DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Achtung: Werbung und Updatemeldungen für Websites werden gelöscht, bzw. ins Allgemeine Forum verschoben!
Links bitte mit kurzer Erklärung zum verlinkten Inhalt versehen, andernfalls werden diese entfernt.

ZM: Regionalverkehr schlecht? S-Bahn ist schuld...

geschrieben von: RMEforRAIL

Datum: 11.01.18 14:56

Das MVI BW macht es sich anscheinend anhand der Probleme im Netz Gäu-Murr sehr einfach und schiebt den schwarzen Peter der S-Bahn zu:

[www.stuttgarter-zeitung.de]

Zitat daraus: "Allerdings müsse angemerkt werden, dass es durch Ausfälle bei der S-Bahn im Nahverkehr auf der Murrbahn immer wieder zu außerordentlichen Belastungen kommen könne. Eine solche Ausnahmekonstellation sei wohl die vom SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber monierte Situation."

Vielleicht mal an die eigene Nase fassen. Vor dem Fahrplanwechsel kann ich mich nicht erinnern, dass man auf der Murrbahn im Hinblick auf die Kapazität ein Problem hatte, sondern eher mit dem Komfort, wie einige schrieben. Nun werden die Sitze bemängelt.

Wir war das noch mit der "Resterampe" und den Silberlingen, lieber Herr Minister Hermann? Haben Sie nun bei Bombardier die "Resterampe" Talent 2 erworben, zu kurz, zu ungemütlich, zu wenig Fahrzeuge?

Re: ZM: Regionalverkehr schlecht? S-Bahn ist schuld...

geschrieben von: Traumflug

Datum: 11.01.18 15:19

RMEforRAIL schrieb:
[www.stuttgarter-zeitung.de]

Zitat daraus: "Allerdings müsse angemerkt werden, dass es durch Ausfälle bei der S-Bahn im Nahverkehr auf der Murrbahn immer wieder zu außerordentlichen Belastungen kommen könne. Eine solche Ausnahmekonstellation sei wohl die vom SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber monierte Situation."
Gleich danach nimmt er diesen Schwarzen Peter wieder weg:
Zitat
Dies sei nicht die Regel [...]
Nach Beamtenmentalität riecht allerdings das hier:
Zitat
Überbesetzungen seien dem Verkehrsministerium im Übrigen in den ersten Wochen nach der Inbetriebnahme nicht bekannt geworden.
In den ersten Wochen nach Inbetriebnahme war Advent und Weihnachten, richtig? Volle Züge ist man in der Zeit gewohnt und man schreibt ja nicht gleich einen langen Beschwerdebrief, nur weil es in den ersten 3 Tagen nicht geklappt hat. Also ist das Ausbleiben von Beschwerden nur sehr bedingt ein Indikator für ausreichende Kapazitäten.

Schön wäre allerdings, wenn die Überfüllungen jetzt passieren, weil es einfach mehr Fahrgäste durch das neue Angebot gibt.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: ZM: Regionalverkehr schlecht? S-Bahn ist schuld...

geschrieben von: JumpUp

Datum: 11.01.18 16:03

Insgesamt wurde die Situation doch verständlich erklärt,
Störungen bei der S-Bahn belasten die RB/RE-Leistungen.
Dies war jedoch auch in der Vergangenheit schon der Fall!

Allerdings müsse angemerkt werden, dass es durch Ausfälle bei der S-Bahn im Nahverkehr auf der Murrbahn immer wieder zu außerordentlichen Belastungen kommen könne. Eine solche Ausnahmekonstellation sei wohl die vom SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber monierte Situation. Dies sei nicht die Regel und könne nicht Anlass dafür sein, das Grundkonzept infrage zu stellen.

Durch das neue Fahrplankonzept wird sich sicherlich noch eine Verschiebung der Auslastung einzelner Züge einstellen.
Die ersten Wochen werden die Fahrgäste wohl wie gewohnt weiterfahren,
bis man die ggf. persönlich besser gelegenen Alternativen erkennt:

Was den Vorwurf angehe, zwischen 6 und 8 Uhr sei eine Regionalbahn weggefallen, müsse berücksichtigt werden, dass mit dem Fahrplan am 10. Dezeber ein 30-Minuten-Takt eingeführt worden sei, durch den die zeitlichen Lücken zwischen den Zügen verringert worden seien. „Hier muss sich die Nachfrage der Fahrgäste nun neu verteilen.“

Warten wir doch erstmal ab,
wie sich das Konzept in den ersten Wochen entwickelt :)
RMEforRAIL schrieb:
Das MVI BW macht es sich anscheinend anhand der Probleme im Netz Gäu-Murr sehr einfach und schiebt den schwarzen Peter der S-Bahn zu:

[www.stuttgarter-zeitung.de]

Zitat daraus: "Allerdings müsse angemerkt werden, dass es durch Ausfälle bei der S-Bahn im Nahverkehr auf der Murrbahn immer wieder zu außerordentlichen Belastungen kommen könne. Eine solche Ausnahmekonstellation sei wohl die vom SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber monierte Situation."

Vielleicht mal an die eigene Nase fassen. Vor dem Fahrplanwechsel kann ich mich nicht erinnern, dass man auf der Murrbahn im Hinblick auf die Kapazität ein Problem hatte, sondern eher mit dem Komfort, wie einige schrieben. Nun werden die Sitze bemängelt.

Wir war das noch mit der "Resterampe" und den Silberlingen, lieber Herr Minister Hermann? Haben Sie nun bei Bombardier die "Resterampe" Talent 2 erworben, zu kurz, zu ungemütlich, zu wenig Fahrzeuge?
Vielleicht passt das nicht so ganz in das Weltbild der Hermann-Hasser, aber wenn die S-Bahn ausfällt ist es nunmal die logische Konsequenz, dass der nachfolgende Zug genommen wird. Im Falle der HVZ-Verstärker trifft das dann eben die RB/RE-Züge. Da die S-Bahn-Stuttgart jede Möglichkeit wahrnimmt, die HVZ-Verstärker ausfallen zu lassen, kommt das durchaus "regelmäßig" vor, dass die RB dann eben voll ist. Mir wurde genau diese Beobachtung aus Fahrgastsicht geschildert. Sitzplatz in Winnenden kein Problem - außer wenn die S-Bahn davor ausfällt. Schaut man sich den Fahrplan vor dem Fahrplanwechsel an, wird man feststellen, dass da die Regionalzüge nach der Haupttakt-S-Bahn gefahren sind und jetzt eben nach der Verstärker-S-Bahn.
Also kommt mal endlich runter. Sicherlich ist bei dem neuen Nahverkehrskonzept nicht alles Gold was glänzt. Aber um Welten besser, als was die vergangenen Jahre geboten wurde. Auch die Talent-Züge sind wahrlich das kleinste Problem im Nahverkehr rund um Stuttgart. Eher die Unzuverlässigkeit der Infrastruktur, die auch ohne Störungen einfach viel zu knapp dimensioniert ist.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 18:04.
Hallo,

würde man dort noch Dosto einsetzen könnte man bei vier Dosto(inklusive Stwg) auf fünf Dosto erhöhen, hätte rund 614 Sitzplätze, also ca. 120 Sitzplätze mehr als eine Doppeltraktion Talent. Und die Garnitur würde selbst an den kürzesten Bahnsteig der Strecke noch passen.
Das ganze auf die S-Bahn zu schieben ist ziemlich billig meiner Meinung nach.
Andererseits wollte die Landesregierung ja mehr Pendler zum umsteigen "bwegen". Da sollte man doch eigentlich davon ausgehen das man erfolgreich ist und gleich ein größeres Platzangebot für die Zukunft bereitstellen?
Ich finde das man gerade im Netz Stuttgart auf den RE Linien Dostos hätte vorschreiben sollen, auf den RB Linien hingegen sind die Triebwagen bestimmt schon von Vorteil.

Gruß Frankenbahn

Frankenbahn schrieb:
Hallo,

würde man dort noch Dosto einsetzen könnte man bei vier Dosto(inklusive Stwg) auf fünf Dosto erhöhen, hätte rund 614 Sitzplätze, also ca. 120 Sitzplätze mehr als eine Doppeltraktion Talent. Und die Garnitur würde selbst an den kürzesten Bahnsteig der Strecke noch passen.
Das ganze auf die S-Bahn zu schieben ist ziemlich billig meiner Meinung nach.
Andererseits wollte die Landesregierung ja mehr Pendler zum umsteigen "bwegen". Da sollte man doch eigentlich davon ausgehen das man erfolgreich ist und gleich ein größeres Platzangebot für die Zukunft bereitstellen?
Ich finde das man gerade im Netz Stuttgart auf den RE Linien Dostos hätte vorschreiben sollen, auf den RB Linien hingegen sind die Triebwagen bestimmt schon von Vorteil.

Gruß Frankenbahn
Ich verstehe was du meinst. Allerdings - wann sind denn auf dieser Linie Dosto notwendig? Zwei Mal am Tag? Drei Mal? Und das auch nur morgens und unter der Woche. Dafür extra Doppelstockzüge zu beschaffen wäre nicht wirklich sinnvoll. Ein Lok-Wagen-Zug wäre sehr träge im Vergleich zum 3442 und ein 445 hätte das selbe Problem: Wo soll kurzfristig der zusätzliche Wagen herkommen?

Der/die Besteller stecken doch auch in einem Dilemma: Die Murrbahn wurde auf Jahre hin für den damaligen Betrieb gerade so hergerichtet, damit er durchführbar ist. Wie auch die übrige Infrastruktur im Land. Das führt dann dazu, dass in Murrhardt die Lok außerhalb vom Bahnsteig stehen muss und im neu gebauten Fornsbach ein fünf Wagen Zug Maßarbeit ist. Will der Besteller mehr Wagen geht das nicht wegen den Bahnsteigen. Will der Besteller einen sauberen 30min-Takt geht der Verstäkerzug zwischen 7 und 8 nicht mehr. Aber bevor nicht bestellt wird, wird auch nicht ausgebaut. So beißt sich seit Jahren die Katze in den Schwanz und es passiert nichts, außer dass die Züge immer voller werden. Wenn dann die S-Bahn ausfällt (nein, das ist keine billige Ausrede) dann drängen eben in Backnang einen Haufen Menschen rein, die eigentlich nicht für den Zug gedacht sind.

Ein anderes Beispiel in dem Eck ist doch die S4, die man vor ein paar Jahren bis Backnang verlängert hat. Damals hat man die Bahnsteige und die Infrastruktur gerade so ausgelegt, dass es für den aktuellen Bedarf passt. Jetzt hat man zwei Probleme: Die S-Bahnen aus Backnang bauen in Kirchberg sofort Verspätung auf, weil der Gegenzug aus Stuttgart täglich! zu spät kommt. Das zweite Problem ist der neue Taktfahrplan auf der Murrbahn. Früher haben die Anschlüsse einigermaßen gepasst in Backnang. Heute werden diese knapp verpasst? Warum? Weil man in Marbach 3-4 Minuten herumsteht, auch am Wochenende, um ein paar mal am Tag den dritten Triebwagen abzuhängen. Warum muss man das? Weil man die Bahnsteige in Erdmannhausen, Kirchberg und Burgstall nur für Vollzüge ausgelegt hat. (Gleiches im übrigen auch bei den regelmäßigen Sperrungen im Bereich Feuerbach, wenn die S4 das ganze Wochenende als S6-Ersatz als Langzug verkehrt und in Marbach gebrochen wird) Würde man mit den Langzügen weiter nach Backnang fahren können und die Kreuzung in Burgstall (dort wurde auch nur ein Bahnsteig bei zwei Gleisen gebaut) stattfinden lassen, würde man zumindest theoretisch den Anschluss in Backnang nach Murrhardt herstellen können. Geht aber nicht, weil man eine Infrastruktur errichtet hat, die vom ersten Tag an knapp bemessen war und zukünftige Änderungen nicht zulässt.

Man kann über die Talent-Züge geteilter Meinung sein, aber das Hauptproblem sind sie nicht, sondern die infrastrukturellen Zwänge, sowie die fehlende Zuverlässigkeit im S-Bahn-Netz.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 20:09.
Murrtalbahner schrieb:
Ich verstehe was du meinst. Allerdings - wann sind denn auf dieser Linie Dosto notwendig? Zwei Mal am Tag? Drei Mal? Und das auch nur morgens und unter der Woche. Dafür extra Doppelstockzüge zu beschaffen wäre nicht wirklich sinnvoll. Ein Lok-Wagen-Zug wäre sehr träge im Vergleich zum 3442 und ein 445 hätte das selbe Problem: Wo soll kurzfristig der zusätzliche Wagen herkommen?
Da ist natürlich der Nachteil der Wagenzüge, diese kann man nicht so schnell stärken/schwächen. Hat sich der Fahrplan durch die schnellere Beschleunigung der Triebwagen groß verändert? Ob man hier wirklich wegen eventuell 3 Minuten die auf der gesamten Strecke gespart werden auf Triebwagen gehen muss? Kurzfristig wäre natürlich auch nicht gleich ein Doppelstockwagen zu beschaffen, jedoch reden wir hier von einer längeren Vertragslaufzeit, hier wäre es schon möglich zusätzliche Wagen bei Bombardier zu bestellen und ohne Probleme in den Wagenzug einzustellen. Unter anderem hat die LNVG dies auf der Strecke Bremerhaven-Bremen-Hannover ebenfalls so gemacht, ein zusätzlicher Wagen wurde vor 2(?) Jahren bestellt und in jeden Wagenzug eingestellt.

Murrtalbahner schrieb:
Man kann über die Talent-Züge geteilter Meinung sein, aber das Hauptproblem sind sie nicht, sondern die infrastrukturellen Zwänge, sowie die fehlende Zuverlässigkeit im S-Bahn-Netz.
Sowohl Triebwagen als auch konventionelle Lokbespannte Wagenzüge haben ihre Vor- und Nachteile, das will ich auch gar nicht bestreiten. Jedoch muss man abschätzen wo welche Fahrzeuge mehr Sinn machen und in den Stuttgarter Netzen finde ich, haben die Wagenzüge mehr Vorteile gegenüber einem Triebwagen. Allerdings sind es dann meistens deutlich weniger Bewerber.
Wenn die Infrastrukturellen Zwänge so groß sind, sollte man sich als Land fragen ob man diese nicht beseitigt(was natürlich sehr teuer ist) oder einfach auf passendes Wagenmaterial zurück greift.
Das mal der RE auch extrem voll ist wenn eine S-Bahn ausfällt, ist klar. Aber das wird hier vom Land schon eine Ausrede gewesen sein, auch wenn viele das anders sehen, die S-Bahn ist meiner Meinung nach schon sehr zuverlässig, ob da nun andauernd eine S-Bahn ausfällt? Selbst dann, mit den Dostozügen wurden diese zusätzlichen Fahrgäste wohl besser aufgefangen.

Gruß Frankenbahn





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.18 13:06.

Re: ZM: Regionalverkehr schlecht? S-Bahn ist schuld...

geschrieben von: 146 227

Datum: 12.01.18 16:02

Also das mit der S-Bahn ist denke ich keine Ausrede. Damals war das nicht so auffällig weil die RE in einer minimal anderen Taktlage fuhren. Das ist genau so wenn ein IC vor einem RE fährt und ausfällt. Wenn dazwischen aber über 30min liegen werden sich einige einen anderen Plan suchen.

Thema Infrastruktur das Land möchte vieles aber der Bund will eben nicht zahlen. Selbst wenn es nur um die Engpass-Beseitigung geht.

Gruß
Soweit ich das letzte Woche beim Vorbeifahren sehen konnte (bin in der Gegenlastrichtung unterwegs) findet man an Normaltagen in jedem Zug einen Sitzplatz.