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Re: Weisung oder Vertrag in Freiburg?

geschrieben von: gezi

Datum: 03.08.26 07:37

X73900 schrieb:

Zitat
Mir ist nicht bekannt, warum man die FVAG 1974 überhaupt als Aktiengesellschaft gegründet hat, und nicht einfach als GmbH oder Unterabteilung der Stadtwerke Freiburg GmbH. Faktisch ist es ja letztlich eine Art verkappte GmbH.
Die Trennung in mehrere Unternehmen als solche dient regelmäßig zur Realisierung des steuerlichen Querverbundes. Die Gewinnausschüttungen aus dem Anteilsbesitz am Stromversorger (der der Gemeinde meist nicht allein gehört) decken ertragssteuerlich die Verluste von Verkehrsbetrieb, Bäderbetrieb etc. Dazu werden der Anteil am Stromversorger und die Beherrschung der Verlustbringer unter dem Dach einer Holdinggesellschaft angesiedelt, in Freiburg offenbar die Stadtwerke GmbH.
Über die Gründe der Rechtsformwahl im Einzelnen könnte ich aber nur spekulieren, konkret bin ich mit den Freiburger Verhältnissen nicht vertraut.

Viele Grüße,
gezi
Signal schrieb:
Zitat:
Hier im Forum ging es viel um die "Fulda-Runde" und um die Stimmung der Bahnbauwirtschaft. Aber das hätte ich gern mal aus dem Mund des Kanzlers gehört, weil ich mir da noch sehr unsicher bin, inwieweit sich ein Merz mit solchen Themen beschäftigt und ob ihn das wirklich so sehr juckt. Da würde meiner Meinung mehr zu ihm passen, dass der Autobahnausbau im Sauerland Probleme bereitete oder ähnliches...
Es ist ja nicht so, dass der Hochbau außerhalb der Infrastruktur brummen würde. Der Niederlassungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau eines größeren, überregional tätigen Bauunternehmens (der Name ist zu sehr bekannt, um ihn hier zu erwähnen 😉) hat sich schon vor einiger Zeit darüber ausgelassen, dass er von der Geschäftsführung "genötigt" wird, "überzählige" Personale aus der Abteilung Hochbau in den Projekten bei Straße und Schiene zu beschäftigen. In dieser Lage ist das Ergebnis der Fulda-Runde schlicht und ergreifend Gift.

In den Planungskonzernen (anders kann man deutsche "Ingenieurbüros" in der Größenordnung zwischen 2.500 und 7.500 Mitarbeitern nicht nennen) ist die Lage ähnlich.
Und das sind auch keine kleinen Klitschen - wenn da welche von "Koch-Steinbrück 2.0 trotz Sondervermögen" sprechen, wird das in die Politik ventiliert. Nicht unbedingt direkt zu Merz, aber wenn Unternehmen dieser Größe husten - egal ob in Stadthagen, Essen, Achim, Neumarkt, Göppingen, München, Frankfurt, ... dringt das über Abgeordnete, Bezirksvorsitzende etc schon bis zu mindestens bis zu Ministerpräsidenten wie Boris Rhein, Hendrik Wüst oder Markus Söder durch. Von dort ist es kein weiter Weg mehr zu Merz...
Und in der anderen Regierungspartei hört man ja auch das Husten. Über Landesminister wie Tonne oder Mansoori geht das auch zu Klingbeil - der dann schon mal scheinheilig in Verteidigungsstellung gegangen ist, Schnieder hätte ja quasi gar nicht nach Budget gefragt.
Ein absolutes kommunikatives Desaster für Schnieder, wenn dann unterm Strich selbst die Straße schlechter dasteht als unter Ramsauer oder Dobrindt - und die hatten kein Sondervermögen für Infrastruktur.


Signal schrieb:Zitat:
Selbst einem Merz wird klar sein, dass Schnieder nicht in so kurzer Zeit Wunder erreichen konnte.
In der Branche hat sich leider der Eindruck verfestigt, dass Schnieder keine Wunder erreichen würde, egal wieviel Zeit man ihm gibt. Und zwar egal, ob wir von der Bahn oder von der Straße (Autobahnbrücken 😎) reden... Und das was er tut, kann er nicht kommunizieren. Die kurze Zeit hat gereicht, um zu erkennen, dass Schnieder kommunikativ eine ziemliche Nullnummer ist.

Re: (ehem.) Verkehrsminister Schnieder

geschrieben von: andreas +

Datum: 03.08.26 10:31

bauigel schrieb:
... Und das was er tut, kann er nicht kommunizieren. Die kurze Zeit hat gereicht, um zu erkennen, dass Schnieder kommunikativ eine ziemliche Nullnummer ist.
Das teilt(e) er mit seiner Ministerkollegin Reiche.
bauigel schrieb:
In der Branche hat sich leider der Eindruck verfestigt, dass Schnieder keine Wunder erreichen würde, egal wieviel Zeit man ihm gibt. Und zwar egal, ob wir von der Bahn oder von der Straße (Autobahnbrücken 😎) reden... Und das was er tut, kann er nicht kommunizieren. Die kurze Zeit hat gereicht, um zu erkennen, dass Schnieder kommunikativ eine ziemliche Nullnummer ist.
Nun, wer Wunder erwartet, sollte vielleicht auch besser in die Kirche gehen.
Was die Kommunikation angeht, stelle ich mir äußerst lustig vor, wenn ausgerechnet Kanzler erklärt hätte, einen Minister wegen seiner schlechten Außenkommunikation zu entlassen...

bauigel schrieb:
Zitat:
Und in der anderen Regierungspartei hört man ja auch das Husten. Über Landesminister wie Tonne oder Mansoori geht das auch zu Klingbeil - der dann schon mal scheinheilig in Verteidigungsstellung gegangen ist, Schnieder hätte ja quasi gar nicht nach Budget gefragt.
Ein absolutes kommunikatives Desaster für Schnieder, wenn dann unterm Strich selbst die Straße schlechter dasteht als unter Ramsauer oder Dobrindt - und die hatten kein Sondervermögen für Infrastruktur.
Also verloren beim Spiel, wer die A...karte abkriegt?

Für mich bleibt das eine offene Frage, ob die Baubranche so viel Einfluss darauf hat, wer Minister für Verkehr (!) ist. Das Ministerium für Verkehr ist ja auch nicht gleichbedeutend mit Förderung der Wirtschaft, die zweifelsfrei mit oder ohne Schnieder unter massiven Sorgen leidet.

Gruß vom Signal
Signal schrieb:
Zitat:
Für mich bleibt das eine offene Frage, ob die Baubranche so viel Einfluss darauf hat, wer Minister für Verkehr (!) ist.
Inzwischen hat ja der Chef eines bekannten Maschinenbauunternehmens aus Schwanau beim neuen Verkehrsminister "volle Rückendeckung" für Evelyn Palla bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten angemahnt und die Auswechslung des Ministers begrüßt, weil Herr Schnieder eine "schwache Besetzung" gewesen wäre. Und wieder recht deutlich kritisiert, dass unter Schnieder nicht genügend unternommen wurde, damit aus dem Sondervermögen nennenswertes in der Verkehrsinfrastruktur ankommt...

Ein weiteres Indiz dafür, dass in der Branche aktiv am Stuhl von Patrick Schnieder gesägt wurde...
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