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[Fahrplangeschichte(n)]: Die Lokalbahn Fünfstetten-Monheim und die Anbindung von Monheim an die weite Welt.

geschrieben von: 628Vorserie

Datum: 21.04.12 22:59

Hallo zusammen!

Dieses mal möchte ich Euch mitnehmen auf eine Reise mit der Lokalbahn Monheim-Fünfstetten, die nur gut 50 Jahre lang Personenverkehr aufwies.

Vorab - wie immer - der Link zu meinem Blog Fahrplangeschichte(n) und der Hinweis, dass sich dieser Blog auch bequem abonnieren lässt, dann seid ihr immer auf dem Laufenden!

Außerdem sei darauf hingewiesen, dass es jetzt auf DSO auch mein Inhaltsverzeichnis gibt, von dem aus alle bisher erschienenen Fahrplangeschichte(n) erreichbar sind.

Gemeinsam mit der Neubaustrecke Donauwörth-Treuchtlingen eröffnete die Königlich Bayerische Staatsbahn am 1.10.1906 die Lokalbahn Fünfstetten - Monheim, die das beim Bau der Strecke Donauwörth - Treuchtlingen nicht berücksichtigte Städtchen Monheim an die große Bahnwelt anschloss. Die nur 5,6 km lange Bahnstrecke weist Steigungen bis zu 20 Promille auf und hat als einzige Zwischenstation den Haltepunkt Flotzheim. Ausgangspunkt der Bahn war der Bahnhof Fünfstetten, wo in die Personenzüge der Verbindung Donauwörth - Treuchtlingen umgesteigen werden konnte. Weitere Informationen zum Bau der Bahn liefert dieser Interessante Link.

Vor der Eröffnung der Bahn nach Monheim (Sommerfahrplan 1905) war der Ort per Postkutsche erreichbar. Nach Treuchtlingen verließ die Post Monheim morgens um 5:30 Uhr, die Rückfahrt war ab Treuchtlingen abends um 19:15 Uhr. Die Fahrzeit betrug 2,5 Stunden. Nach Donauwörth (über Kaisheim, der heutigen B2 entlang) gab es immerhin zwei Verbindungen: Ab Monheim um 8:15 Uhr und 16:10 Uhr, ab Donauwörth um 8:00 und 15:15 Uhr. Auch hier betrug die Fahrzeit 2,5 Stunden.

Auch in noch früheren Zeiten hatte eine derartige Verbindung bestanden. 1869 beispielweise (um die Zeit herum wurde Treuchtlingen erstmals per Bahn erreicht) gab es eine Carriolpost von Donawörth (ab 15:30) nach Pappenheim und Treuchtlingen, die wohl auch über Monheim verkehrt sein dürfte. Ankunft in Donauwörth aus der Gegenrichtung war 10:30 Uhr Vormittags.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S1869_Monheim.jpg

Bild 1: 1869 bestanden bereits umfangreiche Post-Anschlüsse an den Stationen der Königlich Bayerischen Staats-Bahnen, z.B. auch ab Donauwörth. Quelle: Stahel's Taschen-Fahrplan für Bayern vom 1.Juli 1869. Digitalized by Google. Abrufbar über die Google-Büchersuche.

Aber auch bereits 1846 lässt sich eine Postverbindung nach Monheim nachweisen. Auf der leider abgeschnittenen Karte sind Postverbindungen nach Pleinfeld an der in Bau befindlichen Ludwigs-Süd-Nord-Bahn (über Diethfurt, Weißenburg, genau entlang der heutigen B2) und Oettingen im Ries über Wemding zu sehen. Die Verbindung nach Donauwörth wird sicherlich auch schon bestanden haben, denn im Vorort Nordheim verkehrte ja bereits die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn auf dem Abschnitt (Augsburg-) Oberhausen-Nordheim.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/1846_Karte_Monheim

Bild 2: Die Karte aus "Hendschel's Eisenbahn-Atlas" von 1846 zeigt die Postverbindungen im betrachteten Raum. Der eingezeichnete Abschnitt Nördlingen-Nürnberg der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn befand sich jedoch erst im Bau. Quelle: Hendschel's Eisenbahn-Atlas. Digitalized by Google. Abrufbar über Google Büchersuche.

Doch nun zurück ins Jahr 1906. Die Lokalbahn startete mit dem für damalige Zeiten üppigen Angebot von 5 Zugpaaren täglich im Zeitraum von 6 bis 21 Uhr. Das waren sogar mehr Zugpaare als im Nahverkehr auf der Strecke Donauwörth-Treuchtlingen verkehrten. Der Grund dafür lag wohl darin, dass die meisten Züge in Fünfstetten nur in Richtung Donauwörth oder Treuchtlingen Anschluss boten, und durch die größere Zuganzahl ein besseres Angebot in beide Richtungen erreicht werden konnte. Die Reisezeit nach Donauwörth und Treuchtlingen verkürzte sich trotz dem erforderlichen Umstieg auf unter eine Stunde statt bisher jeweils 2,5 Stunden.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S07_93.jpg

Bild 3: Fünf Lokalbahnzugpaare verkehrten 1907 auf der Strecke Fünfstetten-Monheim. Die 5,6 km wurden in 15 Minuten zurückgelegt. Alle Züge hatten damals noch Postbeförderung. Quelle: Eisenbahn-Kursbuch für Bayern, Sommerdienst 1907.

Dieser Fahrplan hatte in seiner Grundstruktur recht lange Bestand. Das Reichs-Kursbuch Juni 1917 weist immer noch 5 Zugpaare auf der Strecke auf, das Zugpaar 3/4 verkehrte jedoch nur noch an Monheimer Viehmarkttagen. Postbeförderung gab es nur noch bei zwei Zugpaaren.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S17_301e.jpg

Bild 4: Nur noch an Monheimer Viehmarkttagen gab es 1917 fünf Zugpaare auf der Strecke. Quelle: Reichs-Kursbuch Juni 1917.

Bis 1927 hatte sich das Angebot dann nochmals deutlich verschlechtert. Alle Züge führten nun gar die 4. statt der 3.Wagenklasse. Nur noch drei Zugpaare verkehrten täglich, ein viertes Zugpaar nur an Sonn- und Feiertagen.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S27_301e.jpg

Bild 5: 1927 beschränkte sich das Angebot werktags auf ein Morgen-, ein Mittag- und ein Abendzugpaar auf der Strecke. Quelle: Reichs-Kursbuch ab 1.Juli 1927.

Bis 1935 änderte sich daran wenig, zwar wurden die Züge zeitlich um bis zu eine Stunde verschoben, an der Zuganzahl änderte sich jedoch nichts.

Auch im Sommerfahrplan 1939 hatte diese Struktur noch Bestand. Bis zum Kriegsfahrplan 1941/42 war nun auch das Sonn- und Feiertagszugpaar entfallen, es verkehrte nun noch 3 tägliche Zugpaare, das geringste Angebot seit Streckenbau. Daran änderte sich aber auch bis zum Kriegsende nichts mehr.

Bereits bis zum Winterfahrplan 1949/50 war wieder fast der Fahrplanzustand wie bei Eröffnung der Strecke hergestellt. Der Fahrplan verzeichnete 5 Zugpaare, eines davon jedoch vorläufig nur auf besondere Anordnung - von der Fahrlage her interessanterweise dasselbe Zugpaar, das 1917 nur an Monheimer Viehmarkttagen verkehrt war.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/W4950_411c.jpg

Bild 6: 1949/50 enthielt der Fahrplan wieder 5 Zugpaare, fast alle hatten sogar in Fünfstetten leidliche Zuganschlüsse in beide Richtungen. Quelle: Amtliches Kursbuch Winter 1949/50.

Im Sommerfahrplan 1953 waren wieder nur noch 4 Zugpaare enthalten, das 1949/50 nur auf besondere Anordnung verkehrende Paar am Morgen war wieder vollständig entfallen.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S53_411c.jpg

Bild 7: In den Nachkriegsfahrplänen war Flotzheim nicht mehr nur Bedarfshalt. Quelle: Kursbuch Sommer 1953.

Bis 1957 war das Angebot noch weiter geschrumpft. Es verkehrten nun wiederum nur noch 3 Zugpaare, die nun erstmals von Triebwagen gebildet wurden.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S57_411c.jpg

Bild 8: 1957 wurde der überschaubare Gesamtverkehr auf der Lokalbahn von Triebwagen abgewickelt. Quelle: Amtliches Kursbuch Sommer 1957.

Mit Ende des Winterfahrplanes 1959/60 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt. Ungewöhnlich war, dass es hier nicht einmal eine Bahnbuslinie als Ersatz für die Bahn gab. Die Fahrgäste wurden offensichtlich auf die Buslinie Monheim - Donauwörth als einzige Alternative verwiesen. Diese Linie, die der alten Postroute folgte, bestand mindestens seit den 1930er Jahren, evtl. aber auch schon länger. Im Winterfahrplan 1937/38 war das Angebot noch recht überschaubar mit einem Fahrtenpaar, das nicht einmal an allen Wochentagen verkehrte. Zudem war die Umsteigeverbindung mit der Bahn über Fünfstetten noch bis zu 15 Minuten schneller.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/W3738_Post99.jpg

Bild 9: Nur Mittwochs, Samstags, Sonn- und Feiertags sowie an Viehmarkttagen in Donauwörth und Monheim verkehrte 1937/38 ein Postbus Monheim-Donauwörth, sonst endeten die Kurse in Buchdorf. Quelle: Kraftpostfahrplan Bayern rechts des Rheins 1937/38.

Nach dem Krieg bestand die Postlinie zunächst nur auf dem Abschnitt Donauwörth-Buchdorf, zudem war der Betrieb von der Post auf ein privates Busunternehmen übertragen worden. Spätestens im Winterfahrplan 1956/57 verkehrten die Kurse jedoch meistens durchgehend bis Monheim, auch die Reisezeit nach Donauwörth war nun zumindest gleich lang.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/W5657_1904b.jpg

Bild 10: Bis zu 5 Kurspaare verkehrten im Winterfahrplan auf der Buslinie von Donauwörth nach Monheim - und damit deutlich mehr als Umsteigeverbindungen mit der Bahn. Betriebsführer für den Konzessionär Post war die Fa. Jülich aus Donauwörth.

Bis in die 60er-Jahre hinein lässt sich die Linie zwar weiterhin über die Kursbuchkarten als existent nachweisen, die Fahrpläne der Linien, deren Betrieb an Privatunternehmen übertragen waren, wurden jedoch nicht mehr im Omnibuskursbuch abgedruckt. Spätestens ab Sommerfahrplan 1970 gibt es keine Spuren der Linien mehr in dem amtlichen Kursbüchern, vermutlich war die Linie komplett in private Verantwortung übergeben worden. Als in den 70er-Jahren nach und nach Nahverkehrszüge auf dem Abschnitt Donauwörth-Treuchtlingen verkraftet wurden, wurde Monheim erstmals vereinzelt von Bahnbussen angefahren.

Fahrzeugeinsatz auf der Lokalbahn

Eigentlich war der Fahrzeugeinsatz auf der Lokalbahn sehr eintönig, wenn auch aus heutiger Sicht interessante Fahrzeuge eingesetzt wurden. Bereits 1907 taucht die Bahn Monheim - Fünfstetten in einer Liste der Strecken auf, die vollständig aud die neuen Motorlokomotiven der Baureihe PtL 2/2, der späteren 98.3 ("Glaskasten") umgestellt werden soll. Dies dürfte dann auch relativ bald nach Anlieferung einer größeren Serie dieser Loks 1908-1911 geschehen sein. Der Glasksten prägte diese Strecke bis zum Ende des Winterfahrplanes 1956/57. Für die 50er-Jahre sind auch viele Fotos überliefert, die eine Lok der Baureihe 98.3 des Bw Nördlingen mit einem 2-achsigen bayerischen Packwagen, einem zweiachsigen bayerischen Lokalbahnwagen sowie teilweise weiteren Güterwagen zeigen. Wenn in den letzten Jahren kein Glaskasten zur Verfügung stand soll als Ersatzlok eine Pt 2/3 (70.0) zum Einsatz gekommen sein. Ab Sommer 1957 soll dann zunächst der Nördlinger Einzelgänger ETA 179 015 zum Einsatz gekommen sein.

Weiteres Schicksal der Bahnstrecke

Die DB wollte 1960 nicht nur den Personenverkehr sondern gleichzeitig auch den Güterverkehr auf der Lokalbahn einstellen. Die Stadt Monheim hatte jedoch Interesse am Weiterbetrieb, um die Industriebetriebe im Ort zu halten und pachtete die Bahn zunächst, während die DB den Verkehr weiterbetrieb. Als auch dies die DB aufgeben wollte kaufte die Stadt Monheim die Strecke 1970 und beauftragte die DB mit der Durchführung des Güterverkehrs, der bis 1999 bestand. Zu diesem Termin kündigte die DB den Anschlussvertrag im Bahnhof Fünfstetten, womit die Strecke stillgelegt werden musste. Von 1981 bis 1997 fanden auf der Strecke Museumsbahnfahrten des BEM statt.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S83_Bfpl_69282.jpg

Bild 11: Im Schlepp einer 212 in der Üg 69282 Donauwörth - Solnhofen kam 1983 eine 333 und die Wagen für die Lokalbahn nach Monheim nach Fünfstetten. Quelle: Buchfahrplan 860 Sommer 1983.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/S83_Bfpl_69284.jpg

Bild 12: Nach dem das Rangiergeschäft in Fünfstetten und auf der Lokalbahn erledigt war fuhr die 333 alleine mit den Wagen weiter nach Otting-Weilheim, von wo aus sie später mit Üg 69285 nach Donauwörth zurückkehrte.

Möglichkeiten zur Mithilfe:

- Fahrpläne aus im Text noch nicht vorliegenden Zwischenjahren
- Genauere Angaben zur Zugbildung
- War der ETA 179 015 bis zur Stillegung im Einsatz
- Fotos, Reiseberichte, ....

Literatur:

Lüdecke, Steffen: Die Baureihe 98, Band 1, EK-Verlag, Freiburg, 1999 (mit vielen Fotos der Bahn und spannenden Lokführerschilderungen u.a. einer Überführungsfahrt Neu-Ulm-Fünfstetten)

Bufe, Siegfried: Eisenbahn in Schwaben, Bufe Fachbuch-Verlag, Egglham, 1990.

Wolff, Gerhard: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 7: Bayern, EK-Verlag, Freiburg, 2002.

Links:

Eine Bilderreise über die abgebaute Strecke bietet folgende Seite:
[www.vergessene-bahnen.de]

http://histoliga.de/fahrplangeschichten/gepflegtereise.png




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:21:23:11:38.

Antw. und Ergänzung zu Monheim - Fünfstetten

geschrieben von: Thomas Englich

Datum: 22.04.12 16:07

Hallo ...

vielen Dank für die interessanten Fahrplandokumente und den Beitrag zur Lokalbahn überhaupt!
Ich habe diese Lokalbahn zwar nie selber kennengelernt, habe aber seit den achtziger Jahren durch das Heftchen:
"Hans Brenner: 75 Jahre Monheim-Fünfstetten. Eisenbahnclub München, München 1981, ohne ISBN"
von ihr erfahren. Eine dieser kleinen Nebenbahnen, die schon immer mein Interesse gefunden haben.

Dort in der Broschüre gibt es neben ein paar Fotos der Bahn auch einen Absatz zum ETA. Sinngemäß heißt es dort:
Zum 1. Juli 1957 verschwand das "Monheimer Zügle" (also der Dampfzug mit dem Glaskasten), es kam zum Einsatz des ETA 179 105* (vormals AT 599/600, dann ab 1947 ETA 179 004). Zwei Jahre soll er dort (lt. Brenner) gefahren sein, zum Aufladen der Batterien mußte er jeweils nach Donauwörth. Im März 1960 soll er als letzter Altbau ETA ausgemustert worden sein.
Ob das alles so stimmt weiß ich nicht, aber vielleicht können die Tfz-Kenner damit was anfangen, dies belegen oder ergänzen. Welche der angegebenen Triebfahrzeugnummern (ETA 179 015 oder ETA 179 105*) nun stimmt oder nicht, vermag ich nicht zu sagen, da wäre sicher noch eine Aufklärung nötig von denen die es besser und genauer wissen.

Ich habe gesucht und ein paar Bilder von 1982 im Netz gefunden, zu Zeiten als noch das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen mit der "Lucy" auf der Strecke seinen Musemsbahnverkehr durchführte -> [pleussen1950.blogspot.de]

Desweiteren ein Bild vom Lokschuppen in Monheim/Schwaben -> [www.eisenbahnarchiv.de]
Eine Zeichnung vom Lokschuppen kann man hier sehen -> [www.gleimo.com]
Ein kurzes Filmchen vom Museumsverkehr bei youtube --> [www.youtube.com]
Fotos von Luci auf der Strecke Monheim Fünfstetten am 30.05.1982 --> [pleussen1950.blogspot.de]
Vergessene Bahnen: Fünfstetten - Monheim (Schwab) --> [www.vergessene-bahnen.de]
Weiter alte historische Bilder nur als kleine Vorschaubilder -> [www.eisenbahnarchiv.de]

Zwei alte topographische Karten (1:100 000) von 1914 kann man hier finden (leider zwei, da die Strecke sich am Kartenrand der jeweiligen Karten befindet):
Fünfstetten -> [www.deutschefotothek.de]
Monheim -> [www.deutschefotothek.de]
Suchen auf der Karte müßt ihr leider selber - da lässt sich nichts genaueres verlinken (oder ich habe es nicht gefunden).


http://www.lokalbahn-reminiszenzen.de/forum/monheim_schwaben.gif

Zum Schluß noch eine Gleisplanskizze vom früheren Bahnhof Monheim / Schwaben. Er basiert auf Bildern und einer sehr rudimentären Skizze aus dem oben erwähntem Buch. Kleiner Fehler könnten also enthalten sein. Wichtig wäre noch zu erwähnen, das es kurz vor der Einfahrt zum Bf. Monheim drei weitere private Anschlußgleise gab (wohl auch ein Grund für die Streckenübernahme 1960 durch die Stadt). Neben dem erwähnten Glaskasten und dem ETA sind hier auch T9.3 (kurzfristig in den zwanziger Jahren), 64er, ETA 150, V 100 und natürlich Köf III gefahren, wenn auch zum Teil als Sonderfahrt und nicht im Plandienst. Alles in allem eine kleine aber durchaus nicht uninteressante Strecke, ein nettes Vorbild für den Modellbahner und leider, leider abgebaut. Ich würde mich freuen wenn hierzu noch jemand Bilder hätte und sie einstellen mag.

Soweit von mir dazu.
Gruß Thomas

Nachbemerkung: Rolf Köstner hatte 2008 einen der ganz wenigen Bildbeiträge zur Bahn im HiFo eingestellt. Vielleicht liest er mit und mag evtl. mal seinen Beitrag reparieren (Bilder wieder sichtbar machen)?!? -> [www.drehscheibe-foren.de]
Nachtrag: Der Beitrag ist wieder mit Bildern versehen, Danke dafür Rolf!
Oder im neuen Beitrag: Fünfstetten - Monheim 1984 (m8B) --> [www.drehscheibe-online.de]
Ich habe noch ein paar weitere Links oben im Text ergänzt.

* Tfz Nummer editiert weil Schreibfehler meinerseits - sorry!





7-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:06:28:22:01:17.

Re: Fahrplan vom 1. Januar 1946

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 22.04.12 17:24

Hallo!

Da komme ich doch gleich mal mit dem Fahrplan von 1.1.1946. Das Zugangebot war sogar dichter, als das von 1941/42. Es gab nämlich 4 Zugpaare, die alle täglich fuhren und nur die 3. Klasse führten. Tabelle hier: 411 c.

ab Fünfstetten:

2171: Fünfstetten 8.10 - Flotzheim 8.18 - Monheim 8.26
2173: Fünfstetten 11.00 - Flotzheim 11.08 - Monheim 11.15
2181: Fünfstetten 15.20 - Flotzheim 15.28 - Monheim 15.35
2185: Fünfstetten 18.30 - Flotzheim 18.38 - Monheim 18.45

ab Monheim (Schwab)

2170: Monheim 5.45 - Flotzheim 5.53 - Fünfstetten 6.00
2172: Monheim 10.23 - Flotzheim 10.31 - Fünfstetten 10.38
2180: Monheim 14.40 - Flotzheim 14.48 - Fünfstetten 14.55
2184: Monheim 16.33 - Flotzheim 16.41 - Fünfstetten 16.48 (im KB als 2148 angegeben, dürfte aber nicht richtig sein).

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:22:17:35:31.

ETA 179 015 oder ETA 179 005 oder gar ETA 179 105?

geschrieben von: 628Vorserie

Datum: 22.04.12 21:00

Hallo!

Danke zu deinen umfangreichen und interessanten Ergänzungen!

Die Angabe mit ETA 179 015 habe ich aus dem Lüdecke, Die Baureihe 98, Band 1. Auf Seite 121 heißt es in einer Bildunterschrift zu einem Foto vom letzten Betriebstag mit dem Glaskasten auf der Bahn:

"(...) Als Ersatz kam der ab Mai 1957 in Nördlingen stationierte Speichertriebwagen ETA 179 015 auf die Monheimer Strecke."

Laut [www.oocities.org] ist der ehemalige AT599/600 zum ETA 179 004 geworden (wie du ja auch schreibst), der wiederum (nach Umbau zu ETA 179 105) angeblich 1960 in Haltingen ausgemustert worden sein soll. Die Stationierung vorher (1953) war mit dem Bw Kempten zumindest in der BD Augsburg. Der ETA 179 005 wiederum war weiter nördlich daheim, so dass ich ihn eher ausschließen würde.

Allerdings ist in der Diskussion zu meinem Artikel über die Nebenbahn Mertingen-Wertingen hier ([www.drehscheibe-foren.de]) schon mal die Nummer ETA 179 105 gefallen. Somit wäre dann wohl ein Zahlendreher im "Lüdecke" die wahrscheinlichste Lösung und vermutlich ETA 179 105 die richtige Nummer, insbesondere weil es einen ETA 179 015 gar nie gab.

Nach dieser Seite [www.weberschock.de] wiederum war der ETA 179 105 von Oktober 59 bis März 60 in Buchloe, was zu Kempten passe würde, aber nicht direkt zu Nördlingen und auch nicht so richtig zur Ausmusterung in Haltingen im Mai 1960.

Hier [www.drehscheibe-foren.de] wiederum haben vor 5 Jahren der Isartalbahner und Hubert G. Königer schon mal über den ETA 179 105 gefachsimpelt, vielleicht lesen sie ja mit und können noch mal was dazu sagen. Auch kommt hier die Angabe, dass der ETA bis 60 auf Monheim-Fünfstetten lief, was nicht zu den Buchloe-Angaben passt. Interessant ist auch die Angabe, dass nach dem ETA 179 105 auf Monheim-Fünfstetten die BR 64 lief. Da zum Sommerfahrplan 1960 der Personenverkehr eingestellt wurde ist die Frage, ob sich das auf den Güterverkehr ab 60 bezieht, oder der ETA 179 schon vorher (Herbst 59 nach Buchloe?) abgegeben wurde und die 64er die letzten Monate den Personenverkehr bestritten.

Auf jeden Fall war der ETA wohl ein nicht sonderlich beliebtes und stabiles Fahrzeug, das fleissig rumgereicht wurde und keiner so richtig haben wollte...

Fragen über Fragen, mal schauen ob jemand noch weitere Erkenntnisse dazu hat.

Markus

Markus



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:22:21:02:48.

ETA 179 105!

geschrieben von: Volker Blees

Datum: 22.04.12 21:21

Hallo,

628Vorserie schrieb:
> Allerdings ist in der Diskussion zu meinem Artikel
> über die Nebenbahn Mertingen-Wertingen hier
> (http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17
> ,5698908,5699376#msg-5699376) schon mal die Nummer
> ETA 179 105 gefallen.

Werfen wir doch einfach einen Blick in die "Akku-Bibel"*. Hier finden wir auf Seite 380 folgende Passage:

Zitat:
Von Mai 1957 an war der ETA 179 105 beim Bw Nördlingen beheimatet. Er kam auf der Strecke Fünfstetten - Monheim [6 km] zum Einsatz und ersetzte dort den "Galskasten", die bayerische PtL 2/2. Im Sommer 1957 wurden 3 Zugpaare, im Sommer 1958 werkzags außer samstags 4 Zugpaare, samstags und sonntags 3 Zugpaare gefahren. Der Einsatz dort dauerte jedoch nur zwei Jahre: Im Sommerfahrplan 1959 wurde der ETA noch auf der Strecke Mertingen - Wertingen [17 km] verwendet. Zum Laden der Batterien war von beiden Strecken aus eine Fahrt nach Donauwörth [17 bzw. 7 km] notwendig, allerdings nicht täglich, da der Fahrbereich erheblich größer war als die planmäßige Regelleistung.

Dem Statistikteil des Buchs zufolge ging ETA 179 105 im Oktober 1959 über das AW Limburg nach Buchloe und wurde am 30.5.1960 dort ausgemustert.

Bemerkenswert ist, dass die Ladestelle in Donauwörth eigens für den einen ETA eingerichtet worden sein muss; sie wurde allerdings anschließend für die neu nach Nördlinen gelieferten ETA 150 weiter genutzt.

Grüße
Volker

* Horst Troche: Die Akkumulator-Triebwagen. 1. Auflage. EK-Verlag, 1997, ISBN 3-88255-203-4.

Re: [Fahrplangeschichte(n)]: Die Lokalbahn Fünfstetten-Monheim und die Anbindung von Monheim an die weite Welt.

geschrieben von: 41 1150

Datum: 22.04.12 22:20

Hallo 628 Vorserie und Gemeinde,

erst mal vielen Dank für den Bericht und die Ergänzungen.
Da kamen aber Erinnerungen hoch....

Ich bin in Monheim wohl mit dem letzten Planzug des BEM mit meinem Heizerlehrer "Allmächt" und Roland als Lokführer mit der 86 333 dort gewesen. Ein absolut spannender Tag mit einer Lok die ein undichtes Reglerknierohr hatte und somit ständig ca. 5 bar am Schieber. Fahren war einfach mit Bremse lösen und Steuerung rausdrehen. Aber am besten war die Hinfahrt. Bei Mündling gibt es eine Brücke über die Hauptbahn, bei der der Fahrdraht ziemlich weit unten hängt. Wäre an sich nichts dramatisches, wenn, ja wenn nicht just kurz vorher der Deckel des Reglerdomes meinte aufzuspringen und genau unter der Brücke umzuschlagen. Es gab einen kurzen Knall und einen Funken verbunden mit einem Loch im Deckel. Das war die erste Begegnung mit der Oberleitung sowie mit der Strecke Monheim Fünfstetten. So was vergisst man nie mehr im Leben. Ach ja, nach kurzem Halt im Bahnhof Mündling und jetz komplett offenen aber "im Wind" ligenden Deckel fuhren wir weiter. Da nach uns auch noch Züge kamen hat wohl die Sicherung im Unterwerk nicht ausgelöst. Bei so einem bisschen "Restblech" unter der Rostschicht auch kein Problem. Da zieht ne E94 mit Güterzug deutlich mehr aus dem Draht.

Tja gute alte 333, waren schon schöne Zeiten mit dir, von der es auch noch Photos in Monheim gibt. Aber wo ich die habe ....???

Michael

Re: ETA 179 015 oder ETA 179 005 oder gar ETA 179 105?

geschrieben von: Thomas Englich

Datum: 22.04.12 22:28

Hallo Markus, Volker und alle anderen ...

zuerst mal muß ich mich für (m)einen Tipp- oder Schreibfehler oben entschuldigen! Es handelte sich natürlich um den ETA 179 105!
Weiß nicht wie mir das passieren konnte, dabei meinte ich genau hingesehen zu haben. Asche auf mein Haupt! :-(

Also habt ihr alle natürlich Recht, wie auch der Herr Brenner in seiner Broschüre die ich sinngemäß wiedergab (oder es zumindest versuchte). Ich hab´s oben bei mir entsprechend korrigiert.

Danke auch für die Aufklärung und die weiteren Hinweise zum Lebenslauf des ETA. So etwas ist nicht so sehr meine Stärke - aber dafür ist hier ja genug Fachwissen versammelt um solches zu berichtigen und zu dokumentieren ...

Gruß Thomas


Nachtrag: Ergänzend liegt mir ein Bild von 64 510 (laut Bildunterschrift Bw Nördlingen) in Monheim vor, mit einem kurzen Personenzug am Eg in Monheim (Aufnahme von P. Engert). Leider ohne Datumsangabe. Könnte evtl. dafür sprechen das die 64er den letzten Rest des Personenverkehes vom ETA übernahmen (oder bei Ausfall des ETA). Die 64er sollen auch den Güterverkehr gefahren haben während der Zeit als der ETA auf der Strecke im Einsatz war.

@ Michael: Hoffen wir alle mal das Du Deine Fotos wieder finden und für uns Interessierte einscannen magst!





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:22:22:44:39.

Re: Antw. und Ergänzung zu Monheim - Fünfstetten

geschrieben von: ulrich

Datum: 23.04.12 19:16

Zitat:
Zwei alte topographische Karten (1:100 000) von 1914 kann man hier finden (leider zwei, da die Strecke sich am Kartenrand der jeweiligen Karten befindet):
Fünfstetten -> [www.deutschefotothek.de]
Monheim -> [www.deutschefotothek.de]

Schöner Beitrag. Nebenbei danke für die mir noch nicht bekannte Quelle historischer Landkarten im Netz.

Ulrich

Fahrplan Winter 48/49

geschrieben von: 628Vorserie

Datum: 01.05.12 15:09

Hallo zusammen!

ergänzend habe ich inzwischen auch einen Fahrplan aus dem Winter 1948/49, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

http://www.histoliga.de/fahrplangeschichten/W4849_411c.jpg

Danke auch nochmal allen Informationsliefern. Die neuen Erkenntnisse wurden zwischenzeitlich auch in den Artikel auf meinem Blog eingebaut.

Markus

http://histoliga.de/fahrplangeschichten/gepflegtereise.png




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:01:15:10:28.

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