geschrieben von: linie7484
Datum: 02.06.26 17:16
Hallo Thomas,Weshalb sollten die Zugläufe deshalb in Deutschland verspätungsanfälliger sein? In der Schweiz sind die Züge dafür verpendelt und wenden binnen weniger Minuten auf den Gegenzug.
Meines Erachtens sollte man aber auch Zahlen vergleichen, die vergleichbar sind: Gesamter Personenverkehr (DB Konzern) 2025: Über alle Zuggattungen hinweg lag die Quote bei 88,0 %
Infografik: Wie pünktlich ist die Deutsche Bahn? | Statista
Die Schweiz ist flächenmässig kleiner als beispielsweise das einzelne Bundesland NRW, die längste InterCity-Linie der Schweiz (IC5 Rorschach - St. Gallen - Zürich - Bern - Lausanne - Genf), bringt es gerade mal auf 308 km - ungefähr soviel der Rhein-Weser-Express (RE 6) mit seinen 280 km in NRW. Wir haben im Fernverkehr viele ICE und IC Zugläufe von 1.200 km und mehr, was natürlich deutllich verspätungsanfälliger ist, dafür aber eine Vielzahl von umsteigefreien Direktverbindungen ermöglicht.
geschrieben von: linie7484
Datum: 02.06.26 17:28
Was macht jetzt der SBB-IC, der auf dem Weg nach Genf 30min. Verspätung hat?Es geht aber nicht um Verspätungen ab 30 min, sondern um Verspätungen ab 3 Minuten. Von daher sind es bei über 90% der Züge sehr wohl de facto 600 km.
Richtig, er kippt in Lausanne die Fahrgaste aus, wendet auf die Rückleistung nach St. Gallen und ist wieder pünktlich.
Es sind eben nicht de facto 600km.
geschrieben von: linie7484
Datum: 02.06.26 17:49
Womit wir wieder beim Thema wären, keiner braucht einen Zug von Kiel nach München... Mir wären kurze Zugläufe von Knoten zu Knoten viel lieber und diese würden wesentlich weniger Verspätung verursachen bzw. Weitertragen...Schön, nur beweist die DB jeden Tag dass kurze Zugläufe weder weniger Verspätung verursachen noch weniger verspätungen weitertragen. Die Gäubahn ist das beste Beispiel, nicht einmal das brechen von Zügen in Singen hilft nachhaltig.
geschrieben von: Manu Chao
Datum: 02.06.26 18:33
Zitat:Nur dass dies nahezu nie passiert. Mir ist es in Jahrzehnten nur einmal passiert dass ein Zug in dem ich saß außerplanmäßig vorzeitig endete (und dies war in Olten wo ein anderer Zug nur einige Minuten später mich weitertransportierte).Ich bezog mich auf die Kurzwenden in der Schweiz an den Endpunkten von Linien, z.B. auf der Linie St. Gallen-Genf welche in Genf Flughafen eine Kurzwende im einstelligen Minutenbereich macht.Was macht jetzt der SBB-IC, der auf dem Weg nach Genf 30min. Verspätung hat?
Richtig, er kippt in Lausanne die Fahrgaste aus, wendet auf die Rückleistung nach St. Gallen und ist wieder pünktlich.
Es sind eben nicht de facto 600km.
Hallo,Der gesamte deutsche SPNV wurde in den letzten Jahren ausgeschrieben und in den Wettbewerb vergeben. Die EVUs haben nur die Fahrzeuge die sie für den täglichen Betrieb brauchen. Vor 20 Jahren war das in Deutschland in dieser Form noch nicht der Fall. Da hatte die DB noch Fahrzeugreserven. Beim Fernverkehr das gleiche. Die Bahn hat das Angebot im Fernverkehr immer weiter ausgebaut und verdichtet. Auch da gibt es kaum noch Reserven.
die ungenügende Pünktlichkeit im Eisenbahnverkehr in DE allein auf überlastete Infrastruktur zurückzuführen greift meines Erachtens zu kurz. Ein mangelhafter Zustand der Flotte trägt dazu auch einen bedeutenden Teil bei. Hier wären Kennzahlen wie „Fahrzeugbedingte Zugausfälle/100.000 Zkm“ ja eine interessante Information.
Es ist natürlich auch durch die ungenügende Pünktlichkeit bedingt, dass Fahrzeuge nicht oder zu kurz für die Instandhaltung zur Verfügung stehen und somit nichts oder ein Teil der anstehenden Arbeiten ausgeführt werden können. Leider ein Effekt mit Selbstverstärkung. Eine Entspannung des Fahrzeugumlaufs würde bei gegebener Flottengröße aber wohl mit unerwünschter Angebotsverringerung einhergehen.
Beste Grüße
adriatic 2-6-4
Daneben sparen auch die SPNV Aufträger gerne an Umläufen, Wendezeit auf Kosten der Betriebsstabilität (Kurzwende). Inkl auch bei Fahrzeugen. Wie zb in NRW bei diversen SPNV Linien der Fall ist.Es gibt aber auch SPNV Aufgabenträger, die das EVU erst überzeugen müssen, dass Kurzwenden eine doofe Idee sind. Ist alles das gleiche.
geschrieben von: Zp9b an Gleis 9 3/4
Datum: 02.06.26 21:51
...61,3%. So wird aus der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Der Wert habe sich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sei demnach froh, "wenn wir vorne eine 6 stehen haben". Er vertraue zudem auf die Aussage vonUnd was ist mit den ausgefallenen Zügen? Und denen, die vorzeitig wendeten / (ver)endeten?BahnchefinDBAG-Chefin Evelyn Palla, "dass wir den Boden erreicht haben".
[www.gmx.at] (gemeint ist auch da natürlich nicht "die Bahn", sondern nur der DB Fernverkehr).
Gute Reise
Heiko
geschrieben von: ingo st.
Datum: 02.06.26 22:50
Manu Chao schrieb:Zitat:Dazu kommen längere Haltezeiten. Für Freiburg - Hamburg haben wir aktuell sieben bis acht Stunden Fahrzeit. Da wären wir dann schon fast bei einer Stunde mehr Fahrzeit. Gerade die Langläufer sollten sogar eher noch mehr Puffer haben, weil sie die Störungen ins ganze Land tragen.Der grundsätzliche Puffer in der Schweiz ist grob vielleicht 10% höher als in Deutschland. Auf Stunden kommt man da nicht so schnell.
Ist der Verspätungsgrundsatz im Personenverkehr, dass „wenn ein Zug 🚃 mit bis zu sechs Minuten Verspätung kommt, (noch) als pünktlich gilt“.Gerade als Eisenbahnerenkelkind hätte ich gedacht, dass Dir irgendwann erklärt wurde, dass das historische Gründe hat.
Auf dem Laufband am Bahnsteig dagegen der Fahrgast immer „circa 5 Minuten später“ zu lesen bekommt. Und sobald die Verspätung in den zweistelligen Bereich erreicht (10 Minuten)
Ich als Eisenbahnerenkelkind und (ehemaliger) habe es bis heute nicht verstanden und es ist der Bevölkerung allerdings bis heute in keinster Weise erklärt worden.
geschrieben von: Desiro HC
Datum: 03.06.26 11:54
geschrieben von: bollisee
Datum: 03.06.26 22:17
...61,3%. So wird aus der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Der Wert habe sich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sei demnach froh, "wenn wir vorne eine 6 stehen haben". Er vertraue zudem auf die Aussage vonWenn die Bahnchefin sich nur noch auf den Fernverkehr fixiert, dann wird es auch nichts werden... Das Butter-und-Brot-Geschäft braucht auch Aufmerksamkeit. Im Regionalverkehr scheinen gerade die Mäuse immer mehr auf dem Tisch zu tanzen...BahnchefinDBAG-Chefin Evelyn Palla, "dass wir den Boden erreicht haben".
[www.gmx.at] (gemeint ist auch da natürlich nicht "die Bahn", sondern nur der DB Fernverkehr).
Gute Reise
Heiko
geschrieben von: bollisee
Datum: 03.06.26 22:20
VM schnieder:"Der Staat kommt an die Grenzen seiner Möglichkeiten“Dazu müssten halt auch die Verkehrsminister die Bahnverantwortlichen genauer kontrollieren... und vielleicht erkennen, dass Pünktlichkeitsziele falsch verstanden werden, der Fahrgast immer mehr aus dem Fokus gerät und die Bahn immer mehr zum Selbstzweck wird...
"Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erhöht den Druck auf Bahn-Chefin Evelyn Palla. „Die Unpünktlichkeit der Bahn ist inakzeptabel“, sagte Schnieder im Interview mit dem Handelsblatt. „Im Jahresschnitt wären wir froh, wenn wir 60 Prozent halten“, sagte er. Er hoffe aber, dass die „Talsohle im Fernverkehr“ bald durchschritten sei und die Situation sich im kommenden Jahr bessere. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr habe im April 64 Prozent betragen.
Der CDU-Politiker begrüßte, dass das italienische Bahnunternehmen Italo in den deutschen Markt einsteigen will. „Wettbewerb belebt das Geschäft und zeigt, dass man an die Schiene in Deutschland glaubt“, sagte Schnieder
Zugleich verteidigte er seinen Slogan „Endlich Baustelle“. Mit jeder vollendeten Baustelle werde das Schienennetz besser und zuverlässiger. „Dass nicht immer alles so funktioniert wie geplant, gebe ich zu“, sagte er. Umso wichtiger sei es daher zu zeigen, „dass wir anpacken“.
[www.handelsblatt.com]
Daneben sparen auch die SPNV Aufträger gerne an Umläufen, Wendezeit auf Kosten der Betriebsstabilität (Kurzwende). Inkl auch bei Fahrzeugen. Wie zb in NRW bei diversen SPNV Linien der Fall ist.In NRW spielt es zunehmend gar keine Rolle mehr ob man 10 Minuten Wendezeit, 30 Minuten Wendezeit oder 40 Minuten Wendezeit hat.
Das Problem sind in meinen Augen nicht die Wendezeiten sondern, dass man z.B. in bereits bestehende Trassen neue Zwischenhalte einfügt (RE 5 z.B. Koblenz-Stadtmitte und Bonn UN-Campus) , die Fahrzeitreserven auf ein Minimum reduziert und dann noch meint der RE 1 oder RE 5 könnte an großen Bahnhöfen wie Köln-Messe/Deutz mit Fahrgastwechselzeiten von 30-45 Sekunden klarkommen wo dann aber noch die Zeit zum aus- und einfahren der Schiebetritte enthalten ist.
geschrieben von: Allberto
Datum: 04.06.26 15:11
Wir haben im Fernverkehr viele ICE und IC Zugläufe von 1.200 km und mehr, was natürlich deutllich verspätungsanfälliger ist, dafür aber eine Vielzahl von umsteigefreien Direktverbindungen ermöglicht.
geschrieben von: Plutone
Datum: 05.06.26 15:57
Man sollte aber immer zum Vergleich die Zahlen der Schweiz angeben, damit den Schönrednern in Deutschland immer wieder der Spiegel vor Augen gehalten wird, dass Deutschland ein Entwicklungsland ist, in dem die Grundlagen der Planung mit Füßen getreten werden.Aufbauen, pünktlichkeitsorientiert disponieren, Fahrgäste direkt und gesamthaft informieren (Lagebild ?)...
Personenverkehr 94,1 % (maximal 179 Sekunden)
Güterverkehr 90,2 %
(Zahlen für 2025, Gesamtnetz)
[reporting.sbb.ch]
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Es muss ganz entschieden politischer Druck aufgebaut werden das Eisenbahnnetz fundamental auszubauen, denn erfahrungsgemäß reagiert - wenn überhaupt - die Politik in Deutschland nicht auf Sachargumente, sondern allenfalls nur dann, wenn es es an der Wahlurne rappelt, kracht und dampft.
Eigentlich bräuchte Deutschland eine Eisenbahnpartei, die mal mit der total vermurksten Verkehrspolitik richtig aufräumt.
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