DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

Neuigkeiten über Eisenbahnen in Deutschland aus den Bereichen Betriebsgeschehen, Verkehrspolitik, Verkehrsunternehmen, Infrastruktur und Fahrzeugindustrie. Allgemeine Themen und Fragen gehören in das » Allgemeine Forum, Betriebsstörungen in das Forum » Betriebsstörungen.
Neu bei Drehscheibe Online? » Hier registrieren!  Zum Ausprobieren und Üben steht das » Testforum zur Verfügung!
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -

Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: KBS 110

Datum: 20.11.24 06:17

Hallo,

wie den Gremienvorlagen für die Verbandsversammlung von go.Rheinland am 29.11.2024 entnommen werden kann, wird davon Abstand genommen, auf den Strecken der Rurtalbahn Wasserstoff einzusetzen. Hintergrund sind explodierende Kosten und die Schwierigkeiten im Taunus und bei der evb.
Aufhebung Vergabeverfahren Wasserstoff

Es wurden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen für einen 30 jährigen Verkehrsvertrag durchgeführt, hier hat die Elektrifizierung mit Abstand am besten abgeschnitten.
Daher ist das Ziel von go.Rheinland eine Vollelektrifizierung von allen Strecken der Rurtalbahn.
Wirtschaftlichkeit 30 Jahre

Auch für einen 15-jährigen Übergangszeitraum bis zur Elektrifizierung ist ein Einsatz von Wasserstoff unwirtschaftlich, man überlegt aber übergangsweise 6 Batteriefahrzeuge einzusetzen. Diese könnte man mit den Fördergeldern, die eigentlich für die Anschaffung der Wasserstofffahrzeuge gedacht waren, beschaffen, das hat man mit den Fördergebern auch schon abgeklärt.
Wirtschaftlichkeit Übergang 15 Jahre

Ob eine Vollelektrifizierung der Südseite im Naturschutzgebiet überhaupt möglich ist, muss noch geklärt werden, ansonsten werden die 6 Batteriefahrzeuge auch langfristig auf der Südseite eingesetzt, bei zukünftig 4 Umläufen (Verlängerung vom 30 Minuten Takt im ersten Schritt bis Abenden, im zweiten Schritt bis Heimbach geplant) passt das ja ganz gut zusammen

Da die Verkehrsverträge der Rurtalbahn bereits Ende 2025 alle auslaufen, wird zeitnah ein Vergabeverfahren für einen 12-jährigen Verkehrsvertrag bis Ende 2037 gestartet mit Optionen für eine Verlängerung bis Ende 2040. Damit wird der Zeitraum bis zur Inbetriebnahme der Elektrifizierung überbrückt.
Es sollen in diesem Verkehrsvertrag weiter Dieselfahrzeuge eingesetzt werden, ggf. ergänzt um 6 Batteriefahrzeuge, wie oben beschrieben.
Neuvergabe Dürener Stern 2025-2037

Es soll mehrere Betriebsstufen geben:
BS1 Ende 2025 bis Ende 2027:
Im Wesentlichen Status Quo, ggf. Verlängerung vom 30 Minuten Takt auf der Südseite über Untermaubach hinaus bis Abenden
BS2 Ende 2027 bis Ende 2030: Verlängerung vom 30 Minuten Takt auf der Nordseite über Jülich Nord hinaus ganztägig nach Linnich mit überschlagener Wende in Linnich.
Inbetriebnahme Kreuzungsbahnhof Nörvenich - Rommelsheim, Drehung der Taktlage der RB 28, neu in beide Richtungen Einbindung in den Taktknoten zur Minute 30 in Euskirchen
BS3 Ende 2030 bis Ende 2035: Verlängerung RB 21 über die reaktivierte Strecke über Linnich hinaus bis Hückelhoven-Baal, Fahrzeugneutral gegenüber BS2 möglich
BS4 Ende 2035 bis Ende 2037:
Herauslösen der RB 28 aus dem Dürener Stern wegen Verlängerung der RB 20 über Düren hinaus nach Euskirchen nach Inbetriebnahme der Elektrifizierung zwischen und Euskirchen


Damit bekommt man im Kreis Düren gerade noch rechtzeitig die Kurve und hat aus den Wasserstoff Desastern im Taunus und im nassen Dreieck gelernt.

Viele Grüße
KBS 110

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Pesa Link

Datum: 20.11.24 06:20

Das sind doch mal erfreuliche Nachrichten.

Viele Grüße aus EMRS
Moritz

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Regiotaurus

Datum: 20.11.24 07:36

Was sind das für "Naturschutz"- Belange, die ggf. einer Elektrifizierung im Wege stehen?
Wenn ich so etwas lese schwillt mir der Kamm.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: ICE11

Datum: 20.11.24 08:14

Naturschutzbelange könnte ich mir am ehesten auf dem südlichen Abschnitt der Rurtalbahn vorstellen, dort verläuft die Strecke ja auf einigen Abschnitten direkt am Flussufer.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Kalle W.

Datum: 20.11.24 09:04

Regiotaurus schrieb:
Was sind das für "Naturschutz"- Belange, die ggf. einer Elektrifizierung im Wege stehen?
Wenn ich so etwas lese schwillt mir der Kamm.
Denk doch einmal nach, bevor du deinen Kamm einsetzt. Ohne Naturschutz dürftest du wie in China auf die Leiter klettern und selber deine Apfelbäume bestäuben, weil die Bienen fehlen, um nur ein Beispiel zu nennen. Nur weil einige Extrembeispiele medienwirksam ausgeschlachtet werden, ist Naturschutz nicht überflüssig.
Vielleicht ist es ja auch wirtschaftlich sinnvoller ohnehin vorhandene BEMUs fahren zu lassen, als da Millionen Euro in Masten und Kabel zu stecken.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: 243

Datum: 20.11.24 09:05

ICE11 schrieb:
Naturschutzbelange könnte ich mir am ehesten auf dem südlichen Abschnitt der Rurtalbahn vorstellen, dort verläuft die Strecke ja auf einigen Abschnitten direkt am Flussufer.
Moin,

Naturschutz ist gut und wichtig, dient hier wahrscheinlich aber wieder mal nur als Verhinderungsgrund.

Überlegen wir mal, was könnten denn die Argumente (pro Naturschutz) sein könnten:

1. Während der Bauphase können Schadstoffe in die Umwelt gelangen (Bindemittel, Baumaschinen)
A: Ja klar, aber Dieselzüge sind vollkommen schadstofffrei während des Betriebes (Russ, Ölaustritte) und so ´ne kleine Knallgasexplosion ist auch nicht ohne (Vorsicht, Ironie, aber wer immer alle Risiken nur bei einer Seite sieht, muss auch damit leben, den Spiegel vorgehalten zu bekommen).

2. Die Fauna könnte durch den Lärm gestört werden.
A: Baut zu Zeiten, in denen nicht gebrütet wird. Und fangt entdlich wieder an, auf jahrelange Erfahrung der Elektrifizierungstrupps von DB und DR zurückzugreifen (Bauzüge!), dann geht´s auch ganz schnell! Und wenn dann mal auf Erfahrungen anderer Länder zurückgegriffen wird, könnten auch OL-Bauarten eingesetzt werden, die einen geringeren Instalationsaufwand erfordern (keine so tiefe Gründung, kein Rahmen sondern Bohren, ....). Und während des Betriebes sind E-Züge deutlich leiser!

3. E-Züge haben eine zu große Beschleunigung und könnten dabei Tiere "erwischen", die dieses Tempo nicht gewohnt sind.
A: Tempo-Limit auf dt. Autobahnen auf 60! Sofort!

Just my 5 cents!
243

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Signal

Datum: 20.11.24 09:08

KBS 110 schrieb:
Auch für einen 15-jährigen Übergangszeitraum bis zur Elektrifizierung ist ein Einsatz von Wasserstoff unwirtschaftlich, man überlegt aber übergangsweise 6 Batteriefahrzeuge einzusetzen. Diese könnte man mit den Fördergeldern, die eigentlich für die Anschaffung der Wasserstofffahrzeuge gedacht waren, beschaffen, das hat man mit den Fördergebern auch schon abgeklärt.
Wirtschaftlichkeit Übergang 15 Jahre
....und man könnte auch einfach den kaum mehr als 10 Jahre alten Triebwagenbestand weiternutzen. Wenn es so kommt, wird es die vierte Fahrzeuggeneration seit Mitte der 90er Jahre sein...

Gruß vom Signal

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: sukram01

Datum: 20.11.24 09:09

Im Süden verläuft die Strecke in der Nähe von Heimbach am Rande des Nationalparks Eifel.

--
Markus

Der Museumsbahnhof Lette im Netz:

[www.bahnhof-lette.de]
... dies lese ich gerne - endlich der Befreiungsschlag.

Was den Naturschutz angehet, hat sich go.rheinland nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, wenn in deren Anmeldungen zum ÖPNV-Bedarfsplan, die vom go.rheinland erstellt wurde, auf der Seite 15 ausgeführt wird:

Eine Elektrifizierung des Südastes dürfte aufgrund der weitgehenden Lage im Nationalpark genehmigungsrechtlich kaum bzw. nur mit enormen Widerständen umsetzbar sein.

129 Seiten-Liiiiste

in der jedoch so manches fehlt.

Die Strecke 9306 - nach Heimbach - verläuft ausweichlich tim.online.nrw - nicht durch den Nationalpark, aber durch diverse Naturschutzgebiete längst der Rur.
Besonders beachtenwert sind die Buntsandsteinfelsen bei Blens, weil sich dort seit Jahrzehnten Uhus heimisch fühlen und die u.U. Probleme mit Drähten haben könnten - aber nicht müssen (und über die Felsen ganz glücklich waren, als auf der Bundesbahnstrecke, 2584 genannt, noch Steckdoseninterzities unterwegs waren und eine Freileitung die bahninterne Kommunikation ermöglichte).

Erkennbarkeit und Schutz wird eine Aufgabe sein, die auch beschrieben werden sollten - aber "kaum" und "mit enormen Widerständen" - wenn ein Infrastrukturbestellender so was schreibt, dann sollte mal seine Textwerkstatt hinterfragt werden.

Auf der bahnparallelen L 249 gibt es übrigens zum Uhu-Schutz eine Geschwindigkeitsbegrenzung

Meinereiner war gestern eher auf der Suche nach der go.rheinland Jubelmeldung, die im Stadt-Anzeiger zur Neubeschaffung/Auftragsvergabe von S-Bahn-Zügen Eingang gehalten hat - übrigens mit dem gleichen Bild, mit dem in der ZEIT verkündet wurde, dass sich die Auslieferung der Züge im Expresskreuz Nord ein ganz klein wenig verschiebt ... .

Aber, besser falsche Bilder im Stadt-Anzeiger wie gar keine Berichterstattung über Knallgas und Knallgas-Wolle in der Aachener Presse.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:11:20:13:27:30.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Jochen-1958

Datum: 20.11.24 10:15

sukram01 schrieb:
Im Süden verläuft die Strecke in der Nähe von Heimbach am Rande des Nationalparks Eifel.

--
Markus
Glücklicherweise ist es ja kein Problem, dass im Nationalpark Eifel mindestens 100 Windräder errichtet wurden... Ja, etwas emotional formuliert.

Es muss erlaubt sein, die Gründe zur Unmöglichkeit der Elektrifizierung zu hinterfragen. Sollte es wirklich um Uhus gehen, die die Fahrdrähte zu spät sehen, dann wäre vielleicht in diesem Bereich eine besser sichtbare Stromschiene möglich oder eine Kennzeichnung der Oberleitung durch Tafeln beispielsweise an den Hängedrähten.


Windrad_inPixio.jpg


Aus Google Maps: Windräder im Nationalpark Eifel mitten im Wald, circa 6 Kilometer westlich des Ortes Schmidtheim an der Eifelbahn.... Gibt es guten und bösen Strom?

Nur zur Info: Ich bin kein Gegner von Windrädern!

Viele Grüße Jochen




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:11:20:10:16:29.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: sukram01

Datum: 20.11.24 12:20

Hallo Jochen, Du meinst sicher diese Windräder:
2024-11-20-timonline.jpg
Die liegen bloß nicht im Nationalpark Eifel, denn der befindet sich mindestens 25 km weiter im Norden.

--
Markus

Der Museumsbahnhof Lette im Netz:

[www.bahnhof-lette.de]

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: U-Bahnfreund

Datum: 20.11.24 13:19

Signal schrieb:
KBS 110 schrieb:
Auch für einen 15-jährigen Übergangszeitraum bis zur Elektrifizierung ist ein Einsatz von Wasserstoff unwirtschaftlich, man überlegt aber übergangsweise 6 Batteriefahrzeuge einzusetzen. Diese könnte man mit den Fördergeldern, die eigentlich für die Anschaffung der Wasserstofffahrzeuge gedacht waren, beschaffen, das hat man mit den Fördergebern auch schon abgeklärt.
Wirtschaftlichkeit Übergang 15 Jahre
....und man könnte auch einfach den kaum mehr als 10 Jahre alten Triebwagenbestand weiternutzen. Wenn es so kommt, wird es die vierte Fahrzeuggeneration seit Mitte der 90er Jahre sein...

Gruß vom Signal
Sie sind ja nur als Ergänzung zum Bestand gedacht. Mit Taktverdichtung und Verlängerung der RB21-Nord und ggf. Kapazitätsausweitung oder so doch keine schlechte Idee. Sonst kommen am Ende die Leute und fragen, warum der Fahrzeugbestand so knapp bemessen sei.

Und @alle, ob die Batteriezüge kommen oder nicht, und wie es mit den naturschutzrechtlichen Vorbehalten aussieht, wird Mitte nächsten Jahres bekannt sein. Bis dahin ruhig Blut.

Es grüßt der U-Bahnfreund :)

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Irgendware

Datum: 20.11.24 13:34

243 schrieb:
ICE11 schrieb:
Naturschutzbelange könnte ich mir am ehesten auf dem südlichen Abschnitt der Rurtalbahn vorstellen, dort verläuft die Strecke ja auf einigen Abschnitten direkt am Flussufer.
Moin,

Naturschutz ist gut und wichtig, dient hier wahrscheinlich aber wieder mal nur als Verhinderungsgrund.

Überlegen wir mal, was könnten denn die Argumente (pro Naturschutz) sein könnten:

1. Während der Bauphase können Schadstoffe in die Umwelt gelangen (Bindemittel, Baumaschinen)
A: Ja klar, aber Dieselzüge sind vollkommen schadstofffrei während des Betriebes (Russ, Ölaustritte) und so ´ne kleine Knallgasexplosion ist auch nicht ohne (Vorsicht, Ironie, aber wer immer alle Risiken nur bei einer Seite sieht, muss auch damit leben, den Spiegel vorgehalten zu bekommen).

2. Die Fauna könnte durch den Lärm gestört werden.
A: Baut zu Zeiten, in denen nicht gebrütet wird. Und fangt entdlich wieder an, auf jahrelange Erfahrung der Elektrifizierungstrupps von DB und DR zurückzugreifen (Bauzüge!), dann geht´s auch ganz schnell! Und wenn dann mal auf Erfahrungen anderer Länder zurückgegriffen wird, könnten auch OL-Bauarten eingesetzt werden, die einen geringeren Instalationsaufwand erfordern (keine so tiefe Gründung, kein Rahmen sondern Bohren, ....). Und während des Betriebes sind E-Züge deutlich leiser!

3. E-Züge haben eine zu große Beschleunigung und könnten dabei Tiere "erwischen", die dieses Tempo nicht gewohnt sind.
A: Tempo-Limit auf dt. Autobahnen auf 60! Sofort!

Just my 5 cents!
243
Wenn man das Dokument liest, fällt auf, dass Naturschutzrechtliche Belange zusammen mit der Wirtschaftlichkeit erwähnt werden.
Es könnte auch einfach sein, dass notwendige Schutz- oder Ausgleichsmaßnahmen Geld kosten und dadurch die Elektrifizierung unwirtschaftlich wird.
Nur im seltensten Fall ist es so, dass der Naturschutz eine Maßnahme oder ein Projekt komplett verhindert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:11:20:13:35:01.

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Anbeku

Datum: 20.11.24 14:07

KBS 110 schrieb:
Hallo,

wie den Gremienvorlagen für die Verbandsversammlung von go.Rheinland am 29.11.2024 entnommen werden kann, wird davon Abstand genommen, auf den Strecken der Rurtalbahn Wasserstoff einzusetzen. Hintergrund sind explodierende Kosten und die Schwierigkeiten im Taunus und bei der evb.
Aufhebung Vergabeverfahren Wasserstoff

Es wurden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen für einen 30 jährigen Verkehrsvertrag durchgeführt, hier hat die Elektrifizierung mit Abstand am besten abgeschnitten.
Daher ist das Ziel von go.Rheinland eine Vollelektrifizierung von allen Strecken der Rurtalbahn.
Ob man da die Schwierigkeiten bei der Elektrifizierung der Euregiobahn gerade mal 15 km weiter berücksichtigt hat? Dort scheitert doch gerade der zweite Versuch, die Bauarbeiten dafür auszuschreiben, weil sich niemand findet.


KBS 110 schrieb:[/url]Zitat:
[url=https://gremien.gorheinland.com/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZdOzMZQmjcHcxhZEn5xpUtIHHy4uoO-w-VlxPEGmAhkH/Anlage_1_zur_Ds.-Nr._go.Rheinland-157-2024_-_Kostenprognose_-Netz_Dueren-_kurz.pdf][/url] Auch für einen 15-jährigen Übergangszeitraum bis zur Elektrifizierung ist ein Einsatz von Wasserstoff unwirtschaftlich, man überlegt aber übergangsweise 6 Batteriefahrzeuge einzusetzen. Diese könnte man mit den Fördergeldern, die eigentlich für die Anschaffung der Wasserstofffahrzeuge gedacht waren, beschaffen, das hat man mit den Fördergebern auch schon abgeklärt.
Immerhin wird man mit den Batteriefahrzeugen zumindest irgendwas erreichen, bis die Strecke dann in 15 Jahre hoffentlich elektrifiziert ist, aber dass man dann in 14 Jahre noch mit Diesel fahren wird, scheint mir aus heutiger Sicht schon recht grotesk. Wir haben wahrscheinlich schon in wenigen Jahren keinen verbrenner PKW mehr in der Familie, aber mein Sohn der jetzt in die Grundschule geht soll dann zum Studium in einen Dieselzug steigen? Aus Umweltgründen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:11:20:14:08:23.

Naturschutz als Parole

geschrieben von: Saxobav

Datum: 20.11.24 16:12

Kalle W. schrieb:
Denk doch einmal nach, bevor du deinen Kamm einsetzt.

Ohne Naturschutz dürftest du wie in China auf die Leiter klettern und selber deine Apfelbäume bestäuben, weil die Bienen fehlen, um nur ein Beispiel zu nennen. Nur weil einige Extrembeispiele medienwirksam ausgeschlachtet werden, ist Naturschutz nicht überflüssig.
Hallo Kalle,
Deine Erwähnung mit dem Kamm ist nett gemeint. Verschiedene männliche Tiere haben verschiedene Schwellkörper.

Dein zweites Argument ist insofern witzig/untauglich, als Du selbst ein "Extrembeispiel(e) medienwirksam ausgeschlachte(s)t", von dem Du selbst Dich nicht überzeugen konntest. Dass Bienen im Allgemeinen in China fehlen, ist bei dem riesigen Land nicht glaubhaft. Wenn dort und andereswo (wie in Arabien zum Bestäuben der Dattelpalmen) auf die Bäume gekletter wird, dürfen weitere Gründe vermutet werden.

Ich habe hier von Niemandem gelesen, dass er Naturschutz ablehnt. Nur auch in menschengeschaffenen Parks bleibt der Mensch der Gärtner, kann und darf Änderungen am Zustand vornehmen. Nur muss man die Massnahmen auch anfangs so gestalten, dass sie bezahl- und realisierbar bleiben. Und das wäre jetzt. Praktische Bauern und Naturmenschen wissen sehr gut, wie robust die Natur ist. Die büroaktiven Kampagnenmenschen hingegen leben gut von angsttreibenden Klimawandelsphantasien, glauben sich fortschrittlich und sind grundlegend reaktionär.
Ich wäre mal interessiert zu hören, wie sich ein fünf Jahre vorfristiger Elektrobetrieb auf die Ökobilanz auswirken würde. Das wäre der Preis, den fünf Jahre akribische Voruntersuchungen nie wieder herausholen würden.

Viele Grüße, saxobav

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Betra

Datum: 20.11.24 16:39

Der Landrat ist momentan, sagen wir mal, "nicht im Dienst". Er war sicher einer der Hauptbetreiber der Wasserstoffprojekte.

Viele Grüße
Thomas

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Signal

Datum: 20.11.24 16:53

Anbeku schrieb:
Immerhin wird man mit den Batteriefahrzeugen zumindest irgendwas erreichen, bis die Strecke dann in 15 Jahre hoffentlich elektrifiziert ist, aber dass man dann in 14 Jahre noch mit Diesel fahren wird, scheint mir aus heutiger Sicht schon recht grotesk. Wir haben wahrscheinlich schon in wenigen Jahren keinen verbrenner PKW mehr in der Familie, aber mein Sohn der jetzt in die Grundschule geht soll dann zum Studium in einen Dieselzug steigen? Aus Umweltgründen?
Für die Umwelt wäre die beste Lösung, wenn ihr schon heute gar keinen Pkw mehr in der Familie hättet (ob Verbrenner oder nicht) und alle schon heute die Züge nutzen würden (ob mit oder ohne Diesel)

Gruß vom Signal

Re: Wasserstoff ist im Netz Düren vom Tisch

geschrieben von: Anbeku

Datum: 20.11.24 17:14

Als Fazit zum Wasserstoffprojekt in Düren kann man dann ja nur noch sagen: Außer Spesen nichts gewesen. Wenn man die Entwicklung gesehen hat war auch schon seit Jahren zumindest klar, dass Wasserstoff die teuerste Lösung werden wird. War ja nicht das erste Gutachten. Hier hat man mindestens 5 Jahre in den Sand gesetzt und vielleicht noch mehr denn 2020 hätte man vielleicht eine Elektrifizierung noch zügig durchführen können, was heute ja keiner mehr kann. Es geht ja seit Jahren nur noch bergab.
KBS 110 schrieb:
Hallo,

wie den Gremienvorlagen für die Verbandsversammlung von go.Rheinland am 29.11.2024 entnommen werden kann, wird davon Abstand genommen, auf den Strecken der Rurtalbahn Wasserstoff einzusetzen. Hintergrund sind explodierende Kosten und die Schwierigkeiten im Taunus und bei der evb.
Aufhebung Vergabeverfahren Wasserstoff
....
Damit bekommt man im Kreis Düren gerade noch rechtzeitig die Kurve und hat aus den Wasserstoff Desastern im Taunus und im nassen Dreieck gelernt.
Nochmal: das Thema Kosten von Wasserstoff im Dürener Netz wurde bereits mit einer Untersuchung von Klebsch et al. (2020) adressiert und im Gegensatz zur Präsentation des TÜV in Deinen Links wurden die vermuteten Kosten transparent in die Zukunft berechnet. Die Studie hat doch gezeigt, dass Wasserstofftraktion im Bereich Dürener Netze eine sehr teuere Idee ist, sogar noch teuerer als Dieselbetrieb, wenn man die Gesamtkosten (TCO) berücksichtigt. Das muss man wohl vor Ort erst mal verdauen. Und da es beim RMV mit dem weltgrößten Wasserstoffflop auch alles andere als rund läuft, ist man wohl gut beraten, erst mal abzuwarten, ob die Knallgas-Mireos eine bessere Figur machen. (...)

Eigentlich wurde in aller Deutlichkeit nachgewiesen, dass Akku und Elektrifizierung weitaus günstiger sind. Zwischen beiden Traktionsarten ging es denkbar knapp aus, wobei die Annahme, dass DB Energie Rekuperationsstrom nicht vergütet (so wurde im Gutachten gerechnet), den Akkubetrieb einen knappen Vorsprung beschert. Rechnete man eine Vergütung des Rekuperationsstroms das dazu, so hätte die Elektrifizierung vermutlich einen knappen Vorsprung. Rechnen wir die Elektrifizierungsgeschwindigkeit in Deutschland dazu, so muss man ohnehin erst mal Akkufahrzeuge beschaffen, denn noch 20 Jahre Dieselbetrieb dürften nicht zur Diskussion stehen. Neuerdings stehen sie in Düren aber leider doch zur Diskussion.

Völlig unverständlich, warum man dennoch überhaupt den Wasserstoff für das Dürener Netz anpacken wollte. Da hatten wohl einige Lobbyisten den Schuss ums Verrecken nicht hören wollen. Das Abwarten jetzt ist nicht dumm. Die Wasserstofftechnologie längst nicht tot. Aber die Fakten über Thermodynamik und Kosten sollte man berücksichtigen. Sollten wir tatsächlich Strom im Überfluss aus erneuerbaren Energien erzeugen, wäre die Produktion von Wasserstoff der ideale Abnehmer von Stromüberschuss, statt beispielsweise die Windräder zwangsweise abzuschalten. Natürlich müssen bis dann einige technische Hürden bewältigt werden, für die Atomkraft von gestern hatten wir doch auch die Forschungsgelder problemlos in zehnfacher Höhe bereitgestellt. Nicht förderlich ist auch der völlig unprofessionelle Schnellschuss von Alstom und der noch unprofessionellere Umgang der Besteller, deren oberste Großverdiener des Lesens von Datenblättern nicht mächtig sind. Und Politiker die beim Wort Wasserstoff verzückt in Luftschlössern denken und jedem Hype nachrennen, sind mittels unvermeidlicher Erdung ihrer Träume nicht minder gefährlich für die eigentlich sehr sinnvolle Zukunftstechnologie.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2026 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.