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Re: Halt für autoritäre Forderungen

geschrieben von: 218834

Datum: 31.07.26 20:45

Sehr richtig.
Außerdem könnte es sein, dass sich der geliebte Konzern ins eigene Fleisch schneidet. Nämlich dann, wenn die kritisierten Punkte genau durchleuchtet werden und man dann feststellt, was die beste Bahn der Welt tagtäglich so versemmelt und und wohin unser aller Steuergeld so versickert. Auf den Ausgang bin ich gespannt..

..meint
218834

4. August 2026, 21.00 Uhr bitte vormerken

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 31.07.26 21:12

Hallo!

Für kommendem Dienstag, 4. August 2026, ist eine weitere Bahndoku im ZDF vorgesehen. Um 21.00 Uhr wird - wenn nicht kurzfristig geändert - die Sendung "Das Deutsche-Bahn-Desaster" ausgestrahlt. Wird dann auch bei [www.zdf.de] als Streamingmöglichkeit zur Verfügung stehen. Zitat aus der TV-Piccolino 15/26:

"107 Milliarden steckt der Staat in die Deutsche Bahn, um ihre Infrastruktur zu sanieren. Das "System Deutsche Bahn" ist ein Fass ohne Boden." Doku D/I/CH von 2026.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.26 21:13.

Re: Das muss diese maximale Transparenz sein …

geschrieben von: HFy

Datum: 31.07.26 21:37

HSB Tw 44 schrieb:Zitat:
einfach auf die DB draufhauen ist zwar Mode und allgemein anerkannt, löst aber nicht die Probleme, die die DB selbst gar nicht beeinflussen kann
Die Bahn könnte ja mal die Probleme angehen, die sie selbst beeinflussen kann, ohne sich auf andere herauszureden. Was sie hier wieder veranstaltet, ist aus dem Handbuch "was man alles bei public relations falsch machen kann".

Re: 4. August 2026, 21.00 Uhr bitte vormerken

geschrieben von: LIW

Datum: 31.07.26 21:37

Die Bahn sollte sich nicht anmaßen, in die Medienberichterstattung reinreden zu wollen. Wenn die Medien aber sachliche Fehler machen, darf die Bahn durchaus dazu sagen, was sie selbst für richtig hält.

Re: 4. August 2026, 21.00 Uhr bitte vormerken

geschrieben von: HFy

Datum: 31.07.26 22:10

LIW schrieb:
Wenn die Medien aber sachliche Fehler machen, darf die Bahn durchaus dazu sagen, was sie selbst für richtig hält.
Darf sie. Aber wer anderen den Mund verbieten will, setzt sich dem Verdacht aus, etwas zu verbergen zu haben, selbst wenn es objektiv nicht der Fall ist. Das war ungeschickt, um nicht zu sagen, amateurhaft. Welchen Eindruck man als Fahrgast ebenfalls hat, wenn das auch ein anderes Thema ist.

Re: Das muss diese maximale Transparenz sein …

geschrieben von: gezi

Datum: 31.07.26 22:30

HSB Tw 44 schrieb:

Zitat
Ich weiß gerade nicht, worauf Du mit Deiner Antwort speziell auf meinen Beitrag hinauswillst. Berücksichtige, daß ich auf einen anderen Beitrag geantwortet habe!

Zentral ist aber: ich bin kein Journalist, der mit solchen Dingen sein Geld verdient, und veröffentliche keine Beiträge im Rundfunk; alleine das ist ein Unterschied. Aus der Unabhängigkeit und der besonderen Bedeutung der journalistischen Tätigkeiten werden besondere Rechte abgeleitet; hieraus entstehen aber eben auch Pflichten.
Es ist ein Unterschied, ob ich in meiner Freizeit meine private Meinung in einem Forum kundtue oder ob ich eine journalistische Arbeit veröffentliche, die geeignet ist (und sogar darauf abzielt), die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Wenn nun offenkundige Fehler enthalten sind in einem Beitrag – und das war hier der Fall, denn das ZDF hat nachträglich Korrekturen angebracht und damit zugegeben, daß sie Fehler gemacht haben –, dann hat man nicht gut genug geprüft, was man veröffentlicht hat.
Das passiert heute leider ständig, bei allen Nachrichtenproduzenten, auch bei der Tagesschau, allen Sendern und allen möglichen Zeitungen. Macht es aber nicht besser oder richtiger.
Mit anderen Worten: Auch Du hast sie nicht einmal gesehen. Wie so manch anderer hier, der starke Meinungen zu ihrer Fehlerhaftigkeit bekunden. Das passiert heute leider ständig. Dass Du die Meinung privat und außerberuflich veröffentlichst, macht es nicht besser oder richtiger.

Viele Grüße,
gezi
Ich habe die Doku auch gesehen und konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Hoffentlich geht die Bahn weiter dagegen vor.

Viele Grüße aus EMRS
Moritz




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.26 22:57.

Re: Das muss diese maximale Transparenz sein …

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 01.08.26 00:18

gezi schrieb:
HSB Tw 44 schrieb:

Zitat
Ich weiß gerade nicht, worauf Du mit Deiner Antwort speziell auf meinen Beitrag hinauswillst. Berücksichtige, daß ich auf einen anderen Beitrag geantwortet habe!

Zentral ist aber: ich bin kein Journalist, der mit solchen Dingen sein Geld verdient, und veröffentliche keine Beiträge im Rundfunk; alleine das ist ein Unterschied. Aus der Unabhängigkeit und der besonderen Bedeutung der journalistischen Tätigkeiten werden besondere Rechte abgeleitet; hieraus entstehen aber eben auch Pflichten.
Es ist ein Unterschied, ob ich in meiner Freizeit meine private Meinung in einem Forum kundtue oder ob ich eine journalistische Arbeit veröffentliche, die geeignet ist (und sogar darauf abzielt), die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Wenn nun offenkundige Fehler enthalten sind in einem Beitrag – und das war hier der Fall, denn das ZDF hat nachträglich Korrekturen angebracht und damit zugegeben, daß sie Fehler gemacht haben –, dann hat man nicht gut genug geprüft, was man veröffentlicht hat.
Das passiert heute leider ständig, bei allen Nachrichtenproduzenten, auch bei der Tagesschau, allen Sendern und allen möglichen Zeitungen. Macht es aber nicht besser oder richtiger.
Mit anderen Worten: Auch Du hast sie nicht einmal gesehen. Wie so manch anderer hier, der starke Meinungen zu ihrer Fehlerhaftigkeit bekunden. Das passiert heute leider ständig. Dass Du die Meinung privat und außerberuflich veröffentlichst, macht es nicht besser oder richtiger.

Viele Grüße,
gezi
Abgesehen davon, dass es hier nichts zur Sache tut: Hast Du Belege für Deine Behauptung?
Nochmal: das ZDF hat zugegeben, Fehler gemacht zu haben, sonst hätte es keiner Klarstellungen oder Korrekturen bedurft.

Strittig ist momentan, ob das Korrigierte alle Fehldarstellungen umfasst, oder ob weitere Rechte der DB verletzt wurden.
Hast Du da Argumente für oder gegen? Das ist nämlich die Frage, zu der ich etwas geschrieben habe.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: Halt für autoritäre Forderungen

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 01.08.26 00:36

Adriatic 2-6-4 schrieb:

Hallo,

die Würdigung meiner persönlichen Leistungen oder auch meines Unvermögens oder gar (nicht vorhandene) strafrechtlich relevante Verfehlungen tut hier absolut nichts zur Sache. Dafür fehlt meinem Aufgabengebiet doch ein wenig die Relevanz. Wenn ich in solch einer herausgehobenen Stellung tätig wäre, wie es als Vorstand einer großen Aktiengesellschaft im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland oder als zuständiger Minister der Fall ist, müsste ich mich allerdings der öffentlichen Diskussion in den Medien stellen. Auch wenn ich mich dadurch ungerecht behandelt fühlen würde oder die vorgetragene Kritik fachlich widerlegbar wäre.


Die Freiheit der Medien ist unverzichtbar in einer offenen Gesellschaft. Ein journalistischer Beitrag muss auch nicht den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit genügen, sondern darf durchaus pointiert eine Auffassung zu einem Thema vertreten, so wie es in der Sendung ja durchaus getan worden ist. Wenn sich in einem Beitrag die Rechte von Unternehmen oder Personen verletzt werden sollten, steht dazu das ganze Instrumentarium des Rechts und der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu Gebote. Und in keinem Fall zu ersetzen ist die Rolle der kritischen Öffentlichkeit. Auch dieses Forum ist ein Teil dieser Öffentlichkeit.

Was in keinem Fall trägt, ist die Unsichtbarmachung unliebsamer Positionen. Das ist die Vorgehensweise autoritärer Systeme. Das gab es in diesem Lande schon zur Genüge. Das darf sich nicht noch einmal wiederholen. An dieser Stelle setze ich ein klares Haltsignal. Deshalb darf einer Forderung nach Löschung nicht entsprochen werden, bevor dies in einem rechtlichen Verfahren durchgesetzt worden ist.

Beste Grüße

adriatic 2-6-4
(Entschuldige bitte, daß ich hier nur summarisch antworte, auf dem Handy ist die Zitierfunktion von DSP bekanntermaßen unbrauchbar)

1. Es sollte ja nur als abeispiel dienen. Aber selbst, wenn Du eine exponierte Person wärest, hättest Du ein Recht auf angemessene Darstellung. Wenn ein Bericht sachlich falsch ist, darfst Du dagegen vorgehen, das ist Dein Recht im Rechtsstaat. Dass man bekannt und exponierte ist, heißt nicht, dass Andere keine Grenzen einhalten müssen.
Dieses Recht hat die DB auch und ihrer Meinung nach ist dieses Recht, gemäß dem von mir zitierten Spruch des BGH, verletzt.
Und da es nun ein Gericht auch so sehen wird, ist offen. Aber das Recht sich zu wehren hat die DB.

2. Ja, Pressefreiheit ist ein wichtiges Gut. Aber wie bei allen wichtigen Gütern muss man damit weise umgehen.
Da sheist halt eben auch, eine besondere Sorgfalt an den Tag zu legen, die über der für Forenbeiträge liegt.
Und Du sagst hier ja selbst, dass es Rechts Instrumente gibt, um das zu prüfen. Mehr will die DB hier in Konsequenz nicht (daß das ZDF nicht einfach offline nimmt, ist zu erwaten; man muß oder sollte zumindest aber die Möglichkeit einräumen als weniger schwere Maßnahme, bevor man klagt).
Auch für kritische Öffentlichkeit gilt, wenn auch weniger stark als für die Presse, das Gebot, Ahnung zu haben, worüber man redet, wer der.korrekte Adressat für eine bestimmte Sache ist. Wie wir hier ja wissen, bringt es nichts, sich beim Tf über das fehlende Gleis zu beschweren. Falsche Adressierung löst keine Probleme.

3. Achtung: ich habe nirgends geschrieben, dass das ZDF meiner Ansicht nach auf jeden Fall löschen müsse!
Auf ein gerichtliches Verfahren wird es auch hinauslaufen. Die DB hat ja eben auf das auch von mir genannte Urteil verwiesen. Denen ist genauso klar, dass das ZDF von sich aus nichts machen wird (s.o.). Ind damit geht es dann ggf. einen ganz normalen gerichtlichen Weg – genau so, wie es in einem Rechtsstaat sein sollte.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: 4. August 2026, 21.00 Uhr bitte vormerken

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 01.08.26 00:52

HFy schrieb:
LIW schrieb:
Wenn die Medien aber sachliche Fehler machen, darf die Bahn durchaus dazu sagen, was sie selbst für richtig hält.
Darf sie. Aber wer anderen den Mund verbieten will, setzt sich dem Verdacht aus, etwas zu verbergen zu haben, selbst wenn es objektiv nicht der Fall ist. Das war ungeschickt, um nicht zu sagen, amateurhaft. Welchen Eindruck man als Fahrgast ebenfalls hat, wenn das auch ein anderes Thema ist.
Wenn ein Gericht feststellen sollte, dass der Bericht den Grundsätzen widerspricht, wäre da zunächst nichts dran auszusetzen.

Übrigens ist diese Doku nicht der einzige Fall, in denen das ZDF wegen seiner Inhalte Probleme bekommen hat, zu.B. bei Elon Musk oder, schon älter und in der Öffentlichkeit wohl untergegangen, Böhmermann gegen Schönbohm vom BSI (hier ist übrigens auch der "Tatsachenkern" ein wichtiger Teil der Entscheidung).


Ob es geschickt ist, steht sicher auf einem anderen Blatt.Ich kann aber – angesichts des liebend gerne betriebenen Bashings – durchaus verstehen, dass man da mittlerweile lieber gegen vorgeht.
Auch hier auf DSO ist es ja leider manchmal so, dass sich Leute aufregen und nur auf die DB zeigen, auch wenn sie eine Sache gar nicht ändern könnte.
Und wenn es bspw. Fehler der Politik oder Behörden sind, dann wäre es auch Aufgabe der Meiden, insbesondere des ÖRR, genau darauf hinzuweisen.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
Wer hat denn den Begriff ETCS so verwässert, daß praktisch jedes heute existierende Sicherungssystem darunter fällt?
Stichwort: "ETCS Level 0".
Wer benutzt denn den Begriff ETCS und Digitalisierung fast schon inflationär oft.

Es handelt sich hier nicht um eine Publikation in der Fachöffentlichkeit.
Es handelt sich hier um einen Beitrag in einem Unterhaltungsmedium für das breite Publikum zur besten Sendezeit.
Bereits die Unterscheidung nach Level ist für dieses viel zu komplex.

Du schreibst:
Zitat
Die Ausrüstung in Belgien ist etwas völlig anderes als das in Deutschland vorgesehene ETCS L2 ohne Signale.
Ein anderer Teilnehmer schreibt:
Zitat
Daher ist die Branche sehr erleichtert gewesen, dass Berlin – Hamburg nicht auf ETCS ohne Signale umgebaut worden ist, denn das ist eine wichtige Strecke für sehr viele Verkehre.
Was gilt denn jetzt?
Ich schließe daraus, daß es bei der Eisenbahn in Deutschland überhaupt keine schlüssige Strategie für den Übergang zu ETCS gibt.
Und das kam im Beitrag durchaus auch rüber.
Dann schick' uns doch bitte mal einen Link auf einen solchen Beitrag in der Mediathek "der Privaten".

Auf Fehler hinweisen

geschrieben von: Stammstrecke 4

Datum: 01.08.26 09:13

HSB Tw 44 schrieb:
Und wenn es bspw. Fehler der Politik oder Behörden sind, dann wäre es auch Aufgabe der Meiden, insbesondere des ÖRR, genau darauf hinzuweisen.
Und was hat das ZDF gemacht? Auf Fehler der Deutschen Bahn und auf Fehler der deutschen Politik in Bezug auf die Bahn hingewiesen.
Ob da jetzt jedes Detail ("ETCS") einer wissenschaftlichen Arbeit gleichkommen muss, verneine ich mal.

Wir haben (zumindest noch) das Glück, dass es in diesem Land keine willkürliche Beeinflussung/Zensur der Medien gibt. Auch wenn einer Partei oder einem Unternehmen unliebsame Berichte nicht passen.

Und wie gezi hier schon feststellte gab es einige Jubelschreiber, die den Bericht wohl gar nicht gesehen haben und nur via DSO darauf aufmerksam wurden und trotzdem ihre vermeintliche Meinung zu der ZDF-Reportage breittreten.
Und ich meine, dass sich einige hier schon aufgrund des Namens der wie ich finde guten Journalisten Dunja Hayali angesprochen fühlen dagegen zu schlagen/tippen.

Re: Auf Fehler hinweisen

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 01.08.26 14:29

Stammstrecke 4 schrieb:
HSB Tw 44 schrieb:
Und wenn es bspw. Fehler der Politik oder Behörden sind, dann wäre es auch Aufgabe der Meiden, insbesondere des ÖRR, genau darauf hinzuweisen.
Und was hat das ZDF gemacht? Auf Fehler der Deutschen Bahn und auf Fehler der deutschen Politik in Bezug auf die Bahn hingewiesen.
Ob da jetzt jedes Detail ("ETCS") einer wissenschaftlichen Arbeit gleichkommen muss, verneine ich mal.

In einem gewissen Sinne muß es das schon. Wenn man nämlich die Zuständigkeiten korrekt darstellen will, muß man diese durchdringen.
Natürlich muß man dann z.B. nicht die komplette Funktionsweise von ETCS beschreiben; aber bei komplexen Systemen, bei denen es um Fragen zu Art und Umfang der Umsetzung „da draußen“ geht, muß man ggf. beschreiben, daß es verschiedene Stufen gibt, welche Voraussetzungen etc.
Das kann schon relativ nah an eine Ausarbeitung herankommen; vielleicht keine 40seitige Hausarbeit, aber 12 Seiten Ausarbeitung. Die dann vielleicht nur 3–5 Sätze werden in der Doku, aber genau das ist ja eine der Aufgaben von Journalisten.

(Nota bene: ich sage hier nicht, ob die ZDF-Doku das gut, schlecht, fahrlässig oder vorsätzlich falsch gemacht hat! Es geht hier um die allgemeine Erwartung an die journalistische Arbeit.)

Zitat:
Wir haben (zumindest noch) das Glück, dass es in diesem Land keine willkürliche Beeinflussung/Zensur der Medien gibt. Auch wenn einer Partei oder einem Unternehmen unliebsame Berichte nicht passen.

Ja, das ist richtig. Und darüber wachen ggf. am Ende die Gerichte im Rahmen ganz normaler rechtsstaatlicher Abläufe.
Dann, wie im Urteil gegen Böhmermann, das ich genannt habe, festgestellt wurde: auch Satire darf nicht alles, sondern man muß sich als Satiriker – und damit erst recht als Journalist! – schon auf dem Boden der Tatsachen bewegen.

Und dann eben noch das Urteil, auf das sich die DB bezieht: man darf nicht bewußt Dinge außen vor lassen, um absichtlich ein schlechtes Bild zu zeichnen.
(Nochmal: ob das hier verfängt, sage ich gar nicht, denn das ist Aufgabe der Gerichte. Ich ordne nur das Vorgehen der DB ein).


Zitat:
Und wie gezi hier schon feststellte gab es einige Jubelschreiber, die den Bericht wohl gar nicht gesehen haben und nur via DSO darauf aufmerksam wurden und trotzdem ihre vermeintliche Meinung zu der ZDF-Reportage breittreten.
Und ich meine, dass sich einige hier schon aufgrund des Namens der wie ich finde guten Journalisten Dunja Hayali angesprochen fühlen dagegen zu schlagen/tippen.

Völlige Zustimmung: nur aufgrund eines Namens eine Person zu diskreditieren, geht gar nicht. Zumal vmtl. auch gerade hier einige Leute sofort sehr beleidigt wären, wenn man ihre Namen verbalhornt.

Der Punkt, um den es mir hier aber die ganze Zeit geht, ist nur, darauf hinzuweisen, daß die DB hier ein ihr aus ihrer Sicht zustehendes Recht durchsetzen möchte. Wie gesagt in einer anderen Antwort: ob das geschickt ist, ist eine andere Frage. Aber ihre Recht ggf. vor Gericht durchsetzen darf die DB natürlich – wenn das ZDF dann verliert, ist auch die Frage geklärt, wie gut in diesem Fall die journalistische Arbeit zu bewerten war (ich spreche hier allgemeine, weil vmtl. Frau Hayali auch nicht alles alleine geschrieben hat, de sitzen ja häufig mehrere Leute dran).

Und in gewissem Sinne, wie auch schon geschrieben, kann ich die DB gut verstehen, daß sie gegen – aus ihrer Sicht – „Bashing“ vorgeht, denn das ist zum Volkssport geworden: die DB ist Schuld, egal woran.
Es gibt ja gerade hier auf DSO viele Schreiber, die einfach auf die DB draufhauen und für die das ZDF auf jeden Fall Recht haben muß und die DB kann gar im Recht sein.

Und dagegen wende ich mich, denn, wie ich so oft schreibe, davon wir halt überhaupt nichts besser.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Unseriös wegen drei fehlender DSTW?

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 01.08.26 18:38

Guten Tag.

Zu der Sendung wurde wohl schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Also werfe ich meine Beurteilung der Vollständigkeit halber auch noch in den Topf der großen öffentlichen Empörung. :)

Zunächst: Ich bin spät dran. Und heute dachte ich schon, ich wäre zu spät - denn es war schwer den Beitrag überhaupt noch zu finden.
Meine Befürchtung, das Video wäre schon nicht mehr einsehbar, blieb - erst nach gezielter Suche - dann doch unbegründet:

[www.zdf.de]

Da ich die Woche keine Zeit hatte mich mit dieser Thematik zu befassen und nur diverse Überschriften und Schlagzeilen vernahm, konnte ich mir letztlich den Bericht relativ unvoreingenommen ansehen.

Mein Fazit: Eine der vielen "DB BAHN"-Reportagen, wie man sie schon kennt. Letztendlich sogar relativ harmlos.

Für den interessierten Bahnfan, der sich regelmäßig mit Infos (auch über dieses Forum) eindeckt, gibt der Bericht keine neuen Erkenntnisse her.
Für mich gab es nur zwei Visuelle Auffälligkeiten, die ich zuvor persönlich noch nicht so gesehen hatte:

- Der enorme "Fensterholm" (kann man das überhaupt noch so nennen?) im TSI-gerechten Führerstand des ICE 4. Eine beeindruckende Grotte! :-)
- Die neue Uferbefestigung in Burgrain mit Felssteinen entlang des (nunmehr sichtbaren) Katzenbachs und dem Gitternetz auf dem Bahndamm darüber, wo sich die Unfallstelle befand.

Aber sonst?
Die Geschichte mit Hans Leister und einem Besuch bei einer Bahnbaustelle hatte man neulich schon bei der S21-Doku des SWR sehen können, die meiner Meinung nach (berechtigterweise) eine großere Schärfe enthielt als diese Reportage.
Auch die Mitfahrten im ICE, Erlebnisberichte der Fahrgäste, quasi "live" eingefangene Verspätungen - das alles gab es schon in Reportagen im Jahr 1993 zu sehen.

Nun wartete ich gut 44 Minuten lang auf eine deutliche Auffälligkeit, die entweder mit falschen Daten, Falschbeschreibungen von Vorgängen und Zusammenhängen oder simple Falschbehauptungen grundsätzlicher Art zu tun gehabt haben könnten. (Klassiker dieser Kategorie wäre gewesen: Die Münchner S-Bahn hat eine Stromschiene, die hohe Spannung führt)

Ich war dagegen positiv überrascht, dass die Zahl an ESTW mittlerweile die der Relaisstellwerke überholt und bereits auch etwas auf Abstand gebracht hat. Gratuliere Philipp! :-)

Übrigens "Philipp": Den hatte ich tatsächlich vermisst. Jedoch ist mir in letzter Zeit auch nicht entgangen, das mit seinem aktuellen Amt er doch merklich von seiner jugendlichen Leichtigkeit und Mitteilsamkeit eingebüßt hat. Das ist nicht nur persönlich sehr bedauerlich, es sagt in ziemlich beeindruckender Weise auch etwas über die Last dieses Amts aus.

Zurück zur Reportage.
Ich konnte mit meiner - zugegeben - unmaßgeblichen Expertise, die in diesem Forum wohl dem Standard allgemeiner Grundkennkenntnisse entspricht, keine groben handwerklichen Fehler feststellen.
Da zudem "Bahnexperten" wie z.B. Frau Palla, Herr Leister, der Lokführer des ICE, Bahnmitarbeiter von Infrabel, wie auch der Manager von SIEMENS zu Wort kamen, kann ich auch keine Themenferne feststellen. Den Protagonisten wurden auch nicht erkennbar die Worte im Mund umgedreht oder deren Aussagen grob umgedeutet.
Ich war eher positiv überrascht, dass nicht zum hundertsten Male Professor Christian Böttger, Karl-Peter Naumann oder gar Arno Luik zu Rate gezogen wurden. Nicht, das ich die Einschätzungen dieser drei für unwichtig hielte, aber ich glaube sie mittierweile sehr gut zu kennen. Da freut man sich dann über jede Abwechslung. ;-)

Da ich am Ende feststellen musste, das meine persönlichen Kritik-Detektoren bei dieser Reportage nicht so recht anschlagen wollten, las ich danach die öffentlichen Kritikpunkte zur "unseriösen" Berichterstattung nach:

- Fehlende Angaben zu den 3 (in Worten: drei !) bestehenden DSTW
- Pünktlichkeit Gesamtverkehr Belgien vs. Deutschland

Da ich erst heute den Bericht mir angesehen habe, war das mittlerweile korrigiert.
Es wäre mir aber ehrlicherweise auch nicht aufgefallen, wenn es noch die unkorrigierte Version gewesen wäre.
Es handelt sich in beiden Fällen um Fehler wegen Weglassung bzw. fehlender Einordnung der Zahlen.

Im Gesamtbild sehe ich jedoch keine entscheidende "Verfälschung" der Sachlage und schon gar keinen Gegenbeweis auf eine mögliche, entgegenstehende Behauptung:
Wenn drei DSTW ein Beweis dafür sein sollten, dass die Infrastruktur der Deutschen Bahn NICHT an einer schleppenden Modernisierung leidet, dann wäre DAS eine plumpe Falschaussage! Ich hoffe das sich niemand bei der DB zu solch einer Behauptung hinreißen lassen würde. Bislang konnte man von dort stattdessen das kleinlaute Zugeständnis dieses offensichtlichen Fehlstands wiederholt vernehmen. Und das zurecht.
Das Gleiche bei den Verspätungszahlen:
Egal wie man die Zahlen dreht und wendet, die Eisenbahn in Belgien ist wesentlich pünktlicher als die in Deutschland. WIE und auf Basis WELCHER Statistik möchte die Deutsche Bahn diese Grundaussage aus dem Bericht umdrehen oder relativieren? Was sollte eine Korrektur um ein paar Prozent zu Gunsten der DB an der offensichtlich verheerenden Bilanz ändern? An einer Bilanz, deren negative Aussagekraft auch die Deutsche Bahn NICHT abstreiten kann und dies zumeist ebenfalls kleinlaut eingesteht.

Insofern, die Frage:
Was genau soll an diesen beiden Punkten tatsächlich "unseriös" sein?
OK, im Detail "ungenau", oder meinetwegen sogar "fehlerhaft" - geschenkt!
An der Kernaussage, das die Deutsche Bahn hier ein DICKES Problem hat, ändert das alles NICHTS.
Und das sie ein dickes fettes, kaum zu übersehendes und keinesfalls kleinzuredendes PROBLEM hat, kann keinesfalls zur heutigen Zeit, mit der heutigen Situation, nie und nimmer eine "unseriöse" Aussage sein. Bei einer gegenteiligen Behauptung sähe es jedoch sehr wohl danach aus!


Was bleibt?

Eine "Bahnreportage" wie jede andere. Keine großen Überraschungen ohne neue, "bahnbrechende" Erkenntnissen.
Kann man sich anschauen, jedoch bleibt mit dem in unseren Kreisen dieses Forums voraussetzbaren Kenntnisstand das Ganze ohne "Aha"-Effekt.
Nett sind Züge und Bahnanlagen anzuschauen, z.T. auch Drohnenflügen. Da freut man sich als Bahnfan immer wieder.
Der Trend, in solchen Reportagen immer auch die Gefühle der Protagonisten und sogar die der Reporterin nach vorne zu stellen, scheint bei den heutigen Formaten von großer Wichtigkeit zu sein. Aber das ist ja ein allgemeiner Trend, der angeblich auch nicht vor Foren und sogar "sozialen Netzwerken" halt machen soll - hab ich jedenfalls gehört. :-))

Das mediale Brimborium das aktuell stattfindet hat ganz sicher mit der Berichterstatterin dieser Reportage zu tun.
Es auch mir nicht entgangen, das sich bereits seit längerem bestimmte Medien, Gruppen und Einzelpersonen auf sie eingeschossen haben. Insofern könnte das Ganze mehr über den Zustand der Diskursfähigkeit unserer Gesellschaft aussagen, als die Frage beantworten "wie schlimm" es denn nun tatsächlich um die Eisenbahn in Deutschland bestellt ist.

Das ist insofern schade, weil ich eine Aussage aus der Reportage doch für hervorhebenswert halte.
Und das ist die des Bahnmitarbeiters von Infrabel, der betont das insbesondere die politischen Gestalter im Zusammenspiel mit den Eisenbahnern davon überzeugt sein müssen, gemeinsam einen Modernisierungsplan zu beschließen und diesen in einer vereinbarten Frist auch gemeinsam umsetzen.
Zwar ist auch das keine neue Erkenntnis, die man nun erstmals in dieses Forum einbringen müsste.
Nur: Es wäre endlich an der Zeit, dass genau diese Verantwortung auch Teil deutscher Eisenbahnverkehrspolitik würde!

Aber wen interessieren schon solche "Details"? ;-)


Schöne Grüße,
Dirk



7-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 23:50.
Zitat
Si tacuisses, philosophus mansisses (Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben).
Ob der Bahn bewußt ist, daß sie genau damit Öl ins Feuer gießt und das Thema am Laufen hält?

Ohne diese Eskalation wäre die Sache in der Öffentlichkeit längst vergessen und die Diskussionen hier im Forum eingeschlafen.

Sehr gute Zusammenfassung, danke dafür.

geschrieben von: ICE

Datum: 01.08.26 22:17

Moin,

dass die Bahn den Beitrag löschen lassen will, ist ein klassischer Rohrkrepierer, vulgo Schuss in den Ofen oder ein Eigentor.

Grüße - Helmut (ICE)





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 22:17.

Re: Sehr gute Zusammenfassung, danke dafür.

geschrieben von: HFy

Datum: 02.08.26 11:04

ICE schrieb:Zitat:
dass die Bahn den Beitrag löschen lassen will, ist ein klassischer Rohrkrepierer, vulgo Schuss in den Ofen oder ein Eigentor.

Es ist mal wieder ein klassischer Streisand-Effekt. Das Verhalten der Bahn zeigt aber, daß es im Vorstand nicht an Selbstbewußtsein mangelt, wenn es auch mit allem Anderen hapert.

Re: Das muss diese maximale Transparenz sein …

geschrieben von: kariadsko

Datum: 02.08.26 12:31

HFy schrieb:
Die Bahn könnte ja mal die Probleme angehen, die sie selbst beeinflussen kann, ohne sich auf andere herauszureden.
Und die wären? Nenn mal konkrete Beispiele.

Zitat
Was sie hier wieder veranstaltet, ist aus dem Handbuch "was man alles bei public relations falsch machen kann".
Dazu allerdings Zustimmung. Die DB sollte sich mal mit dem Streisand-Effekt vertraut machen.
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