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Re: Restaurant

geschrieben von: Rollo

Datum: 13.03.18 18:46

Werntalbahn schrieb:
Rollo schrieb:
Ich halte das Restaurant auch für völlig überbewertet. Es lockt kaum Kunden, es ist teuer für den Kunden, es ist teuer für die Bahn und es bietet kaum Platz für zusätzliche Fahrgäste, da der normale Fahrgast im Restaurant in einem anderen Wagen einen Sitzplatz parallel beansprucht
Ich bin auf 80 % der Zugfahrten im Restaurant (und es sind viele Fahrten).
Es ist nicht teuer. In den Kneipen hier kostet ein 0,5 l Bier 4,00 EUR oder wesentlich mehr. Im ICE 3,80 EUR. Ich müsste theoretisch abends mit meiner BC 100 wild rumfahren, um günstiger Bier zu trinken. Auch das Essen ist preis-wert im Wortsinn.
Ich würde auch behaupten, 90 % der Fahrgäste im Bordrestaurant sind "mit Sack und Pack" da und beanspruchen keinen normalen Platz.
Ein Stammgast des Zugrestaurant :-) Schilder doch mal bitte, wie Du die Nutzung des Bordrestaurant erlebst, also insbesondere durch die anderen Fahrgäste. Sind die Plätze häufig belegt? Wie nutzen die Gäste das Bordrestaurant? Was konsumieren die Gäste dort? Hast Du das Gefühl, dass sie damit zufrieden sind?

Man überlebt auch mal 4 Stunden ohne Hauptmahlzeit.

geschrieben von: nozomi07

Datum: 13.03.18 22:16

Ja, der Speisewagen ist überbewertet. Auf typisch deutschen Entfernungen ist er unnötig.

Schaut euch doch im ICE um: Wie viele Leute nutzen den Speisewagen? 1%, wenns hochkommt. Viele sind mit einem Kaffee oder einem Bier zufrieden - die meisten bringen ihre Brotzeit eh mit. Es ist doch absurd, für eine kleine Minderheit einen ganzen Wagen zu opfern. Ich glaube auch nicht, dass sich irgend jemand ohne Speisewagen gegen die Bahn entscheiden würde - 5 Stunden hält man öfter mal ohne Hauptmahlzeit aus.

Deshalb aber das Kind mit dem Bade auszuschütten und alle Dinge in Frage zu stellen, ist albern. Die 1. Klasse etwa, oder Kinderabteile, werden sehr wohl rege genutzt, ihrem Platzverbrauch entsprechend. Genau deshalb gibt es sie noch.

Ich fand die Lösung beim Shinkansen genial: Überall am Bahnhof kann man sich leckere Essens-Pakete kaufen (Ekiben) und in den Zug nehmen. Dort gibts dann nur einen Getränke- und Kaffeeautomat. Das reicht auch bei 5 Stunden Fahrt von Hakata nach Tokyo völlig.

Klar ist die Bahn durch Flixbus besser geworden

geschrieben von: 1.Klasse

Datum: 14.03.18 08:23

Thomas_Lammpe schrieb:
Noch jemand der glaubt, dass die Fernbusse einen positiven Effekt auf die Bahn hatten.

Quelle:
[www.wiwo.de]
Ja, ich bin sogar fest davon überzeugt, dass einige Innovationen der letzten paar Jahre erst auf Druck der Fernbuskonkurrenz konsequent umgesetzt wurden, DB Fernverkehr hat den Wettbewerb eindeutig angenommen. Dass die ICEs inzwischen so ein gutes WLAN haben, ist einer dieser Punkte. Auch die bekannte Erosion einmal neu eingeführter Services geht gefühlt langsamer. Der Fernverkehr hat sich daneben ziemlich erfolgreich mit Eckpreisen im Niedrigpreissegment positioniert, obgleich man alleine im Personalbereich eine viel schlechtere Kostenstruktur hat, als Flixbus mit den Subunternehmern, für die Flixbus keinerlei wirtschaftliche Verantwortung trägt. Auch finde ich die Bevörderungsqualität im Fernverkehr inzwischen wesentlich konsistenter, als noch vor ein paar Jahren.

Das Manko an den Bordrestaurants ist, dass diese rein räumlich zu klein sind, um bei einem vollen Zug das Umsatzpotenzial der vielen Reisenden zu nutzen. Wahrscheinlich muss wirklich das Essen zu den Leuten an den Platz kommen, da könnte man viel mehr verkaufen. Ich jedenfalls nutze den Am Platz Service gerne, es ist bequem. Das System der Mc Donalds Zug-Restaurants Ende der 80-er war insoweit interessant. Einer ist mit so einem Handgerät durch den Zug und hat die Bestellungen aufgenommen und die Bezahlung abgewickelt. Es wurde einem dann in recht kurzer Zeit an den Platz gebracht.

Wenn die Bahn zu dem Thema "wirtschaftlicher Betrieb" jedoch auch nur laut nachdenkt, hat sie das gleiche Problem, wie die meisten in der Öffentlichkeit stehenden Dienstleister. Diejenigen, die für den Shitstorm in den Medien sorgen sind nicht zwangsläufig die, die auch den rentablen Umsatz bringen - sprich auf deren Bedürfnisse das Angebot zugeschnitten sein muss, um wirtschaftlich zu überleben. Im Fall der Bahn kommt auch noch dazu, dass sich ziemlich bald auch Politiker zu Wort melden und ihren Wahlkampf plakativ - aber wenig hilfreich - dort hineintragen.

Re: marktwirtschaftlich durchoptimiert

geschrieben von: RailServ

Datum: 14.03.18 15:08

Thomas_Lammpe schrieb:
Willi Raab schrieb:
Ich halte das Sitzgestühl im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen und vieler hier im Forum genauso wie Mehdorn für überbewertet.

Ich halte die Beleuchtung im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen und vieler hier im Forum genauso wie Mehdorn für überbewertet.

Ich halte den Teppich im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen und vieler hier im Forum genauso wie Mehdorn für überbewertet.

Ich halte das Klo im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen und vieler hier im Forum genauso wie Mehdorn für überbewertet.

Ich halte den Thomas Lammpe im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen und vieler hier im Forum genauso wie Mehdorn für überbewertet.

Nochwas: Nach seiner Logik muss man auch die 1. Klasse abschaffen und ersetzen durch enge 2. Klasse Bestuhlung. Denn dann bekommt man noch mehr seiner unendlich formbaren Kunden in die Züge gequetscht.

Was für eine Schwachmatenlogik.
RailServ schrieb:
Das mag alles zutreffen was Du schreibst. Mir persönlich ist aber an der Balance zwischen optimierten Sitzplatzangebot und individuellen Kundenbedürfnissen gelegen.

Wenn ich diese Bedürfnisse zurückstellen würde, hätten es Familienabteile und Fahrradstellplätze noch schwerer im Fernverkehr.
Über Dinge wie Klo und Beleuchtung braucht man nicht zu diskutieren, weil beides schlicht notwendig ist. Bei anderen Sachen sollte meiner Meinung nach der Grundsatz gelten, dass nur das sinnvoll ist, wofür die Reisenden, die es nutzen, auch die vollen Kosten bezahlen, bzw. die meisten Reisenden auch dafür bezahlen würden, wenn eine Einzelabrechnung wie bei WLAN, Klo, Teppich oder Bedeuchtung nicht in Frage kommt. Das kann man als 'marktwirtschaftlich durchoptimiert' bezeichnen, es würde auf jeden Fall die meisten Kunden in die Bahn bringen und das ist mir wichtig.
Das schöne ist doch, dass jeder andere Schwerpunkte setzt und die DB darauf mit einem entsprechenden Serviceangebot reagiert.

Wie jetzt?

geschrieben von: 210

Datum: 14.03.18 18:21

Rollo schrieb:
Darum habe ich ja auch eine begrenzte Anzahl von Wagen nach diesem Konzept vorgeschlagen. Dann hätte jemand wie Du die Wahl, auch andere Wagen zu wählen.
Speisewagen oder doch keine Speisewagen?
Was anderes beschreibst du nicht, wenn es auch mehr Wagen sind, weil wer Essen möchte muß dann dort Platz nehmen. Entweder für die Dauer der ganzen Reise oder eben nur temporär für die Mahlzeit.

Re: Fressen am Platz

geschrieben von: Irgendware

Datum: 15.03.18 13:01

Dirk Möller schrieb:
Rollo schrieb:
Ich halte das Restaurant auch für völlig überbewertet. Es lockt kaum Kunden, es ist teuer für den Kunden, es ist teuer für die Bahn und es bietet kaum Platz für zusätzliche Fahrgäste, da der normale Fahrgast im Restaurant in einem anderen Wagen einen Sitzplatz parallel beansprucht.

Ich plädiere daher für ein anderes Gastronomiekonzept. Ich halte es für sinnvoller, Sitzwagen zu bewirtschaften, wo die Leute auch ihren normalen Platz haben und folglich auch ihr Gepäck unterbringen können. Hier bietet sich dann eher ein Frühstücks- und Caféangebot an. Beides sind Konzepte, die gut zu Konversation, Zeit und Muße passen - eben dem, was eine gute Reise ausmacht. Ein bisschen Ellenbogenfreiheit wäre hier natürlich nett. 1/4 der Wagen pro Zug so zu bewirtschaften, kann ich mir gut vorstellen. Im Gegensatz zum 1.Klasse Wagen mit am Platz Service sollte dieser Wagen aber schon wie ein Café eingerichtet sein und zum Konsum animieren (z.B. durch Mindestverzehr pro Fahrt).

Im Gegensatz dazu setzt man im Bistro gerne auf wenig kommunikative Legehennensitzanordnung, wo die Leute dann auch gerne mal hinter ihrem Bier ins Leere starren. Und dass im Restaurant heute noch wirklich jemand so aussieht, als ob er Essen genießen würde, habe ich auch lange nicht mehr erlebt.
Hallo,

bloß das nicht! Mir reicht es schon, wenn Mitfahrer an ihren Brötchen rumwürgen oder Möhren, Gurken etc. knacken. Auf den zusätzlichen "Genuss" der Speisedüfte kann ich gern verzichten.

Gruß
Dirk Möller
Sehe ich genauso. Ich nutze das Bordrestaurant auf längeren Reisen auch ganz gern, sofern man einen Platz findet.
Essen an den Platz bringen zu lassen versuche ich aus Rücksicht auf die Mitreisenden zu vermeiden.
Den Bedarf nach Konversation sehe ich allerdings nicht. Ich bin eigentlich auch ganz froh, wenn ich im Zug meine Ruhe habe und mich entweder auf meine Arbeit konzentrieren oder einfach abschalten kann.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.03.18 13:03.

Re: marktwirtschaftlich durchoptimiert

geschrieben von: HPNuller

Datum: 16.03.18 09:16

Thomas_Lammpe schrieb:
[...]
Über Dinge wie Klo und Beleuchtung braucht man nicht zu diskutieren, weil beides schlicht notwendig ist. Bei anderen Sachen sollte meiner Meinung nach der Grundsatz gelten, dass nur das sinnvoll ist, wofür die Reisenden, die es nutzen, auch die vollen Kosten bezahlen, bzw. die meisten Reisenden auch dafür bezahlen würden, wenn eine Einzelabrechnung wie bei WLAN, Klo, Teppich oder Bedeuchtung nicht in Frage kommt. Das kann man als 'marktwirtschaftlich durchoptimiert' bezeichnen, es würde auf jeden Fall die meisten Kunden in die Bahn bringen und das ist mir wichtig.
Bei der Toilettenbenutzung könnte ich mir eine Einzelabrechnung gut vorstellen, genauso wie im Einkaufsbahnhof auch:
Toilettenbenutzung 1,50 EUR (da Reinigung & Entsorgung wesentlich aufwändiger als im Bahnhof) Stehpinkler zahlen das Doppelte, Windelwechseln kostet 5,-EUR.
0,40 EUR gibt es als Verzehrgutschein zurück. Einzulösen nur im Bordrestaurant dieses Zuges ab 10,00 EUR Mindestverzehr.

Für 5 EUR kannst Du dann Dein 1x Smartphone oder Frühstückstablett aufladen (mit BC50 3,50 EUR, BC100-Inhaber zahlen 2,50 EUR).
WLAN kostet auch 5,00 EUR pro angefangene Stunde oder MByte, je nachdem was früher erreicht wird.
Jede weiter 30 Minuten bzw. 500 KByte kosten 3,50 EUR. Licht und Teppich gibt es (noch) gratis.
Den Betrieb von WLAN und Toiletten übernehmen Partner wie Hering u.a., da das Unternehmen Zukunft das ja nicht kann...

Über einen Benutzungszwang denken wir dann im nächsten Schritt nach...

Viele Grüße von der Lahn

HPNuller

P.S. Vorsicht Sarkasmus!

"Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen.
Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."

PS: Setzt bitte einen passende Themabeschreibung über euren Text!
Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!

Re: Restaurant

geschrieben von: leofink

Datum: 16.03.18 09:56

Rollo schrieb:
Ein Stammgast des Zugrestaurant :-) Schilder doch mal bitte, wie Du die Nutzung des Bordrestaurant erlebst, also insbesondere durch die anderen Fahrgäste. Sind die Plätze häufig belegt? Wie nutzen die Gäste das Bordrestaurant? Was konsumieren die Gäste dort? Hast Du das Gefühl, dass sie damit zufrieden sind?

Hallo
Kann ich: jeden Morgen Olten ab 05.57. Der Kaffee und das Croissant (in der Schweiz "Gipfel" genannt) muss ich meistens nicht mehr bestellen und wird automatisch serviert. Bei einer besonders netten Bedienung ist sogar der Gipfel (unter einer Serviette) bereits serviert, vielfach mit der 20 Minuten Gratiszeitung. Sobald ich gesichtet werde, wird der Kaffee rausgelassen. Der Wagen kommt ab Basel und ist in der Regel gut besetzt mit Frühstückern und Kaffee und Gipfel geniessenden.
Praktisch alles sind Stammkunden, man kennt und grüsst sich.
Wenn, was selten vorkommt, der Speisewagen mal nicht dabei oder defekt ist, ist der Frust gross.
Der Speisewagen entspricht hier einem Bedürfnis.

Früher pendelte ich zwischen Weinfelden und Zürich.
Mit dem ICN 2129, Zürich ab 16.37: Schon beim Einfahren stand man genau bei der Speiswagentüre. (beim ICN konnte man auf 2 Meter genau sagen, wo sich die Türe befindet: Auf dem Nebengleis fuhr vorher ein Zug ein und komischerweise halten die Lokführer beim Prellbock immer fast auf gleicher Höhe wie der Nebenzug)
Stürmen des in der Regel bis zum letzten Platz besetzten Speisewagen. Auch da: Das Personal kannte seine Stammkunden und man wurde vielfach ohne bestellen bedient. Das Weizen war immer schnell auf dem Tisch. Bis Weinfelden, je nach Laune und Gegenüber 1 - 3 Weizen. Ab Winterthur leerte sich der Wagen zu einem guten Teil. Dafür kam der "Ständerat" rein, Drei Leute, die sich stehend am Tresen verpflegten, und nach 15 Minuten in Frauenfeld wieder aussteigen. In Frauenfeld der Eine oder Andere "Nachzügler", der auch sein Feierabendbier trinken wollte.
Auch hier: Der Wagen entspricht einem Bedürfnis. Es wurde als schade empfunden, als die ICN auf dieser Strecke abgelöst wurden und keine Verpflegung im Zug mehr möglich ist.
Wer heute was sehen will, dem empfehle ich, den IC 825, Zürich ab 17.07 nach Romanshorn:
Auch hier wird der Speisewagen von Stammkunden gestürmt.
Dort hat sich eine verschworene Pendlergemeinschaft gebildet, die sich auch regelmässig in der Freizeit trifft.

Vielleicht ist das in Deutschland, mit der gewissen Sparmentalität anders. In der Schweiz sind die Speisewagen durchaus ein Bedürfnis und werden gut genützt.
Auch wenn ich mal früher Feierabend mache und den ICE 376, Interlaken Hamburg (Bern ab 16.04) benütze, ist der Restaurantwagen in der Regel gut besucht oder sogar voll. Die drei Mitarbeiter werden ziemlich gefordert.

Natürlich wird das Angebot nur wahrgenommen, wenn man sicher ist, dass der Speisewagen auch sicher fährt. Insofern sind wir gut bedient. Es kommt weniger als einmal pro Monat vor, dass er fehlt. Auch ein eingeschränktes Sortiment gibt es selten. Wenn was schiefgeht, ist es meistens der Geschirrspüler, aber dann trinkt man dem Kaffee halt aus dem Pappbecher und bekommt 10% Rabatt.
Würde der Wagen 1-2 Mal pro Woche ausfallen, würde ich mir einen Kaffee und Gipfel am Stand in der Unterführung holen.
So aber geniesse ich die 30 Minuten bis Bern.

Gruss Leo



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.18 07:25.

Re: Restaurant

geschrieben von: Rollo

Datum: 19.03.18 10:00

Das klingt alles sehr danach, dass es eigentlich kein echtes Restaurant braucht und dass eher ein Café / Bar Betrieb auf einer größeren bewirtschaftete Sitzplatzanzahl sinnvoll wäre, wo man samt Gepäck seinen Platz findet.

Vier Stunden und die Hauptmahlzeit...

geschrieben von: Freiburger

Datum: 20.03.18 10:53

nozomi07 schrieb:
Ja, der Speisewagen ist überbewertet. Auf typisch deutschen Entfernungen ist er unnötig.

(...) Ich glaube auch nicht, dass sich irgend jemand ohne Speisewagen gegen die Bahn entscheiden würde - 5 Stunden hält man öfter mal ohne Hauptmahlzeit aus.

Ich fand die Lösung beim Shinkansen genial: Überall am Bahnhof kann man sich leckere Essens-Pakete kaufen (Ekiben) und in den Zug nehmen. Dort gibts dann nur einen Getränke- und Kaffeeautomat. Das reicht auch bei 5 Stunden Fahrt von Hakata nach Tokyo völlig.
Guten Morgen!


Beispiele von meiner Ehefrau (aktuell) und mir (einige Jahre her):

Sie ist freiberuflich mit Lebensmittelpunkt im Ruhrgebiet tätig und hat während des Semesters durchschnittlich einen Tag pro Woche in Würzburg zu tun.
Es ist dabei bzw. lässt sich terminlich gar nicht anders regeln, dass sie auf dem Hinweg im Speisewagen frühstückt, auf der weiteren Fahrt einige Mails abarbeitet, dann angekommen sich sofort in die Arbeit stürzt (im vergangenen Jahr war selten, dass sie so pünktlich angekommen ist, dass sie noch hätte etwas in WÜ frühstücken können), eine sehr kurze Mittagspause hat und dann direkt von der Arbeit kommend mit dem vorletzten Zug zurückfährt und da dann darauf angewiesen ist, dass sie da ausgiebig essen kann – es ist die einzige Hauptmahlzeit des Tages; die Arbeit auf zwei Tage aufzuteilen wäre weder zeitlich noch finanziell realisierbar. Da geht es dann nicht um "fünf Stunden öfter mal ohne Hauptmahlzeit", sondern darum, ob es eine solche überhaupt geben kann.
Wäre nun die Regel, dass es nur, wie vorgeschlagen, ein kleines Snack- oder Caféangebot gäbe, würde unser BMW zu entsprechenden Ehren kommen.

Bei mir war vor einigen Jahren die Notwendigkeit gegeben, zwischen Freiburg und Ruhrgebiet zu pendeln, und auch da war ich darauf angewiesen, alles innerhalb eines Tages zu schaffen; das Tagesprogramm war genauso eng getaktet. So anstrengend diese 500km auch sein können, wenn es staut oder wenn der Kölner Ring zu ist, wäre ich ohne die Möglichkeit der Bordverpflegung bzw. ohne die Möglichkeit, im Zug meine Hauptmahlzeit nehmen zu können, mit dem Auto gefahren.
In diesem Fall kam noch hinzu, dass ich in der Sommerzeit die Fahrten in den ICE1-Bordrestaurants mit ihrem lichten Raumgefühl sehr genossen habe, sodass das ein erster Schritt zu Entspannung und Erholung war.
Auch heute nutze ich bei beruflichen Reisen das Bordrestaurant gerne in der beschriebenen Form, weil ich lieber unterwegs esse und dann mehr Zeit in der Familie verbringen kann.

Dabei nehmen sowohl meine Frau als auch ich wahr, dass die Preise angemessen sind, der Service meist sehr freundlich und zuvorkommend und dass – und wir sind wirklich außerordentlich kritisch, was Qualität und Geschmack von Essen angeht, und meiden gerne mal ein Restaurant, das uns dreimal das Fleisch nicht so gegart wie bestellt auf den Teller gebracht hat – das Essen (vor allem den Verhältnissen unterwegs etc.) gut schmeckt und bekömmlich ist (wenn's denn alles gibt – aber auch das ist in der überwiegenden Vielzahl der Fälle so gewesen).

Die Deutsche Bahn macht so auf eine ganz unauffällige, angenehme und aber nachhaltige Art und Weise für sich Werbung und damit, sein Geld da zu lassen und nicht auf der Straße oder am Flughafen.


Angesprochene Lösungen wie beim Shinkansen sind aus meiner Sicht nur ländertypisch denkbar oder eben nicht – eine deutsche Hauptmahlzeit ist etwas anderes als eine japanische Hauptmahlzeit, und wie sollte man gar auf Reihenplätzen beispielsweise Braten mit Beilage verspeisen?


Kurz: so schön sich Zahlenspiele auf dem Bildschirm machen und so gut sich wirtschaftlichst ausgeführte Prozesse für die Entscheider anfühlen mögen – so manche weiche Faktoren sind dann doch das, was über bleibt: die Bahn wird dann nicht unbedingt automatisch mit (teilweise wirklich bösen) Verspätungen verbunden, sondern mit eben diesen Erlebnissen unzähliger Bordrestaurantbesuche.



Viele Grüße

Re: Restaurant

geschrieben von: leofink

Datum: 21.03.18 07:20

Rollo schrieb:
Das klingt alles sehr danach, dass es eigentlich kein echtes Restaurant braucht und dass eher ein Café / Bar Betrieb auf einer größeren bewirtschaftete Sitzplatzanzahl sinnvoll wäre, wo man samt Gepäck seinen Platz findet.
Ja und nein:
Ich fahre, ausser am Morgen, ja nicht in den Hauptessenszeiten. Am Morgen gehen einige Frühstücke weg. Mittags und Abends wird wohl auch einiges los sein. Wenn ich, selten einmal, am Mittag die Relation Zürich - Bern oder umgekehrt reise, ist der Speisewagen voll.
Und am Abend, im ICE 376, wird doch das eine oder andere Menue geordert. Allerdings sitze ich dort im "Tischteil". Den "Arschanlehnungsteil" tue ich mir nicht an.
Wie mans nennt, ist ja schlussendlich wurst. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse erfüllt werden.
Dass der Lämpetömu das natürlich in Frage stellt, ist wohl seinem Fernbushype geschuldet. Die Bahn darf, nach seinem Verständnis, nicht besser sein als Fernbusse. :-D
Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.18 07:29.

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