DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

Neuigkeiten über Eisenbahnen in Deutschland aus den Bereichen Betriebsgeschehen, Verkehrspolitik, Verkehrsunternehmen, Infrastruktur und Fahrzeugindustrie. Allgemeine Themen und Fragen gehören in das » Allgemeine Forum, Betriebsstörungen in das Forum » Betriebsstörungen.
Neu bei Drehscheibe Online? » Hier registrieren!  Zum Ausprobieren und Üben steht das » Testforum zur Verfügung!
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -

Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: glx

Datum: 29.07.26 17:46

Zur Ausschreibung der S-Bahn Stuttgart gibt es einige Neuigkeiten:

[region-stuttgart.ratsinfomanagement.net]
[region-stuttgart.ratsinfomanagement.net]

Der aktuelle S-Bahn Vertrag soll bis Dezember 2034 verlängert werden, um ein gleichzeitiges Hochfahren von S21 und eines möglicherweise neuen Betreibers nicht parallel machen zu müssen. Der neue Vertrag soll 15 Jahre laufen.

Für den Ersatz der 423 werden Neufahrzeuge angeschafft Dies beträfe etwa 60 Neufahrzeuge. Möglicherweise betrifft das auch einen Teil der 430 der DB, wenn diese kein gutes Übernahmeangebot abgibt. Dann wären etwa 89 weitere Fahrzeuge neu zu beschaffen.

Entgegen des Trend zu Langzügen (Siehe München und Köln), will der VRS am 70-Meter Raster festhalten. Die Neufahrzeuge sollen für ATO GoA 4 vorgerüstet sein. Die Züge sollen so aufgebaut sein, dass sie vergleichweise einfach mit anderen Innenraumkonzepten ausgestattet werden können.
Auch sollen die neuen Fahrzeuge es ermöglichen, durch Tunnel länger als 5 km zu fahren. Das würde Umleitungen der S-Bahn über die S21 Infra deutlich leichter machen.
Außerdem sollen die Züge gut für enge Kurven geeignet sein.

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 29.07.26 18:14

Antrag SPD:
Abschaffung der 1. Klasse in der S-Bahn Stuttgart.👍👍👍

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: Benedikt_Hone

Datum: 29.07.26 18:36

glx schrieb:
Entgegen des Trend zu Langzügen (Siehe München und Köln), will der VRS am 70-Meter Raster festhalten.
Wenn doch sowieso fast immer mit Langzügen gefahren wird... Bei 70-Meter-Zügen in Dreifachtraktion geht schon eine Menge Platz verloren, toter Raum in Form von sechs Führerständen, Knautschzonen, Puffer, ... Dazu die angesprochenen sechs(!) Erste-Klasse-Abteile. Klar, auf S4 und S6/S60 ist man nicht auf Langzüge eingerichtet, aber da würden ja immer noch 430er für bleiben.

Naja ich bin da recht entspannt, muss nicht vom heimischen Sessel die zukünftige Fahrzeugbeschaffung beurteilen. Werden sie schon selbst am besten wissen. Wenn nur mal der Trend gebrochen würde, dass die Türen jeder neuen Baureihe noch eine Stufe nerviger piepen als die Vorgängerbaureihe, da wäre schon viel geholfen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.26 18:38.

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: glx

Datum: 29.07.26 18:53

Benedikt_Hone schrieb:
Klar, auf S4 und S6/S60 ist man nicht auf Langzüge eingerichtet, aber da würden ja immer noch 430er für bleiben.
Generell wären zb auch 100 m Züge eine Idee gewesen. Wenn die S60 langfristig im 15min Takt fahren würde, wäre das vermutlich auch gegangen.

Die S4 östlich von Marbach sollte das bei den paar Fahrgästen durchaus schaffen.

Alternativ wäre die Verlängerung von 4 Bahnsteigen auf der S4 und 8 auf der S60 jetzt vermutlich auch nicht so ein Dealbreaker.

Das Problem scheint u.A. die Werkstatt in Plochingen zu sein. Auch die neuen Abstellgleise wurden alle im 70m Raster erstellt. Bei 200 Meter Zügen hätte da vermutlich vieles nicht mehr geklappt.

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: S516HD

Datum: 29.07.26 20:21

Benedikt_Hone schrieb:
Werden sie schon selbst am besten wissen.
Da habe ich bei dem Laden meine größten Zweifel und die Durchsicht der Unterlagen bestätigt das! So sollen die Sitzplätze noch weiter reduziert werden, dabei ist das Redesign der 430er schon ein schlechter Witz! Zum Vergleich: Gegenüber der ursprünglichen Konfiguration der 403er über 1/3 weniger ordentliche Sitze!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.26 20:39.

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: U-Bahnfreund

Datum: 29.07.26 20:40

S516HD schrieb:
Benedikt_Hone schrieb:
Werden sie schon selbst am besten wissen.
Da habe ich bei dem Laden meine größten Zweifel und die Durchsicht der Unterlagen bestätigt das! So sollen die Sitzplätze noch weiter reduziert werden, dabei ist das Redesign der 430er schon ein schlechter Witz!
Es geht um eine S-Bahn, kein Regional-Express wo man stundenlang mit fährt. Viele S- und U-Bahnen der Welt haben Längsbestuhlung, für mich macht die Entwicklung in diese Richtung schon Sinn und ist nachvollziehbar.

Es grüßt der U-Bahnfreund :)

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: S516HD

Datum: 29.07.26 20:57

U-Bahnfreund schrieb:
S516HD schrieb:
Benedikt_Hone schrieb:
Werden sie schon selbst am besten wissen.
Da habe ich bei dem Laden meine größten Zweifel und die Durchsicht der Unterlagen bestätigt das! So sollen die Sitzplätze noch weiter reduziert werden, dabei ist das Redesign der 430er schon ein schlechter Witz!
Es geht um eine S-Bahn, kein Regional-Express wo man stundenlang mit fährt. Viele S- und U-Bahnen der Welt haben Längsbestuhlung, für mich macht die Entwicklung in diese Richtung schon Sinn und ist nachvollziehbar.
In der S-Bahn Stuttgart verbringt man aber gerne mal schnell 30-45 Minuten. Das ist mit einer U-Bahn nicht zu vergleichen.
S516HD schrieb:
Da habe ich bei dem Laden meine größten Zweifel und die Durchsicht der Unterlagen bestätigt das! So sollen die Sitzplätze noch weiter reduziert werden, dabei ist das Redesign der 430er schon ein schlechter Witz! Zum Vergleich: Gegenüber der ursprünglichen Konfiguration der 403er über 1/3 weniger ordentliche Sitze!
Guten Tag S516HD,

deinen Beiträgen nach zu urteilen bist du vermutlich ein Laie. Beim neuen Fahrzeugkonzept wird eine Flächenlast von mindestens 500kg/m² unterstellt; das ist unter der Maßgabe der einzuhaltenden Streckenklasse (die Bestandsfahrzeuge der S-Bahn Stuttgart weisen die Streckenklasse B1 auf) nur mit sechs Drehgestellen möglich, woraus ein fünfteiliger Triebzug resultiert. Schon alleine aufgrund des zusätzlichen Wagenübergangs ist keine vergleichbare Sitzplatzdichte möglich. Außerdem machst du als Laie den Fehler, von deinen Bedürfnissen und Erwartungen auf die Mehrheit der Fahrgäste zu schließen. So stellt sich die Frage: Kennst du die durchschnittlichen Reiseweiten bei der S-Bahn Stuttgart? Fahrgastbefragungen zeigen, dass eine möglichst hohe Dichte an Festsitzen, wie du sie forderst, überhaupt nicht gewünscht wird, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Festsitzplätzen, Klappsitzplätzen und Mehrzweckbereichen. Genau diesen Anforderungen wird Innenraum-Layout auch gerecht, zumal die wenigsten Züge der S-Bahn Stuttgart mit über 100 % ausgelastet sind – und selbst dann lediglich auf kurzen Teilabschnitten. Auch im Sinne kurzer Haltezeiten ist eine möglichst hohe Sitzplatzdichte zu vermeiden: Großzügige Türbereiche beschleunigen den Ein- und Ausstieg, was angesichts kurzer Halteabstände und teilweise großen Fahrgastströme hinsichtlich der Betriebsqualität von großer Bedeutung ist.

Grüße
die Honigbiene

Re: Ausschreibung S-Bahn Stuttgart

geschrieben von: PhilippK

Datum: 29.07.26 22:09

Mal auf die Schnelle von unterwegs ein paar Ergänzungen/Hinweise:
- Tunneltauglichkeit über 5 km sollten die Züge wohl unabhängig von S21 haben. Sonst könnten sie nur während der Stammstreckensperrung eingesetzt werden :-)
- Zumindest in den Planungen der Region gibt es mehrere Optionen, die künftig weitere Flügelungen notwendig machen könnten. Göppingen steht auf der Liste, Weilheim/Oberlenningen könnte auch kommen und Kirchheim Neckar/Vaihingen Enz wurde auch mal diskutiert. Da ist man dann mit einer Dreiteilung wohl flexibler unterwegs. Zumal die Außenabschnitte teilweise nur für zwei Einheiten ausgelegt sind. Und nach Calw wird man sicherlich auch nicht mit drei Einheiten fahren.
- Ansonsten aber schon die Tendenz, lieber auf Mehrzweck und Fahrrad zu setzen, als auf "normale" Fahrgäste.

Gruß, Philipp
Moin,

diese 500 kg/m2 kriegt man mit Sitzplätzen eben reduziert. Will man aber nicht. Dazu kommt die zunehmende (Un-)Sitte, sein Fahrrad auch in der Rushhour mitnehmen zu wollen. Bei 3 m Wagenbreite werden die Tanzsäle zwischen den Längssitzen schon recht groß, da steht man dann schlecht. Bei den weniger breiten U-Bahnen ist das etwas günstiger. Es geht eben um Transport, nicht um Reisen und Aufenthaltsqualität.

Typisch ist z.B. die Hamburger Hochbahn, wo der DT6 bei gleicher Zuglänge wie der sehr komfortable DT5 einen Kasten und ein Drehgestell mehr bekommt, um mehr Stehplätze unterzubringen.

Schätze aber, die meisten Fahrgäste würden lieber sitzen als stehen. Selten sind die Stehplätze belegt, wenn noch Sitzplätze frei sind. Das ist ziemlich unabhängig von der Reiseweite.

Ich bin jedenfalls froh, nicht auf solche Transportmittel angewiesen zu sein. Das war in den 70er und 80er Jahren anders, da machten S-Bahn und U-Bahn noch Spaß.

Grüße - Helmut (ICE)

Honigbiene schrieb:
S516HD schrieb:
Da habe ich bei dem Laden meine größten Zweifel und die Durchsicht der Unterlagen bestätigt das! So sollen die Sitzplätze noch weiter reduziert werden, dabei ist das Redesign der 430er schon ein schlechter Witz! Zum Vergleich: Gegenüber der ursprünglichen Konfiguration der 403er über 1/3 weniger ordentliche Sitze!
Guten Tag S516HD,

deinen Beiträgen nach zu urteilen bist du vermutlich ein Laie. Beim neuen Fahrzeugkonzept wird eine Flächenlast von mindestens 500kg/m² unterstellt; das ist unter der Maßgabe der einzuhaltenden Streckenklasse (die Bestandsfahrzeuge der S-Bahn Stuttgart weisen die Streckenklasse B1 auf) nur mit sechs Drehgestellen möglich, woraus ein fünfteiliger Triebzug resultiert. Schon alleine aufgrund des zusätzlichen Wagenübergangs ist keine vergleichbare Sitzplatzdichte möglich. Außerdem machst du als Laie den Fehler, von deinen Bedürfnissen und Erwartungen auf die Mehrheit der Fahrgäste zu schließen. So stellt sich die Frage: Kennst du die durchschnittlichen Reiseweiten bei der S-Bahn Stuttgart? Fahrgastbefragungen zeigen, dass eine möglichst hohe Dichte an Festsitzen, wie du sie forderst, überhaupt nicht gewünscht wird, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Festsitzplätzen, Klappsitzplätzen und Mehrzweckbereichen. Genau diesen Anforderungen wird Innenraum-Layout auch gerecht, zumal die wenigsten Züge der S-Bahn Stuttgart mit über 100 % ausgelastet sind – und selbst dann lediglich auf kurzen Teilabschnitten. Auch im Sinne kurzer Haltezeiten ist eine möglichst hohe Sitzplatzdichte zu vermeiden: Großzügige Türbereiche beschleunigen den Ein- und Ausstieg, was angesichts kurzer Halteabstände und teilweise großen Fahrgastströme hinsichtlich der Betriebsqualität von großer Bedeutung ist.

Grüße
die Honigbiene
Danke für deinen Beitrag. Ich bin nicht Laie, sondern Nutzer-Profi - offenbar im Gegensatz zu manch Herrschaften, die dieses Konzept sich ausgedacht haben. Zum Gewicht etc: Wie hat die S-Bahn 40 Jahre lang fahren können, als es noch zwischen allen Türen 16 feste Sitzplätze gab? Noch zu Zeiten der Einführung der 430er?! Die durchschnittliche Reisedauer hilft alles nichts, wenn man in Marbach oder Wendlingen schon keinen Sitzplatz mehr bekommt und dann die restlichen 30-40 Minuten stehen muss. Das kommt halt heute schon oft vor, mit der Reduzierung der Sitzplätze noch mehr.
Es ist aber ein leichtes, die Probleme der S-Bahn auf die Fahrgäste abzuwälzen, dann muss man sich nicht an die eigene Nase fassen und den eigenen Laden mal aufräumen, damit man wieder einen zuverlässigen und stabilen Betrieb hinbekommt. Für die S4 würde das zB bedeuten, endlich die Bahnsteige auf die (schon genehmigten!) 210m auszubauen um sich die Kuppelei in Marbach zu sparen.
S516HD schrieb:
Zitat:
Danke für deinen Beitrag. Ich bin nicht Laie, sondern Nutzer-Profi -
Nur weil du die S Bahn als Fahrgast benutzt heißt es nicht, dass du Profi bist. Anscheinend decken sich deine Meinung nicht zu den anderen Kundenwünschen und daher wird es einfach anders gemacht. Du musst halt mehr über den Tellerrand schauen, was du machst, sind eben nur eigene Bedürfnisse stellen, was ja auch okay ist, aber der Sache dient das nicht.
Mit dem Abschnitt G ist somit wohl die Schließung aller DB Reisezentren in der Region Stuttgart (Tarifgebiet des VVS), außer Stuttgart Hbf selbst, beschlossen. Denn ist wohl kaum zu erwarten, dass die SSB mit der DB Vertrieb zusammenarbeiten wird, sofern diese bis dahin überhaupt noch eigenständig existiert. DB Fernverkehr wird ganz sicher keine eigenständigen Kundenzentren in der Region erhalten wollen.
Moin,

die Fahrzeuge werden nicht vom Fahrgast bestellt, der spielt bei der Fahrzeugbeschaffung keine Rolle. Es geht nur um Betrieb, Kosten, Geld usw. Wenn man Glück hat, gibt es bei Besteller und Hersteller Leute, die an die Fahrgäste denken und sich zumindest teilweise durchsetzen können, so lange es nicht zuviel kostet.

Grüße - Helmut (ICE)

423 252-6 schrieb:
S516HD schrieb:
Zitat:
Danke für deinen Beitrag. Ich bin nicht Laie, sondern Nutzer-Profi -
Nur weil du die S Bahn als Fahrgast benutzt heißt es nicht, dass du Profi bist. Anscheinend decken sich deine Meinung nicht zu den anderen Kundenwünschen und daher wird es einfach anders gemacht. Du musst halt mehr über den Tellerrand schauen, was du machst, sind eben nur eigene Bedürfnisse stellen, was ja auch okay ist, aber der Sache dient das nicht.
Keine Ahnung was da wie abgefragt wurde, aber zeig mir den Fahrgast, der es geil findet, zukünftig stehen zu müssen, nur weil grundlos weniger Sitzplätze eingebaut wurden. Wer stehen will findet heute schon genügend Platz und die Anzahl der Situationen, in denen im Regelbetrieb bei einem Langzug Fahrgäste auf dem Bahbsteig zurückgeblieben sind, weil voll, dürfte gegen 0 gehen.
ICE schrieb:
Moin,

die Fahrzeuge werden nicht vom Fahrgast bestellt, der spielt bei der Fahrzeugbeschaffung keine Rolle.
Hallo Helmut,

So ganz stimmt das nicht, wenn Fahrgastbefragungen stattfinden spielt sehr wohl der Fahrgast eine Rolle fürs nächste Fahrzeug. Natürlich wenn das alles zu teuer ist werden Abstriche gemacht, aber zu sagen, der Fahrgast spiele keine Rolle ist halt auch nicht wahr.
Der Fahrgast muß nehmen, was man ihm vorsetzt.
So einfach ist das.
Er hat keine Alternative.
Das jeweilige Verkehrsunternehmen hat ein Monopol.

Oder kennst du Strecken, auf denen mehrere Verkehrsunternehmen zu den gleichen Bedingungen verkehren unter denen man auswählen kann?
jsbach schrieb:
Der Fahrgast muß nehmen, was man ihm vorsetzt.
So einfach ist das.
Er hat keine Alternative.
Das jeweilige Verkehrsunternehmen hat ein Monopol.

Oder kennst du Strecken, auf denen mehrere Verkehrsunternehmen zu den gleichen Bedingungen verkehren unter denen man auswählen kann?
Aber in diesem Fall ist es ja nicht das EVU sondern dem Regionalverband, der als Aufgabenträger die Züge konfiguriert, beschafft und dem Verkehrsvertrag beistellt.

Der Trugschluss, von sich auf andere zu schließen

geschrieben von: Honigbiene

Datum: 30.07.26 09:01

S516HD schrieb:
Keine Ahnung was da wie abgefragt wurde, aber zeig mir den Fahrgast, der es geil findet, zukünftig stehen zu müssen, nur weil grundlos weniger Sitzplätze eingebaut wurden.
Guten Tag S516HD,

deine Beiträge sind leider Abbild einer gesellschaftlichen Entwicklung, die ich persönlich für bedenklich halte – die Nichtakzeptanz von Fakten, nur weil diese der eigenen Wahrnehmen oder den eigenen Überzeugungen widersprechen. Selbst als „Nutzer-Profi“ [sic!] wirst du das Problem der anekdotischen Evidenz, die Nutzung von persönlichen Einzelfällen, Geschichten oder Erlebnissen als scheinbaren Beweis, nicht auflösen können. Es ist auch nicht hilfreich, dass du Personen, die sich fachlich damit auseinandersetzen, diskreditierst.

Ein schönes Beispiel für die Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und der objektiven Faktenlage ist der Radverkehr: Obwohl sich Radfahrer nach Ansicht einiger generell nicht an Verkehrsregeln halten würden, trägt bei etwa 75 % aller Verkehrsunfälle zwischen Autofahrern und Radfahrern der Autofahrer aufgrund eines Regelverstoßes mindestens die Hauptschuld. Um beim Radverkehr zu bleiben: Eine Studie im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat ergeben: 96 % der Autofahrer behaupten, Radfahrer mit besonders viel Rücksicht zu überholen – gleichzeitig geben 93 % der Autofahrer an, dass andere Autofahrer den gesetzlich geforderten Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern unterschreiten würden. Eine Studie der Universität Freiburg ergab übrigens, dass der Seitenabstand (innerorts min. 1,5 m und außerorts min. 2,0 m) bei etwa 70 % der Überholvorgänge unterschritten wird.

Wie ich in meinem vorherigen Beitrag bereits angerissen habe, spricht auch die Betriebsqualität gegen eine möglichst hohe Sitzplatzdichte, außerdem muss ein Fahrzeug verschiedene Nutzungsansprüchen genügen, die teilweise auch in Konkurrenz zueinander treten. So sollen auch die Belange des Freizeitverkehres nicht unberücksichtigt bleiben oder der Umstand, dass die S-Bahn auch als Flughafenzubringer genutzt wird. Man kann z. B. die zunehmende Bedeutung der S-Bahn im Freizeitverkehr – wie du es verlangst – natürlich auch völlig ignorieren. Außerdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass sich das Nachfrageverhalten seit der COVID-19-Pandemie nachhaltig verändert hat. Diese Erkenntnis lässt sich über eine Auswertung der Daten, die durch das automatische Fahrgastzählsystem (AFZS) erhoben werden, sehr gut belegen. Diese Daten sind auch belastbarer als die subjektive Wahrnehmung eines „Nutzer-Profis“ [sic!].

Grüße
die Honigbiene



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.07.26 11:32.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2026 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.