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Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.

Zitat
Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer sind Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer als an anderen Wochentagen. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.

[www.faz.net]
[www.n-tv.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 07:20.
Guten morgen zusammen,

das Sommerloch scheint in diesem Jahr besonders tief auszufallen.

Sparpreise und Super‑Sparpreise gibt es nicht erst seit gestern, sondern in ihrer kontingentierten Form seit über einem Vierteljahrhundert. Zuvor war die Regelung sogar noch krasser: Super‑Sparpreise waren an Freitagen und Sonntagen schlicht ausgeschlossen.

Viele Grüße

Hochgeschwindigkeitsstrecke
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit. Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind. Dafür wird man dann extrem abkassiert. Das geht bei einer de facto monopolitischen Staatsbahn nicht, die im Prinzip bereits der Steuerzahler bezahlt. Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
In wiefern nicht erreichbar für normale Bahnreisende? Dass ich nicht normal bin, war mir schon klar. Aber ich finde schon, dass die Supersparpreise doch ganz gut buchbar sind, wenn man entsprechend im Voraus bucht - wenn man die Preise breiter verfügbar machen würde, würden sich dann noch mehr drüber beschweren, dass ja für volle Züge noch Sparpreise angeboten werden.

Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.

Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: rka

Datum: 03.08.26 08:40

Hallo Zusammen,

ich verstehe nicht so ganz, warum das auf einmal ein Problem ist. Die ganze Form der Preisgestaltung hatte doch schon immer den Zweck, die Leute in die Züge in den nachfrageschwachen Zeiten zu bekommen.

Warum sollte die Bahn die Fahrpreise stärker angleichen? Damit die Züge am Wochenende noch voller sind, weil die, die problemlos ausweichen könnten, sich dann auch noch da rein quetschen?

Klar kostet das unser Geld. Aber in einem überbesetzten Zug fahren, möchte ja auch keiner. Und irgendwie steuern muss man das Ganze. Sonst sind wir ruckzuck beim (nord)skandinavischen Prinzip: Es gibt nur Platzkarten, wer zuerst kommt, hat den Platz und kurzfristig fahren geht nicht. Aber das wollte damals bei der ersten Preisreform auch niemand.


Grüssle


Ralf

Muss es billig sein?

geschrieben von: Hilfsbetreiber

Datum: 03.08.26 09:02

Moin!

Ich habe das Grundgesetz jetzt dreimal durchgelesen und immer noch keinen Paragraphen gefunden, in dem ein Recht auf billigen Transport verankert ist.

Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.

Wer auf eine Reise am Freitag oder Sonntag angewiesen ist, zahlt eben; entweder in Geld (Bahn) oder Zeit (Autobahn).

Der Hilfsbetreiber

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 09:04

Platzkarten sind ja auch superdämlich, wenn man seine Anschlüsse sowieso oft verpasst.
Es geht hier darum, dass die "Normalpreise" (Flex bei typischer Nutzung) mittlerweile überhöhe Strafpreise sind, man kassiert einfach ab, die Nachfrage wird dadurch nicht "gesteuert".

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: KEVAGianer

Datum: 03.08.26 09:08

Ich sehe es auch so, dass wir nicht ständig den Eindruck vermitteln müssen, es gebe alles für lau. Diese Gratismentalität in vielen Dingen, beginnt schon im SGB II-Leistungssystem und geht hin von Gratisretouren bei Waren bis hin zur Mobilität, gehört schon auf den Prüfstand.
Hallo,
es geht beim Wucher nicht nur um Sparpreise, sondern auch Rückgabe bzw. Umtausch auf anderen Termin kostete mich
kürzlich 78,-- bei gleicher Fahrt von VS nach W ! Warum kann Fahrschein nicht für neues Datum umgeschrieben werden u.
ledilich Platzreservierung neu ?
LIW schrieb:
Die Super-Sparpreise sind bekanntlich nicht in nachfragestarken Zeiten verfügbar, damit bleiben die Fahrgäste aber oft auf wesentlich teureren Fahrpreisen sitzen. Man zahlt bis zu 157 Prozent des beworbenen Preises. Das beklagen jetzt Verbraucherschützer und die FAZ hat einen Bericht darüber.

Zitat
Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer sind Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer als an anderen Wochentagen. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.
[www.faz.net]
[www.n-tv.de]
Germany in a nutshell: Investitionen sind unerwünscht, sie kosten ja Geld und könnten irgendwen stören, wenn z.B. eine Sporthalle abgerissen werden muss. Lenkung über den Preis ist unerwünscht, da könnte man ja irgendwen ausschließen. Verbote sind sowieso unerwünscht. An dieser Mentalität scheitert in Deutschland eigentlich alles, vom Klimaschutz über notwendige Reformen bis hin zu einem funktionierenden Bahnbetrieb.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: def

Datum: 03.08.26 09:16

Hilfsbetreiber schrieb:
Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.
Kann ich bestätigen. Der Kalender wird dann halt drumherum gebastelt. Davon abgesehen sind zumindest arbeitende Fernpendler:innen auch nicht unbedingt die ärmsten. Bei Studierenden mag das eher ein Problem sein, aber die sind in der Regel zeitlich deutlich flexibler. (Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen? :))
niki schrieb:
Hallo,
es geht beim Wucher nicht nur um Sparpreise, sondern auch Rückgabe bzw. Umtausch auf anderen Termin kostete mich
kürzlich 78,-- bei gleicher Fahrt von VS nach W ! Warum kann Fahrschein nicht für neues Datum umgeschrieben werden u.
ledilich Platzreservierung neu ?
Weil sich dann alle ein Ticket für die Verbindung am Donnerstag um 19:30 Uhr kaufen und letztlich am Freitag um 15 Uhr fahren würden.
LIW schrieb:
Das Thema Fahrpreise ist für viele Bahnbenutzer ein ständiges Ärgernis und verdient Aufmerksamkeit. Zumal die Bahn sich öffentlich gerne mit Tiefstpreisen brüstet, die für normale Bahnfahrgäste eben nicht erreichbar sind. Dafür wird man dann extrem abkassiert. Das geht bei einer de facto monopolitischen Staatsbahn nicht, die im Prinzip bereits der Steuerzahler bezahlt. Die Fernpendler pendeln nun mal am Wochenende, das kann man nicht einfach als Staat ausnutzen.
Meiner Meinung nach braucht man wieder verlässliche Preise, das Wucherpreis-, ich meinte, Flexpreissystem gehört dringend wieder abgeschafft.
Aus deinen Argumenten spricht weniger „alle Fahrgäste“, sondern ziemlich eindeutig: Fernpendler.

Vermutlich gehörst du selbst dazu, sonst würdest du das Thema nicht mit solcher Ausdauer drehen. Nur: Sind Fernpendler wirklich die große Masse oder eher deine persönliche Perspektive? Zumal man als Fernpendler ja nicht gerade von spontanen Überraschungsreisen lebt und problemlos weit im Voraus buchen könnte. Aufgrund der aktuell schlechten betrieblichen Situation wird ohnehin jeder zweite Super‑Sparpreis unfreiwillig zum Flexpreis‑Upgrade.

Viele Grüße

Hochgeschwindigkeitsstrecke
Solange man einen eigenwirtschaftlich arbeitenden Fernverkehr hat, wird es eine Auslastungssteuerung immer geben. Die hat sich bewährt, um mehr Reisende in die Züge zu bekommen.

Es wäre eine Aufgabe für die Bundespolitik, den Fernverkehr ebenso auszuschreiben (und zu subventionieren) wie den Nahverkehr auf Länderebene. Das hätte Vorteile (besseres Angebot auf heute unrentablen Strecken), würde jedoch den Bund Geld kosten. Derartige Anstalten hat bislang keine Bundesregierung gemacht…

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: Val

Datum: 03.08.26 09:52

Hilfsbetreiber schrieb:
Und Fernpendler wissen üblicherweise ein halbes Jahr vorher, wann sie fahren wollen.

Im Gegentum. Reisen plane ich mit langem Vorlauf und nehme da auch gern eine Zugbindung in Kauf. Als Wochenendpendler ist mir Flexibilität extrem wichtig - je nachdem, wie sich die Terminlage auf der Arbeit gestaltet, will ich ein paar Stunden früher oder später fahren können.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Fahrpläne ein halbes Jahr im Voraus sowieso genau null Wert haben, weil die Bahn oft erst wenige Tage vor dem Datum der Fahrt damit herausrückt, welche Züge heute fahren, ausfallen oder umgeleitet werden.

Ich fahre genau deswegen seit Jahren Flexpreis mit BC50, und ärgere mich ständig über die stetig steigenden Preise, die dazu noch mit immer weiteren Angebotseinschränkungen einher gehen. Vor ein paar Jahren hatte ich noch einen Stundentakt plus Umsteigeverbindungen dazwischen, heute kann ich von Glück sagen, wenn es zweistündlich eine Umsteigeverbindung finde.

Re: Aber das ist doch das Prinzip!

geschrieben von: gbstngrtz

Datum: 03.08.26 09:52

Hey zusammen,

also ich habe eben günstige Tickets gekauft gut zwar erst für Anfang Oktober aber immerhin. Berlin-München-Berlin für 13,98€ hin- und zurück, Rückfahrt mit dem "Sprinter" .

Ab und zu findet man richtige Schnäppchen, oder gibt es nicht noch diese "günstigen" Tickets die man Samstags um Punkt 24 Uhr kaufen kann? Für die darauffolgende Woche.

VG Basti



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 10:25.

Re: Muss es billig sein?

geschrieben von: U-Bahnfreund

Datum: 03.08.26 09:53

def schrieb:
Bei Studierenden mag das eher ein Problem sein, aber die sind in der Regel zeitlich deutlich flexibler. (Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen? :))
Es gibt auch samstags Lehrveranstaltungen

Es grüßt der U-Bahnfreund :)
LIW schrieb:
Normal sind z.B. Fernpendler. Normal sind Fahrten, die nicht 14 Tage vorher fest gebucht werden können. Heute wird die Mehrheit der Reisenden mit solchen Pferdefüßen ausgebremst und abkassiert, während sich die Bahn für ihre Fantasie-Sonderpreise feiern lassen will. Da in Politik und Medien viele offenbar nicht Bahn fahren, oder gleich sowas wie ne BC100 haben, fällt das praktische Problem so nie auf. Die Verbraucherschutzverbände rechnen das nun aber erfreulicherweise mal nach.
Warum soll ein Fernpendler nicht 14 Tage im Vorraus seine Fahrt buchen können? Der kann ziemlich genau planen wann er pendelt. Wenn er das öfter macht, wird er sicherlich auch eine Rabattkarte haben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 10:28.
def schrieb:
Gibt es inzwischen eigentlich an Freitagen Lehrveranstaltungen?
Ja, sicher doch - Seminare, Klausuren, Kolloquien, ...
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