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Die Chefin der Deutschen Bahn AG, Evelyn Palla, hat eine »organisierte Verantwortungslosigkeit« im Staatskonzern beklagt. Das müsse der Vergangenheit angehören, sagte Palla der »Welt am Sonntag«. Pünktlichkeit beginne mit einer »klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle«.
[www.spiegel.de]

Gröte ut Pommern
RBD-S

Manche Aussagen sind Zitate Wert

geschrieben von: Lz 86711

Datum: 01.08.26 07:14

Zitat:
Palla sagte der Zeitung: »Wesentliche Entscheidungen auch zu operativen Verbesserungen wurden häufig zentral in der Konzernleitung getroffen.« Diejenigen in der Zentrale, die diese Entscheidungen getroffen hatten, hätten jedoch keine Verantwortung für die Umsetzung in der Fläche getragen.
Zitat:
»Umsetzen mussten es die Kollegen draußen. Die wiederum haben gesagt: Das habe ich nicht entschieden, und das funktioniert bei mir auch nicht.« In der Zentrale habe es dann geheißen, die in der Fläche hätten es nicht richtig umgesetzt. »Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.
Zitat:
Palla betonte, dass sie mit ihrer Kritik »explizit nicht« die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter und Disponenten meine. »Alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen, das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.«
Ich würde mir das gleiche Vorgehen bei meinen Laden wünschen. Nieder mit der Lehmschicht!

Filme und Serien werden immer dümmer:
Zitat:
[…] Und dann sei da noch diese Bitte der Netflix-Leute gewesen: "Es wäre nicht übel, wenn ihr drei- bis viermal im Dialog wiederholen könntet, worum es im Plot geht, weil die Leute an ihren Handys hängen, während sie gucken."
Denken auslagern macht dumm - Was gegen Kompetenzabbau durch KI-Nutzung hilft
Und hier das Original:

Zitat
Für die Bahn sei Leistung besonders wichtig, da sie „in der schwersten Krise ihrer Unternehmensgeschichte“ stecke.

Insgesamt würde sie ihrem Unternehmen für die erbrachte Leistung derzeit die Schulnote 3 geben. Man dürfe nicht nur die Pünktlichkeitsquote im Personenfernverkehr sehen, wo im ersten Halbjahr lediglich 59 Prozent der Züge ohne größere Verspätung ankamen. „Bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr haben wir eine 4 minus“, räumte Palla ein, im Regionalverkehr gebe es aber deutlich weniger Verspätunge
Welt
Das klingt und liest sich ja wirklich so, als wären wir und vor allem wie sehr wir in der jahrzehntelangen Runterwirtschaftung stecken!

[www.drehscheibe-online.de]

Re: Deutschlandfunk.de

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 01.08.26 10:44

Fuhrmann schrieb:
[www.google.com]
Wer hat etwas davon, wenn du dieses Thema mit noch mehr Umschriften der Primärquelle voll ballerst und dann noch ein Bild hier rein stellst, zu dessen Veröffentlichung du keine Rechte besitzt?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 10:45.
Moin . Das alles ist das Ergebnis wenn in der Verwaltung ( nicht nur DB - AG ), Leute sitzen die von der Praxis nicht viel Ahnung haben . Politiker natürlich eingeschlossen . Gruß Olli



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 11:22.
Frau Palla kuscht brav vor ihren vorgesetzen Politikern. Sie sollte nicht ihre direktberichtenden Mitarbeiter verantwortlich machen sondern die verantwortlichen Poliktiker. Die gerne ihre großartigen Ideen für umme umgesetzt haben wollen und ausfällig werden, wenn sich der weltfremde Unsinn nicht umsetzen läßt und zur gemeingefährlichen Katastrophe Stuttgart 21 auswächst.

WernerS schrieb:
Frau Palla kuscht brav vor ihren vorgesetzen Politikern. Sie sollte nicht ihre direktberichtenden Mitarbeiter verantwortlich machen sondern die verantwortlichen Poliktiker. Die gerne ihre großartigen Ideen für umme umgesetzt haben wollen und ausfällig werden, wenn sich der weltfremde Unsinn nicht umsetzen läßt und zur gemeingefährlichen Katastrophe Stuttgart 21 auswächst.
Bin ja kein DB Mitarbeiter. Für einen Außenstehenden finde ich es schon sehr bemerkenswert, dass Frau Palla jetzt interne Missstände im mittleren Management der DB benennt, die z.B. Weselsky immer lautstark angeprangert hat. Meine bescheidene Wahrnehmung als Außenstehender....
In jeder Firma die groß genug ist für ein mittleres Managerment sind das die Prügelknab Personen. Die ganz unten braucht man zum arbeiten und die ganz oben wollen ihre Boni sichern.

WernerS schrieb:
In jeder Firma die groß genug ist für ein mittleres Managerment sind das die Prügelknab Personen. Die ganz unten braucht man zum arbeiten und die ganz oben wollen ihre Boni sichern.
Frau Palla hat doch recht! Ich habe zwar "nur" in einer DB-Tochterfirma gearbeitet, aber genau diese Umstände haben mich nach 18 Jahren bewogen, mich beruflich völlig neu zu orientieren.

Re: Schleichender Verlust von Fachwissen

geschrieben von: trambahngondoliere

Datum: 01.08.26 12:31

olli1956 schrieb:
Moin . Das alles ist das Ergebnis wenn in der Verwaltung ( nicht nur DB - AG ), Leute sitzen die von der Praxis nicht viel Ahnung haben . Politiker natürlich eingeschlossen . Gruß Olli
Hallo Olli,
ich würde das gar nicht nur auf die Verwaltung beschränken. Ich beobachte ganz allgemein einen zunehmenden Verlust an grundlegendem Fachwissen und Ersatz durch (Makro-)Management und übertriebene Abstraktion.

Man braucht schon beides:
1. Wissen, wie man Probleme fachlich richtig und konkret löst (<- fehlt zunehmend!)
2. Die Fähigkeit, diese Problemlösungen zu verallgemeinern und zu strukturieren um die Weite der Fläche abzudecken und Räder nicht ständig neu zu erfinden (funktioniert ganz gut, zumindest auf den Powerpoints)

Gründe gibt es dazu viele (z.B. in Rente gehende Babyboomer, viele Quereinsteiger, fehlende qualifizierte Grundlagenaus- und aber auch Weiterbildung) und nicht zuletzt die grassierende Bequemlichkeit der 2010er Jahre. Bei letzterem stimmt ich Frau Palla definitiv zu und wünsche ihr beim "Aufräumen" viel Erfolg (vielleicht auch Glück). Sie sollte nur die anderen o.g. Punkte dabei nicht vernachlässigen.

Viele Grüße,

Auch eine Nicht-"Vollbahn" kann voll sein, und eine "Kleinbahn" nicht klein ;-)
trambahngondoliere

Re: Schleichender Verlust von Fachwissen

geschrieben von: ktmb

Datum: 01.08.26 13:13

Mein Sohn will da nach einem Studium evtl. einsteigen. Habe ihm gesagt, dass er vorher eine Lehre bei der Bahn machen soll.
Ich finde gut, dass sie dabei nicht ihren eigenen Leuten auf der Arbeitsebene unten in den Rücken fällt, sondern strukturelle Führungsmängel oben benennt. Es klingt für mich richtig, wieder mehr Verantwortung nach unten zu geben. Der Bahntower ist wohl immer mehr eine eigene Blase und Echokammer der Politik geworden?

Das Loben der Leute unten ist richtig. Man sieht oft, wie die sich Mühe geben und ausgebremst werden, etwa wenn ein ICE-Schaffner erst noch ein Anschlusswarten aushandelt, der eigene Zug dann aber doch noch hinter einem langsamen Güterzug ohne Überholungsmöglichkeit versauern muss und der Anschluss flöten geht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 13:19.
Wenn sie Probleme von der ausfährenden Abteilung rückverfolgt, landet sie zu wenig Mittel für Wartung (sollst du sparen), Budget (6 Projekte aus 50 notwendigen), beim Aufsichtsrat, beim Ministerium, beim Bundeeshaushalt, bei den schwarzen Nullen oder der "börsenfähigkeit". Das wird heute von Meedien zitiert, obwohl es angeblich niemand wollte und es dazu nie ein Kabinettsbeschluß oder Koalitionsvertrag gab.

Wer von den tausenden Menschen war Schuld? Viele Beschwichtiger und Schleimer als Vorstandsvorsitzende, "will ich nicht hören"-Minister etc.

War Schnieder ein Letzterer? Hat Pallas sich direkt bei Friedrich beschwert?

Wer hat die Generalsanierung als wirtschaftlichste Eierlegendewollmichsau gepriesen?
WernerS schrieb:
Frau Palla kuscht brav vor ihren vorgesetzen Politikern. Sie sollte nicht ihre direktberichtenden Mitarbeiter verantwortlich machen sondern die verantwortlichen Poliktiker.
Um politische Fehlentscheidungen (geradezu eine Tautologie) geht es aber nicht. Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, daß das Bundesverkehrsministerium sich tagtäglich in die Entscheidungen der Bahnvorstände einmischt. Oder weißt du da etwas Näheres?

Re: Deutschlandfunk.de

geschrieben von: Fuhrmann

Datum: 01.08.26 15:00

Daran habe ich auch gedacht, ist ja gut.
Und solch einen Missstand haben wir doch jetzt in Berlin gemäß Weselskys Wortlaut von "einem Verkehrsminister nach dem anderen".
Welches "vielleicht das unfähigste und ebenso unüberlegteste und in die Tat umgesetzte Bauvorhaben in der Geschichte der Deutschen Bahn" ist.

[www.google.com]
Sie hat schon recht. Was ich in meinem Arbeitsleben gelernt habe bevor ich mich selbständig gemacht habe ist, dass das mittlere Management leider zu oft aus Pfeifen besteht. Teilweise haben die sich im Betrieb durch Schleimerei hoch gearbeitet und die mangelnde Kompetenz macht sich an diesem Posten spürbar. Die hätten auf ihrem ursprünglichen Posten besser gepasst und für den Betrieb mehr Wert gewesen als sie zu befördern wo sie nicht hin passen und jegliche Qualifikation fehlt, vor allem die Menschenführung. Oder ich weiß nicht nach welchen Kriterien neue Leute auf diesem Level eingestellt werden. Wahrscheinlich weil sie auf gleicher Wellenlänge ticken wie die Leute die sie einstellen, was ein systemisches Problem ist. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, nie in größeren Unternehmen arbeiten zu wollen, mit Vorgesetzten die intellektuell nicht dort hin passen. Warum soll das bei der Bahn anders sein?

Re: Schleichender Verlust von Fachwissen

geschrieben von: PeGe

Datum: 01.08.26 16:23

Fehlendes Fachwissen kommt in vielen Bereichen aber von der Konzentration von unterschiedlichen Aufgaben auf wenige oder noch schlimmer auf eine Person durch das Eindampfen des Personals.
Irgendwann kippt es, eben dann, wenn Fachentscheidungen im Kontext getroffen werden müssen.
Das hat weniger mit Bequemlichkeit als mit kurzsichtiger Unternehmensführung zu tun.
Die eine sehende Person kann nicht mehr alles im Blick haben.



trambahngondoliere schrieb:
olli1956 schrieb:
Moin . Das alles ist das Ergebnis wenn in der Verwaltung ( nicht nur DB - AG ), Leute sitzen die von der Praxis nicht viel Ahnung haben . Politiker natürlich eingeschlossen . Gruß Olli
Hallo Olli,
ich würde das gar nicht nur auf die Verwaltung beschränken. Ich beobachte ganz allgemein einen zunehmenden Verlust an grundlegendem Fachwissen und Ersatz durch (Makro-)Management und übertriebene Abstraktion.

Man braucht schon beides:
1. Wissen, wie man Probleme fachlich richtig und konkret löst (<- fehlt zunehmend!)
2. Die Fähigkeit, diese Problemlösungen zu verallgemeinern und zu strukturieren um die Weite der Fläche abzudecken und Räder nicht ständig neu zu erfinden (funktioniert ganz gut, zumindest auf den Powerpoints)

Gründe gibt es dazu viele (z.B. in Rente gehende Babyboomer, viele Quereinsteiger, fehlende qualifizierte Grundlagenaus- und aber auch Weiterbildung) und nicht zuletzt die grassierende Bequemlichkeit der 2010er Jahre. Bei letzterem stimmt ich Frau Palla definitiv zu und wünsche ihr beim "Aufräumen" viel Erfolg (vielleicht auch Glück). Sie sollte nur die anderen o.g. Punkte dabei nicht vernachlässigen.

Viele Grüße,

Fröhliches Schaffen
PG
Hallo zusammen,

Ich habe versucht den Spiegelartikel zu lesen.
Folgendes ist mir aufgefallen.
1. Es erfolgte eine Analyse mit dem Resultat alles liegt an der Verantwortungshinundherschieberei.
2.Bisher (vor ihr) gab es nur Erkenntnisgewinn und keine Massnahmen.
3.Eine neue Maßnahme. Es muss sich etwas verändern. Verantwortung soll wieder in den richtigen Ebenen liegen
4.Sie will keine Probleme aufgezählt bekommen, sondern Lösungen
5.aktuell wird es aber nicht so schnell gehen.
6.Grosser Problemverursacher ist Netz und darum wird es auch nicht so schnell gehen.

Mein Fazit
Für mich sieht es nach erneutem Kenntnisgewinn aus.
Die Ebenen die etwas umsetzen müssen, wurden hoffentlich schon zuvor informiert. Wenn nicht, sehe ich dort erhebliche Widerstände .
Was mir fehlt, sind konkrete Maßnahmen, inkl. konkreter Beispiele.
Problematisch sehe ich, dass zukünftig nur Lösungen erlaubt sind und keine Auflistung von Problemen. Die Benennung von Problemen ist aber elementar wichtig, da diese sonst nicht gelöst werden können. Das ist Aufgabe des Mgmt die Probleme zu lösen, nachdem sie benannt wurden. (Betriebl. Probleme sind natürlich im Betrieb zu lösen, soweit dazu in der Lage, siehe Ressourcen, Verantwortung, etc.
Mit den Punkten 5 und 6 wird dann eigene Verantwortung nach hinten geschoben und mit dem Punkt 6 ein weiterer Schuldiger benannt, aber ohne Maßnahmen, wie die Auswirkungen reduziert werden können.

Es gibt wahrscheinlich 1000 Punkte die ich übersehen habe.
Gern berichtigen oder ergänzen.

Fröhliches Schaffen
PG
PeGe schrieb:Zitat:
Problematisch sehe ich, dass zukünftig nur Lösungen erlaubt sind und keine Auflistung von Problemen
Das lese ich nicht aus dem Artikel, dass es nicht mehr erlaubt sein soll, Probleme aufzulisten. Allerdings darf es künftig nicht mehr dabei bleiben.
Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn stand über den Formularen, mit denen Beschwerden bearbeitet wurden, der Sinnspruch: "Der Kunde erwartet die Lösung seines und keine Erklärung unseres Problems". Das geriet anschließend wohl in Vergessenheit.
RBD-S schrieb:
Die Chefin der Deutschen Bahn AG, Evelyn Palla, hat eine »organisierte Verantwortungslosigkeit« im Staatskonzern beklagt. Das müsse der Vergangenheit angehören, sagte Palla der »Welt am Sonntag«. Pünktlichkeit beginne mit einer »klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle«.
[www.spiegel.de]
Wenn also etwas nicht läuft, der Mitarbeiter an der Front meldet das betreffende Problem. Bekommt er dann irgendwann Antwort, was deswegen unternommen wird? Sagen wir der Lokführer meldet ein Schlammloch bei km xxx,x. Bekommt er eine Rückmeldung?

Bemerkt man ein Problem als Fahrgast. Was ist die Antwort des Zugbegleiters, Lokführers oder Bahnsteigaufsicht?

Die zahme Variante 1: "Da kann ich auch nichts machen. Da hört eh niemand zu."
Die aufmüpfige Variante 2: "Da kann ich auch nichts machen. Bitte probieren Sie es direkt bei den Verantwortlichen. Wenn ich das mache, passiert nichts. Bei Ihnen besteht noch eine geringe Chance."

Das ist ein Problem, das nur mit einem Machtwort von ganz oben geklärt werden kann. Die Leute an der Front haben einfach keine Möglichkeit, Frau Palla. Diese Möglichkeit hat mit der Verwaltung zu tun. Und das kann man ohne Einsatz von Milliarden Euro lösen. Und was diese Machtlosigkeit an der Front bewirkt? Entweder existenzialistisch geprägter Kampf gegen Aussichtslosigkeit oder innere Kündigung und Schulterzucken. Wobei die letztere Fraktion mittlerweile die erstere zu überholen scheint.

Wenn Sie es ernst meinen, Frau Palla, dann hilft eine Dienstanweisung von oben inklusive der Veränderung der Verantwortlichkeit. Ein Spiegelinterview mag zwar mal eine Schockwelle durch die Plüschetage und vielleicht die lokalen Verwaltungen gehen lassen, löst aber das grundlegende Problem der DB AG nicht. Am Ende ist es genau eines, Frau Palla, Ihr Federstrich!

Meine Erfahrung, meine Meinung...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 21:04.
bollisee schrieb:
und vielleicht die lokalen Verwaltungen gehen lassen, löst aber das grundlegende Problem der DB AG nicht.
Gibt's denn überhaupt noch nennenswerte "lokale Verwaltung", die auch einen eigenen Handlungs und Gestaltungsspielraum hat? Gefühlt wurde doch alles über der ausführenden Ebene zentralsiert, und ist meiner Meinung nach ein Teil des Problems...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 21:11.
Hallo HFy
Ich lese das aus dem Satz:
"Sie interessiere sich aber nicht für die Erklärung von Problemen, sondern für die Lösung."
Wie will ich als Nichtfachmann im Detail (auf den Leitungsebenen ist es sehr unwahrscheinlich Fachmann in allen Deteils zu sein) ein Problem lösen, bzw die richtigen Maßnahmen aufsetzen, wenn ich es mir nicht erklären lasse. Im Nachgang muss natürlich von den jeweiligen richtigen Experten Lösungsoptionen vorschlagen werden, die dann bewertet werden und darauf entschieden wird.
Der Problemmelder muss auch kein Experte sein, einen Mangel kann zum Teil auch ein Laie erkennen.


HFy schrieb:
PeGe schrieb:Zitat:
Problematisch sehe ich, dass zukünftig nur Lösungen erlaubt sind und keine Auflistung von Problemen
Das lese ich nicht aus dem Artikel, dass es nicht mehr erlaubt sein soll, Probleme aufzulisten. Allerdings darf es künftig nicht mehr dabei bleiben.
Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn stand über den Formularen, mit denen Beschwerden bearbeitet wurden, der Sinnspruch: "Der Kunde erwartet die Lösung seines und keine Erklärung unseres Problems". Das geriet anschließend wohl in Vergessenheit.

Fröhliches Schaffen
PG
Ein klasse formuliertes Statement!

Unter anderem habe ich schon gelesen, dass zum Thema "Wenn etwas nicht funktioniert", so mancher Fahrgast den Eindruck hat, dass "sich das Personal gegenseitig belügt".

Ihre "Erfahrung" und "Meinung" sollte SOFORT in den Tower nach Berlin gehen!!!
Bronnbach Bhf schrieb:
WernerS schrieb:
Frau Palla kuscht brav vor ihren vorgesetzen Politikern. Sie sollte nicht ihre direktberichtenden Mitarbeiter verantwortlich machen sondern die verantwortlichen Poliktiker. Die gerne ihre großartigen Ideen für umme umgesetzt haben wollen und ausfällig werden, wenn sich der weltfremde Unsinn nicht umsetzen läßt und zur gemeingefährlichen Katastrophe Stuttgart 21 auswächst.
Bin ja kein DB Mitarbeiter. Für einen Außenstehenden finde ich es schon sehr bemerkenswert, dass Frau Palla jetzt interne Missstände im mittleren Management der DB benennt, die z.B. Weselsky immer lautstark angeprangert hat. Meine bescheidene Wahrnehmung als Außenstehender....
Ich hänge jetzt meine Antwort an Ihren Beitrag an, um in einem Punkt darauf direkt zu antworten.

Die von Ihnen aufgerufene Aussage von Claus Weselsky ist ein Allgemeinplatz.
Aber hat Weselsky konkret Namen genannt, was seines Erachtens "Fehlbesetzungen" sind?
Nur so könnte man einen Abgleich durchführen, ob Herr Weselsky Probleme richtig erkannt hat?
Ich halte es für genausogut möglich, dass nun eine ganze Menge Führungskräfte,
welche Herr Weselsky gar nicht weghaben wollte, nun "gegangen wurden/werden",
und andere, die bei Herrn Weselsky "auf der Abschussliste standen/stehen" bleiben...

Ich bin DB-Mitarbeiter. Aber keine Führungskraft, also ohne direkte Verantwortung.
Aber einer von den "Strippenziehern", die im Hintergrund Informationen (Daten) aufbereiten,
um Entscheidungen von Führungskräften vorzubereiten.
Natürlich habe ich dabei, zu jedem Vorgang welcher auf meinem Schreibtisch landet, eine eigene Meinung.
Manchmal fällt eine Entscheidung so, wie ich es in der Vorbereitung empfohlen habe
(und es gab dabei durchaus schon Situationen, in denen ich das Ergebnis regelrecht diktiert habe).
Manchmal fällt eine Entscheidung anders, aber man überzeugt mich im Nachhinein,
dass es weitere Aspekte gab welche den Ausschlag gaben und ich kann das nachvollziehen und akzeptieren.
Manchmal fällt eine Entscheidung anders, und man gibt mir die Information,
dass es weitere Aspekte gab welche den Ausschlag gaben, und ich halte die Schluss-Entscheidung dennoch für falsch;
in diesen Fällen muss ich mich an die eigene Nase fassen, denn meine Argumente waren wohl nicht gut genug.
Und es ist auch schon geschehen, dass mir Entscheidungen nicht (oder zumindest nicht ausreichend) erklärt wurden,
sodass ich sie bis heute nicht nachvollziehen konnte.
Ich denke, dass diese Erfahrung nicht anders ist als sie viele in anderen Institutionen vergleichbar erleben.

Was ich nun mit Bezug auf das Interview in der morgigen Ausgabe der "Welt am Sonntag" mit Evelyn Palla,
bzw. dem was darüber vorab in anderen Medien berichtet wird* sagen kann:
Vorallem eine Botschaft, die sie im Interview herüberbringt ist im Alltag spürbar -
es werden Entscheidungen dezentralisiert, und damit korrespondierende Stellen in der Zentrale abgebaut.
Diese Entwicklung gab es bereits, als Evelyn Palla Chefin von DB Regio war,
und jetzt werden diese Entwicklungen im Gesamt-Konzern adaptiert.

Ich beschreibe mal ein konkretes Beispiel (welches beim Kollegen im Büro nebenan auf dem Tisch lag):
Wenn Züge ausfallen, weil (zu viel) Personal erkrankt ist, dann ist das für die Kundschaft ärgerlich.
Wenn Züge personalbedingt ausfallen, trifft das auch das Unternehmen wirtschaftlich.
Also ist es auch eine wirtschaftliche Abwägung, wie viele Reserven vorgesehen werden.
Es gab Zeiten, in denen entsprechende Kennzahlen zentral vorgegeben wurden.
Dezentrale Verantwortung bedeutet, dass die Führungskräfte in der Region selbst entscheiden.
Und für ihre Entscheidung dann die - auch wirtschaftliche - Verantwortung tragen.
Ist die Reserve zu groß, haben sie kein gutes Wirtschaftsergebnis weil das "überflüssige" Personal Geld kostet.
Ist die Reserve zu klein, haben sie kein gutes Wirtschaftsergebnis weil Einnahmen (wegen ausgefallener Züge) fehlen.
Anhand solcher konkreter Beispiele lässt sich verstehen, was Evelyn Palla in dem Interview meint.

*Solche Vorab-Berichterstattungen haben eine ganz wichtige Funktion:
Möglichst viele Leute sollen animiert werden, morgen das Original-Medium käuflich zu erwerben!


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Endlich...

geschrieben von: klaus hartmann

Datum: 01.08.26 22:59

...spricht Frau Palla das Grundübel ihrer Firma an.

bei manchen Problemen oder Fragen geht man im Bahn-Bermudadreieck schlichtweg unter. Ob Verkehrsverbund, ob EVU, ob Infrago, bei Fragen fühlt sich niemand zuständig. Keiner will es gewesen sein, jeder schiebt das Problem weiter. Mir kommt es manchmal vor als liegt es am alles übergeordneten Geschäftsbereich DB Angst AG. Den sollte man auflösen, dann wird es sicher besser...
Stichwort: Zugunglück in Oberbayern wegen kaputten Schwellen.

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 01.08.26 23:11

Ich finde es gut dass man endlich erkennt was schief läuft, nachdem dieser Zustand seit 15-20 Jahren anhält und dass Köpfe rollen.

Aber was ist mit dem Infrastrukturbetreiber? Wann Rollen da die Köpfe?
Man könnte den Eindruck haben der sehr engagierte Chef könnte zu viel Vertrauen haben in alle Mitarbeiter beim Infrastrukturbetreiber. Was ist mit den Karrieristen und Selbstverwaltern die null Interesse an der Schiene haben?
Gerade beim Infrastrukturbetreiber müsste man auf Ergebnisse eingeschworen werden und diese müssen zwingend erreicht werden.
Die Aussitzerei muss ein Ende haben.

Und bitte auch alle entlassen die diese bescheuerte @#$%&-Nummer-Aufzählgeschichte erfunden haben. Ich kenne keinen einzigen der das gut findet, keinen einzigen, es ist lächerlich.
Der nächste Schlaumeier erfindet Zug 3+6, 4+5, 2+3 für 995. Wäre genauso idiotisch.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 23:15.

Lokale Verwaltungen

geschrieben von: VT 516

Datum: 01.08.26 23:24

Also beim EIU gibt's davon jede Menge. Und die sind sehr unterschiedlich in ihren Arbeitsweisen. (Könnte man bereits zur Lehmschicht zählen)

Bollisees Vorschläge an Frau Palla

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 02.08.26 00:05

bollisee schrieb:

Zitat
Wenn also etwas nicht läuft, der Mitarbeiter an der Front meldet das betreffende Problem. Bekommt er dann irgendwann Antwort, was deswegen unternommen wird? Sagen wir der Lokführer meldet ein Schlammloch bei km xxx,x. Bekommt er eine Rückmeldung?
Kann ich nicht beurteilen, da ich nicht Tf bin. Könnte möglich sein (sowohl als auch).


Zitat:Zitat
Bemerkt man ein Problem als Fahrgast. Was ist die Antwort des Zugbegleiters, Lokführers oder Bahnsteigaufsicht?

Die zahme Variante 1: "Da kann ich auch nichts machen. Da hört eh niemand zu."
Die aufmüpfige Variante 2: "Da kann ich auch nichts machen. Bitte probieren Sie es direkt bei den Verantwortlichen. Wenn ich das mache, passiert nichts. Bei Ihnen besteht noch eine geringe Chance."
Zu 1: Kann auf Resignation oder Unwilligkeit hindeuten?


Zu 2: Worterklärung: aufmüpfig = aufsässig, trotzig

Wolltest Du damit ausdrücken, dass der Mitarbeiter widerwillig war?

Die beschriebene Antwort war mMn nur ein hilfloser Hinweis, dass der Vorgesetzte seine Hinweise oder Vorschläge ignorierte und ein berechtigter und neutral gehaltener Hinweis von
Dritten vielleicht mehr bewegen könnte.
Dies würde mMn die Erkenntnis von Frau Palla zum Zustand des mittleren Managements bestätigen.


Zitat
Das ist ein Problem, das nur mit einem Machtwort von ganz oben geklärt werden kann. Die Leute an der Front haben einfach keine Möglichkeit, Frau Palla. Diese Möglichkeit hat mit der Verwaltung zu tun. Und das kann man ohne Einsatz von Milliarden Euro lösen. Und was diese Machtlosigkeit an der Front bewirkt? Entweder existenzialistisch geprägter Kampf gegen Aussichtslosigkeit oder innere Kündigung und Schulterzucken. Wobei die letztere Fraktion mittlerweile die erstere zu überholen scheint.

Wenn Sie es ernst meinen, Frau Palla, dann hilft eine Dienstanweisung von oben inklusive der Veränderung der Verantwortlichkeit. Ein Spiegelinterview mag zwar mal eine Schockwelle durch die Plüschetage und vielleicht die lokalen Verwaltungen gehen lassen, löst aber das grundlegende Problem der DB AG nicht. Am Ende ist es genau eines, Frau Palla, Ihr Federstrich!
Zitate von Frau Palla:

„Diejenigen in der Zentrale, die diese Entscheidungen getroffen hatten, hätten jedoch keine Verantwortung für die Umsetzung in der Fläche getragen.“
„Umsetzen mussten es die Kollegen draußen. Die wiederum haben gesagt: »Das habe ich nicht entschieden, und das funktioniert bei mir auch nicht.« In der Zentrale habe es dann geheißen, die in der Fläche hätten es nicht richtig umgesetzt.
»Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.«“
„Palla betonte, dass sie mit ihrer Kritik »explizit nicht« die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter und Disponenten meine. »Alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen, das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halte.


Was soll Dein besserwisserische Geschwurbel. Ich denke Frau Palla hat dieses Problem selbst erkannt. Anders kann ich ihre Aussagen nicht interpretieren. Der einzige Vorwurf, den ich ihr mache, dass Sie Dich und Deine tollen Ideen und Vorschläge in keiner Weise erwähnt hat.

Der letzte Absatz in meinem Zitat deines Ergusses, erinnert mich an einen Leserbriefschreiber in unserer heimischen Presse. Seine Anweisungen sind immer sehr erheiternd.

Gruß aus Mannheim
RZ

Technologieoffenheit bei der Bahn! https://up.picr.de/50359771fz.jpg https://up.picr.de/50471926ry.jpg

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: mumpel

Datum: 02.08.26 00:34

Zitat
Und bitte auch alle entlassen die diese bescheuerte @#$%&-Nummer-Aufzählgeschichte erfunden haben.
Meinst Du damit die Einzelaussprache von Zahlen (bei Zugnummern, Kilometrierung, etc. pp.)? Das hat kein (deutscher) Eisenbahner erfunden. Das entspringt alles dem ICAO, und es ist m.W. eine Vorgabe der EU. Mal davon abgesehen ist an der Einzelaussprache nichts Schlimmes, das geht ganz leicht wenn man den Willen hat. Und in anderen Ländern/Sprachen gibt es das schon ewig.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 00:39.

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: def

Datum: 02.08.26 09:05

mumpel schrieb:
Zitat
Und bitte auch alle entlassen die diese bescheuerte @#$%&-Nummer-Aufzählgeschichte erfunden haben.
Meinst Du damit die Einzelaussprache von Zahlen (bei Zugnummern, Kilometrierung, etc. pp.)? Das hat kein (deutscher) Eisenbahner erfunden. Das entspringt alles dem ICAO, und es ist m.W. eine Vorgabe der EU. Mal davon abgesehen ist an der Einzelaussprache nichts Schlimmes, das geht ganz leicht wenn man den Willen hat. Und in anderen Ländern/Sprachen gibt es das schon ewig.
Naja, dann scheinen die EU-Regeln in Österreich aber nicht zu gelten. Die digitalisierte Chris Lohner spricht unverblümt vom "Railjet Express neunzehntausendneunhundertzwölf". Und wenn mich nicht alles täuscht, spricht für CD in der tschechischen Version von "zweihundertsechsundvierzig" und in der englischen von "2-4-6".

Re: Palla-Puffer

geschrieben von: RBD-S

Datum: 02.08.26 09:06

Naja, immer nen Spruch auf der Lippe. Das kennt man ja nun schon. Für mich sind es die überlangen Palla-Puffer, was ich mit Donna Palla in Verbindung bringe.

Gröte ut Pommern
RBD-S

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: Herre Elk

Datum: 02.08.26 09:33

def schrieb:
mumpel schrieb:
Zitat
Und bitte auch alle entlassen die diese bescheuerte @#$%&-Nummer-Aufzählgeschichte erfunden haben.
Meinst Du damit die Einzelaussprache von Zahlen (bei Zugnummern, Kilometrierung, etc. pp.)? Das hat kein (deutscher) Eisenbahner erfunden. Das entspringt alles dem ICAO, und es ist m.W. eine Vorgabe der EU. Mal davon abgesehen ist an der Einzelaussprache nichts Schlimmes, das geht ganz leicht wenn man den Willen hat. Und in anderen Ländern/Sprachen gibt es das schon ewig.
Naja, dann scheinen die EU-Regeln in Österreich aber nicht zu gelten. Die digitalisierte Chris Lohner spricht unverblümt vom "Railjet Express neunzehntausendneunhundertzwölf". Und wenn mich nicht alles täuscht, spricht für CD in der tschechischen Version von "zweihundertsechsundvierzig" und in der englischen von "2-4-6".
Die Zugnummer in der Information ist weniger sicherheitsrelevant. In Nordamerika ist es übllich Zahlen als Ziffernfolge zu wiederholen, also onehubdert twenty three, one two three.
Man gewöhnt sich auch daran. Und mit ETCS L2 oS, mehr internationalen Tf ist das schon gut, dass Missverständnisse in betrieblichen Nummern vermieden werden.
Palla suggeriert laufend und gern öffentlich Gewinne und einschichtige Ursachen. Beim sicher nicht völlig falschen Ansatz FKs blendet sie aber aus, warum das so ist. Werden und wurden nicht die heiligen LU zum Angelpunkt alles Führungshandelns erklärt, egal, ob der Rest auseinanderfliegt. Oder welcher IH-Leiter hat ein auskömmliches Budget. Oder wer darf ausreichend Stellen nachbesetzen, des lieben Gewinns wegen. Die Grundursachen liegen im System, und da gehört z. B. der unselige Erhalt des DB-Konzerns um jeden Preis mit dazu. Ihr hohes Lied der Dezentralisierung hatten wir schon mehrfach, mit fatalen fachlichen Folgen. Meine Ansicht: auch sie erzählt ihren ignoranten Herrchen die Story, mit möglichst wenig Wasser tolle Suppen zu kochen wäre realistisch. Die Frau ist entweder teilblind oder eine extrem dreiste Blenderin.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 09:53.

Re: Schleichender Verlust von Fachwissen

geschrieben von: ulrich

Datum: 02.08.26 10:03

Hallo

Ich kann deinen Ausführungen uneingeschränkt zustimmen. Ich war letzte Woche auf einem Ehemaligentreffen (Bauabteilung innerhalb einer Bundesbehörde ohne Bahnbezug) und es wurde natürlich das Thema diskutiert warum heutzutage nichts mehr voran geht und alles so schrecklich lange dauert.

Ergebnis war:
Die Generation 45+ hat noch eine reguläre Ausbildung gemacht und verfügte über die notwendigen Fachkenntnisse die man brauchte. Sie hatten Vorgesetzte auf die das auch zutraf und die die Einhaltung eingefordert haben.
Dieselben Vorgesetzten hatten aber auch den @#$%& in der Hose mal eine Entscheidung an der Oberen Leitung vorbei durchzusetzen. Es gab das Motto: Einfach mal machen.

Danach kamen nur noch Seiteneinsteiger, Angelernte und die jungen Führungskräfte denen Dinge wie Nachhaltigkeit, Come-Together-Meetings und Rücksichtnahme auf einzelne Befindlichkeiten wichtiger waren als die Fachthemen. Zudem fehlt die Traute eigene Entscheidungen zu treffen bzw bei Gegenwind diese nicht wieder zurückzuziehen Die oberen Führungskräfte sind mittlerweile fachlich völlig blank weil sie ständig wechseln.

Ulrich




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 10:10.
Im Prinzip hast du völlig Recht!
Gemeldete Probleme stören die Lehmschicht doch nur in ihrer Selbstzufriedenheit und zeigen, dass viele von deren "ach so tollen Ideen" eben doch nicht funktionieren und stattdessen oft gründlich in die Hose gehen.

Da nun aber nicht sein kann, was nicht sein darf und da sich niemand gerne von anderen seine eigene Unfähigkeit vor Augen führen lässt, kommen eben zur Ahnungslosigkeit auch noch die Arroganz und die Ignoranz hinzu.

Mitarbeiter werden vom Management abgebügelt und es wird ihnen vom Management nun genau das unterstellt, was eigentlich auf das Management höchstselbst zutrifft: Unfähigkeit, keine Ahnung, begrenzter Horizont, ewig gestrig zu sein, etc.

Einfach kackfrech und dummdreist den Spieß herumdrehen, ist ein sehr beliebtes "Stilmittel", um von seiner eigenen Ahnungslosigkeit abzulenken und nun diejenigen zu diskreditieren, die meist mit mehr Ahnung und Erfahrung ausgestattet sind und die nun berechtigterweise den Finger in die Wunde legen. Das versuchen manche übrigens auch ganz gerne hier bei DSO.

Das führt dann dazu, dass sich der meldende, an Verbesserung Interessierte Mitarbeiter nicht mehr wahrgenommen, sondern stattdessen regelrecht verarscht fühlt!
Oft genug treten dann alsbald die von den Mitarbeitern prophezeiten Probleme und befürchteten Resultate der "tollen Manager-Ideen" auch genau so ein. Selbstverständlich sind dann nicht die Manager schuld, sondern die unwilligen, ewig gestrigen Mitarbeiter...

Das alles führt zum vollständigen Vertrauensverlust der Mitarbeiter gegenüber dem Management, ja regelrecht zur Verachtung des Managements, sowie zur inneren Kündigung und zu nachlassender Motivation.

Warum auch sollten sich die Mitarbeiter einen Kopf um Probleme machen, die sie a) nicht verzapft, sondern vor denen sie b) sogar noch eindringlich gewarnt haben, und wofür sie sich c) noch abbügeln lassen mussten?

Warum sollen die Mitarbeiter mit überobligatorischen Leistungen die Managementmängel ausgleichen,
- wenn am Ende doch nur wieder das Management sagt: "Seht ihr, es geht doch! Also habt euch mal nicht so...",
- wenn am Ende doch nur wieder das Management die Boni einstreicht und
- wenn obendrein noch dem Mitarbeiter das Gefühl vermittelt wird, hauptsächlich er sei der kostentreibende Faktor, den es tunlichst zu minimieren gilt?

Genau diese Unkultur des Vertrauensverlustes und der Verachtung einerseits, und der Arroganz und Ignoranz andererseits hat sich im Laufe der Zeit als Resultat fortgesetzter Politik- und Management-Fehlentscheidungen äußerst tief festgesetzt. Nicht nur bei der Bahn, sondern meiner Meinung nach sogar im ganzen Land!

Und wer soll den Karren nun wieder aus dem Dreck ziehen?
Na klar, wieder nur das "dumme Fußvolk", während die eigentlichen Verursacher weiter an ihren Posten und ihrer Macht kleben und - vor allem - weiter abkassieren...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 11:20.
PeGe schrieb:Zitat:
Hallo HFy
Ich lese das aus dem Satz:
"Sie interessiere sich aber nicht für die Erklärung von Problemen, sondern für die Lösung."


Das gibt die Behauptung, dass es nicht mehr erlaubt sein soll, Probleme aufzulisten, aber nicht her. Nur will die Chefin von den Führungskräften nicht mehr hören, wie schwierig das alles ist und das man auch nicht weiter weiß.

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: mumpel

Datum: 02.08.26 14:02

Wer immer das ersonnen hat, das ist kein Grund für eine Entlassung und öffentliche Schelte.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.
Hi in die Runde,

solange sich die Einstellung zu Bahn in der Politik _und_ in den meisten Köpfen des Wahlvolkes nicht ändert, bleibt das alles weiterhin überwiegend heiße Luft! Ich jedenfalls möchte den Job von Frau Palla nicht geschenkt, auch wenn er sicher "gut versilbert" ist! Denn die Frau kann es eigentlich nur falsch machen; tritt sie zu Vielen (zu Recht...) auf die Füße, wird sie geschasst werden, weil auch sie nicht den nötigen Rückhalt in der Politik besitzt, um diesen Augiasstall auszufegen!
Alleine diese verquere Denkweise einer "schwarzen Null" oder gar "Gewinn" ist doch die Ursache allen Übels seit Jahrzehnten! Würde man sich endlich davon verabschieden, daß ein _guter_ öffentlicher Verkehr Gewinn abwerfen würde, könnte man entspannt an die überbordenden Aufgaben gehen! Ein Personenzug, der abends um 11 von Kleinkleckersdorf nach Pusemuckel mit viel Luft und vielleicht 3 Fahrgästen fährt, kann nun mal keinen Gewinn abwerfen! Aber er ist vielleicht wichtig für genau die drei Mitfahrenenden, weil die sonst z.B. von der Arbeit nur noch mit Individualverkehr nach Hause kommen! Und jegliche "Quersubventionierung" wird ja auch seit vielen Jahren erfolgreich durch die Geschäftsfelder verhindert! Möchte man ein breit aufgestelltes Angebot, auch in der Fläche und zu Randzeiten, _muß_ man (Steuer-)Gelder anpacken und nutzen! Die aber _immer_ besser angelegt währen, als weiterhin diese Gelder in einen Straßenverkehr zu versenken, der auch kurz vor dem Kollaps steht!

Und anfangen könnte man damit, die Durchfahrten des Schwerlastverkehrs ähnlich dem Schweizer Modell gnadenlos zu verbieten! Vorher wäre natürlich sehr viel (Staats-)Kapital vonnnöten, um die Bahn so auszubauen, daß sie überhaupt in der Lage wäre, diesen zusätzlichen Transitverkehr auf der Schiene abwickeln zu können! Und meines Erachtens gäbe es dabei außer den unsäglichen Billigheimern mit ihren Seelenverkäufern nur Gewinner! Zusätzliche Einnahmen für den Transit, die Mautkosten decken ja nicht mal ansatzweise den Aufwand für das Instanthalten der betroffenen Straßen! Ein verlässliches Schienennetz kommt auch dem Personenverkehr und dessen Nutzern zugute. Und wer auf der Straße sein muß, auch dafür gibt es ja gute Gründe, kann dies endlich sein, ohne im Kriechgang über vom LKW-Verkehr verstopfte Straßen "einen Hals zu kriegen"!

Wir haben durchaus eine Schlüsselposition in Europa; und könnte diese aber durchaus zu unseren Gunsten nutzen! Andere Anrainerstaaten haben da sehr viel weniger "Skrupel", die "Richtigen" dafür auch bezahlen zu lassen...

Aber diese Denkweise wird sich kaum ein Politiker oder gar die Vorstandsetage der Bahn zu eigen machen... - zu kurz wäre dann wahrscheinlich die Karriereleiter...

denkt grüßend
Roland
Was passieren kann, wenn eine Eisenbahn privatisiert wird, hat man an England gesehen.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.
Was sie will damit erreichen?

Das sind ja massive Vorwürfe von Frau Palla!

Die von ihr massivst kritisierten Mitarbeiter und die Strukturen in denen diese arbeiten sind ja nicht vom Himmel gefallen.
Sie wurden doch wohl vom Vorstand aufgesetzt und hoffentlich auch kontrolliert.

Zielt sie also auf ihre Vorgänger ab: Lutz (8 Jahre), Grube (8 Jahre), Mehdorn (10 Jahre), Ludewig (2 Jahre), Dürr (3 Jahre)?
(Bis auf Dürr leben alle noch und erfreuen sich bester Gesundheit.)
Sind diese etwa ein Fall für den Staatsanwalt?

Immerhin trugen sie die Generalverantwortung für ein Milliardenbudget in einem Unternehmen, das sich zu 100% in Staatsbesitz befindet.
Und für das Unglück in Garmisch, das immerhin fünf Tote forderte.
Und was ist mit dem Aufsichtsrat und den verantwortlichen Bundesverkehrsministern?
Können sich diese dann einfach damit herausreden, daß sie von alldem nichts gewußt hätten?
Gilt also wie so oft auch hier das Prinzip der 3 Affen: "nichts sehen, nichts hören, nichts sagen"?

Oder glaubt sie etwa, daß man ein Unternehmen dieser Größenordnung ohne Management führen kann?
Soll sich in einer Art Schwarmintelligenz die Basis selber organisieren?

Daß es so nicht geht dürfte jedem hier klar sein.
Aber warum beschimpft sie dann in aller Öffentlichkeit genau die Mitarbeiter, die sie in Zukunft benötigen wird, um den Laden zu verbessern?
Was würdet ihr denn sagen, wenn euer Abteilungsleiter in einer Betriebsversammlung euch als eine Truppe voller verantwortungsloser Faulpelze heruntermachen würde?

Man wird das Gefühl nicht los, daß diese Frau um sich schlägt, um sich vor dem Ertrinken zu retten.
Führungskompetenz sieht anders aus.

Übrigens: es gab unter Mehdorn den Versuch, den Regionalbereichen mehr Verantwortung zu übertragen.
Diese wurden damals in Form der RegioNetze ausgegliedert.
Eines davon ist die ziemlich erfolgreiche Südostbayernbahn (SOB) ("Linienstern Mühldorf").
Laut Aufstellung auf Wikipedia gibt es noch vier weitere, aber die SOB ist die deutlich größte davon.
Konsequent weiterentwickelt wurde das Konzept nicht. Warum eigentlich sind es nicht mehr als fünf geworden?

Hast du den Artikel überhaupt gelesen? (o.w.T)

geschrieben von: HFy

Datum: 02.08.26 21:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
jsbach schrieb:
Übrigens: es gab unter Mehdorn den Versuch, den Regionalbereichen mehr Verantwortung zu übertragen.
Diese wurden damals in Form der RegioNetze ausgegliedert.
Eines davon ist die ziemlich erfolgreiche Südostbayernbahn (SOB) ("Linienstern Mühldorf").
Laut Aufstellung auf Wikipedia gibt es noch vier weitere, aber die SOB ist die deutlich größte davon.
Konsequent weiterentwickelt wurde das Konzept nicht. Warum eigentlich sind es nicht mehr als fünf geworden?
Berechtigte Frage, warum es davon nicht mehr gibt. Tatsächlich war der Trend bis zuletzt eine immer größer werdende Region-Landschaft. So fusionierten 2015 die Regionen Südwest und Rhein-Neckar, um dann gleich 2017 mit Hessen erneut zu verschmelzen, zur sehr großen Region Mitte seitdem. Doppelstrukturen vermeiden, Synergien nutzen, gibt ja auch Gründe dafür.

Die RegioNetze (und so eigentlich auch die bisherige Start GmbH) orientieren sich dabei viel mehr am Verkehrsvertrag und treten als starke Marke vor Ort auf. Die Privatbahnen - da gibt es nunmal kein flächendeckendes Netz - sind fast immer als eigenständige GmbHs organisiert. Das passt auch zur Verantwortung vor Ort, es gibt Geschäftsführer mit (beschränkter) Haftung und Erwirtschaftetes kann viel besser vor Ort umgesetzt werden.

Zitat auf Wikipedia zur Geschichte der DB Regio AG: „In den Jahren 2001 und 2002 wurde eine veränderte Managementstruktur im Unternehmen umgesetzt. An Stelle der bislang zentral gesteuerten Gesellschaft traten neun eigenständige Landesgesellschaften, denen wiederum die regionalen Zug- und Busgesellschaften untergeordnet wurden. Ziel der Neustrukturierung war die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Im gesamten Unternehmen wurden rund 2500 Arbeitsplätze eingespart, davon rund 400 (von 700) Stellen in der DB-Regio-Zentrale.“

Die Idee mit den Regionen kam also auch aus der Mehdorn-Zeit………
Wir waren uns von Anfang an sicher, dass da mit eisernem Besen gekehrt werden muss, mehrfach vermutlich.
Mögen die Fetzen fliegen. Zum Wohle für uns alle...
jsbach schrieb:
Laut Aufstellung auf Wikipedia gibt es noch vier weitere, aber die SOB ist die deutlich größte davon.
Konsequent weiterentwickelt wurde das Konzept nicht. Warum eigentlich sind es nicht mehr als fünf geworden?
Kurz zusammengefasst:
Weil die Grundidee des Konzepts war, diese Regionetze im Stil einer NE-Bahn arbeiten zu lassen - aber das EBA als Aufsichtsbehörde der Ansicht war, dass ein "NE-Standard" eigentlich nicht zulässig ist, solange ein Eisenbahnunternehmen in Bundeseigentum ist...

Für den Versuch, auf einzelnen Strecken trotzdem als Fahrdienstvorschrift die FV-NE statt der FV DB anzuwenden, hat alleine das EBA sechsstellige Summen als Verwaltungsgebühren für die Prüfung von Nachweisen kassiert - was die Erstellung dieser Nachweise an Aufwand (Zeit und Geld) gekostet hat, kann man sich dann ungefähr vorstellen...
Moin,

ich Persönlich gehe von aus auch DIV andere ich ich kenne. Sonnst würden viele Sachen anders Laufen. Es gibt so viele Beispiele. Die hier eigentlich bekannt sein sollten.
Moin!
PeGe schrieb:
Hallo HFy
Ich lese das aus dem Satz:
"Sie interessiere sich aber nicht für die Erklärung von Problemen, sondern für die Lösung."
Damit dürfte gemeint sein, dass es schlichtweg nicht hilfreich ist, wenn alle nur Probleme nach oben schieben ohne Gedanken über die Lösung zu verschwenden.
Wenn Probleme auffallen und von vielen Seiten an die Führungskräfte gemeldet werden, sollte es nicht lediglich dazu führen, dass die nächste Ebene darüber informiert wird. Es sollte auch Lösungsansätze geben.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Was ist mit dem Infrastrukturbetreiber?

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 03.08.26 17:50

mumpel schrieb:
Zitat
Und bitte auch alle entlassen die diese bescheuerte @#$%&-Nummer-Aufzählgeschichte erfunden haben.
Meinst Du damit die Einzelaussprache von Zahlen (bei Zugnummern, Kilometrierung, etc. pp.)? Das hat kein (deutscher) Eisenbahner erfunden. Das entspringt alles dem ICAO, und es ist m.W. eine Vorgabe der EU. Mal davon abgesehen ist an der Einzelaussprache nichts Schlimmes, das geht ganz leicht wenn man den Willen hat. Und in anderen Ländern/Sprachen gibt es das schon ewig.
Hast du Belege dass das für ganz Europa vorgegeben ist, also 1:1? Meine Infos sagen die typisch deutsche Übertreibung und warum setzen es nicht alle um obwohl Deutschland angeblich letzter war?

Bei der Zugnummer ist es zwar blöd, aber mir egal, bis auf Befehl (ist aber jetzt eh digital) verwende ich wie auch die meisten Fdl die ich kenne das alte System. Kann uns keiner hindern. Alle Fdl die ich kenne sagen es ist Mist und Irre.
Aber wer Obrigkeitshörig ist findet es natürlich gut.

Zur Betriebsgefahr wird es jedoch bei der Kilometrierung und den Gleisangaben. Die Bezeichnungen sind widernatürlich und 99% sollen sich hier an 1% anpassen. Fdl die ich kenne berichten dass es schon öfter Verwechslungen gab.

Es ist zwar nicht repräsentativ, aber zwei mir bekannte französische Tf mit Berechtigung DE finden das alte System auch besser.

Wieso erlaubt man nicht beide Varianten? Hier sollen sich 99% einer Minderheit beugen, nur weil man die Sicherheit scheinbar nach unten schrauben will.
Für 99% verwendet man die normale Variante und für den Rest dann eben den Kindergartenmist der die Sprache entstellt.
Bis auf den Befehl, da kann man es machen, sollte man es einfach praktikabel handhaben.
Ich erwarte Reformen abseits des Befehls. Da der Digital ist, ist es bei den wenigen Fällen eh egal

+1!👍 (o.w.T)

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 03.08.26 18:00

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 18:10

Herrje, die Welt geht unter. Der Deutsche muss sich an was Neues gewöhnen, geht gar nicht. Und die Palla hat damit überhaupt nichts zu tun...

Ich hatte letztens 'ne Kollegin am Funk, deren Aussprache nach osteuropäischen Ursprung klang. Nette Frau, scheint auch fit zu sein und kommt nach eigenem Bekunden mit der Einzel-Ziffer-Aussprache besser zurecht als mit der bisherigen Sprechweise. Und nu??

Und betreffs des NATO-Alphabetes hat 'ne blickige Gewerkschaft Plastikkarten im Scheckkartenformat an ihre Mitglieder verteilt, die steckt als nützliches Hilfsmittel immer in der Westentasche.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: mumpel

Datum: 03.08.26 18:59

Zitat
und kommt nach eigenem Bekunden mit der Einzel-Ziffer-Aussprache besser zurecht als mit der bisherigen Sprechweise. Und nu??
Die Einzelaussprache ist auch leicht, für mich zumindest. Auch unsere jungen Fahrdienstleiter kommen damit zurecht.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 20:29

mumpel schrieb:
Die Einzelaussprache ist auch leicht, für mich zumindest. Auch unsere jungen Fahrdienstleiter kommen damit zurecht.
Für unsere jungen Kollegen ebenso wie für viele Quereinsteiger, die noch nicht so lange hier sind, ist es inzwischen Normalität.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Fuhrmann schrieb:
Das klingt und liest sich ja wirklich so, als wären wir und vor allem wie sehr wir in der jahrzehntelangen Runterwirtschaftung stecken!

[www.drehscheibe-online.de]

Ich war 50 Jahre bei der Firma und es wurde seit den 90er Jahren immer schlimmer, ab da kamen ja die sogenannten Wirtschaftsparasiten, sprich Unternehmensberater und gingen jahrelang ein und aus, kosten der Bahn AG mit Sicherheit viele Milliarden und das was die vorschlugen, sieht man dann heute in der Realität und am allerschlimmsten war ja ein gewissern H. Mehdorn, der fleischgewordene Bleistiftspitzer und Oberniete im Anzug, aber auch sämtliche Regierungen von Kohl bis Scholz sind am Ruin des Staatsvermögens Eisenbahn direkt verantwortlich, am allermeisten die Schwarze Null ganze 16 Jahre lang und übrigens größtenteils mit CSU-Verkehrsminister.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 21:37.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 03.08.26 22:51

MD 612 schrieb:
Herrje, die Welt geht unter. Der Deutsche muss sich an was Neues gewöhnen, geht gar nicht. Und die Palla hat damit überhaupt nichts zu tun...

Ich hatte letztens 'ne Kollegin am Funk, deren Aussprache nach osteuropäischen Ursprung klang. Nette Frau, scheint auch fit zu sein und kommt nach eigenem Bekunden mit der Einzel-Ziffer-Aussprache besser zurecht als mit der bisherigen Sprechweise. Und nu??

Und betreffs des NATO-Alphabetes hat 'ne blickige Gewerkschaft Plastikkarten im Scheckkartenformat an ihre Mitglieder verteilt, die steckt als nützliches Hilfsmittel immer in der Westentasche.
Die Welt geht nicht unter, es ist einfach lächerlich, so spricht man nun mal keine Zahlen aus. Achtzig ist eben nicht Acht-null.
Das Alphabet ist mir egal, das alte wurde früher nicht genutzt und das Natoalphabet wird ja genauso nur fallweise genutzt. Nur wenn es Verständnisprobleme gibt, vorher wie nachher.

Warum sollte man, weil 1-2 % damit besser klarkommen 98% was aufzwingen müssen? Man kann ja gerne beide Systeme nutzen.

Daher bin ich überrascht und erfreut wie viele auf beiden Seiten das richtige, bisherige System nutzen. Who cares?

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 03.08.26 23:40

Bahnsteig13a schrieb:
Die Welt geht nicht unter, es ist einfach lächerlich, so spricht man nun mal keine Zahlen aus. Achtzig ist eben nicht Acht-null.
Siebenunddreißigfünfsechzehn ist also eine richtige Zahl? Ober Fünfzehnachtundzwanzig? Oder Sechseinundneunzig? Das ist es nämlich, was manche Kollegen mit anderssprachiger Vergangenheit unsicher werden lässt. Eben weil es keine richtigen Zahlenwörter sind.

Bahnsteig13a schrieb:
Das Alphabet ist mir egal
Ist dann völlig egal, was auf dem Befehl steht, wenn's mal nicht digital geht?

Bahnsteig13a schrieb:
Warum sollte man, weil 1-2 % damit besser klarkommen 98% was aufzwingen müssen?
Alter Spruch eines einst bekannten, äußerst korrekten Betriebsdienstlehrers an der Lokfahrschule Weißenfels: "Weil es in der Vorschrift steht. Punkt." Klare Aussage, die unsere Generation seit mehr als 40 Jahren intus hat, auch weil bei Bahnens im Betriebsdienst nicht jeder machen kann, was er will.

Bahnsteig13a schrieb:
Man kann ja gerne beide Systeme nutzen.
Kann man, darf man aber nicht. Und wenn der Fahrdienstleiter drauf besteht (und wenn's nur deshalb ist, weil jemand daneben steht), dann kann man es sich eben nicht raussuchen.

Bahnsteig13a schrieb:
Daher bin ich überrascht und erfreut wie viele auf beiden Seiten das richtige, bisherige System nutzen.
Was ist richtig? Mit Sicherheit nicht, was sich manch sturer Ewiggestriger denkt, der alles Neue ablehnt. Wir haben schon den Wechsel vom Bahnübergang zum Wegübergang und zurück zum Bahnübergang hinbekommen, wir sind von der Falschfahrt über die Linksfahrt zur Gegengleisfahrt gewandelt, wir haben die Wandlung von Hl13, Hf0 und Sv4 zum Hp0 und vom So16a zum Bü1 geschafft, wir haben den Vorsichtsbefehl ausgefüllt, der dann zum Befehl C wurde und später über den großen Zettel für alles zum digitalen Befehl wurde, da wird es doch an einer Einzel-Ziffer-Aussprache und am NATO-Alphabet nicht scheitern.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Das richtige System!

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 03.08.26 23:51

Bahnsteig13a schrieb:
...

Warum sollte man, weil 1-2 % damit besser klarkommen 98% was aufzwingen müssen? Man kann ja gerne beide Systeme nutzen.

Daher bin ich überrascht und erfreut wie viele auf beiden Seiten das richtige, bisherige System nutzen. Who cares?
Moin,

Du bist also der liebe Gott, welcher mitteilt welches das richtige System ist?

Ich staune.

Gruß aus Mannheim
RZ

Technologieoffenheit bei der Bahn! https://up.picr.de/50359771fz.jpg https://up.picr.de/50471926ry.jpg

Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: Fliegender Kölner

Datum: 04.08.26 04:09

Auch wenn es ganz schön OT ist:

Die deutsche Zahlsprechweise ist total unsinnig, dass wir "vierhundertdreiundzwanzig" sagen statt gemäß des Stellenwertes "vierhundertzwanzigdrei". Führt das nicht manchmal zu Problemen?

Es gab wohl immer mal wieder Überlegungen, das in der deutschen Sprache zu verändern, aber der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier ...

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 04.08.26 05:18

Wenn Sie die historisch gewachsene Zahlsprechweise in der deutschen und der niederländischen Sprache als "total unsinnig" ansehen, wie möchten Sie denn die Zahlen in folgenden Sprachen bezeichnen?
Französisch (besonders ab 80)
Dänisch (sehr schön ab 50)
Finnisch
Estnisch
Lettisch
Arabisch
usw. usw. usw.
Der Bereich von 10 bis 19 ist sowieso in den meisten Sprachen etwas für Genießer.

Und nein, wenn man sich lang genug mit einer Sprache beschäftigt, dann kann man jede Zahlsprechweise sicher anwenden, egal wie "total unsinnig" sie angeblich ist.
Wir hatten vor über 20 Jahren vor McKinsey gewarnt. Sie kommen und hinterlassen verbrannte Erde...
LIW schrieb:
Ich finde gut, dass sie dabei nicht ihren eigenen Leuten auf der Arbeitsebene unten in den Rücken fällt, sondern strukturelle Führungsmängel oben benennt. Es klingt für mich richtig, wieder mehr Verantwortung nach unten zu geben. Der Bahntower ist wohl immer mehr eine eigene Blase und Echokammer der Politik geworden?

Das Loben der Leute unten ist richtig. Man sieht oft, wie die sich Mühe geben und ausgebremst werden, etwa wenn ein ICE-Schaffner erst noch ein Anschlusswarten aushandelt, der eigene Zug dann aber doch noch hinter einem langsamen Güterzug ohne Überholungsmöglichkeit versauern muss und der Anschluss flöten geht.
Hallo
Sehe ich auch so!
Das erste was ich machen würde, vor dem Bahntower eine Uhr installieren:
Tintenbunker - Google Maps Damit jedem jeden Tag klargemacht wird, für was er arbeitet!
Das Zweite: Alle Dienstwagen werden abgeschafft: Es wird der ÖV benutzt, ausser es gibt Gründe dafür. (Das gilt natürlich nicht für Leute die den Betrieb an laufen halten müssen)
DAs Dritte: Die Kaderleute im Tower werden alle als Kundenbetreuer geschult, und bei Bedarf vor Ort eingesetzt!
Vor Ort heisst Bundesweit, und bedeutet, dass sie gezielt bei Grossereignissen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Ferienanfang, Megaevents, Umbauten etc.) temporär versetzt werden!
Als Viertens: Sie lösen die Fahrkarten, wie jeder andere Benutzer: Es gibt keine Flatrate Fahrkarten! (Natürlich werden Ihnen die Auslagen ersetzt, am Besten über den Kundendienst)

So wäre gewährleistet, dass auch im Tintenbunker langsam ein Verständnis für das System Bahn entsteht!
Und hätte den Vorteil, dass man auch bei Katastrophen genügend Leute zur Verfügung hätte:
Beispiel

Zum Beispiel bei verspäteten Inbetriebnahmen, von Generalsanierungen an der Strecke verteilt, um den Leuten zu helfen. Oder als Kofferträger im Berlin HbF, wenn alle Rolltreppen ausfallen!
Gruss Leo

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: leofink

Datum: 04.08.26 07:37

TWA schrieb:
Französisch (besonders ab 80)
septante?
huitenante?
nonante?

Zitat
Und nein, wenn man sich lang genug mit einer Sprache beschäftigt, dann kann man jede Zahlsprechweise sicher anwenden, egal wie "total unsinnig" sie angeblich ist.
Nun ist aber ein Bahnmitarbeiter, nicht für Sprachbeschäftigung angestellt, sondern sollen damit kommunizieren, und das möglichst fehlerfrei!
Auch mit Mitarbeitern, die man aus dem nicht Deutschsprechenden Ausland angeheuert hat und die keinen Masterabschluss in Sprachwissenschaft haben!
Daher ist die Zahlweise mit Einzelzahlen zu begrüssen!

Gruss Leo



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 07:41.

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: kariadsko

Datum: 04.08.26 09:58

leofink schrieb:
TWA schrieb:
Französisch (besonders ab 80)
septante?
huitenante?
nonante?
Dir ist schon bekannt, dass Du Dich damit in Frankreich (und eben nicht der Romandie) lächerlich machen würdest?

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 04.08.26 12:28

Reden wir über die Zahlen in einem Dialekt oder in einer Hochsprache?
Vor etwa 20 Jahren hatten wir mit drei Kollegen die Gelegenheit, ein Telefonat mit einem schweizer Eisenbahner zu führen. Zwei Deutsche, die regelmäßig mit Schweizern und Franzosen auf Französisch telefonieren durften, sowie ein Belgier aus der Wallonie, dessen Muttersprache Französisch ist. Als der Schweizer ständig etwas von "octante" murmelte, hatten wir zu dritt keine Ahnung, was er meinte.

Auch wenn Leo das "octante" in Kanada und das "huitante" in der Schweiz und in Belgien ansiedelte, kannten wir drei nur "quatre-vingt".
Da wäre es natürlich interessant zu wissen, welche Zahl im Französischunterricht in der Schweiz unterrichtet wird.

Und jeder, der in einer Fremdsprache kommuniziert und das nicht nur mit dem Google Translator und anderen Übersetzungsprogrammen macht, der beschäftigt sich mit der Sprache. Jeder Mitarbeiter, für den die Kommunikation in einer Fremdsprache Teil seiner Arbeitsplatzbeschreibung ist, wird somit für "Sprachbeschäftigung" angestellt. Dafür braucht man keinen Master, es reicht schon ein stinknormaler Sprachlehrgang.

Kofferträger?

geschrieben von: TWA

Datum: 04.08.26 12:41

Wenn die Fahrgäste unbedingt ihren halben Hausstand rumschleppen möchten, dann sollten sie auch in der Lage sein, die Sachen alleine zu bewegen. Oder Kontakt mit einem Autoverleih oder einer Spedition aufnehmen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 12:42.
TWA schrieb:
Reden wir über die Zahlen in einem Dialekt oder in einer Hochsprache?
Vor etwa 20 Jahren hatten wir mit drei Kollegen die Gelegenheit, ein Telefonat mit einem schweizer Eisenbahner zu führen. Zwei Deutsche, die regelmäßig mit Schweizern und Franzosen auf Französisch telefonieren durften, sowie ein Belgier aus der Wallonie, dessen Muttersprache Französisch ist. Als der Schweizer ständig etwas von "octante" murmelte, hatten wir zu dritt keine Ahnung, was er meinte.

Auch wenn Leo das "octante" in Kanada und das "huitante" in der Schweiz und in Belgien ansiedelte, kannten wir drei nur "quatre-vingt".
Da wäre es natürlich interessant zu wissen, welche Zahl im Französischunterricht in der Schweiz unterrichtet wird.

Und jeder, der in einer Fremdsprache kommuniziert und das nicht nur mit dem Google Translator und anderen Übersetzungsprogrammen macht, der beschäftigt sich mit der Sprache. Jeder Mitarbeiter, für den die Kommunikation in einer Fremdsprache Teil seiner Arbeitsplatzbeschreibung ist, wird somit für "Sprachbeschäftigung" angestellt. Dafür braucht man keinen Master, es reicht schon ein stinknormaler Sprachlehrgang.
"Asterix bei den Belgiern" benutzt das im französischen Original sogar für einen Regional-Gag, indem ein Belger sagt "à septante milles d'ici".
("Asterix bei den Schweizern" habe ich im Original nicht gelesen, könnte durchaus einen ähnlichen Scherz enthalten.)

Aber gerade wegen solcher Differenzen ist es für schnelle Kommunikation zu sicherheitskritischen Themen um so hilfreicher, einen von allen gleichermaßen akzeptierten Standard zu verwenden. Die Romands und die Wallonen haben ja recht, wenn sie sagen, dass sie sich ihre Sprache nicht von Paris diktieren lassen (ebenso wie die Deutschschweizer seit Urzeiten aufs ß verzichten). Dann reden Bahner im gesamten frankophonen Teil Europas eben weder von "quatre vingts" noch von "octante" noch von "huitante", sondern von "huit zéro", und alle verstehen, was gemeint ist.

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: bauigel

Datum: 04.08.26 13:16

TWA schrieb:
Zitat:
Französisch (besonders ab 80)
Dänisch (sehr schön ab 50)
Da mögen die "Zehner" jeweils ungewöhnliche Namen haben, weil sie eigentlich "Zwanziger" sind - und die "Einer" damit bis mehr oder weniger offensichtlich bis 19 gehen, aber trotzdem hat Französisch konsequent die Reihenfolge "Zehner" vor "Einer" und Dänisch genauso konsequent gerade umgekehrt. Letzteres mag der deutsche oder niederländische Muttersprachler eher gewohnt sein - der englische oder spanische Muttersprachler eher nicht. Bei letzteren werden im hektischen Situationen ganz schnell mal aus gehörten "tweeëndertig" geschriebene "23"...

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 04.08.26 13:46

Auch andersherum wird daraus ein Schuh. Denn wenn man mit Einer-Zehner aufgewachsen, dann läuft man bei umgekehrten Zahlen Gefahr, daß man eine verdrehte Zahl "hört" und aufschreibt.

Re: Kofferträger?

geschrieben von: wostei

Datum: 04.08.26 14:31

Der Kofferträger muss dann eben bezahlt werden. Dafür gabs früher sogar einen Tarif. Stelle mir das blöde Gesicht eines Plüschetagenhockers vor wenn er für seine Dienste nen Fuffi in die Hand gedrückt bekommt. Selbstverständlich kostenlos wenn die Schlepperei z. B. durch eine gebrochene Direktverbindung oder spontanen Gleiswechsel verursacht wurde.
Grüße
Wolfgang
kariadsko schrieb:
TWA schrieb:
Auch wenn Leo das "octante" in Kanada und das "huitante" in der Schweiz und in Belgien ansiedelte, kannten wir drei nur "quatre-vingt".
Da wäre es natürlich interessant zu wissen, welche Zahl im Französischunterricht in der Schweiz unterrichtet wird.

Und jeder, der in einer Fremdsprache kommuniziert und das nicht nur mit dem Google Translator und anderen Übersetzungsprogrammen macht, der beschäftigt sich mit der Sprache. Jeder Mitarbeiter, für den die Kommunikation in einer Fremdsprache Teil seiner Arbeitsplatzbeschreibung ist, wird somit für "Sprachbeschäftigung" angestellt. Dafür braucht man keinen Master, es reicht schon ein stinknormaler Sprachlehrgang.
"Asterix bei den Belgiern" benutzt das im französischen Original sogar für einen Regional-Gag, indem ein Belger sagt "à septante milles d'ici".
("Asterix bei den Schweizern" habe ich im Original nicht gelesen, könnte durchaus einen ähnlichen Scherz enthalten.)
wenn ich das richtig in Erinnerung habe aus meinen 3 Jahren Schulzeit in Belgien in den 80ern, gibt es im Wallonischen zwar "septante" und "nonante", aber weder "octante" oder "huitante"

Das unterstreicht aber erst recht Deine Aussage:

TWA schrieb:
Aber gerade wegen solcher Differenzen ist es für schnelle Kommunikation zu sicherheitskritischen Themen um so hilfreicher, einen von allen gleichermaßen akzeptierten Standard zu verwenden. Die Romands und die Wallonen haben ja recht, wenn sie sagen, dass sie sich ihre Sprache nicht von Paris diktieren lassen (ebenso wie die Deutschschweizer seit Urzeiten aufs ß verzichten). Dann reden Bahner im gesamten frankophonen Teil Europas eben weder von "quatre vingts" noch von "octante" noch von "huitante", sondern von "huit zéro", und alle verstehen, was gemeint ist.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 14:32.
Moin!
leofink schrieb:

Das Dritte: Die Kaderleute im Tower werden alle als Kundenbetreuer geschult, und bei Bedarf vor Ort eingesetzt!

Vor Ort heisst Bundesweit, und bedeutet, dass sie gezielt bei Grossereignissen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Ferienanfang, Megaevents, Umbauten etc.) temporär versetzt werden!
Das klingt erstmal sehr plakativ, bei einem ehemaligen Arbeitgeber von mir wurde es aber ähnlich gehandhabt. Da hat der Vorstand stets in der Saison auch einige Schichten in der Produktion gemacht, andere Kollegen aus der Verwaltung ebenfalls.
Hintergrund war dort unter anderem, dass auch die Vorstandsmitglieder die Situation erleben, wenn die "Hütte brennt" und rund um die Uhr gearbeitet wird.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Schweizer "ß"

geschrieben von: E44 1152

Datum: 04.08.26 15:20

Zitat:
ebenso wie die Deutschschweizer seit Urzeiten aufs ß verzichten

nein, nicht seit Urzeiten, erst etwa seit Anfang der 1950er Jahre.
Ok, für viele hier dürfte das "Urzeiten" sein.

Gruß
Sebastian Berlin schrieb:
Moin!
PeGe schrieb:
Hallo HFy
Ich lese das aus dem Satz:
"Sie interessiere sich aber nicht für die Erklärung von Problemen, sondern für die Lösung."
Damit dürfte gemeint sein, dass es schlichtweg nicht hilfreich ist, wenn alle nur Probleme nach oben schieben ohne Gedanken über die Lösung zu verschwenden.
Wenn Probleme auffallen und von vielen Seiten an die Führungskräfte gemeldet werden, sollte es nicht lediglich dazu führen, dass die nächste Ebene darüber informiert wird. Es sollte auch Lösungsansätze geben.

Moin,
wenn man es positiv sieht, könnte es so gemeint sein.

Ich sehe zwei Hürden.
1) Die die ein Problem melden, sind nicht unbedingt die, die die Lösung herbeischaffen können und oder nicht dafür zuständig sind.
Plakativ: der Tf ist nicht für die Aufrichtung eines schiefstehendes Signals verantwortlich, meldet aber den Vorfall.
2) Das Hochmelden ohne Lösungsvorschlag ist ein echtes Problem.
Aber in meinen Augen ist das ein Problem des höheren Mgmt. Dieses muss die Strukturen und Verantwortlichkeiten inkl. passendem Budget an die richtigen Ebenen übergeben und dann auch dort die Lösungen und Entscheidungen einfordern. Ein Hochmelden zur Lösung darf nur noch erfolgen als Status, das dort etwas passiert oder wenn außerhalb der Verantwortung und des Budgets.
Und genau hier liegt ein weiteres Problem, wenn Verantwortung und Budget zu klein geschnitten sind.
Dann kommt es dazu, daß Probleme mit Kosten im 3stelligen Bereich 3 Ebenen nach oben gemeldet werden, weil a ) das Budget nur formal vorhanden ist, aber jede Änderung/Abweichung genehmigt werden muss.
Oder b) bewusst ein Mikromgmt aufgesetzt wurde, damit die Ebenen darüber jeweils alles genehmigen müssen.

Und ich befürchte, das ist genau der Fall. Und das kann nur das obere Mgmt lösen, indem es lernt Verantwortung korrekt zu platzieren.

Also für mich stinkt der Fisch immer noch am Kopf und die sogenannte Lehmschicht macht genau das, womit man diese beauftragt hat.

Sorry wenn ich wieder mit langen Sätzen geantwortet habe.

Fröhliches Schaffen
PG

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: bahamas

Datum: 04.08.26 16:37

MD 612 schrieb:
Siebenunddreißigfünfsechzehn ist also eine richtige Zahl? Ober Fünfzehnachtundzwanzig? Oder Sechseinundneunzig? Das ist es nämlich, was manche Kollegen mit anderssprachiger Vergangenheit unsicher werden lässt. Eben weil es keine richtigen Zahlenwörter sind.

Dann muss derjenige mit "anderssprachiger Vergangenheit" eben seine Vergangenheit bewältigen. Sowas kann man lernen, muss man sogar, wenn man woanders leben will. Und es heißt nicht ohne Grund so! Du hast es nur verkehrt aufgeschrieben, es wird gesprochen siebenunddreißig-fünf-sechzehn, und da ist nichts Verunsicherndes dran.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: kariadsko

Datum: 04.08.26 17:29

bahamas schrieb:
MD 612 schrieb:
Siebenunddreißigfünfsechzehn ist also eine richtige Zahl? Ober Fünfzehnachtundzwanzig? Oder Sechseinundneunzig? Das ist es nämlich, was manche Kollegen mit anderssprachiger Vergangenheit unsicher werden lässt. Eben weil es keine richtigen Zahlenwörter sind.
Dann muss derjenige mit "anderssprachiger Vergangenheit" eben seine Vergangenheit bewältigen. Sowas kann man lernen, muss man sogar, wenn man woanders leben will. Und es heißt nicht ohne Grund so! Du hast es nur verkehrt aufgeschrieben, es wird gesprochen siebenunddreißig-fünf-sechzehn, und da ist nichts Verunsicherndes dran.
Wieso sollte 37516 (als richtige Zahl "siebenunddreißigtausendfünfhundertsechzehn" und nicht anders!) "siebenunddreißig-fünf-sechzehn" heißen? Warum nicht "drei-fünfundsiebzig-sechzehn"? Oder "siebenunddreißig-einundfünfzig-sechs"? Oder vielleicht "dreihundertfünfundsiebzig-sechzehn"?

Merkst Du was? Solche Willkür erschwert einfach die so wichtige Kommunikation im täglichen Bahnbetrieb. Und das hat nichts mit Deiner Forderung an "anderssprachige Vergangenheit" zu tun.

Im Übrigen sucht die DB händeringend Betriebsmitarbeiter. Ist doch schön, wenn man die Anforderungen an den Job durchforstet nach dem Prinzip "so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich". Und genau das leistet solch eine Standardisierung.
Na ja,

ist halt auch nur eine Ansicht.

Nahezu sämtliche Vorgänger von Fr. Palla hatten noch nicht mal dazu den Ar... in der Hose.
Kommentarlos richteten sie unisono dieses Unternehmen zu Grunde.

rf

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 04.08.26 19:54

kariadsko schrieb:
Merkst Du was? Solche Willkür erschwert einfach die so wichtige Kommunikation im täglichen Bahnbetrieb. Und das hat nichts mit Deiner Forderung an "anderssprachige Vergangenheit" zu tun.
OK, ich verstehe: Mit dem neuen System der gestotterten Zugnummern werden wir die deutsche (Eisen)Bahn wieder zurück in ein funktionsfähiges System führen.
So wie sie seit ca. 150 Jahren bereits eins war. Und noch viel besser: Wir verprellen die letzten rückwärtsgewandten Betriebseisenbahner und können jede Menge willfährige und widerspruchslose Seiten-, Oben- und Unteneinsteiger mit rudimentärer Sprachkompetenz ins System aufnehmen. Solche, die am liebsten sowieso nur mit künstlicher Intelligenz agieren. Schöne neue Welt. (Nicht mehr lange mit mir. Welch Glück!)

Fahrt Frei! wünscht das Fahrplanbureau
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png ++ Deutsche Reichsbahn DDR ++ https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png
Wo ist der Wagen WLABme 59 in meinem Urlaubszug an den Balaton gereiht?
Hier gibt es Antworten für halb Europa: [www.vagonweb.cz]

+1!👍 (o.w.T)

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 04.08.26 20:44

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 21:28

Fahrplanbureau schrieb:
Wir verprellen die letzten rückwärtsgewandten Betriebseisenbahner und können jede Menge willfährige und widerspruchslose Seiten-, Oben- und Unteneinsteiger mit rudimentärer Sprachkompetenz ins System aufnehmen.
Ohne diese Quereinsteiger wäre die deutsche Eisenbahn längst im Stillstand verfallen. Der doitsche Michel hat ja keine Lust auf Eisenbahn. Das wird aber der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft, der ohnehin bald in Rente geht, nicht verstehen. Der versteht ja auch nicht, dass diese Quereinsteiger meist einen guten Job machen, obwohl sie oft keinerlei Bezug zur Eisenbahn hatten, bevor sie den Quereinstieg bei der Bahn wagten. Der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft scheitert hingegen offensichtlich schon an der simplen Aufzählung von fünf hintereinander stehenden Ziffern, das kann er nur mit Stottern...

Solche Beiträge erinnern mich an genau die Zeiten, als unsere Generation bei der Eisenbahn anfing. Mit 18 Jahren durften wir alleine Rangierloks fahren, mit nichtmal 21 Jahren uneingeschränkt im Streckendienst auf Diesel- und E-Loks. Über uns als damalige Pimpfe rümpften damals die altehrwürdigen Lokführer, die einst in der Dampflokwerkstatt als Schlosser anfingen und später jahrelang als Heizer schaufeln mussten, bevor sie Dampflok und viele Jahre später E-Lok fahren durften, auch kräftig die Nase. Und diese damaligen Pimpfe, die schon mit 18 Jahren alleine als Lokführer unterwegs waren, rümpfen heute die Nase über gestandene Menschen, die sich mit langjährigem Arbeitsleben mit Mitte 40 oder Anfang 50 für einen Beruf bei der Eisenbahn entscheiden. Tolle Wurst...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 04.08.26 21:44

Wieso dauernd der Befehl als Beispiel? Ich habe doch ausdrücklich nicht vom Befehl gesprochen. Die paar Fälle abseits des Digitalen Befehl sind mir egal und da ist der offizielle Teil völlig in Ordnung.

Mir geht es um die normale Kommunikation, z. B. Rangierfahrt anmelden. Erkläre mir wieso nicht beides geht? Klar die meisten Fdl sagen ganz normal Gleis Sechzehn und nicht Eins-sechs, aber wo ist da das Problem?
Ich nehme da nur die alten Bezeichnungen und fast keinen stört es. Die neue Bezeichnung nutze ich nur beim Befehl, aber wie gesagt, kommt eigentlich kaum vor.
Ich verstehe das Problem nicht.
Von mir aus lasse ich mir das mit den Zugnummern noch eingehen, aber die Gleisbezeichnungen sind irre und potentielle Betriebsgefahren weil sie viel leichter verwechselt werden können.

MD 612 schrieb:
Bahnsteig13a schrieb:
Die Welt geht nicht unter, es ist einfach lächerlich, so spricht man nun mal keine Zahlen aus. Achtzig ist eben nicht Acht-null.
Siebenunddreißigfünfsechzehn ist also eine richtige Zahl? Ober Fünfzehnachtundzwanzig? Oder Sechseinundneunzig? Das ist es nämlich, was manche Kollegen mit anderssprachiger Vergangenheit unsicher werden lässt. Eben weil es keine richtigen Zahlenwörter sind.

Bahnsteig13a schrieb:
Das Alphabet ist mir egal
Ist dann völlig egal, was auf dem Befehl steht, wenn's mal nicht digital geht?

Bahnsteig13a schrieb:
Warum sollte man, weil 1-2 % damit besser klarkommen 98% was aufzwingen müssen?
Alter Spruch eines einst bekannten, äußerst korrekten Betriebsdienstlehrers an der Lokfahrschule Weißenfels: "Weil es in der Vorschrift steht. Punkt." Klare Aussage, die unsere Generation seit mehr als 40 Jahren intus hat, auch weil bei Bahnens im Betriebsdienst nicht jeder machen kann, was er will.

Bahnsteig13a schrieb:
Man kann ja gerne beide Systeme nutzen.
Kann man, darf man aber nicht. Und wenn der Fahrdienstleiter drauf besteht (und wenn's nur deshalb ist, weil jemand daneben steht), dann kann man es sich eben nicht raussuchen.

Bahnsteig13a schrieb:
Daher bin ich überrascht und erfreut wie viele auf beiden Seiten das richtige, bisherige System nutzen.
Was ist richtig? Mit Sicherheit nicht, was sich manch sturer Ewiggestriger denkt, der alles Neue ablehnt. Wir haben schon den Wechsel vom Bahnübergang zum Wegübergang und zurück zum Bahnübergang hinbekommen, wir sind von der Falschfahrt über die Linksfahrt zur Gegengleisfahrt gewandelt, wir haben die Wandlung von Hl13, Hf0 und Sv4 zum Hp0 und vom So16a zum Bü1 geschafft, wir haben den Vorsichtsbefehl ausgefüllt, der dann zum Befehl C wurde und später über den großen Zettel für alles zum digitalen Befehl wurde, da wird es doch an einer Einzel-Ziffer-Aussprache und am NATO-Alphabet nicht scheitern.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: kariadsko

Datum: 04.08.26 22:04

Bahnsteig13a schrieb:
Von mir aus lasse ich mir das mit den Zugnummern noch eingehen, aber die Gleisbezeichnungen sind irre und potentielle Betriebsgefahren weil sie viel leichter verwechselt werden können.
Warum sollte "eins-sechs" leichter verwechselt werden als "sechzehn"?

Da klingt es mir viel wahrscheinlicher, "sechzehn" und "sechzig" zu verwechseln.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 04.08.26 22:16

Bahnsteig13a schrieb:
Wieso dauernd der Befehl als Beispiel? Ich habe doch ausdrücklich nicht vom Befehl gesprochen.
Aber ich, weil es dazu gehört. Warum lenkst Du ab?

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: scfc

Datum: 05.08.26 11:55

Bei „eins-sechs“ kann ein Verschlucken zu 1, 6 und 16 führen, bei „sechzehn“ nur zu 10 und 16. Aber dafür wiederholt man ja, dann können alle Beteiligten prüfen, ob sie das Gleiche verstanden haben.

Ansonsten ist (außer vielleicht bei Befehlen) diese Formalisierung von oben wenig praxisgerecht, denn nicht nur sind Fdl/Ww und Tf keine Maschinen, die Anweisungen blind ausführen, es ist auch äußerst unwahrscheinlich, dass man in einem Bahnhof zu oder von irgendeinem zufälligen Gleis rangieren/fahren soll. Wenn da eine Rangierfahrt von einem Bahnsteiggleis nicht in das gewohnte Abstellgleis 16, sondern per Umsetzen zu dem Bahnsteiggleis 1 oder 6 gehen soll, schmeißen sich die Beteiligten hoffentlich nicht in dem Stakkato-Ton Gleisnummern an den Kopf, sondern sprechen miteinander, bis der geplante Ablauf allen Beteiligten klar ist. Ob sie dafür dann „eins-sechs“, “sechzehn“ oder „Paulaner“ sagen, sollte egal sein, wenn bei Unklarheiten nachgefragt wird, bis sie beseitigt sind.
Hallo,

danke für den Link. Weiß nicht, warum die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG sowas veröffentlicht. Wer hat eigentlich bei der Deutschen Bahn AG das Sagen?

Gruß aus Magdeburg

Klaus

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: bauigel

Datum: 05.08.26 13:22

scfc schrieb:
Zitat:
Ob sie dafür dann „eins-sechs“, “sechzehn“ oder „Paulaner“ sagen, sollte egal sein, wenn bei Unklarheiten nachgefragt wird, bis sie beseitigt sind.
Nicht jedes Mißverständnis ist eine Unklarheit. Die Liste der gefährlichen Ereignisse ist voll von Unterhaltungen, in denen jeder sicher zu wissen glaubte, wovon der andere spricht - auch wenn das gar nicht der Fall war.

scfc schrieb:
Zitat:
es ist auch äußerst unwahrscheinlich, dass man in einem Bahnhof zu oder von irgendeinem zufälligen Gleis rangieren/fahren soll.
In großen Bahnhöfen können durchaus mehrere Gleise als Ziel plausibel sein. Wenn die in ähnlicher Richtung oder in der gleichen Gleisgruppe liegen (132 oder 123 - egal, Hauptsache Abstellgruppe Süd...), wird nicht immer jeder hinterfragen, ob das Gleis baustellenbedingt getauscht wurde oder ob Umläufe und Abstellungen baustellenbedingt geändert wurden.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: scfc

Datum: 05.08.26 14:03

bauigel schrieb:
scfc schrieb:
Zitat:
Ob sie dafür dann „eins-sechs“, “sechzehn“ oder „Paulaner“ sagen, sollte egal sein, wenn bei Unklarheiten nachgefragt wird, bis sie beseitigt sind.
Nicht jedes Mißverständnis ist eine Unklarheit. Die Liste der gefährlichen Ereignisse ist voll von Unterhaltungen, in denen jeder sicher zu wissen glaubte, wovon der andere spricht - auch wenn das gar nicht der Fall war.
Daran ändert aber auch nichts, ob man nun „eins-sechs“ oder „sechzehn“ sagt. Ich habe bisher weder einen BEU-Bericht noch einen Sicherheitsreport gesehen, wo ein Ereignis verhindert worden wäre, hätte man eine Zahl einzeln ausgesprochen. (Noch weniger kann ich mich an ein Ereignis erinnern, wo „null-fünf-Punkt-null-acht-Punkt-zwo-null-zwo-sechs“, „Verfahren Befehlsübermittlung vorbereiten“ oder ähnliches einen Sicherheitsgewinn gebracht hätten.) Wenn Du Beispiele dafür hast, immer her damit.

bauigel schrieb:
scfc schrieb:
Zitat:
es ist auch äußerst unwahrscheinlich, dass man in einem Bahnhof zu oder von irgendeinem zufälligen Gleis rangieren/fahren soll.
In großen Bahnhöfen können durchaus mehrere Gleise als Ziel plausibel sein. Wenn die in ähnlicher Richtung oder in der gleichen Gleisgruppe liegen (132 oder 123 - egal, Hauptsache Abstellgruppe Süd...), wird nicht immer jeder hinterfragen, ob das Gleis baustellenbedingt getauscht wurde oder ob Umläufe und Abstellungen baustellenbedingt geändert wurden.
Einerseits ist das ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe: Weil es irgendwo in einem großen Bahnhof eine solche Situation geben könnte, soll der Fdl Hintertupfingen mit seinen drei Gleisen und dem Tf, der täglich dort abstellt, sich künstlich blöd stellen.

Andererseits ist es ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe: In einem großen Bahnhof werden wahrscheinlich die wenigsten Tf rechtzeitig vor der entscheidenden Weiche anhalten, wenn sie statt nach Gleis 123 nach Gleis 132 geleitet werden, weil sie (in Gegensatz zu dem Bahnhof Hintertupfingen) den Gleisplan nicht in dem Kopf haben werden.

Gleisnummern im Rangierdienst

geschrieben von: TWA

Datum: 05.08.26 15:47

Wenn eine Rangierfahrt durchgeführt werden soll, dann gibt es mehrere Möglichkeiten.

Es kann sich um eine planmäßige Bewegung handeln, entweder vom Bahnsteig in eine Abstellgruppe oder aus der Abstellung an den Bahnsteig.
Solche Bewegungen können durchaus ohne präzise Angabe von Gleisnummern durchgeführt werden, wenn z.B. der Lokführer gar nicht weiß, welches Gleis aktuell benutzt werden soll. Da kann schon eine einfache Fertigmeldung reichen, z.B. "Von 3 in die Kehre bin ich fertig." Oder er meldet sich als Lok für einen bestimmten Zug an. Da der Weichenwärter weiß, welches Gleis aktuell frei ist bzw. wo der Gesuchte Zug steht, stellt er den Weg ein und bedient die passenden Signale. Und um von den Abstellgleisen an den Bahnsteig zu kommen, reicht es vollkommen aus, wenn der Lokführer / Rangierer sich mit der Zugnummer fertigmeldet, vielleicht noch mit der Angabe des Startgleises. Auch wenn dieser Zug / diese Linie jeden Tag von Gleis x abfährt, heißt das ja nicht, daß dieses Gleis auch heute / jetzt benutzt wird.

Wenn es eine Rangierfahrt ist, bei der es ein bestimmtes Ziel sein muß und der Lokführer / Rangierer die Gleisnummer / die Gleisgruppe kennt, der Weichenwärter jedoch nicht, dann muß natürlich das Ziel genannt werden (wenn das Zielgleis in einem Handweichenbezirk liegt, dann ist es vollkommend ausreichend, wenn dem Weichenwärter die Gleisgruppe genannt wird).
Eine Verwechslung von 16 und 60 oder ähnlichen Kombinationen ist im Rangierdienst aber nicht sooo schlimm. Wahrscheinlich liegen solche Gleise ziemlich weit auseinander, vielleicht sogar an verschiedenen Enden des Bahnhofs. Wenn die Rangierfahrt erst mal losfährt, weil ein Teil des Weges für beide Ziele gleich ist, dann merkt der Lokführer / Rangierer irgendwann, daß eine Weiche falsch liegt und er sein Ziel nicht erreichen wird. Die Lösung: Anhalten und den Weichenwärter ansprechen. Entweder kann die entsprechende Weiche sofort umgelegt werden und es geht direkt weiter, oder die Rangierabteilung muß vorwärts / rückwärts bewegt werden, um die Weichenisolierung freizufahren oder hinter ein Sperrsignal zu kommen, ab dem der Weg neu eingestellt werden kann.


Und wenn es um eine Zugfahrt geht, dann dürfte die Kommunikation im Bahnhof eher mithilfe der Zugnummer oder der Signalbezeichnung abgewickelt werden.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.26 16:53.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: bauigel

Datum: 05.08.26 16:59

scfc schrieb:
Zitat:
Daran ändert aber auch nichts, ob man nun „eins-sechs“ oder „sechzehn“ sagt. Ich habe bisher weder einen BEU-Bericht noch einen Sicherheitsreport gesehen, wo ein Ereignis verhindert worden wäre, hätte man eine Zahl einzeln ausgesprochen. (Noch weniger kann ich mich an ein Ereignis erinnern, wo „null-fünf-Punkt-null-acht-Punkt-zwo-null-zwo-sechs“, „Verfahren Befehlsübermittlung vorbereiten“ oder ähnliches einen Sicherheitsgewinn gebracht hätten.) Wenn Du Beispiele dafür hast, immer her damit.
Wenn du Beispiele dafür hast, dass - wie in deinem Beispiel - das Datum in Einzelzahlen ausgesprochen werden soll, dass bitte deinerseits her damit...

scfc schrieb:
Zitat:
Einerseits ist das ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe: Weil es irgendwo in einem großen Bahnhof eine solche Situation geben könnte, soll der Fdl Hintertupfingen mit seinen drei Gleisen und dem Tf, der täglich dort abstellt, sich künstlich blöd stellen.
Einerseits hast du damit ein schönes Beispiel für fehlende Praxisnähe gebracht. Der Anfänger, der unter einfacheren Bedingungen in Hintertupfing anfängt, soll sich Verhaltensweisen eingewöhnen, die problematisch werden können, wenn er nach dem Sammeln von Erfahrung in einem größeren Bahnhof arbeiten soll.
scfc schrieb:
Andererseits ist es ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe: In einem großen Bahnhof werden wahrscheinlich die wenigsten Tf rechtzeitig vor der entscheidenden Weiche anhalten, wenn sie statt nach Gleis 123 nach Gleis 132 geleitet werden, weil sie (in Gegensatz zu dem Bahnhof Hintertupfingen) den Gleisplan nicht in dem Kopf haben werden.
Andererseits hast du damit gezeigt, warum es umso wichtiger ist, dass die beiden Beteiligten mit Sicherheit vom Gleichen sprechen. Es sollen schließlich auch schon zu Zeiten der Bundesbahn Tf verzweifelt und vergeblich bei Schichtbeginn ihr Fahrzeug in dem Gleis gesucht haben, in dem es "bis jetzt jedesmal gestanden hat".

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 17:46

scfc schrieb:
Einerseits ist das ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe...
Andererseits ist es ein schönes Beispiel für die fehlende Praxisnähe...
Manchmal ist es aber einfach nur die fehlende Praxisnähe von bestimmten Foristen, die den Eisenbahnern ihren Beruf erklären wollen und dabei von Dingen schwafeln, von denen sie praktisch aufgrund der fehlenden Praxis keine Ahnung haben...

Erstens kennen die Lokführer auf den meisten Bahnhöfen die Nummern der Abstellgleise, weil sie Ortskenntnis haben, wenn sie planmäßig rangieren. Von vorhandenen Lageplänen, die den Lokführern zur Verfügung stehen, gar nicht zu reden. Zweitens sind Verwechslungen der Gleisnummern keine herunterzuspielende Banalität, wie Du es versuchst hinzustellen. Das nicht gemeinte Gleis hat keine Fahrleitung, das El6 wird zwar erkannt, der Zug blockiert aber unnötig den Weichenbereich, weil er zurück- und dann erneut zum Abstellgleis rangieren muss, der ICE wird dadurch verspätet, verpasst den letzten Anschluss, die Bahn ist unzuverlässig und ständig zu spät. Aber was war die Ursache? Zwei altehrwürdige Betriebseisenbahner mit Herkunft von Reichs- oder Bundesbahn, die sich weigern eindeutig miteinander zu kommunizieren. Von der Variante, dass das El6 nach vorheriger uneindeutiger Kommunikation wegen Unachtsamkeit übersehen wird, will ich erst gar nicht anfangen...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 05.08.26 17:50

MD 612 schrieb:
Fahrplanbureau schrieb:
Wir verprellen die letzten rückwärtsgewandten Betriebseisenbahner und können jede Menge willfährige und widerspruchslose Seiten-, Oben- und Unteneinsteiger mit rudimentärer Sprachkompetenz ins System aufnehmen.
Ohne diese Quereinsteiger wäre die deutsche Eisenbahn längst im Stillstand verfallen. Der doitsche Michel hat ja keine Lust auf Eisenbahn. Das wird aber der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft, der ohnehin bald in Rente geht, nicht verstehen. Der versteht ja auch nicht, dass diese Quereinsteiger meist einen guten Job machen, obwohl sie oft keinerlei Bezug zur Eisenbahn hatten, bevor sie den Quereinstieg bei der Bahn wagten. Der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft scheitert hingegen offensichtlich schon an der simplen Aufzählung von fünf hintereinander stehenden Ziffern, das kann er nur mit Stottern...

Solche Beiträge erinnern mich an genau die Zeiten, als unsere Generation bei der Eisenbahn anfing. Mit 18 Jahren durften wir alleine Rangierloks fahren, mit nichtmal 21 Jahren uneingeschränkt im Streckendienst auf Diesel- und E-Loks. Über uns als damalige Pimpfe rümpften damals die altehrwürdigen Lokführer, die einst in der Dampflokwerkstatt als Schlosser anfingen und später jahrelang als Heizer schaufeln mussten, bevor sie Dampflok und viele Jahre später E-Lok fahren durften, auch kräftig die Nase. Und diese damaligen Pimpfe, die schon mit 18 Jahren alleine als Lokführer unterwegs waren, rümpfen heute die Nase über gestandene Menschen, die sich mit langjährigem Arbeitsleben mit Mitte 40 oder Anfang 50 für einen Beruf bei der Eisenbahn entscheiden. Tolle Wurst...
Ich glaube die wenigsten haben was gegen Quereinsteiger und grundsätzlich sollte es egal sein wo jemand herkommt, weil das darf keine Rolle spielen. Wichtig ist aber dass die Leute motiviert und fähig sind und das ist leider mittlerweile schwer, da werden Leute eingestellt die nicht geeignet sind und dann auch Schwierigkeiten haben, auch da, egal woher.
Es ist doch schön wenn bei der Eisenbahn auch ältere Leute eine Chance haben, das gibt es sonst nur in anderen Mangelberufen wie Pflege.

Gemeckert wird immer, das war schon immer so und ich bin froh dass die Zeiten der Bundesbahn vorbei sind.
Aber blind nach preußischer Manier allen Vorschriften folgen, das ist mir zu einfach, vor allem wenn es sinnlos ist.

Ich hätte gern mal Beweise, dass die Kilometer- und Gleisangaben abseits des Befehls auch so bescheuert gesagt werden müssen. Beim Befehl verstehe ich es noch, aber bei Anmeldungen zu Rangierfahrten nicht, weil da müssen sich Tf und Fdl verstehen und dann ist es egal, Hauptsache richtig.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 05.08.26 17:53

Mal ehrlich, in meinen bisher 43 Eisenbahnbetriebsdienstjahren habe ich mit der deutschen und mit der "eisenbahndeutschen" Sprechweise von Zahlen, Gleis- und Signalbezeichnungen, Ortsangaben etc. noch nicht eine einzige Verwechslung oder Unklarheit erlebt, die nicht spätestens beim vorgeschriebenen Wiederholen ausgeräumt wurde!

Wenn nun irgendein Technokrat, der sich selbst höchstwahrscheinlich noch nie mitten im Betriebsgeschehen befunden hat, meint, aus unerfindlichen Gründen jeden ausländischen Billigdödel auf einem Triebfahrzeug quer durch Eurasien schicken oder im Inland auf die Menschheit loslassen zu müssen, dann wird die neudumme Sprechweise spätestens daran scheitern, wenn es in einem mir bestens bekannten Bahnhof heißt: "Fahr' mal ins Blumenberger und stell' dich Wäsche links ab.", oder "Personalwechsel ist heute mal in der neuen Welt.", wobei dem armen ausländischen Kollegen selbst die Angabe der Gleisnummer - in welcher Sprechweise auch immer - nichts nützt.

Selbst im Deutschen werden mitunter Einzelziffern dialektbedingt in einer Art und Weise ausgesprochen, dass einem die Einzelziffernangabe überhaupt nichts nützt.

Was viele Theoretiker, EU-Obrigkeitshörige und pseudo-Modernitäts-Fetischisten nicht ansatzweise nachvollziehen und damit überhaupt nicht berücksichtigen können, ist, dass Ziffern, Zahlen und Einzelbuchstaben zur verbalen Übermittlung eisenbahntypischer, oft recht komplexer Informationen, Sachverhalte, Meldungen und Aufträge bei weitem nicht ausreichen.

Nichts gegen ausländische Mitbürger. Aber wer schon mal als nicht unbedingt Ortskundiger in Hagen Vorhölle mit einem quereinsteigenden Nichtmuttersprachler als Rangierbegleiter arbeiten musste, für den gerät das Ziffernausprache-Pillepalle und der anglophone Buchstabier-Blödsinn völlig in den Hintergrund - der hat oft ganz andere Verständigungsprobleme.
Aber Hauptsache, die Technokraten zeigen hemdsärmeligen Aktionismus und keulen sich einen mit "mayday, mayday" - einfach lächerlich geworden, der ganze Affenladen...!

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 05.08.26 18:01

Ist mir selbst auf absolut fremden Bahnhöfen noch nie passiert, schließlich gibt es ja ein vorgeschriebenes Wiederholen.

Ja, es mögen sich durchaus absunderliche Situationen ergeben, aber man kann den Teufel auch an den Haaren herbeireden.

Wer Deutsch nur halbwegs radebrechen kann, eine eigentlich viel zu kurze Billig-Husch-Husch-Ausbildung und auch keinerlei Erfahrung hat, dem nützt das ganze Zahlen- und Buchstabiergestammele auch nichts mehr. Ich erlebe das leider immer wieder in der Praxis!

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 05.08.26 19:16

Fahrmotortrennschütz schrieb:
..., dann wird die neudumme Sprechweise spätestens daran scheitern, wenn es in einem mir bestens bekannten Bahnhof heißt: "Fahr' mal ins Blumenberger und stell' dich Wäsche links ab.", oder "Personalwechsel ist heute mal in der neuen Welt.", ...
Und all diese Formulierungen haben mit dem Regelwerk nichts zu tun, egal wie man die Gleisnummern nun ausspricht. Oder sind das etwa offizielle Bezeichnungen? Somit ist das kein sprachlicher Maßstab, den man ansetzen kann.

Da reicht es schon, wenn einer deiner Kollegen aus Norddeutschland oder Bayern kommt und noch nie in besagtem Bahnhof war. Wenn der FDL genau weiß, wem gegenüber er "Slang" nutzen kann, ist das ja in Ordnung. Offiziell erlaubt ist es aber nicht und wenn dann etwas im Dreck landet, müssen die handelnden Personen die Konsequenzen tragen.

Zumal die Zeiten, in denen direkt an der Grenze ein deutscher Lokführer auf die Zuglok kletterte, mittlerweile lange vorbei sind. Das hat nichts mit Billigdödel zu tun.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: mumpel

Datum: 05.08.26 19:17

Wenn ich z.B. eine BÜ-Störung an die EVZS melde, spreche ich wie immer. Die Zahlen vor dem Komma normal, die nach dem Komma einzeln. Ich wüsste nicht, dass ich da auch alle Zahlen einzeln aussprechen muss.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 05.08.26 19:33

MD 612 schrieb:
Bahnsteig13a schrieb:
Wieso dauernd der Befehl als Beispiel? Ich habe doch ausdrücklich nicht vom Befehl gesprochen.
Aber ich, weil es dazu gehört. Warum lenkst Du ab?
Ich lenke nicht ab. Ich habe das neue System für Befehle ja nicht kritisiert, da mach ich das auch streng nach Vorschrift.

Mir ging es um die Alltagsgespräche, z. B. Rangierfahrten. Da kann man doch beides nutzen, da versteh ich das Problem nicht. Die meisten melden sich dann nach Gleis Vierzig und wer will eben nach Vier-Null, muss doch eh wiederholt werden und so lange sich beide verstehen, wo ist das Problem?
Dieser fehlende Pragmatismus ist typisch deutsch. Wo anders macht man einfach, wichtig ist dass es jeder versteht.
Daher hätte ich gerne Beweise dass die EU-Forderung das mit einbezieht. Man versteckt sich gerne hinter der EU und dabei ist es Deutschland meist, das dutzende Dinge hinzudichtet mit seinem preußischen Bürokratiefetisch.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 05.08.26 19:44

Sebastian Berlin schrieb:
Fahrmotortrennschütz schrieb:
..., dann wird die neudumme Sprechweise spätestens daran scheitern, wenn es in einem mir bestens bekannten Bahnhof heißt: "Fahr' mal ins Blumenberger und stell' dich Wäsche links ab.", oder "Personalwechsel ist heute mal in der neuen Welt.", ...
Und all diese Formulierungen haben mit dem Regelwerk nichts zu tun, egal wie man die Gleisnummern nun ausspricht. Oder sind das etwa offizielle Bezeichnungen? Somit ist das kein sprachlicher Maßstab, den man ansetzen kann.

Da reicht es schon, wenn einer deiner Kollegen aus Norddeutschland oder Bayern kommt und noch nie in besagtem Bahnhof war. Wenn der FDL genau weiß, wem gegenüber er "Slang" nutzen kann, ist das ja in Ordnung. Offiziell erlaubt ist es aber nicht und wenn dann etwas im Dreck landet, müssen die handelnden Personen die Konsequenzen tragen.

Zumal die Zeiten, in denen direkt an der Grenze ein deutscher Lokführer auf die Zuglok kletterte, mittlerweile lange vorbei sind. Das hat nichts mit Billigdödel zu tun.
Es kommt doch eigentlich nur im Ferngüterverkehr und HGV vor, dass Tf aus anderen Ländern hier fahren. Spricht auch nichts dagegen, aber dann muss die Sprache sitzen.
Man kann von mir aus auch als Zweitsprache Englisch einführen, rein für Fdl, denn 90% aller Fahrten finden im Inland statt.

Diese Spezialbezeichnungen gab es vorher und wird es auch weiterhin geben. Das macht man aber auch bisher nur wenn beide wissen um was es geht.
Genausogut braucht man abseits des Befehls die alten Bezeichnungen nicht verbieten. Wenn beide sich verstehen kann man sowohl Vierzig als auch das in meinen Augen bescheuerte Vier-Null sagen. Mit der Wiederholung wird bestätigt dass man es verstanden hat.
Es wird zwar draußen auch so gehandhabt, aber gerade Neue lernen nur den oberpreußischen Gehorsam und keinen Pragmatismus, typisch deutsch eben.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 05.08.26 20:28

mumpel schrieb:
Ich wüsste nicht, dass ich da auch alle Zahlen einzeln aussprechen muss.
Leider ist es so, daß dieser Quatsch in den Grundlagen der 408 gefordert ist. Bisher ohne Ausnahmen bzw. einzeln aufgelistete Anwendungsfälle. Sowohl ein vorschriftengeiler Vorgesetzter oder Prüfer bzw. im Ernstfall ein Richter wird also der pragmatischen Nichtbeachtung dieses Irrsinns so lange widersprechen bis der Satz nach ein paar Jahren klammstillheimlich eliminiert wird. Bis dahin reiht er sich ein, in die leidvolle Geschichte der völlig überbordenden Gesetzgebung in Deutschland (und Europa).

Fahrt Frei! wünscht das Fahrplanbureau
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png ++ Deutsche Reichsbahn DDR ++ https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png
Wo ist der Wagen WLABme 59 in meinem Urlaubszug an den Balaton gereiht?
Hier gibt es Antworten für halb Europa: [www.vagonweb.cz]

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 05.08.26 21:04

Bahnsteig13a schrieb:
Ich habe das neue System für Befehle ja nicht kritisiert, da mach ich das auch streng nach Vorschrift.
Du hattest Befehle nicht ausgeschlossen: [www.drehscheibe-online.de]

Bahnsteig13a schrieb:
Es kommt doch eigentlich nur im Ferngüterverkehr und HGV vor, dass Tf aus anderen Ländern hier fahren. Spricht auch nichts dagegen, aber dann muss die Sprache sitzen.
Zu unserer Sprache gehören aber nicht solch seltsamen, wenn auch dem älterem Eisenbahner geläufige Ausdrucksweisen für mehrstellige Zugnummern.

Bahnsteig13a schrieb:
Es wird zwar draußen auch so gehandhabt, aber gerade Neue lernen nur den oberpreußischen Gehorsam und keinen Pragmatismus, typisch deutsch eben.
Die Neuen lernen regelgerechtes Verhalten in allen Situationen. Das hat nichts mit oberpreußischem Gehorsam zu tun. Sie kennen es einfach nicht anders. Änderungen im Regelwerk und in Begrifflichkeiten hat es schon immer gegeben, einige hatte ich bereits aufgezählt. Nie gab es nennenswerte Probleme damit, nur wegen der Einzel-Ziffer-Aussprache machen manche altehrwürdige sich als etwas Besseres fühlende Eisenbahner mit Herkunft von Reichs- und Bundesbahn ein riesen Fass auf.

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Wenn nun irgendein Technokrat, ...
jeden ausländischen Billigdödel auf einem Triebfahrzeug quer durch Eurasien schicken oder im Inland auf die Menschheit loslassen zu müssen...
die neudumme Sprechweise...
viele Theoretiker, EU-Obrigkeitshörige und pseudo-Modernitäts-Fetischisten...
Diese Ausdrucksweise spricht nicht gerade für die schreibende Persönlichkeit und deren Einstellung zu seinen Eisenbahnerkollegen. Wieder zählt nur die Zugehörigkeit zur aussterbenden Gruppe der altehrwürdigen Eisenbahner mit Bundes- und Reichsbahnherkunft. Merke: Kraftausdrücke ersetzen keine Argumente...

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 05.08.26 21:46

Bahnsteig13a schrieb:
Es wird zwar draußen auch so gehandhabt, aber gerade Neue lernen nur den oberpreußischen Gehorsam und keinen Pragmatismus, typisch deutsch eben.
Nein, neue Eisenbahner lernen das aktuell gültige Regelwerk. Und dieses Regelwerk wenden sie an, ggf. angereichert durch Erfahrungen ihrer Ausbilder und den dort gebräuchlichen "Slang". Aber die alte Sprechweise wird sich vermutlich nach und nach rauswachsen.

Die "alten Säcke" ärgert das natürlich, denn schließlich haben sie noch gelernt, wie richtige Eisenbahn zu funktionieren hat. Genauso ging es vermutlich aber auch schon deren Ausbildern oder noch einer Generation davor, wobei letztere in ihrer Jugend vermutlich wirklich noch preußischen Gehorsam lernen musste.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Name oder Gleisnummer?

geschrieben von: TWA

Datum: 05.08.26 22:16

>>> Offiziell erlaubt ist es aber nicht und wenn dann etwas im Dreck landet, müssen die handelnden Personen die Konsequenzen tragen.

Wenn der Weichenwärter dem Lokführer als Ziel einen Namen nennt, z.B. "Wäsche links", und die Rangierabteilung entgleist dorthin, dann glaube ich kaum, daß das nicht bei Nennung einer Gleisnummer passiert wäre. Eventuelle Konsequenzen dürften wohl eher auf einer bestimmten Handlung bzw. Unterlassung gegründet werden, aber wohl kaum auf der Nennung eines Namen.
Wenn der Lokführer nicht begreift, wohin er fahren soll, dann darf er gerne nachfragen. Aber selbst wenn er das nicht macht, dann ist mir noch nicht so ganz klar, wie das zu einer Entgleisung führen soll. Da dürfte eher das Missachten von Signalen oder einer aufgelegten Gleissperre (und dem dazugehörigen Signal) sein, oder z.B. eine unzeitige Weichenbedienung.

Interessant wird es ja auch dann werden, wenn das Ziel in einem Handweichenbezirk liegt, denn dort ist der Lokführer für alles selber verantwortlich. Der Weichenwärter kann ihm vielleicht sagen, in welchem Gleis er seinen Zug findet oder er seine Lok abstellen darf. Aber davon abgesehen ist für den Weichenwärter eine bestimmte Gleisgruppe das Ziel, und die hat sehr wahrscheinlich einen bestimmten Namen, z.B. Neubau, Lübecker Seite / Drehscheibe, Bauverwaltung, Westkanal, Ericus, Sandstrang, Bahnhof 3, usw. usw. Aber das dorthin führende Gleis hat wahrscheinlich gar keine bestimmte Gleisnummer.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 05.08.26 22:22

MD 612 schrieb
Diese Ausdrucksweise spricht nicht gerade für die schreibende Persönlichkeit und deren Einstellung zu seinen Eisenbahnerkollegen. Wieder zählt nur die Zugehörigkeit zur aussterbenden Gruppe der altehrwürdigen Eisenbahner mit Bundes- und Reichsbahnherkunft. Merke: Kraftausdrücke ersetzen keine Argumente...
Versuche doch bitte, es einmal als positive Einstellung zu meinen Eisenbahnerkollegen zu sehen.

Diese ganze Europäisierung und der damit einhergehende Sprachunfug dient in meinen Augen nur einem Zweck: Kosten sparen, und zwar auf Kosten einer umfassenden Ausbildung und damit auf dem Rücken des Personals.

Das ist nach meiner Ansicht lediglich eine Alibi-Maßnahme, um Sicherheit bei einem Problem vorzutäuschen, welches im suggerierten Umfang überhaupt (noch) nicht besteht. Ungeachtet der Erfolge bestimmter Gewerkschaften bestehen seitens der Arbeitgeber nach wie vor feuchte Träume, Tarifverträge und gute Bezahlung in bestimmten Ländern auszuhebeln und diese Interessenvertretungen durch "preiswertere" ausländische Personale unter Druck zu setzen.

Mein Widerstand richtet sich also gegen einen neuen Versuch, den Lokführerberuf durch zweifelhafte und unsinnige Maßnahmen (die sich m.E. sowieso bald als Schuß in den Ofen erweisen werden) zu einer beliebig austauschbaren Billig- und Allerwelts-Ware verkommen zu lassen.

Man mag mir meinetwegen gerne Verschwörungstheorien unterstellen, aber ich erinnere nur daran, wie das im Straßengüterverkehr so läuft...

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 05.08.26 22:30

MD 612 schrieb:
Das wird aber der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft, der ohnehin bald in Rente geht, nicht verstehen. Der versteht ja auch nicht, dass diese Quereinsteiger meist einen guten Job machen, obwohl sie oft keinerlei Bezug zur Eisenbahn hatten, bevor sie den Quereinstieg bei der Bahn wagten. Der altehrwürdige Betriebseisenbahner aus seeliger Reichs- und Bundesbahnherkunft scheitert hingegen offensichtlich schon an der simplen Aufzählung von fünf hintereinander stehenden Ziffern, das kann er nur mit Stottern...
Ich bin wirklich erstaunt über so viel Selbstreflektion des Sechs-Eins-Zwo. Allerdings wage ich zu bezweifeln, daß Du bei Deinen Kollegen viel Freude erntest wenn Du sie so klassifizierst. Schließlich sollst Du sie eigentlich vertreten, aber nicht (mindestens verbal) in den Allerwertesten treten!

Mich triffst Du mit Deiner Einstufung ohnehin nicht. Auch wenn ich sie eher von der Führungskaste der Bahn erwartet hätte. Aber vielleicht schielst Du ja noch nach einem guten Job bis zur Rente in gut dotierter Position. Anders kann ich mir so manchen Beitrag hier bei DSO nicht erklären.
Übrigens habe ich vor Kurzem erst einen seiteneinsteigenden deutschen Michel bei seinem anspruchsvollen Wechsel aus einer zwar ähnlichen, aber in einigen Dingen trotzdem völlig anderen Branche begleitet. Er hat sich inzwischen in kürzester Zeit zum Ausbilder unserer jungen Nachwuchskräfte weiter qualifiziert, schüttelt aber über den Quatsch der Einzelziffern genauso den Kopf. Es stände den verantwortlichen* Regelwerksautoren gut zu Gesicht diesen Irrweg schnellstmöglich und nicht nur salamischeibenmäßig zurück zu gehen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang gern an die Causa "Bleiben sie halten!". Wenn Du wirklich noch relevante Praxis als Betriebseisenbahner hast, weißt Du ganz genau um was es damals ging. Auf dem Schreibtisch der GDL wirst Du dies Thema nicht finden.

* Verantwortung bzw. ungesühnte Verantwortungslosigkeit, das war eigentlich der Ausgang dieser Diskussion der nun völlig abgeglitten ist.


MD 612 schrieb:
Zitat:
Manchmal ist es aber einfach nur die fehlende Praxisnähe von bestimmten Foristen, die den Eisenbahnern ihren Beruf erklären wollen und dabei von Dingen schwafeln, von denen sie praktisch aufgrund der fehlenden Praxis keine Ahnung haben...
Siehe oben. Ein weiteres Kompliment, daß auf Dich bestens zutrifft. Auch wenn vielleicht noch die eine oder andere Lizenzschicht geleistet wird. Tagtäglich auf dem Bock bist Du nicht, das merkt man.

Fahrt Frei! wünscht das Fahrplanbureau
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 22:33.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 05.08.26 22:34

Sebastian Berlin schrieb:
Bahnsteig13a schrieb:
Es wird zwar draußen auch so gehandhabt, aber gerade Neue lernen nur den oberpreußischen Gehorsam und keinen Pragmatismus, typisch deutsch eben.
Nein, neue Eisenbahner lernen das aktuell gültige Regelwerk. Und dieses Regelwerk wenden sie an, ggf. angereichert durch Erfahrungen ihrer Ausbilder und den dort gebräuchlichen "Slang". Aber die alte Sprechweise wird sich vermutlich nach und nach rauswachsen.

Die "alten Säcke" ärgert das natürlich, denn schließlich haben sie noch gelernt, wie richtige Eisenbahn zu funktionieren hat. Genauso ging es vermutlich aber auch schon deren Ausbildern oder noch einer Generation davor, wobei letztere in ihrer Jugend vermutlich wirklich noch preußischen Gehorsam lernen musste.
Das ist ja im Grunde auch positiv, das Regelwerk hat sich immer wieder geändert, dennoch ist Deutschland ja rückständig.

Das Regelwerk macht aber nur Sinn, wenn es einen Mehrwert und mehr Sicherheit bringt.
Erkläre mir mal was der Vorteil von Vier-Null gegenüber Vierzig ist und wieso man nicht pragmatisch beides nutzen kann? Es muss eh alles wiederholt werden und so wird es verstanden.

Ich würde mir wünschen, wenn man EU-Regeln übernimmt, dass man das 1:1 macht und nicht immer irgendeinen Mist dazuerfindet und wenn alles so toll ist, wieso musste der Erfinder dieses Schwachsinns dann gehen? Aber gelernt hat man wenig daraus, sonst hätte man es soweit rückgängig gemacht wie es verpflichtend ist und kein bisschen mehr.
Wenn ich höre, dass es das in Österreich nicht gibt, ja warum?

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 05.08.26 22:41

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Mein Widerstand richtet sich also gegen einen neuen Versuch, den Lokführerberuf durch zweifelhafte und unsinnige Maßnahmen (die sich m.E. sowieso bald als Schuß in den Ofen erweisen werden) zu einer beliebig austauschbaren Billig- und Allerwelts-Ware verkommen zu lassen.
Es ist extrem schade, daß Du so etwas dem Vertreter der Gewerkschaft der Lokführer erklären musst.
Ich dachte solche Gedanken und Beweggründe gehören zu deren "DNA"...

Gruß aus dem Fahrplanbureau.
Und Danke für Deinen pointierten, aber den Kern der Sache genau beschreibenden Beitrag!

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Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Bahnsteig13a

Datum: 05.08.26 22:55

Zitat
Bahnsteig13a schrieb:
Zitat:
Ich habe das neue System für Befehle ja nicht kritisiert, da mach ich das auch streng nach Vorschrift.
Du hattest Befehle nicht ausgeschlossen: [www.drehscheibe-online.de]
Ich hatte sie schlicht nicht erwähnt, in einem weiteren Beitrag aber ausgenommen. Man kann auch alles mögliche hineininterpretieren.


Zitat
Bahnsteig13a schrieb:
Zitat:
Es kommt doch eigentlich nur im Ferngüterverkehr und HGV vor, dass Tf aus anderen Ländern hier fahren. Spricht auch nichts dagegen, aber dann muss die Sprache sitzen.
Zu unserer Sprache gehören aber nicht solch seltsamen, wenn auch dem älterem Eisenbahner geläufige Ausdrucksweisen für mehrstellige Zugnummern.
Das ist nicht seltsam, das wurde immer so gemacht und was spricht dagegen? Das wissen nicht nur die älteren, sondern auch alle die bis Dezember 2025 fertiggeworden sind. Ich kenne auch viele Nichtmuttersprachler, die das alte System besser finden, z. B. wie erwähnt zwei französische Tf. Klar, das ist nicht repräsentativ, aber ich stelle nicht für 99% um, ohne Not, wenn die 1% es auch lernen können.
Abseits des Befehls hätte man auch beides gelten lassen können oder wo siehst du die Betriebsgefahr wenn ich mich am Funk mit der Nummer melde? Ich mache das auch, nur beim Befehl oder der Ankündigung (falls es mal nicht digital sein sollte) wechsle ich auf das neue Modell und du wirst dich wundern, die meisten Fdl nutzen auch das alte Modell.
Nenne doch mal einen Grund dafür was damit sicherer wird, statt immer auf die älteren Eisenbahner einzudreschen, womit du kein bisschen besser bist als die die du kritisierst, weil sie neue Kollegen alle in einen Topf werfen.

Zitat
Bahnsteig13a schrieb:
Zitat:
Es wird zwar draußen auch so gehandhabt, aber gerade Neue lernen nur den oberpreußischen Gehorsam und keinen Pragmatismus, typisch deutsch eben.
Die Neuen lernen regelgerechtes Verhalten in allen Situationen. Das hat nichts mit oberpreußischem Gehorsam zu tun. Sie kennen es einfach nicht anders. Änderungen im Regelwerk und in Begrifflichkeiten hat es schon immer gegeben, einige hatte ich bereits aufgezählt. Nie gab es nennenswerte Probleme damit, nur wegen der Einzel-Ziffer-Aussprache machen manche altehrwürdige sich als etwas Besseres fühlende Eisenbahner mit Herkunft von Reichs- und Bundesbahn ein riesen Fass auf.
Schon wieder deine Beleidigungen und Stammtischparolen. Warum sollte man sich als was besseres fühlen, nur weil man die Einzelzifferaussprache bescheuert findet? Ich erkenne keinen Mehrwert und diese Änderung im Regelwerk ist bescheuert. Ich bin für ein sicheres Regelwerk, aber das ist einfach nur Schwachsinn.
Ich würde jetzt gerne wissen was ist EU-Vorgabe und was ist deutscher Bürokratiefetischismus, denn es gibt kaum EU-Vorgaben die nicht mit deutscher Bürokratie ausgeschmückt werden. War da mal nicht was mit irgendwie 9 Seiten EU-Verordnung aus der in Deutschland über 100 Seiten wurden? Aber immer ist die böse EU schuld, da kann man sich schön dahinter verstecken.


Zitat
Zitat:
Fahrmotortrennschütz schrieb:
Zitat:
Wenn nun irgendein Technokrat, ...
jeden ausländischen Billigdödel auf einem Triebfahrzeug quer durch Eurasien schicken oder im Inland auf die Menschheit loslassen zu müssen...
die neudumme Sprechweise...
viele Theoretiker, EU-Obrigkeitshörige und pseudo-Modernitäts-Fetischisten...
Diese Ausdrucksweise spricht nicht gerade für die schreibende Persönlichkeit und deren Einstellung zu seinen Eisenbahnerkollegen. Wieder zählt nur die Zugehörigkeit zur aussterbenden Gruppe der altehrwürdigen Eisenbahner mit Bundes- und Reichsbahnherkunft. Merke: Kraftausdrücke ersetzen keine Argumente...
Die Ausdrucksweise ist nicht in Ordnung, aber wer im Glashaus sitzt... oder? Deine pauschalen Beleidigungen irgendwelcher Gruppen sind doch kein bisschen besser und auf Stammtischniveau. Dein letzter Satz könnte auch zu deinen ständigen Parolen passen.

Um das Thema sachlich zu besprechen. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Man kann nicht von der Hand weisen, dass es (wahrscheinlich auch Mangelbedingt) Leute gibt, die durch die Prüfungen geschleift werden und dann auch mal für das Bestehen gesorgt wird, obwohl Ausbilder davon abraten. Natürlich muss man aber auch sagen, dass das ja nicht auf die Masse zutrifft, dennoch ist jeder der durchgeschleift wird obwohl er eigentlich nach normalem Maßstab nicht durchkommen würde, einer zu viel.
Du willst gar nicht berichten was mir bekannteFdl alles berichten und da sind auch jüngere Leute dabei, damit du nicht wieder deine nächste Beleidigung gegen ältere Beschäftigte lostreten kannst wie der Ersatzrassismus der Möchtegern-Toleranten ("Weißer alter Mann").

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: mumpel

Datum: 06.08.26 06:20

Jede Störungsmeldung wird im Störungsbuch eingetragen. Eine Gesprächsaufzeichnung findet nicht statt. Wie will da ein "vorschriftengeiler Vorgesetzter/Prüfer" prüfen, wie gesprochen wurde?

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 06:23.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: mumpel

Datum: 06.08.26 06:29

Zitat
Erkläre mir mal was der Vorteil von Vier-Null gegenüber Vierzig ist
Als ich 1993 nach Bayern kam, habe ich kein Wort verstanden. Und die bayerischen Kollegen haben geschimpft, weil ich mehrmals rückfragen musste. Daher ist eine verständliche Sprache wichtig. Dazu gehört auch, dass alles verständlich ausgesprochen wird. Die Einzelaussprache von Zahlen, und auch das Sprechen in Hochdeutsch, kann da hilfreich sein.

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 06:31.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: mumpel

Datum: 06.08.26 06:38

Zitat
Das ist nach meiner Ansicht lediglich eine Alibi-Maßnahme
Man könnte auch sagen, dass sich die Bahn nach allen Seiten absichert. Das muss sie auch. Damit die Menschen da daußen, mit ihrer Vollkaskomentalität, wenig Angriffsfläche haben. Das ist auch für uns Kleinen gut. Wir machen Dienst nach Vorschrift, und wenn trotzdem etwas passiert, nicht unsere Schuld. Man muss doch nur mal sehen, wie es in Deutschland läuft. Da klettert jemand auf Eisenbahnwagons und bekommt einen Stromschlag, und die Bahn wird schuldig gesprochen (sie hat ihre Verkehrsicherungspflicht nicht erfüllt, indem sie den Wagon so ab-/aufgestellt hat, dass jeder draufklettern kann).

Meine Kommentare spiegeln meine eigene Meinung wieder, nicht die des Arbeitgebers.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 06:42.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 06.08.26 08:08

mumpel schrieb:
Zitat
Erkläre mir mal was der Vorteil von Vier-Null gegenüber Vierzig ist
Als ich 1993 nach Bayern kam, habe ich kein Wort verstanden. Und die bayerischen Kollegen haben geschimpft, weil ich mehrmals rückfragen musste. Daher ist eine verständliche Sprache wichtig. Dazu gehört auch, dass alles verständlich ausgesprochen wird. Die Einzelaussprache von Zahlen, und auch das Sprechen in Hochdeutsch, kann da hilfreich sein.
Ich würde ja sagen, dass das Bemühen um einigermaßen dialektfreie Aussprache völlig ausreicht. Wer dann auch nach Wiederholen und ggf. Berichtigen immer noch beharrlich "vierzehn" statt "vierzig" versteht, dem kann man's ja meinetwegen gerne zum Mitmeißeln in Einzelziffern aufdröseln...

Wobei ich als jetziger Einwohner Sachsens, gebürtiger Sachsen-Anhaltiner, lange in Thüringen gelebt Habender, im Norden Deutschlands Ausgebildeter und selbst des Hochdeutschen in Wort und Schrift Mächtiger in Deutschland und auch in Bayern und Franken (😉) weder beruflich noch privat unüberwindliche Verständigungsprobleme gehabt hätte.

Ich bin also der Ansicht, dass man in Deutschland als Dummer, als sich künstlich dumm Stellender, aber auch sonst ohne gute deutsche Sprachkenntnisse nicht sicher am Bahnbetrieb teilnehmen kann!
Wenn es erst so weit ist, dass man schon zweistellige Zahlen zur angeblich "besseren Verständlichkeit" in Einzelziffern aufdröseln und das unserem Sprachraum völlig fremde Nato-Alphabet zum Buchstabieren nutzen muss, wie will man dann erst weit komplexere bahntypische Sachverhalte verbal kommunizieren? Gibt's dann bald Malbüchlein, oder was?

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: bauigel

Datum: 06.08.26 08:31

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Zitat:
Wenn nun irgendein Technokrat, der sich selbst höchstwahrscheinlich noch nie mitten im Betriebsgeschehen befunden hat, meint, aus unerfindlichen Gründen jeden ausländischen Billigdödel auf einem Triebfahrzeug quer durch Eurasien schicken oder im Inland auf die Menschheit loslassen zu müssen, dann wird die neudumme Sprechweise spätestens daran scheitern, wenn es in einem mir bestens bekannten Bahnhof heißt: "Fahr' mal ins Blumenberger und stell' dich Wäsche links ab.", oder "Personalwechsel ist heute mal in der neuen Welt.", wobei dem armen ausländischen Kollegen selbst die Angabe der Gleisnummer - in welcher Sprechweise auch immer - nichts nützt.
Die Verwendung solcher inoffizieller Bezeichnungen gehen nicht nur bei "ausländischen Billigdödel" schief, sondern auch bei urgermanischen Mitarbeitern von Konzernunternehmen, die beispielsweise im Bauzugdienst nicht regelmäßig in bestimmten Bahnhöfen vorbeikommen. Wenn dann die Mitteilung der Besonderheiten mit dem Wortlaut "nächste Fuhre ausnahmsweise in die Schlawarie" erfolgt, baut der vielleicht auch mal einen Haufen im Nebengleis. Schaden für Infrastruktur, Fahrzeuge, Baustelle (gestörter Bauablauf) Betrieb (kurzfristig Betra-Überschreitung und mittelfristig Umplanung Baufahrplan, jeweils mit SEV-Betroffenheit) war mehrere schriftliche Rechtfertigungen vom Fdl bis in die Führungsebene von DB Netz im PSO (die älteren erinnern sich an die Abkürzung) wert.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 06.08.26 10:36

mumpel schrieb:
Man muss doch nur mal sehen, wie es in Deutschland läuft. Da klettert jemand auf Eisenbahnwagons und bekommt einen Stromschlag, und die Bahn wird schuldig gesprochen (sie hat ihre Verkehrsicherungspflicht nicht erfüllt, indem sie den Wagon so ab-/aufgestellt hat, dass jeder draufklettern kann).

Verzeih, wenn ich dich hier bitte, die von dir angeführte Behauptung mit belastbarem Zahlenmaterial oder repräsentativen Urteilen zu belegen.

Wobei das Waggonbeklettern mit der Einzelaussprache von Zahlen eher nicht in Zusammenhang zu bringen ist...

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: scfc

Datum: 06.08.26 13:11

bauigel schrieb:
scfc schrieb:
Zitat:
Daran ändert aber auch nichts, ob man nun „eins-sechs“ oder „sechzehn“ sagt. Ich habe bisher weder einen BEU-Bericht noch einen Sicherheitsreport gesehen, wo ein Ereignis verhindert worden wäre, hätte man eine Zahl einzeln ausgesprochen. (Noch weniger kann ich mich an ein Ereignis erinnern, wo „null-fünf-Punkt-null-acht-Punkt-zwo-null-zwo-sechs“, „Verfahren Befehlsübermittlung vorbereiten“ oder ähnliches einen Sicherheitsgewinn gebracht hätten.) Wenn Du Beispiele dafür hast, immer her damit.
Wenn du Beispiele dafür hast, dass - wie in deinem Beispiel - das Datum in Einzelzahlen ausgesprochen werden soll, dass bitte deinerseits her damit...
[…]
Ein Beispiel habe ich nicht, nur die aktuelle Richtlinie 408.0056, Abschnitt 2.9 „Zahlen“:

Zitat
Zahlen sind ziffernweise auszusprechen.
Aus den Erläuterungen (PDF-Seite 493):

Zitat
Absatz 2.9

„Zahlen“

Bisher gab es keine Vorgaben zur Aussprache von Zahlen. Dies Ändert [sic!] nun die TSI OPE. Die Vorgabe ist, dass Zahlen immer ziffernweise auszusprechen sind. Diese Vorgabe hat keine Einschränkung. Das bedeutet, dass beispielsweise auch die Uhrzeit und das Datum bei einem Befehlsdiktat als einzelne Ziffern genannt werden.

19:31 Uhr muss nach dieser Vorgabe wie folgt diktiert werden:

„Eins, Neun, Punkt, Drei, Eins“ oder
„Eins, Neun, Doppelpunkt, Drei, Eins“

Der 29.02.2025 muss so diktiert werden:

„Zwo, Neun, Punkt, Null, Zwo, Punkt, Zwo, Null, Zwo, Fünf“

Um es dem Empfänger eines Diktats von Zahlen leichter zu machen, empfiehlt sich das Blockweise sprechen [sic!] beizubehalten. Beispielsweise:

„Zwo, Neun, (kurze Pause) Eins, (kurze Pause) Acht, Fünf“

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 06.08.26 16:45

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Versuche doch bitte, es einmal als positive Einstellung zu meinen Eisenbahnerkollegen zu sehen.
Angesichts der abschätzigen Kraftausdrücke, derer Du Dich bedienst, wenn Du über sie schreibst, ist das schier unmöglich.

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Diese ganze Europäisierung und der damit einhergehende Sprachunfug dient in meinen Augen nur einem Zweck: Kosten sparen, und zwar auf Kosten einer umfassenden Ausbildung und damit auf dem Rücken des Personals.
Jetzt erzähle uns doch mal, welche Kosten man bei der Ausbildung der Eisenbahner spart, wenn man künftig bis zu fünfstellige Zahlen in Einzelziffern ausspricht, um eine eindeutige Kommunikation zu erreichen. Aber bitte jetzt keine globale Rede über die Weltpolitik im Großen und Ganzen und die deutsche Bahnpolitik samt Führungsstil der Eisenbahn in Deutschland im Besonderen. Einfach die Frage beantworten.

Fahrmotortrennschütz schrieb:
Mein Widerstand richtet sich also gegen einen neuen Versuch, den Lokführerberuf durch zweifelhafte und unsinnige Maßnahmen zu einer beliebig austauschbaren Billig- und Allerwelts-Ware verkommen zu lassen.
Auch hier die Frage mit der Bitte nach einer einfachen und kurzen, aber inhaltsvollen Antwort ohne weltglobale Rede, wie der Berufsstand der Eisenbahner mit dem Aussprechen von bis zu fünfstelligen Zahlen in Einzelziffern zu einer beliebig austauschbaren Billig- und Allerwelts-Ware verkommen kann.

Fahrplanbureau schrieb:
Ich bin wirklich erstaunt über so viel Selbstreflektion des Sechs-Eins-Zwo.
Ohne persönlich zu werden, geht's ja wieder nicht. Und dabei kommt dann noch zu Tage, dass Du mich nicht kennst, fast nichts über mich weißt und deshalb Deine Angriffe mit einer Menge Unwissenheit und Falschaussagen über mich überfrachtest. Hauptsache draufgekloppt, Argumente hast Du ja keine. Toller Stil, der viel über Dich aussagt...

Eins noch: Ich schreibe hier als Privatmensch, nicht als Gewerkschaftsvertreter. Von daher muss ich nicht zwanghaft im Sinne meiner Gewerkschaft schreiben, sondern kann und werde auch weiterhin meiner persönlichen Meinung freien Raum lassen, die sich nicht immer mit der offiziellen Meinung meiner Gewerkschaft deckt. Das hat auch nichts damit zu tun, wie ich in meiner Funktion meine Kollegen vertrete und bisher vertreten habe. Ich bin mir ziemlich sicher, die waren bisher im Großen und Ganzen recht zufrieden damit. Dagegen kannst Du schonmal gar nicht anstinken.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: MD 612

Datum: 06.08.26 17:00

Bahnsteig13a schrieb:
Das ist nicht seltsam, das wurde immer so gemacht und was spricht dagegen?
Das hammer schon immer so gemacht, ist in der heutigen Zeit oft nicht mehr das beste Konzept. Und so wie andere Begrifflichkeiten und Bestimmungen im Regelwerk ständig angepasst werden, kann man das auch betreffs der Kommunikation tun. Zumal eben auch zunehmend Eisenbahner an der Basis unterwegs sind, die mit der bisherigen alteisenbahnertypischen Sprachweise nicht eindeutig zurecht kommen. Und noch immer ist es mir unerklärlich, was an der Einzel-Ziffer-Aussprache derart kompliziert sein soll, dass hier solch ein Riesen-Bohei darum gemacht wird. Getreu dem Motto: Vorsicht, es gibt was Neues, das geht in Toitschland nicht...

Aber wenn Du hier so herum wetterst, hast Du sicher auch die Eier in der Hose, den Regelwerksautoren Deine Meinung zu den Neuregelungen mitzuteilen? Oder reicht's wieder nur zum anonymen Anprangern in einem Eisenbahnhobbyforum, weil man da ja genügend Beistand findet?

Bahnsteig13a schrieb:
Schon wieder deine Beleidigungen und Stammtischparolen.
Wo siehst Du Beleidigungen und Stammtischparolen. Es sind Tatsachen, die sich auch aus der hiesigen Diskussion ergeben.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Fahrmotortrennschütz

Datum: 06.08.26 19:38

Ich glaube, du hast da was missverstanden.
Ich muss doch ausgerechnet dir nicht erklären, wie abschätzig manche Abeitgeber mit dem Fahrpersonal umgingen und gerne auch heute noch umgehen würden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, oder?
Kannst du dich etwa nicht mehr an den Arbeitgeber-Duktus in so mancher Tarifauseinandersetzung erinnern? Dieses persiflierte ich lediglich.
Außerdem glaube ich auch nicht, dass ich ausgerechnet dir erklären muss, was das Bestreben vieler Arbeitgeber ist und auf wessen Kosten sie ihre Renditeerwartungen ganz gerne durchsetzen würden.
Du hast bestimmt nicht vergessen, warum es zwingend notwendig war und ist, dass gerade unsere Gewerkschaft in Zusammenarbeit mit den europäischen Partnergewerkschaften keine Mühen scheut, den Arbeitgebern als starker Partner gegenüberzutreten und dem Wildwuchs im Umgang mit dem Personal den Zahn zu ziehen.
Du wünschst zwar keine globale Erklärung von mir, aber leider kann man das nicht losgelöst von globalen Vorgängen betrachten. Ich fürchte deshalb, dass es ohne den Verweis auf die Globalisierung und deren Zweck nicht gehen wird. In wessen Interesse ist es denn, wenn man anstrebt, Fahrpersonal möglichst unter Ausnutzung des Lohngefälles quer durch ganz Europa zu schicken, so wie man das mit Lkw-Fahrern heute schon macht?
Auch wenn du da meine persönliche Meinung vielleicht nicht teilst, aber ich meine, diese ganze Buchstaben-/Zahlenstammelei soll genau das vorbereiten und ermöglichen.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Tssd47

Datum: 07.08.26 18:11

scfc schrieb:

Ein Beispiel habe ich nicht, nur die aktuelle Richtlinie 408.0056, Abschnitt 2.9 „Zahlen“:

Zitat
Zahlen sind ziffernweise auszusprechen.
Aus den Erläuterungen (PDF-Seite 493):

Zitat
Absatz 2.9

„Zahlen“

Bisher gab es keine Vorgaben zur Aussprache von Zahlen. Dies Ändert [sic!] nun die TSI OPE. Die Vorgabe ist, dass Zahlen immer ziffernweise auszusprechen sind. Diese Vorgabe hat keine Einschränkung. Das bedeutet, dass beispielsweise auch die Uhrzeit und das Datum bei einem Befehlsdiktat als einzelne Ziffern genannt werden.

19:31 Uhr muss nach dieser Vorgabe wie folgt diktiert werden:

„Eins, Neun, Punkt, Drei, Eins“ oder
„Eins, Neun, Doppelpunkt, Drei, Eins“

Der 29.02.2025 muss so diktiert werden:

„Zwo, Neun, Punkt, Null, Zwo, Punkt, Zwo, Null, Zwo, Fünf“

Um es dem Empfänger eines Diktats von Zahlen leichter zu machen, empfiehlt sich das Blockweise sprechen [sic!] beizubehalten. Beispielsweise:

„Zwo, Neun, (kurze Pause) Eins, (kurze Pause) Acht, Fünf“
Wenn der Franzose also aus Gewohnheit sein „Kattrewähdissnöff“ sagt und 99 damit meint ist das heute 420109 (wobei das ja auch schon Mischmasch wäre).

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: TWA

Datum: 07.08.26 20:17

>>> „Kattrewähdissnöff“ sagt und 99 damit meint ist das heute 420109

;-))



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.26 20:18.

Re: Einzel-Ziffer-Aussprache

geschrieben von: Habichtshorst

Datum: 08.08.26 10:35

Die schlafenden Tierchen wurden geweckt, nun wird das Fußvolk mit sinnlosen Maßnahmen erschreckt!

Schweizer "ß" und Ä/Ö/Ü

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 09.08.26 11:02

E44 1152 schrieb:
Zitat:
ebenso wie die Deutschschweizer seit Urzeiten aufs ß verzichten

nein, nicht seit Urzeiten, erst etwa seit Anfang der 1950er Jahre.
Ok, für viele hier dürfte das "Urzeiten" sein.
Wobei es da auch in Deutschland hin und her ging mit langer Diskussion, ob nun ß oder ss schreibt.

Der Punkt ist aber, dass es auf den Schweizer Schreibmaschinen kein ß gab und man dort zwangsweise immer ss schreiben musste, was sich dann generell durchsetzte. Und auf den Schweizer Computertastaturen fehlt das ß immer noch, auch wenn es sich auf dem Computer natürlich trotzdem erzeugen lässt wenn man will.

Übrigens fehlte auf den Schweizer Schreibmaschinen auch die grossen Ä, Ö und Ü, eisenbahnbezogen hat das dann natürlich auch Auswirkungen auf Bahnen die nach solchen Orten heissen, siehe die Diskussionen OeBB und UeBB vs. ÖBB und ÜBB, je nachdem ob man die Orte nun Önsingen/Ürikon oder Oensingen/Uerikon schreibt. Da wechselten diese Bahnen mehrfach zwischen Ö/Ü und Oe/Ue als Anschrift auf ihren Fahrzeugen hin und her.
Im Prinzip noch schwieriger bei der Uetlibergbahn, denn hier ging mit Ue vs. Ü noch ein Buchstabe verloren, denn eigentlich ist es der Üetliberg, aber Ueetliberg mit zwei e hintereinander wollte man dann doch nicht.

Intererssanter Effekt bis zur Einstellung des Schweizer Auslandskursbuch vor gar nicht so langer Zeit, im Auslandskursbuch bei der Bodenseegürtelbahn stand korrekt "Überlingen", im Inlandskursbuch bei den Schiffen stand hingegen "Ueberlingen" (wie auch Oehningen statt korrekt Öhningen). Da hatte es im Inlandskursbuch jemand mit der Vorschrift, dass in Schweizer Ortsnamen keine Ä, Ö und Ü geben darf, zu genau genommen.

Gruss Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.26 11:06.

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: Fliegender Kölner

Datum: 12.08.26 09:38

TWA schrieb:
Wenn Sie die historisch gewachsene Zahlsprechweise in der deutschen und der niederländischen Sprache als "total unsinnig" ansehen, wie möchten Sie denn die Zahlen in folgenden Sprachen bezeichnen?
Französisch (besonders ab 80)
Dänisch (sehr schön ab 50)
Finnisch
Estnisch
Lettisch
Arabisch
usw. usw. usw.
Der Bereich von 10 bis 19 ist sowieso in den meisten Sprachen etwas für Genießer.

Und nein, wenn man sich lang genug mit einer Sprache beschäftigt, dann kann man jede Zahlsprechweise sicher anwenden, egal wie "total unsinnig" sie angeblich ist.
Klar gibt es auch in anderen Sprachen unlogische Ausdrucksweisen.

Vielleicht zur Erklärung meines Hintergrundes: ich habe beruflich viel mit "lernschwachen" Menschen zu tun. Da fällt halt häufig auf, dass diese mit der richtigen Reihenfolge der Ziffern aufgrund der Sprechweise Schwierigkeiten haben. Deswegen empfinde ich die deutsche Sprechweise als "total unsinnig", auch wenn sie historisch gewachsen ist (wobei mir nicht einleuchtet, wofür das ein Argument sein soll). Ich weiß aber natürlich auch, dass man sich schwer tut, sich von Gewohnheiten zu trennen, geben sie einem selbst Sicherheit, von der man sich natürlich nicht gerne trennt.

Zur Einzelziffer-Nennung: Ich habe beruflich nichts mit Eisenbahn zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Vorschrift in manchen Fällen zu mehr Sicherheit beitragen könnte.
Für die Diskussion würde ich mir wünschen, dass hier Aspekte ausgetauscht werden, ohne dass es persönlich wird.

Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn jemand sagt "hat doch bisher immer geklappt" als auch "in dem und dem Fall könnte dadurch ein Unglück verhindert werden" oder "dadurch wird es für den einen oder anderen Mitarbeiter einfacher".

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 12.08.26 17:59

>>> Deswegen empfinde ich die deutsche Sprechweise als "total unsinnig", auch wenn sie historisch gewachsen ist (wobei mir nicht einleuchtet, wofür das ein Argument sein soll).

Eine Sprache entwickelt sich im Laufe der Zeit in eine Richtung, eine andere Sprache nimmt vielleicht einen ähnlichen oder einen total anderen Weg. Als der gesprochenen Sprache dann die geschriebene folgte, hat sich in der Schreibweise durchgesetzt, daß der höchste Stellenwert links steht, also Zehner - Einer, auch wenn es anders herum gesprochen wird. So hat sich allen Sprachen der Zusammenhang zwischen Sprechen und Schreiben individuell entwickelt, ist also überall historisch gewachsen.
Wenn jetzt also Leute Schwierigkeiten mit der Aussprache von Zahlen in einer Fremdsprache haben, dann ist das ein sehr altes Problem, das es bereits vor der Einführung der Schrift gab. Und dieses Problem wurde in all den Jahren von sehr vielen Menschen gemeistert.

Hier mal ein Link zu einer Erklärung der deutschen Zahlsprechweise: [german.stackexchange.com]
Wäre es nicht auch interessant, die arabische Schreibweise zu harmonisieren: Schrift von recht nach links, aber Zahlen von links nach rechts? Da muß mansich das Gehirn ja richtig doll verbiegen.
Siehe hier : [de.wikipedia.org]

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: VT

Datum: 12.08.26 22:08

Und wegen diesen ganzen Besonderheiten hat man sich zu Beginn der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zusammengesetzt und mit der DIN5009 die Regeln für das Phonodiktat erfunden. Die sieht im Erwerbsleben in Industrie und bei Behörden die Einzelaussprache vor. Mach über vierzig Jahren ist die Bahn also jetzt auch so weit.

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 12.08.26 22:40

Ist denn ein Phonodiktat, das vom Hörer nicht wiederholt wird, mit einem betriebswichtigen Gespräch, das vom Empfänger wiederholt wird, vergleichbar?

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: Fliegender Kölner

Datum: 13.08.26 06:20

Hallo nochmal TWA,

ich hoffe, du verstehst meine Antworten nicht als Angriff, sondern nur als Beleuchtung eines Aspektes aus verschiedenen Perspektiven. Klar ist mir, dass die Sprache so gewachsen ist und natürlich auch so funktioniert. Ich finde halt interessant darüber nachzudenken, ob im Sinne von Sprachentwicklung zur Vereinfachung die Aussprache der Ziffernfolge geändert werden könnte oder sollte. Sprache entwickelt sich ja eh immer weiter. Im Zusammenhang mit den neuen Vorschriften bei der Bahn wollte ich darauf hinweisen, dass das vielleicht ein Herd für Missverständnisse sein könnte.

Anderes Beispiel aus eigenem Erleben: es wurde halb zwölf gesagt und ich habe 12:30 gespeichert und war zu spät oder umgekehrt ;-) .

Aber natürlich finde ich es normal, wenn man beim Gewohnten bleiben möchte.

Grüße
Jörg

Re: Deutsche Zahlsprechweise

geschrieben von: TWA

Datum: 13.08.26 11:31

Bestimmte Ausdrucksweisen liegen in der Kultur begründet, z.B. die Sichtweise auf Vergangenheit und Zukunft.
In vielen Sprachen schaut man vorwärts auf die Zukunft und rückwärts auf die Vergangenheit, während es in anderen Sprachen umgekehrt ist.
Bei Uhrzeiten gibt es ja auch diverse Sichtweisen, mal wird das "vor" oder "nach" dazugesagt, mal wird es nicht gesagt, mal wird immer "vor" gedacht, mal wird "vor" und "nach" gemischt.

Das Erlernen einer Sprache wird nicht unbedingt erleichtert, wenn sich diese Sichtweisen auf Vergangenheit und Zukunft, die Uhrzeit und die Zahlen, von den Sichtweisen der eigenen Muttersprache unterscheiden.

Re: DB Zahlsprechweise

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 13.08.26 11:49

Fliegender Kölner schrieb:
Aber natürlich finde ich es normal, wenn man beim Gewohnten bleiben möchte.
Und das Normale (jetzt außerhalb des Irrwegs bei der Eisenbahn) ist nun mal die Sprache in Ziffernblöcken. Oder wie würdest Du reagieren, wenn Dir die Verkäuferin im Laden sagt: Ich bekomme von Ihnen Eins-Drei-Komma-Fünf-Acht Euro?
Allein diese Diskrepanz zwischen dem "realen Leben" und dem Vorschriftenwahn der DB (mit angeblicher Unterstützung der EU) wird bei 99% der Beschäftigten zu Verwirrung führen. Ein Prozent der Beschäftigten müssen umdenken bzw. Gelerntes anwenden. Ist das wirklich so schlimm? Bzw. sicherheitskritischer als wenn die 99% jedes mal stutzen?

Re: DB Zahlsprechweise

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.08.26 12:54

Fahrplanbureau schrieb:
Allein diese Diskrepanz zwischen dem "realen Leben" und dem Vorschriftenwahn der DB (mit angeblicher Unterstützung der EU) wird bei 99% der Beschäftigten zu Verwirrung führen. Ein Prozent der Beschäftigten müssen umdenken bzw. Gelerntes anwenden.
Man sollte sich mal draußen in der Realität umsehen und umhören. Dann wird man feststellen, dass nicht nur weit mehr als ein Prozent der Kollegen da draußen, sondern die Mehrheit davon völlig problemlos die Einzel-Ziffern-Aussprache verwenden. Nach anfänglicher Eingewöhnung ist das nach über einem halben Jahr inzwischen vielerorts gelebte Praxis.

Fahrplanbureau schrieb:
Bzw. sicherheitskritischer als wenn die 99% jedes mal stutzen?
Sicherheitskritisch ist die alte Sprachregelung schon deshalb, weil mehr als ein Prozent der Kollegen Schwierigkeiten damit haben. Da ist die Einzel-Ziffern-Aussprache für alle eindeutiger.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Re: DB Zahlsprechweise

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 13.08.26 13:04

MD 612 schrieb:
Man sollte sich mal draußen in der Realität umsehen und umhören.
Man(n), dann tue es selbst! Bevor Du hier weiterhin versuchst, mit dem immer wieder wortreichen Hereindrücken Deiner Meinung diese als die einzig richtige darzustellen..

Aber der Klügere gibt nach: Natürlich hat MD612 mit seinen Behauptungen völlig recht und die Ziffernstammelei ist bereits nach einem halben Jahr gelebte und bestens bewährte Praxis. Weil MD612 meint, daß es so wäre. Nur ich treffe dummerweise immer wieder auf die Eisenbahner, die dies völlig anders sehen. Mein Pech! Bzw. eigentlich mein Glück...
Die für Dezember im "Bahnbuschfunk" avisierte Aufweichung dieser Regelung ist also schnellstens zurück zu ziehen. Ich hoffe die Regelwerksautoren können sie noch stoppen...

Re: DB Zahlsprechweise

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.08.26 13:14

Fahrplanbureau schrieb:
MD 612 schrieb:
Man sollte sich mal draußen in der Realität umsehen und umhören.
Man(n), dann tue es selbst!
Ich bin ja draußen, deswegen ja. Und nein, das ist kein Grund schon wieder ausfällig zu werden. Akzeptiere einfach, dass Deine Meinung nicht die alleinentscheidende ist.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

Ich möchte höflichst daran erinnern ...

geschrieben von: wostei

Datum: 13.08.26 14:21

dass sich die Kontrahenten sich doch bitte noch einmal den Titel des inzwischen mehrseitig vom Thema abschweifenden Threads vergegenwärtigen. Für die Debatte zur Ausprache numerischer Werte macht bitte einen eigenen Thread auf!
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

Re: DB Zahlsprechweise

geschrieben von: Fliegender Kölner

Datum: 13.08.26 15:25

Fahrplanbureau schrieb:
Ist das wirklich so schlimm? Bzw. sicherheitskritischer als wenn die 99% jedes mal stutzen?
Das mag ich halt nicht zu beurteilen, ich bin nicht vom Fach.
Aber an eine Sprechweise "Das macht fünfhundertzwanzigsieben Euro könnte ich mich schon gewöhnen, wie ich inzwischen nur noch ganz ganz selten in DM umrechne bei Eurobeträgen ;-) .

Ich finde übrigens deinen Hinweis gut, dass sich Sprachen unterschiedlich entwickeln. So kann man schon allein beim Erlernen einer anderen Sprache über die eigene Kultur reflektieren.

Da wir aber jetzt wirklich die ganze Zeit nicht beim ursprünglichen Thema sind, verspreche ich jetzt wirklich nichts mehr dazu zu schreiben.

Re: Zahlensprechweise

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 14.08.26 12:26

Moin!
Fahrplanbureau schrieb:
Fliegender Kölner schrieb:
Aber natürlich finde ich es normal, wenn man beim Gewohnten bleiben möchte.
Und das Normale (jetzt außerhalb des Irrwegs bei der Eisenbahn) ist nun mal die Sprache in Ziffernblöcken. Oder wie würdest Du reagieren, wenn Dir die Verkäuferin im Laden sagt: Ich bekomme von Ihnen Eins-Drei-Komma-Fünf-Acht Euro?
Und trotzdem habe ich bereits vor 30 Jahren in der Schule gelernt, dass zumindest die Zahlen nach dem Komma als Einzelziffern ausgesprochen werden. Und Überraschung: Meine Kinder lernen es immer noch so in der Schule. Im Einzelhandel ist aber tatsächlich die Einzelziffernausprache nicht gängig. Dort hat man aber zu 99% auch noch eine Anzeige, von der man die Zahlen zusätzlich ablesen kann.

Im Flugverkehr, wo es ja wiederum um sicherheitsrelevante Themen geht, wird aber in Einzelziffern gesprochen.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

So ist es

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 15.08.26 23:59

wostei schrieb:
dass sich die Kontrahenten sich doch bitte noch einmal den Titel des inzwischen mehrseitig vom Thema abschweifenden Threads vergegenwärtigen. Für die Debatte zur Ausprache numerischer Werte macht bitte einen eigenen Thread auf!
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
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