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Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.

Zitat
Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer sind Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer als an anderen Wochentagen. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.

[www.faz.net]
[www.n-tv.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 07:20.
Guten morgen zusammen,

das Sommerloch scheint in diesem Jahr besonders tief auszufallen.

Sparpreise und Super‑Sparpreise gibt es nicht erst seit gestern, sondern in ihrer kontingentierten Form seit über einem Vierteljahrhundert. Zuvor war die Regelung sogar noch krasser: Super‑Sparpreise waren an Freitagen und Sonntagen schlicht ausgeschlossen.

Viele Grüße

Hochgeschwindigkeitsstrecke
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit. Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind. Dafür wird man dann extrem abkassiert. Das geht bei einer de facto monopolitischen Staatsbahn nicht, die im Prinzip bereits der Steuerzahler bezahlt. Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
In wiefern nicht erreichbar für normale Bahnreisende? Dass ich nicht normal bin, war mir schon klar. Aber ich finde schon, dass die Supersparpreise doch ganz gut buchbar sind, wenn man entsprechend im Voraus bucht - wenn man die Preise breiter verfügbar machen würde, würden sich dann noch mehr drüber beschweren, dass ja für volle Züge noch Sparpreise angeboten werden.

Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.

Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: rka

Datum: 03.08.26 08:40

Hallo Zusammen,

ich verstehe nicht so ganz, warum das auf einmal ein Problem ist. Die ganze Form der Preisgestaltung hatte doch schon immer den Zweck, die Leute in die Züge in den nachfrageschwachen Zeiten zu bekommen.

Warum sollte die Bahn die Fahrpreise stärker angleichen? Damit die Züge am Wochenende noch voller sind, weil die, die problemlos ausweichen könnten, sich dann auch noch da rein quetschen?

Klar kostet das unser Geld. Aber in einem überbesetzten Zug fahren, möchte ja auch keiner. Und irgendwie steuern muss man das Ganze. Sonst sind wir ruckzuck beim (nord)skandinavischen Prinzip: Es gibt nur Platzkarten, wer zuerst kommt, hat den Platz und kurzfristig fahren geht nicht. Aber das wollte damals bei der ersten Preisreform auch niemand.


Grüssle


Ralf

Muss es billig sein?

geschrieben von: Hilfsbetreiber

Datum: 03.08.26 09:02

Moin!

Ich habe das Grundgesetz jetzt dreimal durchgelesen und immer noch keinen Paragraphen gefunden, in dem ein Recht auf billigen Transport verankert ist.

Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.

Wer auf eine Reise am Freitag oder Sonntag angewiesen ist, zahlt eben; entweder in Geld (Bahn) oder Zeit (Autobahn).

Der Hilfsbetreiber

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 09:04

Platzkarten sind ja auch superdämlich, wenn man seine Anschlüsse sowieso oft verpasst.
Es geht hier darum, dass die "Normalpreise" (Flex bei typischer Nutzung) mittlerweile überhöhe Strafpreise sind, man kassiert einfach ab, die Nachfrage wird dadurch nicht "gesteuert".

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: KEVAGianer

Datum: 03.08.26 09:08

Ich sehe es auch so, dass wir nicht ständig den Eindruck vermitteln müssen, es gebe alles für lau. Diese Gratismentalität in vielen Dingen, beginnt schon im SGB II-Leistungssystem und geht hin von Gratisretouren bei Waren bis hin zur Mobilität, gehört schon auf den Prüfstand.
Hallo,
es geht beim Wucher nicht nur um Sparpreise, sondern auch Rückgabe bzw. Umtausch auf anderen Termin kostete mich
kürzlich 78,-- bei gleicher Fahrt von VS nach W ! Warum kann Fahrschein nicht für neues Datum umgeschrieben werden u.
ledilich Platzreservierung neu ?
LIW schrieb:
Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.

Zitat
Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer sind Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer als an anderen Wochentagen. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.
[www.faz.net]
[www.n-tv.de]
Germany in a nutshell: Investitionen sind unerwünscht, sie kosten ja Geld und könnten irgendwen stören, wenn z.B. eine Sporthalle abgerissen werden muss. Lenkung über den Preis ist unerwünscht, da könnte man ja irgendwen ausschließen. Verbote sind sowieso unerwünscht. An dieser Mentalität scheitert in Deutschland eigentlich alles, vom Klimaschutz über notwendige Reformen bis hin zu einem funktionierenden Bahnbetrieb.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: def

Datum: 03.08.26 09:16

Hilfsbetreiber schrieb:
Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.
Kann ich bestätigen. Der Kalender wird dann halt drumherum gebastelt. Davon abgesehen sind zumindest arbeitende Fernpendler:innen auch nicht unbedingt die ärmsten. Bei Studierenden mag das eher ein Problem sein, aber die sind in der Regel zeitlich deutlich flexibler. (Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen? :))
niki schrieb:
Hallo,
es geht beim Wucher nicht nur um Sparpreise, sondern auch Rückgabe bzw. Umtausch auf anderen Termin kostete mich
kürzlich 78,-- bei gleicher Fahrt von VS nach W ! Warum kann Fahrschein nicht für neues Datum umgeschrieben werden u.
ledilich Platzreservierung neu ?
Weil sich dann alle ein Ticket für die Verbindung am Donnerstag um 19:30 Uhr kaufen und letztlich am Freitag um 15 Uhr fahren würden.
LIW schrieb:
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit. Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind. Dafür wird man dann extrem abkassiert. Das geht bei einer de facto monopolitischen Staatsbahn nicht, die im Prinzip bereits der Steuerzahler bezahlt. Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
Aus deinen Argumenten spricht weniger „alle Fahrgäste“, sondern ziemlich eindeutig: Fernpendler.

Vermutlich gehörst du selbst dazu, sonst würdest du das Thema nicht mit solcher Ausdauer drehen. Nur: Sind Fernpendler wirklich die große Masse oder eher deine persönliche Perspektive? Zumal man als Fernpendler ja nicht gerade von spontanen Überraschungsreisen lebt und problemlos weit im Voraus buchen könnte. Aufgrund der aktuell schlechten betrieblichen Situation wird ohnehin jeder zweite Super‑Sparpreis unfreiwillig zum Flexpreis‑Upgrade.

Viele Grüße

Hochgeschwindigkeitsstrecke
Solange man einen eigenwirtschaftlich arbeitenden Fernverkehr hat, wird es eine Auslastungssteuerung immer geben. Die hat sich bewährt, um mehr Reisende in die Züge zu bekommen.

Es wäre eine Aufgabe für die Bundespolitik, den Fernverkehr ebenso auszuschreiben (und zu subventionieren) wie den Nahverkehr auf Länderebene. Das hätte Vorteile (besseres Angebot auf heute unrentablen Strecken), würde jedoch den Bund Geld kosten. Derartige Anstalten hat bislang keine Bundesregierung gemacht…

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: Val

Datum: 03.08.26 09:52

Hilfsbetreiber schrieb:
Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.

Im Gegentum. Reisen plane ich mit langem Vorlauf und nehme da auch gern eine Zugbindung in Kauf. Als Wochenendpendler ist mir Flexibilität extrem wichtig - je nachdem, wie sich die Terminlage auf der Arbeit gestaltet, will ich ein paar Stunden früher oder später fahren können.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Fahrpläne ein halbes Jahr im Voraus sowieso genau null Wert haben, weil die Bahn oft erst wenige Tage vor dem Datum der Fahrt damit herausrückt, welche Züge heute fahren, ausfallen oder umgeleitet werden.

Ich fahre genau deswegen seit Jahren Flexpreis mit BC50, und ärgere mich ständig über die stetig steigenden Preise, die dazu noch mit immer weiteren Angebotseinschränkungen einher gehen. Vor ein paar Jahren hatte ich noch einen Stundentakt plus Umsteigeverbindungen dazwischen, heute kann ich von Glück sagen, wenn es zweistündlich eine Umsteigeverbindung finde.

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: gbstngrtz

Datum: 03.08.26 09:52

Hey zusammen,

also ich habe eben günstige Tickets gekauft gut zwar erst für Anfang Oktober aber immerhin. Berlin-München-Berlin für 13,98€ hin- und zurück, Rückfahrt mit dem "Sprinter" .

Ab und zu findet man richtige Schnäppchen, oder gibt es nicht noch diese "günstigen" Tickets die man Samstags um Punkt 24 Uhr kaufen kann? Für die darauffolgende Woche.

VG Basti



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 10:25.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: U-Bahnfreund

Datum: 03.08.26 09:53

def schrieb:
Bei Studierenden mag das eher ein Problem sein, aber die sind in der Regel zeitlich deutlich flexibler. (Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen? :))
Es gibt auch samstags Lehrveranstaltungen

Es grüßt der U-Bahnfreund :)
LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.
Warum soll ein Fernpendler nicht 14 Tage im Vorraus seine Fahrt buchen können? Der kann ziemlich genau planen wann er pendelt. Wenn er das öfter macht, wird er sicherlich auch eine Rabattkarte haben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 10:28.
def schrieb:
Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen?
Ja, sicher doch - Seminare, Klausuren, Kolloquien, ...

Dann sollen sie Bus fahren

geschrieben von: VT

Datum: 03.08.26 11:15

LIW schrieb:
Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.

Zitat
Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer sind Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer als an anderen Wochentagen. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.
[www.faz.net]
[www.n-tv.de]
Seit der Fernbusliberalisierung sehe ich da keinerlei Problem mehr.
LIW schrieb:
Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.
Und? Ist das nicht gängige Praxis in allen Lebensbereichen, wenn "der Markt regelt"? Wollen doch immer alle, aber wenn es dann Konsequenzen hat, ist das wieder ein Grund Bahn zu bashen. Unglaublich. Beklagen sich die Verbraucherschützer in anderen Bereichen auch, wenn ihnen die Preise nicht passen?

Alternative wäre, ein Angebot entsprechend der tatsächlichen Nachfragespitzen bereit zustellen (gängige Praxis beim Geplärr nach Autobahnausbauten). Dann bräuchte man ggfs den 30 Min Takt auf FV Strecken an Fr und So. Hätte den Vorteil, dass dann Mo bis Do ausreichend Zeit wäre, die "überzähligen" Züge ohne massiven Zeitdruck instand zu halten und an diesen Tagen ausreichend Reserven zu haben etc.
Die dafür notwendigen Investitionen in mehr Netz- und Fahrzeugkapazität ist aber "natürlich" niemand bereit zu tragen.....



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 11:48.
WorldwideKreiseisenbahn schrieb:
Alternative wäre, ein Angebot entsprechend der tatsächlichen Nachfragespitzen bereit zustellen (was übrigens gängige Praxis beim Geplärr nach Autobahnausbauten ist). Dann bräuchte man ggfs den 30 Min Takt auf FV Strecken an Fr und So. Hätte den Vorteil, dass dann Mo bis Do ausreichend Zeit wäre, die "überzähligen" Züge ohne massiven Zeitdruck instand zu halten.Die dafür notwendigen Investitionen in mehr Netz- und Fahrzeugkapazität ist aber "natürlich" niemand bereit zu tragen.....
Bei deinem Beispiel Autobahn zahlt ja der Betreiber auch nur die Infrastruktur, während der "fahrende Kunde" für die (in der Regel sehr ungleichmäßig ausgelastete) Fahrzeugkapazität samt Finanzierung verantwortlich ist. 😁
Genau, einfach immer mehr den Fr und So auch noch verramschen. Und wir werfen weiterhin 8.000 EUR pro Jahr ein bei teils unhaltbaren Zuständen in den Zügen.
Signalschruber schrieb:
LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.
Warum soll ein Fernpendler nicht 14 Tage im Vorraus seine Fahrt buchen können? Der kann ziemlich genau planen wann er pendelt. Wenn er das öfter macht, wird er sicherlich auch eine Rabattkarte haben.
Nein, kann er nicht – zumindest nicht in dieser Absolutheit.
Okay, wer einfach feste Schichten hat, für die mag das passen.

Das ist aber nicht bei allen Menschen so: bei mir kommen öfter am Donnerstag noch Termine für Freitag Mittag rein. Die können dann sogar manchmal so liegen, daß das System Eisenbahn mir gar kein Angebot für eine Rückfahrt mehr machen kann.
Und wie lange Junior am Morgen braucht, um im Kindergarten anzukommen, ist auch unterschiedlich; dann verschiebt es sich auch mal um eine Stunde mit der Abfahrt.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Das Problem wäre ganz einfach zu lösen.

geschrieben von: MichiS

Datum: 03.08.26 12:17

Hallo zusammen,


es bräuchte einfach einen verlässlichen, kalkulierbaren Fahrpreis in realistischer Höhe, das bieten z.B. unsere südlichen Nachbarländer auch an. Das habe ich vor einiger Zeit in diesem Beitrag vorgerechnet. Sogar in der Schweiz sind die Tickets günstiger, in Österreich kosten sie weniger als die Hälfte.

DB Fernverkehr bietet Fahrkarten zu prohibitiven Preisen an und beschwert sich dann, dass die Kunden auf den (langlaufenden) Nahverkehr ausweichen. Das ist zynisch.

Die Sparpreise mögen vielleicht für ein paar Spaßfahrten ganz nett sein, seit Auslaufen meiner Bahncard 50 im August '23 habe ich für die DB Fernverkehrslotterie weniger als 50 Euro bezahlt. Für seriös halte ich dieses Geschäft allerdings nicht.


Gruß
Michi
Diese sogenannten Verbraucherschützer haben einfach das Prinzip von Angebot, Nachfrage und Preis nicht verstanden. Man könnte ja auch fordern dass die Benzinpreise am Freitag und Sonntag niedriger sein müssen weil dann so viele fahren.

Ulrich
Es geht hier um eine aus Steuergeld finanzierte Staatsbahn. 100 Prozent VEB, nicht um irgendein "Profit Center" im freien Wettbewerb. Da würde sich die Bahn aber umgucken und die Mitarbeiter auch.
Bei der Bundesbahn gab es einen Kilometerpfennigpreis pro km. Konnte jeder den Vollpreis berechnen. darauf gab es Rabatte, fertig.

Heute gibt es ein Preislotto wie im Flieger. Und die Schnäppchen (5,99) gibt es für die Schnäppchenjäger dann nicht, wenn sie fahren wollen. Das ist ungerecht, meint der Discountfuchs.

Was würde passieren, wenn man zum ganz alten System zurückkehren würde?
ulrich schrieb:
Diese sogenannten Verbraucherschützer haben einfach das Prinzip von Angebot, Nachfrage und Preis nicht verstanden. Man könnte ja auch fordern dass die Benzinpreise am Freitag und Sonntag niedriger sein müssen weil dann so viele fahren.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 14:08.
Wer etwas flexibel ist zahlt so wenig wie nie zuvor im Fernverkehr. Ich habe bei meinen Flügen in letzter Zeit immer gleichzeitig nach Bahn- und Flugpreisen recherchiert. In zwei Wochen habe ich den ICE Leipzig - Berlin für 6€ gebucht. Da muss ich nicht mal mehr bei Flix nachschauen bei den Preisen.

Das nennt sich Angebot und Nachfrage.
ingo st. schrieb:
Was würde passieren, wenn man zum ganz alten System zurückkehren würde?


Die Nachfrage würde einbrechen da zwei Generationen zu dem System erzogen wurde und es überall bei Verkehrsdienstleistungen (Bus, Flug, Bahn) üblich ist.

Die wenigen die das alte starre System noch kennen sterben ohnehin bald.

Außerdem wäre die Bahn schnell Pleite da wenige Züge überfüllt wären und der Rest leer (und damit bald eingestellt)...
Hallo,

ich stelle das alte und das neue System gegenüber. Etwas willkürlich picke ich mir 1986, also die Hochzeit der guten alten Bundesbahn vor 40 Jahren heraus, verglichen mit heute

Laut ProBahn kosteten 101km (Fernverkehr) zum Normalpreis 1986 21DM, umgerechnet 10,74€ (plus ggf. Zuschläge). Das Durchschnittseinkommen lag bei umgerechnet 1606€ lt. stat. Bundesamt
Heute kosten 101km zum Normalpreis zwischen 24€ und 30€ je nach Zugart und Strecke. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 4981€ (2025, alte Bundesländer) lt. stat. Bundesamt
Bezogen auf das Durchschnittseinkommen ist der Flexpreis heute an sich schon günstiger als der Normalpreis bei der Bundesbahn war. Man bekommt dafür deutlich mehr, leider aber auch deutlich unzuverlässigere Züge als 1986.
Wenn man bereit ist, sich an einen Zug zu binden, der schlecht ausgelastet ist, oder früh genug bucht, kann man heute auch sehr viel günstiger fahren. Diese Art der Reisendenlenkung gab es früher nicht. Die muss man aber auch nicht nehmen. Ich sehe das als zusätzliches Angebot zum Flexpreis.

Zusammengefasst: Bahnfahren mit Normalpreis zu den Konditionen wie 1986 ist etwas günstiger geworden, aber ist wie zu Bundesbahnzeiten immer noch sauteuer. Zum Sparpreis geht es heute sehr viel günstiger, man muss sich aber auf die Konditionen einlassen (können).

Viele Grüße
Oli



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 15:58.
Das Problem sind doch die völlig schwachsinnigen Flexpreise. Also der nicht rabattierte Basistarif, der früher (noch gar nicht so lange her) eigentlich immer gleich war. Ich finde für eine x-beliebige Beispielrelation über 180 km (ICE nur Teilstrecke) Flexpreise zwischen 54 und 78 €. Am Automaten wurden sogar dafür (Spontanfahrt) 80 (oder 82 €, weiß ich nicht mehr genau, wollte da nur einer nicht deutschsprechenden Person helfen) aufgerufen.

Übrigens kostet die gleiche Relation - und dank schlankerer Umsteigezeiten gar nicht mal wesentlich langsamer - 34 €. Basierend auf einem Landes-Kilometertarif, kein Länderticket. Das wäre eine Basis, wie früher beim D- und IC-Zug einen Zuschlag drauf, fertig.

Aber früher war die Bahn halt auch in der Lage, zu Spitzenzeiten Entlastungszüge einzusetzen...

(bearbeitet, weil ich gerade dein Beitrag von "Lambrechter" sehe und zur Einordnung eine km-Basis fehlte)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 15:59.
Moin!

ingo st. schrieb:
[...]
Was würde passieren, wenn man zum ganz alten System zurückkehren würde?

Du würdest für Freitagnachmittag den selben Preis zahlen wie für Mittwochvormittag; müsstest für Freitag aber trotzdem 4 Wochen vorher reservieren, um überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Also auch keine Flexibilität.

Ich habe vor 2 Jahren meine BC50/2.Kl gegen BC25/1.Kl getauscht, da ich sowieso nur noch mit irgendwelchem Sparpreisen fahre.
Mit ausreichend Vorlauf (4 Wochen) sehr günstig; und bei 59% Pünktlichkeitsquote (kennt jemand den Wert für Freitag/Sonntag?) hat man häufig ein Super-Fleyticket zum Supersparpreis.

Der Hilfsbetreiber

EDIT: Das '?'



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 15:56.
03. August 2026, 10:30 Uhr - Berlin

Newsblog+++ Montag, 3. August 2026 +++
10:30 Uhr |

Reisen mit dem DB Fernverkehr so günstig wie lange nicht mehr – Verbraucherzentrale vernachlässigt wichtige Aspekte

Die DB kritisiert die aktuelle Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands, die sich mit den Preisen im DB Fernverkehr beschäftigt. Die Untersuchung weist erhebliche methodische Lücken auf.

Fakt ist: Die Bahnpreise bleiben für die Reisenden stabil, während Autofahren und Fliegen mit Blick auf die Kraftstoffpreise immer teurer werden. Seit Fahrplanwechsel 2025/26 haben sich die Flexpreise über alle Verbindungen hinweg nicht verändert. Aktuell sind so viele Billigtickets wie noch nie auf dem Markt: Sparpreise sind ab sehr günstigen 6,99 Euro zu haben. Es gibt neue Aktionen wie das Last Minute Ticket, das allein im ersten Halbjahr 600.000 Fahrgäste genutzt haben. Außerdem gibt es die kostenlose Jugend BahnCard 25 und das Familienticket für 99,99 Euro für eine Hin- und Rückfahrt von fünf Personen inklusive Reservierung. Auf bahn.de bzw. im DB Navigator erhalten unsere Kunden jederzeit transparent eine Übersicht aller verfügbaren Verbindungen und Preise. Die Angebote sind über die Bestpreis-Suche schnell und einfach zu finden.

Die Preisstruktur der DB hat das Ziel, die Züge für ein komfortables Reisen optimal auszulasten. Genau deshalb steuern wir die Ticketkontingente so, dass es nicht zur Überbuchungen kommt – insbesondere dann, wenn wegen Baustellen oder Störungen weniger Züge als geplant für die Fahrgäste unterwegs sein können. Ähnlich wie bei Bus oder Flugzeug gibt es für ohnehin stark ausgelastete Verbindungen vor allem zwischen den Metropolen und zu Stoßzeiten weniger Aktionsangebote. Mit günstigen Tickets möchte die Bahn Menschen, die flexibler reisen können, auf weniger ausgelastete Züge aufmerksam machen.

Methodik der Studie

1. Ad-hoc-Buchungen und Ticketkäufe über 12 Wochen hinaus nicht betrachtet


Die in der Studie berücksichtigten Zeiträume bilden das Buchungsverhalten unserer Kunden nur bruchstückhaft ab. Viele Fahrgäste buchen bereits viele Monate im Voraus ihre Tickets und sichern sich damit besonders günstige Sparpreisangebote. Auch für Kurzentschlossene ergeben sich an vielen Stellen gute Chancen auf ein Schnäppchen.

2. Nur Direktverbindungen zwischen großen Städten untersucht

Direktverbindungen im Metropolverkehr sind in der Regel stark frequentiert und bilden lediglich einen Teil der Fahrten ab, die Reisende mit den Zügen des Fernverkehrs unternehmen. Gerade für Menschen jenseits der großen Städte bietet die DB eine Vielzahl täglicher Verbindungen - auch mit Umstieg - an. Hier ist für die Reisenden in der Regel eine große Bandbreite günstiger Tickets verfügbar.

3. Verbindungen nur zwischen 7 und 19 Uhr analysiert

Mit der Beschränkung des Reisezeitraums werden unter anderem wichtige Pendler-Verbindungen, wie die Sprinterverkehre kurz nach 6 Uhr von Frankfurt nach Berlin oder von Berlin nach München, nicht abgebildet. Gerade in den Tagesrandlagen gibt es besonders viele günstige Tickets, die von unseren Kunden nachgefragt werden.

4. Beschränkung auf Fahrten der 2. Klasse

Die Verbraucherzentrale fokussiert auf Tickets zur Fahrt in der 2. Klasse. Viele unserer Fahrgäste – vor allem Geschäftsreisende – sind in der 1. Klasse unterwegs. Auch hier sind Tickets verschiedenster Preisschichtungen erhältlich, die nicht in die Betrachtung eingeflossen sind.

https://www.deutschebahn.com/de/presse/Newsblog-12829716
ulrich schrieb:
Diese sogenannten Verbraucherschützer haben einfach das Prinzip von Angebot, Nachfrage und Preis nicht verstanden.
Du scheinst die Aufgabe von Verbraucherschutzverbänden irgendwie gar nicht zu kennen. Auch, dass FV und insbesondere ÖPNV niemals durch den Markt allein gedeckt werden. Oder ist mittlerweile die DB ein privates Unternehmen? Und es gibt noch was wie Daseinsvorge und so was. Scheint dir aber aber auch unbekannt zu sein.
WernerS schrieb:
Eine Bahn wie in der Schweiz mit Preisen wie in Polen.
Das wäre ein echter Beitrag zu einer umweltschonenden Verkehrswende.

Abgesehen davon, dass so eine Verkehrswende von der deutschen (Auto-)Politik nicht gewünscht ist, fehlt auch ein leistungsfähiges Eisenbahnsystem. Das müsste konsequent und Schritt für Schritt zielgerichtet geschaffen werden.
Danke Henrik für die Verlinkung.

Henrik schrieb:
03. August 2026, 10:30 Uhr - Berlin

Newsblog+++ Montag, 3. August 2026 +++
10:30 Uhr |

Zitat
Newsblog+++ Montag, 3. August 2026 +++
10:30 Uhr |

Reisen mit dem DB Fernverkehr so günstig wie lange nicht mehr – Verbraucherzentrale vernachlässigt wichtige Aspekte


Methodik der Studie

1. Ad-hoc-Buchungen und Ticketkäufe über 12 Wochen hinaus nicht betrachtet


Auch für Kurzentschlossene ergeben sich an vielen Stellen gute Chancen auf ein Schnäppchen.
Ja, z. B. mit Bahnbonus (OK, das war jetzt böse) und der Wochenendlotterie, bei der man oftmals gar nicht gewinnen kann.


Zitat
2. Nur Direktverbindungen zwischen großen Städten untersucht

Direktverbindungen im Metropolverkehr sind in der Regel stark frequentiert und bilden lediglich einen Teil der Fahrten ab, die Reisende mit den Zügen des Fernverkehrs unternehmen. Gerade für Menschen jenseits der großen Städte bietet die DB eine Vielzahl täglicher Verbindungen - auch mit Umstieg - an. Hier ist für die Reisenden in der Regel eine große Bandbreite günstiger Tickets verfügbar.
Ein Großteil der Umstiege und Weiterfahrten findet seltsamerweise auch auf den Strecken zwischen den Metropolen statt und dann ist der Preis zwischen den Metropolen ja auch drin.

Zitat

3. Verbindungen nur zwischen 7 und 19 Uhr analysiert

Mit der Beschränkung des Reisezeitraums werden unter anderem wichtige Pendler-Verbindungen, wie die Sprinterverkehre kurz nach 6 Uhr von Frankfurt nach Berlin oder von Berlin nach München, nicht abgebildet. Gerade in den Tagesrandlagen gibt es besonders viele günstige Tickets, die von unseren Kunden nachgefragt werden.

Seltsamerweise findet man ohne dermaßen frühe Buchung auf der Sprinterstrecke B-M oder andersherum auch vor und kurz nach 6 Uhr (Anmerkung: Berlin ab 2 Sprinter vor 7.00, München 1 Sprinter vor 7.00).

Zitat

4. Beschränkung auf Fahrten der 2. Klasse

Die Verbraucherzentrale fokussiert auf Tickets zur Fahrt in der 2. Klasse. Viele unserer Fahrgäste – vor allem Geschäftsreisende – sind in der 1. Klasse unterwegs. Auch hier sind Tickets verschiedenster Preisschichtungen erhältlich, die nicht in die Betrachtung eingeflossen sind.

https://www.deutschebahn.com/de/presse/Newsblog-12829716
So ein Blödsinn.
Der Haupteil fährt 2. Klasse. Und nicht nur Geschäftsreisende mit Laptop und Handy sind Bahnkunden.

Gebellte Hunde bellen bekanntlich. Wie bei der ZDF-Reportage. Irgendwie bellt die derzeit sehr dünnhäutige DB derzeit oft. Palla wird das ggf. gar nicht gefallen mit ihren schönen Worten von "Offenheit".
LIW schrieb:
Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen.
Das nennt sich Marktwirtschaft. Überall danach schreien und dann nicht damit umgehen können...

LIW schrieb:
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit.
Die allermeisten Fahrgäste fahren günstig bzw. halbwegs günstig. Für die ist das kein Ärgernis, sie buchen einfach rechtzeitig. Die meisten Fahrten sind zeitig genug planbar.

LIW schrieb:
Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind.
Oh doch, für die meisten normalen Fahrgäste sind günstige bist tiefste Preise durchaus erreichbar.

LIW schrieb:
Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Der Staat nutzt da gar nichts aus. Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht. Gezwungen wird da keiner, gleichwertige Arbeitsplätze gibt es regelmäßig auch in der eigenen Region. Fernpendeln ist doch ohnehin gefährlich, wie wir letztens im Forum lernen konnten. Bettlerbanden im ganzen Bahnhof, ständig von Fremden geöffnete Rucksacktaschen und so. Und diese alkoholtrinkenden Gestalten erst mit ihrem vermeintlichen Feierabendbier auf der Bahnsteigbank...

LIW schrieb:
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
Also nur noch Spar- und Supersparpreise? Beim Flieger ist das jedenfalls kein Problem.

LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können.
Fernpendler sind die Minderheit unter den Fahrgästen, Flexpreisnutzer gibt’s noch weniger. Aber mit der Realität hast Du es ja nicht so...

LIW schrieb:
Es geht hier um eine aus Steuergeld finanzierte Staatsbahn.
Die nächste Räuberpistole. DB Fernverkehr wird nicht aus Steuergeldern finanziert.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
LIW schrieb:
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit. Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind. Dafür wird man dann extrem abkassiert. Das geht bei einer de facto monopolitischen Staatsbahn nicht, die im Prinzip bereits der Steuerzahler bezahlt. Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
Die Fahrpreise stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Leistung, will heißen Zuverlässigkeit. Wer damit rechnet nicht so bedient zu werden wie beworben reagiert preissensibler wie jemand, der sich auf ein Vergnügen freut.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 03.08.26 17:31

Der Fernverkehr bekommt KEINE staatlichen Zuschüsse, das ist im Eisenbahn-Neuordnungsgesetz explizit nicht vorgesehen.
Seit 1.1.1994 ist das so.
Merke: Fernverkehr = Eigenwirtschaftlich
Nahverkehr = Wird ausgeschrieben und von den Ländern bestellt und bezahlt

Warum weigern sich manche Zeitgenossen, die Realität notorisch auszublenden?
Eigentlich müsste man darüber lachen.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 18:13

Das ist ein Etikettenschwindel, vielleicht noch Börsenfolklore. Natürlich kriegt der Fernverkehr auch Steuergeld. Als würde der auch nur einen ICE selber kaufen. Das zahlt der Bund aus dem Steuertopf.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 18:22

LIW schrieb:
Natürlich kriegt der Fernverkehr auch Steuergeld. Als würde der auch nur einen ICE selber kaufen. Das zahlt der Bund aus dem Steuertopf.
Kannst Du diese neuerliche Räuberpistole auch belegen? Wie viel Kohle hat der Fernverkehr für den Kauf von ICE's vom Staat bekommen? Wo kann man das nachlesen? Oder ist es nicht vielleicht so, dass der Kauf der ICE's so wie viele andere Investitionen deutscher Unternehmen von den Banken über Kredite finanziert wird?

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 18:45

Und wer bezahlt für die Kredite? Der Bund als 100 Prozent Eigentümer der Bahn, inklusive Fernverkehr. Kindergarten. Irgendwann muss er dann mal wieder die Bahn "entschulden".



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 18:46.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 18:50

LIW schrieb:
Und wer bezahlt für die Kredite? Der Bund als 100 Prozent Eigentümer der Bahn, inklusive Fernverkehr.
Nein, die DB Fernverkehr aus den Fahrkartenerlösen.

LIW schrieb:
Kindergarten.
Kindergarten ist das, was Du hier schon wieder abziehst.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Du scheinst die Aufgabe von Verbraucherschutzverbänden irgendwie gar nicht zu kennen. Auch, dass FV und insbesondere ÖPNV niemals durch den Markt allein gedeckt werden. Oder ist mittlerweile die DB ein privates Unternehmen? Und es gibt noch was wie Daseinsvorge und so was. Scheint dir aber aber auch unbekannt zu sein.
Der Fernverkehr hat keinen Auftrag zur Daseinsvorsorge. Und das ist seit der Liberalisierung der Fernbusse auch nicht mehr erforderlich.

Heilbronn dürfte derzeit einen Personenfernverkehr haben der noch nie so gut war. Jetzt geht’s gleich umsteigefrei nach Braislava, später komme ich noch nach Warschau, Montpellier, Amsterdam, Zagreb, Milano und Prag. Morgen früh geht’s um halb fünf nach Strasbourg; später nach Prag, Venezia Mestre, Krakau, Kiew, Antwerpen, Berlin, Lyon, Rennes oder Bochum.
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Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: VT

Datum: 03.08.26 18:51

LIW schrieb:
Und wer bezahlt für die Kredite? Der Bund als 100 Prozent Eigentümer der Bahn, inklusive Fernverkehr. Kindergarten. Irgendwann muss er dann mal wieder die Bahn "entschulden".
Das geht nicht mehr so einfach. Schau dir mal die DBCargo an. Die müssen sich aus eigener Kraft rauswursteln.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 19:50

MD 612 schrieb:
LIW schrieb:
Und wer bezahlt für die Kredite? Der Bund als 100 Prozent Eigentümer der Bahn, inklusive Fernverkehr.
Nein, die DB Fernverkehr aus den Fahrkartenerlösen.

LIW schrieb:
Kindergarten.
Kindergarten ist das, was Du hier schon wieder abziehst.
Wie hoch sind denn deine Fahrkartenerlöse des FV? Gleichzeitig schmeißen die junge ICE weg. Das wird bestimmt reichen. Märchenstunde.

Re: Bitte eine belastbare Quelle benennen

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 03.08.26 20:45

Ansonsten sehe ich mich genötigt, die Argumentation ins Reich der Fabeln zu verweisen.

Irgenwie... , ach lassen wir das, ist wohl eher zwecklos.

Re: Bitte eine belastbare Quelle benennen

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 21:33

Es geht hier nicht um Bilanzkosmetik, sondern um die Fahrpreise, genug abgelenkt.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 21:56

LIW schrieb:
Wie hoch sind denn deine Fahrkartenerlöse des FV?
Ausreichend, um auch die Kredite abzuzahlen. Guckst Du Bilanzen der DB Fernverkehr AG. Aber ja, die sind gefälscht, egal ob da vor der Veröffentlichung unabhängige Wirtschaftsprüfer drüber geguckt haben, die sind ja auch nur gekauft. Richtig so?

LIW schrieb:
Märchenstunde.
Wenn Du Deine Beiträge selbst als eine solche bezeichnest, isses ja gut. Belege für Deine Räuberpistolen hast Du ja wieder keine...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Henrik schrieb:
03. August 2026, 10:30 Uhr - Berlin

Newsblog+++ Montag, 3. August 2026 +++
10:30 Uhr |

Reisen mit dem DB Fernverkehr so günstig wie lange nicht mehr – Verbraucherzentrale vernachlässigt wichtige Aspekte

Die DB kritisiert die aktuelle Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands, die sich mit den Preisen im DB Fernverkehr beschäftigt. Die Untersuchung weist erhebliche methodische Lücken auf.

Fakt ist: Die Bahnpreise bleiben für die Reisenden stabil, während Autofahren und Fliegen mit Blick auf die Kraftstoffpreise immer teurer werden. Seit Fahrplanwechsel 2025/26 haben sich die Flexpreise über alle Verbindungen hinweg nicht verändert.
Eigentlich braucht dieser Wust von dummen Ausreden nicht mal eine Antwort. Aber der letzte Satz ist eine bodenlose Unverschämtheit. Man hat jetzt ein paar Monate lang die Flexpreise mal nicht erhöht. Ganz toll. Nachdem man unmittelbar vorher jahrelang die Flexpreise inbesondere freitags und sonntags drastisch erhöht hat, in Summe weniger Jahre um mindestens 25%, eher mehr. Das ist fernab jeder Inflationsrate.

Tja, auch Unternehmen sollten manchmal einfach die Fresse halten.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 03.08.26 22:03

MD 612 schrieb:
LIW schrieb:
Und wer bezahlt für die Kredite? Der Bund als 100 Prozent Eigentümer der Bahn, inklusive Fernverkehr.
Nein, die DB Fernverkehr aus den Fahrkartenerlösen.
Wenn die DB-FV wegen fehlender FK-Einnahmen pleite gehen sollte, dann zahlt das am Schluss wer? Das wäre dann wohl der Eigentümer, sprich der Bund. Und der bezieht seine "Fahrgeldeinnahmen" durch wen? Den Steuerzahler.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Das stimmt.

MD 612 schrieb:
Zitat:
gleichwertige Arbeitsplätze gibt es regelmäßig auch in der eigenen Region.
Da habe ich meine Zweifel. In der tiefsten Prignitz, in der Altmark oder im nördlichen Franken usw. muss man da schon etwas Glück haben da was gleichwertiges gegenüber einem Arbeitsplatz in Frankfurt oder Düsseldorf zu finden. Und nicht jeder Arbeitsplatz bietet 24/7/365 Homeofficemöglichkeit (und falls ja, bräuchte es da auch eine gewisse stabile Internetverbindung und da hapert es in manchen Regionen auch).

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 23:16

Stammstrecke 4 schrieb:
Wenn die DB-FV wegen fehlender FK-Einnahmen pleite gehen sollte, dann zahlt das am Schluss wer?
Der Insolvenzverwalter aus der Insolvenzmasse. Wobei das derzeit gar nicht Thema ist, aber für konstruiert-fiktive Geschichten taugt es natürlich...

Stammstrecke 4 schrieb:
In der tiefsten Prignitz, in der Altmark oder im nördlichen Franken usw. muss man da schon etwas Glück haben da was gleichwertiges gegenüber einem Arbeitsplatz in Frankfurt oder Düsseldorf zu finden.
Wie wäre es mit Berlin (betreffs Prignitz und Altmark) oder Nürnberg (betreffs Oberfranken)? Man kann natürlich auch eine Stelle annehmen, die nicht so gut bezahlt wird, wenn man die Differenz mit gesparten Reisekosten und gesparter Lebenszeit wieder reinholt. Andererseits geht es beim Fernpendeln regelmäßig auch um Pendlerstrecken zwischen Metropolen wie bspw. Leipzig - Berlin, Frankfurt/M. - Köln/Bonn, Hamburg - Düsseldorf oder München - Stuttgart. Im Regelfall absolut unnötig...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Lambrechter schrieb:
Laut ProBahn kosteten 101km (Fernverkehr) zum Normalpreis 1986 21DM, umgerechnet 10,74€ (plus ggf. Zuschläge). Das Durchschnittseinkommen lag bei umgerechnet 1606€ lt. stat. Bundesamt
Heute kosten 101km zum Normalpreis zwischen 24€ und 30€ je nach Zugart und Strecke. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 4981€ (2025, alte Bundesländer) lt. stat. Bundesamt
Bezogen auf das Durchschnittseinkommen ist der Flexpreis heute an sich schon günstiger als der Normalpreis bei der Bundesbahn war. Man bekommt dafür deutlich mehr, leider aber auch deutlich unzuverlässigere Züge als 1986.
Noch zwei ergänzende Aspekte:

1986 gab es Ermäßigungskarten nur für bestimmte Personengruppen (Juniorpass, Seniorpass, Familienpass). Wer nicht zu diesen Gruppen gehörte, zahlte den vollen Fahrpreis. Es gab keine Bahncard25 oder Bahncard50 für alle.

Das ist schon relevant, da sich zumindest eine Bahncard25 doch recht schnell amortisiert.

Auch gab es 1986 keine kostenlose Kindermitnahme, Kinder zahlten den Kindertarif (ggf. mit Familienpass ermäßigt).

Gruß
X73900
def schrieb:
niki schrieb:
Hallo,
es geht beim Wucher nicht nur um Sparpreise, sondern auch Rückgabe bzw. Umtausch auf anderen Termin kostete mich
kürzlich 78,-- bei gleicher Fahrt von VS nach W ! Warum kann Fahrschein nicht für neues Datum umgeschrieben werden u.
ledilich Platzreservierung neu ?
Weil sich dann alle ein Ticket für die Verbindung am Donnerstag um 19:30 Uhr kaufen und letztlich am Freitag um 15 Uhr fahren würden.
Es wäre aber schon nett, wenn man Spar- und Supersparpreise umbuchen könnte, zum Preis des dann für den neuen Termin aktuellen günstigsten Preises, sodass man die Differenz dann eben drauf zahlt. Dass ich ein Ticket, dass Wochen im Voraus gebucht habe, verfallen lassen muss, wenn sich meine Pläne ändern, ist schon doof. Dass ich es ist nicht kostenfrei zurückgeben kann, verstehe ich, aber eine Umbuchung bei Zahlung der entsprechenden Differenz sollte möglich sein
P.A.D schrieb:
Es wäre aber schon nett, wenn man Spar- und Supersparpreise umbuchen könnte, zum Preis des dann für den neuen Termin aktuellen günstigsten Preises, sodass man die Differenz dann eben drauf zahlt.
Der Supersparpreis ist der günstigste Tarif und nicht stornierbar. Das bei günstigen Angeboten "kein Umtausch, keine Erstattung" gilt, ist (nicht nur bei Bahn- oder Flugtickets) normal. Der Kunde kann entscheiden, ob er für ein paar EUR Ersparnis das Risiko eingeht auf dem Reisepreis sitzenzubleiben, falls ihm etwas dazwischenkommt oder ob er für ein paar EUR mehr sich die Möglichkeit einer Änderung offenhält.

Die Möglichkeit der "Umbuchung" zum Preis des dann für den neuen Termin aktuellen günstigsten Preises gibt es beim Sparpreis doch. Kostet 10 EUR Gebühr, nennt sich "Umtausch" und ist in den Punkten A 4.1.1 und A 4.1.3 der BB Personenverkehr beschrieben.

Beförderungsbedingungen:
4.1.1 Der Begriff „Stornierung“ bezeichnet sowohl die Erstattung als auch den Umtausch einer Fahrkarte.
[...]
4.1.3 Der Begriff „Umtausch“ bezeichnet die Rückgabe einer bereits ausgegebenen Fahrkarte gegen Ausstellung einer anderen Fahrkarte sowie Rückzahlung des Minderbetrages bzw. Zahlung des Mehrbetrages gemäß den für die jeweiligen Angebote festgelegten Bedingungen.
Praktisch sieht das so aus, das Du das eine Ticket zurückgibst (Stornierung gegen 10 EUR Gebühr) und ein neues Ticket zum aktuellen Preis buchst.
Effektiv zahlst Du die Preisdifferenz plus der 10 EUR Gebühr.

Vorbild Frankreich?

geschrieben von: bahamas

Datum: 04.08.26 13:01

X73900 schrieb:
1986 gab es Ermäßigungskarten nur für bestimmte Personengruppen (Juniorpass, Seniorpass, Familienpass). Wer nicht zu diesen Gruppen gehörte, zahlte den vollen Fahrpreis. Es gab keine Bahncard25 oder Bahncard50 für alle. Das ist schon relevant, da sich zumindest eine Bahncard25 doch recht schnell amortisiert.

In Frankreich soll künftig das Familieneinkommen und nicht das Alter oder der Status des einzelnen Passagiers berücksichtigt werden.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 13:01.

Kilometer- und Relationstarife

geschrieben von: frank paulsen

Datum: 04.08.26 13:13

Andreas Schulz schrieb:
Übrigens kostet die gleiche Relation - und dank schlankerer Umsteigezeiten gar nicht mal wesentlich langsamer - 34 €. Basierend auf einem Landes-Kilometertarif, kein Länderticket. Das wäre eine Basis, wie früher beim D- und IC-Zug einen Zuschlag drauf, fertig.
Die Deutsche Bundesbahn wollte bereits zur Einführung des ICE weg von Kilometertarifen, hin zu einem Relationstarif. Die Idee war, die Relationen in einem "Bahnbuch" zu veröffentlichen, weil zu der Zeit die Ausstattung der Bevölkerung mit Online-Zugängen trotz BTX noch eher gering war.

Und ja, das war natürlich vor der "Privatisierung", und scheiterte damals an der Komplexität des Vorhabens.

Die Logik dahinter ist aber bis heute unverändert: Wenn man bestimmte Verbindungen nicht endlos ausbauen kann, wie das z.B. bei Autobahnen gemacht wird, dann müssen Zugangsbeschränkungen stattfinden, und in einer Marktwirtschaft bietet sich da der Preis an.

Re: Kilometer- und Relationstarife

geschrieben von: Andreas Schulz

Datum: 04.08.26 15:46

frank paulsen schrieb:
Andreas Schulz schrieb:
Übrigens kostet die gleiche Relation - und dank schlankerer Umsteigezeiten gar nicht mal wesentlich langsamer - 34 €. Basierend auf einem Landes-Kilometertarif, kein Länderticket. Das wäre eine Basis, wie früher beim D- und IC-Zug einen Zuschlag drauf, fertig.
Die Deutsche Bundesbahn wollte bereits zur Einführung des ICE weg von Kilometertarifen, hin zu einem Relationstarif. Die Idee war, die Relationen in einem "Bahnbuch" zu veröffentlichen, weil zu der Zeit die Ausstattung der Bevölkerung mit Online-Zugängen trotz BTX noch eher gering war.

Und ja, das war natürlich vor der "Privatisierung", und scheiterte damals an der Komplexität des Vorhabens.

Die Logik dahinter ist aber bis heute unverändert: Wenn man bestimmte Verbindungen nicht endlos ausbauen kann, wie das z.B. bei Autobahnen gemacht wird, dann müssen Zugangsbeschränkungen stattfinden, und in einer Marktwirtschaft bietet sich da der Preis an.
Ja, das ist korrekt. Mit Einführung des ICE im Jahr 1991 wurden Relationspreise eingeführt, Zuschläge gab es aber weiterhin für IC und D/IR. Allerdings - und das ist der Unterschied zu heute - waren die Relationspreise auch fix, und änderten sich nicht je nach Tag, Wetterlage oder sonstwas.

Re: Bitte eine belastbare Quelle benennen

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 04.08.26 16:33

Moin!
LIW schrieb:
Es geht hier nicht um Bilanzkosmetik, sondern um die Fahrpreise, genug abgelenkt.
Korrekt. Und die Fahrpreise werden durch DB Fernverkehr so kalkuliert, dass im Idealfall alle Kosten inkl. Abschreibungen des Rollmaterials und auch Zinsen für Kredite damit gedeckt werden.

In den vergangenen Jahren hatte man damit Probleme, gleichzeitig wurden die Flexpreise in letzter Zeit nicht erhöht, wenn ich es richtig erinnere. Nun fährt man einen Sparkurs und zusätzlich werden vielleicht auch noch die Sparpreis-Kontingente reduziert. Dauerhaft rote Zahlen darf man nicht schreiben.

Ob es mit dem aktuellen Preismodell im Hinblick auf weiterhin zulaufende Neufahrzeuge und damit steigende Abschreibungen funktioniert, sei einmal dahingestellt.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 16:34.

Re: Vorbild Frankreich?

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 04.08.26 16:39

Moin!
bahamas schrieb:
In Frankreich soll künftig das Familieneinkommen und nicht das Alter oder der Status des einzelnen Passagiers berücksichtigt werden.
Und wo ist dieses Familieneinkommen dann jeweils hinterlegt, um den Preis zu ermitteln? Da gibt's ja auch Änderungen...

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
Moin!

Sparpreise und Super-Sparpreise sind klar kommuniziert begrenzte Angebote. Da kann man nicht erwarten, dass sie immer und vor allem zu nachfragestarken Zeiten verfügbar sind.

Flexpreise erscheinen mir auch nicht per se überteuert. Ich habe gerade eine Fahrt von meinem Wohnort nach Dänemark und zurück gebucht - Freitag hin und Sonntag zurück. Das sind also die nachfragestarken Zeiten. Trotzdem zahlen ich für den Flexpreis-Europa für Hin- und Rückweg in Summe "nur" 134€.

Mit Super-Sparpreis hätte ich für wenig Flexibilität 12€ weniger gezahlt. Der Unterschied ist also nicht so groß.

Und was wäre die Alternative?
1) Eigenes Auto: 804km Fahrstrecke - würde mindestens eine Tankfüllung bedeuten. Zudem fehlt dann Frau und Kindern im Notfall der fahrbare Untersatz. Die Tankfüllung kostet aktuell aber auch locker 130€.
2) Fernbus: 110€ mit Flixbus, Fahr- bzw. Abfahrtszeiten jenseits von gut und böse.

Von daher steht die DB gar nicht so schlecht da.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 04.08.26 17:13

Stammstrecke 4 schrieb:


MD 612 schrieb:
Zitat:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Das stimmt.

Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln. In welcher Blase lebst du? Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag? Die Leute müssen pendeln, natürlich überwiegend an den Wochenenden, und die kassiert die Bahn dann doppelt ab, mit überhöhten Preisen und fehlenden Sonderangeboten.
MD 612 schrieb:
Die allermeisten Fahrgäste fahren günstig bzw. halbwegs günstig. Für die ist das kein Ärgernis, sie buchen einfach rechtzeitig. Die meisten Fahrten sind zeitig genug planbar.

Gegeben dass der Steuerzahler für teures Geld eine Infrastruktur finanziert, die auf den Hauptstrecken Takte ermöglicht die schon Richtung S-Bahn gehen:

Wieso sollte man "die meisten Fahrten zeitig planen"? Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.

Also, warum sollte man?

Das spricht im übrigen nicht dagegen, abhängig von der prognostizierten Auslastung verschieden viel Geld zu verlangen. Aber eben garniert mit kostengünstigen Umbuchungsmöglichkeiten, bei der man eben den Differenzbetrag zahlt/zurückbekommt, und nicht eine Strafgebühr fürs Umbuchen, die weit vom realen Aufwand des Verkehrsunternehmens entfernt ist, oben drauf.

Es kann mir nämlich niemand erzählen dass die DB nicht schon relativ genau weiß, welche Züge wie stark nachgefragt sein werden --- das könnte man auch gleich im Preis abbilden, statt eine Lotterie bei der diejenigen die sich monatelang vorher festlegen gewinnen, dazwischenzuschalten.

Und bzgl. der Unterschiede zwischen Spar- und Flexpreisen: Schweden ist im Bahnverkehr unverdächtig in alten Zeiten zu verharren. Und dort finde ich bei einer Stichprobe für Morgen (7:19 Stockholm-Malmö) aktuell z.B. folgende Preise: 1125 Kronen nicht umbuchbar, 1225 Kronen umbuchbar, 1375 Kronen erstattbar. Da ist bei der DB der Unterschied zwischen den (Super-)Sparpreisen und den Flexpreisen aber deutlich größer...
r125 schrieb:
Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.
Also, warum sollte man?
Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Die muss nämlich jemand bezahlen. Und bemessen sein müssen sie nicht am Durchschnitt, sondern an der Spitze. Es ist volkswirtschaftlich absolut sinnvoll, Nachfrage nach Verkehr oder auch sonstiger Infrastruktur so gut wie möglich zu verteilen. Und das heißt in diesem Fall: Leute, die sich die Fahrzeit aussuchen können, zum Ausweichen auf gering ausgelastete Zeiten zu motivieren.

Übrigens kann man immer noch auch freitags jeden ICE nehmen - muss dann nur ggf. etwas mehr dafür bezahlen und, wenn man Pech hat, im Gang stehen. Dagegen kann es z.B. in Frankreich passieren (Reservierungspflicht!), dass man die nächsten drei Stunden von Paris aus in die gewünschte Richtung nicht mehr wegkommt. Ist das besser?
kariadsko schrieb:
r125 schrieb:
Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.
Also, warum sollte man?
Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Die muss nämlich jemand bezahlen. Und bemessen sein müssen sie nicht am Durchschnitt, sondern an der Spitze. Es ist volkswirtschaftlich absolut sinnvoll, Nachfrage nach Verkehr oder auch sonstiger Infrastruktur so gut wie möglich zu verteilen. Und das heißt in diesem Fall: Leute, die sich die Fahrzeit aussuchen können, zum Ausweichen auf gering ausgelastete Zeiten zu motivieren.

Bitte meinen Beitrag nach dem Zitat weiterlesen. Und erst Erfassen was ich geschrieben habe, und dann darauf antworten, danke!

Ich zitiere mich selber nochmal, für diejenigen die zu früh das Lesen aufgehört haben:

"Das spricht im übrigen nicht dagegen, abhängig von der prognostizierten Auslastung verschieden viel Geld zu verlangen. Aber eben garniert mit kostengünstigen Umbuchungsmöglichkeiten, bei der man eben den Differenzbetrag zahlt/zurückbekommt, und nicht eine Strafgebühr fürs Umbuchen, die weit vom realen Aufwand des Verkehrsunternehmens entfernt ist, oben drauf.

Es kann mir nämlich niemand erzählen dass die DB nicht schon relativ genau weiß, welche Züge wie stark nachgefragt sein werden --- das könnte man auch gleich im Preis abbilden, statt eine Lotterie bei der diejenigen die sich monatelang vorher festlegen gewinnen, dazwischenzuschalten."
r125 schrieb:
kariadsko schrieb:
r125 schrieb:
Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.
Also, warum sollte man?
Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Die muss nämlich jemand bezahlen. Und bemessen sein müssen sie nicht am Durchschnitt, sondern an der Spitze. Es ist volkswirtschaftlich absolut sinnvoll, Nachfrage nach Verkehr oder auch sonstiger Infrastruktur so gut wie möglich zu verteilen. Und das heißt in diesem Fall: Leute, die sich die Fahrzeit aussuchen können, zum Ausweichen auf gering ausgelastete Zeiten zu motivieren.
Bitte meinen Beitrag nach dem Zitat weiterlesen. Und erst Erfassen was ich geschrieben habe, und dann darauf antworten, danke!

Ich zitiere mich selber nochmal, für diejenigen die zu früh das Lesen aufgehört haben:

"Das spricht im übrigen nicht dagegen, abhängig von der prognostizierten Auslastung verschieden viel Geld zu verlangen. Aber eben garniert mit kostengünstigen Umbuchungsmöglichkeiten, bei der man eben den Differenzbetrag zahlt/zurückbekommt, und nicht eine Strafgebühr fürs Umbuchen, die weit vom realen Aufwand des Verkehrsunternehmens entfernt ist, oben drauf.

Es kann mir nämlich niemand erzählen dass die DB nicht schon relativ genau weiß, welche Züge wie stark nachgefragt sein werden --- das könnte man auch gleich im Preis abbilden, statt eine Lotterie bei der diejenigen die sich monatelang vorher festlegen gewinnen, dazwischenzuschalten."
Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.

Natürlich hat die DB schon vorher eine Vorstellung, wie voll die Züge werden. Genau deshalb bietet sie doch für freitags und sonntags weniger Sparpreise an.

Und es ist an tausend Stellen auch außerhalb der Bahn normal, dass Billigangebote vom Umtausch ausgeschlossen sind. Das ist doch gerade ein Teil der Lenkung, dass sich die Leute fragen, ob ihnen die Flexibilität den Aufpreis wert ist.
kariadsko schrieb:
Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.

Ich denke aus meinem Beitrag ging klar hervor dass wir wenn dann über das "Wie", nicht das "Ob" der Lenkung diskutieren.

Zitat:
Natürlich hat die DB schon vorher eine Vorstellung, wie voll die Züge werden. Genau deshalb bietet sie doch für freitags und sonntags weniger Sparpreise an.

Und wenn sie die von vornherein berechenbar in unterschiedliche Preise abbildet ist das keine Lenkung?

Zitat:
Und es ist an tausend Stellen auch außerhalb der Bahn normal, dass Billigangebote vom Umtausch ausgeschlossen sind. Das ist doch gerade ein Teil der Lenkung, dass sich die Leute fragen, ob ihnen die Flexibilität den Aufpreis wert ist.

Lenkung wohin?

In weniger nachgefragte Züge? Dafür sollte es reichen die spürbar günstiger anzubieten, verglichen mit den stärker nachgefragten.

Wenn es natürlich darum geht, 10 Prozent der Fahrgäste in Tickets zum Mehrfachen Preis zu lenken, dann bekräftigt das eher meine Kritik.

Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.
r125 schrieb:
Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.
Doch, denn es dürften deutlich mehr Nutzer im Nahverkehr mit dichteren Takten unterwegs sein. Wir leisten uns diese Infrastruktur ja nicht nur für ein paar ICE im Halbstundentakt.

Von der Infrastruktur, sofern sie ausreichend dimensioniert wäre, profitieren sämtliche Arten des Schienenverkehrs. Das hat aber keinen Einfluss auf die Fahrgastlenkung eines Unternehmens.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
r125 schrieb:
kariadsko schrieb:
Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.
Ich denke aus meinem Beitrag ging klar hervor dass wir wenn dann über das "Wie", nicht das "Ob" der Lenkung diskutieren.
Der von mir zitierte Absatz Deines Beitrags ließ sich nur so lesen, dass Du davon ausgehst, es müsste auch zu vollsten Zeiten immer ein Angebot da sein, dessen Preis niemandem wehtut. Das lehnt im Grunde eine Lenkung komplett ab (oder akzeptiert sie nur so geringfügig, dass sie ihren Zweck verfehlt). Und daran ändern die folgenden Absätze nichts, Dein jetziger Beitrag verstärkt den Eindruck eher noch.

r125 schrieb:
Lenkung wohin?

In weniger nachgefragte Züge? Dafür sollte es reichen die spürbar günstiger anzubieten, verglichen mit den stärker nachgefragten.

Wenn es natürlich darum geht, 10 Prozent der Fahrgäste in Tickets zum Mehrfachen Preis zu lenken, dann bekräftigt das eher meine Kritik.

Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.
Komisch. Die Züge freitags sind voll. Also sehen doch offensichtlich die meisten Nutzer diese Flexibilität in der Praxis.
Weiter oben hat übrigens "Lambrechter" vorgerechnet, dass gemessen an der realen Kaufkraft die heutigen Flexpreise (sic!) sogar billiger sind als in den 1980ern die ach so tolle Bundesbahn.

Wer natürlich den Supersparpreis als "Normalpreis" nimmt und nicht als das, was er ist (nämlich ein Billigangebot, bei dem man wie bei allen Billigangeboten das Kleingedruckte lesen und akzeptieren muss), dem kann ich nur zurufen: Selbst schuld.
kariadsko schrieb:
r125 schrieb:
kariadsko schrieb:
Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.
Ich denke aus meinem Beitrag ging klar hervor dass wir wenn dann über das "Wie", nicht das "Ob" der Lenkung diskutieren.
Der von mir zitierte Absatz Deines Beitrags ließ sich nur so lesen, dass Du davon ausgehst, es müsste auch zu vollsten Zeiten immer ein Angebot da sein, dessen Preis niemandem wehtut.

Nein, das steht da nicht.

Weil: Lenkung zu bestimmten Verbindungen ist etwas anderes als Lenkung dazu, möglichst früh zu buchen, wie es derzeit stattfindet.

Beispiel:
Eine bestimmte Verbindung kostet Freitag Nachmittag 100 Euro, und Samstag Vormittag 50 Euro.

Willst du bestreiten, dass eine Lenkung zum Samstag Vormittag stattfindet?

Ich behaupte, die Lenkung findet auch dann noch statt, wenn man Freitag Mittag von Freitag Nachmittag auf Samstag Vormittag umbuchen kann (und näherungsweise, minus Transaktionskosten, 50 Euro zurückbekommt), oder andersherum von Samstag Vormittag auf Freitag Nachmittag umbuchen kann (und 50 Euro drauflegen muss).

Wenn ich in einem Zug zur Hauptverkehrszeit sitze, und das teures Geld gekostet hat, ist es finanziell schmerzhaft, egal ob die (Um-)Buchung vor fünf Minuten, oder vor einem Monat stattfand.

r125 schrieb:
Komisch. Die Züge freitags sind voll. Also sehen doch offensichtlich die meisten Nutzer diese Flexibilität in der Praxis.

Oh doch.

Die Konkurrenz, das Auto, hat diese Bindung an bestimmte Zeitpunkte nicht.

Natürlich erzeugt die Preisgestaltung Stress bei den Nutzern, "eigentlich wäre eine halbe Stunde später besser, aber der Sparpreis ist nunmal so gebucht", er wird halt akzeptiert, weil die gleichwertige Alternative fehlt.

Zitat:
Wer natürlich den Supersparpreis als "Normalpreis" nimmt und nicht als das, was er ist (nämlich ein Billigangebot, bei dem man wie bei allen Billigangeboten das Kleingedruckte lesen und akzeptieren muss), dem kann ich nur zurufen: Selbst schuld.

Bitte unterstlele mir nicht Meinungen, die ich weder habe noch geschrieben habe.

Mein Argument ist der Zeitpunkt zu dem man sich entscheiden muss, nicht die absolute Höhe des Preises. Da finde ich so manche Supersparpreise auch viel zu billig.
Sebastian Berlin schrieb:
r125 schrieb:
Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.
Doch, denn es dürften deutlich mehr Nutzer im Nahverkehr mit dichteren Takten unterwegs sein. Wir leisten uns diese Infrastruktur ja nicht nur für ein paar ICE im Halbstundentakt.

Nicht nur, aber durchaus auch.

Beispiel: Sowas wie Nürnberg-Ingolstadt, wäre das in der Form gebaut worden wenn es nicht um schnellen Fernverkehr nach München gegangen wäre?

Zitat:
Von der Infrastruktur, sofern sie ausreichend dimensioniert wäre, profitieren sämtliche Arten des Schienenverkehrs. Das hat aber keinen Einfluss auf die Fahrgastlenkung eines Unternehmens.

Der Steuerzahler hat das Geld im besagten Beispiel Nürnberg-Ingolstadt aber schon dafür ausgegeben, in dichtem Takt und schnell von Nürnberg nach Ingolstadt und weiter nach München fahren zu können.

In dem Sinn bin ich schon der Meinung dass ein Unternehmen mit seiner Strategie der Fahrgastlenkung nicht im luftleeren Raum arbeitet. Zumindest sollte es nicht so sein, meiner Meinung nach.
"Fahrgastlenkung" ist ein falscher Ansatz. Die Staatsbahn DB hat einen Bedarf zu decken. Den der deutschen Steuerzahler und Bahnkunden. Die Atttüde, irgendwen mit Strafpreisen zu "erziehen", da man ja als Bahn besser weiß, wann die anderen zu fahren haben, ist falsch. Das geht beim Güterverkehr ja genauso nach hinten los.

Was gerade passiert ist, dass die Bahn mit der Brechstange ihre Einnahmen erhöhen will/soll, einseitig bei den ihr ausgelieferten Fahrgästen, ab und zu noch marketingmäßig mit möglichst lauten Sonderangeboten Politik und Medien gefallen will, und gleichzeitig ihr Angebot zusammen streicht, während ihre eigenen Baustellen und Generalsanierungen den Betrieb lahm legen.
Das System müsste mal umgebaut werden. Planwirtschaft funktioniert nicht und nicht mal die Pläne der Bahn funktionieren ja.

Vorschläge:
1. Zugbindungen grundsätzlich aufheben. Wenigstens so lange die Bahn als System derartig unpünktlich ist.
2. Wieder ein System von Normalpreisen einführen, die oberen Flex-Wucherpreise sofort wegstreichen.
3. Mit allen "Normal"-Karten immer eine Reservierung gratis dazu geben.
4. Bei starker "schuldloser" Überfüllung, etwa nach ausgefallenen Zügen und dem nächsten dann mit Doppelbesetzung, verbindliche Regeln zur großzügigen Freigabe der 1. Klasse.
5. Taxi und Hotelgutscheine aufs Handy, bei abendlichem Verpassen oder Streichen der letzten Züge
6. Entschädigungen einfach sofort aufs Handy, auf Wunsch einfach an das Konto, das bezahlt hatte oder ein anderes gewünschtes.
7. Verkleinerung der 1. Klasse und Verkleinerung bzw. kompletter Umbau von übergroßen Fahrradabteilen, so dass diese -falls wieder mal leer- auch als Sitzabteil genutzt werden können.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 20:33.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 04.08.26 20:44

MD 612 schrieb:
Wie wäre es mit Berlin (betreffs Prignitz und Altmark) oder Nürnberg (betreffs Oberfranken)? Man kann natürlich auch eine Stelle annehmen, die nicht so gut bezahlt wird, wenn man die Differenz mit gesparten Reisekosten und gesparter Lebenszeit wieder reinholt. Andererseits geht es beim Fernpendeln regelmäßig auch um Pendlerstrecken zwischen Metropolen wie bspw. Leipzig - Berlin, Frankfurt/M. - Köln/Bonn, Hamburg - Düsseldorf oder München - Stuttgart. Im Regelfall absolut unnötig...
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.

Wie ja schon geschrieben, nicht alle suchen sich das aus, durch Standortverlagerungen verlängern sich manche Pendelstrecken stark. Und nicht jeder kann aus familiären Hintergründen hinterherziehen - und nicht jeder möchte sein Umfeld verlassen.
Nicht jeden Job und jede Branche gibt es in jeder Region - als Wissenschaftler muß man z.B. erstmal eine Uni finden, an der das eigene Fachgebiet vertreten ist und an der auch eine passende Stelle frei ist.

Diejenigen, die das Fernpendeln zu stark belastet, werden schon aus eigenem Antrieb versuchen, dann vielleicht doch einen Job näher an zuhause zu finden, der die eigenen Anforderungen erfüllt.

Viele andere haben sich aber auch daran gewöhnt und es ist einfach Teil des Lebens.
Wer nach festem Schema reist, weiß genau, wann die Sparpreise freigeschaltet werden, und bucht dann sofort den nächsten Monat oder länger zur günstigsten Sparpreisstufe - gerne auch mal 1. Klasse, weil der Unterschied dann gering ist. Falls mal eine Fahrt doch ausfällt, ist das immer noch günstiger, als später zu buchen.

Wer nur ganz kurzfristig planen kann, hat eine BC100 - bei 3x Flexpreis pro Monat dürfte die sich rechnen.

Und dazwischen gibt es die, die mittelfristig planen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten: auch die wissen, wie viel Vorlauf man auf der persönlichen Strecke braucht, um immer noch günstige Sparpreise zu bekommen - und welche Züge diese am häufigsten bieten. Logischerweise bekommt man nicht die günstigste Stufe, aber immer noch weit unter Flexpreis. Dank Homeoffice lassen sich auch Fahrten mal auf Donnerstag Abend oder Montag Abend schieben - das spart zusätzlich und bringt auch gleich die gewünschte Verlagerung von den vollen Freitagen und Sonntagen.

Den Tip, dann doch in eine näher gelegene Stadt zu ziehen - also z.B. Altmark-Berlin statt Altmark-Frankfurt halte ich für absolut praxisfremd. Nicht nur, weil man erstmal einen Job finden muß - mit allen Risiken, daß der sich als doch nicht so attraktiv herausstellt wie gedacht. Und nicht jeder fühlt sich in jeder Stadt wohl, da gibt es schon starke Unterschiede - und die sind nicht immer entfernungsabhängig.
Man muß auch wieder eine neue Wohnung suchen - das halte ich in keiner der von Dir aufgezählten Städte für einfach und schon gar nicht günstig.
Viele Fernpendler bauen sich auch an ihrem Arbeitsort ein persönliches Umfeld mit Freunden auf - das würde dann verloren gehen und man startet bei Null.
Und dank Sparpreisen oder BC100 muß eine längere Verbindung auch nicht zwingend teurer sein als eine kürzere.

Klar, die Hin- und Herfahrerei ist manchmal schon nervig - aber dabei kommt es nicht so sehr auf plus/minus eine oder zwei Stunden an. Wenn, dann wieder komplett zurück - ein Fernpendel-Ortswechsel ist dann halber Kram. Mit Job- und Wohnungssuche und dem Umzug geht auch viel Lebenszeit drauf, und es ist nicht garantiert, daß man dafür mehr Lebensfreude erhält. Es sei denn, am neuen Ort winkt der Traumjob - aber das ist eine ganz andere Entscheidungsbasis...

Viele Grüße
Björn / schienenbär42



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 20:47.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 20:48

LIW schrieb:
MD 612 schrieb:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln.
Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht. Und wenn man den Job ohnehin wechselt, muss es ja nun wirklich kein neuer in 200km und mehr Entfernung sein. Selbst wenn der neue Job vor Ort nicht so gut bezahlt wird wie der in 200km Entfernung, man spart sich Kosten für's Pendeln und gewinnt viel Lebenszeit für sich und die Familie. Insgesamt also ein Gewinn.

LIW schrieb:
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?
Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.

LIW schrieb:
Die Leute müssen pendeln, natürlich überwiegend an den Wochenenden, und die kassiert die Bahn dann doppelt ab, mit überhöhten Preisen und fehlenden Sonderangeboten.
Die Leute müssen gar nichts, siehe oben. Und von einer Aktiengesellschaft kann der Eigentümer erwarten, hohe Profite zu erwirtschaften. Unter anderem dadurch, die Gesetze des Marktes gnadenlos auszunutzen. Dann, wenn das Angebot knapp ist (volle Züge mit wenig freien Plätzen am Wochenende) steigt der Preis. Das ist Grundwissen aus der Schule, wenn man aufgepasst hat. Im Wirtshaus ist am Mittwoch Schnitzeltag für 9,99€, weil der Wirt Gäste anlocken will. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag ist die Bude ohnehin voll, da gibt es das Schnitzel für 17,90€. Machst Du da dasselbe Fass auf wie hier?

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 04.08.26 20:51

Die BC100 ist allerdings aberwitzig teuer gemacht worden. Etwa immer wieder doppelt so stark verteuert wie die anderen Bahnpreise. Die BC100 haben nur noch wenige. Und im Gegenzug liefert die Bahn auch nicht mehr das versprochene Produkt. Da werden immer wieder Hauptachsen des Verkehrs für Reparaturen lange still gelegt und der Kunde fährt Stunden länger.
Und das genaue Vorplanen und Vorabkaufen von Rabattpreisen kann man eben auch nicht mit jeder Art von Job machen. Wer um fünf den Hammer fallen lassen kann sicher. Wer im Service ist oder von anderen abhängt, kann das oft nicht. Die zu bestrafen ist auch verkehrt, weil sich die Bahnblase das nicht vorstellen kann in ihrem geregelten Trott.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 20:52.

Re: Vorbild Frankreich?

geschrieben von: Sir_Tobias

Datum: 04.08.26 20:51

Und die überbordende Bürokratie , die es braucht, um die Steuerbescheide bzgl. Einkommenssteuer pro fahrender Familie auszuwerten? Nein danke, Reisen im Fernverkehr darf gerne durch Angebot und Nachfrage geregelt werden. Vielleicht sorgt ja Italo demnächst für etwas mehr Wettbewerb.
LIW schrieb:
Die Staatsbahn DB hat einen Bedarf zu decken.
Wo kann man nachlesen, dass die Bahn das zwingend zu tun hat? Wenn die Bahn morgen auf bestimmten Strecken den Fernverkehr einstellt, dann ist das so, egal ob Bedarf besteht oder nicht. Die Zeit der Planwirtschaft ist vorbei, gewöhn Dich dran. Wer nach Marktwirtschaft schreit, bekommt Marktwirtschaft, auch im Bahnfernverkehr. Im Übrigen wirst Du es nicht erleben, dass Flixtrain, Italo und wie sie alle heißen mögen am Freitag Nachmittag nennenswert preiswerte Sonderangebote raushauen werden.

LIW schrieb:
Vorschläge: [...]
Und wer finanziert wie diese tollen Vorschläge?

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Das mit der Pflicht zur Vorausplanerei, wenn man überhaupt annähernd gleich günstig fahren will wie mit dem eigenen Pkw, ist in der Tat ein starkes Ärgernis. Andernorts ist die Bahn -- die ja ohnehin fährt (bzw. in Deutschland: fahren sollte) -- für spontane Mobilität zu gebrauchen, in Deutschland hingegen können das überspitzt ausgedrückt nur Besserverdiener. Das widerspricht ganz wesentlich und ziemlich diametral dem Grundgedanken der öffentlichen Daseinsvorsorge -- der zwar nicht gesetzt ist für den Fernverkehr, den ich aber ganz sicher da ansetzen würde. Anstatt dass die Bahn ihr Angebot an der Nachfrage ausrichtet, versucht sie seit Jahren, die Nachfrage am Angebot auszurichten. Das treibt befremdliche Blüten und senkt die Attraktivität massiv -- und augenscheinlich bringt es eben auch kein My mehr an Betriebs- und Plansicherheit, sonst wäre die DB Fernverkehr nicht so grottenschlecht in allen Zuverlässigkeitsbelangen.

Ich bin kein Fan eines Taktfahrplanes nach Schweizer Vorbild, weil der meines Erachtens in Deutschland ob der Bevölkerungsballungen sowie der Vielzahl der Schienenbewegungen nicht einmal annähernd durchführbar ist, ohne ihm ein dediziertes Netz zu widmen. Stattdessen würde ich eine höhere Flexibilität begrüßen. Eben keine Tickets mehr mit Zugbindung, von denen Neulinge oder Altbackene eben nicht erfahren, wann und ob sie aufgehoben ist, was für massiven Verdruss bei Umsteigewilligen sorgt. Eben keine Sitzplatzreservierungen, die dann bloß wieder hinfällig sind, weil andere Züge eingesetzt werden oder irgendwas sonst nicht klappt. Eben kein monetärer Anreiz bis Zwang zum monatelangen Termine-um-voraussichtlich-unhaltbare-Fahrprognosen-herum-Basteln, sondern ein Anreiz ans Unternehmen, gerade Nachfragespitzen betrieblich zu begegnen -- und nicht über Strafzahlungen. Und das ganze pseudo-marktwirtschaftliche Kalkül kann mir bei der DB gestohlen bleiben. Klar muss es eine Aufsicht geben, die effektiv gegen Verschwendung und tumbe Wasserköpfe wirkt, aber ich verstehe die Leistungen der DB bzw. vergleichbarer Erbringer als unbedingt gebotenen, hoheitlich notwendigen Dienst an der Gesellschaft. Und damit eben als untilgbares und unverzichtbares Gut, das erst die grundgesetzlich garantierte Freizügigkeit in der Reichweite vor allem unterprivilegierter Bevölkerungsteile sicherstellt. Und genau hier kann es nicht sein, dass nach sozioökonomischen Kriterien Vermögendere bei der Möglichkeit zur Freizügigkeit bevorzugt werden, indem sie die begehrteren, unter Umständen gar absolut sinnvolleren, Slots eher wahrnehmen können. Überspitzt gesagt: Wenn die Ärmsten der Gesellschaft nur von München nach Hamburg reisen können, indem sie sich am Zielort noch teuer eine Unterkunft für die Restnacht besorgen müssen, ist das schwer vermittelbar. Aus diesem Grund -- und ein paar anderen -- finde ich das Prinzip »gleiche Kosten für gleiche Leistung« das Minimalprinzip, nach dem ein staatlich getragener Fernverkehr überhaupt agieren sollte. Wenn es also tagsüber mehr Disponenten oder Fdl braucht, weil mehr los ist, oder wenn am Wochenende Zulagen ans Personal fällig sind, dann darf sich das gerne in Preisunterschieden niederschlagen. Das ist verständlich. Aber eine arbiträre, nichtdurchschaubare und teilweise kaum nachvollziehbare Preisgestaltung verbietet sich.

Ebenfalls bin ich kein Fan von Kundenbindungs- und Bonusprogrammen wie einer BahnCard (mit Ausnahme der BC100, die wesentlich anders geartet ist). Warum soll ein Quasi-Staatskonzern und De-facto-Monopolist bitte ein solches Programm auflegen? Unterm Strich ist das bloß ein komplett unnötiger Posten von Mehrausgaben, ohne jeglichen Nutzen. Auch hier ist die Wirkung auf potentielle Umsteiger eine abschreckende, wenn es erst konkurrenzfähig wird, so man ein Abo abschließt, um dann später einen Klotz am Bein zu haben.

Warum ist die Deutsche Bahn heute der Inbegriff von Unflexibilität -- wo doch der Sinn von Eisenbahnverkehr genau das Gegenteil ist, das spontane Mitfahrenkönnen, weil der Service -- im Gegensatz zu fast allen anderen Verkehrsmitteln -- ja ohnehin planmäßig existiert?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 21:00.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 21:06

schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Ist meine Meinung, und ich habe sie begründet. Ob Das jemand seltsam findet, spielt dabei keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Wie ja schon geschrieben, nicht alle suchen sich das aus, durch Standortverlagerungen verlängern sich manche Pendelstrecken stark.
Doch, sie suchen sich das aus. Siehe meine Antwort an @LIW .

schienenbär42 schrieb:
Viele andere haben sich aber auch daran gewöhnt und es ist einfach Teil des Lebens.
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten. Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
r125 schrieb:
Mein Argument ist der Zeitpunkt zu dem man sich entscheiden muss, nicht die absolute Höhe des Preises. Da finde ich so manche Supersparpreise auch viel zu billig.
Kurzfassung (auch zu Deinem gesamten übrigen Beitrag, den ich sehr wohl gelesen habe und über so manche inhärenten Widersprüche mal hinweggehe):

Es geht nicht nach Zeitpunkt, sondern nach Verfügbarkeit. Für jede Verbindung ist ein bestimmtes Kontingent an Spar- und Super-Sparpreisen hinterlegt. Und das wird so lange verkauft, bis es eben aufgebraucht ist.
Völlig normales Vorgehen für jede Art von Billigangeboten. Die Sonderpreis-Croissants einer Bäckerei werden auch nicht nachgebacken, wenn sie ausverkauft sind.

Übrigens: Wenn die Höhe des Preises kein Problem ist, was hindert Dich dann daran, kurzfristig noch eine Fahrkarte für den vollen Freitag nachmittag zu kaufen? Es geht immer. Nur eben nicht mehr billig.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: def

Datum: 04.08.26 21:41

MD 612 schrieb:
schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Ist meine Meinung, und ich habe sie begründet. Ob Das jemand seltsam findet, spielt dabei keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Wie ja schon geschrieben, nicht alle suchen sich das aus, durch Standortverlagerungen verlängern sich manche Pendelstrecken stark.
Doch, sie suchen sich das aus. Siehe meine Antwort an @LIW .

schienenbär42 schrieb:
Viele andere haben sich aber auch daran gewöhnt und es ist einfach Teil des Lebens.
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten. Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.
Bei 83 Millionen Menschen gibt es sicher beides und vieles dazwischen. Entscheidender als die müßige Frage, ob jemand freiwillig oder nicht fernpendelt, finde ich den Hinweis, dass der Staat und staatliche Organisationen nun auch nicht jeden Fall abfedern können. Fernpendler:innen dürften jedenfalls einiges verdienen, sonst würden sie nicht fernpendeln. Wenn man diese Diskussion verfolgt, hat man ja den Eindruck, es handele sich um Menschen knapp über dem Existenzminimum.

Nebenbei sollte auch nach der Pendelfrequenz differenziert werden: Tagespendler:innen dürften eher Zeitkarten haben und sind insofern für diese Debatte nebensächlich. Davon abgesehen werden die durch die Pendlerpauschale gefördert. Wochenendpendler:innen können ja durchaus im Voraus planen und zusätzlich die paar Euro mehr bezahlen, um stornieren zu können, falls doch mal etwas dazwischen kommt.
kariadsko schrieb:
Es geht nicht nach Zeitpunkt, sondern nach Verfügbarkeit. Für jede Verbindung ist ein bestimmtes Kontingent an Spar- und Super-Sparpreisen hinterlegt. Und das wird so lange verkauft, bis es eben aufgebraucht ist.
Wer das Prinzip verstanden hat, kann das System übrigens recht leicht überlisten. Sind für die Strecke A - B keine Sparpreise mehr verfügbar, schaut man eben für C - A - B oder A - B - D und fährt doch nur von A nach B...

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 04.08.26 22:09

Selten so einen weltfremden Quatsch gelesen.

MD 612 schrieb:
LIW schrieb:
MD 612 schrieb:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln.
Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht. Und wenn man den Job ohnehin wechselt, muss es ja nun wirklich kein neuer in 200km und mehr Entfernung sein. Selbst wenn der neue Job vor Ort nicht so gut bezahlt wird wie der in 200km Entfernung, man spart sich Kosten für's Pendeln und gewinnt viel Lebenszeit für sich und die Familie. Insgesamt also ein Gewinn.
Man wechselt einfach mal so den Job? Oder hat keineLust auf Mitziehen und verzichtet auf den Lohn. Ah ja.
Es gibt in gewissen Bereichen Einstellungsstopps und Stellen werden nicht nur nicht nachbesetzt sondern ganz gestrichen. Und man denke jetzt mal an die Autoindustrie, z. B. VW. Da geht jemand von Zwickau dann einfach nach Zuffenhausen. Findet sofort eine Wohnung (! auf dem Preisniveau von Zwickau). Doof nur, dass Porsche die Leute selber los werden- und keine neuen haben will. Im Motorenwerk Bad Cannstatt mit dem Stern genauso.
Und dann der Witz mit "anderem Job suchen". Das mache mit 61 mal.
Klappt wahrscheinlich nur bei dir und die vielen anderen sind einfach zu doof. Selber schuld. Und alle, die eine bezahlbare Wohnung suchen und sie auch mit sehr gutem Einkommen gar nicht finden sind auch zu doof.
Zitat:
LIW schrieb:
Zitat:
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?
Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.
Du hast überhaupt keine Ahnung! Suche dir mal in Berlin eine Mietwohnung. Oder in anderen Großstädten. Wenn man unwahrscheinlich eine findet, ist die garantiert teurer als die alte Wohnung. Das gilt auch für MA und HD (und gerade für HD). Man oh man.

Aber jetzt kommt wahrscheinlich wieder dein Argument "konstruierter Einzelfall". Wohnungsnot in Großstädten (und nicht nur da) und Jobangst und Verlust sind bei weitem in der momentanen Zeit keinerlei "Einzelfall". Stichwort z. B. VW. Einst ein Arbeitgeber fast wie eine Behörde. Jetzt nicht mehr.
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?

... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: Reimar Brönstrup

Datum: 04.08.26 22:21

... ihr wisst schon ...
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Jetzt kann ich endlich aich mal diesen Bild aus 2020 hier ver'markten'.
Viele Grüße
R.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 04.08.26 22:36

MD 612 schrieb:
Zitat:
schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Du scheinst das Glück zu haben, einen wohnortnahen, sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Die Welt der Fernpendler scheint Dir eher fremd zu sein - daher wollte ich nur mal ein paar Erfahrungen daraus berichten. Wie Du das findest, bleibt Dir überlassen.

MD 612 schrieb:
Zitat:
LIW schrieb:
MD 612 schrieb:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht
Klar, die Entscheidung trifft jeder selbst. Aber es ist eine aufgedrückte Entscheidung - und jede Option hat möglicherweise etliche Nachteile. Da wählt man eher das kleinste Übel.
Etwas anderes ist es, wenn ich mich aus freien Stücken zum Jobwechsel entscheide, so lange Bewerbungen schreibe und erst meinen sicheren Job kündige, wenn ich etwas passendes neues gefunden habe.
Ganz so einfach ist der Jobwechsel in vielen Branchen nicht, erst recht nicht, je älter man ist.

Es geht auch nicht immer nur um die Bezahlung. Ein schlechter bezahlter Job bedeutet meist auch weniger Verantwortung - kann für die einen eine willkommene Entlastung sein, für andere aber auch eine Unterforderung, die auf Dauer nicht glücklich macht.

MD 612 schrieb:
Zitat:
LIW schrieb:Zitat:
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?
Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.
Ich kenne eher die Tendenz, Außenstellen in kleineren Orten aufzulösen und und die Jobs im Hauptquartier zu bündeln... Aber ja, es gibt auch Fälle, wo der Job aus der Großstadt in die Provinz verlagert wird. Und dabei kenne ich Leute, die in solchen Fällen lieber in der Großstadt wohnen bleiben, als aufs Land zu ziehen (ja klar, eigene Entscheidung!) - dabei spielt es keine Rolle, daß sie dort weniger Miete zahlen müßten. Das ist oft nicht so eine rein mathematische Entscheidung, wie Du das darstellst - eher im Gegenteil!
Bei Wohneigentum sieht das sowieso noch mal anders aus.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten.
Für die Bahn sind Fernpendler eine wichtige Kundengruppe, die recht regelmäßig und vorhersehbar unterwegs ist. Ich würde es nicht "Extrawurst" nennen, aber sie kann es sich nicht leisten, diese zu verprellen - das würde einen ziemlichen Einbruch der Fahrgastzahlen bedeuten.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.
Ich lese nirgends die Erwartung, daß andere die Last abnehmen sollen.

def schrieb:
Zitat:
Bei 83 Millionen Menschen gibt es sicher beides und vieles dazwischen. Entscheidender als die müßige Frage, ob jemand freiwillig oder nicht fernpendelt, finde ich den Hinweis, dass der Staat und staatliche Organisationen nun auch nicht jeden Fall abfedern können. Fernpendler:innen dürften jedenfalls einiges verdienen, sonst würden sie nicht fernpendeln. Wenn man diese Diskussion verfolgt, hat man ja den Eindruck, es handele sich um Menschen knapp über dem Existenzminimum.
Klar gibt es alle Gruppen!
Der Eindruck ist wohl irgendwie falsch rübergekommen. Für jemand, der mit der Bahn fernpendelt, sind die Kosten nun mal ein großer monatlicher Ausgabeposten - und wenn man den mit Sparpreisen klein halten kann, macht man das.
Ansonsten - ja logisch sind es weniger die niedrigen Gehaltsgruppen, die fernpendeln, sondern die besser bezahlten Jobs. Und natürlich rechnet man da auch schon die Miete für die zweite Wohnung und die Kosten der Fahrerei mit, wenn man sich für den Job entscheidet.

Viele Grüße
Björn / schienenbär42

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 04.08.26 22:42

Selbstverständlich ist es genau das.

Und es gibt hier offensichtlich so manche, die dieses Prinzip entweder nicht verstanden haben oder genau dann ablehnen, wenn es gelegentlich mal zu ihren Ungunsten ausfällt. Wie die regelmäßigen Wutausbrüche, wenn pünktlich zu Ferienbeginn die Benzinpreise steigen (womit die Mineralölkonzerne haargenau demselben Prinzip folgen).

Witzig, wenn teilweise dieselben Foristen, die sonst gegen alles "Linksgrünversiffte!!!einself!!" wettern, da plötzlich sozialistische Anwandlungen zeigen...

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 23:14

Stammstrecke 4 schrieb:
Man wechselt einfach mal so den Job?
Herzlich willkommen in der Realität. Es scheint manchem gar nicht bewusst zu sein, wie oft gerade Gutverdienende (was Fernpendler regelmäßig sind) ihren Job wechseln, oft sogar freiwillig. Man sucht eine neue Herausforderung, neue Aufgaben, so der oft in solchen Fällen genannte Grund.

Stammstrecke 4 schrieb:
Oder hat keineLust auf Mitziehen und verzichtet auf den Lohn.
Was nützt es fernzupendeln, wenn man 500 Euro und mehr im Monat für's Pendeln ausgibt und noch dazu eine zweistellige Zahl an Stunden in der Woche für's Pendeln draufgehen. Von den Kosten einer Zweitwohnung am Arbeitsort und der Abwesenheit von der Familie über drei vier fünf Tage / Woche ganz zu schweigen. Da kann man auch für 500 Euro weniger wohnortnah arbeiten und hat noch dazu mehr vom Leben.

Stammstrecke 4 schrieb:
Da geht jemand von Zwickau dann einfach nach Zuffenhausen.
Vielleicht geht er ja zu BMW nach Leipzig oder zur Länderbahn nach Neumark? Beides könnte zukunftssicherer sein.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und dann der Witz mit "anderem Job suchen". Das mache mit 61 mal.
Auch wenn Du es nicht lesen möchtest, die berühmten Einzelfälle. Gute Unternehmen lassen sich für solche Leute etwas einfallen, damit die gut abgesichert in den Ruhestand wechseln können.

Stammstrecke 4 schrieb:
Du hast überhaupt keine Ahnung!
Gut gebrüllt Löwe, wahrscheinlich weil die eigenen Argumente schwach sind.

Stammstrecke 4 schrieb:
Suche dir mal in Berlin eine Mietwohnung.
Es war davon die Rede, von Berlin nach Leipzig zu ziehen, nicht umgedreht. In Leipzig gibt es auch gute Jobs.

Stammstrecke 4 schrieb:
Wenn man unwahrscheinlich eine findet, ist die garantiert teurer als die alte Wohnung.
Garantiert ist die neue Wohnung nicht zwangsläufig teurer als die bisherige. Es geht auch andersrum. Praktische Beispiele gibt es genügend.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?
Im Regelfall nur im Rahmen normaler Altersabgänge oder sonstiger Fluktation, zum Beisiel weil die Leute einen neuen Job am Wohnort (und nicht 200km davon entfernt) suchen und finden und dafür bei der Bahn noch eine Abfindung mitnehmen.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 23:26

schienenbär42 schrieb:
Du scheinst das Glück zu haben, einen wohnortnahen, sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Das spielt hier in der Diskussion keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Die Welt der Fernpendler scheint Dir eher fremd zu sein
Nein, das ist es nicht.

schienenbär42 schrieb:
Klar, die Entscheidung trifft jeder selbst. Aber es ist eine aufgedrückte Entscheidung
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.

schienenbär42 schrieb:
kann für die einen eine willkommene Entlastung sein, für andere aber auch eine Unterforderung, die auf Dauer nicht glücklich macht.
Dann ist es immer noch eine Entscheidung, die nicht aufgedrückt ist. Wenn man beim Fernpendeln glücklich ist, dann soll es so sein. Um auf den Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges zurück zu kommen, man muss dann eben auch die Konsequenz aus dieser Entscheidung tragen und kann nicht von der Bahn verlangen, dass die einen am Freitag Nachmittag zu Billigpreisen im vollen Zug mitnimmt.

schienenbär42 schrieb:
Und dabei kenne ich Leute, die in solchen Fällen lieber in der Großstadt wohnen bleiben, als aufs Land zu ziehen (ja klar, eigene Entscheidung!) - dabei spielt es keine Rolle, daß sie dort weniger Miete zahlen müßten.
Auch keine aufgedrückte Entscheidung.

schienenbär42 schrieb:
Für die Bahn sind Fernpendler eine wichtige Kundengruppe, die recht regelmäßig und vorhersehbar unterwegs ist. Ich würde es nicht "Extrawurst" nennen, aber sie kann es sich nicht leisten, diese zu verprellen
Tut sie doch nicht. Die Züge sind am Freitag (oder inzwischen eher schon am Donnerstag, dem neuen Freitag) voll wie nie, trotz der Preise. Also macht die Bahn alles richtig.

schienenbär42 schrieb:
Ich lese nirgends die Erwartung, daß andere die Last abnehmen sollen.
Lies die Beiträge von @LIW, die der Ausgangspunkt des hiesigen Diskussionsstranges waren.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 05.08.26 00:37

MD 612 schrieb:
Zitat:
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung.
Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!

Der Jobwechsel und Wohnungswechsel klingt bei Dir so einfach wie eine Hotelbuchung. Immer sind genug Optionen vorhanden - bei Wohnung und Job, immer, an jedem gewünschten Ort. Man hat nur die Qual der Wahl.
Das entspricht leider absolut nicht der Realität, die ich kenne.
MD 612 schrieb:
, man muss dann eben auch die Konsequenz aus dieser Entscheidung tragen und kann nicht von der Bahn verlangen, dass die einen am Freitag Nachmittag zu Billigpreisen im vollen Zug mitnimmt.

Das verlange ich auch überhaupt nicht! Wenn Du aufmerksam liest, wirst Du die Bewältigungsstrategien dazu finden. Regelmäßige Fahrer wissen, wie sie an günstige Preise kommen - wer nur selten fährt, hat weniger Erfahrung. Der ist aber oft auch weniger preissensibel.

Mal nebenbei bemerkt: vielen Fernpendlern ist der Bahnpreis sowieso egal, da sie mit dem Auto pendeln...

Viele Grüße
Björn / schienenbär42

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: Riedgras

Datum: 05.08.26 07:11

kariadsko schrieb:
Selbstverständlich ist es genau das.

Und es gibt hier offensichtlich so manche, die dieses Prinzip entweder nicht verstanden haben oder genau dann ablehnen, wenn es gelegentlich mal zu ihren Ungunsten ausfällt. Wie die regelmäßigen Wutausbrüche, wenn pünktlich zu Ferienbeginn die Benzinpreise steigen (womit die Mineralölkonzerne haargenau demselben Prinzip folgen).

Witzig, wenn teilweise dieselben Foristen, die sonst gegen alles "Linksgrünversiffte!!!einself!!" wettern, da plötzlich sozialistische Anwandlungen zeigen...
Das gilt aber nur solange alle Marktteilnehmer gleichwertig sind. Gibt es nur wenige Anbieter ist es ein Oligopol. Gibt es real nur einen Anbieter ist es sogar ein Monopol, und damit kein Markt mehr.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: 708axqc

Datum: 05.08.26 08:00

schienenbär42 schrieb:
MD 612 schrieb:
Zitat:
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung.
Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!
Der Arbeitnehmer kann sich aber entscheiden, am Heimatort eine andere Stelle zu suchen. Oder ganz woanders, bei einem neuen Arbeitgeber. Für die allermeisten normal bis niedrig verdienenden Menschen ohne ganz besondere Qualifizierung gibt es keinen Grund, dem AG treu zu folgen. So wie der Arbeitnehmer aus Sicht des Arbeitgebers völlig austauschbar ist, sollte man auch den Arbeitgeber als beliebig austauschbar betrachten.

Die meisten Fernpendler sind sehr hoch qualifizierte Personen, deren Spezialisierung (und hohes Gehalt) sie bei der Wahl des Arbeitgebers und des Standorts stark einschränkt. Ein Arbeiter am VW-Band in Zwickau hingegen kann sich ebenso an eine andere Produktionslinie einer anderen Firma stellen.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: 708axqc

Datum: 05.08.26 08:05

Stammstrecke 4 schrieb:
Stichwort z. B. VW. Einst ein Arbeitgeber fast wie eine Behörde. Jetzt nicht mehr.
Die Ähnlichkeit zu mancher Behörde könnte eventuell mit den wirtschaftlichen Problemen im Zusammenhang stehen ...

Stammstrecke 4 schrieb:
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?
Muss die DB nicht auch Stellen abbauen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Um den Bedarf an staatlichen Zuschüssen zu reduzieren? Immerhin soll bald ein neuer Konkurrent auf den Strecken erscheinen.

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 05.08.26 08:15

Riedgras schrieb:
Das gilt aber nur solange alle Marktteilnehmer gleichwertig sind. Gibt es nur wenige Anbieter ist es ein Oligopol. Gibt es real nur einen Anbieter ist es sogar ein Monopol, und damit kein Markt mehr.
Nein, das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt auch für Monopole. Dann ist die Frage "was kaufen" eben reduziert auf "kaufen oder nicht".

Und übrigens: Auch wo auf der Schiene nur ein Anbieter fährt, steht der sehr wohl in Konkurrenz zu anderen Marktteilnehmern, insbesondere dem Auto. Der Kunde will nämlich nicht speziell Bahn fahren, sondern er will von A nach B.
Grundsätzlich ja, zwischen Wien und Brno zum Beispiel beginnen die Sparpreise tatsächlich ab so 7€. Man kann mit der Zeit die Preisspanne abschätzen, mit der man kalkulieren kann. In meinem Fall hat sich damals auch eine VorteilsCard (also ähnlich wie BahnCard 50) gelohnt. Es ist nicht unmöglich, mit variablen Preisen zu kalkulieren.

Wenn man oft genug pendelt, lohnen sich dann ja auch die Streckenzeitkarten bzw. die BahnCard 100 (letztere ja auch, wenn man auch mal mit der Bahn einen Ausflug/Urlaub plant).

Also ich habe so ziemlich alle Geschmacksrichtungen an Pendeln durchgespielt. Dass man nun hin und wieder je nach Relation und Tag/Uhrzeit noch günstigere Sparpreise kriegt, ist doch kein Nachteil, wie ich finde. Ist ja nicht so, als ob man nicht sowieso im Leben mit Unabwägbarkeiten kalkulieren muss. Absolute Sicherheit kriegt man ja eh nirgends. Außer, dass man irgendwann mal nicht mehr im Diesseits verweilt.

Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.
In wie fern ist das normal Arbeits- und Wohnort so schlecht aufeinander abzustimmen, dass man fernpendeln muss?

Und weißt du was bei Erfüllung deiner Forderung passieren würde? Die abnormalem Fahrgäste, die 14 Tage oder mehr im Voraus buchen können, haben keinen Grund mehr auf unattraktivere Tage oder Randzeiten auszuweichen und buchen sich genau zu den Zeiten Sitzplätze zu denen die normalen Fahrgäste fahren wollen. Die können dann im besten Fall stehen, im schlimmsten Fall kommen sie gar nicht mehr mit, oder es werden noch mehr Züge geräumt. Das ist dann aber ein echter Gewinn. Und bevor der Hinweis kommt, nein, man kann nicht einfach am Freitagnachmittag doppelt so viele ICE fahren.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 16:28

schienenbär42 schrieb:
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung. Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!
Aufgedrückt wird einem allenfalls die Tatsache, dass man selbst eine Entscheidung zwischen Mitziehen, Fernpendeln oder Jobwechsel fällen muss. Das Ergebnis dieser Entscheidung wird niemandem aufgedrückt. Das ist das Entscheidende hier in der Diskussion. Wie Du selbst schreibst, man hat die Wahl.

schienenbär42 schrieb:
Der Jobwechsel und Wohnungswechsel klingt bei Dir so einfach wie eine Hotelbuchung. Immer sind genug Optionen vorhanden - bei Wohnung und Job, immer, an jedem gewünschten Ort.
Immer vielleicht nicht, aber in den meisten Fällen. Schaut Euch doch mal auf dem Arbeitsmarkt um. Gerade für Gutverdienende mit hohem Qualifikationsniveau gibt es durchaus eine Auswahl guter Jobs, trotz Wirtschaftskrise.

schienenbär42 schrieb:
Das verlange ich auch überhaupt nicht!
Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass dieses Verlangen nicht von Dir kommt. Aber es war der Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges.

schienenbär42 schrieb:
Mal nebenbei bemerkt: vielen Fernpendlern ist der Bahnpreis sowieso egal, da sie mit dem Auto pendeln...
Was das Pendeln aber nicht unbedingt günstiger macht, gerade in jetzigen Zeiten von Spritpreisen weit jenseits der Zwei-Euro-Schallmauer.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
MrEnglish schrieb:
In wie fern ist das normal Arbeits- und Wohnort so schlecht aufeinander abzustimmen, dass man fernpendeln muss?

Es gibt einfach Situationen, in denen es temporär oder längerfristig so ist, daß man längere Strecken pendelt. Das kann bspw. passieren, wenn Verwandte pflegebedürftig werden.

Bei mir ist es z.B. so, daß ich die unbefristete Stelle in Deutschland habe, aber Frau, Kind und Schwiegereltern in Wien leben. U.a. muß sich meine Frau auch um ihre Oma kümmern. Da ist es dann faktisch so, daß ich eben bei Bedarf ins Büro fahre und damit fernpendele (nein, nicht wöchentlich, sondern etwa zweimal im Monat).
Ich mache das mit einem KlimaTicket in Österreich und einer BC50 in Deutschland; die ca. 80€ für Passau oder Salzburg nach Frankfurt sind m.E. kein „Wucher“ oder sonstwas, sondern ziemlich angemessen.
(ich gebe hier aber zu, daß ich momentan auch teilweise fliege, wenn das Angebot günstig ist; einfach, weil es zuverlässiger ist als ÖBB oder DB in den letzten Monaten; der Zug ist mir alleine schon deshalb lieber, weil ich besser arbeiten kann)

Mit dem Auto würde nur die Strecke Passau–Büro (ca. 450km einfach, 2 Reisen im Monat) lt. ADAC mit ca. 0,43€/km an Autokosten (Wertverlust, Versicherung, Werkstatt und Betriebskosten) anzusetzen sein, also 193,50€ an echten Kosten. Oder anders: 40mal diese Strecke mit dem Auto – also nach 10 Monaten, wenn man zweimal im Monat fährt – und die BC100F ist genauso bezahlt.

Und da kommt dann zustande, warum die Bahnpreise als teuer empfunden werden: Viele rechnen halt selbst bei solchen Strecken nur den Spritverbrauch, aber nicht, daß sie auch häufiger Wartung brauchen, mehr Reifen und irgendwann ein neues Auto. Wir hatten das ja schon einmal hier bei DSO, wo mich jemand fragte, ob die BahnCard 100 umsonst sei. Nein, ist sie nicht; das Auto aber eben auch nicht, das muß man nämlich auch bezahlen. Und wenn man im Jahr 25.000km abspult, hält das Ding auch keine 25 Jahre.

Daher habe ich mit dem Flexpreis keine Probleme, freue mich aber natürlich, wenn manchmal ein Sparpreis abfällt.

Ich würde also sagen: ja, es gibt manchmal Gründe, fernzupendeln und es ist nicht immer einfach damit getan, „mal eben den Arbeitgeber zu wechseln” (zumal man ja nicht nur selbst wollen muß, sondern man muß auch eine Stelle bekommen); aber für oder gegen Sparpreise etc. sind Fernpendler m.E. kein Argument, da der Flexpreis mit BC50, wenn man ehrlich rechnet, durchaus konkurrenzfähig ist zu den Kosten eines Autos.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 05.08.26 16:43

MD 612 schrieb:

schienenbär42 schrieb:
Der Jobwechsel und Wohnungswechsel klingt bei Dir so einfach wie eine Hotelbuchung. Immer sind genug Optionen vorhanden - bei Wohnung und Job, immer, an jedem gewünschten Ort.
Immer vielleicht nicht, aber in den meisten Fällen. Schaut Euch doch mal auf dem Arbeitsmarkt um. Gerade für Gutverdienende mit hohem Qualifikationsniveau gibt es durchaus eine Auswahl guter Jobs, trotz Wirtschaftskrise.

Ich bleibe aber dabei, daß Du es Dir hier zu einfach machst. Du ignorierst verschiedene Familiensituationen (vgl. mein anderer Post, z.B. Pflege) und gehst eben davon aus das oft (lt. Dir „in den meisten Fällen“) ein naher Job verfügbar ist.

Und das ist nicht so einfach, sorry. Wenn Autobauer ganze Werke schließen, dann sollte das doch kein Problem sein, oder? Aber warum wird dann so laut gejammert, wenn das mal im Raum steht? Die Leute können doch einfach quasi auf der anderen Straßenseite (←absichtlich übertrieben) arbeiten gehen…?
Nein, natürlich nicht. Es gibt eben nicht all Jobs überall.

Wenn man bereit ist, zu wechseln, muß man nämlich auch einen neuen Job bekommen. Die wenigsten Firmen stellen aber einfach alle ein, die anfragen; nein, die machen Auswahlverfahren. Heißt: es bekommt eben nicht unbedingt jeder, der was sucht, „auf der anderen Straßenseite“ einen Job.
Und dann? Arbeitslos, weil man sonst fernpendeln müßte? Berücksichtige bei Deiner Antwort, daß 1,25 Stunden Pendelweg pro Richtung (genauer: insgesamt 2,5h) in der Regel als zumutbar gelten.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 17:33

HSB Tw 44 schrieb:
Ich bleibe aber dabei, daß Du es Dir hier zu einfach machst.
Nein mache ich nicht, und Du musst mir auch nicht die Welt des Jobwechsels erklären. Auch bestimmte Familiensituationen führen nicht zum Zwang des Fernpendelns. Auch Werksschließungen nicht. Man hat die Wahl, bei der Familie zu wohnen und fernzupendeln, mit der Familie umzuziehen oder den Job zu wechseln. Und Werksschließungen führen gleich gar nicht zum Zwang, dem Arbeitsplatz hinterherzuziehen. Wenn das Werk zu ist, ist der Arbeitsplatz weg, nicht anderswo. Auch da gibt es keinen Zwang fernzupendeln, auch nicht für einen neuen Job. Auch da kann man umziehen. Alles die eigene Entscheidung und alles kein Grund (um wieder zum Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges zu kommen), dass man am Freitag Nachmittag mit einem Billigangebot im vollen Fernzug sitzen kann. Die Bahn ist die allerletzte Institution, die etwas für die jeweilige Situation kann.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 05.08.26 17:40

Sorry, du hast von den Dingen die schreibst anscheinend echt nicht wirklich Ahnung.

MD 612 schrieb:
Stammstrecke 4 schrieb:
Man wechselt einfach mal so den Job?
Herzlich willkommen in der Realität. Es scheint manchem gar nicht bewusst zu sein, wie oft gerade Gutverdienende (was Fernpendler regelmäßig sind) ihren Job wechseln, oft sogar freiwillig. Man sucht eine neue Herausforderung, neue Aufgaben, so der oft in solchen Fällen genannte Grund.
Gibt es da eine verlässliche Studie die diese Aussage belegt? Und auch für Besserverdienende (so hat es mal die FDP genannt, für die sie zuständig sein wollte) wachsen in Zeiten der wirtschaftlichen Beeinträchtigung die verfügbaren Jobs nicht gerade ins unermessliche. Einstige Primusse schwächeln bekanntlich. Und Gutverdienende haben oft auch Eigentum, dass man auch nicht so locker wechseln kann und Familie, die auch einen Job haben. Oder ältere Angehörige usw. Und der muss jetzt nicht immer der gutverdienende sein.
Dass dem Arbeitgeber ganz einfach "hinterreisen" mag es geben, die Mehrheit wird es nicht sein.

Zitat:
Was nützt es fernzupendeln, wenn man 500 Euro und mehr im Monat für's Pendeln ausgibt und noch dazu eine zweistellige Zahl an Stunden in der Woche für's Pendeln draufgehen. Von den Kosten einer Zweitwohnung am Arbeitsort und der Abwesenheit von der Familie über drei vier fünf Tage / Woche ganz zu schweigen. Da kann man auch für 500 Euro weniger wohnortnah arbeiten und hat noch dazu mehr vom Leben.
An dir scheint gänzlich vorbeigegangen zu sein, dass es in manchen Bereichen Homeofficemöglichkeiten gibt und nicht jeden Tag "ferngependelt" werden muss. Es ist je nach Möglichkeit auch möglich in Berlin (oder für dich Leipzig) oder sonst irgendeinem Ballungsraum zu arbeiten und recht weit weg zu wohnen. Nebenbei stärkt das z. B. auch die Wirtschaft wie Bäcker, Läden etc. auch vor Ort, wenn nicht alle in die Großstädte ziehen, weil es manche Jobs eben oft nur da gibt.

Oder auch der andere Fall: Unternehmen siedelt in die Provinz und der Großstädter bleibt dort aus den gleichen Gründen zzgl. ggf. größeres Feizeit-und Kulturangebot.

Gut, als Tf ist Homeoffice schlecht möglich, daher scheint dir das nicht so geläufig zu sein.

Und ein mir bekannter nicht konstruierter Einzelfall lautet:
Präsenzpflicht 2 x im Büro. Anreise früh morgens, Übernachtung 1 x Hotel (immer das gleiche) und Rückfahrt nach Feierabend am 2. Tag nach hause. Vorteil trotz der Kosten für Fahrt und eine Übernachtung, die "gewohnte Umgebung", Kinder bleiben in der Schule usw. Und das Wohnen (hier tatsächlich Eigenheim) ist auch billiger. Und dann gibt es auch mal Wochen ohne Präsenzanwesenheit.
Und es gibt auch Modelle, bei denen welche öfter im Homeoffice sind. Die sind aber gefühlt etwas abnehmend.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Vielleicht geht er ja zu BMW nach Leipzig oder zur Länderbahn nach Neumark? Beides könnte zukunftssicherer sein.
Sucht BMW ganze Kohorten am Standort Leipzig. Wäre mir neu. Und wenn VW in Emden oder so was dicht macht, ist im Raum Leipzig klar auch billiger zu wohnen. Und erst mal was zu finden.

MD 612 schrieb:

Zitat:
Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Und dann der Witz mit "anderem Job suchen". Das mache mit 61 mal.
Auch wenn Du es nicht lesen möchtest, die berühmten Einzelfälle. Gute Unternehmen lassen sich für solche Leute etwas einfallen, damit die gut abgesichert in den Ruhestand wechseln können.
Du solltest mal irgendwo lesen, dass es aktuell gerade eine Debatte über die abschlagfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gibt... Und die geht quer durch CDU und SPD.

Und wenn ein guter Betrieb einfach dicht machen muss und der Insolvenzverwalter auch nichts groß holen kann, dann ist es auch nicht so weit her, dass der einstiger gute Arbeitgeber seine ehmaligen Schutzbefohlenen gut absichern kann. Und dann finde mal -ist für dich aber Einzelfall bzw. gar konstruiertes Einzelschicksal (ein neuer Begriff für deine plumpen Antworttextbausteine)- als Arbeitnehmer mit 61 (oder 58 oder 64, 65...) so ganz locker einen Arbeitsplatz. Nicht alle sind Triebfahrzeugführer.
Da sieht die Realität deutlich anders aus.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Es war davon die Rede, von Berlin nach Leipzig zu ziehen, nicht umgedreht. In Leipzig gibt es auch gute Jobs.

Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Wenn man unwahrscheinlich eine findet, ist die garantiert teurer als die alte Wohnung.
Garantiert ist die neue Wohnung nicht zwangsläufig teurer als die bisherige. Es geht auch andersrum. Praktische Beispiele gibt es genügend.
Also in Leipzig sind die Wohnpreise tatsächlich etwas günstiger als in Berlin. Doch auch da findet man nicht locker schnell eine Miet- oder Eigentumswohnung oder gar Haus willst du uns hier weißmachen.

Wie hier erwähnt, siedeln sich große Player durchaus gerne in Großstädten wie München oder Berlin an. Nicht nur in Leipzig mit Wegzug aus Berlin.

Aber ich warte auf die Antwort "alles konstruierte Einzelfälle" fernab der Realität, von der du zumindest beim Wohnungs- und Arbeitsmarkt heutzutage nicht auf dem neuesten Stand zu sein scheinst.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 17:44.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: bahamas

Datum: 05.08.26 18:53

MD 612 schrieb:
LIW schrieb:
Die Leute müssen pendeln, natürlich überwiegend an den Wochenenden, und die kassiert die Bahn dann doppelt ab, mit überhöhten Preisen und fehlenden Sonderangeboten.
Die Leute müssen gar nichts, siehe oben. Und von einer Aktiengesellschaft kann der Eigentümer erwarten, hohe Profite zu erwirtschaften. Unter anderem dadurch, die Gesetze des Marktes gnadenlos auszunutzen. Dann, wenn das Angebot knapp ist (volle Züge mit wenig freien Plätzen am Wochenende) steigt der Preis. Das ist Grundwissen aus der Schule, wenn man aufgepasst hat. Im Wirtshaus ist am Mittwoch Schnitzeltag für 9,99€, weil der Wirt Gäste anlocken will. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag ist die Bude ohnehin voll, da gibt es das Schnitzel für 17,90€. Machst Du da dasselbe Fass auf wie hier?


Doch, und das ist schäbige Absicht! Von der Eisenbahn ist zu erwarten, dass sie die Bedürfnisse der Fahrgäste bestmöglichst erfüllt, und nicht, dass sie nach ihrem Belieben fährt oder hohe Preise dafür bestimmt. Das geht am Auftrag vorbei, ebenso wie der Schnitzelwirt bei dir eine a... S-a-u ist, wenn er seine Speisekarte so gestaltet. Hast du schon mal einen Bäcker gesehen, bei dem die Brötchen morgens bis 9 Uhr das doppelte oder vielfache vom normalen Preis kosten?

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 05.08.26 18:54

MD 612 schrieb:
HSB Tw 44 schrieb:
Ich bleibe aber dabei, daß Du es Dir hier zu einfach machst.
Nein mache ich nicht,
Doch, und hier schon wieder, allein schon, weil Du meine komplette Antwort auf einen Satz reduzierst und den ganzen Rest, nämlich die Begründungen, wegläßt.
Auch im Folgenden gehst Du nicht auf die Begründungen ein, sondern sagst nur, daß sie nicht stimmen, ohne aber Sachargumente zu bringen.

Zitat:
und Du musst mir auch nicht die Welt des Jobwechsels erklären. Auch bestimmte Familiensituationen führen nicht zum Zwang des Fernpendelns. Auch Werksschließungen nicht. Man hat die Wahl, bei der Familie zu wohnen und fernzupendeln, mit der Familie umzuziehen oder den Job zu wechseln.
Okay, also ist Deine Idee, daß man ggf. dauerhaft getrennt lebt?

„Mit der Familie umzuziehen“ – gute Idee. Und was macht man, wenn beide berufstätig sind? Dann pendelt ja einfach nur die andere Person? Wie schonmal gesagt: es gibt nicht jeden Job überall!

Und was ist eben mit der pflegebedürftigen Person? Die läßt man dann einfach alleine?

Zitat:
Und Werksschließungen führen gleich gar nicht zum Zwang, dem Arbeitsplatz hinterherzuziehen. Wenn das Werk zu ist, ist der Arbeitsplatz weg, nicht anderswo.
Also ist Deine Losung: besser arbeitslos als pendeln.
Wow.

Zitat:
Auch da gibt es keinen Zwang fernzupendeln, auch nicht für einen neuen Job. Auch da kann man umziehen. Alles die eigene Entscheidung
Wenn man alleine ist: ja. Sonst ggf. nicht. Dazu habe ich Beispiele gebracht, auf die Du ledier nicht eingehst.

Zitat:
und alles kein Grund (um wieder zum Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges zu kommen), dass man am Freitag Nachmittag mit einem Billigangebot im vollen Fernzug sitzen kann. Die Bahn ist die allerletzte Institution, die etwas für die jeweilige Situation kann.
Es war ein anderer Beitrag von mir, daher schreibe ich es hier nochmal explizit dazu: ich habe keine Probleme mit den Flexpreisen und finde sie mit BC50 für vernünftig im Vergleich zu den echten Kosten eines Autos. Ich fahre regelmäßig mit Flexpreisen, weil ich eben nicht vorher weiß, wann ich fahren werde, und fordere explizit überhaupt gar nichts zu Sparpreisen.

---
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Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 05.08.26 19:50

Es sind nur Einzelfälle, teilweise auch "konstruiert" die du schreibst ;)

Wenn in MD ein Werk schließt, dann einfach umziehen und in einem neuen Werk anheuren. Ist doch so einfach. Jedes andere Werk sucht derzeit händeringend nach Personal. Auch Ältere Ü60. Da muss niemand pendeln. Wohnungen und Häuser und Pflegeheime für mitziehende Angehörige am neuen Wohnort gibt es auch wie Sand am Meer.

Er wird es wieder nicht verstehen und alles geschriebene mit "Einzelfall" abtuen und uns die Wahrheit über unproblematischen Jobwechsel und Wohnungsfinden schildern.
Lesen tut er ja gefühlt auch nicht wirklich, wenn er auf Beiträge antwortet, was da vorher geschrieben wurde.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: bollisee

Datum: 05.08.26 20:08

Hilfsbetreiber schrieb:
Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.
Nein, wieso wissen sie das schon so lange vorher?

Hilfsbetreiber schrieb:
Zitat:
zahlt eben; entweder in Geld (Bahn) oder Zeit (Autobahn).
Oder zahlt in Geld (Bahn) und Zeit (Bahn), wenn man nicht gerade am Hauptbahnhof neben der Rennstrecke wohnt.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 21:17

Stammstrecke 4 schrieb:
Gibt es da eine verlässliche Studie die diese Aussage belegt?
Lebenserfahrung und Erfahrung im Job, weil ich keine Ahnung habe. Du weißt, das Totschlagargument schlechthin...

Stammstrecke 4 schrieb:
Und auch für Besserverdienende wachsen in Zeiten der wirtschaftlichen Beeinträchtigung die verfügbaren Jobs nicht gerade ins unermessliche.
Ist bekannt, führt aber auch nicht zum Zwang des Fernpendelns. Zudem haben gut qualifizierte (und damit gut bezahlte) Leute deutlich mehr Chancen am Arbeitsmarkt als andere.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und Gutverdienende haben oft auch Eigentum, dass man auch nicht so locker wechseln kann und Familie, die auch einen Job haben.
Zwei Gründe mehr, einen neuen Job in Wohnortnähe zu suchen anstatt seinem AG blindlings in die Ferne zu folgen.

Stammstrecke 4 schrieb:
An dir scheint gänzlich vorbeigegangen zu sein, dass es in manchen Bereichen Homeofficemöglichkeiten gibt und nicht jeden Tag "ferngependelt" werden muss.
Na das ist doch fein. Was regt sich der Forenkollege @LIW dann über angeblich zu teure Fahrpreise am Wochenende auf?

Stammstrecke 4 schrieb:
Oder auch der andere Fall: Unternehmen siedelt in die Provinz und der Großstädter bleibt dort aus den gleichen Gründen zzgl. ggf. größeres Feizeit-und Kulturangebot.
Wir reden vom Fernpendeln, nicht von der nächsten Kleinstadt.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und ein mir bekannter nicht konstruierter Einzelfall lautet:
Präsenzpflicht 2 x im Büro.
Die bessere Alternative: ein wohnortnaher Arbeitsplatz anstatt dem AG hinterherzufahren. Jede Nacht zu Hause, kein kostspieliges Hotel, keine zeitraubenden und kostspieligen Fernfahrten. Aber sicher gibt es hunderte konstruierte Gründe, warum das absolut sicher überhaupt gar nicht geht.

Stammstrecke 4 schrieb:
Sucht BMW ganze Kohorten am Standort Leipzig. Wäre mir neu.
Wenn man nicht nachfragt, kann man das nicht wissen...

Stammstrecke 4 schrieb:
Und wenn VW in Emden oder so was dicht macht, ist im Raum Leipzig klar auch billiger zu wohnen.
Du warst in Zwickau, also lenke nicht ab.

Stammstrecke 4 schrieb:
Du solltest mal irgendwo lesen, dass es aktuell gerade eine Debatte über die abschlagfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gibt... Und die geht quer durch CDU und SPD.
Wer mal nachrechnet, wird feststellen, dass dieses Modell für gut qualifizierte Gutverdienende (gemeinhin auch Akademiker genannt) gar nicht zur Anwendung kommen kann. Abi mit 18, Studium bis 22, nach 45 Arbeitsjahren ist man 67, mithin das Eintrittsalter für die klassische Regelaltersrente. Und die Alternative, mit Abzügen bis zu vier Jahren früher in Rente zu gehen, gibt es auch weiterhin. Gerade für Gutverdienende mit entsprechenden Rentenansprüchen eine gangbare Variante. Die nötigen 35 Versicherungsjahre wird auch der frühere Langzeitstudent zusammen bekommen.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und wenn ein guter Betrieb einfach dicht machen muss und der Insolvenzverwalter auch nichts groß holen kann, dann ist es auch nicht so weit her, dass der einstiger gute Arbeitgeber seine ehmaligen Schutzbefohlenen gut absichern kann.
Die Rede war erst einmal von Personalabbau, nicht von Insolvenzen. Aber ja, wenn man hier nicht weiterkommt, muss eine neue Baustelle her. Gute AG lassen es erst gar nicht bis zur Insolvenz kommen. Und wenn die Bude tatsächlich im Zuge des Insolvenzverfahrens zerkloppt wird, dann ist der Job sowieso weg, dann kann man dem auch nicht mehr hinterherziehen. Dann muss man sich einen neuen Job suchen und hat gar keinen Grund mehr fernzupendeln oder umzuziehen.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und dann finde mal -ist für dich aber Einzelfall bzw. gar konstruiertes Einzelschicksal (ein neuer Begriff für deine plumpen Antworttextbausteine)....
Ohne persönliche Angriffe geht's bei Dir ja nicht, wenn Du in der Sache nicht weiterkommst.

Stammstrecke 4 schrieb:
...- als Arbeitnehmer mit 61 (oder 58 oder 64, 65...) so ganz locker einen Arbeitsplatz.
Was hindert einen 61jährigen Arbeitnehmer daran, einen neuen Arbeitsplatz zu finden? Unterstellst Du jetzt allen Unternehmen gleichzeitig Altersdiskriminierung?

Stammstrecke 4 schrieb:
Doch auch da [in Leipzig] findet man nicht locker schnell eine Miet- oder Eigentumswohnung oder gar Haus willst du uns hier weißmachen.
Locker nicht, aber man findet.

Stammstrecke 4 schrieb:
Wie hier erwähnt, siedeln sich große Player durchaus gerne in Großstädten wie München oder Berlin an.
Warum muss es denn ein großer Player sein? Mittelständige Unternehmen selbst in der Provinz suchen auch qualifizierte Mitarbeiter.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 21:33

bahamas schrieb:
Doch, und das ist schäbige Absicht! Von der Eisenbahn ist zu erwarten, dass sie die Bedürfnisse der Fahrgäste bestmöglichst erfüllt, und nicht, dass sie nach ihrem Belieben fährt oder hohe Preise dafür bestimmt.
Auf welcher Grundlage ist das von der Eisenbahn zu erwarten? Und ist das auch von Italo, Flix & co. zu erwarten? Was, wenn die diese Erwartung wie zu erwarten nicht erfüllen?

bahamas schrieb:
ebenso wie der Schnitzelwirt bei dir eine a... S-a-u ist, wenn er seine Speisekarte so gestaltet.
Nö, freie Marktwirtschaft ist das, und im Übrigen auch kein Einzelfall in der Gastronomie. Wem das Schnitzel am Mittwoch für 9,99€ nicht passt, der fährt in ein anderes Wirtshaus, wo es 16,90€ kostet. Und wem ein Schnitzel für 17,90€ am Wochenende zu teuer ist, der fährt in ein anderes Wirtshaus, wo das Schnitzel 16,90€ kostet, aber weitaus nicht so schmackhaft ist. Jeder wie es ihm beliebt.

An der Tanke hat der Sprit stündlich einen anderen Preis, und keiner hat ein Problem damit...

bahamas schrieb:
Hast du schon mal einen Bäcker gesehen, bei dem die Brötchen morgens bis 9 Uhr das doppelte oder vielfache vom normalen Preis kosten?
Nöö, aber die ersten Bäcker nehmen am Sonntag einen Zuschlag, wenn sie zum Brötchenverkauf öffnen. Kann man akzeptieren, man kann die Brötchen aber auch schon am Freitag kaufen und aufbacken. Jeder wie es ihm beliebt.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: LIW

Datum: 05.08.26 21:40

Ein Staatsbetrieb, der die Steuermilliarden nur so hinten reingeblasen kriegt, ist keine "freie Marktwirtschaft". Der ist nur ein demütiger, kleiner Dienstleister. Der soll sich um Pünktlichkeit und Sauberkeit kümmern und nicht vergebens auf Big Lebowski machen.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 21:54

HSB Tw 44 schrieb:
Doch, und hier schon wieder, allein schon, weil Du meine komplette Antwort auf einen Satz reduzierst und den ganzen Rest, nämlich die Begründungen, wegläßt.
Auf die Begründungen muss ich nicht eingehen, weil die allesamt keinen Zwang begründen. Sie sind Motivation für eine bestimmte Entscheidung, die jeder für sich anhand der konkreten Situation treffen muss. Sie begründen aber keinen Zwang. Der eine pendelt lieber in die Ferne, es macht ihm nichts aus, tagelang von der Familie weg zu sein. Der andere verzichtet auf's Fernpendeln, weil er täglich seine Familie sehen will. Jedem seine Wahl und eben kein Zwang.

HSB Tw 44 schrieb:
Okay, also ist Deine Idee, daß man ggf. dauerhaft getrennt lebt?
Das ist nicht meine Idee, das entscheidet jeder für sich.

HSB Tw 44 schrieb:
Also ist Deine Losung: besser arbeitslos als pendeln.
Falsch, meine Losung lautet: Besser wohnortnah arbeiten und notfalls einen Gehaltsverlust in Kauf nehmen als kost- und zeitspielig in die Ferne pendeln. Manche sehen das anders, auch gut. Die Wahl hat jeder für sich.

HSB Tw 44 schrieb:
Es war ein anderer Beitrag von mir, daher schreibe ich es hier nochmal explizit dazu: ich habe keine Probleme mit den Flexpreisen
Das musst Du nicht dazu schreiben. Ich hatte bereits ausdrücklich erwähnt, wen ich damit angesprochen hatte. Und nein, Du warst das nicht.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 21:57

LIW schrieb:
Ein Staatsbetrieb, der die Steuermilliarden nur so hinten reingeblasen kriegt
Immer noch keine Belege für diese Räuberpistole?

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: def

Datum: 05.08.26 22:03

LIW schrieb:
Ein Staatsbetrieb, der die Steuermilliarden nur so hinten reingeblasen kriegt, ist keine "freie Marktwirtschaft". Der ist nur ein demütiger, kleiner Dienstleister. Der soll sich um Pünktlichkeit und Sauberkeit kümmern und nicht vergebens auf Big Lebowski machen.
Es ist irgendwie fad, wenn du den selben Blödsinn immer wieder wiederholst und Gegenargumente komplett ignorierst. Es wurde durchaus schon darauf hingewiesen, dass der Fernverkehr eben nicht subventioniert wird.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 05.08.26 22:50

MD 612 schrieb:Zitat:
An der Tanke hat der Sprit stündlich einen anderen Preis, und keiner hat ein Problem damit...
Jeden Tag seit einiger Zeit nur erlaubt einmalig um 12.00 Uhr ist bei dir weiterhin stündlich..?1
Nicht so ganz aufgepasst anscheinend...

Du schreibst dich teilweise ins Lächerliche. Sorry. Auf Argument gehst du nicht wirklich ein. Aber -sehe es ggf. durchaus als "persönlichen Vorwurf", du scheinst auch nicht wirklich so zu lesen sondern nur zu überfliegen. Denn deine Kenntnisse von Arbeitsmarkt und Wohnungsfinden sind eher realitätsfern. Auch wenn man dir versucht darzulegen warum du da anscheinend etwas neben der Spur liegst, kommt irgendwas. Und zur Not dann halt dein berüchtiger "Einzelfall". Das alles irgendwie im Leben ein Einzelfall ist und diese dann in Summe wenn diese gehäuft vorkommen sollten, irgendwann das Gesamte abbilden, auch nicht so bewusst.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Sucht BMW ganze Kohorten am Standort Leipzig. Wäre mir neu.
Wenn man nicht nachfragt, kann man das nicht wissen...
Kannst du uns da auch einen Link oder eine Telefonnummer posten, in dem deine These irgendwie bestätigt werden sollte, dass BMW in L massenhaft Leute sucht? Gerne auch welche die schon 61 sind.
Zitat:
Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Und wenn VW in Emden oder so was dicht macht, ist im Raum Leipzig klar auch billiger zu wohnen.
Du warst in Zwickau, also lenke nicht ab.
Oh man. Lesen nicht so deines? Z war genau so ein Beispiel wie dann Emden. Hier lenkt niemand ab. Es hätte auch Kassel sein können. Oder Stuttgart-Feuerbach. Oder einfach nochmal Zwickau.

Zitat:
Wer mal nachrechnet, wird feststellen, dass dieses Modell für gut qualifizierte Gutverdienende (gemeinhin auch Akademiker genannt) gar nicht zur Anwendung kommen kann. Abi mit 18, Studium bis 22, nach 45 Arbeitsjahren ist man 67, mithin das Eintrittsalter für die klassische Regelaltersrente. Und die Alternative, mit Abzügen bis zu vier Jahren früher in Rente zu gehen, gibt es auch weiterhin. Gerade für Gutverdienende mit entsprechenden Rentenansprüchen eine gangbare Variante. Die nötigen 35 Versicherungsjahre wird auch der frühere Langzeitstudent zusammen bekommen.


Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
...- als Arbeitnehmer mit 61 (oder 58 oder 64, 65...) so ganz locker einen Arbeitsplatz.
Was hindert einen 61jährigen Arbeitnehmer daran, einen neuen Arbeitsplatz zu finden? Unterstellst Du jetzt allen Unternehmen gleichzeitig Altersdiskriminierung?
Als Antwort deine Antwort:

MD 612 schrieb:
Zitat:
Stammstrecke 4 schrieb:
Zitat:
Gibt es da eine verlässliche Studie die diese Aussage belegt?
Lebenserfahrung und Erfahrung im Job, weil ich keine Ahnung habe. Du weißt, das Totschlagargument schlechthin...
Subjektive Lebenserfahrungen sind immer ein gutes Argument. Besser als belastbare Statistiken oder solche "Todschlagargumente". Nur komischerweise haben neben dir auch andere Lebenserfahrungen gesammelt...

Dass Pendler (das "Fern" davor ist nicht genau definiert wieviel km es sein müssen) nur ausschließlich Gutverdienende sein sollen, bleibt in deiner Phantasie. Genauso wie dass jeder auch mit 63 (ups, ich hatte ja mal 61 geschrieben und lenke ab...), daher Korrektur 61 (und falls genehm gar 59) aus einem gut verdienenden Job ohne diesen (aus welchen Gründen auch immer es dazu kam, dass der weg ist) ganz einfach in dem Alter einen neuen Job findet, auch.
Für diese "Lebenserfahrung" reicht auch mal ein Blick in die "Tagesschau".

Und jetzt mal wieder der "Einzelfall", der "ablenkt": Im RBB stand was zur RE1-Sperrung. Da erdreistet es sich tatsächlich eine Pendlerin von Frohnau nach FF täglich ins Krankenhaus zu pendeln um dort als Krankenschweister zu arbeiten. Gehaltsmäßig ist der Job als Pflegepersonal normalerweise nicht als so gutverdienend einzuwerten (Lebenserfahrung). Es ist weder ICE noch Fernverkehr. Es ist nach der S-Bahn ein RE. Aber das ist auf der Strecke von B nach FF ja auch nur der konstruierte Einzelfall, der auch noch im RBB dreist breit getreten wurde.
Die Frau fährt nun ihre dreiste Fernpendlerei nun mit dem Auto.
Und warum sie pendelt und nicht schnurstracks nach FF zieht, braucht sie weder dir noch mir noch sonst wem zu begründen. Sie wird ihre Gründe kennen.
Aber zum mitschreiben: Der Einzelfall schlechthin. Seltsamerweise gar nicht durch mich erfunden. Daher den RBB anprangern.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: kariadsko

Datum: 05.08.26 23:28

Stammstrecke 4 schrieb:
Jeden Tag seit einiger Zeit nur erlaubt einmalig um 12.00 Uhr ist bei dir weiterhin stündlich..?1
Nicht so ganz aufgepasst anscheinend...
Gesetzliche Sondervorschrift speziell für Tankstellen (aus meiner Sicht eine ziemlich blödsinnige, aber das gehört nicht hierher).

Ändert nichts an dem Grundsatz, dass es völlig normal ist, dass Preise für eine unveränderte Sache mit der Zeit wechseln können. Es steht dem Käufer frei, damit entsprechend umzugehen - genau das bedeutet Angebot und Nachfrage.

Aber ich gewinne hier mehr und mehr den Eindruck, neben Crashkursen zum Thema "Das System Eisenbahn" könnten auch noch Crashkurse zu den absoluten Basics von Marktwirtschaft nicht schaden.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 06.08.26 17:17

Stammstrecke 4 schrieb:
MD 612 schrieb:
An der Tanke hat der Sprit stündlich einen anderen Preis, und keiner hat ein Problem damit...
Jeden Tag seit einiger Zeit nur erlaubt einmalig um 12.00 Uhr ist bei dir weiterhin stündlich..?1
Falsch. Der Preis kann jederzeit auch mehrfach am Tag geändert werden, aber nur einmal mittags nach oben. Und das auch erst seit 6 Wochen, vorher waren stündliche Preisänderungen nach oben und unten, teilweise gar in noch kürzeren Zeitabständen, völlig normal und keinen hat's gestört.

Stammstrecke 4 schrieb:
Nicht so ganz aufgepasst anscheinend...
Das gebe ich doch gerne zurück.

Ansonsten werde ich mich auch diesmal nicht in eine Endlossinnlosdiskussion um des Kaisers Bart mit Dir einlassen. Zumal diese Diskussion auch von Dir mit Permanenz von meiner eigentlichen Grundaussage abgelenkt wird. Es ging um den angeblichen Zwang zum Fernpendeln, und genau diesen Zwang gibt es auch angesichts Deiner Beispiele nicht. In allen Situationen hat der betreffende Mensch die Wahl zwischen den Optionen Fernpendeln, Umziehen oder Jobwechsel. Dass Du auch diesmal zum wiederholten Male persönlich wirst, anstatt Dich auf die Sache zu beschränken, kommt noch hinzu. Dazu zählt auch das permanente Anzweifeln der Kenntnisse und Erfahrungen Deines Gegenübers. Passt Dir eine Aussage nicht und hast Du kein Argument dagegen, dann hat Dein Gegenüber wahlweise keine Ahnung, keine Erfahrung, liegt neben der Spur oder ist einfach nur dumm. Aber das ist bei Dir ja Normalität, der man eigentlich mal einen Riegel vorschieben sollte. Aber das ist dann nicht meine Sache, dafür sind hier andere Leute zuständig.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 06.08.26 17:31

MD 612 schrieb:
HSB Tw 44 schrieb:
Also ist Deine Losung: besser arbeitslos als pendeln.
Falsch, meine Losung lautet: Besser wohnortnah arbeiten und notfalls einen Gehaltsverlust in Kauf nehmen als kost- und zeitspielig in die Ferne pendeln. Manche sehen das anders, auch gut. Die Wahl hat jeder für sich.

Was immer voraussetzt, daß es den Job oder einen ähnlichen, für den man qualifiziert ist, auch vor Ort gibt.

Das ist aber nicht der Fall.

Und manche Dinge ergeben sich eben temporär, wie z.B. benötigte Pflege. Soll man dafür dann kündigen…?


Ich schreibe das hier jetzt absichtlich überzeichnet:

Wenn das alles so gar kein Problem ist, warum dann das Gejammer, wenn VW in Zwickau dichtmacht? Ist doch kein Problem, die Leute können doch einfach was anderes vor Ort arbeiten, das Bißchen Gehaltsverlust ist dann ja kein Problem.
Könnte man jetzt entsprechend auch generell über Schließungen im „Osten“ seit 1990 sagen. Warum haben sich die „Ossis“ da so angestellt und tun es noch? Sie hatten doch die Wahl, Gehaltsverlust in Kauf zu nehmen oder zu pendeln oder umzuziehen. Alles kein Problem nach Deiner Ansicht…?


Es ist eben nicht so einfach, wie Du es darstellst.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 06.08.26 18:42

MD 612 schrieb:
Falsch. Der Preis kann jederzeit auch mehrfach am Tag geändert werden, aber nur einmal mittags nach oben. Und das auch erst seit 6 Wochen, vorher waren stündliche Preisänderungen nach oben und unten, teilweise gar in noch kürzeren Zeitabständen, völlig normal und keinen hat's gestört.
01.04.2026 ist jetzt aber mehr als 6 Wochen her.
Und gestört hat es zumindest die, die das beschlossen haben.
Aber das sind ja auch nur wieder Einzelfälle. Auch das Dtum des Inkrafttretens...

MD 612 schrieb:
Zitat:
In allen Situationen hat der betreffende Mensch die Wahl zwischen den Optionen Fernpendeln, Umziehen oder Jobwechsel.
Und wenn jemand weder da noch dort einen Job findet? Und dann auch das Thema Wohnraum mit der Option Umziehen.

Du gehst auf kein einziges Argument aller hier ein. Null. Schreibst das "Zwangspendeln". Lasse die Leute selbst entscheiden und schreibe nicht so was weltfremdes wie locker der Arbeit hinterherziehen und ganz locker Wohnung/Haus finden und schnell mal die eigene Wohnung/das eigene Haus am Heimatort verkaufen usw. Einige haben es dir versucht zu erklären.
Schön für dich, wenn du von so was nicht betroffen bist oder es tatsächlich so praktizieren könntest. Nur das können nicht alle. Stichwort z. B. wie hier schon öfter erwähnt fmiliere Verpflichtungen und so was.
Nein, alles Einzelfälle. Alles persönlich werdend.

Und deine Signatur "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." scheint dir auch nicht mehr so präsent zu sein.
Was andere Mitforisten schreiben, willst du, zumindest in diesem Thread partout nicht hören.

Ich schätze deine Kenntnis in anderen Themen die auch direkt von der Schiene kommen sehr.
In diesem Faden machst du dich mit deinen weltfremden Äußerungen lächerlich.

HSB Tw 44 schrieb:
Zitat:
Was immer voraussetzt, daß es den Job oder einen ähnlichen, für den man qualifiziert ist, auch vor Ort gibt.

Das ist aber nicht der Fall.

Und manche Dinge ergeben sich eben temporär, wie z.B. benötigte Pflege. Soll man dafür dann kündigen…?

Ich schreibe das hier jetzt absichtlich überzeichnet:

Wenn das alles so gar kein Problem ist, warum dann das Gejammer, wenn VW in Zwickau dichtmacht? Ist doch kein Problem, die Leute können doch einfach was anderes vor Ort arbeiten, das Bißchen Gehaltsverlust ist dann ja kein Problem.
Könnte man jetzt entsprechend auch generell über Schließungen im „Osten“ seit 1990 sagen. Warum haben sich die „Ossis“ da so angestellt und tun es noch? Sie hatten doch die Wahl, Gehaltsverlust in Kauf zu nehmen oder zu pendeln oder umzuziehen. Alles kein Problem nach Deiner Ansicht…?

Es ist eben nicht so einfach, wie Du es darstellst.
In der Hoffnung es wird von MD 612 halbwegs verstanden. Die Hoffnung sollte nie sterben.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: X73900

Datum: 06.08.26 18:52

Stammstrecke 4 schrieb:
Und warum sie pendelt und nicht schnurstracks nach FF zieht, braucht sie weder dir noch mir noch sonst wem zu begründen. Sie wird ihre Gründe kennen.
Nein, begründen muss das niemand.

Wenn ich es richtig verstehe, geht es in diesem Diskussionsfaden aber ja auch nicht darum, ob Fernpendeln verboten werden soll oder nur mit besonderer Begründung zulässig sein soll. Sondern darum, ob es günstige Fahrkarten für Fernpendler geben soll, finanziert durch die übrigen Fahrgäste oder aus Steuerngeldern.

Wer berufsbedingt in die Großstadt umzieht und eine teure Miete zahlt, bekommt keinen speziellen Mietzuschuss. Auch wer mangels Alternative den Job wechselt und deshalb weniger verdient, bekommt den Gehaltsverlust nicht aus Steuergeldern ausgeglichen. Insofern kann ich auch nicht unbedingt nachvollziehen, warum Fernpendler besonders gefördert werden müssten (obwohl ich selbst lange Fernpendler war).

Bei aller Freude über die Tarifvereinfachung sehe ich übrigens auch beim Deutschland-Ticket nach wie vor kritisch, dass am stärksten Pendler über lange Strecken aus Steuergeldern bezuschusst werden. Wer arbeitsortnah wohnt und so für die Allgemeinheit nur geringe Verkehrsmittelkosten erzeugt, aber eine hohe Miete zahlt, bekommt die dagegen nicht generell staatlich gefördert.

Gruß
X73900



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 18:53.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 06.08.26 20:24

HSB Tw 44 schrieb:
Was immer voraussetzt, daß es den Job oder einen ähnlichen, für den man qualifiziert ist, auch vor Ort gibt.
Man hat die Wahl, einen anderen Job anzunehmen oder eben doch fernzupendeln.

HSB Tw 44 schrieb:
Und manche Dinge ergeben sich eben temporär, wie z.B. benötigte Pflege. Soll man dafür dann kündigen…?
Man hat die Wahl. Wobei, wenn man jemanden pflegen möchte, wird das wohl nichts werden, wenn man zwei drei Nächte in der Woche außerhalb im Hotel nächtigt.

Von daher, immer noch kein Zwang zu erkennen...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 06.08.26 20:58

Stammstrecke 4 schrieb:
01.04.2026 ist jetzt aber mehr als 6 Wochen her.
Ach, jetzt haste was gefunden, wo Du Dich dran hochziehen kannst. Na wenn's Spaß macht...

Aber ja, kann passieren, da ich selbst nie tanke, ändert vor allem aber an meiner Grundaussage nichts. Ein Nebenkriegsschauplatz, der Dir warum auch immer äußerst wichtig ist.

Stammstrecke 4 schrieb:
Lasse die Leute selbst entscheiden
Nichts anderes schreibe ich seit Tagen. Haste bestimmt beim Überfliegen überlesen...

Ansonsten, siehe den letzten Absatz meiner vorherigen Antwort an Dich. Du wiederholst Dich nämlich...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Wenn ich mich einhaken darf

geschrieben von: J-C

Datum: 07.08.26 04:30

Ich dachte ja zuerst, es ginge um Wochenendpendeln über wirklich lange Destinationen, manch einer pendelt ja z.B. übers Wochenende zwischen Berlin oder Wien nach Polen bzw. vice versa.

Ich dachte, dass ich 2-3 Stunden von Tür zu Tür pro Richtung jeweils regelmäßig gependelt bin für eine Weile, ist jetzt zwar nicht die Norm, aber auch nicht wirklich fern. Muss am Gewöhnungseffekt liegen. Die einen fahren S-Bahn, ich lebte meinen Railjet-Set…

Ich selbst bin oft in den letzten Jahren zum Studium nach Wien gependelt. Das war meine völlig freie Entscheidung, nachdem ich - beflügelt durch das Klimaticket - mich dazu entschloss, zurück zu meinen Eltern zu ziehen.

Ich finde, es ist beides richtig, einerseits gibt es keinen direkten Zwang für irgendetwas. Kann es auch gar nicht geben. Wir haben selbstverständlich die völlige Freiheit, wie wir unser Leben gestalten wollen.

Wenn man natürlich den Aufwand scheut, den gewisse Entscheidungen mit sich bringt, will man es nicht so stehen lassen, dass man einfach keinen Bock drauf hat, den für einen vielleicht nachhaltigeren, aber schwereren (und dennoch möglichen) Weg zu gehen. Dann redet man sich irgendwie Zwänge ein, um seinen Lebenswandel rechtfertigen zu können.

Muss man aber seinen Lebenswandel rechtfertigen? Das ist doch ein kontinuierlicher Fluss, wo absolute Sicherheit nie existiert und es völlig ok ist, wenn man da den Weg des geringsten Widerstandes geht. Das ist eine Entscheidung, alles ist eine Entscheidung.

Es ist definitiv nicht einfach, den Wohnort zu wechseln, da ist immer ein Aufwand verbunden. Selbst wenn es im Nachhinein einfacher wird. Es ist durchaus möglich, das so zu gestalten, dass es nicht unbedingt sich allzu stressig oder aufwändig anfühlt. Es gibt Familien, die machen das, haben keine festen Wurzeln und können durchaus auch mal über Kontinente umziehen. Das muss man sich natürlich leisten.

Wenn man regelmäßig eine Strecke pendelt, bieten sich dann jedenfalls doch die Streckenzeitkarten im Fernverkehr an, wenn es nicht eh das Deutschlandticket ist. Letzteres ist für solche Relationen zwar nicht primär gedacht, doch ermöglicht es auf anderer Seite je eben auch genau das, kostengünstig flexibler in der Wahl des Arbeitsortes zu sein und damit eher eine Chance haben, einen Job zu finden, den man auch langfristig halten will.

Ich weiß, wie es ist, frühmorgens gegen 5 oder 6 aufzustehen, um gegen 8 oder 9 am Ziel zu sein. Mir hat das zum Beispiel eine gewisse Struktur gebracht, ich hatte die freie Wahl, ich habe eine Entscheidung getroffen und das Resultat fand ich recht befriedigend, wenn ich an meine Fahrten denke, denke ich an eine schöne Zeit, wo ich letztlich einen Teil meines Lebens auch damit verbrachte, aus dem Zugfenster die immerselbe Landschaft zu sehen und doch immer wieder was neues zu entdecken, mich in meinen Gedanken vielleicht zu verlieren oder einfach zu reflektieren. Gerade wenn man lange unterwegs ist, hat es ja diesen schönen Nebeneffekt, dass man morgens und abends seine Zeit für sich und seine Gedanken hat, während man in einem Zwischenraum zwischen Wohnort und Arbeitsort (oder in meinem Fall Studienort) sich befindet. Hat irgendwie was poetisches…

Auch ich habe es mit Verspätungen und verpassten Anschlüssen zu tun, obwohl ich nicht in Deutschland lebe. Das bedeutet nicht, dass ich dennoch es genieße. Irgendwann gibt es ja auch nichts, was einen aus der Ruhe bringt.

Wenn Fernpendeln für einen passt, dann soll es so sein. Das muss niemand rechtfertigen…. außer eben, man wird damit nicht glücklich. Dann sollte man was daran ändern. Für mich war natürlich das Klimaticket bzw. auf der tschechischen Seite die Streckenzeitkarten hilfreich. Mehrmals pro Woche Einzeltickets kaufen, käme mir da gar nicht in den Sinn. Im Zweifel kann man Zeitkarten ja auch außerhalb der Arbeit nutzen. Mein Klimaticket hat da ja auch dazu gedient, dass ich auch mal Ausflüge damit unternehme. Einfach spontan in einen Zug einsteigen zu können, das Ziel sich ebenso spontan aussuchen zu können, hat schon was.

Manchmal finde ich es schade, dass ich nicht im ICE jeden Tag pendeln kann. Railjets und polnische ECs sind halt doch nicht auf dem Level, den DB Fernverkehr anbietet.

Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.26 07:36.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: dor Jörsch

Datum: Heute, 17:33:28

Hilfsbetreiber schrieb:
Moin!

Ich habe das Grundgesetz jetzt dreimal durchgelesen und immer noch keinen Paragraphen gefunden, in dem ein Recht auf billigen Transport verankert ist.

Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.

Wer auf eine Reise am Freitag oder Sonntag angewiesen ist, zahlt eben; entweder in Geld (Bahn) oder Zeit (Autobahn).

Der Hilfsbetreiber
Artikel 20 Abs. 1 GG - die Auslegung "sozialer Bundestaat" ist aber subjektiv.

Btw: Man bekommt nächste Woche die Last Minute Sparpreise (selbst zum Freitag), das DB Familienticket (selbst zum Freitag). Also das Gejammer geht mir auf den Keks. Spontanität kostet halt. Das Medium "Vorverkauf" und damit günstigere Preise hat die DB nicht als erstes erfunden.

Und wenn ich mir die Auslastung vieler Züge so anschaue (egal ob Fern- oder Nahverkehr) dann scheint es nicht so teuer zu sein.

Warum sind im Zeitungshandel die Bahnmagazine immer neben den Hochglanzheftchen?
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