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 04 - Historische Bahn 

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Bf. Lendringsen an der Hönnetalbahn (1)

geschrieben von: Der Hönnetaler

Datum: 29.04.12 13:06

Am 01. April 2012 haben wir das 100-jährige Bestehen der Hönnetalbahn gefeiert. Seitdem sind im Sichtungs- und Museumsbahnforum, aber auch hier im HiFo sehr schöne und interessante Aufnahmen von der Strecke Menden - Neuenrade gezeigt worden. Die Strecke hat auch heute noch ihren Reiz, manche Fotostellen haben sich in den Jahren quasi nicht verändert.

Ein Bereich hat aber in der Zeit von 1989 bis 1994 sein Aussehen derart verändert, dass man ihn nicht mehr wieder erkennt. Der Bahnhof von Lendringsen. Sein Gebäude wurde 1994 abgerissen - konnte sein 100-jährige Bestehen also leider nicht mehr mitfeiern.

Was heute als "Werksbahnhof" eines namhaften Herstellers für Elektromaterial erscheint, war noch vor 25 Jahre Idylle pur. Näheres dazu hier [www.hoennetaler.de] oder hier [www.100-jahre-hoennetalbahn.de]

So spare ich mir etwas Text und kann dafür mehr Bilder meines früheren Heimatbahnhofes zeigen, auf dem ich viel Zeit verbracht und auch viel gelernt habe.

Die Besonderheit des Bahnhofs war damals wie heute der Umstand, dass sich DB und Kalkwerke Hönnetalbahn die Station teilen, wobei die Kalkwerke die "älteren Rechte" besitzen. Der/die (ja, gab es auch) (örtliche Betriebs-)Beamte im Bahnhof hatte bis Anfang 1994 die Aufgabe für beide den Bahnübergang "Fischkuhle" zu sichern. Eine Machtposition, denn die geschlossenen Bahnschranken riegeln den Ortsteil Hüingsen vom Rest der Welt ab. Die Fischkuhle ist die einzige Zufahrt zu dem Ortsteil.

Daneben war hier seit 1967 die Ausgabestelle der Betriebsschlüssel (Zugführerschlüssel) für die ins Hönnetal fahrenden Züge. Ohne diese Schlüssel, waren die Schlüsselsperren der Bahnhöfe im Hönnetal und der Hebelbank in Binolen nicht zu öffnen. Signaltechnik war ein Einfahrsignal aus Richtung Binolen zur Sicherung des Bahnübergangs, die RWK hatten auf beiden Seiten Gleissperrsignale als Lichtsignal installiert. Bis in die 60-er Jahre waren hier Deckungsscheiben im Einsatz. Die Weichen waren ortsbedient und mit einem Schlüsselwerk im Bahnhof in Abhängigkeit (ist jetzt umständlich formuliert).

Daneben gab es in den 80-er Jahren noch 3 aktive Gleisanschlüsse, ein Freiladegleis und somit regelmäßigen Güterverkehr, der zweimal täglich bedient wurde. Trotz Nebenbahnverhältnissen herrschte also gerade in den Nachmittagstunden reger und abwechslungsreicher Verkehr.

Davon jetzt einige Bilder...

Zunächst der Gleisplan der 80-er Jahre (bis 1989)

http://www.hoennetalbahn.com/geschichte/GleisplanLsn.jpg

Erst mal die Ansichten des Bahnhofsgebäudes (das ja eigentlich nach Binolen sollte und umgekehrt). Zunächst die Straßenseite. Heute steht hier eine Werkhalle.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/579757.jpg

Die Gleisseite mit zwei Ansichten, einmal mit Schienenbus im Jahr 1983 als N 6473. Der Dienstraum befand sich vorne am Gebäude (offene Tür), was aber erst seit ca. 1972 so war. Vorher lag der Eingang in Höhe des Güterschuppens, die Winden für die Schranken standen bis dahin auch noch draußen.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/579760.jpg

Am 08. Mai 1987 machte 212 001 mit N 6459 hier Station.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/588376.jpg

Ein Vergleich gefällig? So sieht das 25 Jahre später aus:
http://www.100-jahre-hoennetalbahn.de/Fest/k-IMG_0886.JPG

Der sagenumwobene Bü Fischkuhle im März 1982 (eines meiner ersten Eisenbahnbilder - ein Papierbild, bitte die Qualität zu entschuldigen). Das Gebäude und die Schrankenanlage sind nicht mehr existent. Die Autos auch nicht. Lediglich am Straßenbelag hat sich in Hüingsen seither nichts verändert (nur noch schlimmer...)
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/579761.jpg

Einfahrt aus Binolen im Jahr 1985 mit umfangreichem "Gleisvorfeld" - heute nur noch zwei Streckengleise.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/579759.jpg

Markenzeichen des Bahnhofs waren jahrelang die Blumen... - hier mit 212 308. Der Garten ist heute ein Parkplatz.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/588373.jpg

Klingelte der Fernsprecher lang-kurz, kündigte das die RWK an - hier die Meldung "Ein Zug zur Horlecke..."
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/588371.jpg

... und wenn der öB Glück hatte, konnte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, also einmal Bü-Schließen für 2 Züge.
http://www.bahnbilder.de/bilder/1024/588374.jpg

In Teil 2 gehe ich auf den Güterverkehr ein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.05.16 20:07.

Re: Bf. Lendringsen an der Hönnetalbahn (1)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 30.04.12 12:09

Schöne Bilder.
Ich hänge mich mal dran und zeige ein Bild, wo die Bettermann-Werkshalle das Bahnhofsgebäude fast schon "verschluckt" hat:
212 058 mit N 6475 Unna - Neuenrade am 30.11.1991 in Lendringsen
http://s2.imgimg.de/uploads/9130179232251ejpg.jpg

Grüße aus dem Volmetal
Uwe
http://abload.de/img/bahnhofschildmeinerzhy3qro.jpg

Re: Bf. Lendringsen an der Hönnetalbahn (1)

geschrieben von: Frank St.

Datum: 30.04.12 20:15

N'Ahmd, Johannes,

solche Fotos kann nur jemand machen, der dort zu Hause ist. Sie zeigen das selbst leider Versäumte sehr schön, die Bahn hat einfach Atmosphäre.

Grüße
Frank

Re: Bf. Lendringsen an der Hönnetalbahn (1)

geschrieben von: Reichsbahner1981

Datum: 01.05.12 22:41

Gab es vor Einführung des Vereinfachten Nebenbahndienstes auf dieser Strecke in Lendringsen zwei Einfahrsignale, oder war das da nur mit Sperrfahrten bediente Haltestelle ohne Einfahrsignale ?

Frage mich gerade, warum man aus Ri Menden trotz ohnehin in Lendringsen tätigem Fdl man sich dort die Betriebserschwernisse des Vereinfachten Nebenbahndienstes auch Ri Menden aufgehalst hat ? Für welche Züge (bzw. welchen ungefähren Anteil am Gesamtverkehr) war denn dort der Halt an der Trapeztafel im Buchfahrplan vorgeschrieben ?
Hast Du eigentlich einmal erlebt, wie der Fdl dort einen solchen Zug in den Bf hereingerufen hat (Signalfernsprecher/Handlampe lang-kurz-lang) ?

Gruß und danke für's Einstellen,

Reichsbahner1981

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