geschrieben von: notze
Datum: 24.07.26 00:18
„Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er.Hat er das seinem Haus und Hof Fernverkehrsanbieter aus Berlin auch schonmal erzählt?
Dann würde ich als Bund aber auch sagen:Naja, Freising war - soweit ich weiß - bis auf eine einzige Ausnahme immer Fernverkehrshalt. Das war ein einziger Exotenzug, der ohne Halt von München Hbf nach Landshut Hbf fuhr. Der fuhr damals irgendwann so gegen 7 Uhr in München Hbf ab. Das war dieselbe Situation wie bei einem einzigen Exotenzug damals, ein IC, der ohne Halt von Stuttgart Hbf bis Augsburg Hbf durchfuhr. Sämtliche anderen IC hielten in Ulm Hbf, aber dieser eine einzige IC fuhr damals von Stuttgart Hbf nach Augsburg Hbf durch.
"Neufahrn und Freising ist kein Fernverkehr, da fahren wir durch. Und mit eurem Deutschlandticket habt ihr auch nichts im Zug zu suchen, denn wir sind Fernverkehr!"
geschrieben von: ReneRomann
Datum: 24.07.26 01:05
Guten Abend,
manchmal könnte man bei deren Gequatsche meinen, sie reden von einem anderen Deutschland von dem ich noch nichts weiß.
Zitat„Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er.Hat er das seinem Haus und Hof Fernverkehrsanbieter aus Berlin auch schonmal erzählt?
Den Interregio für flächendeckenden Fernverkehr hat man schon vor rund 20 Jahren abgeschafft, am InterCity arbeitet man noch. Bis in 2-3 Jahren gibt es praktisch auch nur noch ICE auf den Hauptachsen, zufälligerweise die Achsen auf denen auch Italo dann fahren will.
Die 3-4 Züge ins Allgäu und auf Sylt schenken wir uns erstmal und lassen sie unter den Tisch fallen, aber sind ja schließlich neuerdings auch ICE.
Da wo noch IC fährt, wird der ganze Spaß großspurig durch die Länder subventioniert. Könnte man sich die Kohle auch sparen und vermutlich gleich ne Regio fahren lassen. Fahrzeit und Comfort dürften identisch sein, die Zuverlässigkeit vermutlich sogar noch höher.
Fernverkehr auf irgendwelchen Provinzbahnhöfen braucht kein Mensch. Ein gut organisierter ÖPNV tut es da vollkommen. Spart euch die Kohle und investiert sie lieber in neue Schienen, damit man überhaupt noch Züge fahren kann. Wenn die Gleise dann auch nicht mehr so verstopft sind, löst sich vermutlich auch das Problem von geplatzten Anschlüssen.Auf Provinzbahnhöfen vielleicht nicht - aber was sind denn überhaupt "Provinzbahnhöfe"?
Möge man sich in der Politik lieber Gedanken machen, wie man mit diversen Anbietern auf den Gleisen ein GA ala Schweiz oder ein Klimaticket Ö wie die Österreicher auf die Beine stellt.Na ja - das gibt es ja mit der BC 100 derzeit schon, man müsste halt nur neue Anbieter zwingen, dass sie die BC 100 auch anerkennen müssen aber dafür auch eine (vernünftige) Kompensation erhalten.
geschrieben von: E 44 051
Datum: 24.07.26 03:14
Guten Abend,Leider vergisst Du dabei, dass der "Haus und Hof Fernverkehrsanbieter" immer noch zahlreiche FV-Halte (in unterschiedlicher Frequenz) anbietet, die den "Rosinenpickern" am Ar*ch vorbei gehen.
manchmal könnte man bei deren Gequatsche meinen, sie reden von einem anderen Deutschland von dem ich noch nichts weiß.
Zitat„Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er.Hat er das seinem Haus und Hof Fernverkehrsanbieter aus Berlin auch schonmal erzählt?
Den Interregio für flächendeckenden Fernverkehr hat man schon vor rund 20 Jahren abgeschafft, am InterCity arbeitet man noch. Bis in 2-3 Jahren gibt es praktisch auch nur noch ICE auf den Hauptachsen, zufälligerweise die Achsen auf denen auch Italo dann fahren will.Eine unbewiesene populistische Behauptung.
Da wo noch IC fährt, wird der ganze Spaß großspurig durch die Länder subventioniert. Könnte man sich die Kohle auch sparen und vermutlich gleich ne Regio fahren lassen. Fahrzeit und Comfort dürften identisch sein, die Zuverlässigkeit vermutlich sogar noch höher.In der Regel wird der FV zähneknirschend (nicht großspurig) dort subventioniert, wo wegen des FV kein RE angeboten werden kann, weil es keine passende freie Trasse in dieser Zeitlage gibt.
Fernverkehr auf irgendwelchen Provinzbahnhöfen braucht kein Mensch. Ein gut organisierter ÖPNV tut es da vollkommen. Spart euch die Kohle und investiert sie lieber in neue Schienen, damit man überhaupt noch Züge fahren kann. Wenn die Gleise dann auch nicht mehr so verstopft sind, löst sich vermutlich auch das Problem von geplatzten Anschlüssen.Da bin ich ausnahmsweise bei Dir. Aber das ist ein völlig anderes Thema...
Um auf Herrn Bernreiter nochmal zurück zu kommen, wo will er den flächendeckenden FV in Bayern wo er bisher noch keinen hat?München-Mühldorf: Seit Jahrzehnten in den Ausbauplänen, um München-Salzburg-Linz wirksam zu entlasten. Leider sehr stiefmütterlich behandelt...
München - Mühldorf?
München - Landshut - Regensburg - Hof - Prag? Also dort, wo jetzt der neue Regio ausgeschrieben wurde?
Sollen die Bamberger nach Nürnberg fahren und dort in den ICE steigen und die Ingolstädter eben nach München oder Nürnberg. Wenn in Ingolstadt und Bamberg vereinzelt einer hält okay, wenn mehr nicht halten wird es wohl daran liegen das da zu wenig ein- und aussteigen?
Möge man sich in der Politik lieber Gedanken machen, wie man mit diversen Anbietern auf den Gleisen ein GA ala Schweiz oder ein Klimaticket Ö wie die Österreicher auf die Beine stellt.Leider wieder völlig am Thema vorbei, auch wenn das spannend ist.
103612 schrieb:Dann würde ich als Bund aber auch sagen:Naja, Freising war - soweit ich weiß - bis auf eine einzige Ausnahme immer Fernverkehrshalt. Das war ein einziger Exotenzug, der ohne Halt von München Hbf nach Landshut Hbf fuhr. Der fuhr damals irgendwann so gegen 7 Uhr in München Hbf ab. Das war dieselbe Situation wie bei einem einzigen Exotenzug damals, ein IC, der ohne Halt von Stuttgart Hbf bis Augsburg Hbf durchfuhr. Sämtliche anderen IC hielten in Ulm Hbf, aber dieser eine einzige IC fuhr damals von Stuttgart Hbf nach Augsburg Hbf durch.
"Neufahrn und Freising ist kein Fernverkehr, da fahren wir durch. Und mit eurem Deutschlandticket habt ihr auch nichts im Zug zu suchen, denn wir sind Fernverkehr!"
Pesa Link schrieb:Wir bräuchten in Deutschland das was wir seit Jahren im spnv haben, einen Aufgabenträger für den SFV. Der Bund könnte der Aufgabenträger für den bundesweiten Fernverkehr sein. So könnte man Deutschland mit dem Fernverkehr besser vernetzen.Hallo,Das der Bund jeglichen Fern- und Nachtzugverkehr der ÖBB im Land bestellt bis auf die RJX zwischen Wien und Salzburg.
was genau ist das österreichische Modell?
geschrieben von: ICE11
Datum: 24.07.26 08:08
Er forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren anbinden müsse. (...) Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den SchienenpersonennahverkehrMal abgesehen davon, dass hier vermutlich auch einige Provinzbürgermeister lobbyiert (gibt es dieses Wort überhaupt?) haben nach dem Motto: "Wir wollen dass unser Hintertupfingen endlich ICE-Bahnhof wird dass wir auf einem Niveau mit den Metropolen sind!" frage ich mich ob den Minister nicht selber der Widerspruch zwischen beiden oben zitierten Sätzen auffällt. Aber vermutlich nicht, sonst wäre er ja kein Politiker. Denn wie soll das denn auf einem ohnehin schon belasteten Netz gehen, einerseits mehr Fernverkehr in der Fläche, andererseits dadurch aber den Nahverkehr nicht kannibalisieren? Und kannibalisieren muss ja nicht heißen verdrängen, es reicht ja schon dass wie zwischen Aachen und Köln für den Flix passiert RE-Taktverkehre zeitweise an die Seite müssen, wodruch sie aus dem Takt fliegen und Umstiege für die NV-Kunden platzen.
geschrieben von: Irgendware
Datum: 24.07.26 11:06
Ich habe mir den Antrag durchgelesen und bin zum Ergebnis gekommen, dass er erstens nichts bringen wird und zweitens total im Sande verlaufen wird.Sehe ich auch so. Der Antrag ist total unkonkret, was soll die Bundesregierung damit denn machen?
Im Antrag gibt es jede Mange Wischi Waschi Formulierungen, die geradezu danach schreien, unterlaufen zu werden.
Es bleibt dabei, dass der Bund den Fernverkehr selbst ausschreiben muss und vorher in Abstimmung mit den Ländern bezüglich deren SPNV-Bestellungen, die Fahrpläne und Routen abstimmt.
_____________
Abgesehen davon wäre es für die Bundesländer wesentlich zielführender, wenn die Grenzkostenrechnung eingeführt würde. Dann kann Bayern selbst neue Netze ausschreiben und bestimmen, was es will, wie z.B. einen RE, der in 2:40 Stunden von Würzburg über Ansbach und Augsburg nach München fährt.
stuxburg schrieb:Ich verfolge bei Herrn Bernreiter seit Tagen immer wieder erstaunt seine Aussagen zum Fernverkehr in der Fläche, der angeblich jetzt oder bald* wegen Rosinenpickerei eingestellt wird.Er forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren anbinden müsse. (...) Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den SchienenpersonennahverkehrMal abgesehen davon, dass hier vermutlich auch einige Provinzbürgermeister lobbyiert (gibt es dieses Wort überhaupt?) haben nach dem Motto: "Wir wollen dass unser Hintertupfingen endlich ICE-Bahnhof wird dass wir auf einem Niveau mit den Metropolen sind!" frage ich mich ob den Minister nicht selber der Widerspruch zwischen beiden oben zitierten Sätzen auffällt. Aber vermutlich nicht, sonst wäre er ja kein Politiker. Denn wie soll das denn auf einem ohnehin schon belasteten Netz gehen, einerseits mehr Fernverkehr in der Fläche, andererseits dadurch aber den Nahverkehr nicht kannibalisieren? Und kannibalisieren muss ja nicht heißen verdrängen, es reicht ja schon dass wie zwischen Aachen und Köln für den Flix passiert RE-Taktverkehre zeitweise an die Seite müssen, wodruch sie aus dem Takt fliegen und Umstiege für die NV-Kunden platzen.
geschrieben von: ingo st.
Datum: 24.07.26 13:41
geschrieben von: Stichstreckenblock
Datum: 24.07.26 14:18
Tourismus- oder Ausflugszüge kann man auch passgenau bestellen.Das habe ich auch schon mal gedacht und die Anbindung von Tourismusregionen kommt regelmäßig vor. Wenn man das mal in Zitronen-Rosinen-Diskussion, sind abgesehen von den Saisonzeiten das ja eher "Rosinenstrecken" - nur warum soll man eigentlich die Anbindung zufällig an Bahnstrecken liegender Tourismusstrecken aus irgendwelchen anderen bundesweiten "Rosinen" quer finanzieren. Wenn eine Region zur Förderung ihrer Attraktivität eine Schienenfernverkehrsanbindung haben möchte, ist das in jedem Fall toll, aber es hindert auch niemand die jeweilige Region daran, bei einem EVU ihrer Wahl diese Anbindung zu bestellen. Und sei es als Verlängerung von DB-FV-Taktzügen. Nur warum soll der Fahrgast zwischen Berlin und Hamburg die Anbindung bayerischen Tourismusregionen querfinanzieren?
geschrieben von: Teufelsmauer
Datum: 24.07.26 20:12
Hi.Es geht eher um das System und nicht um eingesetzte Züge. Das wäe ein seperates Thema. Die ÖBB hat Fahrzeuge bestellt, sind aber noch nicht vollständig geliefert. Für die IR-Verbindungen sind mittelfristig auch größere Fahrzeuge vorgesehen. Im Übrigen werde ich in 14 Tagen Erfahrungen mit einem ÖBB-IR sammeln.
hast du die IR in Österreich schon mal genutzt? Wenn nein - nimm dir die Zeit und mach deine Erfahrung. Dann unterhalten wir uns weiter. Eine Sardinenbüchse ist noch komfortabel im Gegensatz zu den eingesetzten viele zu kleinen Fahrzeugen. Das als Vorbild für D - dann geht's endgültig den Bach runter...
geschrieben von: Heckeneilzugfan
Datum: 24.07.26 22:36
geschrieben von: Wolfgang Dietrich Mann
Datum: 25.07.26 22:43
ingo st. schrieb:Damit sind wir beim eigentlichen Zielkonflikt angekommen.Tourismus- oder Ausflugszüge kann man auch passgenau bestellen.Das habe ich auch schon mal gedacht und die Anbindung von Tourismusregionen kommt regelmäßig vor. Wenn man das mal in Zitronen-Rosinen-Diskussion, sind abgesehen von den Saisonzeiten das ja eher "Rosinenstrecken" - nur warum soll man eigentlich die Anbindung zufällig an Bahnstrecken liegender Tourismusstrecken aus irgendwelchen anderen bundesweiten "Rosinen" quer finanzieren. Wenn eine Region zur Förderung ihrer Attraktivität eine Schienenfernverkehrsanbindung haben möchte, ist das in jedem Fall toll, aber es hindert auch niemand die jeweilige Region daran, bei einem EVU ihrer Wahl diese Anbindung zu bestellen. Und sei es als Verlängerung von DB-FV-Taktzügen. Nur warum soll der Fahrgast zwischen Berlin und Hamburg die Anbindung bayerischen Tourismusregionen querfinanzieren?
geschrieben von: stuxburg
Datum: 25.07.26 22:54
(A) Die möglichst gute Konkurrenzierung anderer (weniger umweltfreundlicher) Verkehrsmittel.Warum sollte das Deutschlandticket Ziel B beeinträchtigen??
(B) Die Erschließung möglichst weiter Bevölkerungkreise (und deren Verkehrsbedürfnisse) mit Schienenpersonenfernverkehr.
Nebenbei: Das Deutschlandticket fördert auch "Ziel A", und beeinträchtigt ganz massiv "Ziel B"...
geschrieben von: Wolfgang Dietrich Mann
Datum: 25.07.26 22:59
Wolfgang Dietrich Mann schrieb:(A) Die möglichst gute Konkurrenzierung anderer (weniger umweltfreundlicher) Verkehrsmittel.Warum sollte das Deutschlandticket Ziel B beeinträchtigen??
(B) Die Erschließung möglichst weiter Bevölkerungkreise (und deren Verkehrsbedürfnisse) mit Schienenpersonenfernverkehr.
Nebenbei: Das Deutschlandticket fördert auch "Ziel A", und beeinträchtigt ganz massiv "Ziel B"...
geschrieben von: Hauptmann Mumm
Datum: 26.07.26 00:32
geschrieben von: Herre Elk
Datum: 26.07.26 09:10
Vielleicht kommt das österreichische Modell zur Anwendung - bzw. es könnte den InterRegio endlich wieder geben.Ist kein Problem: man benennt langlaufende RE in IR um, schichtet die Reg-Mittel vom Land zum Bund als SPFV Aufgabenträger um und fertig.
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