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Es interessiert mich überhaupt nicht, ob die Bahn Gewinn oder Verlust oder sonstwas macht. Im Interesse der Daseinsvorsorge hat der Steuereinnehmer (=Staat) dafür zu sorgen, dass als Gegenleistung ein solides Angebot an öffentlichen Schienenverkehrsleistungen zur Verfügung steht. Schließlich gehört dies zu einer funktionierenden Wirtschaft und damit den Voraussetzungen, dass der Staat überhaupt Steuern einnehmen kann. Und da ist noch nicht mal die Rede von einem Modell wie in Luxemburg, wo man die Beförderung quasi schon durch seine Steuerzahlung abgegolten hat.

Re: Es ist nicht immer alles so schlecht.......

geschrieben von: Strizie

Datum: 30.07.26 15:55

Turner schrieb:
[www.n-tv.de]

Scheinbar ist nicht immer alles so schlecht, wie es von Sven's, Gastronomie's & Co. in DSO immer wieder so hochbeschworen wird!
Ganz ehrlich an der Börse wäre DB Fernverkehr nichts mehr Wert. Die Aktien würde man einfach hinterhergeworfen bekommen.

Schau Dir doch einfach mal DB Fernverkehr sagen wir mal nach der Ära Mehdorn an. Was hat sich denn da groß getan. Das einzige was DB Fernverkehr langsam gelingt ist den kompletten Fernverkehr auf ICE umzustellen. Mittlerweile werden sogar 160 km/h schnelle Züge wie der ICE nach Oberstdorf als ICE dem Kunden verkauft. Ansonsten eigentlich immer das gleiche. Jedes Jahr werden vorm Sommer mehr Rabatttickets auf den Markt geworfen und dazu neue Rabatttickets kreiert. Ansonsten reagiert dieser Konzern eigentlich nur. Gegen den Fernbus wollte man den IC2 etablieren und ist damit weitgehend gescheitert. Im Gegenteil Flix greift immer mehr auf der Schiene an. Demnächst kommt dann auch Italo dazu. Wahrscheinlich bemerkt dann DB Fernverkehr vielleicht mal das deren 1. Klasse im ICE für Fahrten von mehr als 4 Stunden nicht zumutbar ist und eigentlich auch keine wirkliche 1. Klasse ist, wenn man das mal mit früheren EC/IC-Zeiten vergleicht.

Man hat bei DB Fernverkehr den Eindruck, dass sich dort immer erst dann etwas tut, wenn Konkurrenz droht.

Eine Konzerntochter welche auf der Stelle tritt bzw. abgesehen von der Umstellung auf ICE keinen wirklichen Plan hat und solche Ergebnisse feiert wird langfristig kaum erfolgreich sein.

Re: Es ist nicht immer alles so schlecht.......

geschrieben von: bauigel

Datum: 30.07.26 16:27

Awanst Vitzenburg schrieb:
Und da ist noch nicht mal die Rede von einem Modell wie in Luxemburg, wo man die Beförderung quasi schon durch seine Steuerzahlung abgegolten hat.
Wenn alle in Luxemburg ÖPNV nutzen würden, die dort Steuern zahlen, würde das Modell nicht mehr funktionieren 😁
Warum hat Merz dann den Verkehrsminister rausgeschmissen?
Er hat die Evelyne doch ins Amt gebracht.
Und damit erst solche Erfolge ermöglicht.
Das steht doch bereits im Artikel:
Zitat
Der Bahn komme aber auch "ein kleiner Rechentrick" zugute, erläutert RBB-Reporter Tom Garus auf tagesschau24. Palla ließ im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro abschreiben - verbuchte also Verluste zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch ganz neu im Amt war. "Und dementsprechend sieht die Bilanz dieses Jahr schon besser aus", so Garus.
Der wird sich ja wohl auskennen - ist schließlich von den Öffentlich-Rechtlichen.
Hat Mehdorn in jeder Firmen gemacht, Abschreibung tief in die Verluste um wie Phoenix aus der Asche Gewinne päsentieren.
Niederlausitzer schrieb:
Wenn es DIR so erscheint, offenbarst Du damit nur deine Unkenntnis der Sache. Ich werde ja ungern persönlich, entschuldige bitte, aber deine Sicht ist hier völlig falsch.

Viele Grüße
Von sich überzeugt zu sein ist in diesem Kontext fragwürdig. Was gibt die das Recht alle als dumm zu beleidigen die nicht deiner Meinung sind?
schienenbär42 schrieb:
Riedgras schrieb:
Da steht ERSCHEINT, nicht IST! Soviel solltest du schon verstehen dass du trennen kannst. Oder wurden bei euch im Deutschunterricht nur Romane gelesen?
Im Deutschunterricht wurde bei uns auch gelehrt, daß manche Formulierung gar nicht so schwammig gemeint IST, wie sie ERSCHEINT....

Buchhaltung kam erst später in der kaufmännischen Ausbildung dazu. Damit lernt man dann, nicht nur Romane, sondern auch Bilanzen zu lesen. Und manches was einem vorher seltsam ERSCHEINT, IST plötzlich gar nicht mehr so rätselhaft. Deshalb:

TranelG schrieb:
Zitat:
Wenn ich als Betriebswirt die Kommentare hier lese, dann wird mir schlecht.
Wenigstens ein Kommentar hier, dem ich voll zustimmen kann!

Viele Grüße
Björn / schienenbär42
Macht euch einfach weiter die Welt schön! An der Wahrheit ändert das nichts. Eine Firma, die an einem Tag mehr Geld verbrennt als sie woanders im Jahr einnimmt hat ein Problem, um das andere Wort nicht direkt zu gebrauchen: Wäre nicht der Staat der Eigentümer wäre das Insolvenzverfahren schon eröffnet!

Gewinn im Bereich des Hintergrundrauschens

geschrieben von: Novoma

Datum: 31.07.26 07:00

Wieviel Promille Kapitalrendite sind das denn? Diese Gewinnmeldung erinnert an die Ergebnisse unter Dürr, immer so ganz knapp über der Nullinie, und staatlichen Zuwendungen als Einnahmen mitgerechnet. Frau Palla muss zeigen, dass ihre Maßnahmen auch kurzfristig Erfolg haben, und dann wird eben so ein Ergebnis kommuniziert. Ich erinnere mich an Jahre, als alle ICE-Züge kurzzeitig an einen Investor verkauft und zurückgeleast wurden, um für das Jahr einen Gewinn auszuweisen, danach wurden sie zurückgekauft. Wer weiß schon, wie der jetzige Gewinn zustandegekommen ist?
Riedgras schrieb:
Von sich überzeugt zu sein ist in diesem Kontext fragwürdig. Was gibt die das Recht alle als dumm zu beleidigen die nicht deiner Meinung sind?
Du interpretierst etwas in Texte, was da gar nicht steht? "Dumm" lese ich nirgendwo.
Ich würde jemand, der keine Ahnung von Bilanzen hat, auch nicht deshalb als "dumm" bezeichnen. Das ist nun mal ein Spezialgebiet, mit eigenen Regeln und eigener Fachsprache.

BWLlern wird hier oft vorgeworfen, sie wollen Eisenbahn spielen, obwohl sie davon gar keine Ahnung haben - das soll man doch den Fachleuten überlassen!

Aber andersrum wird munter die Bilanz kommentiert, mit durcheinander geworfenen Fachbegriffen und es werden Zusammenhänge hergestellt, die es schlichtweg nicht gibt...

Riedgras schrieb:Zitat:
Macht euch einfach weiter die Welt schön! An der Wahrheit ändert das nichts. Eine Firma, die an einem Tag mehr Geld verbrennt als sie woanders im Jahr einnimmt hat ein Problem, um das andere Wort nicht direkt zu gebrauchen: Wäre nicht der Staat der Eigentümer wäre das Insolvenzverfahren schon eröffnet!
In einem Azubi-Bericht o.ä. würde ich diese Aussage dick rot anstreichen...
Die vorgestellte Bilanz zeigt, daß die Bahn im ersten Halbjahr 2026 eben nicht zu diesen Unternehmen gehörte... und wer der Eigentümer ist, ist im Insolvenzrecht irrelevant...
Manche Dinge sind einfach schlichtweg FALSCH - und dann frage ich mich schon, wer sich hier die Welt schön- oder auch schlecht redet?

Viele Grüße
Björn / schienenbär42
Plutone schrieb:
LIW schrieb:
Was sind das denn für Taschenspielertricks und wie soll die Bahn überhaupt "Gewinn" machen können? Die Bahn bringt der Volkswirtschaft insgesamt was, ist aber natürlich ein Zuschussgeschäft. Oder man klammert die ganzen Kosten in irgendwelche separaten Gefilde aus, Bad Bahn oder so?

Ich bin gegen diese Augenwischerei und auch dieses blöde Jubeln und Untergangsgetue im Wechsel. Aber das ist die moderne, "motivierende" Wirtchaftskommunikation.
Das schmälert nicht die Leistungen der Bahn, aber man muss auch sagen, die Fahrpreise sind oft reiner Wucher, gepaart mit irgendwelchen Sonderaktionen zum Ramschpreis. Das ist eher keine kaufmännisch sinnvolle Linie und die scheint ja mit dem "Gewinn" behauptet zu werden. Der Güterverkehr profitiert natürlich von den Dringlichkeitstransporten, aber in der Fläche gibt man ihn ja weitgehend auf und hat die Kunden verloren. Die Bahn ist nicht über den Berg.
Vor allem, wenn man sich überlegt, wie die DB als Infrastrukturbetreiber alles ihrem Fernverkehr zu Füßen legt, die komplette Disposition auf ihren Fernverkehr ausrichtet, um diesen zumindest in der 6-Min-Pünktlichkeit über 50% zu halten, während das Netz völlig vor die Hunde geht und mit Milliarden subventioniert werden muss und die DB als Konzern wie ein schwarzes Loch wirkt aufgrund ihrer AG-Struktur.
Und das alles, um in genau einem Teilbereich Fernverkehr jetzt einen vergleichsweise kleinen Gewinn "verkaufen" zu können, den sie eigentlich vor allem dem Verkehrsinfarkt auf der Straße und hohen Spritpreisen zu verdanken hat.

Wenn die Auto-Industrie die E-Mobilität nicht so verpennt und ausgebremst hätte, wäre der Gewinn vmtl. schon dahin gewesen.
Man könnte es aber auch für eine clevere Strategie halten: Man treibt die Leute im Nahverkehr alle in den PKW-Verkehr, um die Straßen dicht zu machen, damit der Fernverkehr freie Fahrt hat und wie eine Lösung wirkt.

Ich denke aber nicht, dass die DB eine verkehrliche Strategie hat. Sobald man da in den Strategie-Bereich kommt, geht es nur noch ziemlich direkt um Geld, Geld, Geld...
Vor wenigen Jahren hat man noch mit den SPNV-AT gemeinsam Baustellen geplant, damit so wenig Züge wie möglich ausfallen, weil man auch mit Trassen und teils Fahrgeldeinnahmen Geld verdient hat.

Heute sperrt man ohne großartig zu bauen und das Geld scheint ja trotzdem zu fließen.

Und solang für die Bahn in diesem jämmerlichen Zustand irgendwas gut ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um professionell organisiertes Marketing handelt, nicht um "Erfolge" im Sinne von Erfolg.
Hast Du auch irgendwelche Belege für Deine Ausführungen und sind das alles nur Mutmaßungen?

Re: Gewinn im Bereich des Hintergrundrauschens

geschrieben von: Lenoir

Datum: 31.07.26 09:05

Novoma schrieb:
Wer weiß schon, wie der jetzige Gewinn zustandegekommen ist?
Kannst du doch nachlesen, im "Zwischenbericht". Allerlei Tricks, auf allen Ebenen. Und manch "glückliche Fügung".

Ich stimme dir zu, daß das alles bis jetzt nicht so dolle aussieht wie man vlt. im ersten Moment denkt. Gerade auch, weil 2025 – ich unterstelle: absichtlich – soviel Blut geflossen ist. Ob das, bei ähnlichen externen Rahmenbedingungen in zwei oder drei Jahren auch noch "so positiv" aussehen würde? Werden wir vermutlich nie erfahren, weil sich entweder die Bedingungen ändern oder die nächste neue Strategie aufs rostige Gleis gesetzt wird oder beides zusammen.
jsbach schrieb:
Warum hat Merz dann den Verkehrsminister rausgeschmissen?
Er hat die Evelyne doch ins Amt gebracht.
Und damit erst solche Erfolge ermöglicht.
Wenn die Evelyne trotz Schnieder solche Erfolge erreicht hat: was hätte sie dann erst unter einem Verkehrsminister erreichen können, der einem fachkundigen Staatssekretär freie Hand lässt (Scheuer / Ferlemann) oder der sich wenigstens - entgegen dem Rat seiner eigenen Partei - aktiv mit der Bahn beschäftigt und dazu auch Aktenstudium betreibt (Wissing)?
Tja das werden wir nie erfahren.
Vielleicht schreiben wir in einem Jahr von Erfolgen trotz Bilger.

Re: Bei der Performance gewagt

geschrieben von: V 100 098

Datum: 31.07.26 10:13

Hallo,
Turner schrieb:
HEUTE erntet man das, was damals gesät wurde! Und die damaligen Stimmen, die vor zu viel Einsparungen gewarnt hatten, die wurden damals mundtot gemacht!
Daher, es sind weder die DB noch Verkehrsbetriebe selber die Blockierer, dass kam/kommt von anderen Seiten her, so wie das jetzt läuft - oder auch nicht läuft.

Das wird auch gerne übersehen von Bahnfans und anders dargestellt, weil sie Negativdarstellung rauf und runter und ständig offenbar chic finden.
Dazu passend: Verfallsporno ("Untergang klickt schön", Link zu GMX, wurde aber auch woanders veröffentlicht).

Viele Grüße
V 100 098

Re: Gewinn im Bereich des Hintergrundrauschens

geschrieben von: Niederlausitzer

Datum: 31.07.26 10:18

Novoma schrieb:
Wer weiß schon, wie der jetzige Gewinn zustandegekommen ist?
Hallo,
Du musst einfach nur den gesamten Thread hier lesen. Da ist doch das geballte kaufmännische Fachwissen versammelt, da werden jede Uni bzw Hochschule neidisch.
;-)

Viele Grüße
Laut t-online beruhe der Gewinn nicht darauf, daß mehr Menschen mit der Bahn gefahren sind, sondern auff weniger Geschäft im verlustreichen Güterverkehr und dadurch geringere Kosten.

https://www.t-online.de/finanzen/kolumne-ursula-weidenfeld/id_101368572/wieder-in-der-gewinnzone-so-rechnet-sich-die-bahn-die-zahlen-schoen.html



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.26 17:17.
Wirtschaftlich optimal wäre die Betriebseinstellung

Bilanzkosmetik

geschrieben von: Carsten Hölscher

Datum: 31.07.26 19:39

[www.msn.com]

"Der Ursprung des plötzlichen Geldsegens findet sich auf Seite 64 des Zwischenberichts – in Zeile 4 der Gewinn- und Verlustrechnung. Dort ist unter „Sonstige betriebliche Erträge“ ein Plus zum Vorjahreshalbjahr von nominal über einer Milliarde Euro abzulesen. Der Löwenanteil dieses Geldes stammt vom Bund – 0,9 Milliarden an höherer Förderung für die Instandhaltung –, der Rest kommt vor allem durch Fahrzeugverkäufe bei DB Cargo und Fernverkehr zustande.
Was bleibt also von den guten Nachrichten? Auf den ersten Blick wenig...."

"DB Cargo hat viel Bilanzkosmetik betrieben und Verluste in das Jahr 2025 geschoben, dementsprechend sehen die Zahlen 2026 besser aus."

Carsten

Re: Bilanzkosmetik

geschrieben von: LIW

Datum: 31.07.26 19:50

Carsten Hölscher schrieb:
[www.msn.com]

"Der Ursprung des plötzlichen Geldsegens findet sich auf Seite 64 des Zwischenberichts – in Zeile 4 der Gewinn- und Verlustrechnung. Dort ist unter „Sonstige betriebliche Erträge“ ein Plus zum Vorjahreshalbjahr von nominal über einer Milliarde Euro abzulesen. Der Löwenanteil dieses Geldes stammt vom Bund – 0,9 Milliarden an höherer Förderung für die Instandhaltung –, der Rest kommt vor allem durch Fahrzeugverkäufe bei DB Cargo und Fernverkehr zustande.
Was bleibt also von den guten Nachrichten? Auf den ersten Blick wenig...."

"DB Cargo hat viel Bilanzkosmetik betrieben und Verluste in das Jahr 2025 geschoben, dementsprechend sehen die Zahlen 2026 besser aus."

Carsten
Danke fürs Nachforschen. Es kann kein Gewinn entstanden sein bei dem chaotischen Betrieb.
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