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17000 Tonnen Material in 319 Zügen - Das lief noch 2015 auf der Aggertalbahn zu den Siegwerken. Dann kam eine Weiche, die nicht mehr befahrbar war und ein Ersatzverkehr mit LKWs musste her. Da sich dieser als wirtschaftlich günstiger herausstellte, meldeten die Siegwerke zwei Jahre später den Bedarf ab und die Bahn die Strecke zur Stillegung an.
Die Stadt Siegburg will nun den Radweg auf der Aggertalbahn verlängern.
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 01:30.
Man könnte die ersten Meter am Bahnhof Siegburg als Abstell- und Wendegleis nutzen.

Beispielsweise könnte der RE6 dann vom Flughafen nach Siegburg verlängert werden um dieser Region auch einen schnellen Anschluss zum Flughafen zu bringen. Da würde dann auch die problematische Wende am Flughafen entfallen.
Schade drum, aber es ist wie es ist. Siegburg - Overath ist eine der wenigen Stilllegungen im Bergischen Land, die ich wirklich nachvollziehen kann. Ansonsten wurde da ja leider sehr viel Bockmist getrieben.
volmefabi schrieb:
Man könnte die ersten Meter am Bahnhof Siegburg als Abstell- und Wendegleis nutzen.

Beispielsweise könnte der RE6 dann vom Flughafen nach Siegburg verlängert werden um dieser Region auch einen schnellen Anschluss zum Flughafen zu bringen. Da würde dann auch die problematische Wende am Flughafen entfallen.
Das letzte was Siegburg braucht ist noch einen RE. Die 66 fährt jetzt schon am Limit, wenn dann noch mehr Leute von St Augustin und Umgebung Richtung Siegburg fahren brichts zusammen.
Wenn man den schon verlängert dann Richtung Bonn-Beuel, da der RE8 den Flughafen in Zukunft ja weglässt.

Was die Aggertalbahn betrifft denke ich mal wird das wieder ein klassisches "Teilstillegen, dann merken die Strecke ist leider nur durchgängig sinnvoll und da hat man jetzt schon einen Radweg hingeklatscht, tja, dann muss der Rest wohl auch Radweg werden". So langsam bekomme ich Aggressionen wenn ich "Bahnstrecke" und "Radweg" in einem Satz sehe. Warum werden eigentlich Kreis oder sogar Bundesstraßen nie Fahradwege? Ist sogar viel einfacher, man muss nur ein paar Schilder austauschen und ein bisschen Farbe auf die Straße, und nicht großartig Schienen zurückbauen oder Wege pflastern. Mit (ehem.) Hauptbahnen geht das ja offensichtlich auch! Seltsam....
Und wieder ein Gleisanschluß weniger. Die DB bleibt sich treu! Weiterhin wird in einen Radweg umgewandelt und noch mehr LKW ersetzen die Bahn. Kann echt nicht wahr sein, diese total verkorkste Verkehrspolitik!
Hier ging es nicht um 17000t irgendwelchen Materials sondern durchweg um Gefahrguttransporte...

Es ist alles relativ.

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 11.01.18 15:31

17000 t durch 319 Züge sind 53,29 t pro Zug, also etwas, was man durchaus auch mit zwei LKW hätte transportieren können, auch wenn es Gefahrgut ist.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 11.01.18 15:45

Ich mag den Radweg und finde die Verlängerung ok aber mir kann keiner erzählen dass ein Anschluss von Lohmar an Siegburg nicht wirtschaftlich wäre.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: cloubim

Datum: 11.01.18 16:27

Käfermicha schrieb:
Ich mag den Radweg und finde die Verlängerung ok aber mir kann keiner erzählen dass ein Anschluss von Lohmar an Siegburg nicht wirtschaftlich wäre.
Mag sein, eine Stummel-RB über eine Trasse die in Lohmar überbaut und in Siegburg nicht mehr reaktivierbar ist (zumindest nicht durchsetzbar) aber sicher nicht. Verlängerung der 66 ist auch schwierig, Hochflur. Ein Niederflur-Trambetrieb wäre zwar möglich, der müsste aber entweder in Siegburg neu gegründet, oder mit den Netzen von KVB oder SWB verbunden werden.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 11.01.18 16:30

Alles richtig. Es war halt nicht gewollt.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 11.01.18 17:57

Der Satz gefällt mir...es liegt in der Natur der Sache.
Ein weiterer Radweg muss gebaut werden, und hier im Forum klatschen unsere Radfahrer wieder die Hände.
Politisch gesehen ein Armutszeugniss deutscher Politik.
Lkw günstiger und damit effizienter als die Bahn selbst.
Und doch lieber billigen in Kauf nehmen, dass Gefahrgut per Lkw durch Ortschaften gefahren wird.
Bauen wir doch für unsere Schlipsträger noch mehr NBS.
Aber auch die Sache hat den kleinen Haken.
Gehen nicht ist West-Ost Richtung.....

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 11.01.18 18:21

Gut ist hier gar nichts. Letztendlich aber ein Verlust den das System Bahn hier selbst verschuldet hat.

Offenkundig wollte keiner die Weiche reparieren. Das ist bedauerlich.

Aber wenn es am Willen so fehlt dann ist der Radweg die bessere Lösung. Eine 66 durch Siegburg nach Lohmar hätte ich besser gefunden aber das wollte halt keiner.
Eigentlich wäre das eine perfekte Verlängerung für die Linie 66 gewesen. Direkt in die Siegburger Innenstadt mit der Stadtbahn und in Lohmar hätte man einen großen P&R Parkplatz anlegen können.

Aber solchen Optionen wollte man wohl definitiv einen Riegel vorschieben als man den Endpunkt der Linie 66 gebaut hat im Bf. Siegburg.

Politiker sind anscheinend immer noch oftmals der Ansicht, dass ÖPNV mit Bussen attraktiv genug ist. Die Zahlen sprechen dagegen eine andere Sprache aber dies nimmt man halt nicht zur Kenntnis.
Strizie schrieb:
Eigentlich wäre das eine perfekte Verlängerung für die Linie 66 gewesen. Direkt in die Siegburger Innenstadt mit der Stadtbahn und in Lohmar hätte man einen großen P&R Parkplatz anlegen können.

Aber solchen Optionen wollte man wohl definitiv einen Riegel vorschieben als man den Endpunkt der Linie 66 gebaut hat im Bf. Siegburg.

Politiker sind anscheinend immer noch oftmals der Ansicht, dass ÖPNV mit Bussen attraktiv genug ist. Die Zahlen sprechen dagegen eine andere Sprache aber dies nimmt man halt nicht zur Kenntnis.
Als man den Endpunkt der Linie 66 gebaut hat wollte man die direktest mögliche Verbindung 66-ICE, da Siegburg/Bonn ja die Vertröstung für die fehlende Anbindung Bonns an die SFS war. Um die Linie 66 auf die Strecke nach Lohmar zu bringen hätte man sie auf ihrem alten Laufweg über Zange lassen und aufwändig in den oberirdischen Bahnhof einfädeln müssen - zumal sie dann in Siegburg auch noch straßenbündig gefahren wäre was man ja um jeden Preis vermeiden wollte. Außerdem hätte man dann zum südwärtigen ICE gleis 2 Aufzüge/Treppen gehabt statt einer Treppe/einem Aufzug für beide, so wie es jetzt gelöst ist.

Auch wenn ich gerne für einen Ausbau des schienengebundenen Verkehrs bin, die 66 noch mehr zu belasten geht nicht. Am realistischsten wäre tatsächlich gewesen (bzw ist am realistischsten), die jetzt geplante Stadtbahn Niederkassel-Troisdorf nach Lohmar durchzubinden. Wobei man da natürlich auch direkt nach Lohmar gehen könnte ohne den Umweg über Siegburg zu fahren.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 18:36.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Kurt Maier

Datum: 11.01.18 19:51

deruerdingerbus schrieb:

Politisch gesehen ein Armutszeugniss deutscher Politik.
Lkw günstiger und damit effizienter als die Bahn selbst.


Immer dasselbe Geseiere. Man kann die Politik ja für vieles verantwortlich machen. Aber schonmal darüber nachgedacht, das es die Unternehmen selbst sind, die lieber auf die Strasse wollen? Es wird heutzutage kaum noch auf Halde produziert, sondern nur noch "Just in Time". Und dafür eignet sich der Lkw halt besser als die Bahn.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 19:52.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 11.01.18 21:52

Mal darüber nachgedacht, was du jetzt schreibst?
DB selbst hat noch zu fahrende Tonnagen gerechnet, lagen diese minimal unter den, wurde der Anschlussvertrag gekündigt.
Oder, um 12.00 h am Freitag wurden noch bis zum Abschlussbahnhof gefahren, die letzten Meter zum eigentlichen Anschluss wegen Feierabend ausgelassen.
Oder schau dir mal das lustige Rangierspiel im Ruhrgebiet an.
Güterwagen kommt aus dem Norden in Hamm an.
Wird direkt rangiert oder bleibt erst stehen.
Zeitverlust
Der Güterwagen geht mit dem nächsten Güterzug nach Oberhausen.
Gleiches Spiel wie im Hamm
Güterwagen geht u.U. weiter nach Duisburg oder Köln.
Gleiches wie Hamm und Oberhausen.
Das Spiel wiederholt sich x Mal.
Innerhalb des nur Ruhrgebietes bewegt sich so ein Güterwagen bis zu einer Woche.
In dieser Zeit und die Frachtkosten sind dabei günstiger bewegt sich der Lkw x Mal in diesem Radius Ruhrgebiet.
Zeitverlust das erste....
Nächstes Problem, hast Ladung aber kein Güterwagen ist da. Probleme in der Disposition.
Hast dem Wagen beladen auf dem Hof und muss abgeholt werden. Erneutes Problem in der Disposition.
Bei einer Lkw Spedition- Anruf und kommt.
Nächstes Problem
Wer fährt dir den Güterwagen vom Knotenpunkt zum Anschließer? Früher und einst ein ordinärer Auftrag der Bahn jeden unabhängig jeglicher Faktoren zu bedienen.
Dazu passend die Kleinloks V60 oder Köf 2 und 3.
Heute?
Die privaten wie hier RSE ist das Geschäft nicht ausreichend Gewinnbringend.
Kenne denn aktuellen Frachtpreis nicht, weiß aber, große Gewinne sind damit nicht zu machen.
Fazit...der Lkw und hierbei ostdeutsche Lkw sind lukrativ
Die Bahn mit eigentlichen Auftrag kann da nicht
mithalten und zieht sich im Geschäftsfeld
Fernverkehr zurück.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Kabelcontainer

Datum: 11.01.18 22:13

Es ist zwar nur ein Beispiel, aber warum sollte in Hamm ein Güterwagen nach Oberhausen/Köln abgehangen werden, wenn der EZ XXXXX direkt nach Oberhausen /Gremberg fährt? In Hamm enden nämlich keine Planzüge aus Norden ( Seelze/Maschen ).

Was richtig ist, dass z.B. Wagen nach Hamm zum Großteil in Zügen des Einzelwagenverkehrs von bspw. Seelze, erst nach Vorhalle laufen und dann mit Zügen des Nahbereichs nach Hamm zurückkommen.

Gleiches mit Wagen für das AW Paderborn. Von Seelze nach Vorhalle, von Vorhalle nach Hamm und von da mit der nächsten Übergabe nach Paderborn.

Das Wagen am Knoten vorbeikommen und durchfahren um anschließend wieder dahin gebracht zu werden ist keine Seltenheit. Jeder vernünftig denkende würde sagen, Wagen für Hamm/Paderborn am Zugschluß ab Seelze, in Hamm abgehangen. Sowas wird derzeit nur am Lü-Zug 51222 gemacht. Bis vor ein paar Jahren wurden z.B. bei den Zügen ab Vorhalle nach Maschen oder Seelze in Gütersloh oder auch Brackwede Wagen angehangen. Es waren täglich geplante Züge, wo dann die Mähdrescher und noch anderes Gedöns an die Zugspitze rangiert wurden mit der Zuglok. Heute laufen die Wagen erst nach Vorhalle und dann nach Norden. Hat halt irgendwann jemand den Taschenrechner genommen und vorgerechnet, dass das Vorhalten des Rangierers oder das Vorhalten der V90 teurer ist als das lange Verfahren durch die halbe Republik und 2x die selbe Strecke entlang.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol
Ich versteh das nicht!

Wo hat denn wer schon einmal was gelesen, dass eine Gemeinde, ein Kreis, der Bund, eine Straße nicht hat reparieren wollen und deshalb die Zufahrt zu einem Unternehmen sperren ließ?

Warum werden die Systeme Straße, Wasser, Luft und Schiene nicht gleichbehandelt?

"Send fair", wäre doch mal ein Gütesiegel für eine lebenswerte Zukunft!

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 11.01.18 22:50

Das Prozedo ist mir so bekannt. Alles aus dem Norden kommende wurde erst in Hamm sortiert.
Interessant, Hamm war einst in der Technik die modernere Anlage, Hagen Vorhalle konnte nur Anfangs mit mehr V90 Loks den technischen Vorsprung von Hamm überholen.

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Kabelcontainer

Datum: 11.01.18 22:59

In Hamm werden beim 51222 Seelze - Gremberg, am 514xx Gremberg - Maschen und 51041 (?) Wanne - Kassel noch recht regelmäßig Wagen ab- bzw. angehangen. Beim Maschener gelegentlich Gleisbaumaschinen, Mähdrescherteile oder andere Lüs. Ansonsten enden in Hamm keine EZ, nur die Übergaben. Der größte Teil an Zügen des Einzelwagenverkehrs läuft ohne Behandlung durch.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 23:03.

Den Unternehmen ist es egal,...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 11.01.18 23:11

...wie sie ihr Zeug bekommen oder loswerden, ob mit LKW, Eisenbahn, Binnenschiff, Hundeschlitten, Eselkarren, Frauen mit Körben auf dem Kopf, Hubschraubern oder sonstwas. Es muss sich für sie rechnen, d. h. sie müssen einen Vorteil durch das Gesamtpaket haben, aber dabei spielt das Transportmittel selbst kaum eine Rolle und erst recht ist nicht die Höhe der Fracht der ausschlaggebende Faktor.

Übrigens bedeutet "Just in Time" ziemlich wörtlich "im richtigen Augenblick", hat aber nichts mit dem LKW zu tun. Auch Binnenschiffe fahren "JiT".

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

53,29t pro Zug

geschrieben von: 3-Löwen-Takt

Datum: 12.01.18 00:07

Das ist wahrscheinlich ein vierachsiger Großraum-Güterwagen oder Kesselwagen gewesen. Also läuft das Ganze fast auf Wagenladungsverkehr hinaus. Den will man bei DB Cargo eh loswerden ...

Re: Den Unternehmen ist es egal,...

geschrieben von: Kurt Maier

Datum: 12.01.18 00:30

Den Unternehmen ist es eben nicht egal, wie sie ihre Waren bekommen. Sie brauchen die Waren termingerecht, schnell und oftmals kurzfristig. Und spätestens da ist das System Schiene raus. Die Abwanderung auf die Straße hat ja nicht erst in den 90ern begonnen. Schon in den 50er Jahren als das Schienennetz noch deutlich dichter war, konnte die Bahn dem Lkw kaum noch das Wasser reichen. Da dauerte die Zuführung von Öl, Kohle oder Dünger zum Raiffeisenlager schonmal bis zu einer Woche, obwohl der Großhändler nur schlappe 10 km entfernt verladen hatte. Die Wirtschaft in D wäre wohl kaum international konkurrenzfähig. Im übrigen ist es in anderen Ländern nicht viel anders, auch in der immer viel geprießenen Schweiz wo der Bahntransport sich hauptsächlich entlang der Transitstrecken abspielt.
Nur mal um klarzustellen, ich bin kein Bahngegner, im Gegenteil. Und erst recht kein Politikfreund. Aber man macht es sich viel zu einfach, der Politik einzig und allein alles in die Schuhe zu schieben.

Re: Den Unternehmen ist es egal,...

geschrieben von: BOS

Datum: 12.01.18 19:32

Hallo Kurt,

das ist mir zu pauschal.

Immerhin gibt es auch heute zahlreiche Firmen mit Schienenanschluß die "Just in Time" beliefern oder beliefert werden. Dabei hatte und hat die Bahn ihre Vorzüge. Wenn sie die nicht hätte, würden nicht zahlreiche Speditionen mit ihr fahren.
Und das DB Cargo den Einzelwagenverkehr los werden will, ist auch überholt. Sie wollen sogar wieder im Stückgut angreifen. Zusammen mit einem Paketdienst. Was natürlich ein großer Vorteil wäre im Vergleich zu früher, wo man als Privater sein Stückgut oft auf dem Güterboden abholen wollte, weil der örtliche Rollfuhrunternehmer wenn überhaupt nur bis an die Bordsteinkante liefern konnte. Wenn überhaupt, weil es damals noch keine LKW mit Hubbühnen gab.

Deutschland kennt 4 unterschiedliche Verkehrssysteme:

Luft
Wasser
Straße
Schiene

Die kann man zusammenarbeiten lassen oder gegeneinander!
Gemäß dem Motto "Wer kämpft hat schon verloren" täte man also gut daran systemübergreifend zusammenzuarbeiten! Wenn jeder seine Stärken einbringen dürfte, wäre das für alle ein Gewinn!

Und das 4-5 Jahresmotto der Politiker muß endlich verschrottet werden! Jedenfalls diese Themen und Bereiche betreffend.
Solange jeder Politiker nur seine eigene Amtszeit vor Augen hat, werden längerfristige Themen einfach nicht fair bearbeitet!

Und die Bahn hat vor der Straße den großen Vorteil, dass sie streckenweise noch bis zu 100% mehr an Auslastung anbieten könnte.
Sie hat die besseren Werte den Umweltschutz betreffend und jeder Wagen und jeder Ganzzug auf der Schiene entlastet die Straßen, sorgt so für weniger Unfälle, für weniger Zerstörung der Straßen, für mehr Lebensqualität entlang der Straßen u.v.m.

Und Weichen, diese verschleißfreudigen Bauteile, gehören zum System Schiene genau so dazu, wie entsprechend befestigt ausgebaute Zufahrten von den Straßen hin zu irgendwelchen Industrieflächen.

Die hiermit verbundenen Kosten müßten genauso behandelt werden, wie jeder Straßenanschluß!

Es kann doch nicht sein, dass ein Schwerlastverkehr eine angrenzende Ortsstraße im Laufe der Jahre zerstört und die muß dann auf Kosten der Anlieger neu gebaut werden, während die Weiche dem Nutzer in Rechnung gestellt wird.
Der Nutzer wäre ja mit den Kosten um 150.000 Euro mehr als gut bedient, im Vergleich zu den Kosten des Straßenneubaus der in die Millionen geht.

Damit nicht wieder unnötige Zuschrieben kommen, von wegen, dass gibt es nicht, gebe ich hier schon bekannt, dass mir einige Fälle vorliegen wo eine Dorfstraße tonagemäßig zu 99% von einem Unternehmer genutzt und zusammengefahren wurde. Als es dann an den teuren Neubau der Straße ging, durften die Anlieger, darunter viele Eckgrundstücke, jeweils 5-stellig in die Tasche greifen. Und sie durften noch nicht mal mitsprechen, was die Gestaltung anging. Bsw die Gestaltung mit Straßenlampen usw. In diesem Zusammenhang liest man immer öfter in der regionalen Presse, dass Kommunen es erlauben, dass sich Anlieger zusammen tun und die Straßen privat ausbauen lassen. Was regelmäßig zu Ersparnissen im 6 - und 7stelligen Bereich führt.
Was immer noch nicht dazu führt, dass der Unternehmer irgendwie nennenswert zur Kasse gebeten wird. Der braucht nur zu drohen, wenn ich zahlen muß verlege ich meinen Betrieb und schon wird die Angelegenheit durch den Rat gewunken, oder gewinkt? Oft jedenfalls auch so, dass viele im Rat wankten, als sie wunken. Man hatte sich vorher bei einer Ortsbegehung reichlich bewirten lassen .... ein Schelm der Böses dabei denkt!

Oh ja, die Welt ist schlecht.
Aber wir sind selber schuld wenn wir sie schlecht sein lassen und uns nicht bemühen, sie ein Stück besser zu machen!

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

Acobono schrieb:
Als man den Endpunkt der Linie 66 gebaut hat wollte man die direktest mögliche Verbindung 66-ICE, da Siegburg/Bonn ja die Vertröstung für die fehlende Anbindung Bonns an die SFS war. Um die Linie 66 auf die Strecke nach Lohmar zu bringen hätte man sie auf ihrem alten Laufweg über Zange lassen und aufwändig in den oberirdischen Bahnhof einfädeln müssen - zumal sie dann in Siegburg auch noch straßenbündig gefahren wäre was man ja um jeden Preis vermeiden wollte.
Das stimmt so nicht ganz. Es gab bei der Planung des ICE-Bahnhofs zwei Varianten für eine 66 bis Lohmar:
1) in Ebene -2 mit einer weiteren Tunnelstation unter dem Markt
2) von Sankt Augustin kommend in einem engen Rechtsbogen unter der Bahn her, dann bahnparallel bis zum Abzweig auf die Aggertalbahn, die Stadtbahnstation wäre dann ebenfalls bahnparallel etwa in Höhe des heutigen ZOB entstanden

1) war ein Luftschloss, da unfinanzierbar. 2) wäre m.E. machbar gewesen, wenn man es gewollt hätte.

Dass man es nicht wollte, lag nicht an der Ausgestaltung des ICE-Bahnhofs, sondern schlicht daran, dass Siegburg keine Schienenstrecke im Stadtkern haben wollte. Typisch Sankt Florian, ähnlich wie die Haltung in Kall (Eifel): wir haben doch schon unsere Bahn, was interessieren uns die Orte, die hinter uns liegen und keine haben? Das Bedauerliche dabei ist, dass die Stadtbahnstrecke gerade Siegburg selbst deutlich besser angebunden hätte. Der Bahnhof liegt ja in südlicher Randlage und bis zur Nordstadt sind es weite Wege, in Gebieten mit dichtester Bebauung. Nicht umsonst fährt der innerstädtische Busverkehr auf den beiden Achsen Richtung Brückberg und Stallberg in der HVZ alle 5 bis 10 Minuten...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.18 23:51.
Acobono schrieb:
Warum werden eigentlich Kreis oder sogar Bundesstraßen nie Fahradwege?
Naja, werden sie ja manchmal durchaus. In Siegburg und Troisdorf ist das, was früher mal die B8 war, heute Fußgängerzone. Das ist auch durchaus gut so - Verkehr raus aus den Zentren und stattdessen Förderung umweltfreundlicher Mobilität.

Der Haken an der Sache ist halt nur, dass bei solchen Straßenprojekten normalerweise vorher großzügiger Ersatz geschaffen worden ist. Im Gegensatz zur Bahn...

Re: Den Unternehmen ist es egal,...

geschrieben von: userCman

Datum: 13.01.18 13:12

BOS schrieb:
Hallo Kurt,

das ist mir zu pauschal.

Immerhin gibt es auch heute zahlreiche Firmen mit Schienenanschluß die "Just in Time" beliefern oder beliefert werden. Dabei hatte und hat die Bahn ihre Vorzüge. Wenn sie die nicht hätte, würden nicht zahlreiche Speditionen mit ihr fahren.
Und das DB Cargo den Einzelwagenverkehr los werden will, ist auch überholt. Sie wollen sogar wieder im Stückgut angreifen. Zusammen mit einem Paketdienst. Was natürlich ein großer Vorteil wäre im Vergleich zu früher, wo man als Privater sein Stückgut oft auf dem Güterboden abholen wollte, weil der örtliche Rollfuhrunternehmer wenn überhaupt nur bis an die Bordsteinkante liefern konnte. Wenn überhaupt, weil es damals noch keine LKW mit Hubbühnen gab.

Deutschland kennt 4 unterschiedliche Verkehrssysteme:

Luft
Wasser
Straße
Schiene

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Stimmt so nicht ganz. Erhebliche Mengen Öl und Gas werden über Pipelines transportiert.
Acobono schrieb:
volmefabi schrieb:
Man könnte die ersten Meter am Bahnhof Siegburg als Abstell- und Wendegleis nutzen.

Beispielsweise könnte der RE6 dann vom Flughafen nach Siegburg verlängert werden um dieser Region auch einen schnellen Anschluss zum Flughafen zu bringen. Da würde dann auch die problematische Wende am Flughafen entfallen.
Das letzte was Siegburg braucht ist noch einen RE. Die 66 fährt jetzt schon am Limit, wenn dann noch mehr Leute von St Augustin und Umgebung Richtung Siegburg fahren brichts zusammen.
Wenn man den schon verlängert dann Richtung Bonn-Beuel, da der RE8 den Flughafen in Zukunft ja weglässt.
Die 66 ließe sich ohne weiteres auf einen 5-Minuten-Takt verdichten. Außerdem kann ein Unterangebot auf einer Strecke ja nicht das Argument gegen ein besseres Angebot auf einer anderen sein.

Acobono schrieb:
Was die Aggertalbahn betrifft denke ich mal wird das wieder ein klassisches "Teilstillegen, dann merken die Strecke ist leider nur durchgängig sinnvoll und da hat man jetzt schon einen Radweg hingeklatscht, tja, dann muss der Rest wohl auch Radweg werden". So langsam bekomme ich Aggressionen wenn ich "Bahnstrecke" und "Radweg" in einem Satz sehe. Warum werden eigentlich Kreis oder sogar Bundesstraßen nie Fahradwege? Ist sogar viel einfacher, man muss nur ein paar Schilder austauschen und ein bisschen Farbe auf die Straße, und nicht großartig Schienen zurückbauen oder Wege pflastern. Mit (ehem.) Hauptbahnen geht das ja offensichtlich auch! Seltsam....
Weil Eisenbahnstrecken ein fahrradfreundlicheres Höhenprofil haben.
sno schrieb:
Die 66 ließe sich ohne weiteres auf einen 5-Minuten-Takt verdichten. Außerdem kann ein Unterangebot auf einer Strecke ja nicht das Argument gegen ein besseres Angebot auf einer anderen sein.
Ohne weiteres ganz sicher nicht. Die SWB haben ja schon einen Mords-Aufwand dafür betreben müssen, bei der Baustelle auf der Nordbrücke einen 7,5min-Takt zu realisieren, und da gings nur um 6 Wochen Sommerferien.

Für einen 5min-Takt darfst du ganz sicher zuerst einmal die komplette Signal-Infrastruktur auf der Strecke neu planen. Dann steigen dir alle Anliegerkommunen aufs Dach, weil deren Ortsteile durch dauer-geschlossene Schranken komplett abgehängt werden. Hangelar-Nord ist z.B. nur via Schranke zu erreichen, Vilich-Mülldorf fast nur. Das wird schon alleine wegen des Rettungs-Konzeptes interessant.

Dann ist noch die Frage, wo die zusätzlichen Fahrten überhaupt enden sollen. Der Abschnitt Hbf - Olof-Palme-Allee verträgt ganz sicher keinen zusätzlichen 10min-Takt mehr und zum Hbf müssen die Bahnen auf jeden Fall, um den Pendlerströmen gerecht zu werden. Dort gibt es aber nur eine Zweigleisige Abstellanlage, wo auch noch die 18 Wenden muss. Macht dann also 3 Wendefahrten in 20min für zwei Wendegleise. Das lässt dann gar keinen Raum mehr für mögliche Verspätungen oder andere Betriebsstörungen, auch die Straßenbahnumleiter zum Hbf Tief wären damit nicht mehr fahrbar. In Godesberg klappt das nur, weil dort zum einen auch die Bahnsteige zum warten (und auch zum Wenden, vor allem wenn die 16 mal wieder sehr viel Verspätung hat) genutzt werden können und weil die 63 keinen reinen 10-min Takt fährt, sondern mit der 16 zusammen einen 6/6/7 Takt bildet, die Bahnen also laut Plan gleichmäßig ankommen.

Zu guter letzt: Wer soll die Fahrzeuge dafür kaufen? Die SWB übernehmen sich jetzt schon mit den neuen Straßenbahnen und dem neuen Schwimmbad, da geht auf absehbare Zeit gar nichts mehr. Und ob die SSB gewillt ist, den Mehrbedarf komplett alleine zu finanzieren wage ich zu bezweifeln.

Ich sehe bei der 66 eher, dass in zehn bis zwanzig Jahren mal über Dreifachtraktionen nachgedacht wird. Leider wurde das aber beim Neubau der Haltestellen Stadthaus und Bertha-von-Suttner-Platz nicht mit berücksichtigt, weswegen auch das jetzt sehr schwer umsetzbar ist.

Viele Grüße
Auch wenns off topic ist - kommen eigentlich irgendwann mal neue Bahnen?

Re: Es ist alles relativ.

geschrieben von: Beueler

Datum: 15.01.18 14:29

Hallo Nietenreko,

Deine Berechnungen decken sich mit meinen Beobachtungen von damals.
Der Zug wurde meist gegen 8h morgens rangiert und fuhr dann meist nach dem 08:14 RE in den Anschluss zum Siegwerk rein.
Es waren immer Kessselwagen, und mehr als 2 am Stück habe ich da nie gesehen.
Meist war es einer.
Dass sich das nur schwer rechnet, da braucht man kein Hellseher zu sein, insbesondere, wenn dann noch Investitionen in die Strecke getätigt werden müssen.

Gruß

Beueler
Käfermicha schrieb:
Auch wenns off topic ist - kommen eigentlich irgendwann mal neue Bahnen?
Nur, wenn das Angebot ausgeweitet werden soll. Die alten B-Wagen werden derzeit komplett erneuert, da ist also kein Bedarf mehr für Ersatz.

Aber das sehe ich auch nicht kommen. Man hat ja nicht mal mehr das Geld, die neuen Straßenbahnen mit mehr Kapazität zu bestellen, obwohl die Bahnsteige schon für längere Bahnen gebaut wurden.

Grüße

Edit: da Dortmund die alten Bonner B-Wagen wohl bald ausmustern will, wäre es schon ne Überlegung, die wieder zurück zu kaufen und ebenfalls zu erneuern. Aber da das eine der allerersten Bauserien war kann es sein, dass die Dinger inzwischen auch so durch sind, dass das nicht mehr möglich ist.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.18 15:00.
Diese Strecke stillzulegen und abzubauen war eigentlich Dummheit! Erstens ist der Raum Lohmar/Siegburg nicht gerade dünn besiedelt und zweitens könnte diese Strecke auch heute als Umleitstrecke im Falle von Bauarbeiten oder Störungen fauf auf der Strecke über Rösrath gute Dienste leisten. Heutzutage käme noch die Bedeutung als unmittelbare Zulaufstrecke aus dem Bergischen zur SFS von und nach Frankfurt hinzu.

Zusammen mit der Stadtbahnstrecke Siegburg - Bonn wäre so etwas wie das Kasseler Modell der Regiotram in Frage gekommen. Eine Regionalstadtbahn hätte von Overath bis Lohmar oder Siegburg mit Dieselantrieb und ab Siegburg oder Lohmar per Fahrdraht fahren können. Durch den Tiefbahnhof der 66 hat man eine mögliche Verlängerung des Stadtbahnnetzes bis Lohmar erheblich erschwert. Die Hauptstraße von Lohmar nach Siegburg ist immer wieder verstopft. Also wäre der Bedarf für eine Stadtbahn in Lohmar und im Siegburger Norden gegeben. Diese verfehlte, örtliche Verkehrspolitik ist mit der Aifgabe der Balkanstrecke Opladen -Burscheid - Wermelskirchen - Lennep vergleichbar, wo sich tagsüber auch an ein paar Stellen der Straßenverkehr staut.


Ich weiß nicht, ob der Anschluß zum Siegwerk zuletzt mit Fahrdraht versehen worden ist. Bis zum Siegwerk hätte sich die frühzeitige Elektrifizierung angeboten, damit Güterzüge durchgängig mit E-Lok fahren können. Nicht selten sind Güterverkehrskunden auch gegen ihren Willen vom Güterverkehr der Bahn abgehängt worden, wie irgendein Fernsehbeitrag einmal berichtet hat.

Gruß, Alex