geschrieben von: Pendelschaltrolle
Datum: 25.07.26 09:21
642 642-3 schrieb:Auf der erwähten Seite (http://www.rail-assets.de/ - der Link kam erst nach dem ersten Beitrag) befindet sich ein Angebot über 6 Stadler GTW, deren Anzahl und Zeichnung nach eigentlich nur jene der ODEG sein können. Aktuell werden diese noch regelmäßig eingesetzt und der ZVON wollte gerne auf einer Strecke die Fahrten in Doppeltraktion erhöhen, was alleine mit den vorrätigen Desiro in Görlitz aber nicht funktionieren dürfte. Da ich keinen Zugriff auf das Angebot habe, wären Details dazu ganz nett. Ich bin davon ausgegangen, dass man die GTW dann nach Görlitz versetzt. Aber jetzt scheint man sie verkaufen zu wollen?Der Zeichnung und Anzahl nach müssten das die 6 Fahrzeuge der ODEG sein, oder? Ich dachte, dass man im ZVON mehr RB65 doppelt fahren will und alleine dafür die Kisten benötigt werden? Nur mit den 642er wird man das vermutlich nicht erreichen können. Oder ist das wegen der Finanzlage auf Eis gelegt?Hä?
geschrieben von: KBS962
Datum: 25.07.26 23:04
Die Fulda-Gap von Süden her mit einer vollständig redundanten Strecke versorgen zu können ist schon ein starkes Argument.Wirklich redundant wäre das System aber nicht gewesen. Es hätte zwar mit der Schnellfahrstrecke Würzburg - Fulda eine dritte aus südlicher bzw. südwestlicher Richtung auf Fulda zulaufende Strecke gegeben, aber alle drei Strecken vereinigen sich im Bahnhof Fulda, der aus strategischer Sicht ein neuralgischer Punkt geblieben wäre.
Ich denke auch, ohne deutsche Teilung und kalten Krieg wäre das alles nie so gebaut worden.Sehe ich auch so. Allerdings gab es neben eventuellen militärstrategischen Überlegungen noch wichtige verkehrliche Gründe. Durch die deutsche Teilung haben sich die Verkehrsströme von vormals Ost-West auf Nord-Süd ausgerichtet. Die Nord-Süd-Strecke Würzburg/Frankfurt - Fulda - Bebra - Hannover war überlastet. Kassel als wichtigstes Fahrgastpotential lag abseits der Nord-Süd-Strecke. Insofern war es schon konsequent, eine Neubaustrecke in der Relation Fulda - Kassel - Hannover zu bauen. Aus heutiger Sicht wäre eine Schnellfahrstrecke Frankfurt - Fulda - Kassel - Hannover sicher sinnvoller. Aber man hat wahrscheinlich für den Abschnitt Würzburg - Fulda ein höheres Verkehrsaufkommen erwartet. Nach Fertigstellung der noch zu DDR-Zeiten geplanten Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin wäre ja auch der Berlinverkehr aus Bayern von Würzburg über Fulda in Richtung Hannover geleitet worden. Nach Mauerfall und Wiedervereinigung sieht die Verkehrsgeographie natürlich wieder völlig anders aus.
geschrieben von: Black Eyed
Datum: 25.07.26 23:38
nozomi07 schrieb:Natürlich hat sich erst nachher die Achse Frankfurt - Fulda stärker entwickelt: Sowohl der Schnellverkehr gen Erfurt - Dresden/Berlin als auch Berlin über Braunschweig kamen als dicht getaktete Linien dazu. Anfänglich gab es eben nur die stündliche Achse Frankfurt - Fulda - gleichermaßen aber auch Würzburg - Fulda. Und wenn man noch Frankfurt Würzburg im Dreieck dazu nimmt und das jeweils mit dem Güterverkehr multipliziert, dann merkt, mit was man damals rechnete und was sich heute ergeben hat. Auch Frankfurt - Würzburg ist heute erst ein annähernder Halbstundentakt (es fehlt eine zweistündliche Verdichtung der Linie ICE 91). Dazu kommt die relativ langsame Mittelgebirgsstrecke aus dem Sinntal über Fulda, dem Haunetal ins Fuldatal bzw. Werratal...Ich denke auch, ohne deutsche Teilung und kalten Krieg wäre das alles nie so gebaut worden.Sehe ich auch so. Allerdings gab es neben eventuellen militärstrategischen Überlegungen noch wichtige verkehrliche Gründe. Durch die deutsche Teilung haben sich die Verkehrsströme von vormals Ost-West auf Nord-Süd ausgerichtet. Die Nord-Süd-Strecke Würzburg/Frankfurt - Fulda - Bebra - Hannover war überlastet. Kassel als wichtigstes Fahrgastpotential lag abseits der Nord-Süd-Strecke. Insofern war es schon konsequent, eine Neubaustrecke in der Relation Fulda - Kassel - Hannover zu bauen. Aus heutiger Sicht wäre eine Schnellfahrstrecke Frankfurt - Fulda - Kassel - Hannover sicher sinnvoller. Aber man hat wahrscheinlich für den Abschnitt Würzburg - Fulda ein höheres Verkehrsaufkommen erwartet. Nach Fertigstellung der noch zu DDR-Zeiten geplanten Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin wäre ja auch der Berlinverkehr aus Bayern von Würzburg über Fulda in Richtung Hannover geleitet worden. Nach Mauerfall und Wiedervereinigung sieht die Verkehrsgeographie natürlich wieder völlig anders aus.
geschrieben von: 103612
Datum: 26.07.26 11:05
geschrieben von: Plutone
Datum: 26.07.26 11:58
Christian aus Lindhorst schrieb:In umgekehrter Richtung sieht man auch, wie viele Strecken nach 1990 direkt stillgelegt wurden, weil sie ohne Funktion als potenzielle Nachschub-Strecke keinen Sinn mehr hatten bzw. erst heute nach Globalisierung, Strukturwandel und EU-Erweiterungen wieder erlangen würden (jetzt sind sie halt weg, das zurückgebaute Netz überlastet).War das tatsächlich so? Davon höre ich jetzt zum ersten Mal, dass da das Bundesverteidigungsministerium seine Finger im Spiel gehabt haben soll.Die Strecke führt durch Gebiet, das von der NATO als strategisch sehr bedeutsam angesehen wurde - Stichwort Fulda-Gap.
Der Abschnitt Fulda-Würzburg wirkt reichlich überdimensioniert, wenn man bedenkt, dass da nur ein stündlicher Zug fährt, und die alte Strecke südlich Gemünden bzw südlich Burgsinn schon recht flott ist. Ich halte es für plausibel, dass da das Miltiär ein Wort mitredete: Die Fulda-Gap von Süden her mit einer vollständig redundanten Strecke versorgen zu können ist schon ein starkes Argument.
Ich denke auch, ohne deutsche Teilung und kalten Krieg wäre das alles nie so gebaut worden.
geschrieben von: Plutone
Datum: 26.07.26 12:01
nozomi07 schrieb:Extrem spekulativ, was "ohne Teilung" alles so passiert wäre oder hätte werden können. Es ist aber extrem interessant, wie konsequent man sich zur Verteidigung gegen die Sowietunion vorbereitet hat.
Zitat:Die Fulda-Gap von Süden her mit einer vollständig redundanten Strecke versorgen zu können ist schon ein starkes Argument.Wirklich redundant wäre das System aber nicht gewesen. Es hätte zwar mit der Schnellfahrstrecke Würzburg - Fulda eine dritte aus südlicher bzw. südwestlicher Richtung auf Fulda zulaufende Strecke gegeben, aber alle drei Strecken vereinigen sich im Bahnhof Fulda, der aus strategischer Sicht ein neuralgischer Punkt geblieben wäre.
nozomi07 schrieb:Ich denke auch, ohne deutsche Teilung und kalten Krieg wäre das alles nie so gebaut worden.Sehe ich auch so. Allerdings gab es neben eventuellen militärstrategischen Überlegungen noch wichtige verkehrliche Gründe. Durch die deutsche Teilung haben sich die Verkehrsströme von vormals Ost-West auf Nord-Süd ausgerichtet. Die Nord-Süd-Strecke Würzburg/Frankfurt - Fulda - Bebra - Hannover war überlastet. Kassel als wichtigstes Fahrgastpotential lag abseits der Nord-Süd-Strecke. Insofern war es schon konsequent, eine Neubaustrecke in der Relation Fulda - Kassel - Hannover zu bauen. Aus heutiger Sicht wäre eine Schnellfahrstrecke Frankfurt - Fulda - Kassel - Hannover sicher sinnvoller. Aber man hat wahrscheinlich für den Abschnitt Würzburg - Fulda ein höheres Verkehrsaufkommen erwartet. Nach Fertigstellung der noch zu DDR-Zeiten geplanten Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin wäre ja auch der Berlinverkehr aus Bayern von Würzburg über Fulda in Richtung Hannover geleitet worden. Nach Mauerfall und Wiedervereinigung sieht die Verkehrsgeographie natürlich wieder völlig anders aus.
Andreas
geschrieben von: Patrick Lyca
Datum: 26.07.26 21:40
Extrem spekulativ, was "ohne Teilung" alles so passiert wäre oder hätte werden können. Es ist aber extrem interessant, wie konsequent man sich zur Verteidigung gegen die Sowietunion vorbereitet hat.Ja extrem interessant. Auch in der DDR gab es natürlich Vorbereitungen auf den Gott sei Dank nie eingetretenen Ernstfall, vorbereitete Umgehungsbahnen beispielsweise.
U.a. diese Seiten zeugen davon:
[sperranlagen.de]
[www.fulda-gap.de]
chnookie schrieb:In den 80er Jahren wurde die Kaserne Volkach für die Bundeswehr gebaut - wenn ich mich recht erinnere gab es dort bis 1990 noch Bahnverladung von Militärfahrzeugen.Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht wirklich. Inwiefern mag die Verlängerung von Gemünden bis Würzburg für das Verteidigungsministerium sinnvoller als einen eigene NBS Aschaffenburg Würzburg gewesen sein.Sofern an der Sache überhaupt wirklich etwas dran ist: Würzburg wäre damals vielleicht nicht unwichtig gewesen in Bezug auf US-amerikanische Standorte wie auch, im weiteren Umfeld (badisch Sibirien) damals auch noch existente BW-Standorte.
... In einer TV-Reportage zur Übergabe der DDR MiG-29 an die Bundeswehr kamen div. NVA-Soldaten zu Wort, die an ihrer DDR-Führung kein gutes Wort ließen: "die haben uns nur verarscht, der Westen war nie eine Bedrohung".Was gab es denn schon für den 'Westen begehrenswertes' in / an der DDR(?) - (mal von planmäßig mit Dampfloks bespannten Zügen abgesehen)
geschrieben von: Novoma
Datum: 27.07.26 07:33
geschrieben von: gezi
Datum: 27.07.26 12:57
Als ich 2001-2002 meinen Wehrdienst geleistet habe, hatten erste Kasernen schon private Wachdienste, weil die Bundeswehr dort schon nicht mehr in der Lage war, sich selbst zu bewachen.Als ich 1987 meine Grundausbildung in einem Luftwaffenausbildungsregiment absolvierte, gab es dort bereits einen privaten Wachdienst. Von Soldaten wurde der Wachdienst dort schon damals nur zu Ausbildungszwecken wahrgenommen, aber nicht 24/7. Von daher würde ich hier den Zusammenhang mit Privatisierungsbestrebungen nach der Wiedervereinigung nicht unbedingt sehen.
geschrieben von: L-B-E
Datum: 27.07.26 13:12
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