen glänzen kann. Und die angeblichen Leuchttürme, mit denen man sich brüstet, sind bei näherem Hinsehen auch nichts halbes und nichts ganzes.

Manchmal hat man den Eindruck, daß es der Führung der großen Keksfabrik nur noch um die Sicherung ihrer und ihrer Spezln Pfründe geht und alles andere Alibi- und Feigenblattfunktion erfüllt...

Und da haben wir doch schon den Ursprung des Problems....

geschrieben von: Rollo

Datum: 07.12.18 08:43

Fotojäger schrieb:
Servus.

Die Missstände sind seit langem bekannt und werden hier und auf anderen Eisenbahn-Plattformen, von Gewerkschaften, Fahrgastverbänden und Vereinigungen der Transportunternehmen außerhalb des DB-Konzern bereits seit geraumer Zeit diskutiert und angeprangert.
Die damit verbundenen Forderungen sind aber eben in der Regel einseitig. Das Kernproblem, worum es hier geht, ist das Finden der "optimale" Zuweisung von Ressourcen (vgl. [de.wikipedia.org] ) und die beste Strategie zur Verwertung. Das sind klassische mehrdimensionale Optimierungsprobleme oder anders gesagt, komplexe Abwägungen.

Das kommt auch in diesen Veröffentlichungen heraus.

Und mal ganz ehrlich, unsere Demokratie ist extrem aus der Übung gekommen, diese Diskussionen zu führen und diese (harten) Kompromisse zu finden. Mit wünsch Dir was, womit Gewerkschaften, Fahrgastverbände etc. in der Regel unterwegs sind, kommt man da kaum weiter. Ebensowenig wird das Abfragen des Bauchgefühls in Volksabstimmungen helfen. Was helfen würde, wäre ersteinmal eine intensivere Suche nach Alternativen und deren solide Prüfung. Wenn sich da dann sinnvolle Alternativen heraus kristallisieren, kann man immer noch das Volk fragen. Denn da geht es dann häufig um normative Fragen, die was mit Werten und Präferenzen zu tun haben. Das sind dann Dinge, die man durch sachliche Prüfung eben schlecht auswählen kann.

Ein schönes Beispiel für diese Herausforderung ist das Dauerthema Preisgestaltung, welches hier von Thomas Lammpe hoch gehalten wird. Wie das Thema hier behandelt wird, dürfte ein sehr genaues Abbild dessen sein, wie wenn wir die richtige Ausrichtung der Bahn basisdemokratisch entwickeln müssten ;-) Aber letztlich bin ich ja hier, um genau das zu tun :-D Und Ihr kennt auch mein Image und den Umgang, der mit mir gepflegt wird ;-)

Traumflug schrieb:
Ähnliches kennt man ja schon von Winfried Wolf, doch diesmal schreibt nicht Wolf in der TAZ, sondern die FAZ berichtet aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes.

Verheerendes Urteil über die Deutsche Bahn (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Zitat
„Die Infrastruktur wurde jahrelang auf Verschleiß gefahren. Sie ist in einem beklagenswerten Zustand, und entgegen den Zusagen der Deutschen Bahn wächst der Investitionsstau“, sagte der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, am Donnerstag in Berlin. „Ein ,Weiter so‘ ist deshalb nicht akzeptabel. Aber das Verkehrsministerium ist ambitionslos.“
Zitat
Die sogenannten „Qualitätskennzahlen“ der Bahn brächten aber keine echten Erkenntnisse über den Zustand des Netzes. So gelte dieser Zustand etwa weiter als „gut“, wenn die Bahn ihre Züge planmäßig langsamer über ein sanierungsbedürftige Strecke fahren lasse.
Zitat
Unzureichend seien auch die Sanktionsmöglichkeiten des Bundes. Der Bahn drohe eine Strafzahlung von 15 Millionen Euro – egal, ob das Ziel knapp oder weit verfehlt werde. „Das ist zu handzahm.“
Zitat
Scheller bezeichnete es überdies als „Konstruktionsfehler“ in der Finanzierung, dass zwischen Instandhaltungsinvestitionen, die die Deutsche Bahn aus Eigenmitteln finanzieren müsse, und den Ersatzinvestitionen unterschieden werde, die der Bund bezahle. „Das setzt für die Bahn den Fehlanreiz, Schienen oder Brücken so lange verfallen zu lassen, bis sie ersetzt werden müssen – wie etwa bei der Fehmarnbelt-Brücke“
Eine hübsche Ansammlung von Fehlanreizen. für den BWLer ist es natürlich unter den Voraussetzungen wirtschaftlicher Infrastruktur "kalt zu sanieren" (vergammeln lassen, abbauen) als sie zu unterhalten. Wenn der Neuaufbau dann von jemand anders bezahlt wird, ist doch super!

Da müsste man von Seiten des Eigners (Bund) mal an den richtigen Stellen gewaltig nachtreten und die Fehlanreize abstellen. Wenigstens hat man bezüglich der Gewinnabführung von DB Netz zuletzt nachgelassen. Wie konnte man nur auf die Idee kommen, dass die Infrastruktur Gewinn abwerfen soll. Bei der Autobahn erwartet das auch niemand. Und das Ergebnis ist jetzt schon zu bewundern. (im Schnitt 122 Jahre alte Brücken kurz vor dem Kollaps).

Edit:
Im übrigen scheint es doch als würde Geschichte sich wiederholen. Was heute bei der "Bahn" (nicht) läuft hat doch gewaltige Ähnlichkeiten zur Geschichte British Rail - Rail Track - Network Rail. Da könnten doch manche Großkopferten bei uns aus der Geschichte lernen, wenn sie denn den Realitätsbezug nicht gänzlich verloren hätten. Oder geht das nur mir so?

"Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 09:08.
" Scheller bezeichnete es überdies als „Konstruktionsfehler“ in der Finanzierung, dass zwischen Instandhaltungsinvestitionen, die die Deutsche Bahn aus Eigenmitteln finanzieren müsse, und den Ersatzinvestitionen unterschieden werde, die der Bund bezahle"

Dieser Konstruktionsfehler ermöglicht der Bahn z.B. auf einer HGV-Strecke nur 30 Jahre alte Fahrleitungsmasten und Oberleitungen auf Steuerzahlerkosten erneuern zu lassen. Möglicherweise gilt das auch für die Erneuerung von Unterwerken.
Rollo schrieb:
Das Kernproblem, worum es hier geht, ist das Finden der "optimale" Zuweisung von Ressourcen

Das sehe ich als ein Thema für die Fachabteilungen und das am leichtesten lösbare Problem an. Schwieriger ist es mit dem Unwillen des Verkehrsministeriums, sich überhaupt darum zu kümmern, was die Zauberlehrlinge im Vorstand so treiben.

Herbert
Rollo schrieb:
Und mal ganz ehrlich, unsere Demokratie ist extrem aus der Übung gekommen, diese Diskussionen zu führen und diese (harten) Kompromisse zu finden. Mit wünsch Dir was, womit Gewerkschaften, Fahrgastverbände etc. in der Regel unterwegs sind, kommt man da kaum weiter. Ebensowenig wird das Abfragen des Bauchgefühls in Volksabstimmungen helfen. Was helfen würde, wäre ersteinmal eine intensivere Suche nach Alternativen und deren solide Prüfung.
Da sollte man nicht das Eine gegen das Andere ausspielen. Die Politiker haben heraus gefunden, dass sie von den Schieflagen ihres Handelns am einfachsten ablenken können, indem sie tatsächliche Probleme zu Gefühlsproblemen der Bevölkerung umdeklarieren. Folge davon ist, dass die Sachdiskussion ins Hintertreffen gerät und davon ist wiederum die Folge, dass man bei Volksabstimmungen nur noch nach Gefühlslage wählen könnte.

Das ist möglich, weil die allermeisten öffentlichen Diskussionen nur Scheindiskussionen sind. Am Ende entscheiden die Politiker immer unter sich, und sie können sich sicher sein, damit durchzukommen. Volksabstimmungen würden das ändern. Dann haben Politiker nicht mehr das letzte Wort, zumindest nicht bei krassen Fehlentscheidungen. Das wäre einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion zweifelsohne förderlich.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Fünf.

Abkassieren durch Abwarten? (Tagesschau)

Bei der Tagesschau stellt man vorwiegend auf die fehlenden Anreize zum fortlaufenden Erhalt der Infrastruktur ab:

Zitat
Auf dem Papier sind heute 97 Prozent des Schienennetzes mängelfrei. Bahnkunden machten da jeden Tag ganz andere Erfahrungen, sagt Scheller. Das liege aber an der spitzfindigen Definition der Bahn, nach der ein Schaden erst dann als Mangel zählt, "wenn er noch nach 100 Tagen besteht, oder ab dem 101sten Tag". Das täusche natürlich über die Realität hinweg, denn Störungen gibt es laut Scheller auch innerhalb dieses Zeitraums, aber das werde nicht als offizieller Mangel in dem Sinne des Finanzierungssystems registriert.

Einschub
"Und das ist eine Täuschung und wir kommen zu einer Aussage, die das wahre Bild verfälscht."
Zitat
Scheller nennt ein Beispiel: "Die durchschnittliche Lebensdauer einer Brücke ist 122 Jahre, und hier fällt natürlich Instandsetzungsaufwand an: Die Tragfähigkeit lässt nach, es müssen Einzelteile erneuert werden." Die Bahn muss eine solche Brücke ständig mit kleineren Reparaturen instand halten - auf ihre Kosten. Tut sie das nicht, verfallen Gleise, Weichen und natürlich auch Brücken viel schneller.

Wird etwa eine Brücke dann so baufällig, dass nur noch ein Abriss übrig bleibt, ist die Bahn finanziell nicht mehr in der Pflicht - dann zahlt der Bund einen Neubau. [...] Durch diese Methode sei der schlechte Zustand der Infrastruktur quasi hausgemacht.

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Traumflug schrieb:
Das ist möglich, weil die allermeisten öffentlichen Diskussionen nur Scheindiskussionen sind. Am Ende entscheiden die Politiker immer unter sich, und sie können sich sicher sein, damit durchzukommen. Volksabstimmungen würden das ändern. Dann haben Politiker nicht mehr das letzte Wort, zumindest nicht bei krassen Fehlentscheidungen. Das wäre einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion zweifelsohne förderlich.
Prust, wer hat Dir den diesen Floh ins Ohr gesetzt? Wenn Du mal aus Deiner Traumflugblase heraus kommst, wirst Du feststellen, dass die derzeitige Verkehrspolitik ziemlich genau die sein dürfte, die die Mehrheit der Wähler wünscht. Nämlich starke Bevorzugung und Ausbau des Strassenverkehrs und ein paar Brosamen für den öffentlichen Verkehr, der nach landläufiger Meinung eh nur von den berühmten vier A genutzt wird. Wie eine Volksabstimmung pro oder contra Bahn (ganz besonders wenn die Alternative zu den für die Bahn geplanten Mitteln die Verwendung für die wirklich sinnvollen Dinge wie Rente, Pflege, Schule etc. ist) ausginge will ich mir gar nicht vorstellen; da blieben am Schluss nur noch ein paar S-Bahn Netze in den Ballungszentren übrig.

Und welchen Ruf das System Bahn in der Bevölkerung hat, dürfte selbst Dir nicht unbekannt sein. Da ist schon momentan - das muss man leider selbst als ausgewiesener Freund des Schienenverkehrs einräumen - bei der bisherigen intransparenten Struktur verbunden mit dem Fehlen jeglicher Langfristplanung auf der Infrastrukturseite jeder Cent rausgeschmissenes Steuergeld. Also lass diesen Vorschlag doch besser stecken; selbst im vernünftigen Baden-Württemberg ist die Volksabstimmung für Stuttgart 21 bekanntlich nicht gerade so ausgegangen wie sich das die Anhänger derselben vorgestellt hatten.

Erik

P.S. Im übrigen bin ich der Ansicht, dass Volksabstimmungen - man sieht das ja auch wunderschön an so vernünftigen Entscheidungen wie dem Brexit - wirklich nur für Entscheidungen auf lokaler Ebene über Dinge wie Schwimmbadsanierungen, Schulbauten, Kultureinrichtungen etc. geeignet sind, die der Wähler inkl. der Folgen zu überblicken in der Lage ist. Für alles andere - ich wohne an der Schweizer Grenze und sehe alle drei Monate über welchen Unfug dort direktdemokratisch entschieden werden kann und auch wird - haben wir die repräsentative Demokratie und es steht jedem Bürger frei sich dort von Gemeinderat bis Bundestag zu engagieren! Ist halt etwas schwieriger und ziemlich mühselig sich dort sachlich durchzusetzen, aber es lohnt sich.

Davon abgesehen ist es ein geiles Gefühl (ich weiss von was ich rede, ich habe bei der letzten BuTaWa auf der Liste einer sehr, sehr guten PARTEI kandidiert) in der Wahlkabine jemanden wählen zu können, dem man voll und ganz vertraut... sich selbst! Aber das gehört jetzt eigentlich nicht hier her ;-)

Le nationalisme, c'est la guerre! (François Mitterrand)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 12:48.
D 2027 schrieb:
Traumflug schrieb:
Das ist möglich, weil die allermeisten öffentlichen Diskussionen nur Scheindiskussionen sind. Am Ende entscheiden die Politiker immer unter sich, und sie können sich sicher sein, damit durchzukommen. Volksabstimmungen würden das ändern. Dann haben Politiker nicht mehr das letzte Wort, zumindest nicht bei krassen Fehlentscheidungen. Das wäre einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion zweifelsohne förderlich.
Prust, wer hat Dir den diesen Floh ins Ohr gesetzt? Wenn Du mal aus Deiner Traumflugblase heraus kommst [...]
Wieso schreibst Du eigentlich so viel Text, wenn's eh nur beleidigende Polemik ist? Was eine Zeitverschwendung.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Bronnbach Bhf

Datum: 07.12.18 13:02

Für mich gibt es indem Artikel drei zusammengehörige Kernaussagen:

Zitat
Die sogenannten „Qualitätskennzahlen“ der Bahn brächten aber keine echten Erkenntnisse über den Zustand des Netzes. So gelte dieser Zustand etwa weiter als „gut“, wenn die Bahn ihre Züge planmäßig langsamer über ein sanierungsbedürftige Strecke fahren lasse.
Zitat
Scheller bezeichnete es überdies als „Konstruktionsfehler“ in der Finanzierung, dass zwischen Instandhaltungsinvestitionen, die die Deutsche Bahn aus Eigenmitteln finanzieren müsse, und den Ersatzinvestitionen unterschieden werde, die der Bund bezahle. „Das setzt für die Bahn den Fehlanreiz, Schienen oder Brücken so lange verfallen zu lassen, bis sie ersetzt werden müssen – wie etwa bei der Fehmarnbelt-Brücke“
Bei den Autobahnen gab/gibt es keinen Split zwischen Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionen auf verschiedene Kostenträger. Das Geld kommt hier aus einem Topf. Das zahlt alles der Bund aus dem Etat des Verkehrsministeriums. Heute erledigen die Länder die Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionen im Auftrag des Bundes, zukünftig macht dies die bundeseigene Infrastrukturgesellschaft direkt. Auch eine Zustandsbeschreibung von "gut" bei maroden Straßen oder Brücken wären bei der Autobahn undenkbar. Da gibt es bundeseinheitliche Richtlinien.

Das Konstrukt mit DB Netz in einem integrierten DB Konzern ist damit in meinen Augen gescheitert. Die beiden ersten Zitate zeigen die grundsätzliche Problematik, zumal der Bund auf DB Netz (vorallem weil die DB eine AG ist) kein direktes Durchgriffsrecht hat. Das Aktiengesetz verbietet dies sehr strikt. Das folgende Zitat spricht Bände und ist eine direkte Folge aus den rechtlichen Konsequenzen des Aktienrechts

Zitat
Nicht einmal das verantwortliche Bundesverkehrsministerium wisse, wie der Staatskonzern und seine Töchter Milliardenzuschüsse für den Erhalt der Bahninfrastruktur einsetzten
Damit bleibt nur eine Konsequenz. DB Netz muss in eine bundeseigene "Infrastrukturgesellschaft Schiene" überführt weren. Diese Infrastrukturgesellschaft muss vorallem als GmbH firmieren. Dazu keine Trennung mehr nach Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionen. Hier müssen die selben Spielregeln gelten wie bei der Autobahn. Sprich alle Kosten trägt der Bund aus dem Haushalt. Im Gegenzug müssen dafür aber die Trassenentgelte von der Infrastrukturgesellschaft Schiene direkt an den Bund abgeführt werden, so wie es bei der Autobahnmaut auch passiert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 13:03.
Hallo Herbert, damit hast Du mir echt einen Lacher abgerungen. Wenn das Thema Allokation so einfach wäre, hätten wir nicht die politischen Umbrüche in der Welt, die wir gerade erleben und die fürchten lassen, dass uns alles um die Ohren fliegt ;-) Auch wären wohl die Wirtschaftswissenschaftler arbeitslos. Allerdings muss ich Dir zugestehen, dass Deine Position sehr, sehr häufig zu hören und zu lesen ist.

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Rollo

Datum: 07.12.18 13:18

Wenn Du Dir die Diskussion um diese Autobahngesellschaft anschaust, wird für deren Ausgestaltung die DB-Netz als Beispiel heran gezogen ;-)

bjoern schrieb:
Da müsste man von Seiten des Eigners (Bund) mal an den richtigen Stellen gewaltig nachtreten und die Fehlanreize abstellen. Wenigstens hat man bezüglich der Gewinnabführung von DB Netz zuletzt nachgelassen. Wie konnte man nur auf die Idee kommen, dass die Infrastruktur Gewinn abwerfen soll.
Moment! Dass DB Netz Gewinne erwirtschaften muss hat nichts mit der Dividende an den Bund zu tun. Dieser Druck gab es schon vorher und wird es auch zukünftig geben. Tendenz steigend, obwohl die Dividende nicht steigt. Dass DB Netz nicht mehr so viel Gewinn erwirtschaften müsste wenn die Dividende gestrichen würde, glauben nur die größten Optimisten.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Traumflug schrieb:

Was eine Zeitverschwendung.
Stimmt, wenn Du den Rest nicht liest...

Erik

Le nationalisme, c'est la guerre! (François Mitterrand)

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Bronnbach Bhf

Datum: 07.12.18 14:31

Rollo schrieb:
Wenn Du Dir die Diskussion um diese Autobahngesellschaft anschaust, wird für deren Ausgestaltung die DB-Netz als Beispiel heran gezogen ;-)
Die organisatorische und tarifliche Ausgestaltung von DB Netz ist ja garnicht zu beanstanden. Nur der Umstand, dass DB Netz eben keine direkte Infrastrukturgesellschaft des Bundes ist, sondern ein Tochterunternehmen der DB AG, weshalb der Bund gesellschaftsrechtlich keinen direkten Durchgriff hat. Man kann da nun weiter dran rumdoktern, oder klare Verhältnisse schaffen. Im Prinzip müsste der Bund die DB Netz AG nur mittels "Sharedeal" aus dem DB Verbund rauskaufen und die DB Netz AG in eine GmbH umwandeln. Dann hat er seine Infrastrukturgesellschaft. Alles kein Hexenwerk. DB Station uns Service muss da natürlich mit übertragen werden, sind die Bahnhöfe doch Teil der Infrastruktur.

Buchhaltung, Lohnabrechnung etc. werden weiter von den zentralen Abteilungen der DB gemacht. Dafür bedarf es nur eines sog. SLA Vertrages (Service Letter Agreement). Das ist wahrlich kein Hexenwerk. Die Deutsche Rentenversicherung lässt ja auch sämtliche Rentenzahlungen über die "Deutsche Post Rentenservice" abwickeln, da die Deutsche Rentenversicherung hierfür keinen eigenen Wasserkopf aufbauen wollte... Es geht alles, man muss es nur WOLLEN.

Das man DB Netz nicht rauslöst hat doch schlicht steuerliche Gründe. Eine Übertragung von Grundvermögen (hier Grund- und Boden und damit verbaute Immobilien, Brücken, Tunnel etc.) unterliegt der Grunderwerbssteuer.... Rechne Dir aus was das den Bund kostet, wenn der Bund DB Netz als eigene Infrastrukturgesellschaft übernehmen würde. Die Grunderwerbssteuer fließt in die Länderhaushalte... Es wäre also für den Bund kein Nullsummenspiel. Aber auch für das Problem der Grunderwerbssteuer gäbe es sicher Lösungen. Was spräche dagegen, wenn die aus einer solchen "Umhängung" einmalig anfallende Grunderwerbssteuer auf den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern angerechnet wird. Wie gesagt, man muss es nur wollen..
Fentapi schrieb:
Traumflug schrieb:
(XXX)

Verheerendes Urteil über die Deutsche Bahn (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Guten Abend,


Guten Abend,

auch bei der Tagesschau tönt es so:
[www.tagesschau.de]

Man könnte da ja aufgrund der falschen Anreize der Bahn unterstellen, dass sie die Infrastruktur absichtlich verfallen lässt, um den Ersatz dann dem Bund aufbürden zu können. Das ist ja eigentlich Betrug. Das sollte der Verkehrsminister nicht so weiterhin dulden.

Aber auch in CH hat die Pünktlichkeit abgenommen, wenn auch da nicht die Instandhaltung der Infrastruktur angeführt wird.

Herzliche Grüsse
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 14:35.

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Traumflug

Datum: 07.12.18 16:15

Bronnbach Bhf schrieb:
Rollo schrieb:
Wenn Du Dir die Diskussion um diese Autobahngesellschaft anschaust, wird für deren Ausgestaltung die DB-Netz als Beispiel heran gezogen ;-)
Die organisatorische und tarifliche Ausgestaltung von DB Netz ist ja garnicht zu beanstanden. Nur der Umstand, dass DB Netz eben keine direkte Infrastrukturgesellschaft des Bundes ist, sondern ein Tochterunternehmen der DB AG, weshalb der Bund gesellschaftsrechtlich keinen direkten Durchgriff hat. Man kann da nun weiter dran rumdoktern, oder klare Verhältnisse schaffen. Im Prinzip müsste der Bund die DB Netz AG nur mittels "Sharedeal" aus dem DB Verbund rauskaufen und die DB Netz AG in eine GmbH umwandeln.
Das kann man machen und wäre wohl auch sinnvoll. Gleichzeitig mangelt es dem Bund nicht gerade an Hebeln, Ordnung in den Laden zu bringen:

- Da ist der Aufsichtsrat der Holding. Über diesen Weg kann man eine Strategie vorgeben.

- Da ist die Bundesnetzagentur. Die hat schon jetzt das Recht, die Kalkulationen einzusehen. Der kann das VM Anweisung geben, auf missbräuchliche Verwendung von öffentlichen Geldern zu achten.

- Der Bund gibt auch sehr viel Geld an die DB Netz AG. Wer Geld gibt, kann Rechenschaft über die Verwendung der Gelder verlangen. Auf diesem Weg könnte das VM auf den Cent genau erfahren, welcher Euro wohin geht und warum. Und natürlich auch bestimmen, wie die Gelder eingesetzt werden.

- Der Bund könnte auch den Fehlanreiz einfach abschaffen, wie es der BRH vorschlägt. Also Subventionen für Reparaturen gerade so wie Subventionen für Neubauten.

- Der Bund ist auch nicht irgend ein Eigentümer, sondern der Gesetzgeber. Auch Aktiengesellschaften müssen sich an das Gesetz halten und würde dieses Gesetz verlangen, dass die Projektfinanzierungen offen gelegt werden müssen, würde die Netz AG das tun.

Dass der Bund auf Ersatzneubauten statt Instandhaltung drängt kann man sich eigentlich nur mit dem Zeitgeist der Wegwerfgesellschaft erklären. Sachliche Gründe sind mir nicht bekannt. Auch der Bauwirtschaft sollte es egal sein, ob sie für eine Million eine neue Brücke baut oder für das gleiche Geld drei bestehende Brücken instandsetzt.


Bronnbach Bhf schrieb:
Das man DB Netz nicht rauslöst hat doch schlicht steuerliche Gründe. Eine Übertragung von Grundvermögen (hier Grund- und Boden und damit verbaute Immobilien, Brücken, Tunnel etc.) unterliegt der Grunderwerbssteuer.... Rechne Dir aus was das den Bund kostet, wenn der Bund DB Netz als eigene Infrastrukturgesellschaft übernehmen würde.
Die Grundstücke der Netz AG stehen mit 12 Milliarden in der Bilanz. Davon durchschnittlich 5% wären 600 Millionen. Beim Übergang von der Behörde zur AG hat man das allerdings auch in den Griff bekommen. Das sollte also kein Problem darstellen.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Weltbahner

Datum: 07.12.18 18:02

"Dazu keine Trennung mehr nach Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionen. Hier müssen die selben Spielregeln gelten wie bei der Autobahn. Sprich alle Kosten trägt der Bund aus dem Haushalt."

Die Konkurrenz unterschiedlicher Antriebe hat bis heute die Wirtschaftlichkeit der Straßenfahrzeuge stetig erhöht. Wo bleiben Wettbewerb und Weiterentwicklung in der Antriebstechnik auf der Schiene, wenn der Steuerzahler nicht nur für die Elektrifizierung, sondern auch für deren Instandhaltung und Ersatzinvestitionen aufkommen soll ?

Oder sollen auch alle Steuerzahler bzw. Straßennutzer in Zukunft Lkw-Oberleitungen einschließlich deren Instandhaltung finanzieren, die sie nicht einmal benutzen ?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 22:25.
Traumflug schrieb:
Was funktioniert: was die Gelbwesten machen. Da kommen die Politiker richtig ins schwitzen und müssen klein beigeben. Nur eben nicht hier bei uns.
Noch wirksamer wäre der gleichzeitige Kollaps des Schienen- UND Straßensystems. Darauf steuern wir gerade rasant zu.

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Traumflug

Datum: 08.12.18 11:42

Weltbahner schrieb:
Die Konkurrenz unterschiedlicher Antriebe hat bis heute die Wirtschaftlichkeit der Straßenfahrzeuge stetig erhöht. Wo bleiben Wettbewerb und Weiterentwicklung in der Antriebstechnik auf der Schiene, wenn der Steuerzahler nicht nur für die Elektrifizierung, sondern auch für deren Instandhaltung und Ersatzinvestitionen aufkommen soll ?
Ich denke es geht hier um die Instandhaltung der Infrastruktur, nicht um die Instandhaltung der Fahrzeuge.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Weltbahner

Datum: 08.12.18 12:23

Traumflug schrieb:
Weltbahner schrieb:
Die Konkurrenz unterschiedlicher Antriebe hat bis heute die Wirtschaftlichkeit der Straßenfahrzeuge stetig erhöht. Wo bleiben Wettbewerb und Weiterentwicklung in der Antriebstechnik auf der Schiene, wenn der Steuerzahler nicht nur für die Elektrifizierung, sondern auch für deren Instandhaltung und Ersatzinvestitionen aufkommen soll ?
Ich denke es geht hier um die Instandhaltung der Infrastruktur, nicht um die Instandhaltung der Fahrzeuge.
Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Bahnstrom- und Oberleitungsanlagen werden zwar der Infrastruktur zugerechnet, dienen jedoch nur el. Fahrzeugen. Ebenso halte ich auch die Instandhaltung von Lkw-Oberleitungen auf Steuerzahlerkosten für fragwürdig, denn diese bevorzugt einseitig eine Antriebsart.

Da bereits Elektrifizierungen vom Steuerzahler finanziert werden, muss man fragen, warum dies auch für deren Instandhaltung gelten soll. Freier Wettbewerb zwischen verschiedenen Antriebsarten sieht jedenfalls anders aus.

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 08.12.18 12:49

Weltbahner schrieb:
Traumflug schrieb:
Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Bahnstrom- und Oberleitungsanlagen werden zwar der Infrastruktur zugerechnet, dienen jedoch nur el. Fahrzeugen. Ebenso halte ich auch die Instandhaltung von Lkw-Oberleitungen auf Steuerzahlerkosten für fragwürdig, denn diese bevorzugt einseitig eine Antriebsart.

Da bereits Elektrifizierungen vom Steuerzahler finanziert werden, muss man fragen, warum dies auch für deren Instandhaltung gelten soll. Freier Wettbewerb zwischen verschiedenen Antriebsarten sieht jedenfalls anders aus.
Die Oberleitungen oder auch Fahrleitungen dienen zwar nur den elektrischen FZ. Aber ohne diese können die el. FZ nicht fahren, egal welchem Beförderer sie gehören. Von daher würde ich sie schon der Infrastruktur zurechnen. Wenn der Strom dann auch noch einigermassen nachhaltig produziert wurde, ist die Umweltbelastung auch ein Stück geringer als bei FZ mit Verbrennungsmotoren.

Fahrleitung hin oder her, was mich hier aber stört, ist, dass die Bahn nicht geringe Infrastrukturentgelte kassiert, aber dennoch nur wenig für die Instandhaltung der Infrastruktur tut. Ich bin zwar auch der Meinung, dass die Infrastruktur Sache des Bundes ist. Aber wenn die DB schon saftige Trassengebühren erhebt, dann soll sie diese aber auch in die Instandhaltung und Wartung dieser investieren und nicht diese verfallen lassen, um dann den Bund bezahlen zu lassen. Kühe, die man melken will, muss man auch füttern. Es kann nicht sein, dass die einen füttern, die anderen melken. Aber da erinnere mich an Gewinnplanungen aus früheren Jahren von denen auch hier die Rede war, nach diesen sollte DB Netz eben auch Gelddruckmaschine missbraucht werden. Das darf so nicht sein.

Andererseits verstehe ich auch nicht, wenn der Bund doch so viele Kontrollmöglichkeiten hat, warum er diese dann nicht nutzt. Wenn er der Bahn schon so viel Geld gibt, dann sollte er auch die zweckgerechte Mittelverwendung und die Instandhaltung überwachen. Ansonsten lässt sich der Bund auch von der Bahn ausnutzen. Das kann es ja nun auch nicht sein.

Herzliche Grüsse
Martin

Fraglicher Systemwettbewerb

geschrieben von: Weltbahner

Datum: 08.12.18 13:37

Weltreisender schrieb:
Weltbahner schrieb:
Traumflug schrieb:
Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Bahnstrom- und Oberleitungsanlagen werden zwar der Infrastruktur zugerechnet, dienen jedoch nur el. Fahrzeugen. Ebenso halte ich auch die Instandhaltung von Lkw-Oberleitungen auf Steuerzahlerkosten für fragwürdig, denn diese bevorzugt einseitig eine Antriebsart.

Da bereits Elektrifizierungen vom Steuerzahler finanziert werden, muss man fragen, warum dies auch für deren Instandhaltung gelten soll. Freier Wettbewerb zwischen verschiedenen Antriebsarten sieht jedenfalls anders aus.
Die Oberleitungen oder auch Fahrleitungen dienen zwar nur den elektrischen FZ. Aber ohne diese können die el. FZ nicht fahren, egal welchem Beförderer sie gehören. Von daher würde ich sie schon der Infrastruktur zurechnen. Wenn der Strom dann auch noch einigermassen nachhaltig produziert wurde, ist die Umweltbelastung auch ein Stück geringer als bei FZ mit Verbrennungsmotoren.

Fahrleitung hin oder her, was mich hier aber stört, ist, dass die Bahn nicht geringe Infrastrukturentgelte kassiert, aber dennoch nur wenig für die Instandhaltung der Infrastruktur tut. Ich bin zwar auch der Meinung, dass die Infrastruktur Sache des Bundes ist. Aber wenn die DB schon saftige Trassengebühren erhebt, dann soll sie diese aber auch in die Instandhaltung und Wartung dieser investieren und nicht diese verfallen lassen, um dann den Bund bezahlen zu lassen. Kühe, die man melken will, muss man auch füttern. Es kann nicht sein, dass die einen füttern, die anderen melken. Aber da erinnere mich an Gewinnplanungen aus früheren Jahren von denen auch hier die Rede war, nach diesen sollte DB Netz eben auch Gelddruckmaschine missbraucht werden. Das darf so nicht sein.

Andererseits verstehe ich auch nicht, wenn der Bund doch so viele Kontrollmöglichkeiten hat, warum er diese dann nicht nutzt. Wenn er der Bahn schon so viel Geld gibt, dann sollte er auch die zweckgerechte Mittelverwendung und die Instandhaltung überwachen. Ansonsten lässt sich der Bund auch von der Bahn ausnutzen. Das kann es ja nun auch nicht sein.

Herzliche Grüsse
Martin
Eben, die Vorhaltekosten der Oberleitung finden sich in der Trassengebühr anstelle im Strompreis ab Fahrdraht wieder.
D.h., Kosten des el. Fahrbetriebs werden auf diese Weise auf nicht-elektrischen verlagert. In meinen Augen eine Wettbewerbsverzerrung und Diskriminierung dieser anderen Verkehrsteilnehmer.
Man darf gespannt sein, ob zukünftig alle Lkw die Instandhaltungskosten von Lkw-Oberleitungen zahlen sollen. Naheliegend, dass hier ebenso wie bei der Bahn verfahren wird.
Das Argument, hier werde klima- und umweltfreundlicher Verkehr gefördert, gilt nicht allein für el. Betrieb. Antriebe mit Batterie, Biomethan, Wasserstoff usw. erfüllen diese Kriterien ebenso, vielleicht sogar mit geringeren Kosten zur CO2-Vermeidung.

Gruß
Weltbahner

Edit: Titelzeile neu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.18 13:11.
Moin, Passt auf das Beispiel:
Eine vorhandene Ost-West-Trasse wird sabotage- oder demontageartig zerstört:
[www.drehscheibe-online.de]
- die Rückbaukosten (das Verfallen-lassen / die Entwidmung / Inbeschlagnahme durch Strassenbauten) kann die DB AG verkraften.

Gleichzeitig wird eine sündhaft teure, reichlich nutzlose Neubau-Kurve bei Kassel (angeblich für einen Ost-West-Güterzugverkehr ohne Halt in Kassel Rbf) geplant:
[www.drehscheibe-online.de]
Diese "Strecke" (d.h. die Neubaukurve in egal welcher Trassierung) würde im Wesentlichen der Bund finanzieren, DB-Netz wäre finanziell geringer gefordert als bei Wiederertüchtigung der o.g. Strecke Altenbeken - Northeim - Nordhausen.

Dieser Aspekt des Bundesrechnungshofes passt dazu wie A auf E. Durch die faktische Zerstörung der kürzeren doppelgleisigen Trasse via Solling / Südharz wird zudem Handlungsdruck für den Bund aufgebaut, den Unsinn bei Kassel zu finanzieren. Das "Guetzle" für die Ministerialbürokratie: Eine Strasse auch hier parallel zum (einzelnen) Gleis.

BTW, wie dort vorgeschlagen, könnte der folgende Parallel-Thread hier drangehängt oder durch die Admins eingearbeitet werden, sinnvoll u.a. wg. der zusätzlichen Quelle.....:
[www.drehscheibe-online.de]

Der Unglaeubige Thomas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.18 01:58.

Re: Der Frühling 2019 wird spannend..

geschrieben von: Rollo

Datum: 09.12.18 12:08

Bronnbach Bhf schrieb:
Zitat:
Das man DB Netz nicht rauslöst hat doch schlicht steuerliche Gründe. Eine Übertragung von Grundvermögen (hier Grund- und Boden und damit verbaute Immobilien, Brücken, Tunnel etc.) unterliegt der Grunderwerbssteuer.... Rechne Dir aus was das den Bund kostet, wenn der Bund DB Netz als eigene Infrastrukturgesellschaft übernehmen würde. Die Grunderwerbssteuer fließt in die Länderhaushalte... Es wäre also für den Bund kein Nullsummenspiel. Aber auch für das Problem der Grunderwerbssteuer gäbe es sicher Lösungen. Was spräche dagegen, wenn die aus einer solchen "Umhängung" einmalig anfallende Grunderwerbssteuer auf den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern angerechnet wird. Wie gesagt, man muss es nur wollen..
Hat man dies neu reguliert? Denn das war doch gerade der Trick, dass man Grundvermögen in eine Unternehmenshülle steckte und bei der Veräußerung dieses Unternehmens eben keine Grunderwerbssteuern zahlen musste. Es gab Bestrebungen, dieses "Steuerschlupfloch" zu schließen. Ob es erfolgt ist, habe ich nicht verfolgt.