DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 All Angemeldet: -

Re: Pegnitztalbahn wegen maroden Brücken gesperrt

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 18.09.25 20:49

olli1956 schrieb:
Hallöchen . Güterzüge dürfen die Strecke ab 1. 09. 2025 nicht mehr befahren . Nun wird ab morgen auch der Personenverkehr auf der Strecke gesperrt .
Hallo!

Wie viele Güterzüge pro Tag sind ungefähr betroffen?

Gruß Paul

Re: dpa-Artikel zur Sperrung

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 18.09.25 20:50

bionade24 schrieb:
nordbayern.de

Für den bayrischen Verkehrsminister ist die Sperrung wohl keine Überraschung, die Verantwortung für diese sieht er ausschließlich bei anderen.
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?

Re: dpa-Artikel zur Sperrung

geschrieben von: Node

Datum: 18.09.25 20:54

cargofuzzy schrieb:
bionade24 schrieb:
nordbayern.de

Für den bayrischen Verkehrsminister ist die Sperrung wohl keine Überraschung, die Verantwortung für diese sieht er ausschließlich bei anderen.
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: POD

Datum: 18.09.25 20:56

Bk Isenach schrieb:
Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
Unfähigkeit... keine Ahnung... wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich bin wahrlich kein Mensch, der bei solcher Polemik emotional wird. Aber ich bekomme bei dieser Pauschalität echt nen Hals. Schauen wir uns doch mal alles an.

Strecke gehört elektrifiziert, gibt da auch einen Staatsvertrag mit Tschechien. Die Tunnel sind zu niedrig für die Strippe/Stromschiene. Um keine Geldverbrennungsmaschine mit einer massiven Tunnel-Aufweitung (wenn überhaupt so mit dem aktuellen der Rils und Normen möglich) zu eröffnen, was am Ende alle (!) nicht wollen, kam man auf die Idee mit tiefer gelegten und schlanken Brücken... klingt für mich logisch und nicht nach fehlender Ahnung... zumal schon zum damaligen Zeitpunkt feststand, dass die Brücken erneuert werden müssen. Knifflig bleibt es so oder so,

Dazu muss man sagen, dass die Strecke zwar im BVWP enthalten ist, aber trotzdem weiß der Bund nicht so recht, was er damit anstellen sollte. Wurde eben mal politisch versprochen, im BVWP verbrieft. Für die Netz-Resilienz ist es immer gut, so eine Stecke im Portfolio zu haben. Aber trotzdem irgendwie nicht gewollt (außer vllt von den Tschechen, die mit dem Draht schon an der Grenze angekommen sind). Dann heißt es NKV kleiner 1 = Planungsstop. Vergangenes Jahr dann, Stop Rolle rückwärts NKV größer 1, also könnte weitergehen. Aber Halt: Müssen erstmal Haushaltskonsolidierung machen, also langsam mit den jungen Pferden.

Da würde ich als zuständiger Planer applaudieren. Ohne Ausbau weniger Zwangspunkte bei der Erneuerung, also Konsens mit BI/Denkmalschutz eher möglich. Aber an sich will man ja den Ausbau, also eigentlich jetzt schon volles Programm fahren, bevor in 10 Jahren alles wieder weg muss. Aber sind das überhaupt alles die gleich Finanzierungstöpfe? Wird dann am Ende einem daraus ein Strick gedreht und Inkompetenz vorgeworfen. Und den Instandhalter musst du ja auch einbinden und eine Perspektive geben.

Dann die Wünsche der Bürger vor Ort. Die Brücken und Tunnel sind das Wahrzeichen der Region, wenn ich mit Leuten ohne Bahnbezug spreche, dass sind die ersten beiden Dinge die jenen einfallen. Ich verstehe hier schon die Bedürfnisse und Ängste. Aber man ist in der Diskussion so in der Optik und Denkmal-Sichtweise festgefahren, dass man aus meiner Sicht den primären Nutzen der Anlagen aus den Augen verloren hat (was man wohl nun auch im wegbrechenden Ausflugsverkehr spüren wird).

Man könnte und müsste noch weiter ausholen... daher sorry für die bereits stark eingekürzte Umschreibung. Das hat sich halt jetzt so eingegraben und nun stehen wir da und haben schöne Brücken aber keinen ÖPNV im Pegnitztal. Denkmalschutz und örtliche Interessen gegen Daseinsvorsorge. Was überwiegt?

PS zum Nachdenken: Wie wohl die Diskussion bei Schnellfahrstrecken in 100 Jahren aussehen wird? Die sind ja auch nix anderes also die aus dem Pegnitztal bekannte Brücke-Tunnel-Brücke-...-Kombi. Wenn hier der Denkmalschutz Ansprüche anstellt... oh Gott ich höre lieber auf.

Gruß POD



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.25 21:02.

Re: ... zur Sperrung

geschrieben von: andreas +

Datum: 18.09.25 20:58

Node schrieb:
cargofuzzy schrieb:
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.
Regelwerke kann man ändern ...

Re: ... zur Sperrung

geschrieben von: Node

Datum: 18.09.25 20:59

andreas + schrieb:
Node schrieb:
cargofuzzy schrieb:
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.
Regelwerke kann man ändern ...
Dann geh doch in die Diskussion mit dem EBA.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt - Brücken ...

geschrieben von: andreas +

Datum: 18.09.25 21:04

POD schrieb:
PS zum Nachdenken: Wie wohl die Diskussion bei Schnellfahrstrecken in 100 Jahren aussehen wird? .... Wenn hier der Denkmalschutz Ansprüche anstellt...
Das wäre kein Problem, die häßlichen Betonbrücken kann man einfach neu wiedererstellen.

Re: Pegnitztalbahn wegen maroden Brücken gesperrt

geschrieben von: POD

Datum: 18.09.25 21:12

cargofuzzy schrieb:
Hallo!

Wie viele Güterzüge pro Tag sind ungefähr betroffen?

Gruß Paul
Bezogen des Falles eines Zustandes zur uneingeschränkten Nutzung oder dem bis kurzem geführten StatusQuo? Ersteres wäre die relevantere Zahl, ist aber so lange her, dass ich mit den grundsätzlichen Entwicklungen im SGV der letzten Jahre/ beiden Jahrzehnte kein Gefühl mehr dafür habe. Zuletzt mit den Einschränkungen jedoch sehr (sehr) überschaubar.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt - Brücken ...

geschrieben von: POD

Datum: 18.09.25 21:16

andreas + schrieb:
POD schrieb:
PS zum Nachdenken: Wie wohl die Diskussion bei Schnellfahrstrecken in 100 Jahren aussehen wird? .... Wenn hier der Denkmalschutz Ansprüche anstellt...
Das wäre kein Problem, die häßlichen Betonbrücken kann man einfach neu wiedererstellen.
Nicht so sicher sein, wenn man den Leuten im Pegnitztal vor 100 Jahren erzählt hätte, wie wertvoll und schön die Brücken doch sind, hätte man vermutlich nen Bierkrug über die Schläfe gestreift bekommen 😉.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: def

Datum: 18.09.25 21:25

POD schrieb:
Bk Isenach schrieb:
Wieso? Die Bürgerinitiativen sind ja wohl nicht generell gegen eine Sanierung bzw. neue Brücken. Nur gegen die Art, wie es sich der unfähige Haufen DB Infrago vorstellt.
Wäre die DB den Bürgerinitiativen entgegen gekommen oder hätte es nach deren Vorstellungen gemacht, gäbe es jetzt keine Sperrung.
Es ist halt wie an vielen anderen Stellen: DB Infrago hat keine Ahnung, aber davon sehr viel. Deshalb muss es genau so gemacht werden, wie man es will oder man macht gar nichts.
Unfähigkeit... keine Ahnung... wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich bin wahrlich kein Mensch, der bei solcher Polemik emotional wird. Aber ich bekomme bei dieser Pauschalität echt nen Hals. Schauen wir uns doch mal alles an.

[...]
Danke für die Erläuterungen. Wie wir wissen: niemand hat mehr Ahnung als irgendeine herbeigelaufene BI. :)

Ich habe das zum Anlass genommen, die BI "Eisenbahnbrücken Pegnitztal" zu googeln und bin u.a. auf zwei Artikel von 2012 (!) und 2016 gestoßen. Gut, dass gerade kein Tisch da ist, sonst würde ich mir den Kopf blutig stoßen...

1. Es ist mal wieder ein Fall von Staatsversagen, dass man in nun 13 Jahren keine Lösung gefunden hat. Das Land funktioniert einfach nicht mehr.
2. Dabei ist mir relativ egal, ob der Staat in Form der bundeseigenen DB oder der Politik schuld ist, versagt haben alle.
3. Helft mir auf die Sprünge, welche Partei hat nochmal 2012 und 2016 den Bundesverkehrsminister gestellt?

Der Artikel von 2016 ist besonders interessant:
Zitat
Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat in einem Schreiben an die Bürgerinitiative Anfang Juli auf die Ausrichtung des "ganzen bahninternen Betriebsablaufs auf Abriss und Neubau" hingewiesen. Dabei hat das Amt festgestellt, dass die stählernen Überbauten überwiegend "für mindestens eine weitere Generation genutzt werden" können, und ein Gutachter der BI, dass die Widerlager, die derzeit durch ein externes Planungsbüro geprüft werden, in Takt sind, so Urbat. Für die BI ist daher ein Neubau "Rauswerfen von Steuergeldern und Landschaftsverschandelung".

Und besonders toll das NIMBY-tum am Ende des Artikels:

Zitat
Welche Vorteile das Tal überhaupt von TEN habe, fragte Urbat. Keine, war Wilms trockene Antwort. "Und warum sollen wir das und mehr Güterzüge dann dulden?", entgegnete Urbat. Sie fände es sinnvoller, mehr auf Regionalität zu setzen, zum Beispiel um den transeuropäischen Verkehr abzubauen. "Ein Umdenken kommt erst, wenn die Kiste schön im Dreck steckt!", antwortete Wilms knapp und treffend.
Franken, esst fränkische Bananen und fahrt fränkische Autos, die mit fränkischem Erdöl fahren!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.25 21:42.

Re: dpa-Artikel zur Sperrung

geschrieben von: bionade24

Datum: 18.09.25 21:37

cargofuzzy schrieb:
Inwiefern ist der Minister deiner Meinung nach verantwortlich?
Das Vorhaben/Konzept S-Bahn rechte Pegnitzsstrecke unterliegt seinem Verkehrsministerium, welches seine Interessen über den Bundesrat auch in der Bundespolitik zur Geltung bringen kann. Das Vorhaben ist aber trotz der Entscheidung der DB über die zukünftige Trassenführung im Pegnitztal nach Sanierung & Ausbau der Strecke immer noch eine Luftnummer, die wenns passt aus einer Schublade hervorgeholt wird, um danach wieder dort zu verschwinden. Politische Rückendeckung für die InfraGo gegen Brückenliebhaber, Behörden & finanzielle Engpässe lässt sich so nicht erkennen.

Re: Pegnitztalbahn wegen maroden Brücken gesperrt

geschrieben von: bionade24

Datum: 18.09.25 21:48

Zumal meines Kenntnisstandes nach einige der häufigeren Güterzüge in Hersbruck (rechts Pegnitz) in Richtung Weiden abgebogen sind oder von dort kamen. Diese können weiter fahren, bis Regensburg-Hof elektrifiziert wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.25 21:48.
1877 wurde diese Strecke nach nur wenigen Jahren Bauzeit eröffnet!

Güterzüge sind in den letzten Jahren nur noch eine Handvoll verteilt über die Woche gefahren.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.25 21:51.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: kbs651

Datum: 18.09.25 22:14

Hallo zusammen,

einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.

Gruß

kbs651

Re: veränderliche Regelwerke

geschrieben von: Saxobav

Datum: 18.09.25 22:26

andreas + schrieb:
Node schrieb:
Er könnte der bayrischen Denkmalschutzbehörde beibringen, dass das Interesse der Bahnfahrer an tauglichen Brücke höher wiegt als deren denkmalschutzgerechte, aber nicht regelwerkskonforme Erhaltung.
Regelwerke kann man ändern ...
Hat man bereits. Zur Konstruktionszeit der Brücken gab es mit Sicherheit andere. Angefangen beim Material, über die Verarbeitung bis hin zur konstruktiven Auslegung. Man wird ähnliche Brücken bauen können, aber kaum Schraubengleiche. Hier im Speziellen hat man widerstreitende Anforderungen, die schwer kompromissfähig sind. Man hat natürliche Gewässer mit maximalen Durchflussmengen (Hochwasserauslegung, das Ahrtal läßt grüßen), begleitende Straßen mit Regeln für Durchfahrtshöhen und -breiten, die Bahnstrecke selbst mit Gleisprofil, Gleismittenabstand, Fahrzeugprofil und ggf. Oberleitung. Hinzu kommt Lärmschutz. Wenn die gleichen Denkmalschützer jetzt noch aktiv sind, hätten diese mit den BI ein wunderbares Thema Lärmschutz. Wenn man nicht super innovativ ist (wie kompletter Verzicht auf Wände), wäre allein dadurch der gesamte Denkmalschutz gestorben. In dem engen Tal geht sonst nur Volleinhausung, was auch den lokalen Tourismus verhagelt. Jetzt ist also eine super Gelegenheit für die lokale Demokratie. Die Bürger (alle, nicht nur die BI) haben ihre Vertreter ermächtigt, und nun können diese den Bürgerwillen organisieren. Bis zum begrünten Radweg und Selbstverantwortung der Brückenerhaltung und nie wieder Eisenbahn ist vieles möglich. Aber irgendwann ist dann auch Maulhalten für irgendwelche Fraktionen sowie Durchsetzen der Mehrheitsbeschlüsse verbindlich.

Eine gewisse Beschleunigung könnte die Wiedereröffnung erfahren, wenn das als wichtige NATO-Transportachse deklariert wird. Dann wird es spannend mit der Demokratie.

Gruß saxobav.

Re: Denkmalgerechte Neukonstruktion

geschrieben von: Saxobav

Datum: 18.09.25 22:40

kbs651 schrieb:
Hallo zusammen,
einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.
Gar nicht so weit weg in Chemnitz hat man auch eine angemessene Lösung gefunden. Man hatte sich bei DB damit schwer getan, dann aber geschafft. Anders in Dresden, wo man bei der "Modernisierung" der Bahnhöfe tunlichst alle alten Stahlbücken für gesichtslose Ersatzbauten geopfert hat, nicht nur bei den beiden Großbahnhöfen der Stadt. Was findige Händler nicht gerettet haben, ging erbarmungslos auf den Schrott.

Schade, dass man erst durch solche Umstände ins Gespräch und auf Kompromißsuche kommt. Jetzt hätte man ja auch die Baufreiheit für die Tunnelaufweitungen, nur dass man unvorbereitet ist.

Gruß saxobav.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: Traumflug

Datum: 18.09.25 22:44

POD schrieb:
Strecke gehört elektrifiziert, gibt da auch einen Staatsvertrag mit Tschechien. Die Tunnel sind zu niedrig für die Strippe/Stromschiene. Um keine Geldverbrennungsmaschine mit einer massiven Tunnel-Aufweitung (wenn überhaupt so mit dem aktuellen der Rils und Normen möglich) zu eröffnen, was am Ende alle (!) nicht wollen, kam man auf die Idee mit tiefer gelegten und schlanken Brücken
[…]
Dann die Wünsche der Bürger vor Ort. Die Brücken und Tunnel sind das Wahrzeichen der Region, wenn ich mit Leuten ohne Bahnbezug spreche, dass sind die ersten beiden Dinge die jenen einfallen. Ich verstehe hier schon die Bedürfnisse und Ängste.
Mir erschliesst sich gerade nicht ganz, wie man mit niedrigeren Brücken Tunnelaufweitungen vermeiden kann. Zumindest muss man da doch die Tunnelsohle tiefer legen, was ein Umbau ist, wodurch die aktuellen Normen Pflicht werden. Vielleicht übersehe ich ja was.

So oder so gibt es dann immer noch zwei Möglichkeiten:

- Kleine Gefälle zwischen den Brücken und den Tunneln bei Erhalt der Originalbrücken. Auf einem Übersichtsplan sähe das dann zwar aus wie eine Berg- und Talbahn, doch in der Realität müsste man schon sehr genau hinschauen, um das überhaupt zu sehen. Voraussetzung ist natürlich eine gewisse Distanz zwischen Brücken und Tunneln.

- Neue Brücken im Stil der 1890er Jahre. Also grün gestrichenes Stahl-Fachwerk.

Natürlich lassen sich beide Lösungen auch kombinieren.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: nikolai

Datum: 18.09.25 22:51

kbs651 schrieb:
Hallo zusammen,

einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.

Gruß

kbs651
Wenn schon Denkmalschutz und "schöne Optik": Fahrdraht und Masten dürfen dann auch nicht ins schöne Pegnitztal gestellt werden. Das beste wäre zweigleisige elektrifizierte Neubaustrecke im Tunnel und ein schöner Bahnfahrradweg auf der derzeitigen Trasse.

Re: Pegnitztalbahn wird gesperrt

geschrieben von: POD

Datum: 18.09.25 23:03

kbs651 schrieb:
Hallo zusammen,

einmal zur Erinnerung. Vor gar nicht so langer Zeit hat man es in Moresnet, gerade über die Grenze bei Aachen, auch geschafft, die abgängige Stahlkonstruktion des Viaduktes durch eine angemessene neue Stahlkonstruktion zu ersetzen. Wer noch nicht dort war, das ist keine kleine Brücke. Die Betonbrücken, die die DB gerne ins Pegnitztal setzen würde, sind dem Landschaftsbild schlicht nicht angemessen. Wie bereits erwähnt kann man das an einer Brücke südlich von Rupprechtstegen schön sehen. Aber man hat ja auch erst 20 Jahre oder mehr verplempert und auf den Händen gesessen.

Gruß

kbs651
Das ist aber ein Apfel/Birnen-Vergleich. Sind davor und danach Tunnel + unten drunter Flusslauf und Straße, die eine Tieferlegung eben jener nicht zulassen und das nicht nur einmal, sondern in kürzester Wiederholung? Genau das sind die wesentlichen Zwangspunkte, da man jeden Zentimeter Flexibilität im Ausbau benötigen wird. Beim Lesen des Textes könnte man meinen, die DB will die Stahlbrücken ersetzen, um den Leuten einfach nicht recht geben zu müssen.

Nochmal: In diesem konkreten Beispiel bleibe ich dabei: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die bereits verlinkten Artikel von 2012, 2016 skizzierten ein Worst-Case-Szenario (bzw. nun widerlegte BI-Gutachten und selbst Bernreiter ist mit Verweis auf 2021 (war das das Jahr mit dem Planungsstop?) nicht überrascht. Da sind wir jetzt angekommen. Glückwunsch, Verlierer sind alle.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) kritisierte die Deutsche Bahn.
Die Sperrung sei leider zu erwarten,
aber doch "leicht zu vermeiden" gewesen,
wenn 2021 zügig weitergeplant worden wäre, sagte er.

"Jetzt wird eine Strecke gesperrt und Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Wenn das Fortschritt sein soll, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht, Deutschland!",
so Bernreiter.
Ähnlich äußerte sich der Landrat des Nürnberger Landes, Armin Kroder (Freie Wähler):
"Was wir hier erleben, ist eine hausgemachte Verkehrskatastrophe.
Statt endlich in Ausbau und Elektrifizierung zu investieren,
wurde die Instandhaltung verschleppt.
Jetzt zahlen Pendler und die ganze Region den Preis."

ami/mit dpa

Paulchen schrieb:
Pegnitztalbahn ab morgen gesperrt.

Moderationseingriff: aussagekräftiger Betreff gesetzt

Es grüßt der formlos geprüfte Heizlokfuehrer von seinem eingeheizten heißen Sitz im Heizlokführerstand und meint "Tbnf" (engl.: DNFTT)
nützt aber 'eh nix [www.drehscheibe-online.de] - Ach so, wem meine Beiträge nicht gefallen, der braucht diese erst gar nicht nicht anklicken und erst recht nicht kommentieren... - ... aber er kann es gerne besser machen!?







http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSn2e4OaHwghyxu061sVJhRVg-N672t5QX5XUrVR_Zo_B6N3CJV
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 All Angemeldet: -
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2025 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.