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Bundesratsinitiative für flächendeckenden Fernverkehr

geschrieben von: stuxburg

Datum: 23.07.26 21:07

Ein Bundesland hat eine Bundesratsinitiative zur Sicherung des Fernverkehrs auch abseits der Metropolen auf den Weg gebracht. Das teilte ein Landesverkehrsminister am Donnerstag mit. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die neuen Anbietern den Zugang zum Fernverkehr auf hochbelasteten Strecken erleichtern soll. Die Initiative soll nach der Sommerpause im Bundesrat vorgestellt werden.

Er forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren anbinden müsse. „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er. Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den Schienenpersonennahverkehr und durchgängige Tickets zwischen verschiedenen Anbietern sowie zwischen Fern- und Nahverkehr.

Text verändert nach Bahnblogstelle

sehr erfreulich und wurde zumindest von mir bereits vorhergesagt.
Vielleicht kommt das österreichische Modell zur Anwendung - bzw. es könnte den InterRegio endlich wieder geben.

Frage zum österreichischen Modell

geschrieben von: Pesa Link

Datum: 23.07.26 21:30

Hallo,

was genau ist das österreichische Modell?

Viele Grüße aus EMRS
Moritz
stuxburg schrieb:
Ein Bundesland hat eine Bundesratsinitiative zur Sicherung des Fernverkehrs auch abseits der Metropolen auf den Weg gebracht. Das teilte ein Landesverkehrsminister am Donnerstag mit. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die neuen Anbietern den Zugang zum Fernverkehr auf hochbelasteten Strecken erleichtern soll. Die Initiative soll nach der Sommerpause im Bundesrat vorgestellt werden.

Er forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren anbinden müsse. „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er. Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den Schienenpersonennahverkehr und durchgängige Tickets zwischen verschiedenen Anbietern sowie zwischen Fern- und Nahverkehr.

Text verändert nach Bahnblogstelle

sehr erfreulich und wurde zumindest von mir bereits vorhergesagt.
Nur ist es nicht die erste Bundesratsinitiative dieser Art und die vorherigen haben auch nichts gebracht.

Re: Frage zum österreichischen Modell

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 23.07.26 21:34

Pesa Link schrieb:
Hallo,

was genau ist das österreichische Modell?
Das der Bund jeglichen Fern- und Nachtzugverkehr der ÖBB im Land bestellt bis auf die RJX zwischen Wien und Salzburg.

Re: Frage zum österreichischen Modell

geschrieben von: Pesa Link

Datum: 23.07.26 21:36

Danke.

Wie würde das denn mit der Gültigkeit vom Deutschlandticket, Schwerbehindertenausweisen etc. aussehen, wenn es so kommen würde?

Viele Grüße aus EMRS
Moritz

Ich lach mich schlapp

geschrieben von: gastronomie1916

Datum: 23.07.26 21:42

Ist in München schon Sauf - äh.. Wiesnzeit?

Welches EVU pickt im eigenwirtschaftlichen Verkehr keine Rosinen?
Die Antwort lautet nicht DB Fernverkehr, denn sonst würde der IC34 noch fahren und die ICs nach Norddeich oder Gera auch ohne NV-Zuschuss.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.26 22:01.

Re: Ich lach mich schlapp

geschrieben von: nothing

Datum: 23.07.26 21:53

Man kann halt keinen Kuchen haben und ihn essen, wie es so schön heisst.

Entweder betreibe ich meine Infrastruktur gewinnorientiert oder gemeinwohlorientiert. Mit der Privatisierung der deutschen Bahnen wurde diese Frage endgültig beantwortet. Nur scheint das bei manchem Politiker noch nicht angekommen zu sein. Da fragt man sich dann schon, warum die gerade Verkehrsminister sind...

Meinetwegen kann man die Bahnen auch wieder verstaatlichen. Dann zahle ich einem Bahnminister ein Ministergehalt und nicht zig CEOs 7stellige Managergehälter. Würde das die Bahn besser machen? Nein. Aber der Bund als Eigenntümer kann sich dann nicht mehr rausreden und würde dann zumindest den Laden managen und nicht auf Verschleiss fahren...

Re: Ich lach mich schlapp

geschrieben von: TatraT4D-M2131

Datum: 23.07.26 21:55

Man könnte es wie in England machen. Wenn ein EVU eine lukrative Linie fahren will, muss es eine unrentable Linie dazu nehmen.

Und England hat schließlich den besten und günstigsten Schienenverkehr oder irre ich mich da?
Manchmal wiederholt sich Geschichte recht schnell wieder:

Vor einigen Jahren gab es doch schon eine Initiative für flächendeckenden Fernverkehr. Seinerzeit hatte sich die Bahn unter anderem auch bereit erklärt, Witten, Unna, Schwerte, Iserlohn (Iserlohn-Letmathe), Lennestadt, Siegen und Wetzlar an den Fernverkehr anzubinden. Es wurde dann die IC-Linie 34 (mit Nahverkehrs-Anerkennung) eingeführt, die dann aber so häufig ausfiel, dass sie von den Fahrgästen nicht mehr ausreichend wahrgenommen wurde. Theoretisch müsste sie noch bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 existieren, faktisch ist der IC34 aber dieses Jahr so gut wie gar nicht mehr gefahren.

Vorschlag:
Vielleicht sollte man mit dem flächendeckenden Fernverkehr bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, wenn auch die nicht ganz so wichtigen Strecken saniert sind?
Andernfalls sollte man den IC von vorneherein nur an den 15 Tagen im Jahr fahren lassen, wenn ein Großteil des Laufweges befahrbar ist.

Re: Bundesratsinitiative für flächendeckenden Fernverkehr

geschrieben von: PhiH

Datum: 23.07.26 22:14

stuxburg schrieb:
Er forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren anbinden müsse. „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er. Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den Schienenpersonennahverkehr und durchgängige Tickets zwischen verschiedenen Anbietern sowie zwischen Fern- und Nahverkehr.
Guten Abend,

wer den Entschließungsantrag selbst lesen möchte, wird hier fündig:

[dserver.bundestag.de]
Kleine Ergänzung: Der IC 34 sollte ursprünglich bis Dez. 26 fahren, dann bis zum kleinen Fahrplanwechsel am 11.07.26, das tatsächliche Ende war irgendwann Ende März diesen Jahres. Gründe sind diverse Bauarbeiten an der RSS.

Grüße

Re: Frage zum österreichischen Modell

geschrieben von: Super Baureihe 103

Datum: 23.07.26 22:32

Pesa Link schrieb:Zitat:
Danke.

Wie würde das denn mit der Gültigkeit vom Deutschlandticket, Schwerbehindertenausweisen etc. aussehen, wenn es so kommen würde?
Anzunehmenderweise so, wie bereits jetzt dort, wo FV freigegeben ist. So z.B. in M-V oder NDS
Hoffentlich kommt dann nicht nur so etwas dabei raus:

ICE 99789 Amsterdam - Utrecht - Arnhem - Emmerich - Wesel - Dinslaken - Oberhausen - Mülheim (Ruhr) - Essen - Bochum - Witten - Hagen - Schwerte - Arnsberg - Meschede - Brilon Wald - Willingen - Usseln - Korbach (verkehrt nur an Freitagen im Mai und September sowie Gründonnerstag, reservierungspflichtig, nur 2. Klasse),

ICE 99788 Korbach - Usseln - Willingen - Brilon Wald - Meschede - Arnsberg - Schwerte - Hagen - Witten - Bochum - Essen - Mülheim (Ruhr) - Oberhausen - Dinslaken - Wesel - Emmerich - Arnhem - Utrecht - Amsterdam (verkehrt nur Ostermontag sowie an Sonntagen im Mai und September, nicht Pfingstsonntag, auch Pfingstmontag, reservierungspflichtig, nur 2. Klasse).

Und alle hochrangigen Politiker halten dann in Arnsberg (Regierungssitz) feierliche Festtagsreden, wie hart man dafür gekämpft hat, Arnsberg endlich an das ICE-Netz und damit an den Rest der Welt anzuschließen. Lediglich am Eröffnungstag wird aus Rücksicht auf die geladenen Gäste eine echte ICE-Garnitur eingesetzt, später kommen geliehene Nostalgiezüge zum Einsatz, die man anderswo nicht vermisst.
Ist doch "irre", dass erst (1993) die Bahnreform durchgeboxt wird, um Haaresbreite der Börsengang geplatzt ist
und jetzt das!
Jetzt, wo der DB-Konzern halbwegs konsequent FV praktiziert und infolge der Gewinnorientierung und Eigenwirtschaftlichkeit das macht, was er machen soll und darf......JETZT schreien am lautesten diejenigen, die das ganz Malheur angerichtet haben!

Ja, wie war denn das mit einem perfekt funktionierenden, uhrwerkpräzige laufenden Netz aus ICE, IC, EC und IR?
Das lief doch erstklassig nach meiner langjährigen Erfahrung als Reisender.
Und seither (Ihr wisst es doch selber genauso gut): Zerschlagung IR, Zerschlagung IC und jetzt fahren nur noch im Unterhalt teure ICE durch die Lande und die schickt man natürlich eher nicht nach Lindau, Flensburg oder Trier.

Jetzt wacht die CSU, die ja von Hause aus erst einmal zum billigen Populismus tendiert, endlich auf und anerkennt, dass der Zug wohl schon lange in die falsche Richtung gelenkt worden ist - maßgeblich unter den CSU- Bundesverkehrsministern (einer davon ist ja aktuell Bundesinnenminister)?

Mal sehen, ob das ehrliche Einsicht und Korrekturbereitschaft ist oder nur Wahlkampfgeklingel......


images.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.26 22:45.
stuxburg schrieb:
[...]

sehr erfreulich und wurde zumindest von mir bereits vorhergesagt.
Überhaupt nicht erfreulich, sondern billigster Populismus in Reinkultur. Die Länder sind erstens für den FV nicht zuständig, und zweitens müsste man doch auch klipp und klar benennen, dass der Bund endlich den Fernverkehr ausschreibt.
Immer wieder von einer eigenständigen, als AG geführten DB Fernverkehr zu schwadronieren, wenn's ungemütlich wird, und dieser dann wider Willen unwirtschaftliche Verkehre reinzuwürgen, kann jedenfalls nicht ernst gemeint sein.

Liste aktuell offener SPNV-Verfahren (Update ca. 1-2x/Monat)
Liste WLAN in SPNV-Netzen (z.Zt. ohne Updates)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.26 23:01.
stellwerk_wf schrieb:
stuxburg schrieb:
[...]

sehr erfreulich und wurde zumindest von mir bereits vorhergesagt.
Überhaupt nicht erfreulich, sondern billigster Populismus in Reinkultur. Die Länder sind erstens für den FV nicht zuständig, und zweitens müsste man doch auch klipp und klar benennen, dass der Bund endlich den Fernverkehr ausschreibt.
Immer wieder von einer eigenständigen, als AG geführten DB Fernverkehr zu schwadronieren, wenn's ungemütlich wird, und dieser dann wider Willen unwirtschaftliche Verkehre reinzuwürgen, kann jedenfalls nicht ernst gemeint sein.
Hallo,

ich zitiere mal aus dem Entschließungsantrag, den PhiH freundlicherweise verlinkt hat (ich mache es hier noch einmal [dserver.bundestag.de] ):

Zitat:
• Der Bundesrat fordert den Bund daher auf, seiner grundgesetzlichen Verantwortung für den Schienenpersonenfernverkehr über die bei der Erstellung des Deutschlandtakts getroffenen Bestimmungen hinaus nachzukommen und stärker gestalterische Akzente zu setzen.
• Der Bund muss hierfür die Sicherstellung der Fernverkehrsbedienung in der Fläche sowohl bei Strecken als auch bei Fernverkehrshalten gewährleisten.
• Der Bund soll zudem dafür Sorge tragen, dass Fernverkehrsverbindungen, welche nach dem Rückzug der bundeseigenen DB Fernverkehr AG von den Ländern ersatzweise als Schienenpersonennahverkehr bestellt werden – wie beispielsweise der deutsche Abschnitt der Linie München – Prag – wieder regulär als Fernverkehr gefahren werden.


Ich meine: Deutlicher kann man den Bund nicht darauf hinweisen, endlich seinen Fürsorgepflichten im SPFV nachzukommen!

Die Liste der ehemaligen FV-Verbindungen, aus denen sich DB Fernverkehr zurück gezogen hat, und die dann von den Ländern zähneknirschend durch langlaufenden Nahverkehr ersetzt wurden, während sich der Bund einen schlanken Fuß gemacht hat, lässt sich beliebig fortsetzen.

Der einzige Populismus dabei ist wohl die Anzahl der Bundesverkehrsminister bayrischen Ursprungs in den letzten gut 30 Jahren, die gestalterisch hätten tätig werden können...

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf

Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]
Ich habe mir den Antrag durchgelesen und bin zum Ergebnis gekommen, dass er erstens nichts bringen wird und zweitens total im Sande verlaufen wird.
Im Antrag gibt es jede Mange Wischi Waschi Formulierungen, die geradezu danach schreien, unterlaufen zu werden.

Es bleibt dabei, dass der Bund den Fernverkehr selbst ausschreiben muss und vorher in Abstimmung mit den Ländern bezüglich deren SPNV-Bestellungen, die Fahrpläne und Routen abstimmt.

_____________


Abgesehen davon wäre es für die Bundesländer wesentlich zielführender, wenn die Grenzkostenrechnung eingeführt würde. Dann kann Bayern selbst neue Netze ausschreiben und bestimmen, was es will, wie z.B. einen RE, der in 2:40 Stunden von Würzburg über Ansbach und Augsburg nach München fährt.
E 44 051 schrieb:


Ich meine: Deutlicher kann man den Bund nicht darauf hinweisen, endlich seinen Fürsorgepflichten im SPFV nachzukommen!

Die Liste der ehemaligen FV-Verbindungen, aus denen sich DB Fernverkehr zurück gezogen hat, und die dann von den Ländern zähneknirschend durch langlaufenden Nahverkehr ersetzt wurden, während sich der Bund einen schlanken Fuß gemacht hat, lässt sich beliebig fortsetzen.

Der einzige Populismus dabei ist wohl die Anzahl der Bundesverkehrsminister bayrischen Ursprungs in den letzten gut 30 Jahren, die gestalterisch hätten tätig werden können...
Bei einer Gemeinderatssitzung würde man so einen Antrag mangels konkretem Finanzierungsvorschlag gar nicht erst behandeln.
Dann würde ich als Bund aber auch sagen:
"Neufahrn und Freising ist kein Fernverkehr, da fahren wir durch. Und mit eurem Deutschlandticket habt ihr auch nichts im Zug zu suchen, denn wir sind Fernverkehr!"
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