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Baden-Württemberg: Straßenersatzverkehr im Krebsbachtal - Züge ersetzen Busse

Eine baubedingte Vollsperrung der Landstraße zwischen Neckarbischofsheim Stadt und Neckarbischofsheim Nord: [www.openrailwaymap.org] erfordert eine großräumige und zeitaufwendige Umleitung des Straßenverkehrs und auch der dort verkehrenden drei Buslinien. Daher hat das Land Baden-Württemberg zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: Das Land bestellt als Ersatz einen "Straßenersatzverkehr": Erstmals ersetzen also Züge die Busse und sichern so den öffentlichen Nahverkehr – „das ist bundesweit ziemlich einmalig“, erklärt Frank von Meißner, einer der Regionenbahn-Geschäftsführer und -Gründer.

Als Eisenbahnverkehrsunternehmen verantwortlich ist die „Regionenbahn GmbH“: ein kleines, inhabergeführtes Eisenbahnunternehmen, das modernste Triebwagen mit Niederflureinstieg und Klimaanlagen für den Verkehr angemietet hat:

Die Züge des Straßenersatzverkehrs fahren auf den Gleisen der Krebsbachtalbahn, die normalerweise nur im Freizeitverkehr mit nostalgischen Schienenbussen an Wochenenden befahren wird. „Wir bieten damit einen Vorgeschmack, wie die Krebsbachtalbahn in Zukunft als moderne Nahverkehrslinie aussehen könnte,“ so die Regionenbahn.

Die Pendelzüge des "Straßenersatzverkehrs" pendeln zwischen Neckarbischofsheim Nord, Neckarbischofsheim Stadt und Siegelsbach/Obergimpern in den Sommeferien vom 31. Juli 2025 bis 12. September 2025 immer von Montag bis Freitag ca. stündlich. In Neckarbischofsheim Nord besteht Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar in Richtung Waibstadt, Meckesheim und Heidelberg. Es gelten die regulären Nahverkehrstickets.

Der Fahrplan kann unter [regionenbahn.de] abgerufen werden.

Die Regionenbahn weist ausdrücklich darauf hin: Auch Anwohner und Autofahrer an der Krebsbachtalbahn werden zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen, denn von nun fahren dort – nach langer Zeit – wieder täglich Züge. Besondere Vorsicht ist an den Bahnübergängen geboten, die allesamt keine Schranken haben. Rotes Blinklicht oder ein Pfeifsignal des Zuges heißen: Unbedingt vor dem Bahnübergang anhalten und dem Zug Vorfahrt gewähren.

Zum Fahrplan: [regionenbahn.de]

Pressemeldung Die Regionenbahn GmbH
Quelle: [www.lok-report.de]



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:09:12:52.
Hallo,

tolle Sache.
Es geht scheinbar auch ohne jahrelange Planung und Umbau der Strecke, wenn man politisch will.
Das die Sicherheit trotzdem gewährleistet sein sollte, steht außer Frage.

Gruß

Falk12
Bereits am 24.7.hier ausführlich gepostet! Bitte zusammenführen.

Achim
Hallo Strab 41,

einmalig ist so etwas nicht. Im Jahr 1987 bereits gab es einen Straßenersatzverkehr auf dem Abschnitt Wiesbaden-Dotzheim bis Hahn-Wehen, weil wegen einer großen Baumaßnahme in Schlangenbad die Bundesstraße 260 monatelang vollgesperrt war.

Zusätzlich wurden daher den ganzen Tag über Züge auf dem Teilstück der Aartalbahn angeboten zusätzlich zum Busverkehr. Dadurch und weil sich die Berufspendler doch auf die wenigen weiteren Taunusübergänge verteilten kam es nicht zu langen Staus und die Benutzung der Züge war eher mäßig. Daher wurde nach wenigen Wochen dieser Straßenersatzverkehr wieder beendet.

Grund war sicher auch die fehlende Anbindung an den Wiesbadener Hauptbahnhof.

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich
Hallo,
auch in RLP bei der Westerwaldbahn gab es vor einigen Jahren so eine Episode. Grund war die Sperrung einer wichtigen Landstraße über mehrere Wochen. In den Stoßzeiten des Schülerverkehrs morgens und mittags konnten die Umleitungsstrecken den Verkehr nicht bewältigen. Also baute man am ehemaligen Bf Gebhardshain-Steinebach einen provisorischen Bahnsteig aus Schwellen und Schotter. Ein VT wurde angemietet und auf der Bindweide stationiert morgens und mittags wurde jeweis eine Fahrt Bindweide (Lt) Gehardshain-Steinebach (Rb) Scheuerfeld Klbf und zurück durchgeführt. Alle Busfahrpläne wurden auf die beiden Endpunkte optimiert. In Gebhardshain-Steinebach gab es sogar einen "Aufsichtsbeamten". Mittags zu Schulschluss stand der Leiter der dortigen benachbarte Schule am Bahnsteig und pfiff sein Schüler zu geordneter Aufstellung und geregeltem Einstieg.
Wolfgang
Zu Bundesbahnzeiten gab es bei der BD Köln bedarfsweise "Straßenersatzverkehr" bei Hochwasser des Rheins auf einem Teilstück der rechten Rheinstrecke, wo auf der Straße nahe am Rheinufer bei Hochwasser die Busse nicht fahren konnten.

Gruß Ulrich
Auch auf der Schmalspurbahn Cranzahl -Oberwiesenthal gab es in den 90ern auf einem Teilstück Straßenersatzverkehr.
Hallo allerseits,
vor etlichen Jahren verkehrten Pz im Ersatzverkehr auf Nienburg/Weser - Lemke, da die Weser ueber die Ufer getreten war. Zum Einsatz kamen 614, wenn ich mich recht entsinne.
Gruss
kbs651
Auch auf den Strecken(abschnitten) Rudersberg-Welzheim und Eystrup-Hoya gab es etwas derartiges in jüngerer Vergangenheit.
Das gab es schon öfters, Z.B. 2016 auf der Wieslaufbahn, 2022 auf der Brohltalbahn, 2023 bei der Usedomer Bäderbahn.
Guten Abend !

Reicht dieser Ersatzfahrplan aus ? Wenn ich den so ansehe, fehlen morgens zur Berufsverkehrszeit genauso Abends Züge. Wurde das nicht für nötig gehalten ? Aber wahrscheinlich gilt wieder die Aussage: In den Sommerferien sind eh nicht so viele Leute auf den Straßen unterwegs. Allerdings haben nicht alle Berufstätigen 6 Wochen Urlaub wie die Schüler.....

Gruß
diesel-fan

P.S. Ein Einsatzfoto hät den Artikel noch etwas aufgewertet !
diesel-fan schrieb:
Reicht dieser Ersatzfahrplan aus ? Wenn ich den so ansehe, fehlen morgens zur Berufsverkehrszeit genauso Abends Züge. Wurde das nicht für nötig gehalten ? Aber wahrscheinlich gilt wieder die Aussage: In den Sommerferien sind eh nicht so viele Leute auf den Straßen unterwegs. Allerdings haben nicht alle Berufstätigen 6 Wochen Urlaub wie die Schüler.....

Nötig vielleicht schon, aber woher das Personal nehmen? Urlaubszeit ist ja nicht nur für die Schüler. Der Fahrplan sieht so aus, als sei er für eine Schicht ausgelegt, für weitere Züge hätten wohl eine zweite Schicht erfordert.

Im Ausland. Auch Schiff statt Zug.

geschrieben von: eckigrund

Datum: 08.08.25 12:11

Außerhalb Deutschlands gab es das vor nicht all zu langer Zeit in Tschechien,
und in Italien gab es Schiffsersatzverkehr für Eisenbahn in der Region Trieste.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:08:08:12:11:50.

Re: Im Ausland. Auch Schiff statt Zug. => Auch in DE

geschrieben von: wunder99

Datum: 11.08.25 12:22

Im Rahmen von Bauarbeiten in der Sächsischen Schweiz musste man in Bad Schandau die Fähre nutzen, da der SEV nur von der anderen Elbseite fuhr, da in Bad Schandau die Straßenbrücke über die Elbe gesperrt ist.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:08:11:12:23:10.

Re: Im Ausland. Auch Schiff statt Zug. => Auch in DE

geschrieben von: eckigrund

Datum: 11.08.25 12:36

wunder99 schrieb:
Im Rahmen von Bauarbeiten in der Sächsischen Schweiz musste man in Bad Schandau die Fähre nutzen, da der SEV nur von der anderen Elbseite fuhr, da in Bad Schandau die Straßenbrücke über die Elbe gesperrt ist.
Ja OK. Das ist aber nur der Zubringer zum Bus; der Bus fährt die eigentliche Strecke.

(Und bezüglich der Halte "Schmilka-Hirschmühle" und "Schöna" (Bahnhof) ist _immer_ die Fähre zu nutzen bei Bus-SEV, da der Bus auf der Seite fährt wo die Straße ist (und die Orte unten an der Elbe sind ja auch auf der Seite, wo die Straße ist).

In Italien war der Schiffsverkehr das, was die Strecke in Ersatz zur Bahn machte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:08:11:12:38:20.
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