geschrieben von: ICE
Datum: 27.07.26 15:33
Honigbiene schrieb:Außerhalb Baden-Württembergs sieht es beim Thema ETCS-Nachrüstung sehr mau aus; Alpha Trains lässt 35 Triebzüge des Typs Stadler Flirt 3, die bei der Bayerischen Regiobahn (BRB) eingesetzt werden, mit ETCS nachrüsten.Hier im Gebiet von go.Rheinland (Westen von NRW) sind meines Wissens nach die einzigen ETCS-fähigen Nahverkehrszüge die des RE 18 und die sind nicht von deutschen Aufgabenträgern ausgeschrieben wurden. Kurioser Weise sind die umgerüstet worden, weil Belgien das vorausgesetzt hat als eines der ersten Länder, die komplett auf ETCS umgestellt haben. ETCS wurde ansonsten schon mehrfach für die neuen Fahrzeuge der RB20 beschlossen, aber die Ausschreibung immer wieder zurück gezogen, weil man hier mit der Elektrifizierung nicht aus dem Quark kommt. Die Fahrzeuge für den RRX sollen meines Wissens nach leicht umgerüstet werden können, aber wann das konkret passieren soll, davon habe ich nichts mehr gehört. Hier gab es große Panik als die Strecke Aachen - Köln 2029 mit ETCS ohne Signale ausgerüstet werden sollte, aber das scheint erst mal vom Tisch zu sein.
Durch SPNV-Aufgabenträger wurde ETCS meist nur dann gefordert, wenn ETCS für den Einsatz zwingend erforderlich ist. Ein Gegenbeispiel ist die Beschaffung der 27 Triebzüge des Typs Siemens Mireo Plus B, die die SFBW für den Einsatz im Netz 8a („Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-Bahn“) beschafft hat. Diese verfügen über ETCS.
Zitat:Ja, das wird interessant. Bis 2031 sind ja noch recht genau die 5 Jahre, die oft als Mindestzeitspanne für die Umrüstung genannt werden. Andererseits waren es bis 2029 auch mal 5 Jahre und die Zeit bis jetzt wurde da offenbar diesbezüglich ungenutzt verstreichen lassen. Für die RRX-Fahrzeuge braucht es so oder so eine Komplettlösung. Theoretisch sollte das am einfachsten sein, da die Züge ja praktisch dem Aufgabenträger gehören. Da sehe ich aber auch bisher nicht, dass sich da überhaupt etwas tut. Hätte man die im laufenden Betrieb umrüsten wollen, hätte man damit wohl schon früher anfangen müssen und jedes Fahrzeug, dass länger in der Werkstatt ist direkt umrüsten müssen. RB 33 ist auch spannend. Eine Ausschreibung steht da so schnell nicht an. Die Fahrzeuge sind ja vergleichsweise neu und meines Wissens nach gibt es ETCS beim Alstom Coradia Continental bisher nicht mal als Prototyp. Am schwierigsten wird es aber wohl bei der RB20, die ja auch zwischen Kohlscheid und Herzogenrath fährt. Die Talent 1 wird man mit Sicherheit nicht mehr umrüsten. Wann das Netz elektrifiziert ist und neu ausgeschrieben wird, steht aber noch völlig in den Sternen. Man baut hier und da mal ein paar hundert Meter Oberleitung, wenn die Planfeststellung durch ist und man Glück hat, dass eine Ausschreibung ausnahmsweise erfolgreich war. Das einzige was recht sicher ist: Wenn der Infrastrukturbetreiber schon davon ausgeht, dass es vor 2033 nichts wird, wird es sicherlich nicht schneller gehen. Da bliebe nur, die Linie in einen Elektro- und einen Dieselabschnitt zu zerhacken, was ja schon mal als "Horrorszenario" für die Fahrgäste durch die Medien geisterte.konkret passieren soll, davon habe ich nichts mehr gehört. Hier gab es große Panik als die Strecke Aachen - Köln 2029 mit ETCS ohne Signale ausgerüstet werden sollte, aber das scheint erst mal vom Tisch zu sein.Aber dafür betrifft es den RE 4 und die RB 33, denn bis 2031(?) soll ETCS L2oS zwischen Kohlscheid und Rheydt kommen.
geschrieben von: Matthias Muschke
Datum: 28.07.26 06:17
Habe gerade erst von einem TF auf YouTube als Antwort, warum er am rechten Rhein nicht ETCS nutzt, die Antwort bekommen, dass die Lok ETCS kann, er eine ETCS - Ausbildung hat, aber das EVU den Einsatz verboten hat und er deshalb unter PZB fährt.Geschichten aus dem Paulanergarten...
geschrieben von: TranelG
Datum: 28.07.26 07:54
TranelG schrieb:Ich weiss nicht, ob der TF in den Paulanergarten geht. er veröffentlicht regelmässig Führerstandsmitfahrten und ich denke schon, dass er weiss, was er macht und sagt.Habe gerade erst von einem TF auf YouTube als Antwort, warum er am rechten Rhein nicht ETCS nutzt, die Antwort bekommen, dass die Lok ETCS kann, er eine ETCS - Ausbildung hat, aber das EVU den Einsatz verboten hat und er deshalb unter PZB fährt.Geschichten aus dem Paulanergarten...
geschrieben von: Matthias Muschke
Datum: 28.07.26 10:18
Ich weiss nicht, ob der TF in den Paulanergarten geht. er veröffentlicht regelmässig Führerstandsmitfahrten und ich denke schon, dass er weiss, was er macht und sagt.Ohne Ross, Reiter (und Fuhrunternehmen) ist die Story sinnlos und technisch betrachtet ergibt sie so oder so keinen Sinn... 🤷♂️
Aber hier scheint der Geiz, ausreichend Infrastruktur vorzuhalten, Effektivität ausschließlich über grenzwertig Infrastruktur und elektronische Komponenten ohne Resilienz- & Redundanzgedanken zu erreichen vorzuherschen.Das ganze hat mehrere Seiten. Es heißt ja immer, man will mit ETCS auch die Leistungsfähigkeit des Schienenenetzes verbessern. Das geht aber offenbar nicht, wenn man den kleinsten gemeinsamen Nenner aus bisheriger Signalisierung und ETCS bilden muss, wie eine Studie wohl gezeigt hat.
Daher scheint man sich ausschließlich auf Lv.2 oS zu konzentrieren und Lv.2 mS nur dort dulden zu wollen, wo es vorerst nicht anders geht.
Lv.1 mag man überhaupt nicht, weil das eine schnelle Umsetzung ermöglichen würde, ohne die gesamte LST Infrastruktur & das dafür nötige Personal vor Ort zu ersetzen.Es gab ja durchaus die Idee von ETCS Lv.1 Limited Supervision bzw später ETCS signalgeführt. Damit hätte man die PZB quasi 1:1 mit standardisierten Baliesen "aus der Schublade" nachgebildet und hätte dafür nichts neu projektieren müssen und könnte alle nötigen Informationen von den vorhandenen Signalen abgreifen. Davon ist man aber offensichtlich komplett abgerückt, das scheint sich nicht bewährt zu haben, wobei ich nicht weiß warum.
Woher sind die Kosten bekannt? Ich kenne nur die Vergabe der ETCS-Ausrüstung der BW-Landesfahrzeuge an Alstom und in der Pressemitteilung von Alstom vom 02.07.21 sind deutlich höhere Kosten genannt. Damit wären wir dann - ohne Kostensteigerung - bei nur 63 Fahrzeugen...Immerhin 63.
Damit hätte man die PZB quasi 1:1 mit standardisierten Baliesen "aus der Schublade" nachgebildet und hätte dafür nichts neu projektieren müssen und könnte alle nötigen Informationen von den vorhandenen Signalen abgreifen. Davon ist man aber offensichtlich komplett abgerückt, das scheint sich nicht bewährt zu haben, wobei ich nicht weiß warum.Das hat dem Vernehmen nach etwas damit zu tun, dass man mit ETCS eben genau nicht 1:1 die PZB nachbauen kann - Stichwort: Durchrutschwege und Bremskurven. Wenn dann noch ein Signalstandort so alt ist, dass er nach x Regelwerksanpassungen nur noch dank Bestandsschutz zulässig ist, wird er bei der ETCS-Ausrüstung zum Bestandsmangel, der behoben werden muss. Und das in Alttechnik, für die man auf regulärem Weg keine Abnahmeprüfer ausbilden kann, weil die gemäß Vorgabe des EBA für den Erhalt einer technikbezogenen Prüferlizenz den Nachweis von Berufserfahrung bei der Abnahme von neugebauten Stellwerken dieser Technik führen müssen. Bürokratierepublik Deutschland eben...
geschrieben von: Saxobav
Datum: 28.07.26 11:23
Vorsignalabstände kann man anpassen.Aber nur unter Verlust von Bestandsschutz - und dann ist das Alttechnik-Stellwerk sowieso weg.
Bei verkürzten Durchrutschwegen kann man statt nur Hl 10 auch am Einfahr-, Zwischensignal bei nicht gegebenen freien Blockabschnitt hinter dem nächsten Signal auch etwas anderes signalisieren, wenn der Durchrutschweg dahinter dadurch gewährleistet wird.Formsignale oder Lichtsignale der Bauart S59 können sowieso keinen Signalbegriff Hl10 zeigen - und haben nur die Auswahl zwischen Vr0, Vr1 und Vr2.
geschrieben von: Anbeku
Datum: 28.07.26 12:58
geschrieben von: VT605
Datum: 28.07.26 13:47
Fazit: alle können jammern, aber ab 2029/2030/2031 geht es los mit L2oS-Strecken und ab 2032 wird es sich beschleunigen. Und ab 2032 sind auch die notwendigen 5 Jahre Vorlauf eingehalten und wenn ich das richtig verstanden habe, muss dann auch niemand mehr zustimmen.
Wir werden sehen.
Gut wäre natürlich, wenn die InfraGO die Strecken, die mit ETCS genutzt werden können, günstiger macht im Falle der ETCS-Nutzung. Heute scheint es ja absurderweise andersherum. Habe gerade erst von einem TF auf YouTube als Antwort, warum er am rechten Rhein nicht ETCS nutzt, die Antwort bekommen, dass die Lok ETCS kann, er eine ETCS - Ausbildung hat, aber das EVU den Einsatz verboten hat und er deshalb unter PZB fährt.
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