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Moin nochmal,

zur Spurtstärke des RegioShuttle 1 (RS1) ein typisches Beispiel:

Auf der [Edit: heute unglaublich, doch einst zu Stilllegung vorgesehenen] maximal kurvigen Strecke Tübingen - Albstadt-Ebingen - Sigmaringen verkehr(t)en 611/2er-NeiTech-Triebwagen seit Jahrzehnten als schnelle RE.

Aber die dazwischen sämtliche Zwischenhalte bedienenden RB weisen nahezu die gleichen Fahrzeiten wie die RE auf!

RB-Fahrzeug ist schlicht der - nur scheinbare underdog - RS1:

Kurze Halte mittels schneller "Abfertigung" und extrem spurtstark durch entsprechende Motorisierung und 100% Reibungsgewicht durch Allachsantrieb.

Das geht einfach zack zack. Genau so soll SPNV.

Welche Freude, wenn Stadler das mit dem RS zero künftig genauso, aber eben noch weit umweltschonender hinbekommt.

Und Spurtstärke für häufige Halte ist ja eben gerade ein Kern insbesondere der Elektrotraktion - dann aber zusätzlich garniert mit energetisch sinniger Rekuperation.

Läuft! (das sind mal gute Nachrichten in diesen kruden Zeiten)

Beste Grüße, Lofotposten



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:11:15:53.

Bitte keine Märchen erzählen

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 31.07.25 11:14

wolfi71 schrieb:
Der Regio Sprinter hatte erstens den falschen Hersteller
Das klingt eher nach Verschwörungstheorie. Nein, der Regio-Sprinter (gemeint ist dieser unsagbar unbequeme Leichtbau-VT von Dürener Kreisbahn und Vogtlandbahn, denn zumindest DB Regio Südost bezeichnete den Desiro ja später auch als Regio-Sprinter) war für die Schönbuchbahn einfach nicht geeignet! Die Gründe wurden ja schon genannt.



wolfi71 schrieb:
Das mit dem Güterverkehr war damals sicherlich auch ein Thema gewesen. Der fand immerhin ungefähr 20 Jahre lang statt, bis der Zweckverband die Station Schönaicher First umbaute. Damit entfiel nämlich auch der Anschluss zur Panzerkaserne in Böblingen.
Sorry, aber das stimmt so einfach nicht!
Der Güterverkehr wurde m.W. in den späten Nuller-Jahren, spätestens in den frühen Zehner-Jahren beendet.
Und bedient wurde zuletzt auch nicht die Kaserne (hatte die überhaupt einen Anschluss?) bzw. das Reststück der Schönaicher Strecke, sondern vor allem die bahnparallele Chemiebude kurz hinter dem Böblinger Südbahnhof. Dorthin stellte die WEG gelegentlich einen zweiachsigen Kesselwagen zu. Der Shuttle aus der Früh-HVZ schnappte sich diesen Wagen morgens von der DB im Böblinger Bahnhof. Dann wartete er die Einfahrt des Personenzuges aus Dettenhausen in Böblingen ab. Kaum war der im Böblinger Bahnhof eingetroffen, nutzte der Güterzug die Wendezeit des Personenzuges in Böblingen, um schnell nach Böblingen Süd zu entschwinden und sich in der dortigen Ausweichanschlussstelle zu verstecken. Ich meine, das wären oft diese grünen "Schnapswagen" der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) gewesen. Fotografiert habe ich das aber leider nie...
Der Anschluss der ehem. Schönaicher Strecke am Schönaicher First (Foto unten das alte Empfangsgebäude, welches heute m.W. als Eisenbahner-Vereinsheim bzw. Gaststätte dient) wurde erst mit dem Komplettumbau vor fünf, sechs Jahren gekappt. Zu dem Zeitpunkt war der Güterverkehr auf der Schönbuchbahn aber schon längst Geschichte.

Die Schönbuchshuttle konnten vorne in der Fahrzielmatrix sogar "Güterzug" anzeigen.

Heiko

790.46-Böblingen-Zimmerschlag07-2023-12-03.jog.jpg

Bonus-Track:
100 Jahre Schönbuchbahn. Besuch von einer anderen Connex-Tochter. Aufnahme am inzwischen aufgelassenen Bahnhof Holzgerlingen Nord.
790.72-100-Jahre-Schoenbuchbahn2-2011-07-17.jpg

Quo vadis, 605? / Abschied von der 218 im Fernverkehr / Letzte Ostseeflirts bekommen neue Heimat / Ankunft unbestimmt verspätet: der Coradia max / Das alles (und noch viel mehr) jetzt in DREHSCHEIBE 353. Viel mehr wert, als sie kostet!




5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:13:27:02.
Ein wunderbarer Beitrag! Vielen Dank an Heiko, für diese Wertschätzung.

Aus Begeisterung für diese Pioniersleistung besteht der Schönbuchshuttle bei mir im Modell weiter. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn ich mir die damalige Zeit vorstelle, wenn diese nagelneuen Triebwagen mit ihren frischen Farben im Planverkehr noch auf letzte m-Wagen, Uerdinger und grüne Einheitsloks oder zahlreiche Silberlinge treffen.

Viele andere – lange Zeit zur modernen Fraktion gehörende – VT kamen dann erst in einer Zeit in den Planverkehr als die Relikte der Bundesbahn vielerorts schon am Verschwinden waren.

Tipp von mir zur Erinnerung an fast 30 Jahre Schönbuchshuttles und die damalige Erfolgsgeschichte – eine gelungene Folge Eisenbahn-Romantik: [www.youtube.com]

Schöne Grüße
Marco

Na da hatte ich ja vor etwas mehr als einer Woche Glück!

geschrieben von: 6083

Datum: 31.07.25 11:59

Moin Heiko,

als ich am 22. Juli mit meiner Holden von der Gäubahn kommend in Böblingen vom Teppich-RE in die S-Bahn umgestiegen bin, hab ich eigentlich eher "aus Spaß" den dort stehenden Schönbuch-Shuttle mit dem Smartphone geknipst, weil "sowas hab ich noch nicht" und "kann man ja mal mitnehmen, wenn der da so steht". Dann hab ich ja völlig unverhofft etwas ganz Besonderes verknipsofoniert 🙂

20250722-203147.jpg

"Natürlich" sehr "fotogen" mit Mast vor dem Schriftzug....

20250722-203234.jpg

...darum auch nochmal von der anderen Seite, da hatte der 650 682 natürlich Schluß an, aber irgendwas ist ja immer. Aber dafür sind dies auch meine einzigen Fotos eines Schönbuch-Shuttles.

Gruß
Christian aus Lindhorst

Zum (Ende des) Güterverkehr(s)...

geschrieben von: Jörg Aichele

Datum: 31.07.25 16:18

...hier ein Zitat aus DS 214 (Februar 2009):
Anfang Januar 2009 wurde auf der Schönbuchbahn der technikunterstützte Zugleitbetrieb eingeführt. Bislang fand außerhalb des Gemeinschaftsbahnhofes Böblingen die bekannte Form des unsignalisierten Zugleitbetriebes statt. Im Vorfeld dieser Maßnahme wurde der Anschließer am Schönaicher First (ehemalige Strecke nach Schönaich) vom Zweckverband Schönbuchbahn hinsichtlich einer Mitfinanzierung für eine Integration des Anschlusses in die neue Zugsicherungstechnik angefragt. Da sich das Güteraufkommen jedoch auf eine niedrige einstellige Anzahl Wagen im Jahr beschränkte, waren die Gespräche relativ schnell beendet. Die WEG als Infrastrukturbetreiber hat die Anschlussweiche nunmehr festgelegt. Für eine etwaige spätere Reaktivierung soll sie jedoch bis auf Weiteres nicht ausgebaut werden, sofern keine zwingenden Gründe dies erfordern.
Der Anschluss bei Böblingen Süd wurde bereits vor einigen Monaten ausgebaut. Die Firma, die dort sporadisch Kesselwagen zugestellt bekam, musste eine neue Feuerwehrzufahrt auf ihr Gelände einrichten. Andernfalls hätte die Firma nach neuen Sicherheitsauflagen an diesem Ort mitten in Böblingen nicht mehr produzieren dürfen. Einzige „Trasse" für diese Zufahrt, die eine Umfahrung des ansonsten dicht umbauten Geländes ermöglichen musste, war die Nutzung des Planums des bisherigen Anschlussgleises, welches quasi zwischen der parallel verlaufenden Schönbuchbahn-Strecke und den Werkhallen lag. Um nicht umziehen zu müssen, verzichtete die Firma auf das selten genutzte Anschlussgleis. Güterverkehr über diesen Anschluss hätte aber bei beiden Varianten (Abbau des Anschlusses oder Wegzug der Firma) nicht mehr stattgefunden. Die ebenso seltenen wie interessanten Bedienungsfahrten, bei denen ein Schön-buchbahn-RS1 mit einem Güterwagen im Schlepp durch Böblingen brummt, sind somit Geschichte.

Gruß
Jörg
Guten Abend,

warum hatten denn die ersten RS 1 eigentlich das RSB-Desuign der ersten Klasse, welches ja sicher der DB vorbehalten war?

Gregor
Innotrans schrieb:
Guten Abend,

warum hatten denn die ersten RS 1 eigentlich das RSB-Design der ersten Klasse, welches ja sicher der DB vorbehalten war?

Gregor
Tatsächlich gab es bei der WEG Mischtraktionen aus NE81 und RS1 nämlich auf der Wieslauftalbahn und vermutlich auch auf der Strohgäubahn.

Re: Zum (Ende des) Güterverkehr(s)...

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 31.07.25 21:01

In Weil im Schönbuch (Stumpfgleis zwischen Röte und Troppel) wollte eine Firma mal Holz verladen, was aber von Seiten der örtlichen Betriebsleitung abgelehnt wurde.
Hier die Herkunft der Schonbuchbahn RS1 :
VT 414-416: Strohgäubahn, wurden schon vorher öfters mal als Ersatzfahrzeuge dort eingesetzt. Damals erkannte man sie sofort an der weiß-blauen Lackierung.
VT 423: Wieslauftalbahn. Hätte damit gerechnet,daß er wieder zum Wiesel zurückkehrt.
VT 430-433: Ur Schönbuchbahn Fahrzeuge.

Im Zuge der Aufstockung des VT Bestandes, mußte das Bw Dettenhausen verlängert werden. 415 und 423 waren die ersten Neuzugänge, um im Schülerverkehr in Dreifachtraktion fahren zu können.
Lofotposten schrieb:
Moin nochmal,

zur Spurtstärke des RegioShuttle 1 (RS1) ein typisches Beispiel:

Auf der maximal kurvigen Strecke Tübingen - Albstadt-Ebingen - Sigmaringen verkehr(t)en 611/2er-NeiTech-Triebwagen seit Jahrzehnten als schnelle RE.

Aber die dazwischen sämtliche Zwischenhalte bedienenden RB weisen nahezu die gleichen Fahrzeiten wie die RE auf!

RB-Fahrzeug ist schlicht der - nur scheinbare underdog - RS1:

Kurze Halte mittels schneller "Abfertigung" und extrem spurtstark durch entsprechende Motorisierung und 100% Reibungsgewicht durch Allachsantrieb.

Verwechsele bitte reine technische Fahrzeiten nicht mit planmäßigen Beförderungszeiten. Die VT 611/612 waren/sind spurtstark und können bekanntlich, und dafür wurden sie ja auch konzipiert, bogenschnell mit aktiver Neigetechnik in NT-Geschwindigkeitsbändern und mit Vmax 160 km/h verkehren. Ein RS1 wird auf einer Strecke mit Vmax 160 in einem NT-RE-Profil ganz sicher nicht mithalten können. Siehe Bayern, wo die VT 612, im Gegensatz zu BaWü, ihre Stärken noch zeigen können.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:23:27:17.

Re: Ein Pionier tritt ab: Abschied vom Schönbuch-Shuttle

geschrieben von: VT

Datum: 31.07.25 23:49

truestepper schrieb:
Lofotposten schrieb:
Moin nochmal,

zur Spurtstärke des RegioShuttle 1 (RS1) ein typisches Beispiel:

Auf der maximal kurvigen Strecke Tübingen - Albstadt-Ebingen - Sigmaringen verkehr(t)en 611/2er-NeiTech-Triebwagen seit Jahrzehnten als schnelle RE.

Aber die dazwischen sämtliche Zwischenhalte bedienenden RB weisen nahezu die gleichen Fahrzeiten wie die RE auf!

RB-Fahrzeug ist schlicht der - nur scheinbare underdog - RS1:

Kurze Halte mittels schneller "Abfertigung" und extrem spurtstark durch entsprechende Motorisierung und 100% Reibungsgewicht durch Allachsantrieb.

Verwechsele bitte reine technische Fahrzeiten nicht mit planmäßigen Beförderungszeiten. Die VT 611/612 waren/sind spurtstark und können bekanntlich, und dafür wurden sie ja auch konzipiert, bogenschnell mit aktiver Neigetechnik in NT-Geschwindigkeitsbändern und mit Vmax 160 km/h verkehren. Ein RS1 wird auf einer Strecke mit Vmax 160 in einem NT-RE-Profil ganz sicher nicht mithalten können. Siehe Bayern, wo die VT 612, im Gegensatz zu BaWü, ihre Stärken noch zeigen können.
In dem Zusammenhang fällt mir ein, dass die DB irgendwann mal davon gesprochen hat die Regio-Shuttle auf 140 km/h aufzubohren. Ist da irgendwas nennenswertes draus geworden?

Re: Bitte keine Märchen erzählen

geschrieben von: wolfi71

Datum: 01.08.25 03:31

Die Entscheidung für den RS1 war, zumindest im Nachhinein, zweifellos richtig. Die Fahrzeuge wurden ja auch umgebaut, weil die ursprünglichen Motoren mit 228KW zu schwach waren. Ich meine, der Triebwagen wurde schwerer, weil der Druckversuch da Strukturschwächen ergab.

Und ja, die Kaserne hatte einen Gleisanschluss. Die Reste davon waren vor einigen Jahren auch noch zu sehen, bzw. der Verladerampe. Als da ein Bericht in der Zeitung stand, bin ich das mal abgegangen, ohne Foto damals, Mitte der 90er. Ob das von den Amerikanern je genutzt wurde, weiß ich nicht. In dem ehemaligen Verladebereich steht heute die Commissary. Es gab ja in Böblingen, aber nicht an der Stelle, sondern am früheren Flughafen, auf der Sindelfinger Seite des Bahnhofs, ein großes Panzerreparaturwerk. Bis in die 70er Jahre von der Reparaturwerk Böblingen GmbH, einer Tochter von Daimler-Benz betrieben. Die Instandsetzung übernahmen dann die Amerikaner selbst und die Mitarbeiter wurden ins Werk Sindelfingen übernommen (da gab es einen größeren Kampf, mit Solidaritätsdemos, da war ich mit meiner Oma, die bis 1975 bei DB arbeitete). Es gab damals nahezu wöchentlich Panzerverladung im Böblingen am Güterbahnhof, da wo heute der Busbahnhof ist. Ich habe damals zeitweise in der Karlstraße gearbeitet. Evtl. hätte es bei der Kreiszeitung noch was im Archiv gehabt, aber die wurde ja verkauft und mehr oder weniger abgewickelt. Im Stadtarchiv findet sich evtl. noch was. Der Peter Bausch, ehemals Redakteur bei der Sindelfinger Zeitung, müsste das auch noch wissen, den habe ich aber länger nicht gesehen. Ich frag ihn mal, wenn ich ihn beim Petange sehe.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:08:01:05:03:55.

Re: Bitte keine Märchen erzählen

geschrieben von: VT

Datum: 01.08.25 07:33

wolfi71 schrieb:

Und ja, die Kaserne hatte einen Gleisanschluss. Die Reste davon waren vor einigen Jahren auch noch zu sehen, bzw. der Verladerampe. Als da ein Bericht in der Zeitung stand, bin ich das mal abgegangen, ohne Foto damals, Mitte der 90er. Ob das von den Amerikanern je genutzt wurde, weiß ich nicht. In dem ehemaligen Verladebereich steht heute die Commissary. Es gab ja in Böblingen, aber nicht an der Stelle, sondern am früheren Flughafen, auf der Sindelfinger Seite des Bahnhofs, ein großes Panzerreparaturwerk. Bis in die 70er Jahre von der Reparaturwerk Böblingen GmbH, einer Tochter von Daimler-Benz betrieben. Die Instandsetzung übernahmen dann die Amerikaner selbst und die Mitarbeiter wurden ins Werk Sindelfingen übernommen (da gab es einen größeren Kampf, mit Solidaritätsdemos, da war ich mit meiner Oma, die bis 1975 bei DB arbeitete). Es gab damals nahezu wöchentlich Panzerverladung im Böblingen am Güterbahnhof, da wo heute der Busbahnhof ist.
Magst du mal auf Google-Maps die Stelle verlinken? Im historischen Luftbildatlas sieht der Bereich um die Commissary eigentlich aus wie heute. [www.leo-bw.de] Wir reden doch von der Panzer-Kaserne? Allerdings könnten in manchen Waldschneißen durchaus Gleise gelegen haben. Dann müsste der Anschluss früh weggefallen sein. Das kann durchaus auch sein, weil man ja am Böblinger Bahnhof weit bessere Möglichkeiten zur Verladung hatte.
Am Zimmerschlag zweigte die Stichstrecke nach Schönaich ab, diese kurze Strecke wurde bereits in fünfziger Jahren stillgelegt. Leider hat man die Reaktivierung nie in Erwägung gezogen, das Potenzial wäre da. Man muss sich nur den täglichen Stau anschauen.
Zum Anschluss der Panzerkaserne:
Dieser lag an der Gäubahn, am Bahnübergang der alten Landstraße von Sindelfingen nach Schönaich. Das gepflegte und bewohnte Postenhaus steht dort noch immer.
Dort befand sich die Verladestelle für die Kaserne und den Truppenübungsplatz, seit Zeiten der württembergischen Armee. Die plane Fläche und der Gleisschotter waren dort unter dem Bewuchs, zumindest bis vor kurzem noch zu finden. Jetzt ist dort eine Baustelle mit Zugang zum Gleis.
Das Stellwerksgebäude mit der Anschrift "Mönchsbrunnen" wurde vor reichlich zehn Jahren Abgerissen.

Re: Bitte keine Märchen erzählen

geschrieben von: wolfi71

Datum: 01.08.25 10:39

Ich habe das mal da eingetragen. Wie gesagt, das ist über 30 Jahre her, dass ich da vom First aus hin lief. Es gab, wimre, auch mal die Überlegung das Gleis für das Restmüllheizkraftwerk zu reaktivieren, zur Anlieferung von Müll. Aber dann wurde der Einzugsbereich für das Ding kleiner und der Müll aus Stuttgart-Vaihingen kommt per LKW.

Man sah damals auch nur noch die Rampen. Gleise lagen da keine mehr. Aber man konnte dem Verlauf als Waldweg gut folgen, bis zum Zaun. Das Ende war vom heutigen Tor 4 aus sichtbar gewesen.

Wenn ich dran denke, dass vom Baubefehl bis zum Beginn, gerade mal drei Monate vergingen, Knall auf Fall der halbe Böblinger Wald kassiert wurde und 20 Monate später war das Ding schon in Betrieb.
VT schrieb:
wolfi71 schrieb:
Und ja, die Kaserne hatte einen Gleisanschluss. Die Reste davon waren vor einigen Jahren auch noch zu sehen, bzw. der Verladerampe. Als da ein Bericht in der Zeitung stand, bin ich das mal abgegangen, ohne Foto damals, Mitte der 90er. Ob das von den Amerikanern je genutzt wurde, weiß ich nicht. In dem ehemaligen Verladebereich steht heute die Commissary. Es gab ja in Böblingen, aber nicht an der Stelle, sondern am früheren Flughafen, auf der Sindelfinger Seite des Bahnhofs, ein großes Panzerreparaturwerk. Bis in die 70er Jahre von der Reparaturwerk Böblingen GmbH, einer Tochter von Daimler-Benz betrieben. Die Instandsetzung übernahmen dann die Amerikaner selbst und die Mitarbeiter wurden ins Werk Sindelfingen übernommen (da gab es einen größeren Kampf, mit Solidaritätsdemos, da war ich mit meiner Oma, die bis 1975 bei DB arbeitete). Es gab damals nahezu wöchentlich Panzerverladung im Böblingen am Güterbahnhof, da wo heute der Busbahnhof ist.
Magst du mal auf Google-Maps die Stelle verlinken? Im historischen Luftbildatlas sieht der Bereich um die Commissary eigentlich aus wie heute. [www.leo-bw.de] Wir reden doch von der Panzer-Kaserne? Allerdings könnten in manchen Waldschneißen durchaus Gleise gelegen haben. Dann müsste der Anschluss früh weggefallen sein. Das kann durchaus auch sein, weil man ja am Böblinger Bahnhof weit bessere Möglichkeiten zur Verladung hatte.
20250801_101957.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:08:01:13:45:59.

Zahnradbetrieb?

geschrieben von: Deutschlandticketinhaber

Datum: 01.08.25 10:51

Ich habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht und kenne dort nahezu jeden Stein. Das Gelände zwischen der Stichstrecke nach Schönaich und der Kaserne steigt stark an, dort ist nirgends ein Bahndamm zu finden. Auch auf alten Karten nicht.
Im Bereich Elsenhalde könnte es evtl. eine Zufahrt zu dem unterirdischen Munitionslager gegeben haben, das wäre vom Gelände her denkbar, müsste aber dann überhaupt worden sein mit dem Industriegebiet. Reste eines Gleisanschluss kenne ich allerdings keine.
Danke! Und das schwirtt alles auf der kleinen Strecke ab Böblingen herum? Beeindruckend!

Re: Zahnradbetrieb?

geschrieben von: wolfi71

Datum: 01.08.25 13:50

Deutschlandticketinhaber schrieb:
Ich habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht und kenne dort nahezu jeden Stein. Das Gelände zwischen der Stichstrecke nach Schönaich und der Kaserne steigt stark an, dort ist nirgends ein Bahndamm zu finden. Auch auf alten Karten nicht.
Im Bereich Elsenhalde könnte es evtl. eine Zufahrt zu dem unterirdischen Munitionslager gegeben haben, das wäre vom Gelände her denkbar, müsste aber dann überhaupt worden sein mit dem Industriegebiet. Reste eines Gleisanschluss kenne ich allerdings keine.
Ich laufe es ab, mit Hund. Vielleicht finde ich den Weg wieder, hab ein ziemlich gutes Ortsgedächtnis.
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