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Das mit der Pflicht zur Vorausplanerei, wenn man überhaupt annähernd gleich günstig fahren will wie mit dem eigenen Pkw, ist in der Tat ein starkes Ärgernis. Andernorts ist die Bahn -- die ja ohnehin fährt (bzw. in Deutschland: fahren sollte) -- für spontane Mobilität zu gebrauchen, in Deutschland hingegen können das überspitzt ausgedrückt nur Besserverdiener. Das widerspricht ganz wesentlich und ziemlich diametral dem Grundgedanken der öffentlichen Daseinsvorsorge -- der zwar nicht gesetzt ist für den Fernverkehr, den ich aber ganz sicher da ansetzen würde. Anstatt dass die Bahn ihr Angebot an der Nachfrage ausrichtet, versucht sie seit Jahren, die Nachfrage am Angebot auszurichten. Das treibt befremdliche Blüten und senkt die Attraktivität massiv -- und augenscheinlich bringt es eben auch kein My mehr an Betriebs- und Plansicherheit, sonst wäre die DB Fernverkehr nicht so grottenschlecht in allen Zuverlässigkeitsbelangen.

Ich bin kein Fan eines Taktfahrplanes nach Schweizer Vorbild, weil der meines Erachtens in Deutschland ob der Bevölkerungsballungen sowie der Vielzahl der Schienenbewegungen nicht einmal annähernd durchführbar ist, ohne ihm ein dediziertes Netz zu widmen. Stattdessen würde ich eine höhere Flexibilität begrüßen. Eben keine Tickets mehr mit Zugbindung, von denen Neulinge oder Altbackene eben nicht erfahren, wann und ob sie aufgehoben ist, was für massiven Verdruss bei Umsteigewilligen sorgt. Eben keine Sitzplatzreservierungen, die dann bloß wieder hinfällig sind, weil andere Züge eingesetzt werden oder irgendwas sonst nicht klappt. Eben kein monetärer Anreiz bis Zwang zum monatelangen Termine-um-voraussichtlich-unhaltbare-Fahrprognosen-herum-Basteln, sondern ein Anreiz ans Unternehmen, gerade Nachfragespitzen betrieblich zu begegnen -- und nicht über Strafzahlungen. Und das ganze pseudo-marktwirtschaftliche Kalkül kann mir bei der DB gestohlen bleiben. Klar muss es eine Aufsicht geben, die effektiv gegen Verschwendung und tumbe Wasserköpfe wirkt, aber ich verstehe die Leistungen der DB bzw. vergleichbarer Erbringer als unbedingt gebotenen, hoheitlich notwendigen Dienst an der Gesellschaft. Und damit eben als untilgbares und unverzichtbares Gut, das erst die grundgesetzlich garantierte Freizügigkeit in der Reichweite vor allem unterprivilegierter Bevölkerungsteile sicherstellt. Und genau hier kann es nicht sein, dass nach sozioökonomischen Kriterien Vermögendere bei der Möglichkeit zur Freizügigkeit bevorzugt werden, indem sie die begehrteren, unter Umständen gar absolut sinnvolleren, Slots eher wahrnehmen können. Überspitzt gesagt: Wenn die Ärmsten der Gesellschaft nur von München nach Hamburg reisen können, indem sie sich am Zielort noch teuer eine Unterkunft für die Restnacht besorgen müssen, ist das schwer vermittelbar. Aus diesem Grund -- und ein paar anderen -- finde ich das Prinzip »gleiche Kosten für gleiche Leistung« das Minimalprinzip, nach dem ein staatlich getragener Fernverkehr überhaupt agieren sollte. Wenn es also tagsüber mehr Disponenten oder Fdl braucht, weil mehr los ist, oder wenn am Wochenende Zulagen ans Personal fällig sind, dann darf sich das gerne in Preisunterschieden niederschlagen. Das ist verständlich. Aber eine arbiträre, nichtdurchschaubare und teilweise kaum nachvollziehbare Preisgestaltung verbietet sich.

Ebenfalls bin ich kein Fan von Kundenbindungs- und Bonusprogrammen wie einer BahnCard (mit Ausnahme der BC100, die wesentlich anders geartet ist). Warum soll ein Quasi-Staatskonzern und De-facto-Monopolist bitte ein solches Programm auflegen? Unterm Strich ist das bloß ein komplett unnötiger Posten von Mehrausgaben, ohne jeglichen Nutzen. Auch hier ist die Wirkung auf potentielle Umsteiger eine abschreckende, wenn es erst konkurrenzfähig wird, so man ein Abo abschließt, um dann später einen Klotz am Bein zu haben.

Warum ist die Deutsche Bahn heute der Inbegriff von Unflexibilität -- wo doch der Sinn von Eisenbahnverkehr genau das Gegenteil ist, das spontane Mitfahrenkönnen, weil der Service -- im Gegensatz zu fast allen anderen Verkehrsmitteln -- ja ohnehin planmäßig existiert?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 21:00.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 21:06

schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Ist meine Meinung, und ich habe sie begründet. Ob Das jemand seltsam findet, spielt dabei keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Wie ja schon geschrieben, nicht alle suchen sich das aus, durch Standortverlagerungen verlängern sich manche Pendelstrecken stark.
Doch, sie suchen sich das aus. Siehe meine Antwort an @LIW .

schienenbär42 schrieb:
Viele andere haben sich aber auch daran gewöhnt und es ist einfach Teil des Lebens.
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten. Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
r125 schrieb:
Mein Argument ist der Zeitpunkt zu dem man sich entscheiden muss, nicht die absolute Höhe des Preises. Da finde ich so manche Supersparpreise auch viel zu billig.
Kurzfassung (auch zu Deinem gesamten übrigen Beitrag, den ich sehr wohl gelesen habe und über so manche inhärenten Widersprüche mal hinweggehe):

Es geht nicht nach Zeitpunkt, sondern nach Verfügbarkeit. Für jede Verbindung ist ein bestimmtes Kontingent an Spar- und Super-Sparpreisen hinterlegt. Und das wird so lange verkauft, bis es eben aufgebraucht ist.
Völlig normales Vorgehen für jede Art von Billigangeboten. Die Sonderpreis-Croissants einer Bäckerei werden auch nicht nachgebacken, wenn sie ausverkauft sind.

Übrigens: Wenn die Höhe des Preises kein Problem ist, was hindert Dich dann daran, kurzfristig noch eine Fahrkarte für den vollen Freitag nachmittag zu kaufen? Es geht immer. Nur eben nicht mehr billig.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: def

Datum: 04.08.26 21:41

MD 612 schrieb:
schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Ist meine Meinung, und ich habe sie begründet. Ob Das jemand seltsam findet, spielt dabei keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Wie ja schon geschrieben, nicht alle suchen sich das aus, durch Standortverlagerungen verlängern sich manche Pendelstrecken stark.
Doch, sie suchen sich das aus. Siehe meine Antwort an @LIW .

schienenbär42 schrieb:
Viele andere haben sich aber auch daran gewöhnt und es ist einfach Teil des Lebens.
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten. Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.
Bei 83 Millionen Menschen gibt es sicher beides und vieles dazwischen. Entscheidender als die müßige Frage, ob jemand freiwillig oder nicht fernpendelt, finde ich den Hinweis, dass der Staat und staatliche Organisationen nun auch nicht jeden Fall abfedern können. Fernpendler:innen dürften jedenfalls einiges verdienen, sonst würden sie nicht fernpendeln. Wenn man diese Diskussion verfolgt, hat man ja den Eindruck, es handele sich um Menschen knapp über dem Existenzminimum.

Nebenbei sollte auch nach der Pendelfrequenz differenziert werden: Tagespendler:innen dürften eher Zeitkarten haben und sind insofern für diese Debatte nebensächlich. Davon abgesehen werden die durch die Pendlerpauschale gefördert. Wochenendpendler:innen können ja durchaus im Voraus planen und zusätzlich die paar Euro mehr bezahlen, um stornieren zu können, falls doch mal etwas dazwischen kommt.
kariadsko schrieb:
Es geht nicht nach Zeitpunkt, sondern nach Verfügbarkeit. Für jede Verbindung ist ein bestimmtes Kontingent an Spar- und Super-Sparpreisen hinterlegt. Und das wird so lange verkauft, bis es eben aufgebraucht ist.
Wer das Prinzip verstanden hat, kann das System übrigens recht leicht überlisten. Sind für die Strecke A - B keine Sparpreise mehr verfügbar, schaut man eben für C - A - B oder A - B - D und fährt doch nur von A nach B...

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 04.08.26 22:09

Selten so einen weltfremden Quatsch gelesen.

MD 612 schrieb:
LIW schrieb:
MD 612 schrieb:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln.
Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht. Und wenn man den Job ohnehin wechselt, muss es ja nun wirklich kein neuer in 200km und mehr Entfernung sein. Selbst wenn der neue Job vor Ort nicht so gut bezahlt wird wie der in 200km Entfernung, man spart sich Kosten für's Pendeln und gewinnt viel Lebenszeit für sich und die Familie. Insgesamt also ein Gewinn.
Man wechselt einfach mal so den Job? Oder hat keineLust auf Mitziehen und verzichtet auf den Lohn. Ah ja.
Es gibt in gewissen Bereichen Einstellungsstopps und Stellen werden nicht nur nicht nachbesetzt sondern ganz gestrichen. Und man denke jetzt mal an die Autoindustrie, z. B. VW. Da geht jemand von Zwickau dann einfach nach Zuffenhausen. Findet sofort eine Wohnung (! auf dem Preisniveau von Zwickau). Doof nur, dass Porsche die Leute selber los werden- und keine neuen haben will. Im Motorenwerk Bad Cannstatt mit dem Stern genauso.
Und dann der Witz mit "anderem Job suchen". Das mache mit 61 mal.
Klappt wahrscheinlich nur bei dir und die vielen anderen sind einfach zu doof. Selber schuld. Und alle, die eine bezahlbare Wohnung suchen und sie auch mit sehr gutem Einkommen gar nicht finden sind auch zu doof.
Zitat:
LIW schrieb:
Zitat:
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?
Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.
Du hast überhaupt keine Ahnung! Suche dir mal in Berlin eine Mietwohnung. Oder in anderen Großstädten. Wenn man unwahrscheinlich eine findet, ist die garantiert teurer als die alte Wohnung. Das gilt auch für MA und HD (und gerade für HD). Man oh man.

Aber jetzt kommt wahrscheinlich wieder dein Argument "konstruierter Einzelfall". Wohnungsnot in Großstädten (und nicht nur da) und Jobangst und Verlust sind bei weitem in der momentanen Zeit keinerlei "Einzelfall". Stichwort z. B. VW. Einst ein Arbeitgeber fast wie eine Behörde. Jetzt nicht mehr.
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?

... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: Reimar Brönstrup

Datum: 04.08.26 22:21

... ihr wisst schon ...
AddText_08-04-02.28.52.jpg

Jetzt kann ich endlich aich mal diesen Bild aus 2020 hier ver'markten'.
Viele Grüße
R.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 04.08.26 22:36

MD 612 schrieb:
Zitat:
schienenbär42 schrieb:
Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
Du scheinst das Glück zu haben, einen wohnortnahen, sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Die Welt der Fernpendler scheint Dir eher fremd zu sein - daher wollte ich nur mal ein paar Erfahrungen daraus berichten. Wie Du das findest, bleibt Dir überlassen.

MD 612 schrieb:
Zitat:
LIW schrieb:
MD 612 schrieb:
Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.
Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht
Klar, die Entscheidung trifft jeder selbst. Aber es ist eine aufgedrückte Entscheidung - und jede Option hat möglicherweise etliche Nachteile. Da wählt man eher das kleinste Übel.
Etwas anderes ist es, wenn ich mich aus freien Stücken zum Jobwechsel entscheide, so lange Bewerbungen schreibe und erst meinen sicheren Job kündige, wenn ich etwas passendes neues gefunden habe.
Ganz so einfach ist der Jobwechsel in vielen Branchen nicht, erst recht nicht, je älter man ist.

Es geht auch nicht immer nur um die Bezahlung. Ein schlechter bezahlter Job bedeutet meist auch weniger Verantwortung - kann für die einen eine willkommene Entlastung sein, für andere aber auch eine Unterforderung, die auf Dauer nicht glücklich macht.

MD 612 schrieb:
Zitat:
LIW schrieb:Zitat:
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?
Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.
Ich kenne eher die Tendenz, Außenstellen in kleineren Orten aufzulösen und und die Jobs im Hauptquartier zu bündeln... Aber ja, es gibt auch Fälle, wo der Job aus der Großstadt in die Provinz verlagert wird. Und dabei kenne ich Leute, die in solchen Fällen lieber in der Großstadt wohnen bleiben, als aufs Land zu ziehen (ja klar, eigene Entscheidung!) - dabei spielt es keine Rolle, daß sie dort weniger Miete zahlen müßten. Das ist oft nicht so eine rein mathematische Entscheidung, wie Du das darstellst - eher im Gegenteil!
Bei Wohneigentum sieht das sowieso noch mal anders aus.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Wem's gefällt, bitteschön. Deswegen muss ich das aber nicht gut finden und die Bahn muss für diese Leute keine Extra-Wurst braten.
Für die Bahn sind Fernpendler eine wichtige Kundengruppe, die recht regelmäßig und vorhersehbar unterwegs ist. Ich würde es nicht "Extrawurst" nennen, aber sie kann es sich nicht leisten, diese zu verprellen - das würde einen ziemlichen Einbruch der Fahrgastzahlen bedeuten.

MD 612 schrieb:
Zitat:
Wer sich für's Fernpendeln entscheidet, muss die Konsequenzen tragen, und zwar alle. Zu erwarten, dass andere die Last teilweise abnehmen, ist der falsche Weg. Das gilt auch für allen Deine weiteren Beispiele.
Ich lese nirgends die Erwartung, daß andere die Last abnehmen sollen.

def schrieb:
Zitat:
Bei 83 Millionen Menschen gibt es sicher beides und vieles dazwischen. Entscheidender als die müßige Frage, ob jemand freiwillig oder nicht fernpendelt, finde ich den Hinweis, dass der Staat und staatliche Organisationen nun auch nicht jeden Fall abfedern können. Fernpendler:innen dürften jedenfalls einiges verdienen, sonst würden sie nicht fernpendeln. Wenn man diese Diskussion verfolgt, hat man ja den Eindruck, es handele sich um Menschen knapp über dem Existenzminimum.
Klar gibt es alle Gruppen!
Der Eindruck ist wohl irgendwie falsch rübergekommen. Für jemand, der mit der Bahn fernpendelt, sind die Kosten nun mal ein großer monatlicher Ausgabeposten - und wenn man den mit Sparpreisen klein halten kann, macht man das.
Ansonsten - ja logisch sind es weniger die niedrigen Gehaltsgruppen, die fernpendeln, sondern die besser bezahlten Jobs. Und natürlich rechnet man da auch schon die Miete für die zweite Wohnung und die Kosten der Fahrerei mit, wenn man sich für den Job entscheidet.

Viele Grüße
Björn / schienenbär42

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 04.08.26 22:42

Selbstverständlich ist es genau das.

Und es gibt hier offensichtlich so manche, die dieses Prinzip entweder nicht verstanden haben oder genau dann ablehnen, wenn es gelegentlich mal zu ihren Ungunsten ausfällt. Wie die regelmäßigen Wutausbrüche, wenn pünktlich zu Ferienbeginn die Benzinpreise steigen (womit die Mineralölkonzerne haargenau demselben Prinzip folgen).

Witzig, wenn teilweise dieselben Foristen, die sonst gegen alles "Linksgrünversiffte!!!einself!!" wettern, da plötzlich sozialistische Anwandlungen zeigen...

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 23:14

Stammstrecke 4 schrieb:
Man wechselt einfach mal so den Job?
Herzlich willkommen in der Realität. Es scheint manchem gar nicht bewusst zu sein, wie oft gerade Gutverdienende (was Fernpendler regelmäßig sind) ihren Job wechseln, oft sogar freiwillig. Man sucht eine neue Herausforderung, neue Aufgaben, so der oft in solchen Fällen genannte Grund.

Stammstrecke 4 schrieb:
Oder hat keineLust auf Mitziehen und verzichtet auf den Lohn.
Was nützt es fernzupendeln, wenn man 500 Euro und mehr im Monat für's Pendeln ausgibt und noch dazu eine zweistellige Zahl an Stunden in der Woche für's Pendeln draufgehen. Von den Kosten einer Zweitwohnung am Arbeitsort und der Abwesenheit von der Familie über drei vier fünf Tage / Woche ganz zu schweigen. Da kann man auch für 500 Euro weniger wohnortnah arbeiten und hat noch dazu mehr vom Leben.

Stammstrecke 4 schrieb:
Da geht jemand von Zwickau dann einfach nach Zuffenhausen.
Vielleicht geht er ja zu BMW nach Leipzig oder zur Länderbahn nach Neumark? Beides könnte zukunftssicherer sein.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und dann der Witz mit "anderem Job suchen". Das mache mit 61 mal.
Auch wenn Du es nicht lesen möchtest, die berühmten Einzelfälle. Gute Unternehmen lassen sich für solche Leute etwas einfallen, damit die gut abgesichert in den Ruhestand wechseln können.

Stammstrecke 4 schrieb:
Du hast überhaupt keine Ahnung!
Gut gebrüllt Löwe, wahrscheinlich weil die eigenen Argumente schwach sind.

Stammstrecke 4 schrieb:
Suche dir mal in Berlin eine Mietwohnung.
Es war davon die Rede, von Berlin nach Leipzig zu ziehen, nicht umgedreht. In Leipzig gibt es auch gute Jobs.

Stammstrecke 4 schrieb:
Wenn man unwahrscheinlich eine findet, ist die garantiert teurer als die alte Wohnung.
Garantiert ist die neue Wohnung nicht zwangsläufig teurer als die bisherige. Es geht auch andersrum. Praktische Beispiele gibt es genügend.

Stammstrecke 4 schrieb:
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?
Im Regelfall nur im Rahmen normaler Altersabgänge oder sonstiger Fluktation, zum Beisiel weil die Leute einen neuen Job am Wohnort (und nicht 200km davon entfernt) suchen und finden und dafür bei der Bahn noch eine Abfindung mitnehmen.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 23:26

schienenbär42 schrieb:
Du scheinst das Glück zu haben, einen wohnortnahen, sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Das spielt hier in der Diskussion keine Rolle.

schienenbär42 schrieb:
Die Welt der Fernpendler scheint Dir eher fremd zu sein
Nein, das ist es nicht.

schienenbär42 schrieb:
Klar, die Entscheidung trifft jeder selbst. Aber es ist eine aufgedrückte Entscheidung
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.

schienenbär42 schrieb:
kann für die einen eine willkommene Entlastung sein, für andere aber auch eine Unterforderung, die auf Dauer nicht glücklich macht.
Dann ist es immer noch eine Entscheidung, die nicht aufgedrückt ist. Wenn man beim Fernpendeln glücklich ist, dann soll es so sein. Um auf den Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges zurück zu kommen, man muss dann eben auch die Konsequenz aus dieser Entscheidung tragen und kann nicht von der Bahn verlangen, dass die einen am Freitag Nachmittag zu Billigpreisen im vollen Zug mitnimmt.

schienenbär42 schrieb:
Und dabei kenne ich Leute, die in solchen Fällen lieber in der Großstadt wohnen bleiben, als aufs Land zu ziehen (ja klar, eigene Entscheidung!) - dabei spielt es keine Rolle, daß sie dort weniger Miete zahlen müßten.
Auch keine aufgedrückte Entscheidung.

schienenbär42 schrieb:
Für die Bahn sind Fernpendler eine wichtige Kundengruppe, die recht regelmäßig und vorhersehbar unterwegs ist. Ich würde es nicht "Extrawurst" nennen, aber sie kann es sich nicht leisten, diese zu verprellen
Tut sie doch nicht. Die Züge sind am Freitag (oder inzwischen eher schon am Donnerstag, dem neuen Freitag) voll wie nie, trotz der Preise. Also macht die Bahn alles richtig.

schienenbär42 schrieb:
Ich lese nirgends die Erwartung, daß andere die Last abnehmen sollen.
Lies die Beiträge von @LIW, die der Ausgangspunkt des hiesigen Diskussionsstranges waren.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 05.08.26 00:37

MD 612 schrieb:
Zitat:
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung.
Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!

Der Jobwechsel und Wohnungswechsel klingt bei Dir so einfach wie eine Hotelbuchung. Immer sind genug Optionen vorhanden - bei Wohnung und Job, immer, an jedem gewünschten Ort. Man hat nur die Qual der Wahl.
Das entspricht leider absolut nicht der Realität, die ich kenne.
MD 612 schrieb:
, man muss dann eben auch die Konsequenz aus dieser Entscheidung tragen und kann nicht von der Bahn verlangen, dass die einen am Freitag Nachmittag zu Billigpreisen im vollen Zug mitnimmt.

Das verlange ich auch überhaupt nicht! Wenn Du aufmerksam liest, wirst Du die Bewältigungsstrategien dazu finden. Regelmäßige Fahrer wissen, wie sie an günstige Preise kommen - wer nur selten fährt, hat weniger Erfahrung. Der ist aber oft auch weniger preissensibel.

Mal nebenbei bemerkt: vielen Fernpendlern ist der Bahnpreis sowieso egal, da sie mit dem Auto pendeln...

Viele Grüße
Björn / schienenbär42

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: Riedgras

Datum: 05.08.26 07:11

kariadsko schrieb:
Selbstverständlich ist es genau das.

Und es gibt hier offensichtlich so manche, die dieses Prinzip entweder nicht verstanden haben oder genau dann ablehnen, wenn es gelegentlich mal zu ihren Ungunsten ausfällt. Wie die regelmäßigen Wutausbrüche, wenn pünktlich zu Ferienbeginn die Benzinpreise steigen (womit die Mineralölkonzerne haargenau demselben Prinzip folgen).

Witzig, wenn teilweise dieselben Foristen, die sonst gegen alles "Linksgrünversiffte!!!einself!!" wettern, da plötzlich sozialistische Anwandlungen zeigen...
Das gilt aber nur solange alle Marktteilnehmer gleichwertig sind. Gibt es nur wenige Anbieter ist es ein Oligopol. Gibt es real nur einen Anbieter ist es sogar ein Monopol, und damit kein Markt mehr.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: 708axqc

Datum: 05.08.26 08:00

schienenbär42 schrieb:
MD 612 schrieb:
Zitat:
Nein, die Entscheidung ist nicht aufgedrückt. Es drückt einem niemand auf, dem Job hinterherzupendeln. Man entscheidet frei, ob man pendelt, hinterherzieht oder sich was Neues sucht.
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung.
Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!
Der Arbeitnehmer kann sich aber entscheiden, am Heimatort eine andere Stelle zu suchen. Oder ganz woanders, bei einem neuen Arbeitgeber. Für die allermeisten normal bis niedrig verdienenden Menschen ohne ganz besondere Qualifizierung gibt es keinen Grund, dem AG treu zu folgen. So wie der Arbeitnehmer aus Sicht des Arbeitgebers völlig austauschbar ist, sollte man auch den Arbeitgeber als beliebig austauschbar betrachten.

Die meisten Fernpendler sind sehr hoch qualifizierte Personen, deren Spezialisierung (und hohes Gehalt) sie bei der Wahl des Arbeitgebers und des Standorts stark einschränkt. Ein Arbeiter am VW-Band in Zwickau hingegen kann sich ebenso an eine andere Produktionslinie einer anderen Firma stellen.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: 708axqc

Datum: 05.08.26 08:05

Stammstrecke 4 schrieb:
Stichwort z. B. VW. Einst ein Arbeitgeber fast wie eine Behörde. Jetzt nicht mehr.
Die Ähnlichkeit zu mancher Behörde könnte eventuell mit den wirtschaftlichen Problemen im Zusammenhang stehen ...

Stammstrecke 4 schrieb:
Und will die DB nicht auch Stellen abbauen?
Muss die DB nicht auch Stellen abbauen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Um den Bedarf an staatlichen Zuschüssen zu reduzieren? Immerhin soll bald ein neuer Konkurrent auf den Strecken erscheinen.

Re: ... ist das nicht das Prinzip von ...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 05.08.26 08:15

Riedgras schrieb:
Das gilt aber nur solange alle Marktteilnehmer gleichwertig sind. Gibt es nur wenige Anbieter ist es ein Oligopol. Gibt es real nur einen Anbieter ist es sogar ein Monopol, und damit kein Markt mehr.
Nein, das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt auch für Monopole. Dann ist die Frage "was kaufen" eben reduziert auf "kaufen oder nicht".

Und übrigens: Auch wo auf der Schiene nur ein Anbieter fährt, steht der sehr wohl in Konkurrenz zu anderen Marktteilnehmern, insbesondere dem Auto. Der Kunde will nämlich nicht speziell Bahn fahren, sondern er will von A nach B.
Grundsätzlich ja, zwischen Wien und Brno zum Beispiel beginnen die Sparpreise tatsächlich ab so 7€. Man kann mit der Zeit die Preisspanne abschätzen, mit der man kalkulieren kann. In meinem Fall hat sich damals auch eine VorteilsCard (also ähnlich wie BahnCard 50) gelohnt. Es ist nicht unmöglich, mit variablen Preisen zu kalkulieren.

Wenn man oft genug pendelt, lohnen sich dann ja auch die Streckenzeitkarten bzw. die BahnCard 100 (letztere ja auch, wenn man auch mal mit der Bahn einen Ausflug/Urlaub plant).

Also ich habe so ziemlich alle Geschmacksrichtungen an Pendeln durchgespielt. Dass man nun hin und wieder je nach Relation und Tag/Uhrzeit noch günstigere Sparpreise kriegt, ist doch kein Nachteil, wie ich finde. Ist ja nicht so, als ob man nicht sowieso im Leben mit Unabwägbarkeiten kalkulieren muss. Absolute Sicherheit kriegt man ja eh nirgends. Außer, dass man irgendwann mal nicht mehr im Diesseits verweilt.

Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.
In wie fern ist das normal Arbeits- und Wohnort so schlecht aufeinander abzustimmen, dass man fernpendeln muss?

Und weißt du was bei Erfüllung deiner Forderung passieren würde? Die abnormalem Fahrgäste, die 14 Tage oder mehr im Voraus buchen können, haben keinen Grund mehr auf unattraktivere Tage oder Randzeiten auszuweichen und buchen sich genau zu den Zeiten Sitzplätze zu denen die normalen Fahrgäste fahren wollen. Die können dann im besten Fall stehen, im schlimmsten Fall kommen sie gar nicht mehr mit, oder es werden noch mehr Züge geräumt. Das ist dann aber ein echter Gewinn. Und bevor der Hinweis kommt, nein, man kann nicht einfach am Freitagnachmittag doppelt so viele ICE fahren.

Re: Ganz klarer Einspruch!

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 16:28

schienenbär42 schrieb:
Die Entscheidung, den Standort zu schließen, trifft der Arbeitgeber - und stellt den Arbeitnehmer vor die Wahl: wenn er Glück hat, gibt es die Option mitzugehen - sonst Kündigung. Die Option, weiter den bisherigen Arbeitsplatz in der bisherigen Entfernung zur bisherigen Wohnung zu behalten, gibt es nicht. Das meine ich mit aufgedrückte Entscheidung!
Aufgedrückt wird einem allenfalls die Tatsache, dass man selbst eine Entscheidung zwischen Mitziehen, Fernpendeln oder Jobwechsel fällen muss. Das Ergebnis dieser Entscheidung wird niemandem aufgedrückt. Das ist das Entscheidende hier in der Diskussion. Wie Du selbst schreibst, man hat die Wahl.

schienenbär42 schrieb:
Der Jobwechsel und Wohnungswechsel klingt bei Dir so einfach wie eine Hotelbuchung. Immer sind genug Optionen vorhanden - bei Wohnung und Job, immer, an jedem gewünschten Ort.
Immer vielleicht nicht, aber in den meisten Fällen. Schaut Euch doch mal auf dem Arbeitsmarkt um. Gerade für Gutverdienende mit hohem Qualifikationsniveau gibt es durchaus eine Auswahl guter Jobs, trotz Wirtschaftskrise.

schienenbär42 schrieb:
Das verlange ich auch überhaupt nicht!
Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass dieses Verlangen nicht von Dir kommt. Aber es war der Ausgangspunkt dieses Diskussionsstranges.

schienenbär42 schrieb:
Mal nebenbei bemerkt: vielen Fernpendlern ist der Bahnpreis sowieso egal, da sie mit dem Auto pendeln...
Was das Pendeln aber nicht unbedingt günstiger macht, gerade in jetzigen Zeiten von Spritpreisen weit jenseits der Zwei-Euro-Schallmauer.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
MrEnglish schrieb:
In wie fern ist das normal Arbeits- und Wohnort so schlecht aufeinander abzustimmen, dass man fernpendeln muss?

Es gibt einfach Situationen, in denen es temporär oder längerfristig so ist, daß man längere Strecken pendelt. Das kann bspw. passieren, wenn Verwandte pflegebedürftig werden.

Bei mir ist es z.B. so, daß ich die unbefristete Stelle in Deutschland habe, aber Frau, Kind und Schwiegereltern in Wien leben. U.a. muß sich meine Frau auch um ihre Oma kümmern. Da ist es dann faktisch so, daß ich eben bei Bedarf ins Büro fahre und damit fernpendele (nein, nicht wöchentlich, sondern etwa zweimal im Monat).
Ich mache das mit einem KlimaTicket in Österreich und einer BC50 in Deutschland; die ca. 80€ für Passau oder Salzburg nach Frankfurt sind m.E. kein „Wucher“ oder sonstwas, sondern ziemlich angemessen.
(ich gebe hier aber zu, daß ich momentan auch teilweise fliege, wenn das Angebot günstig ist; einfach, weil es zuverlässiger ist als ÖBB oder DB in den letzten Monaten; der Zug ist mir alleine schon deshalb lieber, weil ich besser arbeiten kann)

Mit dem Auto würde nur die Strecke Passau–Büro (ca. 450km einfach, 2 Reisen im Monat) lt. ADAC mit ca. 0,43€/km an Autokosten (Wertverlust, Versicherung, Werkstatt und Betriebskosten) anzusetzen sein, also 193,50€ an echten Kosten. Oder anders: 40mal diese Strecke mit dem Auto – also nach 10 Monaten, wenn man zweimal im Monat fährt – und die BC100F ist genauso bezahlt.

Und da kommt dann zustande, warum die Bahnpreise als teuer empfunden werden: Viele rechnen halt selbst bei solchen Strecken nur den Spritverbrauch, aber nicht, daß sie auch häufiger Wartung brauchen, mehr Reifen und irgendwann ein neues Auto. Wir hatten das ja schon einmal hier bei DSO, wo mich jemand fragte, ob die BahnCard 100 umsonst sei. Nein, ist sie nicht; das Auto aber eben auch nicht, das muß man nämlich auch bezahlen. Und wenn man im Jahr 25.000km abspult, hält das Ding auch keine 25 Jahre.

Daher habe ich mit dem Flexpreis keine Probleme, freue mich aber natürlich, wenn manchmal ein Sparpreis abfällt.

Ich würde also sagen: ja, es gibt manchmal Gründe, fernzupendeln und es ist nicht immer einfach damit getan, „mal eben den Arbeitgeber zu wechseln” (zumal man ja nicht nur selbst wollen muß, sondern man muß auch eine Stelle bekommen); aber für oder gegen Sparpreise etc. sind Fernpendler m.E. kein Argument, da der Flexpreis mit BC50, wenn man ehrlich rechnet, durchaus konkurrenzfähig ist zu den Kosten eines Autos.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
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