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Re: Zustimmung! *Lanze brech*

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 13.01.18 23:05

Hallo,

meine Ausführung zielte jedoch nicht auf die positive Entwicklung bei DB Fernverkehr, sondern bei den Busunternehmen des Konzerns. Zum glanzlosen Untergang des BEX und der meisten IC-Busse wird man in dem Hochglanzblatt eher keine Jubelmeldungen lesen können.

Grüße,
Dirk

Re: Zustimmung! *Lanze brech*

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 13.01.18 23:17

Dirk Mattner schrieb:
meine Ausführung zielte jedoch nicht auf die positive Entwicklung bei DB Fernverkehr, sondern bei den Busunternehmen des Konzerns. Zum glanzlosen Untergang des BEX und der meisten IC-Busse wird man in dem Hochglanzblatt eher keine Jubelmeldungen lesen können.
So wie ich fastriders Beitrag verstanden habe, führt er die positive Entwicklung im Schienenbereich von DB-Fernverkehr auf die abnehmende Konkurrenz und die damit einhergehenden steigenden Preise im Fernbusbereich zurück, was u. a. auch dem Rückzug der DB aus dem Fernbusgeschäft geschuldet ist. Deshalb hält er den Ausstieg der DB aus dem Fernbusbereich für richtig. Ich teile diese Einschätzung und der zitierte Satz aus dem Zwischenbericht der DB deutet auch darauf hin.

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: KVV323

Datum: 13.01.18 23:25

agw schrieb:
KVV323 schrieb:
Wow, für Berlin & Brandenburg hab ich auch ne Netzkarte - was flächentechnisch fast auf das gleiche hinausläuft...

Für den Fernverkehr? Wo kann man die kaufen?
Für "den Fernverkehr" leider nicht - wobei der nicht durch VBB-Tarif abgedeckte Fernverkehr sich auch nur auf Potsdam-Brandenburg, Wittenberge-Berlin-Elsterwerda (?) und Berlin-Franlfurt beläuft.

Beim Schreiben des von dir und Patrick benannten Beitrags fiel mit aber auch auf, dass so eine "landesweite BC100" auch eine ganz nette Sache wäre...

Re: Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 13.01.18 23:28

Dirk Mattner schrieb:
Zu 1)
Der Fernbusmarkt entwickelt sich derzeit mit geringeren Steigerungsraten als die der BC 100. Das nur mal im Vergleich, weil Dir Steigerungsraten so wichtig zu sein scheinen.

Insgesamt sollte man eher von einer Konsolidierung beim MeinFlix... ähm, Fernbusmarkt seit etwa zwei Jahren sprechen. Die teils verhaltenen Prognosen mussten in dieser Zeit immer wieder nach unten korrigiert werden. Die für 2016 prognostizierten 27 Mio. Fahrgäste wurden bis heute nicht erreicht. Jetzt hofft man schon für das dritte Jahr das Ziel doch noch zu erreichen: [www.fernbusse.de]


Zu 2)
Nun, die Preise steigen nunmehr auch auf dem quasi monopolisierten Fernbusmarkt, bei gleichzeitig sinkender Zahl der Fernbuslinien:
[www.bmvi.de]

Die noch schwach steigenden Fahrgastzahlen scheinen im Widerspruch dazu zu stehen, aber genau hier zeigt das Yieldmanagement seine Wirkung: Die weniger gewordenen Busse werden also jetzt bei steigenden Preisen pickepackevoll gestopft. Also im Grunde das was Du der DB vorwirfst.
Es sieht wirklich nicht danach aus, das in nächster Zeit der Fernbusmarkt mit Leistung und Qualität überzeugen könnte - und das bei steigenden Preisen und drohender Angebotsausdünnung.


Bleibt die Frage, ob die DB in der Lage wäre diese Low-Performance noch unterbieten zu können.
Möglich, aber insgesamt deutet sich beim Fernverkehr eher eine positive Entwicklung an. Die mageren Mehdorn-Grube-Jahre mit Achsproblemen, Fahrzeugmangel, Totalausfällen, Flottenalterung und Angebotsausdünnungen könnten bald überwunden sein.

Die Position von DB Fernverkehr ist auf jeden Fall wesentlich günstiger als noch vor 5 Jahren.
Warum sollte man ausgerechnet jetzt die Stammkunden vernachlässigen, wenn auch dieser Bereich ebenfalls Steigerungen zeigt?
Ich sehe in geringeren Wachstumsraten beim Fernbus keinen Crash, auch wenn es mal höhere Prognosen gegeben hat. Entscheidend für die Entwicklung ist für mich die Verkehrsleistung in Personenkilometern und nicht die Anzahl der Linien oder Busse. Die Fernbusse haben noch nie mit Leistung und Qualität überzeugt (und werden das sicher auch in Zukunft nicht tun), sondern mit dem niedrigen Preis. Ich sehe auch nicht, dass es bei den Fernbussen in nächster Zeit zu Angebotsausdünnungen kommen wird. Ich habe der DB niemals vorgeworfen, die Züge "pickepackevoll gestopft" zu haben. Ganz im Gegenteil habe ich sie immer dazu aufgefordert. Wenn das sogar noch zu steigenden Preisen gelingt: Herzlichen Glückwunsch!

Re: Fernverkehr

geschrieben von: KVV323

Datum: 13.01.18 23:29

Der Zeuge Desiros schrieb:
"Für den Fernverkehr? Wo kann man die kaufen?"

Nanu,

sind die für den inner-berlin/brandenburgischen Verkehr interessanten Intercitys denn nicht mehr für Verbundfahrkarten zugelassen, wie es jaaaahrelang der Fall war? Ansonsten wäre der FV mit Ausnahme einiger sporadischer ICE z.B. Ri. Angermünde doch ohnehin schon enthalten.

Heiko
Hallo,

Korrektur! Richtung Angermünde sind sowohl ICE als auch IC für VBB-Tickets freigegeben. Dafür sind die IC/EC von und nach Frankfurt und Wittenberge sowie nach Elsterwerda/Falkenberg (falls da was hält?) nicht freigegeben, wohl, weil man im Falle von Frankfurt und Wittenberge auch ohne Freigabe ausreichend volle IC- und EC-Züge bekommt. Dagegen würden wohl mindestens die IC nach Stralsund eher nicht fahren, wenn sie nicht bezuschusst würden, denke ich..

LG Flo

Re: Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen

geschrieben von: Fastrider

Datum: 14.01.18 00:13

Thomas_Lammpe schrieb:
Die Fernbusse haben noch nie mit Leistung und Qualität überzeugt (und werden das sicher auch in Zukunft nicht tun), sondern mit dem niedrigen Preis.

Wobei die Qualität auch stark nachgelassen hat. Ich bin durchaus in der Anfangszeit öfters mal mit dem Bus gefahren. Anfangs mit dem BLB. Das Serviceniveau war relativ hoch, die Preise auch. Genutzt habe ich sie als Lückenbüsser, wenn mal wieder keine Sparpreise da waren.

Dann mit MFB. Anfangs war das Serviceniveau auch relativ hoch (2-Fahrerbesetzung, Hilfe beim Gepäckverlad). Dann fiel es in der Phase des ruinösen Preiskampfes (schlecht gereinigte Busse, stinkende WCs, rigide Koffervermessungen)

Dann mit dem Postbus. Auch hier ein relativ hohes Serviceniveau (2 Fahrer, Gepäckmarken) zu relativ günstigen Preisen. Solange BLB und Postbus noch auf der Strasse waren, habe ich vor jeder Reise die beiden Anbieter überprüft, auch wenn ich dann doch auch wieder ein Bahnticket gekauft habe. Aber die Ausgabenbereitschaft war deutlich geringer. Sparpreise über 50 EUR selbst für lange Strecken waren in dieser Zeit eher selten, eher ging es in den Bereich 30 bis 40 EUR.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets

Re: Leider günstiger

geschrieben von: E 44 051

Datum: 14.01.18 01:00

elbeo schrieb:
E 44 051 schrieb:
[…] Nach Eröffnung der NBS Leipzig-Erfurt im Dezember 2015 war der Preis der Streckenzeitkarte derartig gestiegen, dass die BC 100 günstiger war...
[…]
Der Zwang lag also darin, dass die BC 100 günstiger war?
Hallo elbeo,

ja, richtig. Die alte Streckenzeitkarte mit FV direkt (überwiegend ohne Umsteigen) über Naumburg. Die neue nur noch indirekt über Erfurt oder Jena (ist ja nun auch schon weg gefallen). Die "direkte" NV-Verbindung ist ja zum abgewöhnen. Wer dann noch in annehmbaren Zeiten von Leipzig nach Weimar kommen will, beißt in den, in diesem Fall sauren, Apfel, eine BC 100 zu kaufen. Letztendlich zeigt uns das, dass die Streckenzeitkarten eigentlich völlig überteuert sind, wenn man schon auf dieser relativ kurzen Distanz bei der BC 100 landet. Und der Zwangsumstieg resultiert aus der neuen (längeren, aber kaum schnelleren) Strecke. Neubaustrecken können auch mal richtig reinhauen in den Geldbeutel des Einzelnen.

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.18 01:02.

Re: Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 14.01.18 09:23

Fastrider schrieb:
Thomas_Lammpe schrieb:
Die Fernbusse haben noch nie mit Leistung und Qualität überzeugt (und werden das sicher auch in Zukunft nicht tun), sondern mit dem niedrigen Preis.
Wobei die Qualität auch stark nachgelassen hat. Ich bin durchaus in der Anfangszeit öfters mal mit dem Bus gefahren. Anfangs mit dem BLB. Das Serviceniveau war relativ hoch, die Preise auch. Genutzt habe ich sie als Lückenbüsser, wenn mal wieder keine Sparpreise da waren.

Dann mit MFB. Anfangs war das Serviceniveau auch relativ hoch (2-Fahrerbesetzung, Hilfe beim Gepäckverlad). Dann fiel es in der Phase des ruinösen Preiskampfes (schlecht gereinigte Busse, stinkende WCs, rigide Koffervermessungen)

Dann mit dem Postbus. Auch hier ein relativ hohes Serviceniveau (2 Fahrer, Gepäckmarken) zu relativ günstigen Preisen. Solange BLB und Postbus noch auf der Strasse waren, habe ich vor jeder Reise die beiden Anbieter überprüft, auch wenn ich dann doch auch wieder ein Bahnticket gekauft habe. Aber die Ausgabenbereitschaft war deutlich geringer. Sparpreise über 50 EUR selbst für lange Strecken waren in dieser Zeit eher selten, eher ging es in den Bereich 30 bis 40 EUR.
Auch wenn es Anbieter mit einem höheren Qualitäts- und Leistungsniveau gegeben hat, überzeugen konnten sie damit auf jeden Fall nicht bzw. zu wenige Fahrgäste. Das könnte nur der günstige Preis, so dass alle mit Außnahme von MeinFernbus ihren Betrieb eingestellt haben.

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: leofink

Datum: 15.01.18 07:53

Tausendfüßler schrieb:
Patrick Rudin schrieb:
Ich bin beeindruckt :-)

Deutschland: Ca. 50'000 BC100 bei ca. 82 Mio Einwohnern.
Schweiz: Ca. 500'000 GA bei ca. 8,2 Mio Einwohnern.

Einfache Rechenaufgabe. Es läuft super in Deutschland :-)
Schön, solche Statistiken! Nur sagen einfache Zahlen nichts darüber aus, welche Reisegewohnheiten die Schweizer Bürger und die deutschen Bürger haben. Was animiert die Schweizer dazu, ein GA zu kaufen. Vielleicht sollte man auch die Fläche beider Länder ranziehen in die Betrachtung.

Ich kenne im Kollegen-, Bekannten- und Verwandtenkreis niemand, der eine BC100 gebrauchen könnte. Wozu sollte man sich die also zulegen? Eine Verbund-Monats-/Jahreskarte haben dagegen fast alle.
Kann ich dir sagen:
Mit dem GA kannst du in praktisch (für Berwohner des Mittellandes) jede offene Tür eines OeV Fahrzeuges einsteigen. Also zu den 5'000km Bahn auch auf die 90 Verkehrsbetriebe und 20'000 km Busbetriebe.
Nur schon das macht das GA zum Schlager.
Für mich wäre eine Streckenkarte wahrscheinlich billiger, aber das feeling des GAs machts aus!
Gruss Leo

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: leofink

Datum: 15.01.18 08:53

KVV323 schrieb:
Wow, für Berlin & Brandenburg hab ich auch ne Netzkarte - was flächentechnisch fast auf das gleiche hinausläuft...
Ist halt doof, dass man in einem 8,5-fach größeren Land nicht ganz so leicht ans andere Ende oder zumindest aus dem Süden in die Mitte pendeln kann, als in einem doch recht kleinen Land... Wenn du mir als nächstes erzählen willst, dass jeder 5. Lichtensteiner ein Abo für sein Land hat, dann hast du meine vollste Hochachtung ;-)
Auch in einem achtfach grösserem Land, hat der Tag nur 24 Stunden.
Faktisch ist es, rein aus Zeitgründen, nicht möglich die BC 100 wesentlich anders zu nutzen als ein GA in der wesentlich kleineren Schweiz.
Auch in einem Achfach grösseren Land, sind die Pendelstrecken daher nicht achtfach länger.
Ich behaupte sogar, dass die Nutzung des durchschnittlichen GA Nutzers wesentlich grösser ist, als eines durchschnittlichen BC 100 Nutzer. Das nur schon aus dem allgemeinen Nutzerverhalten in der Schweiz:
[www.google.ch]

Der Schweizer legte 2012 rund 3800km per OEV (also auch mit den im GA inbegriffenen "Nicht Bahn Netzen") zurück.
Gehen wir davon aus, dass dies der Durchschnitt ist, und der GA Besitzer eher mehr fährt, dann bin ich mir fast sicher, dass die durchschnittliche Nutzung der BC 100 darunter liegt.
Wenn jemand Statistisches Zahlenmaterial hat, wäre ich für einen Link dankbar.

Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.18 11:45.

Re: "Nix neues bei Meister Lammpe"?

geschrieben von: kmueller

Datum: 15.01.18 11:20

maklin schrieb:
Also wenn man die Beiträge von Thomas Lammpe von vor ca. 5 Jahren ausgeräbt, wird man feststellen, dass da so einige Vorhersagen drin waren, die nun eingetreten sind. Ich denke an die Bedeutung des Fernbusses, die Zusammenarbeit zwischen Fernbus und privatem Fernverkehr, und vor allem die Tatsache, dass man über (auch kurzfristig verfügbare) Fahrscheine zum günstigen Preis Kunden zurückgewinnen kann. Natürlich stören wir als Eisenbahnfreunde uns daran, dass "schlecht und billig" anscheinend besser bei den Leuten ankommt als "gut und teuer", aber so müssen wir es nunmal akzeptieren. Nur weil uns diese Botschaft stört, sollten wir dennoch den Überbringer der Botschaft respektieren. Das heißt nicht, dass es nur diesen Weg gibt - vielleicht hätte man bei "sehr guter Leistung" auch etwas mehr ins "teure" gehen können und hätte ein erfolgreiches Geschäftsmodell, aber das sein Weg bzw. seine Vorschläge nicht funktionieren, wurde doch schon ausreichend von der Praxis widerlegt (bis auf die Sache mit der Abschaffung der BC50, das wurde in Deutschland noch nicht ausprobiert und erfordert mindestens einen Blick in ein Ausland (z.B. Frankreich), wo es so stark rabattierende Bahncards nicht gibt).
Den Vergleich mit Frankreich sollte man vielleicht so formulieren, daß es dort den Mondpreis als dauerhafte Einrichtung nicht gibt, sondern nur an ganz wenigen Spitzentagen (das sind solche, an denen von der Autobahn Paris-Mittelmeer Staus der Größenordnung 200km berichtet werden).

Und die Beispiele für gute Qualität bei mäßigem Preis gibts in Österreich oder der Schweiz (in letzterem Fall muß man statt des EUR/CHF-Kurses die unteren Gehalts- und Lohngruppen als Maßstab verwenden).

Re: Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen

geschrieben von: kmueller

Datum: 15.01.18 11:35

Dirk Mattner schrieb:
Insgesamt sollte man eher von einer Konsolidierung beim MeinFlix... ähm, Fernbusmarkt seit etwa zwei Jahren sprechen.

die Preise steigen nunmehr auch auf dem quasi monopolisierten Fernbusmarkt, bei gleichzeitig sinkender Zahl der Fernbuslinien:

Die noch schwach steigenden Fahrgastzahlen scheinen im Widerspruch dazu zu stehen, aber genau hier zeigt das Yieldmanagement seine Wirkung: Die weniger gewordenen Busse werden also jetzt bei steigenden Preisen pickepackevoll gestopft. Also im Grunde das was Du der DB vorwirfst.
So sehe ich das auch, aber mit folgendem Unterschied: der Fernbus ist im Verkehrsmarkt ein Nischenprodukt, das einerseits im Prinzip verzichtbar ist, desses Existenz andererseits aber auch keine nennenswerten Ressourcen über diejenigen der Betreiber hinaus beansprucht.

Für die Bahn gibts dagegen einen Sektor, in dem sie eine wesentliche Funktion erfüllt bzw. erfüllen könnte, nämlich den täglichen Massenverkehr von und zum Arbeitsplatz auf kurzen bis mittleren Distanzen. Diese Funktion wird durch die in der Bahnreform geschaffene (oben beschriebene) Struktur völlig kaputtgemacht, indem der Großteil der Ressourcen (darunter Steuergelder) in fragwürdige (NBS) bis nutzlose (S21) Projekte des Flugersatzverkehrs gelenkt werden und bahnaffiner Verkehr auf ein Straßennetz abgedrängt, das durch Überlastung mittlerweile so verrottet wie große Teile des Bahnsystems durch Nichtnutzung.

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: Fastrider

Datum: 15.01.18 11:54

leofink schrieb:
Auch in einem achtfach grösserem Land, hat der Tag nur 24 Stunden.
Faktisch ist es, rein aus Zeitgründen, nicht möglich die BC 100 wesentlich anders zu nutzen als ein GA in der wesentlich kleineren Schweiz.
Auch in einem Achfach grösseren Land, sind die Pendelstrecken daher nicht achtfach länger.
Ich behaupte sogar, dass die Nutzung des durchschnittlichen GA Nutzers wesentlich grösser ist, als eines durchschnittlichen BC 100 Nutzer. Das nur schon aus dem allgemeinen Nutzerverhalten in der Schweiz:

[...]

Der Schweizer legte 2012 rund 3800km per OEV (also auch mit den im GA inbegriffenen "Nicht Bahn Netzen") zurück.
Gehen wir davon aus, dass dies der Durchschnitt ist, und der GA Besitzer eher mehr fährt, dann bin ich mir fast sicher, dass die durchschnittliche Nutzung der BC 100 darunter liegt.
Wenn jemand Statistisches Zahlenmaterial hat, wäre ich für einen Link dankbar.


Aber es gibt keine Langstrecken-WE-Pendler und keine vielfahrenden Geschäftsreisenden, beides auch BC100 Nutzer.


Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets
Wieso sollte es in der Schweiz keine Langstrecken-Wochenendpendler bzw. vielfahrende Geschäftsreisenden geben? Das gibt es ja selbst in Deutschland in vergleichbar großen Bundesländern. Zum Beispiel wären da
a) welche, die unter der Woche ihr Zimmer in Hannover oder Göttingen haben und freitags zurück gen Ostfriesland fahren bzw.
b) welche, die in Hannover arbeiten, aber regelmäßig auch nach Osnabrück, Hamburg oder Bremen müssen (zähle letztere beide Städte mal zu Niedersachsen).

So etwas gibt es sicher auch in der Schweiz!

Da wäre z.B. Wilhelm, der ursprünglich aus dem Kanton Uri kommt, aber seit kurzem Jahren als Abteilungsleiter beim Finanzamt in Basel arbeitet. Eine ortsnahe Versetzung hat bislang noch nicht geklappt, wäre jedoch ein großer Wunsch, was aber aufgrund föderalistischer Strukturen nicht so einfach ist. Sonntag abends verabschiedet er sich regelmäßig von seiner Frau Hedwig und den kleinen Kindern Wilhelm junior und Walter. Anschließend geht es dann mit „dem Zug nach Zug“ und über Zürich nach Basel. Montag morgens geht es dann bei schlechtem Wetter mit dem grünen Tram ins Büro - eine zusätzliche Monatskarte braucht er nicht. Ansonsten nimmt er das Fahrrad.

Wilhems Schwiegervater Walther hat richtig Karriere gemacht und es bis in die Führungsebene geschafft. Nicht auf einer Re 460 oder auf einer Cobra, nein, er ist Leiter für politische Beziehungen bei einem Züricher Rüstungskonzern. Der Heimat in Uri hat er vor einigen Jahren den Rücken gekehrt und lebt mittlerweile mit seiner Frau im Züricher Quartier Fluntern in einem neugebauten Einfamilienhaus. Sein Arbeitgeber gibt ihm die Möglichkeit entweder ein GA oder einen Dienstwagen frei wählbaren Typs zu beziehen. Da die Staus in Zürich Walther seit Jahren Zeit und Nerven rauben, hat er seinen letzten Dienstwagen - ein Porsche Cayenne - nun von seinem Arbeitgeber abgekauft und sich für das GA entschieden. Seitdem fährt er jeden Morgen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der ersten Klasse in sein Büro. Außer mittwochs - da hat er bei den Vereinten Nationen in Genf eine regelmäßige Sitzung, um die politische Einflussnahme seines Arbeitgebers sicherzustellen. Er macht dann dienstags früher Feierabend, um rechtzeitig im Hotel zu sein. Mal trinkt er dann mit Kollegen noch einen oder empfängt Damen auf seiner Suite. Gelegentlich hat er zudem noch Sitzungen in Bern - das sind aber nur Tagesreisen, die in der Regel seine untergeordneten Kollegen durchführen. Wenn Walther Ende des Jahres in seinen wohlverdienten Ruhestand geht, steht für ihn schon eine Sache fest: Er holt sich wieder ein GA!

614 078 schrieb:
Wieso sollte es in der Schweiz keine Langstrecken-Wochenendpendler bzw. vielfahrende Geschäftsreisenden geben?
Natürlich gibts die. Es gibt auch reichlich Tages-Fernpendler. Die Lebensgwohneiten der Bevölkerung unterscheiden sich nicht wesentlich von der hiesigen. Nur ist 'fern' für die SBB etwas ganz anderes als das, was die DB darunter versteht: Distanzen, auf denen schon Flugverkehr angeboten wird. Wer hierzulande 50-100km pendelt, nimmt das Auto, gut sichtbar am Straßennetz. Selbst rund um niedergehende Industriestädte wie Krefeld oder Mönchengladbach gibts mehr Autobahnen als rund um die mehr als doppelt so große Metropole (und Quasi-Hauptstadt) Zürich.

Daß ein Verbundabo Düsseldorf-Köln (mit Berechtigung nur für die Arme-Leute-Züge) fast so teuer ist wie ein Schweizer Generalabo (mit wesentlich besserem Leistungsumfang) trägt seinen Teil dazu bei.

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: maklin

Datum: 15.01.18 15:32

leofink schrieb:
Zitat:
Der Schweizer legte 2012 rund 3800km per OEV (also auch mit den im GA inbegriffenen "Nicht Bahn Netzen") zurück.
Gehen wir davon aus, dass dies der Durchschnitt ist, und der GA Besitzer eher mehr fährt, dann bin ich mir fast sicher, dass die durchschnittliche Nutzung der BC 100 darunter liegt.
Wenn jemand Statistisches Zahlenmaterial hat, wäre ich für einen Link dankbar.

Gruss Leo
Wenn der durchschnittliche BC100-Nutzer nur 3800km pro Jahr zurück legt, dann bezahlt er mehr als 1 Euro pro km. Demjenigen würde ich doch ganz stark empfehlen, mal in sich zu gehen und zu überlegen, ob er wirklich unbedingt eine BC100 nutzen möchte...
Nur mal kurz als Anhaltswert: Ein Berlin-Wolfsburg-Pendler fährt pro Arbeitstag und Richtung 180 km, d.h. 360 km am Tag. das bei vielleicht 240 (?) Arbeitstagen sind rundweg 86.000 km. Gut, ob das dem Durchschnitt entspricht, kann ich nicht sagen, aber es gibt einen Anhaltswert. In dem Moment, in dem du mehr als ca. 15 ct/km (*) bezahlst (2. Klasse), solltest du nachrechnen, ob die BC50 oder Monatskarte nicht doch besser wäre. Das sind dann 28.000 km pro Jahr bei einer BC100 für 4200 Euro.

(*) Je nach Strecke, Zug und Monatskartenabgebot auch schon weniger.

„Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“ -Stephen Hawking

Re: [ZM] Zahl der Bahncard100-Nutzer wächst

geschrieben von: leofink

Datum: 15.01.18 16:03

maklin schrieb:
leofink schrieb:
Zitat:
Der Schweizer legte 2012 rund 3800km per OEV (also auch mit den im GA inbegriffenen "Nicht Bahn Netzen") zurück.
Gehen wir davon aus, dass dies der Durchschnitt ist, und der GA Besitzer eher mehr fährt, dann bin ich mir fast sicher, dass die durchschnittliche Nutzung der BC 100 darunter liegt.
Wenn jemand Statistisches Zahlenmaterial hat, wäre ich für einen Link dankbar.

Gruss Leo
Wenn der durchschnittliche BC100-Nutzer nur 3800km pro Jahr zurück legt, dann bezahlt er mehr als 1 Euro pro km. Demjenigen würde ich doch ganz stark empfehlen, mal in sich zu gehen und zu überlegen, ob er wirklich unbedingt eine BC100 nutzen möchte...
Nur mal kurz als Anhaltswert: Ein Berlin-Wolfsburg-Pendler fährt pro Arbeitstag und Richtung 180 km, d.h. 360 km am Tag. das bei vielleicht 240 (?) Arbeitstagen sind rundweg 86.000 km. Gut, ob das dem Durchschnitt entspricht, kann ich nicht sagen, aber es gibt einen Anhaltswert. In dem Moment, in dem du mehr als ca. 15 ct/km (*) bezahlst (2. Klasse), solltest du nachrechnen, ob die BC50 oder Monatskarte nicht doch besser wäre. Das sind dann 28.000 km pro Jahr bei einer BC100 für 4200 Euro.
Hast recht: Ich hätte ja bei mir selber nachrechnen können:-) :
220 Arbeitstage à 70 Kilometer pro Richtung ergibt ca 30'000 Km pro jahr.
[map.schweizmobil.ch]

2009-2012 warens 180 km pro Richtung, dass ergab 79'000 km.
https://map.schweizmobil.ch/?lang=de&bgLayer=pk&season=summer&resolution=100&E=2662694&N=1235969&trackId=4126624

Und wer der Meinung ist, in der Schweiz gebe es keine Fernpendler, der steige mal in den 7 uhr IC ab Zürich nach Bern ein.
Gruss Leo
614 078 schrieb:
Wieso sollte es in der Schweiz keine Langstrecken-Wochenendpendler bzw. vielfahrende Geschäftsreisenden geben? Das gibt es ja selbst in Deutschland in vergleichbar großen Bundesländern. Zum Beispiel wären da

Langstrecken-Wochenendpendler meine ich mindestestens 450 km (München - Frankfurt am Main). Das ist weiter als von Genf nach St. Margrethen.

Tages-Fernpendler Bern - Zürich gibt es auch. Deshalb gilt auch bei den SBB die Vorgabe, dass ein GA teurer sein muss als eine Streckezeitkarte Bern - Zürich plus zwei Monatsabos.

Mit vielfahrenden Geschäftsreisenden meine ich auch eher die Langstreckenfahrer, die durch die ganze Republik rasen.

Das Problem ist halt, dass die DB auch noch mit solchen Leuten auf ihre Kosten kommen muss.


Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets
kmueller schrieb:


Wer hierzulande 50-100km pendelt, nimmt das Auto, gut sichtbar am Straßennetz. Selbst rund um niedergehende Industriestädte wie Krefeld oder Mönchengladbach gibts mehr Autobahnen als rund um die mehr als doppelt so große Metropole (und Quasi-Hauptstadt) Zürich.

Wobei letzteres auch ein Stück weit daran liegt, dass gerade untergehende Regionen/Städte meinen, den Niedergang mit dem Neubau von möglichst vielen Straßen bewerfen zu müssen. Natürlich lässt sich der Niedergang davon i.d.R. nur wenig beeindrucken. Daher kommen dann die Ruinen mit Haufenweise Autobahnzubringern. Aber grundsätzlich hast Du schon ein gutes Stück Recht damit. 50 - 100km ist keine Zielgruppe der Bahn. Entweder 20km mit der S- Bahn oder 300km mit dem ICE. Dazwischen soll man doch gefälligst das Auto nehmen.
Henra schrieb:
. Aber grundsätzlich hast Du schon ein gutes Stück Recht damit. 50 - 100km ist keine Zielgruppe der Bahn. Entweder 20km mit der S- Bahn oder 300km mit dem ICE. Dazwischen soll man doch gefälligst das Auto nehmen.

Danke für dieses Post. Das bringt es auf den Punkt. Auch tariflich wird die Zwischengruppe verscheucht. Fahrten in diesem Zwischenbereich sind sehr teuer. Unterhalb greift der Verbundtarif, oberhalb die Sparpreiswelt. Bei längern Fahrten ist auch die Zugbindung keine so grosse Einschränkung mehr, da diese eher geplant werden.

Gruss, Fastrider

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