geschrieben von: Christian Snizek
Datum: 18.09.25 14:34
Ja, mittlerweile mit 612. Dabei verkehren durch das Pegnitztal die Züge nach Bayreuth und Hof bzw Cheb (Eger) als RE und die RB bis Neuhaus / Pegnitz. Die Züge sind teilweise sehr stark ausgelastet, nicht nuf im Berufsverkehr. Deswegen wird der SEV eine ganz besondere Herausforderung.n/t
geschrieben von: Guybrush Threepwood
Datum: 18.09.25 16:52
Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wenn es länger dauert sollte vielleicht auch eine Neuordnung der Linien kommen.Moin,
VolkerRail schrieb:Ja, mittlerweile mit 612. Dabei verkehren durch das Pegnitztal die Züge nach Bayreuth und Hof bzw Cheb (Eger) als RE und die RB bis Neuhaus / Pegnitz. Die Züge sind teilweise sehr stark ausgelastet, nicht nuf im Berufsverkehr. Deswegen wird der SEV eine ganz besondere Herausforderung.n/t
Beste Grüße
Andreas
... sondern schon seit dem damaligen Einbau dieser Brücken, da sie nach aktueller Rechtslage nicht abnahmefähig wären.LoneStarr27 schrieb:Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Ich vermute daß zumindest einiger dieser Pendler bei den Bürgerinitiativen mitgewirkt haben. Diese waren für die Politik ein willkommener Anlaß erst mal nichts zu machen und kein Geld in die Hand zu nehmen.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Für die kleine Brücke wäre doch ein Lösung wie dereinst am Inn möglich: Pegnitzbrücke süd und Pegnitzbrücke nord und dazwischen Fußweg.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke. Neukirchen b. SR-Weiden wird als Ersatztstrecke aber herzlich wenig taugen, da ist jetzt schon mit den paar wenigen Güterzügen und den stündlichen REs wenig Platz frei. Besonders ärgerlich ist das natürlich nicht nur für die ganzen Berufspendler, die tagtäglich mit den schnellen REs nach Nürnberg fahren von Neuhaus oder Pegnitz (etc.), sondern auch Radfahrer wie mich, vor allem weil der Bus-SEV keinen Fahrradtransport zulässt. Warum wird eigentlich nicht wenigstens bis Vorra gefahren, auf dem Abschnitt befinden sich doch gar keine Brücken, abgesehen von der winzigen Brücke bei Eschenbach?
Zuwas ist er dann eigentlich Verkehrsminister? Zum Verbraten von Diäten und Pensionen?nordbayern.de
Für den bayrischen Verkehrsminister ist die Sperrung wohl keine Überraschung, die Verantwortung für diese sieht er ausschließlich bei anderen.
Hallo!Hallöchen . Güterzüge dürfen die Strecke ab 1. 09. 2025 nicht mehr befahren . Nun wird ab morgen auch der Personenverkehr auf der Strecke gesperrt .
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?nordbayern.de
Für den bayrischen Verkehrsminister ist die Sperrung wohl keine Überraschung, die Verantwortung für diese sieht er ausschließlich bei anderen.
Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.bionade24 schrieb:Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?nordbayern.de
Für den bayrischen Verkehrsminister ist die Sperrung wohl keine Überraschung, die Verantwortung für diese sieht er ausschließlich bei anderen.
Unfähigkeit... keine Ahnung... wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich bin wahrlich kein Mensch, der bei solcher Polemik emotional wird. Aber ich bekomme bei dieser Pauschalität echt nen Hals. Schauen wir uns doch mal alles an.Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
Regelwerke kann man ändern ...cargofuzzy schrieb:Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Dann geh doch in die Diskussion mit dem EBA.Node schrieb:Regelwerke kann man ändern ...cargofuzzy schrieb:Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Das wäre kein Problem, die häßlichen Betonbrücken kann man einfach neu wiedererstellen.PS zum Nachdenken: Wie wohl die Diskussion bei Schnellfahrstrecken in 100 Jahren aussehen wird? .... Wenn hier der Denkmalschutz Ansprüche anstellt...
Bezogen des Falles eines Zustandes zur uneingeschränkten Nutzung oder dem bis kurzem geführten StatusQuo? Ersteres wäre die relevantere Zahl, ist aber so lange her, dass ich mit den grundsätzlichen Entwicklungen im SGV der letzten Jahre/ beiden Jahrzehnte kein Gefühl mehr dafür habe. Zuletzt mit den Einschränkungen jedoch sehr (sehr) überschaubar.Hallo!
Wie viele Güterzüge pro Tag sind ungefähr betroffen?
Gruß Paul
Nicht so sicher sein, wenn man den Leuten im Pegnitztal vor 100 Jahren erzählt hätte, wie wertvoll und schön die Brücken doch sind, hätte man vermutlich nen Bierkrug über die Schläfe gestreift bekommen 😉.POD schrieb:Das wäre kein Problem, die häßlichen Betonbrücken kann man einfach neu wiedererstellen.PS zum Nachdenken: Wie wohl die Diskussion bei Schnellfahrstrecken in 100 Jahren aussehen wird? .... Wenn hier der Denkmalschutz Ansprüche anstellt...
Danke für die Erläuterungen. Wie wir wissen: niemand hat mehr Ahnung als irgendeine herbeigelaufene BI. :)Bk Isenach schrieb:Unfähigkeit... keine Ahnung... wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich bin wahrlich kein Mensch, der bei solcher Polemik emotional wird. Aber ich bekomme bei dieser Pauschalität echt nen Hals. Schauen wir uns doch mal alles an.Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
[...]
Und besonders toll das NIMBY-tum am Ende des Artikels:Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat in einem Schreiben an die Bürgerinitiative Anfang Juli auf die Ausrichtung des "ganzen bahninternen Betriebsablaufs auf Abriss und Neubau" hingewiesen. Dabei hat das Amt festgestellt, dass die stählernen Überbauten überwiegend "für mindestens eine weitere Generation genutzt werden" können, und ein Gutachter der BI, dass die Widerlager, die derzeit durch ein externes Planungsbüro geprüft werden, in Takt sind, so Urbat. Für die BI ist daher ein Neubau "Rauswerfen von Steuergeldern und Landschaftsverschandelung".
Franken, esst fränkische Bananen und fahrt fränkische Autos, die mit fränkischem Erdöl fahren!Welche Vorteile das Tal überhaupt von TEN habe, fragte Urbat. Keine, war Wilms trockene Antwort. "Und warum sollen wir das und mehr Güterzüge dann dulden?", entgegnete Urbat. Sie fände es sinnvoller, mehr auf Regionalität zu setzen, zum Beispiel um den transeuropäischen Verkehr abzubauen. "Ein Umdenken kommt erst, wenn die Kiste schön im Dreck steckt!", antwortete Wilms knapp und treffend.
Das Vorhaben/Konzept S-Bahn rechte Pegnitzsstrecke unterliegt seinem Verkehrsministerium, welches seine Interessen über den Bundesrat auch in der Bundespolitik zur Geltung bringen kann. Das Vorhaben ist aber trotz der Entscheidung der DB über die zukünftige Trassenführung im Pegnitztal nach Sanierung & Ausbau der Strecke immer noch eine Luftnummer, die wenns passt aus einer Schublade hervorgeholt wird, um danach wieder dort zu verschwinden. Politische Rückendeckung für die InfraGo gegen Brückenliebhaber, Behörden & finanzielle Engpässe lässt sich so nicht erkennen.Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
geschrieben von: Franken-Express
Datum: 18.09.25 21:50
Hat man bereits. Zur Konstruktionszeit der Brücken gab es mit Sicherheit andere. Angefangen beim Material, über die Verarbeitung bis hin zur konstruktiven Auslegung. Man wird ähnliche Brücken bauen können, aber kaum Schraubengleiche. Hier im Speziellen hat man widerstreitende Anforderungen, die schwer kompromissfähig sind. Man hat natürliche Gewässer mit maximalen Durchflussmengen (Hochwasserauslegung, das Ahrtal läßt grüßen), begleitende Straßen mit Regeln für Durchfahrtshöhen und -breiten, die Bahnstrecke selbst mit Gleisprofil, Gleismittenabstand, Fahrzeugprofil und ggf. Oberleitung. Hinzu kommt Lärmschutz. Wenn die gleichen Denkmalschützer jetzt noch aktiv sind, hätten diese mit den BI ein wunderbares Thema Lärmschutz. Wenn man nicht super innovativ ist (wie kompletter Verzicht auf Wände), wäre allein dadurch der gesamte Denkmalschutz gestorben. In dem engen Tal geht sonst nur Volleinhausung, was auch den lokalen Tourismus verhagelt. Jetzt ist also eine super Gelegenheit für die lokale Demokratie. Die Bürger (alle, nicht nur die BI) haben ihre Vertreter ermächtigt, und nun können diese den Bürgerwillen organisieren. Bis zum begrünten Radweg und Selbstverantwortung der Brückenerhaltung und nie wieder Eisenbahn ist vieles möglich. Aber irgendwann ist dann auch Maulhalten für irgendwelche Fraktionen sowie Durchsetzen der Mehrheitsbeschlüsse verbindlich.Node schrieb:Regelwerke kann man ändern ...Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.
Gar nicht so weit weg in Chemnitz hat man auch eine angemessene Lösung gefunden. Man hatte sich bei DB damit schwer getan, dann aber geschafft. Anders in Dresden, wo man bei der "Modernisierung" der Bahnhöfe tunlichst alle alten Stahlbücken für gesichtslose Ersatzbauten geopfert hat, nicht nur bei den beiden Großbahnhöfen der Stadt. Was findige Händler nicht gerettet haben, ging erbarmungslos auf den Schrott.Hallo zusammen,
einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.
Mir erschliesst sich gerade nicht ganz, wie man mit niedrigeren Brücken Tunnelaufweitungen vermeiden kann. Zumindest muss man da doch die Tunnelsohle tiefer legen, was ein Umbau ist, wodurch die aktuellen Normen Pflicht werden. Vielleicht übersehe ich ja was.Strecke gehört elektrifiziert, gibt da auch einen Staatsvertrag mit Tschechien. Die Tunnel sind zu niedrig für die Strippe/Stromschiene. Um keine Geldverbrennungsmaschine mit einer massiven Tunnel-Aufweitung (wenn überhaupt so mit dem aktuellen der Rils und Normen möglich) zu eröffnen, was am Ende alle (!) nicht wollen, kam man auf die Idee mit tiefer gelegten und schlanken Brücken
[…]
Dann die Wünsche der Bürger vor Ort. Die Brücken und Tunnel sind das Wahrzeichen der Region, wenn ich mit Leuten ohne Bahnbezug spreche, dass sind die ersten beiden Dinge die jenen einfallen. Ich verstehe hier schon die Bedürfnisse und Ängste.
Wenn schon Denkmalschutz und "schöne Optik": Fahrdraht und Masten dürfen dann auch nicht ins schöne Pegnitztal gestellt werden. Das beste wäre zweigleisige elektrifizierte Neubaustrecke im Tunnel und ein schöner Bahnfahrradweg auf der derzeitigen Trasse.Hallo zusammen,
einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.
Gruß
kbs651
Das ist aber ein Apfel/Birnen-Vergleich. Sind davor und danach Tunnel + unten drunter Flusslauf und Straße, die eine Tieferlegung eben jener nicht zulassen und das nicht nur einmal, sondern in kürzester Wiederholung? Genau das sind die wesentlichen Zwangspunkte, da man jeden Zentimeter Flexibilität im Ausbau benötigen wird. Beim Lesen des Textes könnte man meinen, die DB will die Stahlbrücken ersetzen, um den Leuten einfach nicht recht geben zu müssen.Hallo zusammen,
einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.
Gruß
kbs651
geschrieben von: Heizlokführer
Datum: 18.09.25 23:12
Fairer Punkt. Bei Ausbau bzw eigentlich dann auch angesichts des Alters bei einer anstehenden Tunnelsanierung wäre eher die Varianten-Frage zu treffen: Eingleisige Nutzung mit minimalen Aufwand/zweites Gleis weg. Eingleisige Nutzung + Neubautunnel für Aufnahme des zweiten Gleises. Komplett neu aufbohren. Oder, und das war ja auch eine Variante in der Vorplanung, ein kompletter Neubauabsschnitt und den alten Verlauf stillegen. Dann sind die Bestandsbrücken alleine aus Betrachtungswinkel des Tunnelausbau/-sanierung eh raus. Oder liege ich da jetzt falsch.POD schrieb:Mir erschliesst sich gerade nicht ganz, wie man mit niedrigeren Brücken Tunnelaufweitungen vermeiden kann. Zumindest muss man da doch die Tunnelsohle tiefer legen, was ein Umbau ist, wodurch die aktuellen Normen Pflicht werden. Vielleicht übersehe ich ja was.Strecke gehört elektrifiziert, gibt da auch einen Staatsvertrag mit Tschechien. Die Tunnel sind zu niedrig für die Strippe/Stromschiene. Um keine Geldverbrennungsmaschine mit einer massiven Tunnel-Aufweitung (wenn überhaupt so mit dem aktuellen der Rils und Normen möglich) zu eröffnen, was am Ende alle (!) nicht wollen, kam man auf die Idee mit tiefer gelegten und schlanken Brücken
[…]
Dann die Wünsche der Bürger vor Ort. Die Brücken und Tunnel sind das Wahrzeichen der Region, wenn ich mit Leuten ohne Bahnbezug spreche, dass sind die ersten beiden Dinge die jenen einfallen. Ich verstehe hier schon die Bedürfnisse und Ängste.
Diese Variante wurde wegen Protest aufgegeben:(…)Oder, und das war ja auch eine Variante in der Vorplanung, ein kompletter Neubauabsschnitt und den alten Verlauf stillegen. Dann sind die Bestandsbrücken alleine aus Betrachtungswinkel des Tunnelausbau/-sanierung eh raus. Oder liege ich da jetzt falsch.
Im Gespräch war man seit Jahren - auf Kompromissuche ist man jetzt immer noch nicht...Schade, dass man erst durch solche Umstände ins Gespräch und auf Kompromißsuche kommt.
Welche Baufreiheit? Meines Wissens sind dort auch die Tunnelportale (zumindest zum Teil) denkmalgeschützt...Jetzt hätte man ja auch die Baufreiheit für die Tunnelaufweitungen, nur dass man unvorbereitet ist.
Logisch, es hätte mit Denkmalschutz auch wenig zu tun, wenn wir Neuschwanstein abreißen und nur optisch ähnlich wieder aufbauen, damit mehr Touristen durchpassen."Denkmalgerechte Neukonstruktion" ist für viele Denkmalschützer eine contraditio in adiecto. Für die ist Denkmalschutz die Erhaltung der Bausubstanz um jeden Preis. Ich habe an anderer Stelle erlebt, wie eine "Teilanpassung an den aktuellen Regelwerksstand" (die auch im Pegnitztal grundsätzlich erforderliche Anpassung des Gleisabstands auf 4 Meter) vom Denkmalschutz so lange torpediert wurde, bis für die etwa 10-fachen Baukosten das Sandsteinbauwerk komplett abgerissen und durch 7000 Tonnen Stahlbeton ersetzt wurde...
geschrieben von: andreas +
Datum: 19.09.25 12:09
+1Die Bahnstrecke Nürnberg - Schnabelwaid wurde von 1874 bis 1877 komplett neu eingleisig erstellt, 1898/1899 um ein zweites Gleis erweitert. Die Eisenbahnbrücken haben immerhin über 100 Jahre alle möglichen Meterlasten ausgehalten, der hohe Kohlenstoffgehalt im Flußstahl setzt dem jetzt ein Ende.
Wenn die UrUr...Großväter mit den damaligen technischen Möglichkeiten in kurzer Zeit das geschafft haben, warum kann man nicht in überschaubarer Zeit die Brücken in einer halbwegs ansehnlichen Stahlkonstruktion (und mit den heute möglichen Stahlqualitäten) ersetzen? Die Einwohner entlang der Strecke leben in stetig schrumpfenden kleinen Gemeinden, die interessiert ein vernünftiger Nahverkehr in Richtung Nürnberg, in größerem Umfang vorbeidonnernde Güterzüge (und was transportieren die in der Zukunft eigentlich noch, die Massengüter von anno dazumal gibt es nicht mehr?) will verständlicherweise niemand haben. Und Gleisabstand von 4 Metern für was, etwa Begegnungen bei dort realistischerweise mittelfristig nicht erzielbaren Geschwindigkeiten?....
Das Diktat leerer Kassen sollte hier zu Lösungen für die nächsten 2 Generationen führen, die am Ende nur eine Sicherung des Status quo sind. Weitergehende Vorstellungen/Verbesserungen sind derzeit nicht ökonomisch umsetzbar und wären bei Fortsetzung der Vernachlässigung von Wartung und Instandhaltung ohnehin verbranntes Geld.
Die ist ein noch viel schöneres Beispiel als du dir vorstellen kannst. Das Sanierungskonzept basiert auf den Erkenntnissen aus einem Forschungsprojekt von Bundesanstalt für Materialprüfung (federführend), DB Netz, SBB Infra, RWTH Aachen und EPF Lausanne (also unter anderem den beiden beteiligten Infrastrukturbetreibern. Auf einer Seite der Grenze werden diese Erkenntnisse aber von der Bauaufsichtsbehörde ignoriert. Ironischerseits ist das das Land, in dem die federführende Institution sitzt...Ein schönes Beispiel dafür ist ja auch die Rheinbrücke Waldshut-Koblenz (CH), wo die schweizer SBB die denkmalgeschützte Brücke von 1858 sanieren wollten (was jetzt gerade passiert), die DB aber abreißen und neubauen, weil sie angeblich nicht mehr zu retten wäre.
Schön, dass du dich von deinen Vorurteilen leiten lässt - aber die erwähnte Brücke war ein LufV-Projekt. Heißt bei steigenden Baukosten steigender Eigenanteil DB Netz und fehlende LufV-Mittel an anderer Stelle. Die DB hat daher keinen Neubau vorgesehen, sondern einen Teilerhalt planen lassen (steht aber auch in meinem Beitrag), der insgesamt weniger gekostet hätte als der Eigenanteil der DB Netz an der realisierten Variante. Und die Planungsmittel dafür in den Sand gesetzt, weil im konkreten Fall für den Denkmalschutz sämtliche Änderungen an Substanz und Erscheinungsbild inakzeptabel waren, die sich aus einer deutlichen Verbreiterung des "Überbaus" ergeben hätten. Der war aber zwingend erforderlich, um die bauaufsichtliche Freigabe der Ausführungsplanung durch das EBA zu erhalten. Mit der Bestandsbreite war weder ein Gleisabstand von 4 Metern noch beidseitige Randwege realisierbar - das EBA hat aber beides gefordert.Wenn die DB, die sicher auch bei deiner erwähnten Brücke für einen geförderten Neubau vom Bund plädiert hat, bewusst für den Denkmalschutz inakzeptable Angebote macht, kann man es natürlich so aussehen lassen als wäre der Denkmalschutz das Problem.
Rohrbacher schrieb:
Zitat:Die ist ein noch viel schöneres Beispiel als du dir vorstellen kannst. Das Sanierungskonzept basiert auf den Erkenntnissen aus einem Forschungsprojekt von Bundesanstalt für Materialprüfung (federführend), DB Netz, SBB Infra, RWTH Aachen und EPF Lausanne (also unter anderem den beiden beteiligten Infrastrukturbetreibern. Auf einer Seite der Grenze werden diese Erkenntnisse aber von der Bauaufsichtsbehörde ignoriert. Ironischerseits ist das das Land, in dem die federführende Institution sitzt...Ein schönes Beispiel dafür ist ja auch die Rheinbrücke Waldshut-Koblenz (CH), wo die schweizer SBB die denkmalgeschützte Brücke von 1858 sanieren wollten (was jetzt gerade passiert), die DB aber abreißen und neubauen, weil sie angeblich nicht mehr zu retten wäre.
Rohrbacher schrieb:
Zitat:Schön, dass du dich von deinen Vorurteilen leiten lässt - aber die erwähnte Brücke war ein LufV-Projekt. Heißt bei steigenden Baukosten steigender Eigenanteil DB Netz und fehlende LufV-Mittel an anderer Stelle. Die DB hat daher keinen Neubau vorgesehen, sondern einen Teilerhalt planen lassen (steht aber auch in meinem Beitrag), der insgesamt weniger gekostet hätte als der Eigenanteil der DB Netz an der realisierten Variante. Und die Planungsmittel dafür in den Sand gesetzt, weil im konkreten Fall für den Denkmalschutz sämtliche Änderungen an Substanz und Erscheinungsbild inakzeptabel waren, die sich aus einer deutlichen Verbreiterung des "Überbaus" ergeben hätten. Der war aber zwingend erforderlich, um die bauaufsichtliche Freigabe der Ausführungsplanung durch das EBA zu erhalten. Mit der Bestandsbreite war weder ein Gleisabstand von 4 Metern noch beidseitige Randwege realisierbar - das EBA hat aber beides gefordert.Wenn die DB, die sicher auch bei deiner erwähnten Brücke für einen geförderten Neubau vom Bund plädiert hat, bewusst für den Denkmalschutz inakzeptable Angebote macht, kann man es natürlich so aussehen lassen als wäre der Denkmalschutz das Problem.
Im Fall 1 stellt sich das EBA auf den (formal korrekten) Standpunkt, dass es seine Aufgabe ist, die Einhaltung der Regeln (unter anderem der bauaufsichtlich eingeführten Regelwerke) zu überwachen - aber nicht selbst Regeln bauaufsichtlich einzuführen und sieht die Verantwortung dafür eine Ebene höher beim Verordnungsgeber*). Und was interessiert sich das Verkehrsministerium schon für ein Forschungsvorhaben, das vom Bauministerium finanziert wurde?Wenn du die Anzahl der Stellen und Bewertungen im EBA an die Anzahl der Streckenkiloneter bindest, überlegen die sich ganz schnell, was sie torpedieren.
In einigen Bereichen fehlen Planstellen oder wir finden kein geeignetes Personal. Hier schlägt natürlich auch der Fachkräftemangel auf das EBA durch.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 19.09.25 14:38
Danke, dass du mir Vorurteile unterstellst und sehr viel von meinem Beitrag wohl aus guten Gründen einfach ignorierst. :-)Schön, dass du dich von deinen Vorurteilen leiten lässt - aber die erwähnte Brücke war ein LufV-Projekt. Heißt bei steigenden Baukosten steigender Eigenanteil DB Netz und fehlende LufV-Mittel an anderer Stelle. Die DB hat daher keinen Neubau vorgesehen, sondern einen Teilerhalt planen lassen (steht aber auch in meinem Beitrag), der insgesamt weniger gekostet hätte als der Eigenanteil der DB Netz an der realisierten Variante. Und die Planungsmittel dafür in den Sand gesetzt, weil im konkreten Fall für den Denkmalschutz sämtliche Änderungen an Substanz und Erscheinungsbild inakzeptabel waren, die sich aus einer deutlichen Verbreiterung des "Überbaus" ergeben hätten. Der war aber zwingend erforderlich, um die bauaufsichtliche Freigabe der Ausführungsplanung durch das EBA zu erhalten. Mit der Bestandsbreite war weder ein Gleisabstand von 4 Metern noch beidseitige Randwege realisierbar - das EBA hat aber beides gefordert.
Also ist das EBA schuld und nicht der Denkmalschutz, oder? ;-)das EBA hat aber beides gefordert.
Dankeschön!Aber wie gesagt, es hat die DB niemand gezwungen, mutmaßlich am Denkmalschutz ("Gedöns") einfach mal vorbei zu planen […]
Über 150 Jahre funktioniert's, dann 30 Jahre Bahnreform und von Sylt bis Garmisch fällt alles auseinander. […]
Danke, dass du Teile meines Beitrags konsequent ignorierst.bauigel schrieb:Schön, dass du dich von deinen Vorurteilen leiten lässt - aber die erwähnte Brücke war ein LufV-Projekt. Heißt bei steigenden Baukosten steigender Eigenanteil DB Netz und fehlende LufV-Mittel an anderer Stelle. Die DB hat daher keinen Neubau vorgesehen, sondern einen Teilerhalt planen lassen (steht aber auch in meinem Beitrag), der insgesamt weniger gekostet hätte als der Eigenanteil der DB Netz an der realisierten Variante. Und die Planungsmittel dafür in den Sand gesetzt, weil im konkreten Fall für den Denkmalschutz sämtliche Änderungen an Substanz und Erscheinungsbild inakzeptabel waren, die sich aus einer deutlichen Verbreiterung des "Überbaus" ergeben hätten. Der war aber zwingend erforderlich, um die bauaufsichtliche Freigabe der Ausführungsplanung durch das EBA zu erhalten. Mit der Bestandsbreite war weder ein Gleisabstand von 4 Metern noch beidseitige Randwege realisierbar - das EBA hat aber beides gefordert.
Wie bereits geschrieben: Die Anforderungen des Denkmalschutzes zu erfüllen, hätte bedeutet, gegen §10(2) EBO und §8(1) DGUV-Vorschrift 72 zu verstoßen. An denen "einfach mal" vorbeizuplanen geht genauso wenig. Da sagt dann das EBA, dass es so nicht geht.Aber wie gesagt, es hat die DB niemand gewungen, mutmaßlich am Denkmalschutz ("Gedöns") einfach mal vorbei zu planen und sich dann erst hinterher, als die Planungsmittel schon im Sand waren, zu wundern, dass es so nicht geht.
Die 30 Jahre vor der Bahnreform haben der Infrastruktur genauso geschadet wie die 30 Jahre danach.Über 150 Jahre funktioniert's, dann 30 Jahre Bahnreform und von Sylt bis Garmisch fällt alles auseinander.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 19.09.25 16:46
Schon klar, aber daraus abzuleiten, der Denkmalschutz ist das Problem, geht auch nicht. Außer man will das, wie gesagt, aus anderen Gründen genau so aussehen lassen.Rohrbacher schrieb:
Zitat:Wie bereits geschrieben: Die Anforderungen des Denkmalschutzes zu erfüllen, hätte bedeutet, gegen §10(2) EBO und §8(1) DGUV-Vorschrift 72 zu verstoßen. An denen "einfach mal" vorbeizuplanen geht genauso wenig. Da sagt dann das EBA, dass es so nicht geht.Aber wie gesagt, es hat die DB niemand gewungen, mutmaßlich am Denkmalschutz ("Gedöns") einfach mal vorbei zu planen und sich dann erst hinterher, als die Planungsmittel schon im Sand waren, zu wundern, dass es so nicht geht.
Und ein Kompromiss zwischen "Bauwerksbreite von 7,5m belassen" und "Bauwerksbreite von 9m herstellen" hätte keine der beiden Seiten zufriedengestellt.
Nein. Man wusste am 1. Januar 1994 bereits explizit, dass vor allem in den Wirtschaftsflautejahren der 80er Jahre stark gespart und ggf. nur pinselrenoviert worden war. Was hat die "neue Bahn" ganz bewusst gemacht? Wider besseren Wissens so weiter und hat die Fehlentwicklungen sogar noch massiv beschleunigt und noch viel mehr auf Verschleiß gefahren. Ansonsten müsste man 30 Jahre später nicht notfallmäßig eine marode Brücke nach der anderen sperren, sondern hätte die Versäumnisse der 80er Jahre längst mit der Power des alles bestens regelnden Markts aufgeholt und könnte vom Netzzustand mindestens mit der in Bahndingen staatlich gelenkten (ansonsten viel marktliberaleren) Schweiz mithalten, die um 1980 eisenbahnmäßig in einer ähnlichen Ausgangslage war wie (West-)Deutschland. Da muss danach in Deutschland was schiefgegangen sein!Rohrbacher schrieb:
Zitat:Die 30 Jahre vor der Bahnreform haben der Infrastruktur genauso geschadet wie die 30 Jahre danach.Über 150 Jahre funktioniert's, dann 30 Jahre Bahnreform und von Sylt bis Garmisch fällt alles auseinander.
Auch nein. Der freie Fall ist eine Entwicklung, die einmal gestartet außer durch den Erdboden nur schwer gestoppt werden kann, selbst wenn man wollte. ;-) Mit dem Sparen hätte man ja spätestens 1994 aufhören können, als alles neu und toll hätte werden sollen wie die blühenden Landschafte im Osten, aber man wollte mit der Bahn lieber an die Börse und Global Player werden und Gewinne privatisieren. Zugegeben, auch weil speziell dann der "Genosse der Bosse" es so wollte und mit Mehdorn dann auch den dafür genau richtigen Manager ins Amt gebracht hat. Ich würde dein Bild daher etwas verändern und sagen, dass der "Zug in den Abgrund" irgendwann bereits um 1965 ins Rollen kam, 1994 noch vergleichsweise einfach mit'm Hemmschuh hätte gestoppt werden können, mittlerweile aber auch weil man zeitweise extra noch Leistung aufgeschaltet und die Bremsen abgeschraubt hat, mit weit über Streckenhöchstgeschwindigkeit komplett unkontrolliert davonnrennt ...Das ist so ähnlich wie bei dem, der vom 30-stöckigen Hochhaus fällt und auf Höhe des zehnten Stocks meinte, es wäre ja noch nichts passiert. Aber jetzt ist man auf Höhe des fünften Stocks und kann man nicht mehr ignorieren, dass der Boden immer näher kommt...
Selbstverständlich gehört es zur Wahrheit, dass man mit einer Infrastruktur, die man Richtung Börsengang seinerzeit auf den Umfang von vor 1900 "optimiert" hat und auch den Umfang der Instandhaltung eher nach Preis als nach Leistung auslegt, auch mit noch so viel Digitalisierung nicht stabil den liberalisierten Verkehr des 21. Jahrhunderts abwickeln können wird.Mit dem Betriebsprogramm der "verschnarchten Beamtenbahn" von vor der Bahnreform wäre Instandhaltung übrigens viel einfacher - da könnte man in den Pausen zwischen den Zügen ordentlich arbeiten. Mein "Lehrmeister" hier im Büro hat zu dieser Zeit mehrere Brücken bei bestem Tageslicht in "planmäßigen Zugpausen" (von etlichen Stunden) eingeschoben...
These: es wurde viel mehr Man Power benötigt, die pro Stunde (natürlich inflationsbereinigt) viel günstiger war, und die Arbeitsbedingungen waren auch andere.Die Bahnstrecke Nürnberg - Schnabelwaid wurde von 1874 bis 1877 komplett neu eingleisig erstellt, 1898/1899 um ein zweites Gleis erweitert. Die Eisenbahnbrücken haben immerhin über 100 Jahre alle möglichen Meterlasten ausgehalten, der hohe Kohlenstoffgehalt im Flußstahl setzt dem jetzt ein Ende.
Wenn die UrUr...Großväter mit den damaligen technischen Möglichkeiten in kurzer Zeit das geschafft haben, warum kann man nicht in überschaubarer Zeit die Brücken in einer halbwegs ansehnlichen Stahlkonstruktion (und mit den heute möglichen Stahlqualitäten) ersetzen?
Solange die Leute dort keine Subsistenzwirtschaft betrieben, werden sie Güterverkehr aushalten müssen, auch im "Transit" - so wie Menschen anderswo Güterverkehr aushalten, damit die Menschen im Pegnitztal mit Gütern versorgt werden.Die Einwohner entlang der Strecke leben in stetig schrumpfenden kleinen Gemeinden, die interessiert ein vernünftiger Nahverkehr in Richtung Nürnberg, in größerem Umfang vorbeidonnernde Güterzüge (und was transportieren die in der Zukunft eigentlich noch, die Massengüter von anno dazumal gibt es nicht mehr?) will verständlicherweise niemand haben.
geschrieben von: HSB Tw 44
Datum: 19.09.25 18:32
Sollte man mal einführen: ihr wollt keinen GV oder keine NBS oder sonstwas „weil, brauchen wir nicht!!11!elf!“ – kein Problem, wird eingestellt. Und dann ein Ausfahrverbot einführen: niemand aus diesem Bereich darf den verlassen. Ich will auch keine Autos aus SR (oder der Hüneburger Leide) bei mir rumfahren haben. Da habe ich auch nichts von, außer, daß sie meine Straße verstopfen und Lärm und Gestank erzeugen. Sollen sie halt zu Hause bleiben. Ach, das ist dann ganz was anderes?
ZitatSolange die Leute dort keine Subsistenzwirtschaft betrieben, werden sie Güterverkehr aushalten müssen, auch im "Transit" - so wie Menschen anderswo Güterverkehr aushalten, damit die Menschen im Pegnitztal mit Gütern versorgt werden.Die Einwohner entlang der Strecke leben in stetig schrumpfenden kleinen Gemeinden, die interessiert ein vernünftiger Nahverkehr in Richtung Nürnberg, in größerem Umfang vorbeidonnernde Güterzüge (und was transportieren die in der Zukunft eigentlich noch, die Massengüter von anno dazumal gibt es nicht mehr?) will verständlicherweise niemand haben.
Wie mir diese egoistische Rosinenpickerei auf den Keks geht...
Nein, das ist zu einfach. In meinem Dienstgebäude dürfen wegen Denkmalschutz zugige einfachverglaste Fenster nicht ausgetauscht werden. Es müsse historisch korrekt sein.Zitat:Schon klar, aber daraus abzuleiten, der Denkmalschutz ist das Problem, geht auch nicht.
Also hat es die DB mal wieder geschafft. Die Infrastruktur so lange verrotten lassen, bis man sich in einer Zwangslage befindet und jegliche Form von Bürgerbeteiligung, Denkmalschutz und anderen Errungenschaften der Moderne über Bord werfen kann.Einmal mehr zeigt sich, dass wir hier die Infrastruktur schon wirklich sehr nah am Limit eines unmittelbaren Erneuerungsbedarfes fahren.
Wir werden nun versuchen, den nun sehr offensichtlich gewordenen, massiven Erneuerungsbedarf der Brücken mit der ebenso wichtigen Elektrifizierung zu verbinden.
Es gibt in Deutschland zahlreiche mehrere hundert Jahre alte Häuser. Die sind alle hygienisch einwandfrei. Wohnhäuser mit Duschen, Toiletten und Zentralheizung. Wenn man nur will, geht das.Ich bin mir ziemlich sicher, daß niemand, der immer nach Denkmalschutz ruft, in einem Grubenhaus würde leben wollen, sondern sehr froh ist, daß die abgerissen und durch modernere Bauten ersetzt wurden.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 19.09.25 21:56
Ziemlich sicher dürften die Fenster deines Dienstgebäudes ausgetauscht werden, sogar gegen moderne Wärmeschutzfenster mit historischer Optik, nur halt nicht gegen entstellende 0815-Systemfenster vom Baumarkt, die dein Dienstherr vermutlich einbauen will. Oder auch nicht und die Nichtsanierung einfach kackfrech wieder dem Denkmalschutz anlastet. Unter Bauherren ist das fast so beliebt wie Bahn-Bashing in der Gesamtbevölkerung. Man fühlt sich besser und jeder versteht sofort, warum man auf gar keinen Fall selber irgendwas verbummelt hat. Verständlich. Ich kenne dennoch viele denkmalgeschützte Wohnhäuser, die sogar Niedrigenergiestands erfüllen. Auch die teuersten Münchner Innenstadtwohnungen dürften in luxussanierten, oft denkmalgeschützten Altbauten sein, ohne dass es im 18. Jahrbundert z.B. schon Kippfenster gegeben hätte. Ich denke, du bist durch verbreiterte Stammtisch-Vorurteile falsch informiert. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. :-)Nein, das ist zu einfach. In meinem Dienstgebäude dürfen wegen Denkmalschutz zugige einfachverglaste Fenster nicht ausgetauscht werden. Es müsse historisch korrekt sein.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 02:14
Und genau das deutet darauf hin, dass das Denkmalamt in deinem Fall vielleicht einfach deswegen nicht zustimmt, weil nicht alles, was "der Banause" für denkmalgerecht hält, es tatsächlich ist. Aber natürlich liegt der Fehler nur beim bockigen Amt, das es einfach nicht einsehen will, dass es keine Ahnung hat ...Das zuständige Denkmalamt forderte an dieser Stelle tatsächlich die Verwendung der originalen Fenster (nicht: originalgetreuer!), was eben alleine schon deshalb sinnlos ist, weil sämtliche Fenster erst in den 50er Jahren in eine ausgebrannte Ruine eingesetzt wurden.
geschrieben von: Nord_süd_bahn
Datum: 20.09.25 07:44
Kann man Brücken aus Flusseisen sanieren? Das Credo ist doch, dass dieses Material baldmöglichst verschwinden sollte.Gerade bei einem Konzern wie die DB AG, der damit Erfahrung haben sollte, kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen, dass eine Brückensanierung, die seit drei Jahrzehnten eigentlich überall viel zu lange verschleppt wird, sich ausgerechnet am Denkmalschutz aufhängt, der bei noch erhaltenen Brücken dieser Epoche fast Standard sein dürfte.
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 10:26
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 10:43
Das kannst du doch als jemand, der nicht Finanzminister ist, gar nicht beurteilen ;-)Und natürlich können wir uns Denkmalschutz leisten.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 11:22
So, und wo zur Hölle widerspricht das dem, was ich bereits geschrieben und mit Beispielen belegt habe?Rohrbacher schrieb:Kann man Brücken aus Flusseisen sanieren? Das Credo ist doch, dass dieses Material baldmöglichst verschwinden sollte.Gerade bei einem Konzern wie die DB AG, der damit Erfahrung haben sollte, kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen, dass eine Brückensanierung, die seit drei Jahrzehnten eigentlich überall viel zu lange verschleppt wird, sich ausgerechnet am Denkmalschutz aufhängt, der bei noch erhaltenen Brücken dieser Epoche fast Standard sein dürfte.
Es kann nur auf Ersatzneubauten hinauslaufen.
In welcher Welt lebst du? Natürlich holen Länder mit der 15-fachen Bevölkerung mit ein bisschen Entwicklung in absoluten Zahlen extrem schnell auf bzw. überholen uns. So what?Deutschland stellt sich mit diesen und anderen Wichtigkeiten (ich sage nur Zauneidechse) selbst ein Bein, und andere Länder und Kontinente lachen uns dafür aus und ziehen mit ihren besseren Standortbedingungen die Investoren an sich.
Der erste Satz ist völlig korrekt und ist eben ein Teil des Problems, das von manchen (!) Denkmalschutzbehörden ignoriert wird.+1
Jahrhundertelang haben sich Städte verändert und bei Bedarf wurde abgerissen und neu gebaut. Nur heute soll am besten alles ein Freilichtmuseum sein und aussehen wie 1980.
Denkmalschutz kann mMn komplett abgeschafft werden.
Ein Credo, oder einfach nur eine ständig verbreitete Ausrede. Instandhaltung bezahlt die DB, Ersatzneubau bezahlt der Bund. Rate mal, wer da ein Interesse an solch einem Credo hat :-)Kann man Brücken aus Flusseisen sanieren? Das Credo ist doch, dass dieses Material baldmöglichst verschwinden sollte.
Wer billig kauft, kauft zwei Mal. Die Stahlbrücken haben jetzt trotz zuletzt ausbleibender Instandhaltung über 100 Jahre gehalten. Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren. Man kauft also eher drei Mal.Infrastruktur- und Hochbau gehört vereinfacht, verbilligt und nicht verteuert.
Nur, weil eine Person in einer Denkmalschutzbehörde etwas für exakt so erhaltenswürdig hält, heißt das noch lange nicht, daß es so ist.HSB Tw 44 schrieb:Und genau das deutet darauf hin, dass das Denkmalamt in deinem Fall vielleicht einfach deswegen nicht zustimmt, weil nicht alles, was "der Banause" für denkmalgerecht hält, es tatsächlich ist. Aber natürlich liegt der Fehler nur beim bockigen Amt, das es einfach nicht einsehen will, dass es keine Ahnung hat ...Das zuständige Denkmalamt forderte an dieser Stelle tatsächlich die Verwendung der originalen Fenster (nicht: originalgetreuer!), was eben alleine schon deshalb sinnlos ist, weil sämtliche Fenster erst in den 50er Jahren in eine ausgebrannte Ruine eingesetzt wurden.
Selbst wenn die in den 50er Jahren in die "Ruine" eingebauten Fenster irgendwie als Teil der Nachkriegskultur selbst eine Denkmaleigenschaft darstellen, geht kein Amt dieser Welt davon aus, dass die vermutlich hölzernen Originalteile ewig halten und erhalten werden können. Es ist eigentlich auch regelmäßig so, dass bestimmte Dinge immer gemacht werden können, weil der Denkmalschutz eben nicht verlangen kann, dass ihr in einem Museum hausen müsst. Gewisse Dinge wie zeitgemäße Heizung, Strom, Wasser, Brand- und Arbeitsschutz etc. gehen bei aktiv genutzten Gebäuden ohne geplante Nutzungsänderung m.W. immer, sonst sähen die verlinkten Gebäude in der Münchner Innenstadt anders aus. Wenn nicht gerade das Dach die herausragende Denkmaleigenschaft ist oder irgendeine Sichtachse allzu schlimm beeinflusst wird, gehen sogar Solaranlagen. Es kommt da weniger auf das Amt als darauf an, was genau eigentlich der Grund für den Denkmalschutz ist und welche Eigenschaft die primär zu bewahrende ist. Das ist sehr individuell, daher sind's auch die (wirklich) denkmalgerechten Lösungen.
Neuerdings sind sogar Geländer an der Walhalla möglich. In dem Fall hieß es von der Schlösserverwaltung bisher auch, das sei "aus Denkmalschutzgründen nicht möglich". Tatsächlich geht's auch da wohl eher um einen Landtagsbeschluss von 1981, wonach die Walhalla nicht verändert werden soll, und andere Befindlichkeiten von ganz anderer Stelle als tatsächlich dem formalen Denkmalschutz, der meines Wissen auch damals schon mit ein paar Auflagen grundsätzlich kein Problem gehabt hätte, optisch passende, dezente Absturzsicherungen (denkbar wäre Glas) anzubringen.
geschrieben von: Dirk Mattner
Datum: 20.09.25 12:28
Denkmalschutz verdoppelt - je nach Auslegung - locker die Baukosten. Auch ich liebe Fachwerkaltstädte und historische Brückenkunstwerke, aber diesen Aspekt darf man nicht ausblenden.Denkmalschutz ist kein Wohlstandthema, sondern in jedem zivilisierten Land zwingend notwendig. Und natürlich können wir uns Denkmalschutz leisten.
"Infrastruktur- und Hochbau gehört vereinfacht, verbilligt und nicht verteuert."
Das ist doch überhaupt nicht das Problem, um das es hier geht.
Wer erzählt denn solchen Bullshit? Mir ist kein Fall einer Betonbrücke bekannt, die nur 30 Jahre gehalten hat.Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren.
Es sind einfach verglaste Holzfenster mit dünnem Rahmen, der komplett verzogen ist, insbesondere dort, wo die Fenster gute 2 Meter hoch sind; aber selbst kleine Fenster sind einfach nach über 70 Jahren verzogen und nicht mehr abzudichten."Nein, das ist zu einfach. In meinem Dienstgebäude dürfen wegen Denkmalschutz zugige einfachverglaste Fenster nicht ausgetauscht werden. Es müsse historisch korrekt sein."
Wenn ein Fenster undicht ist dichtet man es ab, wenn es nicht mehr die heutigen energetischen Anforderungen erfüllt arbeitet rüstet man es mit Isolierglas auf oder baut eine zweite Fensterebene ein. Das ist denkmalpflegerischer Standard, so werden jedes Jahr tausende Fenster in Baudenkmalen instand gesetzt.
"Das zuständige Denkmalamt forderte an dieser Stelle tatsächlich die Verwendung der originalen Fenster (nicht: originalgetreuer!), was eben alleine schon deshalb sinnlos ist, weil sämtliche Fenster erst in den 50er Jahren in eine ausgebrannte Ruine eingesetzt wurden."
Da haben wir es doch: Es handelt sich um einen Wiederaufbau und die historischen Fenster dokumentieren die Wiederaufbauphase. Die Forderung der Denkmalschutzbehörde klingt also logisch und nachvollziehbar.
"Wie Du ja sagtest: es wären praktisch natürlich Fenster möglich, die der historischen Optik entsprechen. In diesem Fall aber stimmte das Denkmalamt dem nicht zu."
Offenbar hat das Denkmalamt die Fenster als denkmalgerecht erhaltungsfähig eingeschätzt. Also wird ein Erhalt gefordert. Daran ist nichts zu Beanstanden.
Das entspricht 2025 gemäß Baupreisindex 2 Mrd Euro.Die Planungen wurden 2022 eingestellt, die letzten bekannten Kosten aus 2021 betragen ca. 1,5 Mrd Euro (netto).
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 13:36
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 13:54
Diese 30 Jahre sind mir wiederholt über den Weg gelaufen, wenn es um die Rechtfertigung von Sanierungsmassnahmen geht. Zum Beispiel hier [www.pressetext.com] :Traumflug schrieb:Wer erzählt denn solchen Bullshit? Mir ist kein Fall einer Betonbrücke bekannt, die nur 30 Jahre gehalten hat.Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren.
Es mag sein, dass das Ausreisser sind. Die berühmte Carolabrücke in Dresden war bei ihrem Einsturz allerdings auch erst 53 Jahre alt. Ähnlich wie all die Brücken der 1970er Jahre, die jetzt als baufällig gelten bzw. bereits gesperrt sind. Deutlich weniger als die 100 Jahre der alten Stahlbrücken.In den USA hält eine typische Brückenfahrbahn durchschnittlich etwa 30 Jahre.
Du verstehst überhaupt nichts, weil Du nicht einmal ansatzweise auf das eingegangen bist, was ich geschrieben habe."Aber wenn diese eine spezifische Behörde – bzw. da vielleicht sogar nur eine Person – das untersagt, dann ist es erst einmal egal, ob es überall anders geht. Da kann es auch aus Sicht der 35 anderen hessischen unteren Denkmalschutzbehörden gehen oder aus Sicht des Sachbearbeiters am Nachbarschreibtisch, der aber nicht für dieses eine Gebäude zuständig ist."
Demnach handelt es sich also um ein zwischenmenschliches Problem zwischen einem Bauherr und einem einzelnen Behördenmitarbeiter einer Unteren Denkmalschutzbehörde in Hessen, das mit dem Denkmalschutz an sich sowie den Brücken in Bayern um die es hier eigentlich geht überhaupt nichts zu tun hat. Verstehe.
Ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung etc. ist bei einem 1:1 Ersatz einer Brücke überhaupt nicht erforderlich. Die Einstellung des Betriebes ändert hier überhaupt nichts.Also hat es die DB mal wieder geschafft. Die Infrastruktur so lange verrotten lassen, bis man sich in einer Zwangslage befindet und jegliche Form von Bürgerbeteiligung, Denkmalschutz und anderen Errungenschaften der Moderne über Bord werfen kann.
Die Einstellung des Betriebes erlaubt den Abriss von Denkmälern.Ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung etc. ist bei einem 1:1 Ersatz einer Brücke überhaupt nicht erforderlich. Die Einstellung des Betriebes ändert hier überhaupt nichts.
US-Amerikanische Straßenbrücken haben mit deutschen Bahnbrücken eigentlich garnichts zu tun. Mag sein, dass die nur 30 Jahre halten, aber daraus kann man keine Rückschlüsse für deutsche Bahnbrücken ziehen. Auch der Vergleich mit der Carolabrücke hinkt, denn bei Straßenbrücken haben wir in Deutschland auch das Problem, dass wir sie in den 70ern für weniger und leichtere Fahrzeuge ausgelegt haben, wie sie heute über diese Brücken fahren. Bei der Eisenbahn haben wir das im allgemeinen nicht so, z.B. sind die ursprünglichen Prognosen der Original-SFS (H-WÜ, MA-S) von mehr schwereren Güterzügen ausgegangen als tatsächlich je dort gefahren wurden (dafür gibt es aber mehr leichten Personenverkehr). Wie lange Betonbrücken im Eisenbahnbereich halten ist mangels alter Betonbrücken schwer zu sagen, allerdings sind die Brücken der Original-SFS nach fast 40 Jahren alle immer noch in sehr gutem Zustand. Bei heutzutage neugebauten Betonbrücken würde ich deshalb nicht von einer kurzen Lebensdauer ausgehen.khaas schrieb:Diese 30 Jahre sind mir wiederholt über den Weg gelaufen, wenn es um die Rechtfertigung von Sanierungsmassnahmen geht. Zum Beispiel hier [www.pressetext.com] :Traumflug schrieb:Wer erzählt denn solchen Bullshit? Mir ist kein Fall einer Betonbrücke bekannt, die nur 30 Jahre gehalten hat.Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren.
ZitatEs mag sein, dass das Ausreisser sind. Die berühmte Carolabrücke in Dresden war bei ihrem Einsturz allerdings auch erst 53 Jahre alt. Ähnlich wie all die Brücken der 1970er Jahre, die jetzt als baufällig gelten bzw. bereits gesperrt sind. Deutlich weniger als die 100 Jahre der alten Stahlbrücken.In den USA hält eine typische Brückenfahrbahn durchschnittlich etwa 30 Jahre.
Das Problem kenn ich auch. Das Denkmalschutzamt hatte mal die in meiner Wohnung eingebauten Plastefenster mit Doppelverglasung wieder rausreißen lassen, weil das ja nicht orginalgetreu sei. Das es von der Straße aus nur mit fragwürdigen Methoden erkennbar war (Fenster in 3.+ 4. Stock), gab dem ganzen Geschmäckle. Es ist schon unfassbar, wie renitent die Denkmalschützer sind. Lösung für mich war dann auszuziehen in einen Neubau, kein Ärger mit Denkmalschutz mehr, sollen die Altbauten doch als Museum verrotten.(…) Es sind einfach verglaste Holzfenster mit dünnem Rahmen, der komplett verzogen ist, insbesondere dort, wo die Fenster gute 2 Meter hoch sind; aber selbst kleine Fenster sind einfach nach über 70 Jahren verzogen und nicht mehr abzudichten.
Eine Aufrüstung mit Isolierglas ist da nicht möglich und ein Innenfesnter wurde ebenfalls von der Denkmalschutzbehöre untersagt, weil es das Aussehen verändern würde. (…)
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 16:11
An der Bahnstrecke München-Ingolstadt zwischen den Bf Pfaffenhofen und Rohrbach steht ein 2019 errichteter Ersatzneubau (teils aus Stahl!) für eine frühere Stahlbetonbrücke von Baujahr 1981, die meines Wissens seit ca. 2005 wegen zunehmender Schäden in Beobachtung war:Traumflug schrieb:Wer erzählt denn solchen Bullshit? Mir ist kein Fall einer Betonbrücke bekannt, die nur 30 Jahre gehalten hat.Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 16:45
Auch hier kann das Denkmalamt nichts dafür, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden. Wie gesagt, wenn die "Plastefenster" nicht der allgemeinen Gestaltungssatzung entsprechen und damit widerrechtlich eingebaut werden, müssen die auch ohne Denkmalschutz wieder raus. Behörden werden allgemein recht "renitent", wenn man sich nicht an ihre, für alle gleich aus deutschen Regelwerken aller Art resultierenden Auflagen hält. Das klingt auch wieder ein bisserl so wie die, die beim Schwarzfahren erwischt werden und deswegen auf die Bahn schimpfen.HSB Tw 44 schrieb:Das Problem kenn ich auch. Das Denkmalschutzamt hatte mal die in meiner Wohnung eingebauten Plastefenster mit Doppelverglasung wieder rausreißen lassen, weil das ja nicht orginalgetreu sei. Das es von der Straße aus nur mit fragwürdigen Methoden erkennbar war (Fenster in 3.+ 4. Stock), gab dem ganzen Geschmäckle. Es ist schon unfassbar, wie renitent die Denkmalschützer sind. Lösung für mich war dann auszuziehen in einen Neubau, kein Ärger mit Denkmalschutz mehr, sollen die Altbauten doch als Museum verrotten.(…) Es sind einfach verglaste Holzfenster mit dünnem Rahmen, der komplett verzogen ist, insbesondere dort, wo die Fenster gute 2 Meter hoch sind; aber selbst kleine Fenster sind einfach nach über 70 Jahren verzogen und nicht mehr abzudichten.
Eine Aufrüstung mit Isolierglas ist da nicht möglich und ein Innenfesnter wurde ebenfalls von der Denkmalschutzbehöre untersagt, weil es das Aussehen verändern würde. (…)
Ähnlich hält es sich mit dem Pegnitztalproblem: Wenn die Denkmalschützer gegen Neubauten sind, fährt man halt nicht mit der Bahn, sondern nutzt die parallele Autobahn. Die A9 hat ja glücklicherweise Kapazität frei, sodass man da zügig voran kommt.
Naja, der Grund für das frühe ableben dieser Brücke liegt in der nachträglichen (unsachgemäßen?) Veränderung der Bausubstanz. Eindringendes Wasser ist für jedes Bauwerk ein Problem, für Spannbetonkonstruktionen allerdings besonders. Die Brücke hätte sicherlich auch eine deutlich längere Lebensdauer erreicht, hätte es den Wassereintrag nicht gegeben. (die Brücke hat auch 25% länger als 30 Jahre gehalten)khaas schrieb:An der Bahnstrecke München-Ingolstadt zwischen den Bf Pfaffenhofen und Rohrbach steht ein 2019 errichteter Ersatzneubau (teils aus Stahl!) für eine frühere Stahlbetonbrücke von Baujahr 1981, die meines Wissens seit ca. 2005 wegen zunehmender Schäden in Beobachtung war:Traumflug schrieb:Wer erzählt denn solchen Bullshit? Mir ist kein Fall einer Betonbrücke bekannt, die nur 30 Jahre gehalten hat.Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren.
"Das 37 Jahre alte Bestandsbauwerk weist trotz des relativ jungen Alters einen sich rapide verschlechternden Schädigungsgrad auf. Die maßgebenden Schäden, vor allem am Überbau, können auf Grund des Bahnbetriebs nicht ausreichend saniert werden, so dass zwischenzeitlich die Substanz des Bauwerks stark beschädigt ist. Zur zusätzlichen Sicherung der Oberleitung der Bahn wurden in den 90er Jahren nachträglich Verankerungen im gesamten Brückenbereich angebracht werden. Für diese Verankerungen musste die Abdichtung des Bauwerks mehrfach durchbohrt werden. Der fortwährende Wassereintrag hierdurch schädigt das Bauwerk substanziell. Eine Schadensbeseitigung ist nicht mehr möglich, weshalb die Brücke ab 14.01.2019 abgebrochen wird und durch einen Neubau ersetzt wird." (Staatliches Bauamt Ingolstadt, 22.11.2018)
Ich würde mal sagen, hier hast du ein Beispiel für eine Betonbrücke (und den sogar bahnbezogenen Grund dafür), die schon nach weniger als 30 Jahren irreparabel geschädigt war. Wie lange sie noch "gehalten" hätte, in dem Sinne, dass sie nicht von selbst runterkommt wie in Dresden, werden wir nicht mehr beantworten können.
Ob bei einer 83 (!) Jahre alten Brücke mit 40 Jahre alter Fahrbahnverbreiterung sich eine Sanierung noch lohnt? Ist auch so ein Fall, dessen Nuancen keinen Rückschluss auf die Lebensdauer heute gebauter Brücken zulässt. Dass Straßenbrücken aus den 70ern/frühen 80ern zu einem Großteil am Ende ihrer Lebensdauer ankommen ist allgemein bekannt und möchte ich nicht bestreiten. Nur eine Annahme von 30 Jahren Lebenszeit von neu gebauten Brücken ist deutlich zu niedrig angesetzt.Allerdings muss man sagen, dass in der Nähe viele andere Betonbrücken in ähnlichem Alter auch ersetzt werden müssen oder schon wurden und bei der Autobahnbrücke (A9) von 1937 etwas weiter nördlich war wohl auch vor allem die ebenfalls um 1980 dazugebaute Fahrbahnverbreiterung hinüber, als das ganze Ding 2020 ersetzt wurde.
Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 gebaut und soll 2030 abgerissen werden. Das sind mit 60 Jahren halt schon das doppelte der oben genannten 30 Jahre.Ähnliches bei anderen Betonkonstruktionen: So soll z.B. die Struktur des Arabella-Hochhauses (kein Denkmalschutz, weil das Ding trotz der individuellen Optik und der durchaus spannenden Geschichte wohl ein "normales Scheibenhochhaus" sei) nach nur 50 Jahren so beschädigt sein, dass man's einfach nicht reparieren kann, was bei Beton sowieso oft schwierig ist. Das finde ich ehrlich gesagt schon irgendwie krass kurzlebig, wenn man bedenkt, was wir aus dieser Zeit bundesweit alles an Betonbauwerken rumstehen oder irgendwo eingegraben haben.
geschrieben von: km_erl1963
Datum: 20.09.25 17:51
Ich hörte aus einschlägigem Amt einmal "Naturgesetze interessieren mich nicht! Ich bin Denkmalschützer." Dabei ging es nichtmal um das Beseitigen von als denkmalwürdig erachteten Schmuckelementen an einem Bauwerk sondern um das temporäre Anbringen von leider den Blick etwas verstellenden Schutzvorrichtungen, um dem drohenden Nachgeben gegenüber der Schwerkraft bis zum Ende der nebenan stattfindenden Bauarbeiten entgegenzuwirken. Also ansich sogar etwas was dem Erhalt des von ihm geliebten Denkmals dienlich war.Hallo,
wegen übertriebenen Denkmalschutz gibt es genügend Gebäude die vergammeln bis die nur noch völliger Schrott sind.
ja, frei nach "nehmen Sie doch Vernunft an" "ich bin Beamter, ich darf nichts annehmen"
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 17:52
Für deren meist neue Eigentümer würde ein "nicht übertriebener" Denkmalschutz wie genau aussehen? Da es sich in diesen Fällen ja überwiegend um Investoren und Spekulanten handelt, die das Grundstück wie in diesem Fall sowieso nur mit einem sehr viel größeren Gewerbeobjekt bebauen wollen, meinst du also eher "gar keinen Denkmalschutz" und in der Folge dann öfter mal genau die Fälle, die etwas später als "Bausünden" (Beispiel) bekannt werden oder gar die großflächig ohne Rücksicht auf Verluste funktional modernisierten Städte wie Ludwigshafen mit den weit über ein mäßiges Image hinausgehenden negativen Folgen für die Stadt? Meinst du das?wegen übertriebenen Denkmalschutz gibt es genügend Gebäude die vergammeln bis die nur noch völliger Schrott sind.
Vor allem wenn Bürgerinitiativen keinerlei politisches Mandat haben.Soll man jetzt bei jedem Bauprojekt alles nach den Vorstellungen von irgendwelchen Bürgerinitiativen machen?
Kann irgendwie auch nicht das richtige Vorgehen sein.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 18:47
Das Anbohren hat die Brücke ja nur unter die hier gefragten 30 Jahre bis zu dem Zeitpunkt gebracht, ab dem der Abriss unausweichlich wurde. Aber du sagst es, auch wenn man sie nicht anbohrt, sind viele der benachbarten Brücken keine 50 Jahre geworden. Klar, auch bei der etwas weiter nördlich kann man sagen, der Baggerarm hat die Brücke gekillt, das hat den auch dort zu dem Zeitpunkt m.W. bereits geprüften Abriss (auch wegen Wasserschäden) nur um ca. 10 Jahre vorverlegt und dankenswerterweise eine Versicherung in die Finanzierung eingebunden. Heute steht von den vier Brücken, die in dem Streckenabschnitt 1978-81 als Bü-Ersatz und an der Autobahn gebaut wurden, noch eine einzige mit nahezu keinem Verkehr. Aber auch die ist in keinem guten Zustand.Naja, der Grund für das frühe ableben dieser Brücke liegt in der nachträglichen (unsachgemäßen?) Veränderung der Bausubstanz. Eindringendes Wasser ist für jedes Bauwerk ein Problem, für Spannbetonkonstruktionen allerdings besonders.
Es ging mir nicht um die 30 Jahre, sondern dass wir bei vielen Betonbauwerken weit weg sind von den üblichen 100, 150 oder bei manchen Bahnbauten vielleicht bald auch 200 Jahren. Das war in den 70ern und 80ern so nicht vorgesehen, meine ich. Ich müsste ins Archiv und schauen, ich meine aber dass in Artikeln z.B. beim "Blickpunkt DB" von weit längeren Lebensdauern hinsichtlich dieser Bü-Ersatzbrücken die Rede war. Auch zu Hochhäusern heißt's ja zeitgenössisch-popkulturell bei Nena im Lied "Satellitenstadt": "Aus Stahlbeton der ewig hält. Dies ist die Zukunfts-Stadt. Die alles außer Wärme hat." Es wäre tragisch, wenn nur das mit der Wärme stimmt, nicht das mit "ewig" und "Zukunft". :-)Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 gebaut und soll 2030 abgerissen werden. Das sind mit 60 Jahren halt schon das doppelte der oben genannten 30 Jahre.
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 20.09.25 19:00
Diese Aussage habe ich nicht getätigt. Anders als das pauschale Denkmalschutz-Bashing vom DSO-Stammtisch hier ging ich insbesondere auf die eingebrachten Einzelfälle ein, die meines Erachtens so, wie sie in aller Kürze dargestellt wurden, nicht sein können bzw. durch die Schilderung explizit andeuten, dass der Bauherr den Denkmalschutz übergehen wollte oder bereits übergangen hat, was dann zur in einem Rechtsstaat erwartbaren Behördenreaktion führt.aber im Gegensatz zu den von Rohrbacher und StellwerkPsf getätigten Aussagen, dass grundsätzlich die Bauenden blöd, bösartig oder sonstwie schuld seien
Allem in allem hast du recht dass es viele Betonbauwerke (vor allem aus den 60er bis 80er Jahren) gibt, die nicht so lange gehalten haben wie vorgesehen. Allerdings ist ein Vergleich von Stahlbrücken, die besonders lange durchgehalten haben, und Betonbrücken, die besonders früh ersetzt werden mussten, hinkend, weil durch die gezielte Auswahl der Datenpunkte das Ergebnis bereits feststeht. Wenn man lange genug Sucht, wird man bestimmt auch irgendeine Stahlbrücke aus dem 19. Jahrhundert finden, die keine 40 Jahre alt geworden ist und es gibt bestimmt Betonbrücken in Deutschland, die über 100 Jahre alt werden werden.khaas schrieb:
Zitat:Es ging mir nicht um die 30 Jahre, sondern dass wir bei vielen Betonbauwerken weit weg sind von den üblichen 100, 150 oder bei manchen Bahnbauten vielleicht bald auch 200 Jahren. Das war in den 70ern und 80ern so nicht vorgesehen, meine ich. Ich müsste ins Archiv und schauen, ich meine aber dass in Artikeln z.B. beim "Blickpunkt DB" von weit längeren Lebensdauern hinsichtlich dieser Bü-Ersatzbrücken die Rede war. Auch zu Hochhäusern heißt's ja zeitgenössisch-popkulturell bei Nena im Lied "Satellitenstadt": "Aus Stahlbeton der ewig hält. Dies ist die Zukunfts-Stadt. Die alles außer Wärme hat." Es wäre tragisch, wenn nur das mit der Wärme stimmt, nicht das mit "ewig" und "Zukunft". :-)Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 gebaut und soll 2030 abgerissen werden. Das sind mit 60 Jahren halt schon das doppelte der oben genannten 30 Jahre.
Und welche niedrigere Streckenklasse als A kennst Du so? Auch die 612er erfüllen Bedingungen der Streckenklasse A. Die Strecke wurde aber für jeglichen Verkehr gesperrt - keine Ahnung, ob da noch eine Draisine fahren gelassen würde.Könnte man nicht vorübergehend 650er im Pegnitztal einsetzen? Die dürfen doch auch noch auf Strecken mit einer niedrigen Streckenklasse fahren.
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 20:14
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 20:22
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 20.09.25 21:22
Gestaltungssatzungen und Friedhofssatzungen sind die Spielwiesen der Kommunen. Und da kommen häufig widersinnige, unsinnige und schwachsinnige 'Auflagen' zustande. Und das setzt sich bei einigen 'Denkmal'ämtern fort ... die den ersten Teil ihrer Ämterbezeichnung (Denk mal!) weitgehend ignorieren.Auch hier kann das Denkmalamt nichts dafür, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden. Wie gesagt, wenn die "Plastefenster" nicht der allgemeinen Gestaltungssatzung entsprechen und damit widerrechtlich eingebaut werden, müssen die auch ohne Denkmalschutz wieder raus. Behörden werden allgemein recht "renitent", wenn man sich nicht an ihre, für alle gleich aus deutschen Regelwerken aller Art resultierenden Auflagen hält. Das klingt auch wieder ein bisserl so wie die, die beim Schwarzfahren erwischt werden und deswegen auf die Bahn schimpfen.
geschrieben von: km_erl1963
Datum: 21.09.25 04:57
Ah, er erwartet hier, dass ich entweder gegen geltendes Recht (Persönlichkeitsschutz) verstoße oder schweige und somit seiner Vorstellung vom unfehlbaren und allwissenden Dekmalschutz nicht entgegentrete."Ich hörte aus einschlägigem Amt einmal "Naturgesetze interessieren mich nicht! Ich bin Denkmalschützer.""
G`schichten aus dem Paulanergarten. Natürlich ohne Nennung der konkreten Person, des betroffenen Objektes und der zuständigen Behörde. Wie immer, wenn solche Räuberpistolen erzählt werden.
Ah, der getroffene Hund bellt. Ich erinnere an Weida."Zum Glück gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Denkmalbehörden in den meisten Fällen deutlich konstruktiver, aber im Gegensatz zu den von Rohrbacher und StellwerkPsf getätigten Aussagen, dass grundsätzlich die Bauenden blöd, bösartig oder sonstwie schuld seien, muss ich sagen, dass es auch in den Denkmalbehörden bornierte Paragraphenreiter übelster Art gibt, die den Ruf ihrer Behörden versauen."
Das habe ich nirgendwo behauptet und würde ich auch nicht tun. Für diese boshafte Unterstellung einer Aussage die ich nie getätigt habe, wurde Dein Beitrag natürlich den Admins gemeldet.
geschrieben von: km_erl1963
Datum: 21.09.25 05:01
Wenig Erfahrung mit Behörden? Oder gar selbst ein dort tätiger? Es gibt leider, neben vielen Pesonen, die auch über den Suppenteller hinausschauen, immer auch welche, die in dem ihnen zugeordneten Gesetzbuch die einzige, absolute und unverrückbare Wahrheit sehen.km_erl1963 schrieb:Diese Aussage habe ich nicht getätigt. Anders als das pauschale Denkmalschutz-Bashing vom DSO-Stammtisch hier ging ich insbesondere auf die eingebrachten Einzelfälle ein, die meines Erachtens so, wie sie in aller Kürze dargestellt wurden, nicht sein können bzw. durch die Schilderung explizit andeuten, dass der Bauherr den Denkmalschutz übergehen wollte oder bereits übergangen hat, was dann zur in einem Rechtsstaat erwartbaren Behördenreaktion führt.aber im Gegensatz zu den von Rohrbacher und StellwerkPsf getätigten Aussagen, dass grundsätzlich die Bauenden blöd, bösartig oder sonstwie schuld seien
"Das Problem kenn ich auch. Das Denkmalschutzamt hatte mal die in meiner Wohnung eingebauten Plastefenster mit Doppelverglasung wieder rausreißen lassen, weil das ja nicht orginalgetreu sei."
Solche Eingriffe nehmen Behörden erfahrungsgemäß nur in seltenen Fällen bei den ganz harten beratungsresistenten Querulanten vor, die sich selbst durch Bußgelder als milderes Mittel nicht beeindrucken lassen.
"Es ist schon unfassbar, wie renitent die Denkmalschützer sind."
Es ist eher unfassbar, wie selbstsicher sich manche Zeitgenossen einbilden, über dem Gesetz zu stehen und dass für sie keine Regeln gelten.
"Ähnlich hält es sich mit dem Pegnitztalproblem: Wenn die Denkmalschützer gegen Neubauten sind, fährt man halt nicht mit der Bahn, sondern nutzt die parallele Autobahn."
Du hast das Pegnitztalproblem scheinbar nicht verstanden. Es geht doch gar nicht darum, dass Denkmalschützer gegen Neubauten wären. Sondern es geht ganz schlicht um den Sachverhalt, dass bis heute keine Entscheidung darüber getroffen worden ist, wie die Infrastruktur dieser Eisenbahnstrecke in 10 Jahren mal aussehen soll und welche Brücken man überhaupt dort haben möchte. Und das ist definitiv nicht die Schuld des Denkmalschutzes. Weil die Frage, ob und wie Eisenbahninfrastruktur entwickelt wird nun mal nicht in Denkmalschutzbehörden und Landratsämtern entschieden wird, sondern woanders.
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 21.09.25 09:15
geschrieben von: StellwerkPsf
Datum: 21.09.25 09:30
Dafür, dass der Denkmalschutz hier keine Rolle spielen soll, nimmst du ihn aber ganz schön wichtig."Doch, genau darum geht es: Zeitgemäße Brücken wurden als zu hässlich interpretiert und es soll weiterhin aussehen wie im 19. Jahrhundert. Mit Erfolg: Jetzt hat man denkmalschutzgerechte Brücken ohne Zugverkehr.
Museumsland Deutschland at it‘s best."
Nein, darum geht es eben nicht, wie auch das Interview mit Dr. Nagl das hier verlinkt wurde bewiesen hat. Wenn der Denkmalschutz das Problem wäre, hätte man das vor laufender Kamera natürlich angesprochen. Hat man aber nicht und jeder der 1 und 1 zusammenzählen kann, versteht auch warum.
Hätte man einfach diese Leute aus den Bürgerinitiativen gekonnt überhört und direkt einmal gerichtlich klären lassen, dass diese dort nichts zu melden haben, beim Austausch einer Brücke der wichtigen Infrastruktur Eisenbahn, dann würden dort heute schon neue Stahlbeton oder Stahlbrücken stehen, eben das, was die Techniker für sinnvoller halten. Infrastruktur muss nicht schön aussehen, sondern funktionieren, und nach dem heutigen Stand der Technik gebaut werden, fertig. Dieses ewige gezerre um das Aussehen von solchen Dingen gehört verboten und alleine die Techniker entscheiden, wie etwas gebaut wird, sodass es auch möglichst lange hält, ergibt wieder Einsparung von Steuergeldern auf lange Sicht. Viele haben schon die letzten 20 Jahre nicht begriffen, dass uns der ganze Laden um die Ohren fliegt, wenn wir nicht zügig alles möglichst billig und trotzdem für eine lange Betriebsdauer bauen, Optik hin oder her. Diese ganzen Design Onkels braucht kein Mensch beim Planen von Infrastruktur, die verteuern sowas grundsätzlich nur. Ich bin selbst im öffentlichen Dienst tätig und oft genug wird die teure, aber optisch schönere Lösung gewählt, obwohl meine Lösung technisch besser und günstiger wäre. Auch an Orten, die seltenst ein normaler Mensch zu Gesicht bekommt, aka irgendwelche Anlagen mitten im Wald oder im nirgendwo. Da braucht man sich über fehlendes Steuergelder auch nicht zu beschweren. Infrastruktur hat zu funktionieren und nicht schön auszusehen.LoneStarr27 schrieb:Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
Mir scheint es ein speziell deutsches Problem zu sein, dass BIs und Nimbys so viel Raum gewährt wird. In anderen Ländern in Europa scheint es, dass diese längst nicht so viele Möglichkeiten der Verhinderung, Verzögerung und Verteuerung haben und dort die Sache schneller durchgezogen wird. Da gilt dann eben noch Allgemeinwohl vor Einzelwohl.Bk Isenach schrieb:Hätte man einfach diese Leute aus den Bürgerinitiativen gekonnt überhört und direkt einmal gerichtlich klären lassen, dass diese dort nichts zu melden haben, beim Austausch einer Brücke der wichtigen Infrastruktur Eisenbahn, dann würden dort heute schon neue Stahlbeton oder Stahlbrücken stehen, eben das, was die Techniker für sinnvoller halten. Infrastruktur muss nicht schön aussehen, sondern funktionieren, und nach dem heutigen Stand der Technik gebaut werden, fertig. Dieses ewige gezerre um das Aussehen von solchen Dingen gehört verboten und alleine die Techniker entscheiden, wie etwas gebaut wird, sodass es auch möglichst lange hält, ergibt wieder Einsparung von Steuergeldern auf lange Sicht. Viele haben schon die letzten 20 Jahre nicht begriffen, dass uns der ganze Laden um die Ohren fliegt, wenn wir nicht zügig alles möglichst billig und trotzdem für eine lange Betriebsdauer bauen, Optik hin oder her. Diese ganzen Design Onkels braucht kein Mensch beim Planen von Infrastruktur, die verteuern sowas grundsätzlich nur. Ich bin selbst im öffentlichen Dienst tätig und oft genug wird die teure, aber optisch schönere Lösung gewählt, obwohl meine Lösung technisch besser und günstiger wäre. Auch an Orten, die seltenst ein normaler Mensch zu Gesicht bekommt, aka irgendwelche Anlagen mitten im Wald oder im nirgendwo. Da braucht man sich über fehlendes Steuergelder auch nicht zu beschweren. Infrastruktur hat zu funktionieren und nicht schön auszusehen.LoneStarr27 schrieb:Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
Jetzt ist der Kasten halt schlechter isoliert, als mit den modernen Fenstern. Es ging in dem genannten Fall nicht darum, dass irgendwer das Haus in Neonorange angestrichen hätte, was der Optik geschadet hatte, sondern um moderne Fenster. Bei der Neonorangenfasade hätt ich es ja verstanden, bei Fenstern, die man von der Straße aus nur mit Fernglas unterscheiden kann, fand ich das schon erstaunlich. Aber gut, das Problem lies sich für mich ja durch Wegzug lösen. Allein die gesparten Heizkosten gegenüber diesen altertümlichen Gebäuden sind da ein Riesenvorteil."Regeln und Vorschriften müssen alltagstauglich sein, etwas was leider zu häufig von Behörden ignoriert wird."
Der Einbau denkmalgerechter Fenster ist ein fachlicher Standard, der bei zehntausenden Baudenkmalen im Land gängige Praxis ist. Also sind die Regeln alltagstauglich.
Ich verweise mal auf einen Zeitungsartikel von 2014 (!), in dem steht:(…) Nein, darum geht es eben nicht, wie auch das Interview mit Dr. Nagl das hier verlinkt wurde bewiesen hat. Wenn der Denkmalschutz das Problem wäre, hätte man das vor laufender Kamera natürlich angesprochen. Hat man aber nicht und jeder der 1 und 1 zusammenzählen kann, versteht auch warum.
Deine Behauptung zeigt uns, dass Du dich mit dem Thema über das wir hier reden überhaupt nicht beschäftigt hast. Aber Du hast es uns ja schon zu verstehen gegeben, Dir geht es nur darum über den Denkmalschutz herzuziehen, weil irgendwann mal Dein Vermieter eine Ordnungswidrigkeit begangen und dafür eins auf den Deckel bekommen hat. Schon klar ;-)
Quelle: [n-land.de]Dies beinhaltet unter anderem genehmigungsrechtliche Zwänge und die Abstimmung mit dem Denkmalschutz.“ Die Bahn wird über das weitere Vorgehen im Laufe des Jahres informieren.
2012 hatte DB Netz das Gutachten aufgrund von Einwänden des Denkmalschutzes in Auftrag gegeben. Bis dahin war geplant, die Brücken für rund 100 Millionen Euro Mitte des Jahrzehnts durch neue schlanke Konstruktionen zu ersetzen.
geschrieben von: ict4150
Datum: 21.09.25 11:57
Bk Isenach schrieb:Hätte man einfach diese Leute aus den Bürgerinitiativen gekonnt überhört und direkt einmal gerichtlich klären lassen, dass diese dort nichts zu melden haben, beim Austausch einer Brücke der wichtigen Infrastruktur Eisenbahn, dann würden dort heute schon neue Stahlbeton oder Stahlbrücken stehen, eben das, was die Techniker für sinnvoller halten. Infrastruktur muss nicht schön aussehen, sondern funktionieren, und nach dem heutigen Stand der Technik gebaut werden, fertig. Dieses ewige gezerre um das Aussehen von solchen Dingen gehört verboten und alleine die Techniker entscheiden, wie etwas gebaut wird, sodass es auch möglichst lange hält, ergibt wieder Einsparung von Steuergeldern auf lange Sicht. Viele haben schon die letzten 20 Jahre nicht begriffen, dass uns der ganze Laden um die Ohren fliegt, wenn wir nicht zügig alles möglichst billig und trotzdem für eine lange Betriebsdauer bauen, Optik hin oder her. Diese ganzen Design Onkels braucht kein Mensch beim Planen von Infrastruktur, die verteuern sowas grundsätzlich nur. Ich bin selbst im öffentlichen Dienst tätig und oft genug wird die teure, aber optisch schönere Lösung gewählt, obwohl meine Lösung technisch besser und günstiger wäre. Auch an Orten, die seltenst ein normaler Mensch zu Gesicht bekommt, aka irgendwelche Anlagen mitten im Wald oder im nirgendwo. Da braucht man sich über fehlendes Steuergelder auch nicht zu beschweren. Infrastruktur hat zu funktionieren und nicht schön auszusehen.LoneStarr27 schrieb:Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.LadP_2011 schrieb:Jetzt wäre zu hoffen, dass sich all die betroffenen Pendler persönlich bei den einschlägigen Bürgerinitiativen für die nun eingetretene Situation bedanken.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
geschrieben von: 217 055
Datum: 21.09.25 12:36
Leider nicht zu Ende gedacht?HSB Tw 44 schrieb:Neuerdings sind sogar Geländer an der Walhalla möglich. In dem Fall hieß es von der Schlösserverwaltung bisher auch, das sei "aus Denkmalschutzgründen nicht möglich". Tatsächlich geht's auch da wohl eher um einen Landtagsbeschluss von 1981, wonach die Walhalla nicht verändert werden soll, und andere Befindlichkeiten von ganz anderer Stelle als tatsächlich dem formalen Denkmalschutz, der meines Wissen auch damals schon mit ein paar Auflagen grundsätzlich kein Problem gehabt hätte, optisch passende, dezente Absturzsicherungen (denkbar wäre Glas) anzubringen.Das zuständige Denkmalamt forderte an dieser Stelle tatsächlich die Verwendung der originalen Fenster (nicht: originalgetreuer!), was eben alleine schon deshalb sinnlos ist, weil sämtliche Fenster erst in den 50er Jahren in eine ausgebrannte Ruine eingesetzt wurden.
geschrieben von: ict4150
Datum: 21.09.25 13:25
Hallo,
ich finde es befremdlich, in extrem langen Tunneln eine Lösung zu sehen, an kurzen Tunneln und Brücken aber zu scheitern, wenn diese mal ein erneuerungsbedürftiges Alter haben. Auch der 6 km-Tunnel erreicht irgendwann so ein Alter und ist dann ein viel größeres Problem als viele kleine Tunnel von deutlich unter 500 m Länge.
Viel der ab den 1960ern neu gebaute Infrastruktur mit der "Lösung" vieler langer und hoher Brücken und spätestens seit Mitte der 1980er Jahre auch viele Tunnel - das wird jetzt schon (oder in sehr absehbarer Zeit) mit extremen Einschränkungen und Finanzbedarfen zur Erhaltung oder Erneuerung zu einem riesigen Problem werden. Neue Tunnel sehe ich nur in wenigen Einzelfällen als ein allseits gutes Lösungsmittel, sie sollten aber immer so kurz wie nur irgend möglich sein, sei es wegen Notfällen, der erschwerten Instandhaltung (Zugänglichkeit, Staub usw) oder extrem teurer Sicherheitsausrüstung.
Vor rund 150 Jahren wurde die Strecke durch das enge Pegnitztal so gebaut, daß sie rund 150 Jahre den Anforderungen weitgehend entsprechen konnte - und heute scheitern wir an der Erhaltung und der Findung von Lösungen für aktuelle Bedürfnisse wie einer Oberleitung. Das ist fast schon lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre. Mir ist die besondere Schwierigkeit der Brücken- und Tunnelfolgen dort gut aus eigener Ansicht bekannt, so daß es nicht nötig ist, mich darüber zu belehren.
Auch ist es meiner Meinung nach an sichtbaren Bauwerken eben nicht egal, wie die aussehen. Ein Teil der Probleme der jüngeren Zeit ist doch die Lieblosigkeit vieler Gestaltungen (die dann trotzdem noch angeblich oder real teuer sind). Klar, zuerst stehen die technischen und baulichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten, danach kommt erst ansprechendes Aussehen und Beachtung der Eingriffe in den Standort. Aber keines dieser Parameter ist überflüssig. Wer bezüglich Gestaltung "überflüssig" ruft, der erzeugt gleichzeitig Verwahrlosung und Kulturlosigkeit - oder schafft zumindest die Grundlagen dafür.
Freundliche Grüße
217 055
Volle Zustimmung!Rohrbacher schrieb:Leider nicht zu Ende gedacht?...
Tatsächlich geht's auch da wohl eher um einen Landtagsbeschluss von 1981, wonach die Walhalla nicht verändert werden soll, und andere Befindlichkeiten von ganz anderer Stelle als tatsächlich dem formalen Denkmalschutz, der meines Wissen auch damals schon mit ein paar Auflagen grundsätzlich kein Problem gehabt hätte, optisch passende, dezente Absturzsicherungen (denkbar wäre Glas) anzubringen.
Glas verschmutzt! - Folgekosten für putzen kostet laufend Geld!
Wird von Graffity-Künstlern verziert!
Zerstört von Rowdys!
geschrieben von: 217 055
Datum: 21.09.25 15:31
Gut, können wir uns einigen, das Wort "extrem" mal auszusparen und nur für Tunnel über 30 km Länge zu verwenden?sind 6 km extrem lang?
50 km durch die Alpen, 30 km unter dem Ärmelkanal, und nun auch unter der Ostsee hindurch!
Einzelne Tunnels auf der NBS Würzburg-Fulda oder durch den Thüringer Wald! Das ist für mich extrem lang!
geschrieben von: km_erl1963
Datum: 21.09.25 15:38
Ach? So kurze Erinnerung? Kleiner Anstoß: Es geht auch um eine Bahnbrücke, allerdings mit stillgelegter Strecke oben drüber."Ah, er erwartet hier, dass ich entweder gegen geltendes Recht (Persönlichkeitsschutz) verstoße oder schweige und somit seiner Vorstellung vom unfehlbaren und allwissenden Dekmalschutz nicht entgegentrete."
Sowas fällt aber nicht unter Persönlichkeitsschutz. Das kannst Du alles öffentlich benennen - solange es den Tatsachen entspricht.
"Ah, der getroffene Hund bellt. Ich erinnere an Weida."
Ich weiß nicht, wovon Du redest. Mit dem Thema dieses Threads, den Brücken im Pegnitztal, hat es jedenfalls mal wieder nichts zu tun.
Wieso nicht das Problem des Denkmalschutzes?Und auch wenn jetzt auch hier wieder viel reflexartiges und eindimensionales über den Denkmalschutz geredet wurde, ist der immer noch nicht das Problem, weswegen die Pegnitztalstrecke gesperrt ist. :-)
geschrieben von: Elztalbahn
Datum: 21.09.25 18:14
Kommt auf die Details an. Pons Fabricius steht nach 2087 Jahren immer noch (eine Betonbrücke, aber weder Stahl- noch Spannbeton). Die Spannbetonbrücke Überführung Hesseler Weg, gebaut 1938, wurde 2012 ersetzt.Wer billig kauft, kauft zwei Mal. Die Stahlbrücken haben jetzt trotz zuletzt ausbleibender Instandhaltung über 100 Jahre gehalten. Betonbrücken gibt man eine Lebensdauer von gerade mal 30 Jahren. Man kauft also eher drei Mal.
geschrieben von: Elztalbahn
Datum: 21.09.25 18:33
Ein bekanntes Beispiel dürfte die von Gustave Eiffel entworfene Brücke in Münchenstein bei Basel sein, erbaut 1875, eingestürzt 1891.[…] wird man bestimmt auch irgendeine Stahlbrücke aus dem 19. Jahrhundert finden, die keine 40 Jahre alt geworden ist […]
Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio. In Vorra (Pegnitz) ist der Bahnhof gut im Ort versteckt und kaum mit SEV-Bussen anzufahren. Die Haltestelle für die SEV-Busse liegt praktischerweise auch an der Durchgangsstraße. Für die Verkürzung bis Pegnitz statt Neuhaus (Pegnitz) spricht die bessere Anbindung von Pegnitz an die BAB A9, welche für die Schnellbusse nach Nürnberg Hbf genutzt wird. Das ist ab Neuhaus (Pegnitz) ein Gegurke auf kleinen Landstraßen. Nach meinen Erfahrungen ist ein einheitlicher Übergang vom Schienenverkehr auf den SEV-Bus besser zu kommunizieren. Zumal der Verkehr aus dem Norden sehr auf Nürnberg orientiert ist. An den Zwischenbahnhöfen gibt es bei den Zügen nach Nürnberg deutlich mehr Ein- als Aussteiger. Eine Anbindung von Vorra (Pegnitz) wäre für Freizeitfahrten aus dem Nürnberger Raum sinnvoll, vielleicht wird da noch nachjustiert. Das ganze war für DB Regio so überraschend, das die erst einmal ohne langes Nachdenken etwas organisieren mussten.Ein Austausch der bekanntlich extrem maroden Brücken war ja vorgesehen, wurde aber durch diverse Bürgerinitiativen zumindest teilweise verhindern. Tja, jetzt bezahlt man das ganze mit einer ungewiss lange dauernden Sperrung der Strecke. Neukirchen b. SR-Weiden wird als Ersatztstrecke aber herzlich wenig taugen, da ist jetzt schon mit den paar wenigen Güterzügen und den stündlichen REs wenig Platz frei. Besonders ärgerlich ist das natürlich nicht nur für die ganzen Berufspendler, die tagtäglich mit den schnellen REs nach Nürnberg fahren von Neuhaus oder Pegnitz (etc.), sondern auch Radfahrer wie mich, vor allem weil der Bus-SEV keinen Fahrradtransport zulässt. Warum wird eigentlich nicht wenigstens bis Vorra gefahren, auf dem Abschnitt befinden sich doch gar keine Brücken, abgesehen von der winzigen Brücke bei Eschenbach?
In der PM der InfraGO vom 18.09. [www.dbinfrago.com] steht allerdings, dass die Strecke von Hersbruck bis Pegnitz nicht befahrbar sei. Die vorherige Langsamfahrstelle war hingegen angeblich nur zwischen Vorra und Neuhaus.Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
Servus,...
Wir werden nun versuchen, den nun sehr offensichtlich gewordenen, massiven Erneuerungsbedarf der Brücken mit der ebenso wichtigen Elektrifizierung zu verbinden.
geschrieben von: Martin Pfeifer
Datum: 21.09.25 19:10
Richtig, die Langsamfahrstelle war bisher nur zwischen Vorra (Pegnitz) und neuhaus (Pegnitz). Und das noch nicht einmal auf gesamter Länge, sondern nur im Bereich der Brücken. Warum DB InfraGo in der Pressemeldung die komplette Strecke als nicht befahrbar darstellt, ist mir nicht bekannt. Technische Gründe dafür dürfte es nicht geben.ZitatIn der PM der InfraGO vom 18.09. [www.dbinfrago.com] steht allerdings, dass die Strecke von Hersbruck bis Pegnitz nicht befahrbar sei. Die vorherige Langsamfahrstelle war hingegen angeblich nur zwischen Vorra und Neuhaus.Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
geschrieben von: Martin Pfeifer
Datum: 21.09.25 19:25
Die Müngstener Brücke hat das Drama schon hinter sich. [url]Müngstener Brücke – Wikipedia[/url] Da war der Zustand (im Jahre 2010) auch so schlecht, das die Brücke von heute auf morgen gesperrt wurde. Grund waren damals vor allem die Fest- und Loslager der Fahrbahn. Damals hatte die Bahn AG auch zuerst einen Neubau mit einer durch die Höhe der Pfeiler bedingten utopischen Summe aufgerufen. Letztendlich wurde die Brücke saniert...Rohrbacher schrieb:Zitat:Wieso nicht das Problem des Denkmalschutzes?Und auch wenn jetzt auch hier wieder viel reflexartiges und eindimensionales über den Denkmalschutz geredet wurde, ist der immer noch nicht das Problem, weswegen die Pegnitztalstrecke gesperrt ist. :-)
Weil die alten Brücken aus einem Stahl sind, der gestern überraschend schlapp gemacht hat und neuere Brücken aus Beton oder Stahlbrücken mit oben liegenden Fachwerk oder Stabbogenbrücken den Charakter der Museumsbahn im Pegnitztal nicht mehr entsprechen können!?
...
Oder gar das Denkmal der Müngstener Brücke 1897 gebaut mit Thomasflusseisen - wann könnte diese Verbindung stillgelegt werden?
...
geschrieben von: Sausebahner
Datum: 21.09.25 20:14
Es ist Hersbruck/R Ost bis Pegnitz gesperrt.Vestrain schrieb:Richtig, die Langsamfahrstelle war bisher nur zwischen Vorra (Pegnitz) und neuhaus (Pegnitz). Und das noch nicht einmal auf gesamter Länge, sondern nur im Bereich der Brücken. Warum DB InfraGo in der Pressemeldung die komplette Strecke als nicht befahrbar darstellt, ist mir nicht bekannt. Technische Gründe dafür dürfte es nicht geben.ZitatIn der PM der InfraGO vom 18.09. [www.dbinfrago.com] steht allerdings, dass die Strecke von Hersbruck bis Pegnitz nicht befahrbar sei. Die vorherige Langsamfahrstelle war hingegen angeblich nur zwischen Vorra und Neuhaus.Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
Hallo,Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
......
Und eine Streckensperrung auf unbestimmte Zeit dank 100% Regelwerksdurchsetzung ist jetzt wichtiger als eine Sicherung des Betriebs?"Denkmalgerechte Neukonstruktion" ist für viele Denkmalschützer eine contraditio in adiecto. Für die ist Denkmalschutz die Erhaltung der Bausubstanz um jeden Preis. Ich habe an anderer Stelle erlebt, wie eine "Teilanpassung an den aktuellen Regelwerksstand" (die auch im Pegnitztal grundsätzlich erforderliche Anpassung des Gleisabstands auf 4 Meter) vom Denkmalschutz so lange torpediert wurde, bis für die etwa 10-fachen Baukosten das Sandsteinbauwerk komplett abgerissen und durch 7000 Tonnen Stahlbeton ersetzt wurde...
Saxobav schrieb:
Zitat:Im Gespräch war man seit Jahren - auf Kompromissuche ist man jetzt immer noch nicht...Schade, dass man erst durch solche Umstände ins Gespräch und auf Kompromißsuche kommt.
Du wärst doch der erste, der dann in ein paar Jahren über den kurzsichtigen Sparausbau mit zu geringem Gleisabstand herzieht.Da fragt man sich schon, wer hier der kompromisslose Sturkopf ist. Gleisabstände unter 4 m waren 136 Jahre ausreichend und jetzt ganz plötzlich nicht mehr?
Martin Pfeifer schrieb:Hallo,Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
......
ich habe aus Deinen bisher über doch einige jahre wahrgenommenen Beiträgen gar nicht in Erinnerung, daß Du Falschmeldungen verbreitest. Warum tust Du es nun hier?
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
Das ist das Ergebnis einer einige Jahrzehnte angewandten Strategie, den Bürgern bzw. Wählern den Eindruck von mehr Demokratie zu vermitteln, ohne dass die Regierenden wirklich Macht abgeben würden. Jede vermutete Fehlentscheidung kann man gerichtlich überprüfen lassen, zumindest theoretisch.Mir scheint es ein speziell deutsches Problem zu sein, dass BIs und Nimbys so viel Raum gewährt wird. In anderen Ländern in Europa scheint es, dass diese längst nicht so viele Möglichkeiten der Verhinderung, Verzögerung und Verteuerung haben und dort die Sache schneller durchgezogen wird. Da gilt dann eben noch Allgemeinwohl vor Einzelwohl.
Nun, der Staat redet sehr viel mit, was man auf dem eigenen Grundstück tun darf und was nicht. Da gibt es so Dinge wie "Baugenehmigungen", "Denkmalschutz" und diverse andere Regelwerke.Ich sehe hier nicht warum man BIs bei seinem (!) Eigentum (und vor allem das des Bundes) entgegenkommen muss. Es geht sie schlichtweg nichts an. Die wollen ja auch nicht dass man bei ihrem Grundstück mitredet.
Die AfD will nur diskreditieren, tatsächliche Lösungsvorschläge gibt es nicht. Laut meckern ist einfacher.Das ist das Ergebnis einer einige Jahrzehnte angewandten Strategie, den Bürgern bzw. Wählern den Eindruck von mehr Demokratie zu vermitteln, ohne dass die Regierenden wirklich Macht abgeben würden. Jede vermutete Fehlentscheidung kann man gerichtlich überprüfen lassen, zumindest theoretisch.
Diese Strategie bröselt jedoch zunehmend. Auf der einen Seite hat sich bei engagierten Bürgern inzwischen herumgesprochen, was geht (wenig) und was nicht (viel). Dann durch die blaue Partei, die diesen Eindruck einer effektiven Demokratie noch mehr in Frage stellt.
geschrieben von: apfelpfeil
Datum: 22.09.25 07:39
ZitatIn der PM der InfraGO vom 18.09. [www.dbinfrago.com] steht allerdings, dass die Strecke von Hersbruck bis Pegnitz nicht befahrbar sei. Die vorherige Langsamfahrstelle war hingegen angeblich nur zwischen Vorra und Neuhaus.Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
Nein, die LA begann hinter Vorra und endete ein gutes Stück vor Neuhaus.Hi,
zwischen Hersbruck und Vorra sind 2 Eisenbahn-Pegnitzbrücken!
Hatten die beiden bisher auch schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung?
Gruß
Nicht automatisch - ein entsprechendes Beispiel einer Eisenbahnbrücke ohne jegliche Nutzungsperspektive aus Neufünfland (Ort ist mir gerade entfallen) war in der Vergangenheit hier auf DSO schon des Öfteren Thema...Die Einstellung des Betriebes erlaubt den Abriss von Denkmälern.
Das stimmt. Deswegen betrachte ich den Zulauf zur AfD auch sehr viel mehr als Symptom als eine tatsächliche Alternative.Die AfD will nur diskreditieren, tatsächliche Lösungsvorschläge gibt es nicht. Laut meckern ist einfacher.
Auch das verstehe ich als Symptom. Da ist ein sehr tiefes Misstrauen gegenüber den staatlichen Planungsprozessen, also ist man erst mal gegen Alles. Es gibt auch viel Anlass für dieses Misstrauen, die DB bzw. InfraGO plant tatsächlich vorrangig nach ihren eigenen Zielen und Wünschen. Die Anliegen der Bürger werden bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet, schlechtestenfalls komplett übergangen. Wie man auch hier im Forum oft nachlesen kann.Natürlich wäre eine aktive Teilnahme im Planungsprozess aller Betroffenen und Beteiligten besser, aber bei Fundamentalopposition und komplett "dagegen" bleibt eben nur der Klageweg.
Andererseits ist es aber nicht sinnvoll, wenn eine relativ kleine Gruppe von Menschen aus reinem Eigeninteresse Dinge verhindern kann, die für die gesamte Gesellschaft sinnvoll sind.Auch das verstehe ich als Symptom. Da ist ein sehr tiefes Misstrauen gegenüber den staatlichen Planungsprozessen, also ist man erst mal gegen Alles. Es gibt auch viel Anlass für dieses Misstrauen, die DB bzw. InfraGO plant tatsächlich vorrangig nach ihren eigenen Zielen und Wünschen. Die Anliegen der Bürger werden bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet, schlechtestenfalls komplett übergangen. Wie man auch hier im Forum oft nachlesen kann.
Das weiterhin abzuwimmeln ist eine sehr schlechte Idee. Wir müssen die Demokratie wieder ans laufen bekommen. Vertrauen in den Staat, Staatshandeln im Sinne der Bewohner. Dafür wurde die Demokratie einst geschaffen.
Diese Haltung ist der beste Weg zu noch mehr Fundamentalopposition.Da kann und sollte man halt auch irgendwann sagen: halt, das ist nicht mehr verhältnismäßig. Ihr bekommt den gesetzlichen Schutz plus eine Zugabe; wenn euch das nicht paßt und ihr bei Fundamentalopposition bleibt, gibt es eben nur das gesetzliche Minimum und fertig.
"Also so'n drittes Gleis bis Uelzen, n paar Blockverdichtungen und Digitalisierung reichen unserer Meinung nach aus. Auch braucht es überhaupt gar nicht mehr Kapazität auf der Strecke und wir haben auch nichts davon wenn andere an uns vorbei schneller ans Ziel kommen. Außerdem kostet das alles Geld und Geld ausgeben ist doof" würde der Finanzminister jetzt sagen...Versuche es doch mal demokratisch: "Hier ist ein Taktknoten und dort ist ein Taktknoten, den Weg dazwischen wollen wir in 56 Minuten schaffen. Wir haben ein paar Vorschläge, wie sind Ihre Vorschläge?"
Grundsätzlich habe ich den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, das bei Streckensperrungen infolge von Baumaßnahmen der SEV oft mehr als den unmittelbar betroffenen Abschnitt überbrückt. Der SEV wird gleich zwei größeren Städten / Knotenbahnhöfen gefahren. Da die Streckenabschnitte NPZ - NNP und NV - NHR bis etwa Anfang August keine mir bekannten größeren Einschränkungen wie Langsamfahrstellen und Reduktion der Streckenklassen hatten, besteht erst einmal kein Grund zur Annahme, das hier auch Schäden vorliegen, die gleich die Streckensperrung erfordern. Die Wöhlerkurve für die Reduktion der Belastbarkeit von Stahl in Abhängigkeit von der Anzahl der Lastwechsel fällt auch bei zig Millionen kontinuierlich schwach, sie hat aber keinen Punkt, an dem die Festigkeit schlagartig auf Null zurückgeht. Auf genau diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht das Regelwerk für die Inspektion. Normalerweise reagiert DB InfraGO sehr behutsam auf Brückenschäden: Herabsetzung der Streckenklasse und Geschwindigkeitsreduzierung sind oft das Mittel der Wahl, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Der nahtlose Übergang vom vollen Programm hinsichtlich Streckenklasse und Höchstgeschwindigkeit auf Null ist daher erst einmal nicht plausibel. So etwas ist typisch für äußere Eingriffe wie Anfahrschäden oder der Brands eines LKW unter einer Bahnbrücke vor einigen Jahren im Ruhrgebiet. Das in einer Pressemeldung nicht immer die ganze Wahrheit steht, dürfte bekannt sein.Martin Pfeifer schrieb:Hallo,Es gibt seitens DB InfraGo keinen Grund zwischen Hersbruck (rechts) und Vorra (Pegnitz) sowie zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz nicht zu fahren. Das ist eine Entscheidung des EVU DB Regio.
......
ich habe aus Deinen bisher über doch einige jahre wahrgenommenen Beiträgen gar nicht in Erinnerung, daß Du Falschmeldungen verbreitest. Warum tust Du es nun hier?
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
Hallo,217 055 schrieb:Grundsätzlich habe ich den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, das bei Streckensperrungen infolge von Baumaßnahmen der SEV oft mehr als den unmittelbar betroffenen Abschnitt überbrückt. Der SEV wird gleich zwei größeren Städten / Knotenbahnhöfen gefahren. Da die Streckenabschnitte NPZ - NNP und NV - NHR bis etwa Anfang August keine mir bekannten größeren Einschränkungen wie Langsamfahrstellen und Reduktion der Streckenklassen hatten, besteht erst einmal kein Grund zur Annahme, das hier auch Schäden vorliegen, die gleich die Streckensperrung erfordern. Die Wöhlerkurve für die Reduktion der Belastbarkeit von Stahl in Abhängigkeit von der Anzahl der Lastwechsel fällt auch bei zig Millionen kontinuierlich schwach, sie hat aber keinen Punkt, an dem die Festigkeit schlagartig auf Null zurückgeht. Auf genau diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht das Regelwerk für die Inspektion. Normalerweise reagiert DB InfraGO sehr behutsam auf Brückenschäden: Herabsetzung der Streckenklasse und Geschwindigkeitsreduzierung sind oft das Mittel der Wahl, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Der nahtlose Übergang vom vollen Programm hinsichtlich Streckenklasse und Höchstgeschwindigkeit auf Null ist daher erst einmal nicht plausibel. So etwas ist typisch für äußere Eingriffe wie Anfahrschäden oder der Brands eines LKW unter einer Bahnbrücke vor einigen Jahren im Ruhrgebiet. Das in einer Pressemeldung nicht immer die ganze Wahrheit steht, dürfte bekannt sein....
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
OK, dann hat diese Inspektion halt an mehreren Stellen auch außerhalb der bekannten Problemzone zwischen NV und NNP unangenehme Ergebnisse an das Licht katapultiert. Zumindest bei der Brücke im Bf Neuhaus (Pegnitz) hat ein Beitragsschreiber ja bestätigt, das hier anscheinend gravierende Probleme gefunden wurden. Was die Sache natürlich nicht einfacher macht.
Die Antwort wird in vielen Fällen heißen: "Schön, das Sie das in 56 Minuten schaffen wollen, aber warum nicht 86 Minuten - das könnte doch auch einen Taktknoten geben? Im Übrigen ist es nicht meine Aufgabe, hochbezahlten Planern die Arbeit abzunehmen. Aber wenn ich unbedingt einen Vorschlag machen muss: bauen Sie das doch einfach jemand anderem vor die Haustür - aber fragen Sie ihn nicht, für den Fall dass der auch dagegen ist."Versuche es doch mal demokratisch: "Hier ist ein Taktknoten und dort ist ein Taktknoten, den Weg dazwischen wollen wir in 56 Minuten schaffen. Wir haben ein paar Vorschläge, wie sind Ihre Vorschläge?" Also nicht gegen hochgezogene Augenbrauen schimpfen, sondern die Freunde der Eisenbahn stärken. Letztere gibt es sehr viele.
Frag doch mal die NBS-Gegner in OWL, was die von der Taktknotenzeit halten.HSB Tw 44 schrieb:Diese Haltung ist der beste Weg zu noch mehr Fundamentalopposition.Da kann und sollte man halt auch irgendwann sagen: halt, das ist nicht mehr verhältnismäßig. Ihr bekommt den gesetzlichen Schutz plus eine Zugabe; wenn euch das nicht paßt und ihr bei Fundamentalopposition bleibt, gibt es eben nur das gesetzliche Minimum und fertig.
Versuche es doch mal demokratisch: "Hier ist ein Taktknoten und dort ist ein Taktknoten, den Weg dazwischen wollen wir in 56 Minuten schaffen. Wir haben ein paar Vorschläge, wie sind Ihre Vorschläge?" Also nicht gegen hochgezogene Augenbrauen schimpfen, sondern die Freunde der Eisenbahn stärken. Letztere gibt es sehr viele.
Genau, da kommt dann "Warum diese Raserei für 56 Minuten, es reichen doch auch 86 Minuten; ach, warum nicht gleich 116 Minuten - Überhaupt, warum muss da irgendjemand lang fahren, zuhause ist es auch schön und man kann doch schon über Buxtehude nach Berlin reisen." Manchmal ist die Antwort auch: "Klar bin ich auch für 56 Minuten - aber nur im Tunnel (oder woanders, weit weg von mir; schonmal versucht, die Bestandsstrecke für 56 Minuten auszubauen? Mir doch egal ob da Häuser abgerissen werden müssen ...)."Traumflug schrieb:Frag doch mal die NBS-Gegner in OWL, was die von der Taktknotenzeit halten.Diese Haltung ist der beste Weg zu noch mehr Fundamentalopposition.
Versuche es doch mal demokratisch: "Hier ist ein Taktknoten und dort ist ein Taktknoten, den Weg dazwischen wollen wir in 56 Minuten schaffen. Wir haben ein paar Vorschläge, wie sind Ihre Vorschläge?" Also nicht gegen hochgezogene Augenbrauen schimpfen, sondern die Freunde der Eisenbahn stärken. Letztere gibt es sehr viele.
Der Begriff "knallharte Ansagen seitens der Infrastruktur, was alles nicht geht." ist sehr interessant. In Kenntnis der örtlichen Situation (der Bf Vorra wird von Neuhaus (Pegnitz) aus ferngesteuert) kam bei mir der Verdacht auf, das DB InfraGo die Sperrung etwas großzügiger macht, um die personelle Besetzung des dortigen Stellwerkes einzusparen. Darunter fällt wohl auch ein SEV, wenn DB InfraGo das normalerweise nur stundenweise besetzte Weichenwärter-Stellwerk eines Bahnhofs nicht für die Überleitung auf das linke Gleise für mehrere Tage besetzen kann, was dann den SEV vermeidet. Ist halt so. Es wachsen ja weder Fahrdienstleiter, non Lokführer oder Ingenieure auf Bäumen.Martin Pfeifer schrieb:217 055 schrieb:Hallo,217 055 schrieb:Grundsätzlich habe ich den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, das bei Streckensperrungen infolge von Baumaßnahmen der SEV oft mehr als den unmittelbar betroffenen Abschnitt überbrückt. Der SEV wird gleich zwei größeren Städten / Knotenbahnhöfen gefahren. Da die Streckenabschnitte NPZ - NNP und NV - NHR bis etwa Anfang August keine mir bekannten größeren Einschränkungen wie Langsamfahrstellen und Reduktion der Streckenklassen hatten, besteht erst einmal kein Grund zur Annahme, das hier auch Schäden vorliegen, die gleich die Streckensperrung erfordern. Die Wöhlerkurve für die Reduktion der Belastbarkeit von Stahl in Abhängigkeit von der Anzahl der Lastwechsel fällt auch bei zig Millionen kontinuierlich schwach, sie hat aber keinen Punkt, an dem die Festigkeit schlagartig auf Null zurückgeht. Auf genau diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht das Regelwerk für die Inspektion. Normalerweise reagiert DB InfraGO sehr behutsam auf Brückenschäden: Herabsetzung der Streckenklasse und Geschwindigkeitsreduzierung sind oft das Mittel der Wahl, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Der nahtlose Übergang vom vollen Programm hinsichtlich Streckenklasse und Höchstgeschwindigkeit auf Null ist daher erst einmal nicht plausibel. So etwas ist typisch für äußere Eingriffe wie Anfahrschäden oder der Brands eines LKW unter einer Bahnbrücke vor einigen Jahren im Ruhrgebiet. Das in einer Pressemeldung nicht immer die ganze Wahrheit steht, dürfte bekannt sein....
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
OK, dann hat diese Inspektion halt an mehreren Stellen auch außerhalb der bekannten Problemzone zwischen NV und NNP unangenehme Ergebnisse an das Licht katapultiert. Zumindest bei der Brücke im Bf Neuhaus (Pegnitz) hat ein Beitragsschreiber ja bestätigt, das hier anscheinend gravierende Probleme gefunden wurden. Was die Sache natürlich nicht einfacher macht.
es ist sicher nicht falsch, für möglich zu halten, daß die EVU nach Mitteilung von Sperrabschnitten seitens InfraGo eigene Überlegungen bezüglich SEV und Abschnitten der Verkehrsunterbrechung anstellen. Darauf gibt es so viele Einflußfaktoren, meist aber knallharte Ansagen seitens der Infrastruktur, was alles nicht geht.
Ich weiß nicht, welcher Spielraum vorhanden ist, wie dieser eingeschätzt wurde und was dann tatsächlich ausgenutzt wurde. Hinsichtlich des Abschnitt NPZ - NNP wissen wir mittlerweile, das es tatsächlich eine Brücke gibt, die so etwas rechtfertigen kann. Für NV - NHR ist mir nichts gleiches bekannt. Deinen Ausführungen, das eine Sperrung mit derartigen Auswirkungen nicht Knall auf Fall kommen sollte, kann ich nur zustimmen. Ich erlebe allerdings im beruflichen Umfeld bei den Projekten mit meiner Beteiligung als Sachbearbeiter oftmals das Gegenteil: die Projekte sind zu knapp kalkuliert, es tauchen Problem auf, aber das ganze wird so lange es geht, gut geredet. Das dann der Liefereinsatz verschoben wird, wird oft erst kurz vor Toresschluß entschieden. Da liegen dann schon verkaufsfertige Geräte im Lager, die so nicht verkauft werden können, also Schroot sind oder aufwändig nachgearbeitet werden müssen....
Ob das alles genau so sein muß(te; ob vorhandener Spielraum nun genutzt oder absichtlich nicht genutzt wurde oder aber ob wirkliche Schadbilder oder nur vermutete und noch gar nicht sicher feststehende Schäden den (wenn ich mich richtig erinnere 24 oder 26 km umfassenden) Sperrgrund lieferten, werde zumindest ich nicht erfahren. Ich meine aber, daß solche, die Existenzen der Kunden der EVU sehr stark beeinflussenden Entscheidungen auch bei kurzfristig erkannten Mängeln ohne sofortige unmittelbare Gefahr einen größeren Vorlauf bedingen, um einigermaßen geordnet solche schwerwiegenden Einschränkungen vorbereiten zu können. Unangekündigte Sofortsperrungen wie im Sommer 2025 in Deisenhofen und Unterhaching sind jedenfalls nur in absoluten Ausnahmefällen angemessene Vorgehensweise, meist aber eine völlige Mißachtung der Auswirkungen einer solchen Entscheidung und das Gegenteil von ausgeübter Verantwortung.
Freundliche Grüße
217 055
217 055 schrieb:Martin Pfeifer schrieb:217 055 schrieb:Hallo,217 055 schrieb:Grundsätzlich habe ich den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, das bei Streckensperrungen infolge von Baumaßnahmen der SEV oft mehr als den unmittelbar betroffenen Abschnitt überbrückt. Der SEV wird gleich zwei größeren Städten / Knotenbahnhöfen gefahren. Da die Streckenabschnitte NPZ - NNP und NV - NHR bis etwa Anfang August keine mir bekannten größeren Einschränkungen wie Langsamfahrstellen und Reduktion der Streckenklassen hatten, besteht erst einmal kein Grund zur Annahme, das hier auch Schäden vorliegen, die gleich die Streckensperrung erfordern. Die Wöhlerkurve für die Reduktion der Belastbarkeit von Stahl in Abhängigkeit von der Anzahl der Lastwechsel fällt auch bei zig Millionen kontinuierlich schwach, sie hat aber keinen Punkt, an dem die Festigkeit schlagartig auf Null zurückgeht. Auf genau diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht das Regelwerk für die Inspektion. Normalerweise reagiert DB InfraGO sehr behutsam auf Brückenschäden: Herabsetzung der Streckenklasse und Geschwindigkeitsreduzierung sind oft das Mittel der Wahl, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Der nahtlose Übergang vom vollen Programm hinsichtlich Streckenklasse und Höchstgeschwindigkeit auf Null ist daher erst einmal nicht plausibel. So etwas ist typisch für äußere Eingriffe wie Anfahrschäden oder der Brands eines LKW unter einer Bahnbrücke vor einigen Jahren im Ruhrgebiet. Das in einer Pressemeldung nicht immer die ganze Wahrheit steht, dürfte bekannt sein....
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
OK, dann hat diese Inspektion halt an mehreren Stellen auch außerhalb der bekannten Problemzone zwischen NV und NNP unangenehme Ergebnisse an das Licht katapultiert. Zumindest bei der Brücke im Bf Neuhaus (Pegnitz) hat ein Beitragsschreiber ja bestätigt, das hier anscheinend gravierende Probleme gefunden wurden. Was die Sache natürlich nicht einfacher macht.
es ist sicher nicht falsch, für möglich zu halten, daß die EVU nach Mitteilung von Sperrabschnitten seitens InfraGo eigene Überlegungen bezüglich SEV und Abschnitten der Verkehrsunterbrechung anstellen. Darauf gibt es so viele Einflußfaktoren, meist aber knallharte Ansagen seitens der Infrastruktur, was alles nicht geht. Und mangels verfügbarer Gleise, Rangiersignale, Elektranten, Busaufstellflächen, aber auch aus Gründen vermiedener zusätzlicher Umstiege kommt es ganz sicher auch zu längeren SEV-Abschnitten als dem unmittelbar gesperrten Bereich. Aber sicher nie freiwillig, weil es so schön ist, irgendwo nicht zu fahren.
Du hast nun gestern aber eben nicht ausgeführt, daß DB Regio möglicherweise nicht bis zum letzten Bahnhof vor der Sperrung fährt, sondern Du hast behauptet, daß dies so sei. Darin sehe ich einen entscheidenden Unterschied. Ich stimme mit Dir sogar überein, daß ich selbst auch erst meinte, von einer Sperrung zwischen Vorra und Neuhaus ausgehen zu müssen. Die Verwunderung war dann doch gegeben, als die Entscheidung verkündet wurde.
Ob das alles genau so sein muß(te; ob vorhandener Spielraum nun genutzt oder absichtlich nicht genutzt wurde oder aber ob wirkliche Schadbilder oder nur vermutete und noch gar nicht sicher feststehende Schäden den (wenn ich mich richtig erinnere 24 oder 26 km umfassenden) Sperrgrund lieferten, werde zumindest ich nicht erfahren. Ich meine aber, daß solche, die Existenzen der Kunden der EVU sehr stark beeinflussenden Entscheidungen auch bei kurzfristig erkannten Mängeln ohne sofortige unmittelbare Gefahr einen größeren Vorlauf bedingen, um einigermaßen geordnet solche schwerwiegenden Einschränkungen vorbereiten zu können. Unangekündigte Sofortsperrungen wie im Sommer 2025 in Deisenhofen und Unterhaching sind jedenfalls nur in absoluten Ausnahmefällen angemessene Vorgehensweise, meist aber eine völlige Mißachtung der Auswirkungen einer solchen Entscheidung und das Gegenteil von ausgeübter Verantwortung.
Freundliche Grüße
217 055
Martin Pfeifer schrieb:217 055 schrieb:Hallo,217 055 schrieb:Grundsätzlich habe ich den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, das bei Streckensperrungen infolge von Baumaßnahmen der SEV oft mehr als den unmittelbar betroffenen Abschnitt überbrückt. Der SEV wird gleich zwei größeren Städten / Knotenbahnhöfen gefahren. Da die Streckenabschnitte NPZ - NNP und NV - NHR bis etwa Anfang August keine mir bekannten größeren Einschränkungen wie Langsamfahrstellen und Reduktion der Streckenklassen hatten, besteht erst einmal kein Grund zur Annahme, das hier auch Schäden vorliegen, die gleich die Streckensperrung erfordern. Die Wöhlerkurve für die Reduktion der Belastbarkeit von Stahl in Abhängigkeit von der Anzahl der Lastwechsel fällt auch bei zig Millionen kontinuierlich schwach, sie hat aber keinen Punkt, an dem die Festigkeit schlagartig auf Null zurückgeht. Auf genau diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht das Regelwerk für die Inspektion. Normalerweise reagiert DB InfraGO sehr behutsam auf Brückenschäden: Herabsetzung der Streckenklasse und Geschwindigkeitsreduzierung sind oft das Mittel der Wahl, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Der nahtlose Übergang vom vollen Programm hinsichtlich Streckenklasse und Höchstgeschwindigkeit auf Null ist daher erst einmal nicht plausibel. So etwas ist typisch für äußere Eingriffe wie Anfahrschäden oder der Brands eines LKW unter einer Bahnbrücke vor einigen Jahren im Ruhrgebiet. Das in einer Pressemeldung nicht immer die ganze Wahrheit steht, dürfte bekannt sein....
Woher nimmst Du einen Beleg für die Aussage, daß der nicht befahrene Abschnitt eine Entscheidung von DB Regio sei? Ich bestreite das und behaupte das Gegenteil - InfraGo hat den EVU und besonders DB Regio als Hauptbetroffenem den Sperrabschnitt Hersbruck Ost - Pegnitz (jeweils ausschließelich) mitgeteilt.Darauf (und auf den unbekannten Sperrzeitraum) bauen alle Folgetätigkeiten auf.
OK, dann hat diese Inspektion halt an mehreren Stellen auch außerhalb der bekannten Problemzone zwischen NV und NNP unangenehme Ergebnisse an das Licht katapultiert. Zumindest bei der Brücke im Bf Neuhaus (Pegnitz) hat ein Beitragsschreiber ja bestätigt, das hier anscheinend gravierende Probleme gefunden wurden. Was die Sache natürlich nicht einfacher macht.
es ist sicher nicht falsch, für möglich zu halten, daß die EVU nach Mitteilung von Sperrabschnitten seitens InfraGo eigene Überlegungen bezüglich SEV und Abschnitten der Verkehrsunterbrechung anstellen. Darauf gibt es so viele Einflußfaktoren, meist aber knallharte Ansagen seitens der Infrastruktur, was alles nicht geht. Und mangels verfügbarer Gleise, Rangiersignale, Elektranten, Busaufstellflächen, aber auch aus Gründen vermiedener zusätzlicher Umstiege kommt es ganz sicher auch zu längeren SEV-Abschnitten als dem unmittelbar gesperrten Bereich. Aber sicher nie freiwillig, weil es so schön ist, irgendwo nicht zu fahren.
Du hast nun gestern aber eben nicht ausgeführt, daß DB Regio möglicherweise nicht bis zum letzten Bahnhof vor der Sperrung fährt, sondern Du hast behauptet, daß dies so sei. Darin sehe ich einen entscheidenden Unterschied. Ich stimme mit Dir sogar überein, daß ich selbst auch erst meinte, von einer Sperrung zwischen Vorra und Neuhaus ausgehen zu müssen. Die Verwunderung war dann doch gegeben, als die Entscheidung verkündet wurde.
Ob das alles genau so sein muß(te; ob vorhandener Spielraum nun genutzt oder absichtlich nicht genutzt wurde oder aber ob wirkliche Schadbilder oder nur vermutete und noch gar nicht sicher feststehende Schäden den (wenn ich mich richtig erinnere 24 oder 26 km umfassenden) Sperrgrund lieferten, werde zumindest ich nicht erfahren. Ich meine aber, daß solche, die Existenzen der Kunden der EVU sehr stark beeinflussenden Entscheidungen auch bei kurzfristig erkannten Mängeln ohne sofortige unmittelbare Gefahr einen größeren Vorlauf bedingen, um einigermaßen geordnet solche schwerwiegenden Einschränkungen vorbereiten zu können. Unangekündigte Sofortsperrungen wie im Sommer 2025 in Deisenhofen und Unterhaching sind jedenfalls nur in absoluten Ausnahmefällen angemessene Vorgehensweise, meist aber eine völlige Mißachtung der Auswirkungen einer solchen Entscheidung und das Gegenteil von ausgeübter Verantwortung.
Freundliche Grüße
217 055
Kommt drauf an, was Du unter "Freunden der Eisenbahn" verstehst.Also nicht gegen hochgezogene Augenbrauen schimpfen, sondern die Freunde der Eisenbahn stärken. Letztere gibt es sehr viele.
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