Andreas Schulz schrieb:Ja, das ist korrekt. Mit Einführung des ICE im Jahr 1991 wurden Relationspreise eingeführt, Zuschläge gab es aber weiterhin für IC und D/IR. Allerdings - und das ist der Unterschied zu heute - waren die Relationspreise auch fix, und änderten sich nicht je nach Tag, Wetterlage oder sonstwas.Übrigens kostet die gleiche Relation - und dank schlankerer Umsteigezeiten gar nicht mal wesentlich langsamer - 34 €. Basierend auf einem Landes-Kilometertarif, kein Länderticket. Das wäre eine Basis, wie früher beim D- und IC-Zug einen Zuschlag drauf, fertig.Die Deutsche Bundesbahn wollte bereits zur Einführung des ICE weg von Kilometertarifen, hin zu einem Relationstarif. Die Idee war, die Relationen in einem "Bahnbuch" zu veröffentlichen, weil zu der Zeit die Ausstattung der Bevölkerung mit Online-Zugängen trotz BTX noch eher gering war.
Und ja, das war natürlich vor der "Privatisierung", und scheiterte damals an der Komplexität des Vorhabens.
Die Logik dahinter ist aber bis heute unverändert: Wenn man bestimmte Verbindungen nicht endlos ausbauen kann, wie das z.B. bei Autobahnen gemacht wird, dann müssen Zugangsbeschränkungen stattfinden, und in einer Marktwirtschaft bietet sich da der Preis an.
Es geht hier nicht um Bilanzkosmetik, sondern um die Fahrpreise, genug abgelenkt.Korrekt. Und die Fahrpreise werden durch DB Fernverkehr so kalkuliert, dass im Idealfall alle Kosten inkl. Abschreibungen des Rollmaterials und auch Zinsen für Kredite damit gedeckt werden.
In Frankreich soll künftig das Familieneinkommen und nicht das Alter oder der Status des einzelnen Passagiers berücksichtigt werden.Und wo ist dieses Familieneinkommen dann jeweils hinterlegt, um den Preis zu ermitteln? Da gibt's ja auch Änderungen...
geschrieben von: Sebastian Berlin
Datum: 04.08.26 17:05
Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln. In welcher Blase lebst du? Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag? Die Leute müssen pendeln, natürlich überwiegend an den Wochenenden, und die kassiert die Bahn dann doppelt ab, mit überhöhten Preisen und fehlenden Sonderangeboten.
MD 612 schrieb:
Zitat:Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.Das stimmt.
geschrieben von: r125
Datum: 04.08.26 17:29
Die allermeisten Fahrgäste fahren günstig bzw. halbwegs günstig. Für die ist das kein Ärgernis, sie buchen einfach rechtzeitig. Die meisten Fahrten sind zeitig genug planbar.
geschrieben von: kariadsko
Datum: 04.08.26 17:42
Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Also, warum sollte man?
geschrieben von: r125
Datum: 04.08.26 17:44
r125 schrieb:Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Also, warum sollte man?
Die muss nämlich jemand bezahlen. Und bemessen sein müssen sie nicht am Durchschnitt, sondern an der Spitze. Es ist volkswirtschaftlich absolut sinnvoll, Nachfrage nach Verkehr oder auch sonstiger Infrastruktur so gut wie möglich zu verteilen. Und das heißt in diesem Fall: Leute, die sich die Fahrzeit aussuchen können, zum Ausweichen auf gering ausgelastete Zeiten zu motivieren.
geschrieben von: kariadsko
Datum: 04.08.26 17:54
kariadsko schrieb:Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.r125 schrieb:Bitte meinen Beitrag nach dem Zitat weiterlesen. Und erst Erfassen was ich geschrieben habe, und dann darauf antworten, danke!Was ist der gesellschaftliche Mehrwert die Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur so aufzusetzen, dass zwar z.B. alle 30 Minuten ein ICE fährt, die meisten Fahrgäste aber nicht zu spontanen Entscheidungen die das ausnützen in der Lage sind - eben genau so wie man mit einer S-Bahn umgeht, spontan einen anderen Takt des dichten Angebots zu nehmen.Weil eine gleichmäßige Auslastung für denselben Verkehr (im Sinne von: dieselben Passagier- bzw. Tonnenkilometer) weniger Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal etc. braucht?
Also, warum sollte man?
Die muss nämlich jemand bezahlen. Und bemessen sein müssen sie nicht am Durchschnitt, sondern an der Spitze. Es ist volkswirtschaftlich absolut sinnvoll, Nachfrage nach Verkehr oder auch sonstiger Infrastruktur so gut wie möglich zu verteilen. Und das heißt in diesem Fall: Leute, die sich die Fahrzeit aussuchen können, zum Ausweichen auf gering ausgelastete Zeiten zu motivieren.
Ich zitiere mich selber nochmal, für diejenigen die zu früh das Lesen aufgehört haben:
"Das spricht im übrigen nicht dagegen, abhängig von der prognostizierten Auslastung verschieden viel Geld zu verlangen. Aber eben garniert mit kostengünstigen Umbuchungsmöglichkeiten, bei der man eben den Differenzbetrag zahlt/zurückbekommt, und nicht eine Strafgebühr fürs Umbuchen, die weit vom realen Aufwand des Verkehrsunternehmens entfernt ist, oben drauf.
Es kann mir nämlich niemand erzählen dass die DB nicht schon relativ genau weiß, welche Züge wie stark nachgefragt sein werden --- das könnte man auch gleich im Preis abbilden, statt eine Lotterie bei der diejenigen die sich monatelang vorher festlegen gewinnen, dazwischenzuschalten."
geschrieben von: r125
Datum: 04.08.26 18:20
Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.
Natürlich hat die DB schon vorher eine Vorstellung, wie voll die Züge werden. Genau deshalb bietet sie doch für freitags und sonntags weniger Sparpreise an.
Und es ist an tausend Stellen auch außerhalb der Bahn normal, dass Billigangebote vom Umtausch ausgeschlossen sind. Das ist doch gerade ein Teil der Lenkung, dass sich die Leute fragen, ob ihnen die Flexibilität den Aufpreis wert ist.
geschrieben von: Sebastian Berlin
Datum: 04.08.26 18:26
Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.Doch, denn es dürften deutlich mehr Nutzer im Nahverkehr mit dichteren Takten unterwegs sein. Wir leisten uns diese Infrastruktur ja nicht nur für ein paar ICE im Halbstundentakt.
geschrieben von: kariadsko
Datum: 04.08.26 19:03
kariadsko schrieb:Der von mir zitierte Absatz Deines Beitrags ließ sich nur so lesen, dass Du davon ausgehst, es müsste auch zu vollsten Zeiten immer ein Angebot da sein, dessen Preis niemandem wehtut. Das lehnt im Grunde eine Lenkung komplett ab (oder akzeptiert sie nur so geringfügig, dass sie ihren Zweck verfehlt). Und daran ändern die folgenden Absätze nichts, Dein jetziger Beitrag verstärkt den Eindruck eher noch.Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.Ich denke aus meinem Beitrag ging klar hervor dass wir wenn dann über das "Wie", nicht das "Ob" der Lenkung diskutieren.
Lenkung wohin?Komisch. Die Züge freitags sind voll. Also sehen doch offensichtlich die meisten Nutzer diese Flexibilität in der Praxis.
In weniger nachgefragte Züge? Dafür sollte es reichen die spürbar günstiger anzubieten, verglichen mit den stärker nachgefragten.
Wenn es natürlich darum geht, 10 Prozent der Fahrgäste in Tickets zum Mehrfachen Preis zu lenken, dann bekräftigt das eher meine Kritik.
Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.
geschrieben von: r125
Datum: 04.08.26 19:53
r125 schrieb:kariadsko schrieb:Der von mir zitierte Absatz Deines Beitrags ließ sich nur so lesen, dass Du davon ausgehst, es müsste auch zu vollsten Zeiten immer ein Angebot da sein, dessen Preis niemandem wehtut.Keine Ahnung, wieso das meine Antwort widerlegen sollte? Klär mich mal bitte auf.Ich denke aus meinem Beitrag ging klar hervor dass wir wenn dann über das "Wie", nicht das "Ob" der Lenkung diskutieren.
Komisch. Die Züge freitags sind voll. Also sehen doch offensichtlich die meisten Nutzer diese Flexibilität in der Praxis.
Wer natürlich den Supersparpreis als "Normalpreis" nimmt und nicht als das, was er ist (nämlich ein Billigangebot, bei dem man wie bei allen Billigangeboten das Kleingedruckte lesen und akzeptieren muss), dem kann ich nur zurufen: Selbst schuld.
geschrieben von: r125
Datum: 04.08.26 20:06
r125 schrieb:Nämlich dass wir uns als Steuerzahler eine Infrastruktur leisten, für dichte Takte, und die Nutzung dann so aufsetzen dass die meisten Nutzer die Flexibilität in der Praxis nicht sehen.Doch, denn es dürften deutlich mehr Nutzer im Nahverkehr mit dichteren Takten unterwegs sein. Wir leisten uns diese Infrastruktur ja nicht nur für ein paar ICE im Halbstundentakt.
Von der Infrastruktur, sofern sie ausreichend dimensioniert wäre, profitieren sämtliche Arten des Schienenverkehrs. Das hat aber keinen Einfluss auf die Fahrgastlenkung eines Unternehmens.
geschrieben von: LIW
Datum: 04.08.26 20:30
Wie wäre es mit Berlin (betreffs Prignitz und Altmark) oder Nürnberg (betreffs Oberfranken)? Man kann natürlich auch eine Stelle annehmen, die nicht so gut bezahlt wird, wenn man die Differenz mit gesparten Reisekosten und gesparter Lebenszeit wieder reinholt. Andererseits geht es beim Fernpendeln regelmäßig auch um Pendlerstrecken zwischen Metropolen wie bspw. Leipzig - Berlin, Frankfurt/M. - Köln/Bonn, Hamburg - Düsseldorf oder München - Stuttgart. Im Regelfall absolut unnötig...Ich finde es sehr seltsam, die Wahl von Wohn- und Arbeitsort anderer als "im Regelfall absolut unnötig" zu bezeichnen, nur weil sie weit von einander entfernt liegen.
MD 612 schrieb:Das ist kein Quatsch. Keiner wird gezwungen fernzupendeln. Wenn die Firma umzieht, hat man die Wahl mitzuziehen, fernzupendeln oder sich einen anderen Job vor Ort zu suchen. Es gibt ja nicht nur diese eine Firma. Deswegen, wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht. Und wenn man den Job ohnehin wechselt, muss es ja nun wirklich kein neuer in 200km und mehr Entfernung sein. Selbst wenn der neue Job vor Ort nicht so gut bezahlt wird wie der in 200km Entfernung, man spart sich Kosten für's Pendeln und gewinnt viel Lebenszeit für sich und die Familie. Insgesamt also ein Gewinn.Und wer fernpendelt, hat sich das selbst ausgesucht.Quatsch. Firmen ziehen um, lösen Standorte auf, Jobs wechseln.
Weißt du wie teuer ein Umzug ist und ein neuer Mietvertrag?Ein neuer Mietvertrag ist nicht automatisch teurer als der alte. Zieh mal von Berlin nach Leipzig oder von Frankfurt/M. nach Mannheim oder Heidelberg. Es gibt Firmen, für die ist es gerade der Grund den Firmensitz zu verlagern, bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter und bezahlbare Firmenräume zu finden.
Die Leute müssen pendeln, natürlich überwiegend an den Wochenenden, und die kassiert die Bahn dann doppelt ab, mit überhöhten Preisen und fehlenden Sonderangeboten.Die Leute müssen gar nichts, siehe oben. Und von einer Aktiengesellschaft kann der Eigentümer erwarten, hohe Profite zu erwirtschaften. Unter anderem dadurch, die Gesetze des Marktes gnadenlos auszunutzen. Dann, wenn das Angebot knapp ist (volle Züge mit wenig freien Plätzen am Wochenende) steigt der Preis. Das ist Grundwissen aus der Schule, wenn man aufgepasst hat. Im Wirtshaus ist am Mittwoch Schnitzeltag für 9,99€, weil der Wirt Gäste anlocken will. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag ist die Bude ohnehin voll, da gibt es das Schnitzel für 17,90€. Machst Du da dasselbe Fass auf wie hier?
geschrieben von: MD 612
Datum: 04.08.26 20:55
Die Staatsbahn DB hat einen Bedarf zu decken.Wo kann man nachlesen, dass die Bahn das zwingend zu tun hat? Wenn die Bahn morgen auf bestimmten Strecken den Fernverkehr einstellt, dann ist das so, egal ob Bedarf besteht oder nicht. Die Zeit der Planwirtschaft ist vorbei, gewöhn Dich dran. Wer nach Marktwirtschaft schreit, bekommt Marktwirtschaft, auch im Bahnfernverkehr. Im Übrigen wirst Du es nicht erleben, dass Flixtrain, Italo und wie sie alle heißen mögen am Freitag Nachmittag nennenswert preiswerte Sonderangebote raushauen werden.
Vorschläge: [...]Und wer finanziert wie diese tollen Vorschläge?
This forum is powered by Phorum.
Eugenol template is a free semantic and xhtml valid theme for Phorum edited under GPL by PROMOPIXEL.

