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Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Der_Streckenläufer

Datum: 10.01.18 07:55

"Mit der neuen Trasse München-Berlin ist die Bahn eine echte Alternative zum Flugzeug geworden. Doch die Probleme des Unternehmens kann sie nicht übertünchen." [www.sueddeutsche.de]

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: ingo st.

Datum: 10.01.18 08:38

Welche "Der Bahn"?

Strategien, auch politische, gehen doch nur nach Geschäftssparte.

Da ausserhalb des dominierenden FV, trotz Bus mit 94% Marktanteilen aller öffentlichen Fernfahrten, viele Player dasselbe Netz benutzen muß die Strategie aus dem Kanzleramt und nicht aus vom Potsdamer Platz kommen und Netz anweisen, bei der Umsetzung von Strategien die Voraussetzungen zu stellen.

Gruß
Ingo

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Lüfterklappe

Datum: 10.01.18 08:41

Nicht der Bahn fehlt eine klare Strategie, sondern dem Eigentümer die richtige! Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Die Straßenverliebtheit der deutschen Politik und der beiden stärksten Parteien (ehemals auch: Volksparteien) hat sich überall so festgesetzt, dass Worte und Taten jeden Tag weiter auseinanderdriften.

Solange die DB AG nur ein Lagerplatz für verkehrspolitische Probleme bleibt, die Leute vom Schlage Ramsauer, Schmidt, Tiefensee, Wissmann, Dobrindt & Co. nicht lösen wollen, fehlt der Bundesrepublik eine klare verkehrspolitische Strategie.

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 10.01.18 08:44

Lüfterklappe schrieb:
Nicht der Bahn fehlt eine klare Strategie, sondern dem Eigentümer die richtige! Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Die Straßenverliebtheit der deutschen Politik und der beiden stärksten Parteien (ehemals auch: Volksparteien) hat sich überall so festgesetzt, dass Worte und Taten jeden Tag weiter auseinanderdriften.

Solange die DB AG nur ein Lagerplatz für verkehrspolitische Probleme bleibt, die Leute vom Schlage Ramsauer, Schmidt, Tiefensee, Wissmann, Dobrindt & Co. nicht lösen wollen, fehlt der Bundesrepublik eine klare verkehrspolitische Strategie.
Das stimmt natürlich. Der Bund muss endlich mit qualifiziertem Personal die Richtung vorgeben. Allerdings darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass DB Netz nicht mehr tut, als von außen an sie herangetragen wird und DB Fernverkehr seit vielen vielen Jahren planlos vor sich hineiert. Gäbe es in diesen beiden Bereichen eine klare Strategie hin zu mehr Angebot und Kapazität würden die Versäumnisse der Bundespolitik nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.18 08:44.

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: md 36

Datum: 10.01.18 09:03

Murrtalbahner schrieb:
Lüfterklappe schrieb:
Nicht der Bahn fehlt eine klare Strategie, sondern dem Eigentümer die richtige! Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Die Straßenverliebtheit der deutschen Politik und der beiden stärksten Parteien (ehemals auch: Volksparteien) hat sich überall so festgesetzt, dass Worte und Taten jeden Tag weiter auseinanderdriften.

Solange die DB AG nur ein Lagerplatz für verkehrspolitische Probleme bleibt, die Leute vom Schlage Ramsauer, Schmidt, Tiefensee, Wissmann, Dobrindt & Co. nicht lösen wollen, fehlt der Bundesrepublik eine klare verkehrspolitische Strategie.
Das stimmt natürlich. Der Bund muss endlich mit qualifiziertem Personal die Richtung vorgeben. Allerdings darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass DB Netz nicht mehr tut, als von außen an sie herangetragen wird und DB Fernverkehr seit vielen vielen Jahren planlos vor sich hineiert. Gäbe es in diesen beiden Bereichen eine klare Strategie hin zu mehr Angebot und Kapazität würden die Versäumnisse der Bundespolitik nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Ersetze Strategie durch Ziel. Es geht letztich darum, welcher Zielzustand im Jahre xyz zuerreichen ist. Das wie ist dabei unerheblich. Beispiel: 2025 ist ein 30 Minuten Takt auf Linie a, b, c einzuführen.....So etwas fehlt. Eine konkrete Zielvorgabe. Das es das nicht gibt interessiert den Eigentümer nicht. Leider.

Somit entsteht ein Zickzackkurs. Mal soll Dividende ausgeschüttet werden, mal soll mehr Verkehr erbracht werden, mal soll
die Effizienz gesteigert werden, mal flächendeckend ETCS eingeführt werden.....nicht falsch verstehen, die Aufzählung ist nur beispielhaft um die Zickzackvorgaben zu veranschaulichen.....

Und dadurch entsteht dieses "Geiere".....

Nein es hilft auch nicht die Vergabe von Fernverkehrskonzessionen.....es hilft nur ein konkretes Ziel. Und das muss sich Deutschland leisten wollen.

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 10.01.18 10:17

md 36 schrieb:
Ersetze Strategie durch Ziel. Es geht letztich darum, welcher Zielzustand im Jahre xyz zuerreichen ist. Das wie ist dabei unerheblich. Beispiel: 2025 ist ein 30 Minuten Takt auf Linie a, b, c einzuführen.....So etwas fehlt. Eine konkrete Zielvorgabe. Das es das nicht gibt interessiert den Eigentümer nicht. Leider.

Somit entsteht ein Zickzackkurs. Mal soll Dividende ausgeschüttet werden, mal soll mehr Verkehr erbracht werden, mal soll
die Effizienz gesteigert werden, mal flächendeckend ETCS eingeführt werden.....nicht falsch verstehen, die Aufzählung ist nur beispielhaft um die Zickzackvorgaben zu veranschaulichen.....

Und dadurch entsteht dieses "Geiere".....

Nein es hilft auch nicht die Vergabe von Fernverkehrskonzessionen.....es hilft nur ein konkretes Ziel. Und das muss sich Deutschland leisten wollen.
Ok, eine Strategie beinhaltet ein Ziel.
Dividende, Mehrverkehr und ETCS sind das eine. Gäbe es insbesondere bei DB Fernverkehr eine selbstbewusste, ambitionierte, klare Vorstellung, was man erreichen möchte, würde das Desinteresse seitens der Politik nicht ins Gewicht fallen. Auch wenn die Dividende natürlich ärgerlich ist, so wäre es auch mit dieser möglich, eine vernünftige Angebotspolitik zu fahren. Man hat aber in den letzten Jahren immer das Gefühl gehabt, dass nur (zum Teil panisch) reagiert wird. Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

@Lüfterklappe: Danke....

geschrieben von: BLOaner

Datum: 10.01.18 11:10

...genau meine Gedanken!

Deutsche Bahn - jeder Tag ein Abenteuer!

Ein statistisch signifikanter Anteil der Gesamtbevölkerung beweist jeden Tag auf´s Neue, daß fehlende Hirnmasse nicht zwangsläufig zum Tod führen muß!

Abschlüsse sagen nix aus! Man kann studiert haben und trotzdem dumm wie 20m Feldweg sein!

Gibt es doch

geschrieben von: bahamas

Datum: 10.01.18 11:11

Der_Streckenläufer schrieb:
"Mit der neuen Trasse München-Berlin ist die Bahn eine echte Alternative zum Flugzeug geworden. Doch die Probleme des Unternehmens kann sie nicht übertünchen." verkehr-der-bahn-fehlt-eine-klare-strategie

Die klare Strategie gibt es doch: "Weiter so!" Solange man glaubt, der Flugverkehr sei Konkurrenz, ändert sich eh nichts.

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 10.01.18 11:23

Murrtalbahner schrieb:Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.
Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.

Das IC2-Konzept gilt bei einigen höherrangigen Bahnmitarbeitern auch schon - zu recht - als gescheitert. Deswegen kommen nur noch vereinzelte IC2-Linien, aber nicht entsprechendes Netz.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: siradlib

Datum: 10.01.18 12:22

Black Eyed schrieb:
Murrtalbahner schrieb:Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.
Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.

Das IC2-Konzept gilt bei einigen höherrangigen Bahnmitarbeitern auch schon - zu recht - als gescheitert. Deswegen kommen nur noch vereinzelte IC2-Linien, aber nicht entsprechendes Netz.
Woran soll das Konzuept gescheitert sein? Was spricht dagegen, mehr Dosto-ICs zu beschaffen? Grundsätzlich fahren die IC2 doch.
Was spricht dagegen, dieses Konzept weiter auszubauen und damit Eisenbahn in die Fläche zu bringen? Genau das war doch das Ziel.
Dass hier auf DSO oder auch in der Presse gerne gelästert wird, ist zwar nicht schön, aber läuft in meinen Augen unter "übliche Begleiterscheinung"- zumal ich nirgendwo wirklich substantielle/gehaltvolle Kritik gelesen habe. Dass die Leute sich drüber aufregen, mit "einem weißen RE" zu fahren, halte ich für Fuzzygerede. (Ja, ich bin selber einer!)

LG siradlib

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 10.01.18 12:40

siradlib schrieb:
Zitat:
Woran soll das Konzuept gescheitert sein? Was spricht dagegen, mehr Dosto-ICs zu beschaffen? Grundsätzlich fahren die IC2 doch.
Was spricht dagegen, dieses Konzept weiter auszubauen und damit Eisenbahn in die Fläche zu bringen? Genau das war doch das Ziel.
Das Ziel ist eher mehr Einnahmen zu generieren. Flächenverkehr an sich ist kein Ziel von DB Fernverkehr.
Ich bestreite auch nicht, dass sie fahren und dass es noch mehr IC2 werden. Aber der ganze Netzgedanke ist schon gestorben.

Der Nachteil des IC2 ist, dass dieser Fernverkehrszug keinen wesentlichen Fahrzeit-technischen Unterschied zu bestehenden RE-Linien erzeugt - die Wirkung hat man also überschätzt...
Sprich: Der RE reicht oftmals an dieses Niveau heran (nicht an Einrichtung und an die Umsteigfreiheit), bietet aber deutlich günstigere Mitfahren, wo es keine Subventionierung des Aufgabenträgers gibt.


siradlib schrieb:
Dass hier auf DSO oder auch in der Presse gerne gelästert wird, ist zwar nicht schön, aber läuft in meinen Augen unter "übliche Begleiterscheinung"- zumal ich nirgendwo wirklich substantielle/gehaltvolle Kritik gelesen habe. Dass die Leute sich drüber aufregen, mit "einem weißen RE" zu fahren, halte ich für Fuzzygerede. (Ja, ich bin selber einer!)
Mich störte der "weiße RE" auch - immerhin sehe ich in der Inneneinrichtung einen deutlichen qualitativen Unterschied zum RE. Auch die Kinderkrankheiten des Twindexx sehe ich nicht so tragisch, die scheinen bei den Triebköpfen größer zu sein.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
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Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Was spricht denn für den Dosto IC?

geschrieben von: pm

Datum: 10.01.18 13:04

Sie fahren doch- reicht dies Dir schon ? Was spricht den für den Dosto IC? Auf der Strecke Köln-Dresden gar nichts- ist einfach das völlig falsche Fahrzeug. Zu teuer (die 101 wird zu schnell arbeitslos+ viele unnütze Flächen durch das Dostokonzept, zu hohe Kapazität) -zu langsam- zu unkomfortabel (selbst ein älterer NRW Dosto hat tlw. Leselampe) zu unzuverlässig...
Auf den Linien mit RE Einsatz vielleicht noch eingeschränkt sinnvoll- aber grundlegend halt nur ein Paniknotkauf ohne Sinn+ Verstand.

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Nethobl

Datum: 10.01.18 13:11

Ich sehe das ein wenig anders.
Ich hege seit Jahren den Gedanken, das Teile des Unternehmen weg wollen von lokbespannten Zügen, wegen ev. Mehrkosten bei der Beschaffung, anderseits der Druck der Länder im Regionalverkehr da ist, genau diese Züge wegen ihrer Sitzplatzkapazitäten einzusetzen.
Aber ist eine Toilette verstopft, kann der einzelne Wagen ausgesetzt werden, im anderen Fall fällt der gesamte Triebzug aus.


Holger Bläß

Murphy´s Gesetze:
Wenn etwas schiefgehen kann, wird es auch schiefgehen.
Die Summe der Intelligenz auf unserem Planeten ist eine Konstante; die Bevölkerung wächst.
Unklarheit ist eine unveränderliche Größe.
Egal was schief geht, immer ist da jemand, der das schon im voraus wusste.

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Acobono

Datum: 10.01.18 13:13

Black Eyed schrieb:
siradlib schrieb:
Zitat:
Woran soll das Konzuept gescheitert sein? Was spricht dagegen, mehr Dosto-ICs zu beschaffen? Grundsätzlich fahren die IC2 doch.
Was spricht dagegen, dieses Konzept weiter auszubauen und damit Eisenbahn in die Fläche zu bringen? Genau das war doch das Ziel.
Das Ziel ist eher mehr Einnahmen zu generieren. Flächenverkehr an sich ist kein Ziel von DB Fernverkehr.
Ich bestreite auch nicht, dass sie fahren und dass es noch mehr IC2 werden. Aber der ganze Netzgedanke ist schon gestorben.

Der Nachteil des IC2 ist, dass dieser Fernverkehrszug keinen wesentlichen Fahrzeit-technischen Unterschied zu bestehenden RE-Linien erzeugt - die Wirkung hat man also überschätzt...
Sprich: Der RE reicht oftmals an dieses Niveau heran (nicht an Einrichtung und an die Umsteigfreiheit), bietet aber deutlich günstigere Mitfahren, wo es keine Subventionierung des Aufgabenträgers gibt.


Volltreffer, dass ist der Knackpunkt. Dass die IC2 nur bis 160km/h zugelassen sind ist für eine Fernverkehrsneubestellung der absolute Gnadenstoß. IC2 Verbindungen sind effektiv (umsteigefreie) RE Verbindungen zum Fernverkehrspreis. So etwas gab es schonmal, nannte sich Interregio - die Klasse hatte die DB 2006 ja für überholt erklärt. Warum man sie jetzt unter neuem Namen wieder einführt ist mir absolut schleierhaft, wer das nicht hat kommen sehen weiß ich nicht. Besonders, da die Regionaltwindexx die man für den München-Nürnberg-Express bestellte, bis 189 km/h zugelassen sind (was übrigens auch eine Leistungsminderung gegen den vorher gefahrenen 200km/h ist). Im Endeffekt sind also die Wagen gleicher Bauart in Regionallackierung schneller als die in IC-Lackierung. Das ist eine Lachnummer sondergleichen.

Erst recht, da man in der Schweiz bereits 2010 RABe 502 bestellte, also 200km/h schnelle Twindexx Express. Hätte man wirklich vernünftig vorgehabt die Leistung nur auszubauen, wären diese die richtige Wahl gewesen. Aktuell kann man auch Standard Bombardier DoStos einfach umrüsten, für den gleichen Effekt, da man sich ja sogar geweigert hat die Triebköpfe mitzubestellen und stattdessen 146.5 anspannt. Das war von vornherein gespart an allen Ecken und Enden und damit zum Scheitern verurteilt.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.18 14:04.

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: See-Hund

Datum: 10.01.18 13:27

Lüfterklappe schrieb:
Nicht der Bahn fehlt eine klare Strategie, sondern dem Eigentümer die richtige! Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Die Straßenverliebtheit der deutschen Politik und der beiden stärksten Parteien (ehemals auch: Volksparteien) hat sich überall so festgesetzt, dass Worte und Taten jeden Tag weiter auseinanderdriften.

Solange die DB AG nur ein Lagerplatz für verkehrspolitische Probleme bleibt, die Leute vom Schlage Ramsauer, Schmidt, Tiefensee, Wissmann, Dobrindt & Co. nicht lösen wollen, fehlt der Bundesrepublik eine klare verkehrspolitische Strategie.

See-Hund meint dazu: Ja, da ist 'was dran. Und wenn die evtl. neuen (alten) Groko-Partner sich jetzt von ihren groß propagierten Klimazielen davonstehlen, ist für das klimafreundliche System "Bahn" nichts besseres zu erwarten. Es wird wieder ein drittklassiger Politiker vom Schlage der o.a. Herren sich in der Verkehrspolitik mit dem Ziel weiter so tummeln; Strategien zur Lösung der (verkehrs-)politischen Probleme: Fehlanzeige!
Solange die momentare einschläfernde unentschlossene Politik von Frau Merkel & Co. von der Mehrheit als gut bewertet wird, werden auch
Neuwahlen keine positive Veränderung bringen, schon gar nicht in der Verkehrspolitik. Es werden weitere verlorene Jahre des Herum-
wurstelns folgen.
[b][/b]

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: leofink

Datum: 10.01.18 13:47

Acobono schrieb:
Erst recht, da man in der Schweiz bereits 2010 RABe 502 bestellte, also 200km/h schnelle Twindexx Express. Hätte man wirklich vernünftig vorgehabt die Leistung nur auszubauen, wären diese die richtige Wahl gewesen. Aktuell kann man auch Standard Bombardier DoStos einfach umrüsten, für den gleichen Effekt, da man sich ja sogar geweigert hat die Triebköpfe mitzubestellen und stattdessen 146.5 anspannt. Das war von vornherein gespart an allen Ecken und Enden und damit zum Scheitern verurteilt.
Bestellt hast du richtig gesagt :-)
Mit Mühe und Not haben sie nun die Zulassung bekommen. Ob sie sich im Betrieb bewähren steht aber noch auf einem andern Blatt.
Was ich dem IC2 ankreide, ist die Berg- und Talbahn. Für Leute mit Koffern, die, bei den nicht so selten überraschenden Wagenreihungsänderungen zu leiden haben, ist das ein no Go. In der Schweiz hat man mit dem Übergang im Obergeschoss, nicht das Schlechteste gemacht:
Man kann, nachdem mann eine Treppe erklimmt hat, frei zirkulieren, und zweitens sind die Untergeschosse in der Regel viel ruhiger, da sie von den Zugswanderern nicht begangen werden.
Als täglicher Pendler in den IC2000 in der Schweiz, nehme ich, bei Ruhebedürfnis das Untergeschoss.
Gruss Leo

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 10.01.18 13:52

Acobono schrieb:
Volltreffer, dass ist der Knackpunkt. Dass die IC2 nur bis 160km/h zugelassen sind ist für eine Fernverkehrsneubestellung der absolute Gnadenstoß. IC2 Verbindungen sind effektiv (umsteigefreie) RE Verbindungen zum Fernverkehrspreis. So etwas gab es schonmal, nannte sich Interregio - die Klasse hatte die DB 2006 ja für überholt erklärt. Warum man sie jetzt unter neuem Namen wieder einführt ist mir absolut schleierhaft, wer das nicht hat kommen sehen weiß ich nicht. Besonders, da die Regionaltwindexx die man für den München-Nürnberg-Express bestellte, bis 189 km/h zugelassen sind (was übrigens auch eine Leistungsminderung gegen den vorher gefahrenen 200km/h ist). Im Endeffekt sind also die Wagen gleicher Bauart in Regionallackierung schneller als die in IC-Lackierung. Das ist eine Lachnummer sondergleichen.

Erst recht, da man in der Schweiz bereits 2010 RABe 502 bestellte, also 200km/h schnelle Twindexx Express. Hätte man wirklich vernünftig vorgehabt die Leistung nur auszubauen, wären diese die richtige Wahl gewesen. Aktuell kann man auch Standard Bombardier DoStos einfach umrüsten, für den gleichen Effekt, da man sich ja sogar geweigert hat die Triebköpfe mitzubestellen und stattdessen 146.5 anspannt. Das war von vornherein gespart an allen Ecken und Enden und damit zum Scheitern verurteilt.
Die MüNEx-Züge kommen aus dem Hause Skode, haben also außer "Doppelstock" nicht viel miteinander gemein.
Ein wesentlicher Nachteil der IC2 ist, dass sieben nur mit den 146.5 funktionieren. Somit sind sie nicht wesentlich flexibler als ein Triebwagen.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: Der Bahn fehlt eine klare Strategie

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 10.01.18 13:56

See-Hund schrieb:Zitat:
Ja, da ist 'was dran. Und wenn die evtl. neuen (alten) Groko-Partner sich jetzt von ihren groß propagierten Klimazielen davonstehlen, ist für das klimafreundliche System "Bahn" nichts besseres zu erwarten. Es wird wieder ein drittklassiger Politiker vom Schlage der o.a. Herren sich in der Verkehrspolitik mit dem Ziel weiter so tummeln; Strategien zur Lösung der (verkehrs-)politischen Probleme: Fehlanzeige! Solange die momentare einschläfernde unentschlossene Politik von Frau Merkel & Co. von der Mehrheit als gut bewertet wird, werden auch Neuwahlen keine positive Veränderung bringen, schon gar nicht in der Verkehrspolitik. Es werden weitere verlorene Jahre des Herumwurstelns folgen.
Welche politische Konstellation soll den was bringen? Einzig mit Anton Hofreiter als VM hätte die Eisenbahn eine Chance mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Ansonsten sehe ich weit und breit keine politische Konstellation und keinen politischen Kopf, die/der dem System Eisenbahn helfen könnte.
Achja: Alles an Angela Merkel festzumachen ist wie die Schuld an der derzeitigen Misere der DB allein an Alexander Dobrindt festzumachen.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Acobono

Datum: 10.01.18 13:58

leofink schrieb:
Acobono schrieb:
Erst recht, da man in der Schweiz bereits 2010 RABe 502 bestellte, also 200km/h schnelle Twindexx Express. Hätte man wirklich vernünftig vorgehabt die Leistung nur auszubauen, wären diese die richtige Wahl gewesen. Aktuell kann man auch Standard Bombardier DoStos einfach umrüsten, für den gleichen Effekt, da man sich ja sogar geweigert hat die Triebköpfe mitzubestellen und stattdessen 146.5 anspannt. Das war von vornherein gespart an allen Ecken und Enden und damit zum Scheitern verurteilt.
Bestellt hast du richtig gesagt :-)
Mit Mühe und Not haben sie nun die Zulassung bekommen. Ob sie sich im Betrieb bewähren steht aber noch auf einem andern Blatt.
Was ich dem IC2 ankreide, ist die Berg- und Talbahn. Für Leute mit Koffern, die, bei den nicht so selten überraschenden Wagenreihungsänderungen zu leiden haben, ist das ein no Go. In der Schweiz hat man mit dem Übergang im Obergeschoss, nicht das Schlechteste gemacht:
Man kann, nachdem mann eine Treppe erklimmt hat, frei zirkulieren, und zweitens sind die Untergeschosse in der Regel viel ruhiger, da sie von den Zugswanderern nicht begangen werden.
Als täglicher Pendler in den IC2000 in der Schweiz, nehme ich, bei Ruhebedürfnis das Untergeschoss.
Gruss Leo
Ja gut, Bestellverzögerungen bei Bahnunternehmen sind ja nun wirklich nix neues, das gilt ja auch für den IC2 und den ICE4 hier in Deutschland. Auch, dass man Zulassungen gerade so mit Ach- und Krach besteht. Aber wenn man sich schon auf sowas einlässt, dann doch bitte wenigstens mit dem richtigen Zuge! Die IC2000 sind in der Tat ein sehr angenehm gelöstes Prinzip, aber das würde man hier alleine schon deswegen nicht einführen, weil das nicht der UIC Norm entspricht und man das technisch gesehen nicht mit anderen Wagen kuppeln kann. Das tut die DB nämlich durchaus gerne.... Zwar nicht im regulären Fahrgastbetrieb, aber auf Umlauffahrten oder Wartungsfahrten sieht man schon gerne mal die buntesten Zugverbände - die dann natürlich alle miteinander durchgängig kuppeln müssen. Wenn schon Wagen, dann richtig Wagen, willkommen in Deutschland.

Und übrigens: Die Doppelstöcker werden aktuell so eingesetzt, dass sich meistens nur 4-5 Wagen im Zugverband befinden. Die so angepriesene Sitzplatzerhöhung durch die DoSto-Lösung war hier damit auch mal wieder Marketing und nichts dahinter. Es gibt aktuell keine IC2 Linie auf der es ein Standard Bvmz Wagenverbund nicht auch tut.

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: Acobono

Datum: 10.01.18 14:03

Murrtalbahner schrieb:
Acobono schrieb:
Volltreffer, dass ist der Knackpunkt. Dass die IC2 nur bis 160km/h zugelassen sind ist für eine Fernverkehrsneubestellung der absolute Gnadenstoß. IC2 Verbindungen sind effektiv (umsteigefreie) RE Verbindungen zum Fernverkehrspreis. So etwas gab es schonmal, nannte sich Interregio - die Klasse hatte die DB 2006 ja für überholt erklärt. Warum man sie jetzt unter neuem Namen wieder einführt ist mir absolut schleierhaft, wer das nicht hat kommen sehen weiß ich nicht. Besonders, da die Regionaltwindexx die man für den München-Nürnberg-Express bestellte, bis 189 km/h zugelassen sind (was übrigens auch eine Leistungsminderung gegen den vorher gefahrenen 200km/h ist). Im Endeffekt sind also die Wagen gleicher Bauart in Regionallackierung schneller als die in IC-Lackierung. Das ist eine Lachnummer sondergleichen.

Erst recht, da man in der Schweiz bereits 2010 RABe 502 bestellte, also 200km/h schnelle Twindexx Express. Hätte man wirklich vernünftig vorgehabt die Leistung nur auszubauen, wären diese die richtige Wahl gewesen. Aktuell kann man auch Standard Bombardier DoStos einfach umrüsten, für den gleichen Effekt, da man sich ja sogar geweigert hat die Triebköpfe mitzubestellen und stattdessen 146.5 anspannt. Das war von vornherein gespart an allen Ecken und Enden und damit zum Scheitern verurteilt.
Die MüNEx-Züge kommen aus dem Hause Skode, haben also außer "Doppelstock" nicht viel miteinander gemein.
Ein wesentlicher Nachteil der IC2 ist, dass sieben nur mit den 146.5 funktionieren. Somit sind sie nicht wesentlich flexibler als ein Triebwagen.
Du hast 100% recht, ich vergaß dass man sich für die 770er entschied. Dennoch, die gebauten Twindexx sind für 189km/h ausgelegt, genauso wie die 770er, aber warum auch Fernverkehrszüge für Fernverkehrsschnelligkeiten zulassen. Das 146.5 Fiasko hängt damit ja auch zusammen, soweit ich weiß sind die ja der Grund warum die Twindexx die 189er Zulassung nicht bekommen haben. Da hatte man sich ja schon so aufs sparen gefreut.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.18 14:48.
Was meint der Autor damit, kennt er den BVWP nicht?
Oder beziehen sie sich mit "Pläne" auf fertige Planfeststellungsbeschlüsse?

Dann stimmts wohl halbwegs, fänd ich dann allerdings unfair, da ja schon viel gemacht wird.

Dosto-Kapazitäten

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 10.01.18 15:12

Hallo!

"Es gibt aktuell keine IC2 Linie auf der es ein Standard Bvmz Wagenverbund nicht auch tut."
...was aber immer ein wenig unter der Decke gehalten wird.
Ein Dosto-IC hat um die 460 Sitzplätze.
Ein klassischer Intercity aus aus 1x Avmz, 1x ARkimbz, 2x Bvmz und 3x Bpmz hat ziemlich genau so viele Plätze. Und dazu aber noch einen Speisewagen.

Aber die Vita der IC2 lief ja quasi darauf hinaus, dass es ein Dosto-Zug wird. Schnell verfügbar, weil de facto bereits entwickelt , m.W. Abruf aus bestehenden Beschaffungs-Optionen für Nahverkehrs-Dostos und zudem ein Druckmittel gegen die Bahnindustrie, dass man auch auf anderen Wegen Fahrzeuge beschaffen kann als bisher.

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Sturm.jpg

Re: Dosto-Kapazitäten (o.w.T)

geschrieben von: Wessex Trains

Datum: 10.01.18 15:55

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.18 15:56.

Re: Dosto-Kapazitäten

geschrieben von: TomyN

Datum: 10.01.18 17:44

Das ist schon richtig, aber man hat für die Zukunft die Option die Kapazität zu erhöhen, was natürlich nur bei entsprechender Nachfrage Sinn macht. Von dem her finde ich diese Entscheidung gar nicht so dumm. Interessant wäre für mich die Frage, a) auf wieviel IC Linien es durch die verminderte Höchstgeschwindigkeit zu nennenswerten Fahrzeitverlängerungen kommt und b) wie viel mehr eine höhere Geschwindigkeit gekostet hätte.
Zum anderen liest sich das etwas wie eine 'elektronische Drosselung', evtl. kann gibt es eine Option diese, wenn es durch den entsprechenden Netzausbau sinnvoll ist, hier 'upzugraden'.

Tomy

Re: Dosto-Kapazitäten

geschrieben von: pm

Datum: 10.01.18 17:54

Wieviel weniger hätte die entsprechende Anzahl von 200 km/h schneller Wagen gekostet- wie dieser hier (vielleicht nochmal- eine neue Lok wäre nicht nötig gewesen). Dazu hat er schon WLAN+ irgendwelches Unterhaltungsgedöhns on Board. Und bei den beiden IC Linien von Dresden nach Köln bzw Rostock wäre er halt eine Vmax von 200 sehr sinnvoll.

Vagonweb Bmpz




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.18 17:56.

Re: Dosto-Kapazitäten

geschrieben von: Acobono

Datum: 10.01.18 17:58

pm schrieb:
Wieviel weniger hätte die entsprechende Anzahl von 200 km/h schneller Wagen gekostet- wie dieser hier (vielleicht nochmal- eine neue Lok wäre nicht nötig gewesen). Dazu hat er schon WLAN+ irgendwelches Unterhaltungsgedöhns on Board. Und bei den beiden IC Linien von Dresden nach Köln bzw Rostock wäre er halt eine Vmax von 200 sehr sinnvoll.

Vagonweb Bmpz

Aber das sieht den älteren Eurofirma-Wagen doch viel zu ähnlich, das geht doch nicht. Da kann man doch gar keine große Werbekampagne mit machen, und die fallen ja auch gar nicht so schön auf wie die DoStos. Wer braucht schon praktisch wenn man auffällig haben kann. Oder warum glaubst du haben die in großem Tätä die 146.5 umlackiert....

IC200

geschrieben von: Baleine rouge

Datum: 10.01.18 19:05

Die Ausschreibung für 200 km/h schnelles FVmaterial läuft doch. Abwarten was dabei herauskommt. Es wäre natürlich sinnvoller gewesen sich vorher Gedanken zu machen.

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: truestepper

Datum: 10.01.18 21:05

siradlib schrieb:
Black Eyed schrieb:
Murrtalbahner schrieb:Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.
Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.

Das IC2-Konzept gilt bei einigen höherrangigen Bahnmitarbeitern auch schon - zu recht - als gescheitert. Deswegen kommen nur noch vereinzelte IC2-Linien, aber nicht entsprechendes Netz.
Woran soll das Konzuept gescheitert sein? Was spricht dagegen, mehr Dosto-ICs zu beschaffen? Grundsätzlich fahren die IC2 doch.
Was spricht dagegen, dieses Konzept weiter auszubauen und damit Eisenbahn in die Fläche zu bringen? Genau das war doch das Ziel.
Dass hier auf DSO oder auch in der Presse gerne gelästert wird, ist zwar nicht schön, aber läuft in meinen Augen unter "übliche Begleiterscheinung"- zumal ich nirgendwo wirklich substantielle/gehaltvolle Kritik gelesen habe. Dass die Leute sich drüber aufregen, mit "einem weißen RE" zu fahren, halte ich für Fuzzygerede. (Ja, ich bin selber einer!)

LG siradlib
Das Konzept war darauf ausgelegt, einige RE-Linien aus dem SPNV-Wettbewerb herauszunehmen und man hatte sich seitens der DB eine Co-Finanzierung durch Reg.-Mittel erhofft. Nun ja ...

Re: IC200

geschrieben von: sylter

Datum: 11.01.18 07:00

Baleine rouge schrieb:
Die Ausschreibung für 200 km/h schnelles FVmaterial läuft doch. Abwarten was dabei herauskommt. Es wäre natürlich sinnvoller gewesen sich vorher Gedanken zu machen.
Die DB hätte sich einfach an die Ausschreibung der ÖBB hängen sollen da hätten beide was davon!

ein echter Sylter!
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 07:00.

Kinderkrankheiten?

geschrieben von: 1.Bauserie

Datum: 11.01.18 07:27

Hallole!

Black Eyed schrieb:
> Auch die Kinderkrankheiten des Twindexx sehe ich nicht so tragisch, die scheinen bei den Triebköpfen größer zu sein.

Also beim IC2 noch von Kinderkrankheiten zu sprechen, ist schon etwas dreist. Im Gegensatz zu den 445 fahren die jetzt schon seit über zwei Jahren und die Türstörungen hat man immer noch nicht in Griff, es vergeht auf der Gäubahn fast kein Tag ohne Verspätung durch Türstörungen.

Gruß
1.Bauserie


Fahr lieber mit der BUNDESBAHN

Bahnchaos

geschrieben von: 219 003-1

Datum: 11.01.18 07:54

Was die Süddeutsche Zeitung da schreibt, ist teilweise Blödsinn und zeugt von Ahnungslosigkeit. Die alten Stellwerke aus der Kaiserzeit sind es, die im Falle eines schweren Gewittersturmes, wie er im September zum Beispiel in Südostbayern stattfand, den Weiterbetrieb ermöglichte. Die alten Formsignale aus der Kaiserzeit waren zwar dunkel, aber, es gilt dann das Tageszeichen. Die modernen Kombinationslichtsignale sind dunkel. Die modernen Super-Schienenfahrzeuge, die sich als Rollende Computer präsentieren, sind sehr anfällig. Oft kommt es zu Softwareproblemen, woraus sich dann Fahreinschränkungen ergeben. Ein Beispiel dazu: bei den 245 erscheint derzeit und schon länger das Problem, das der Partikelfilter angeblich zugesetzt sei. Folge: der Betroffene Motor verringert seine Traktionsleistung. Aber der Partikelfilter ist nicht versetzt. Es handelt sich um eine Fehlerstörung. Wird dann eine neue Software draufgespielt, kommen wieder andere Probleme dazu. Streiken die Computer, oder andere hochsensible Technik, ist Feierabend. Der Lokfahrer, kann dann nicht viel machen. Außer ein Computerreset. Lokführer ist man auf diesen Fahrzeugen eh keiner mehr, eher Computerfachmann. Der Blick zurück: Ist bei einer E-Lok der BR 143 oder 111 was defekt, Einschub bzw. Sicherung gewechselt, Überbrückung eingelegt und weiter geht die Zugfahrt. Genauso im estw. Streiken die schicken Computer in der Zentrale, aus die Maus. Der Betrieb steht dann auf allen Strecken, die an dem betreffenden Rechner dran hängen. Die "alten Stellwerke aus der Kaiserzeit" kennen solche Probleme nicht. Da läuft der Laden. Gut, es kann mal ein Stahlseil reißen, aber wie oft kommt das vor? Eher ziemlich selten. Und wie sieht es mit den Strecken aus? Jahrelang wurde von DB Netz auf Bestreben der Bundesregierung das Netz wirtschaftlich dezimiert. Strecken und Bahnhöfe rückgebaut. Und nun, nach 20 Jahren kommt ein neu angesiedeltes Unternehmen, möchte täglich viel viel seiner Waren umweltfreundlich mit der Bahn an und abtransportieren lassen. Was die Bahn dann aber ablehnen muss-keine Infrastruktur mehr dafür vorhanden. Die Bahn mit ihrem Umweltblabla. Warum wurde dann zum Beispiel die Oberleitung zwischen Erfurt und Arnstadt zurückgebaut, anstatt sie z. B.: nicht weiter gen Saalfeld zu verlängern? Will man heute irgendwo eine Bahnstrecke ausbauen, kommen aus jeder Ritze "lärmgeplagte" Anwohner hervorgekrochen, und lamentieren herum. Die Bundesregierung unterstützt die auch noch, indem ein Emissionsschutzgesetz verabschiedet wird. Warum würde die Kanonenbahn, die eine gute Transportstrecke für Güterzüge gewesen wäre, demontiert? Warum werden Millionen EU Fördermittel locker gemacht, um auf Bahntrassen schicke Radwegautobahnen zu bauen?

Liebe Süddeutsche, ihr habt keine Ahnung.

Verwechselt die SZ Ursache und Wirkung?

geschrieben von: 1.Klasse

Datum: 11.01.18 08:04

Genau mein Humor. Diese Vorhaltungen (Bahn baut zu langsam und falsch aus) stammen genau von der Zeitung, die Mitte der 90-er Jahre noch kräftig gegen die ICE-Trassen Stimmung gemacht hat. Man erinnere sich nur an die unsäglichen Zängel-Artikel, in denen im Auto-Teil direkt neben den Lobpreisungen auf PS-Boliden der ICE niedergemacht wurde.

Auch sollte man vielleicht mal die ganzen Artikel von Mitte der 90-er aus dem Archiv kramen, um die Ursachen der angeprangerten Gegebenheiten zu erkennen. Regelmäßig durften sich, gerade in der SZ, die Gegner der Trasse durch den Thüringer Wald relativ unreflektiert austoben. Diese saßen bekanntlich nicht in München, Ingolstadt, Rüsselsheim, Sindelfingen oder Wolfsburg, sondern bei Umweltverbänden und den Grünen. Ich selbst habe Anfang der 90-er in einer Radiodiskussion die jetzige Neubaustrecke als Segen für die Fahrgäste und Alternative zur umweltschädlichen Autobahn gegen einen Grünen verteidigt. Die Gegenargumente waren, bei erschreckend geringer Weitsicht, dem Bereich "zurück auf die Bäume" zuzuordnen und hätten im Ergebnis zu mehr Autoverkehr geführt. Sämtliche Planungen von mit den Reisendenströmen und den Kundenwünschen vertrauten Fachleuten werden stets mit dem allseits bekannten Argumenten (zB "braucht kein Mensch") und meist mäßig einfältigen Alternativkonzepten verwässert und der Bau durch Klagerei verzögert. Zwar kann nahezu jeder Bahnfreund dadurch bei Stadt-Land-Fluss mit den Tierarten Großtrappen, Juchtenkäfer, Zauneidechsen, Mopsfledermäuse, Feldhamster entscheidend punkten, jedoch wurde mit diesen gerne mal für wesentlich höhere Kosten und sinnfreien Bauausführungen gesorgt. Siehe Trappenschutzgebiet, das jeden Tag aufs Neue die ICE ausbremst und mit dem Mischverkehr für beträchtliche Verspätungsrisiken sorgt.

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen aktuell mit den steigenden Auslastungszahlen sind sicher kein Zufall, sondern eher ein Zeichen dafür, dass man den Markt adäquat bedient und die Qualität des Produktes stimmt. Alles richtig gemacht, DB Fernverkehr, könnte man eher mal sagen.

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: ingo st.

Datum: 11.01.18 08:28

truestepper schrieb:
Das Konzept war darauf ausgelegt, einige RE-Linien aus dem SPNV-Wettbewerb herauszunehmen und man hatte sich seitens der DB eine Co-Finanzierung durch Reg.-Mittel erhofft. Nun ja ...
..und betont dieses Züge eigenwirtschaftlich zu betreiben - Lüge, wenn ich den RE einpreisen will.

Das hat Abellio bis heute auf Ruhr-Lenne verhindert.
_______________________________

Die VDE 8 sollte damals verhindert werden, weil kein ausreichendes Geld in der Kasse war, daher auch die ewig lange Bauzeit.
Statt 1 NBS sollte das Geld in viele ABS und andere Maßnahmen fließen.

Heute sieht das keiner mehr, aber wo bleiben die ICEs die dort das Angebot erhöhen könnten, wenn das solch ein Erfolg ist? Null Reserven zur Angebotsausweitung, wenn der Kunde dann mal kommt.

Re: Verwechselt die SZ Ursache und Wirkung?

geschrieben von: 219 003-1

Datum: 11.01.18 08:51

1.Klasse schrieb:
Genau mein Humor. Diese Vorhaltungen (Bahn baut zu langsam und falsch aus) stammen genau von der Zeitung, die Mitte der 90-er Jahre noch kräftig gegen die ICE-Trassen Stimmung gemacht hat. Man erinnere sich nur an die unsäglichen Zängel-Artikel, in denen im Auto-Teil direkt neben den Lobpreisungen auf PS-Boliden der ICE niedergemacht wurde.

Auch sollte man vielleicht mal die ganzen Artikel von Mitte der 90-er aus dem Archiv kramen, um die Ursachen der angeprangerten Gegebenheiten zu erkennen. Regelmäßig durften sich, gerade in der SZ, die Gegner der Trasse durch den Thüringer Wald relativ unreflektiert austoben. Diese saßen bekanntlich nicht in München, Ingolstadt, Rüsselsheim, Sindelfingen oder Wolfsburg, sondern bei Umweltverbänden und den Grünen. Ich selbst habe Anfang der 90-er in einer Radiodiskussion die jetzige Neubaustrecke als Segen für die Fahrgäste und Alternative zur umweltschädlichen Autobahn gegen einen Grünen verteidigt. Die Gegenargumente waren, bei erschreckend geringer Weitsicht, dem Bereich "zurück auf die Bäume" zuzuordnen und hätten im Ergebnis zu mehr Autoverkehr geführt. Sämtliche Planungen von mit den Reisendenströmen und den Kundenwünschen vertrauten Fachleuten werden stets mit dem allseits bekannten Argumenten (zB "braucht kein Mensch") und meist mäßig einfältigen Alternativkonzepten verwässert und der Bau durch Klagerei verzögert. Zwar kann nahezu jeder Bahnfreund dadurch bei Stadt-Land-Fluss mit den Tierarten Großtrappen, Juchtenkäfer, Zauneidechsen, Mopsfledermäuse, Feldhamster entscheidend punkten, jedoch wurde mit diesen gerne mal für wesentlich höhere Kosten und sinnfreien Bauausführungen gesorgt. Siehe Trappenschutzgebiet, das jeden Tag aufs Neue die ICE ausbremst und mit dem Mischverkehr für beträchtliche Verspätungsrisiken sorgt.

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen aktuell mit den steigenden Auslastungszahlen sind sicher kein Zufall, sondern eher ein Zeichen dafür, dass man den Markt adäquat bedient und die Qualität des Produktes stimmt. Alles richtig gemacht, DB Fernverkehr, könnte man eher mal sagen.
Genau, stimmt! Ich erinnere mich auch noch daran. Was gab's da Podiumsdiskusionen...

Teilweise Spekulation

geschrieben von: autolos

Datum: 11.01.18 09:31

truestepper schrieb:
siradlib schrieb:
Black Eyed schrieb:
Murrtalbahner schrieb:Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.
Das vor zwei Jahren pompös vorgestellte Fernverkehrskonzept wäre so ein Ding gewesen, wenn man das schon vor der ICE4-Bestellung geplant hätte, das IC-Netz konsequent auf eigene Rechnung in Betrieb nehmen würde und die Vollendung des Planes absehbar wäre. So ist es nicht viel mehr als ein leeres Versprechen und aus unternehmerischer Sicher peinlich ohne Ende. Zu sagen "in 15 Jahren führen wir diese Linie ein" ist jetzt nicht sonderlich glaubwürdig und effektiv.

Das IC2-Konzept gilt bei einigen höherrangigen Bahnmitarbeitern auch schon - zu recht - als gescheitert. Deswegen kommen nur noch vereinzelte IC2-Linien, aber nicht entsprechendes Netz.
Woran soll das Konzuept gescheitert sein? Was spricht dagegen, mehr Dosto-ICs zu beschaffen? Grundsätzlich fahren die IC2 doch.
Was spricht dagegen, dieses Konzept weiter auszubauen und damit Eisenbahn in die Fläche zu bringen? Genau das war doch das Ziel.
Dass hier auf DSO oder auch in der Presse gerne gelästert wird, ist zwar nicht schön, aber läuft in meinen Augen unter "übliche Begleiterscheinung"- zumal ich nirgendwo wirklich substantielle/gehaltvolle Kritik gelesen habe. Dass die Leute sich drüber aufregen, mit "einem weißen RE" zu fahren, halte ich für Fuzzygerede. (Ja, ich bin selber einer!)

LG siradlib
Das Konzept war darauf ausgelegt, einige RE-Linien aus dem SPNV-Wettbewerb herauszunehmen und man hatte sich seitens der DB eine Co-Finanzierung durch Reg.-Mittel erhofft. Nun ja ...
Deine Aussage ist pure Spekulation. Die Vermutung, dass solche Strecken dabei sind, ist sicher gerechtfertigt, aber zu behaupten, es wäre darauf angelegt gewesen, steht meiner Erinnerung nach auch im Widerspruch zur damaligen Veröffentlichung. Wenn man heute einsieht, dass die Einstellung einiger Linien falsch war, ist es aber natürlich schwierig, das Ganze rückgängig zu machen, weil sich die Fahrgäste auf den Relationen an die subventionierten Nahverkehrsfahrkarten gewöhnt haben und die Aufgabenträger ihre "Machtposition", Geld verteilen zu dürfen, nicht aufgeben wollen.

Re: Teilweise Spekulation

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 11.01.18 10:49

autolos schrieb:
Zitat:
truestepper schrieb:
Zitat:
Das Konzept war darauf ausgelegt, einige RE-Linien aus dem SPNV-Wettbewerb herauszunehmen und man hatte sich seitens der DB eine Co-Finanzierung durch Reg.-Mittel erhofft. Nun ja ...
Deine Aussage ist pure Spekulation. Die Vermutung, dass solche Strecken dabei sind, ist sicher gerechtfertigt, aber zu behaupten, es wäre darauf angelegt gewesen, steht meiner Erinnerung nach auch im Widerspruch zur damaligen Veröffentlichung.
Jein, es war nicht der alleinige Grund, aber ein wesentlicher - das stand ja sehr wohl auch in den Präsentationen (etwas versteckter). Es ist ja auch nicht so, dass die IC2-Linien stets durchgehend subventioniert wären, wenn sie eine Subvention haben, dann nur auf Teilstrecken.


autolos schrieb:
Wenn man heute einsieht, dass die Einstellung einiger Linien falsch war, ist es aber natürlich schwierig, das Ganze rückgängig zu machen, weil sich die Fahrgäste auf den Relationen an die subventionierten Nahverkehrsfahrkarten gewöhnt haben und die Aufgabenträger ihre "Machtposition", Geld verteilen zu dürfen, nicht aufgeben wollen.
Das würde ich wiederum so NICHT sehen. Die Aufgabenträger wurden durch den Fehler - den Flächenfernverkehr in weiten Teilen aufzugeben - in die Zwangslage gebracht, Ersatzverkehre zu bestellen. Bestes Beispiel sind die ALEX-Verkehre. Dass nach Sicherstellung deren Finanzierung eine DAUERHAFTE Lösung gefunden wurde, die nicht wieder dazu führt, ERNEUT Ersatzverkehre bestellen zu müssen und das hierfür vorgesehene Geld zwischenzeitlich andersweitig zu verplanen - ist aus meiner Sicht sehr verständlich. Es wäre den Kunden der Aufgabenträger gegenüber nämlich kaum zu kommunizieren. Irgendwo haben die Aufgabenträger auch eine Verwantwortung für dauerhafte Verlässlichkeit ihres Angebots gegenüber den Fahrgästen, zumal die Aufgabenträger an der jeweiligen politischen Ebene hängen und nicht im freien Raum agieren können.

Dass die Kunden sich an diesen Zustand - vor allem auch an die Ausweitung des Angebots von subventionierten Nahverkehrsfahrkarten und insbesondere an das Angebot erweiterter Niedrigpreis-Fahrkarten (Schönes Wochendticket, Quer-durchs-Land-Ticket sowie Ländertickers) gewöhnt haben, liegt aber auch an der Deutschen Bahn - denn diese hat für die Einführung nahezu aller dieser Produkte geführt (Ausnahme: Hessenticket)...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
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Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Teilweise Spekulation

geschrieben von: autolos

Datum: 11.01.18 11:01

Black Eyed schrieb:

autolos schrieb:
Wenn man heute einsieht, dass die Einstellung einiger Linien falsch war, ist es aber natürlich schwierig, das Ganze rückgängig zu machen, weil sich die Fahrgäste auf den Relationen an die subventionierten Nahverkehrsfahrkarten gewöhnt haben und die Aufgabenträger ihre "Machtposition", Geld verteilen zu dürfen, nicht aufgeben wollen.
Das würde ich wiederum so NICHT sehen. Die Aufgabenträger wurden durch den Fehler - den Flächenfernverkehr in weiten Teilen aufzugeben - in die Zwangslage gebracht, Ersatzverkehre zu bestellen. Bestes Beispiel sind die ALEX-Verkehre. Dass nach Sicherstellung deren Finanzierung eine DAUERHAFTE Lösung gefunden wurde, die nicht wieder dazu führt, ERNEUT Ersatzverkehre bestellen zu müssen und das hierfür vorgesehene Geld zwischenzeitlich andersweitig zu verplanen - ist aus meiner Sicht sehr verständlich. Es wäre den Kunden der Aufgabenträger gegenüber nämlich kaum zu kommunizieren. Irgendwo haben die Aufgabenträger auch eine Verwantwortung für dauerhafte Verlässlichkeit ihres Angebots gegenüber den Fahrgästen, zumal die Aufgabenträger an der jeweiligen politischen Ebene hängen und nicht im freien Raum agieren können.

Dass die Kunden sich an diesen Zustand - vor allem auch an die Ausweitung des Angebots von subventionierten Nahverkehrsfahrkarten und insbesondere an das Angebot erweiterter Niedrigpreis-Fahrkarten (Schönes Wochendticket, Quer-durchs-Land-Ticket sowie Ländertickers) gewöhnt haben, liegt aber auch an der Deutschen Bahn - denn diese hat für die Einführung nahezu aller dieser Produkte geführt (Ausnahme: Hessenticket)...
Komisch, du schreist, du würdest es so nicht sehen, bestätigst es dann aber weitgehend. Möglicherweise stehst du einem Aufgabenträger nahe und verwendest daher eher seine Argumentation. Die Aufgabenträger in Bayern und Baden-Württemberg sind schon sehr nah an der Politik, aber in anderen Bundesländern hält sich die Politik weitgehend raus, d.h. die AT haben dort eine eigene Machtbasis. Ich möchte jetzt nicht bewerten, ob den Kunden ein Fernverkehrsangebot in Einzelfällen lieber wäre, aber wenn es so ist, führt das von dir als "dauerhafte Verlässlichkeit" in diesen Fällen mutmaßlich zu einer Verhinderung des Fernverkehrs. Nicht vergessen werden sollte - von den AT und anderen -, dass es die Steuerzahler sind, die es finanzieren müssen. Die Reg-Mittel sollen aber nicht dazu dienen, eigenwirtschaftliche Leistungen zu unterbinden. Ob dies passiert, weiß ich nicht, aber ich glaube schon, dass es derartige Fälle gibt.

Re: Teilweise Spekulation

geschrieben von: pm

Datum: 11.01.18 11:30

Volle Zustimmung mal wieder. Die Aufgabenträger sollen einfach den Fernverkehr subventionieren und der DB die Konkurrenz vom Leibe halten. Und dabei dürfen sie aber auch natürlich absolut nichts mitentscheiden oder pönalisieren- sie zahlen ja nur für die Anerkennung der Nahverkehrstickets im Fernverkehr.

Pöbelei

geschrieben von: autolos

Datum: 11.01.18 11:36

pm schrieb:
Volle Zustimmung mal wieder. Die Aufgabenträger sollen einfach den Fernverkehr subventionieren und der DB die Konkurrenz vom Leibe halten. Und dabei dürfen sie aber auch natürlich absolut nichts mitentscheiden oder pönalisieren- sie zahlen ja nur für die Anerkennung der Nahverkehrstickets im Fernverkehr.
Was soll das Herumpöbeln? Ich bezog mich ausschließlich auf eigenwirtschaftliche Leistungen. Aber das weißt du ja, dir geht es ja immer nur ums DB-Bashing.

Re: Pöbelei

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 11.01.18 12:30

autolos schrieb:Zitat:
Was soll das Herumpöbeln? Ich bezog mich ausschließlich auf eigenwirtschaftliche Leistungen. Aber das weißt du ja, dir geht es ja immer nur ums DB-Bashing.
Sehe ich nicht so - er hat schon recht - das ist die Quintessenz dessen, was du schreibst - Sorry, aber so wirkt es eben.

Und nein ich schreibe dies nicht FÜR einen Aufgabenträger, sondern mit dem Hintergedanken, wie das wirkt. Es hält ja niemand DB Fernverkehr davon ab, tatsächlich eigenwirtschaftlich (ohne Subventionierung irgendwelcher Aufgabenträger) und mit entsprechenden Konditionen anbieten... das wird sich aber nicht tragen - trotz der erzielten Kosteneinsparung durch die Fahrzeuge.

Überdies war die Teilsubventionierung eine wesentliche Restriktion für die IC2-Linieneinführung - also nicht bei einzelnen Linien sondern in der Summe.

Was die Aufgabenträger betrifft, vielleicht nochmal konkreter:
Als sich die DB aus dem IR zurückzog, mussten die Aufgabenträger für ERSATZ-Leistungen weitere Finanzmittel akquirieren. Diese wurden in Ersatzbestellungen gemünzt, die dann aber auch zum Verbundtarif offen stehen (kleiner

Hinweis am Rande: Beim RMV stand der IR auch den Verbundfahrgästen zuschlagsfrei offen, die Hochstufung zum IC hat dann aber zur Nutzenreduzierung für die Verbundfahrgästen geführt. Es gibt zwar entsprechene Zuschlags(zeit)karten, diese werden aber durch die Umstellung auf ICE ebenfalls entwertet.

Sprich: Nun existieren IR-Ersatzzüge in weiten Teilen, wo kein IC/ICE anstatt der IR fährt. Wenn man sich nun auf DB Fernverkehr einlässt und die billigere Bezuschussung (Subvention) finanziert, dann hat man theoretisch mehr Geld für andere Leistungen übrig. Verplant man dieses Geld und entscheidet sich DB Fernverkehr zur Einstellung der Linie (bspw. zu einem Vertragsablaufdatum), dann muss das erweiterte Angebot deswegen wieder zusammengestrichen werden, um die Ersatzzüge erneut zu bestellen.


Tariflich habe ich ja angedeutet, dass die Initiative für SWT/QdLT/LT von der Bahn kam, nicht von den Tarifverbünden. Das macht den Flächenfernverkehr natürlich wrtschaftlich schwieriger. Insbesondere wenn er eben nicht durch höhere Geschwindigkeit punkten kann (der IC2 mit 160 km/h ist für das Nebenfernverkehrsnetz in weiten Teilen durchaus ideal geschaffen).

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Frei erfunden?

geschrieben von: autolos

Datum: 11.01.18 13:30

Black Eyed schrieb:
autolos schrieb:Zitat:
Was soll das Herumpöbeln? Ich bezog mich ausschließlich auf eigenwirtschaftliche Leistungen. Aber das weißt du ja, dir geht es ja immer nur ums DB-Bashing.
Sehe ich nicht so - er hat schon recht - das ist die Quintessenz dessen, was du schreibst - Sorry, aber so wirkt es eben.

Und nein ich schreibe dies nicht FÜR einen Aufgabenträger, sondern mit dem Hintergedanken, wie das wirkt. Es hält ja niemand DB Fernverkehr davon ab, tatsächlich eigenwirtschaftlich (ohne Subventionierung irgendwelcher Aufgabenträger) und mit entsprechenden Konditionen anbieten... das wird sich aber nicht tragen - trotz der erzielten Kosteneinsparung durch die Fahrzeuge.

Überdies war die Teilsubventionierung eine wesentliche Restriktion für die IC2-Linieneinführung - also nicht bei einzelnen Linien sondern in der Summe.

Was die Aufgabenträger betrifft, vielleicht nochmal konkreter:
Als sich die DB aus dem IR zurückzog, mussten die Aufgabenträger für ERSATZ-Leistungen weitere Finanzmittel akquirieren. Diese wurden in Ersatzbestellungen gemünzt, die dann aber auch zum Verbundtarif offen stehen (kleiner

Hinweis am Rande: Beim RMV stand der IR auch den Verbundfahrgästen zuschlagsfrei offen, die Hochstufung zum IC hat dann aber zur Nutzenreduzierung für die Verbundfahrgästen geführt. Es gibt zwar entsprechene Zuschlags(zeit)karten, diese werden aber durch die Umstellung auf ICE ebenfalls entwertet.

Sprich: Nun existieren IR-Ersatzzüge in weiten Teilen, wo kein IC/ICE anstatt der IR fährt. Wenn man sich nun auf DB Fernverkehr einlässt und die billigere Bezuschussung (Subvention) finanziert, dann hat man theoretisch mehr Geld für andere Leistungen übrig. Verplant man dieses Geld und entscheidet sich DB Fernverkehr zur Einstellung der Linie (bspw. zu einem Vertragsablaufdatum), dann muss das erweiterte Angebot deswegen wieder zusammengestrichen werden, um die Ersatzzüge erneut zu bestellen.


Tariflich habe ich ja angedeutet, dass die Initiative für SWT/QdLT/LT von der Bahn kam, nicht von den Tarifverbünden. Das macht den Flächenfernverkehr natürlich wrtschaftlich schwieriger. Insbesondere wenn er eben nicht durch höhere Geschwindigkeit punkten kann (der IC2 mit 160 km/h ist für das Nebenfernverkehrsnetz in weiten Teilen durchaus ideal geschaffen).
Ich habe es nicht so geschrieben! Vielmehr scheint es mir so, dass ihr eine vorgefertigte Meinung habt, die ihr auf Geschriebenes projiziert. Meine Aussagen nochmal in aller Kürze:

Eine von der öffentlichen Hand finanzierte Anerkennung der Nahverkehrsfahrausweise war nicht Grundlage des Konzepts. Dass es für einige Linien genutzt wird und genutzt werden soll steht dem nicht entgegen. Für die Behauptung aber, es wäre Basis des Konzepts, finde ich an keiner Stelle eine Grundlage.
Aus heutiger Sicht war der Rückzug des eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs aus Sicht der DB Fernverkehr AG offenbar ein Fehler, weshalb man das neue Konzept erarbeitet hat.
Eigenwirtschaftlichen Verkehr auf Linien wieder einzuführen, auf denen seit mehreren Jahren bestellter Regionalverkehr mit nicht kostendeckenden Fahrpreisen unterwegs ist, ist ein schwieriges Unterfangen, weil die Fahrgäste sich an die niedrigen Preise gewöhnt haben.
Die Aufgabenträger davon zu überzeugen, keine Leistungen mehr zu bestellen, weil fortan wieder eigentwirtschaftlicher Verkehr betrieben werden soll, ist aus Gründen des Interesses des jeweiligen AT ebenfalls schwierig, wobei ich Machtinteressen in den Vordergrund gestellt habe. Es gibt sicher auch andere Gründe.

Das waren meine Aussagen. Daher möchte ich euch bitten, fortan davon abzusehen, mir etwas in den Mund zu legen.

Re: Frei erfunden?

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 11.01.18 15:27

autolos schrieb:
Zitat:
Ich habe es nicht so geschrieben! Vielmehr scheint es mir so, dass ihr eine vorgefertigte Meinung habt, die ihr auf Geschriebenes projiziert. Meine Aussagen nochmal in aller Kürze:
dann zerlegen wir mal deine Aussagen und analysieren sie.

autolos schrieb:
Zitat:
Eine von der öffentlichen Hand finanzierte Anerkennung der Nahverkehrsfahrausweise war nicht Grundlage des Konzepts. Dass es für einige Linien genutzt wird und genutzt werden soll steht dem nicht entgegen. Für die Behauptung aber, es wäre Basis des Konzepts, finde ich an keiner Stelle eine Grundlage.
Diese Aussage steht in der Präsentation des Konzepts indirekt bei vielen Linien jedoch drin. U.a. in dem Starttermine der IC2-Züge synchronisiert zu Vergaben des SPNV wurden oder aber direkter in dem auf die Teilfinanzierung verwiesen wurde.


autolos schrieb:
Zitat:
Aus heutiger Sicht war der Rückzug des eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs aus Sicht der DB Fernverkehr AG offenbar ein Fehler, weshalb man das neue Konzept erarbeitet hat.
Korrekt. Wobei man auch ehrlich sagen musste, dass einige IR-Züge aus gewissen Gründen an sich auch nicht wirtschaftlich betreibbar waren/sind. Andere profitablere Züge wurden ins IC/ICE-Netz übernommen. Die Fahrzeuge waren am Ende ihres Lebens angekommen, weswegen die im-Wagen schrittweise ausgemustert wurden.


autolos schrieb:
Zitat:
Eigenwirtschaftlichen Verkehr auf Linien wieder einzuführen, auf denen seit mehreren Jahren bestellter Regionalverkehr mit nicht kostendeckenden Fahrpreisen unterwegs ist, ist ein schwieriges Unterfangen, weil die Fahrgäste sich an die niedrigen Preise gewöhnt haben.
Auch korrekt. Aber hier muss man eben auf die Einführung der Sonderpreise (SWT, QdLT, LT) verweisen - die eben auf Betreiben der DB entstanden... man hat sich in dieser Hinsicht hierbei selbst ins eigene Fleisch geschnitten.


autolos schrieb:Zitat:
Die Aufgabenträger davon zu überzeugen, keine Leistungen mehr zu bestellen, weil fortan wieder eigentwirtschaftlicher Verkehr betrieben werden soll, ist aus Gründen des Interesses des jeweiligen AT ebenfalls schwierig, wobei ich Machtinteressen in den Vordergrund gestellt habe. Es gibt sicher auch andere Gründe.
Ich finde hier die Unterstellung des vorrangigen Machtinteresses fehlerhaft - meistens wurden die Aufgabenträger eben durch die politische Ebene die Bereitstellung der Ersatzverbindungen auferzwungen. Diese haben sich natürlich etabliert und sind in das System des SPNV festintegriert, so dass hierbei Verbindungen gekappt werden würden, wenn bspw. die Zugleistung nicht mehr eigenwirtschaftlich oder mit NV-Freigabe betrieben wird. Darauf hatte ich ja bewusst hingewiesen.
Natürlich sieht das Portfolio des Aufgabenträgers besser aus, wenn diese Züge im Verkehrssystem eingebunden sind - eben als dichtere Bedienung im Nahverkehr. Beispielsweise macht es schon einen politischen Unterschied, ob zwischen Dresden und Hof der schnelle Nahverkehr stündlich oder zweistündlich (wechselnd mit dem Fernverkehr) verkehrt - praktisch ändert sich die Zuganzahl nicht. Dafür aber die Benutzbarkeit und den Einfluss auf die Haltepolitik/Anschlüsse...

Es gibt eben mehrere Seiten einer Medaille.

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Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Frei erfunden?

geschrieben von: autolos

Datum: 11.01.18 15:35

Black Eyed schrieb:
autolos schrieb:
Zitat:
Ich habe es nicht so geschrieben! Vielmehr scheint es mir so, dass ihr eine vorgefertigte Meinung habt, die ihr auf Geschriebenes projiziert. Meine Aussagen nochmal in aller Kürze:
dann zerlegen wir mal deine Aussagen und analysieren sie.

autolos schrieb:
Zitat:
Eine von der öffentlichen Hand finanzierte Anerkennung der Nahverkehrsfahrausweise war nicht Grundlage des Konzepts. Dass es für einige Linien genutzt wird und genutzt werden soll steht dem nicht entgegen. Für die Behauptung aber, es wäre Basis des Konzepts, finde ich an keiner Stelle eine Grundlage.
Diese Aussage steht in der Präsentation des Konzepts indirekt bei vielen Linien jedoch drin. U.a. in dem Starttermine der IC2-Züge synchronisiert zu Vergaben des SPNV wurden oder aber direkter in dem auf die Teilfinanzierung verwiesen wurde.
Zunächst: Das hat mit dem IC2, also den Dosto-IC nichts zu tun. Dann: Ein Parallelbetrieb ist wirtschaftlich fast immer Unsinn, daher ist es logisch, dass die Inbetriebnahme mit der Vertragsdauer der aktuellen Verträge synchronisiert wird. Die zeitliche Abstimmung richtet sich in den Fällen also nicht nach der Neuausschreibung, sondern nach dem Ende des bestehenden Vertrags. Sobald der Vertrag ausläuft, soll wieder eine eigenwirtschaftliche Linie verkehren. Möglicherweise liegt hier dein Trugschluss und du meinst, das wäre dann im Rahmen einer Neuvergabe zwangsweise mit einer Zahlung für die Anerkennung von NV-Fahrausweisen verbunden. Das ist aber nicht so.
Black Eyed schrieb:
autolos schrieb:
Zitat:
Aus heutiger Sicht war der Rückzug des eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs aus Sicht der DB Fernverkehr AG offenbar ein Fehler, weshalb man das neue Konzept erarbeitet hat.
Korrekt. Wobei man auch ehrlich sagen musste, dass einige IR-Züge aus gewissen Gründen an sich auch nicht wirtschaftlich betreibbar waren/sind. Andere profitablere Züge wurden ins IC/ICE-Netz übernommen. Die Fahrzeuge waren am Ende ihres Lebens angekommen, weswegen die im-Wagen schrittweise ausgemustert wurden.


autolos schrieb:
Zitat:
Eigenwirtschaftlichen Verkehr auf Linien wieder einzuführen, auf denen seit mehreren Jahren bestellter Regionalverkehr mit nicht kostendeckenden Fahrpreisen unterwegs ist, ist ein schwieriges Unterfangen, weil die Fahrgäste sich an die niedrigen Preise gewöhnt haben.
Auch korrekt. Aber hier muss man eben auf die Einführung der Sonderpreise (SWT, QdLT, LT) verweisen - die eben auf Betreiben der DB entstanden... man hat sich in dieser Hinsicht hierbei selbst ins eigene Fleisch geschnitten.
Das relativiert meine Aussage in keiner Weise.
Black Eyed schrieb:
autolos schrieb:Zitat:
Die Aufgabenträger davon zu überzeugen, keine Leistungen mehr zu bestellen, weil fortan wieder eigentwirtschaftlicher Verkehr betrieben werden soll, ist aus Gründen des Interesses des jeweiligen AT ebenfalls schwierig, wobei ich Machtinteressen in den Vordergrund gestellt habe. Es gibt sicher auch andere Gründe.
Ich finde hier die Unterstellung des vorrangigen Machtinteresses fehlerhaft - meistens wurden die Aufgabenträger eben durch die politische Ebene die Bereitstellung der Ersatzverbindungen auferzwungen. Diese haben sich natürlich etabliert und sind in das System des SPNV festintegriert, so dass hierbei Verbindungen gekappt werden würden, wenn bspw. die Zugleistung nicht mehr eigenwirtschaftlich oder mit NV-Freigabe betrieben wird. Darauf hatte ich ja bewusst hingewiesen.
Natürlich sieht das Portfolio des Aufgabenträgers besser aus, wenn diese Züge im Verkehrssystem eingebunden sind - eben als dichtere Bedienung im Nahverkehr. Beispielsweise macht es schon einen politischen Unterschied, ob zwischen Dresden und Hof der schnelle Nahverkehr stündlich oder zweistündlich (wechselnd mit dem Fernverkehr) verkehrt - praktisch ändert sich die Zuganzahl nicht. Dafür aber die Benutzbarkeit und den Einfluss auf die Haltepolitik/Anschlüsse...

Es gibt eben mehrere Seiten einer Medaille.
Bei den AT habe ich mir dann auch mal eine einseitige Sichtweise erlaubt. Aber wenn es zur vermehrten eigenwirtschaftlichen Leistungen kommt, müssen natürlich auch die Reg-Mittel wieder gekürzt werden. Welcher AT möchte das schon?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.18 15:36.

Re: Frei erfunden?

geschrieben von: 146 227

Datum: 11.01.18 21:12

Natürlich war es ein Fehler den IR aufzugeben nur stellt sich die Frage was soll der IC2 bezwecken? Es gibt einige IC-Linien wo nicht ganz wirtschaftlich sind, aber eben erforderlich sind um eben u.a. den Zulauf zum ICE zu sichern.
Die nächste Leistung die auf den IC2 umgestellt wird ist der IC Karlsruhe - Nürnberg. Mit den paar km SFS (20 km ca.?) reißt man sich auch kein Bein aus den Zug auf einen günstigeren Betrieb umzustellen.
Ich weiß nicht aber es wirkt ja auch irgendwie Alibimäßig den IC2 als eine Art modernen IR einzusetzen. Gibt es sonst noch Linien die was für den IC2 wären? (also nicht IR/NV-Mäßig) Der Ansatz war in meinen Augen gut. Am Ende bleibt es bei einer Handvoll-Strecken vermutlich..

Irgendwo geht es immer um mehr Gewinn für weniger Einsatz, aber da ist irgendwo der Fehler du kannst nicht noch 20 Mrd für noch mehr SFS ausgeben und dafür andere wichtige Sachen im Bahnbereich verenden lassen.

Gruß

Re: IC2 gescheitert - warum?

geschrieben von: leofink

Datum: 12.01.18 07:28

Acobono schrieb:
Ja gut, Bestellverzögerungen bei Bahnunternehmen sind ja nun wirklich nix neues, das gilt ja auch für den IC2 und den ICE4 hier in Deutschland. Auch, dass man Zulassungen gerade so mit Ach- und Krach besteht. Aber wenn man sich schon auf sowas einlässt, dann doch bitte wenigstens mit dem richtigen Zuge! Die IC2000 sind in der Tat ein sehr angenehm gelöstes Prinzip, aber das würde man hier alleine schon deswegen nicht einführen, weil das nicht der UIC Norm entspricht und man das technisch gesehen nicht mit anderen Wagen kuppeln kann. Das tut die DB nämlich durchaus gerne.... Zwar nicht im regulären Fahrgastbetrieb, aber auf Umlauffahrten oder Wartungsfahrten sieht man schon gerne mal die buntesten Zugverbände - die dann natürlich alle miteinander durchgängig kuppeln müssen. Wenn schon Wagen, dann richtig Wagen, willkommen in Deutschland.

Und übrigens: Die Doppelstöcker werden aktuell so eingesetzt, dass sich meistens nur 4-5 Wagen im Zugverband befinden. Die so angepriesene Sitzplatzerhöhung durch die DoSto-Lösung war hier damit auch mal wieder Marketing und nichts dahinter. Es gibt aktuell keine IC2 Linie auf der es ein Standard Bvmz Wagenverbund nicht auch tut.
Leider sind Bestellverzögerungen heute Teil der Lieferkette. Das ist aber Sache des Lieferanten und nicht den Bahnen anzulasten. Hier wäre es an der Zeit, knallharte Pönnalen einzubauen. Der eine RABe 514-Zug, den Siemens und die 3 Twindexx Züge die Bombardier als Pönnale den SBB liefern mussten oder müssen, sind viel zu wenig.

Auch Doppelstöcker können im Verband mit einstöckigen Wagen mitlaufen. Nicht nur bei Überfuhren, sondern im regulären Betrieb.
Als Beispiel der IR 2181, 16.34 ab Bern nach Olten - Zürich, der gemischt, ohne Steuerwagen zwischen Ein- und Doppelstöckern fährt:
[www.reisezuege.ch]
Auch, im Gegensatz zu der Visualisiereung, im Fahrplan 2017 und 2018 immer noch gleich wie 2016.
Ich benütze diesen Zug oft, darum kann ich das bestätigen.
Der fährt in beiden Richtungen über die Neubaustrecke mit 200km/h.
Ja, der Wagenübergang ist nicht gewähleistet, aber das ist er bei enem doppeltgeführten ICE oder Nahverkehrszug auch nicht.
Auch in der Schweiz waren die Doppelstöcker anfangs nur für 5, höchstens 7 Wagen gedacht.
Heute fahren auf der West - Ostlinie 10 Wagenzüge im Grundtakt. Und verstärkt bis 14 Wagen.
[www.reisezuege.ch]
Insofern sehe ich die Doppelstöcker als eine Investition in die Zukunft.
Gruss Leo



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.18 07:35.

Re: Verwechselt die SZ Ursache und Wirkung?

geschrieben von: elixir

Datum: 12.01.18 21:03

Gibt es diese Großtrappen dort eigentlich noch?

Würde mich über ein paar Bilder, die den Start dieser Vögel in Richtung Bahn zeigen, freuen.

Vielleicht kennt hier jemand solche Tierschützer-Seiten?

Gruß elixir

Re: Verwechselt die SZ Ursache und Wirkung?

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 17.01.18 22:15

elixir schrieb:
Gibt es diese Großtrappen dort eigentlich noch?

Würde mich über ein paar Bilder, die den Start dieser Vögel in Richtung Bahn zeigen, freuen.

Vielleicht kennt hier jemand solche Tierschützer-Seiten?

Gruß elixir
Der Großtrappenbestand ist stabil, berichtete die Märkische Allgemeine im letzten Jahr: [www.maz-online.de]

Führungen zur Balz der beeindruckenden Vögel werden auch angeboten: [www.grosstrappe.org]

Eine gute Nacht wünscht Euch
Marienfelde

Welche Strategie?

geschrieben von: ThomasR

Datum: 19.01.18 09:27

Die Bahn hat eine Strategie und die ist unklar? Die haben doch nicht mal eine Strategie, zumindest keine, die so lange hält, bis die Tinte vom Kuli halbwegs trocken ist. Die stolpern doch von einem Fehler zum nächsten und das einzige, was erkennbar ist, am Gehalt darf es der Führungsebene nicht mangeln. Insofern ist eine Strategie erkennbar, das ist auch die einzige.