geschrieben von: Anton24
Datum: 27.07.26 16:39
geschrieben von: NbgBahn
Datum: 28.07.26 07:52
geschrieben von: bauigel
Datum: 28.07.26 08:27
Die Klage ist sicher legitim. Aber "Auswirkungen auf die Qualität im Schienennetz" als einen Grund der Klage anzuführen, hat angesichts dessen Status schon etwas satirische Züge.Wenn eh schon Geld fehlt, darf auch noch ein bisschen mehr fehlen?
geschrieben von: bahnfreundsiggi
Datum: 28.07.26 09:36
NbgBahn schrieb:Zitat:Die Klage ist sicher legitim. Aber "Auswirkungen auf die Qualität im Schienennetz" als einen Grund der Klage anzuführen, hat angesichts dessen Status schon etwas satirische Züge.Wenn eh schon Geld fehlt, darf auch noch ein bisschen mehr fehlen?
Btw.: Es geht hier bei zwei Punkten ums Prinzip.
1. Dass die Bundesnetzagentur Bundesmittel in einer Höhe als gesetzt annimmt, die der Bund nicht verbindlich bestätigt hat (es sind noch Abweichungen in beide Richtungen möglich). Das ist ein grundsätzliches Problem - und würde massiv aufschlagen, wenn wieder eine Trassenpreisförderung des Bundes kommt oder die von einigen Protagonisten hier im Forum geforderte Grenzkostenrechnung mit Mindereinnahmenausgleich durch den Bund kommen würde.
2. Bei den nach Ansicht der BNetzA "nicht ausreichend nachgewiesenen Kosten" handelt es sich um Kosten für den dezenten Versuch, an der einen oder anderen Stelle, über den aktuell nachgewiesenen Bedarf hinaus zu bauen. Also genau das, was hierzuforum gerne in viel größerem Umfang gefordert wird (Bahnsteiglängen, Überholgleise, Kreuzungsbahnhöfe etc.)
geschrieben von: Plutone
Datum: 28.07.26 23:38
Die Klage ist sicher legitim. Aber "Auswirkungen auf die Qualität im Schienennetz" als einen Grund der Klage anzuführen, hat angesichts dessen Status schon etwas satirische Züge.Zumal das Geld ja nicht in irgendwelchen Investitionen landet, sondern auf dem "Festgeldkonto", in irgendwelchen Gutachter-Büros oder wieder zurück an den Bund geht.
Hallo,Noch schlimmer: Die Ziele sind nicht geklärt und die Leitplanken, der Weg dahin, Standards auch nicht... Hauptsache der Bund hat die Verantwortung an seine AG abgetreten und jetzt kann man halt nix mehr machen - Pech gehabt.
zugegebenermaßen zugespitzt und formal nicht ganz korrekt könnte man auch sagen:
Der Bund verklagt den Bund, weil der Bund dem Bund nicht genügend Geld gibt.
Bringt das derzeitige Dilemma ganz gut auf den Punkt. Eine noch so ausgeklügelte Struktur für eine Branche geht nicht auf, wenn die Finanzierung für die Ziele nicht geklärt ist...
Markus
geschrieben von: HSB Tw 44
Datum: 29.07.26 17:24
Man müsste mal die tatsächlichen Kosten gutachterlich anhand zahlreicher funktionierender Eisenbahnen ermitteln und sich anschauen, wie viel Geld man schon lange in diesem Konzern "verbrennt", nur weil er ne AG ist.
Also da findet man sehr viel Realsatire, wenn einem das Lachen als Eisenbahnfan nicht im Halse stecken bleibt...

geschrieben von: fnj
Datum: 29.07.26 18:50
geschrieben von: bauigel
Datum: 30.07.26 08:48
"immer kürzere Sperrzeiten"Ja! Besser als du denkst!!!!
... der Witz war gut 😉
geschrieben von: Plutone
Datum: 30.07.26 09:48
Plutone schrieb:Dass andere BAHNEN mehr Geld ausgeben, wird so sein.Man müsste mal die tatsächlichen Kosten gutachterlich anhand zahlreicher funktionierender Eisenbahnen ermitteln und sich anschauen, wie viel Geld man schon lange in diesem Konzern "verbrennt", nur weil er ne AG ist.Da wird man als allererstes feststellen, daß andere, funktionierende Bahnen mehr ausgeben. Teilweise nicht pro Kilometer, sondern absolut.
Zitat:Also da findet man sehr viel Realsatire, wenn einem das Lachen als Eisenbahnfan nicht im Halse stecken bleibt...
Realsatire findet man insbesondere hier bei DSO: viel Meinung, aber eben keine Lust, sich mit Tatsachen zu beschäftigen.
Etwas vor Dir auch der Kollege „ingo st.“, der sich nach den Gewinnen fragt – die sind wieder in der Schatulle des Bundes gelandet, sofern es sie überhaupt gab. Die Infrastruktur hat eines sicher nicht: einen Keller voller Gold.
Keiner behauptet, daß es super toll wäre gerade oder daß die Sanierungen Spaß machen.
Aber was wir garantiert nicht haben, ist ein System, bei dem mehr Geld vorhanden ist als die Infrastruktur eigentlich braucht.
Ich kann nichts dazu sagen, ob und wie viel Geld „absichtlich“ in den Strukturen der DB InfraGO „versickert“. Aber ein paar Punkte sind dem klar, der sich die Situation gerade anschaut:
- viel mehr Geld versickert in Sonderlocken durch das EBA und in Sonderlocken und Extrarunden für NIMBYs
- die Trassengebühren sind nicht tatsächlich kostendeckend (sie sind nachlaufend kostendeckend) und das auch nur für Instandhaltung, nicht aber für Neubau
- widersprüchliche Ansprüche von Behörden, Aufgabenträgen und sonstnochwelchen Einrichtungen die tatsächlich oder vielleicht etwas fordern zu dürfen vermeinen machen Planung und Umsetzung nicht einfacher (und damit nicht billiger)
- die Überlastung des Netzes macht die Instandhaltung noch teurer (immer kürzere Sperrzeiten bedeuten, daß das Verhältnis Rüstzeit zu Arbeitszeit schlechter wird; außerdem muß man die Leute idR für eine ganze Schicht bezahlen, auch wenn sie dann nur 30 Minuten tatsächlich im Gleis gearbeitet haben)*
Das sind m.E. die Punkte, an denen ganz zentral und sinnlos Geld versickert.
* Die Widersprüche sieht man ja auch gerne hier im Forum: gebaut werden soll nicht tagsüber (wegen der Pendler), nicht nachts (wegen der Anwohner und der Güterbahnen), nicht während der Ferien (die Urlauber), nicht außerhalb der Ferien (die Schüler), nicht an Wochentagen (Pendler, Schüler), nicht an Wochenenden (Familien). Außerdem mit mehr Bauzeitzuschlägen (wegen möglicher Probleme) aber nicht so lange (weil es eh zu lange dauert); und es muß viel mehr gemacht (weil deutlich zu wenig gemacht wurde) aber nicht so viel gemacht werden (weil das ja einschränkt). Und natürlich im Voraus geplant (fix mit komplett verläßlichen Zeiten im Jahresfahrplan, also 3 Jahre im Voraus) aber es darf keinen geplante Pause geben, in der nichts passiert (Forderung gerade auch auf DSO), und außerdem darf dann trotzdem Seller und Jenner noch bis 4 Wochen vorher wie in einer US-Gerichtsshow aufstehen und „Ainspruch!“ plärren.
Oh, und falls wer meint, bei der InfraGO säßen auch Leute, die gerade nicht vollausgelastet sind und trotzdem Geld bekommen: das kann sein und das ist so gar gut so. Wenn man nämlich immer dann, wenn man wen nicht braucht, Personal abbaut und nicht nachausbildet (oder nachausbilden kann), hat man das Problem, das wir momentan mit den Abnahmeprüfern haben.
Aber auch da würden dann garantiert wieder Leute kommen, die beides fordern, ohne den Widerspruch zu sehen: ihr müßt mehr vorausschauend ausbilden und mehr Reserve haben! Aber ja keine Leute haben, die nicht vollausgelastet sind!
geschrieben von: Plutone
Datum: 30.07.26 10:10
fnj schrieb:Komplett einzusehen und als Nahverkehrsaufgabenträger der größten Metropolregion des Landes mit dem Streben nach 24/7-Betrieb natürlich ein Problem."immer kürzere Sperrzeiten"Ja! Besser als du denkst!!!!
... der Witz war gut 😉
Wir sprechen nämlich vom Instandhalter, der nach dem letzten Zug ins Gleis geht und vor dem ersten Zug wieder raus muss, Maschineneinsatz: Skl oder Zweiwegebagger. Und da sind auf Hauptabfuhrstrecken mit günstigen Bedingungen (Fernverkehr und Güterverkehr haben für Abschnitte ohne Unterwegshalt eine Ausweichstrecke (beispielsweise 4020 / 4080 zwischen Mannheim und Hockenheim) in den letzten zwei Jahrzehnten die Bruttosperrzeiten nachts von gut 6 Stunden auf unter 4 Stunden gesunken.
Gleichzeitig sind diese Hauptstrecken dermaßen mit Verkehr vollgeknallt worden, dass es erheblich weniger und zudem kürzere Zugpausen gibt.
Das ist ein massives Problem für Inspektionen mit Fußtrupp (und ggf. Pkw-Anreise). Da kann man sich nämlich raussuchen, ob man "visuelle Begutachtung" bei erheblich schlechterem Licht (nachts bei Kunstlicht von irgendwelchen tragbaren Lampen und mit tanzenden Schatten) macht und Gefahr läuft, etwas nicht sauber zu erkennen - oder ob man weiterhin tagsüber die Inspektionen macht und dabei eben mehr herumsteht als arbeitet. Dann bekommt man eben nur noch ein Drittel oder ein Viertel der Tagesleistung von vor 20 Jahren zusammen.
Was für so manchen Anlagenverantwortlichen heißt, dass die Inspektionsdauer für seinen Bezirk fast so lange ist wie das Inspektionsintervall - also sobald er mit der letzten Anlage fertig ist, ist schon wieder die erste Anlage fällig. Durchführen oder Veranlassen von Reparaturen sind dann automatisch Überstunden - selbst in Bezirken, in denen der Personalschlüssel in den letzten Jahren wirksam (also nicht nur in Form von unbesetzten Stellen) erhöht wurde.
Aber es freut mich, wenn wenigstens du dich über die Aussage des Forumskollegen trotzdem amüsieren kannst...
geschrieben von: bauigel
Datum: 30.07.26 10:57
Ich glaube niemand hätte was dagegen einzuwenden, wenn man gemeinsam solche Sperrpausenkonzepte erarbeitet und dann in vier Wochenend-Nächten vier verschiedenen Strecken eine feste 6-Stunden-Ruhepause gönnt.Niemand? Wenn du meinst... Damit dann jedes Wochenende nachts gearbeitet wird? Viel Spaß damit, Personal dafür zu finden. Natürlich DB-extern, weil intern ist da schon der Betriebsrat davor.
Aber: Die HLK, Baukorridore, Wochenend-Maßnahmen und ich sag mal "normale" SEV und Notfall-Maßnahmen werden ja trotz "Container-Maßnahmen" (wer hat sich diesen Namen dafür eigentlich ausgedacht?)Mal aus der Praxis des externen Instandhalters:
die Nachtsperrungen einfach durch eine KI aus Frankfurt (wurde mal in einer Besprechung so geschildert) einfach ausgewürfelt und diktiert.Das ist in dieser Formulierung einfach grottenfalsch. Die einzige Stelle, die da etwas diktiert, ist die BNetzA. Gegenüber der muss man sich beispielsweise auch dann wegen "Taktinkonformität" rechtfertigen, wenn man statt im Container-Zeitfenster in einer abweichenden Dienstruhe arbeitet, beispielsweise sonntags vormittags in irgendwelchen Güter- oder Rangierbahnhöfen.
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